Babylon Berlin kehrt für Finale nach Köln zurück
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Die finale Staffel Babylon Berlin ist da. Darin verschlägt es die Hauptfigur Kommissar Rath zurück in seine Heimat - nach Köln.#WDR #Kultur #BabylonBerlin #KommissarRath #CharlotteRitter #Köln #Lindlar #Baldeneysee #Essen #VolkerBruch #VolkerKutscher #NRW
Babylon Berlin kehrt für Finale nach Köln zurück -
Babylon Berlin | Zu Asche, Zu Staub (To ash, to dust)
#History #Novel #Geschichte #Drama #Literature #Humanity #Politics #VolkerKutscher #Music #Musik #ZeitGeist
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https://www.europesays.com/de/1270489/ Letzte Staffel von „Babylon Berlin“: Sendetermine in der ARD #100137924 #100601380 #AdolfHitler #ARD #BabylonBerlin #Deutschland #Entertainment #GereonRath #Germany #LivLisaFries #Serien #Serienfinale #Series #Unterhaltung #VolkerBruch #VolkerKutscher
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https://www.europesays.com/de/1232331/ „Babylon Berlin“: Sendetermine für letzte Staffel #100137924 #100601380 #AdolfHitler #ARD #BabylonBerlin #Deutschland #Entertainment #GereonRath #Germany #LivLisaFries #Serien #Serienfinale #Series #Unterhaltung #VolkerBruch #VolkerKutscher
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https://www.europesays.com/at/330169/ „Babylon Berlin“: Sendetermine für letzte Staffel #100137924 #100601380 #AdolfHitler #ARD #AT #Austria #BabylonBerlin #Entertainment #GereonRath #LivLisaFries #Österreich #Serien #Serienfinale #Series #Unterhaltung #VolkerBruch #VolkerKutscher
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Lesung & Gespräch mit Volker Kutscher & Kat Menschik – Westend
Mo, 10.11. | 19 Uhr I Stadtbibliothek am Mailänder PlatzBerlin-Westend, 1973: Ein altes Tonband, ein Interview und eine Überraschung – Gereon Rath blickt zurück, und plötzlich holt ihn die Vergangenheit ein.
In Zusammenarbeit mit der Bibliothek für Zeitgeschichte
#Lesung #Stuttgart #VolkerKutscher #KatMenschik #GereonRath #Bibliothek #Kulturveranstaltung
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https://www.europesays.com/de/547536/ Zeichenkunst trifft Krimikunst: Kat Menschik und Volker Kutscher #ArtAndDesign #Buch #Deutschland #Entertainment #Germany #illustratorin #KatMenschik #KunstUndDesign #NDRKulturàLaCarte #Roman #Romane #Schriftsteller #Unterhaltung #VolkerKutscher #Westend
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https://www.europesays.com/de/481090/ „Westend“: Wunderbares Abschiedsgeschenk an Gereon-Rath-Fans #Books #Bücher #Deutschland #Entertainment #GereonRath #Germany #illustration #KatMenschik #Krimis #Roman #Romane #Unterhaltung #VolkerKutscher
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https://www.europesays.com/de/472941/ „Westend“: Wunderbares Abschiedsgeschenk an Gereon-Rath-Fans #Books #Bücher #Deutschland #Entertainment #GereonRath #Germany #illustration #KatMenschik #Krimis #Roman #Romane #Unterhaltung #VolkerKutscher
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📖 Regina Lindemann rezensiert Westend von Kat Menschik & Volker Kutscher:
Ein Bonusband, der die Schicksale von Gereon Rath und seinen Weggefährten abrundet – sensibel erzählt, eindrücklich illustriert.👉 schreiblust-leselust.de
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📖 Neben dem Krimi lese ich noch einen weiteren Krimi in Comicform. "Die Gereon-Rath-Comics 1: Der nasse Fisch" von Arne Jysch, Volker Kutscher. Erschienen im Carlsen Verlag.
#CarlsenVerlag #Comic #GraphicNovel #lesen #reading #GereonRath #DernasseFisch #ArneJysch #VolkerKutscher #krimi
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Schmerz, Einsamkeit und diese ständige Selbstjustiz
Was für ein trauriges Buch! Und was für ein fulminantes Ende einer grossartigen Serie!
Rath ist das zehnte Buch in der Gereon Rath-Reihe von Volker Kutscher. Wikipedia zitiert den Verlag, wonach es auch die letzte Folge dieser Reihe ist, von der ich den ersten Teil ausführlich, die Teile danach summarisch und die Verfilmung als «Babylon Berlin» kritisch besprochen habe.
Natürlich wussten wir immer, dass dieses Abenteuer nicht glücklich ausgehen kann. Wir – im Gegensatz zu all den Figuren im Buch mit ihren Hoffnungen, Träumen, Ambitionen, Geheimnissen und menschlichen Schwächen – sehen zwar, wie die Nationalsozialisten in der Stadt, im ganzen Land und in ihrem Leben immer mehr Raum einnehmen. Doch sie wissen nicht, welche Ausmasse das annehmen wird. Bis zu diesem zehnten Buch: Es endet kurz nach der Reichspogromnacht vom 9. und 10. November 1938. Diese staatlich orchestrierte Hetze auf die Juden in Deutschland zerfetzt wesentliche Handlungsstränge, die teils über die ganze Serie aufgebaut wurden, brutal. Zu denen zählt – Achtung, Spoiler! – der Plan von Marion Goldstein, den Tod ihres Gatten zu rächen. Goldstein wird, genauso wie der gedungene Mörder, vom entfesselten Mob aufgegriffen, verprügelt und mutmasslich ihrem Ende zugeführt.
Bloss ein Verbrechen unter so vielen
Ein Abschied für immer.Die Gewalt der SA und der anderen Nazi-Organisationen wirkt erzählerisch auch auf das Buch und seine Geschichte aus. Kutscher beginnt auch dieses zehnte Buch in Krimi-Manier – schliesslich hat diese Buchreihe als Police procedural begonnen: Zwei Mitglieder der Hitlerjugend werden kurz nacheinander ermordet und Hauptverdächtiger ist einer der wichtigen Nebenfiguren, Friedrich «Fritze» Thormann. Und den Krimi-Anspruch löst Kutscher ein: Der Fall klärt sich auf und der Täter wird zur Rechenschaft gezogen.
Doch diese für jeden Krimi entscheidende Wendung verkommt komplett zur Nebensache: Denn was hat ein einzelner Mord noch für eine Bedeutung, wenn in Hitlers Deutschland Unrecht in einem nie dagewesenen Massstab stattfindet? Wer soll Gerechtigkeit üben, wenn der Rechtsstaat so ausgehöhlt wurde, dass er leise in sich zusammenbricht?
Ein Symbol für diesen Zerfall ist Ernst Gennat. Der Kriminalrat, der früher in der Serie (und auch im richtigen Leben) sich nachdrücklich und unbestechlich den vielfältigen Formen der Kriminalität entgegengestellte und Garant für die Gerechtigkeit war, ist nur noch ein Schatten seiner selbst: Alt, krank und ins Private zurückgezogen. Es passt daher, dass der Mörder durch Selbstjustiz sein Ende findet; erschlagen vom Vater eines der Opfer.
Und der Held der Reihe, Gereon Rath?
Er ist untergetaucht, gilt als tot und hat kaum etwas anderes zu tun, als auf den Tod seines Vaters zu warten. Auch er hat in dieser Welt nichts mehr zu berichten. Das einzige, was ihm bleibt, ist eine Bestrafungsaktion für jenen Mann, der seine Noch-Ehefrau folterte und demütigte. Doch selbst das kriegt er nicht richtig hin. Rath befleckt seine Hände zum zweiten Mal in seiner Karriere mit Blut. Auch das ein Ereignis, das in einer normalen Welt eine Tragödie für sich wäre, in dieser Welt der Barbarei aber kaum mehr eine Rolle spielt.
Jeder gefangen in seinem Schmerz
Beklemmend ist die Einsamkeit, die alle Figuren in diesem Buch fühlen. Die früheren Bände der Serie sprühen von den vielseitigen Facetten der menschlichen Interaktion, die sich zwischen den Hauptfiguren abspielen – längst nicht immer liebevoll, sondern oft ruppig, übergriffig, rau und egoistisch. Doch im Jahr 1938 ist jeder in seiner einsamen Welt gefangen; gleichgültig, ob er Mitläufer, stolzer Träger seiner sauber gebügelten SS-Uniform ist (Sebastian Tornow) oder, wie Gereon Rath, nur noch auf das Schiff wartend, das ihn nach Amerika bringt. Auch Friedrich «Fritze» Thormann, durch einen brutalen Nazi-Arzt seiner Freundin Hannah Singer beraubt, bleibt am Ende des Buchs nur die Option der Rache. Die ihm aber keine Befriedigung verschafft, sondern nur seine Einsamkeit absolutiert.
Gibt es einen Funken Hoffnung? Ja.
Charlotte Rath. In diesem Buch ereignet sich eine stille Wachablösung. Der Name Rath auf dem Titel des Buchs bezieht sich auf Charly, nicht auf Gereon. Sie findet in dieser unmenschlichen Welt eine Aufgabe, die es ihr erlaubt, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren. Sie – Achtung, wieder ein Spoiler! – wird sich um das Kind von Hannah und Fritze kümmern, das mit dem generischen jüdischen Namen Israel in einem Waisenheim fristet.
Ein leiser Abschied für immer
Ja, es war von Anfang an klar, dass uns am Ende dieses Abenteuers Trauer und Schmerz erwarten. Trotzdem hatte ich nicht geahnt, wie sehr mich «Rath» mitnehmen würde. Klar hatte Volker Kutscher keine andere Wahl, als uns mit bedrückenden Szenen zu konfrontieren. Aber dass sie so bedrückend werden würden, wie wenn die Schergen der SS den dementen jüdischen Ariel Flegenheimer aus dem Fenster des dritten Stocks werfen, tut trotzdem weh.
Denn die Kunst Kutschers ist es, die gesellschaftlichen Veränderungen subtil über so viele Seiten zu erzählen, dass für uns Leserinnen und Leser fassbar wird, wie auch wir als Frosch im Kochtopf erst viel zu spät kapiert hätten, dass nichts mehr ist wie es sein soll. Kein Kipppunkt – sondern ein schleichender Zivilisationszerfall. Und wenn wir dann wirklich etwas «Comic Relief» hätten vertragen können, kommt die leise Abschiedsszene, in der sich Gereon Charly endgültig trennen. Gereon hatte es bis zuletzt nicht kapiert – für das letzte Treffen mit seiner Frau brauchte er einen ordentlichen Schubser seines Freundes Paul.
Eine Buchreihe, genau zum richtigen Zeitpunkt. Wer nicht kapiert, dass Menschlichkeit unauffällig und Schrittchen für Schrittchen erodiert, der könnte auch in der Gegenwart früher als später böse überrascht werden. Als Vorsorge empfehle ich, sämtliche Bücher nochmals in einem Rutsch durchzulesen. Die von David Nathan grossartig gelesenen Hörbuchfassung ist natürlich auch okay.
Beitragsbild: Beides Tatwerkzeuge im neuen Buch (Alexander Andrews, Unsplash-Lizenz).
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Krimi Tipp 🔫
Volker Kutscher: Rath - Der zehnte Rath-Roman
#krimi #volkerkutscher #rath #babylonberlin
https://www.phantastiknews.de/index.php/rezensionen/28799-volker-kutscher-rath-der-zehnte-rath-roman-buch -
#BerlinBabylon Season 5 (final) begins filming late 2024 based on
#VolkerKutscher fifth novel, “The March Fallen” is set in 1932.https://babylon-berlin.com/en/overview-babylon/
Volker Kutscher Inspired by historical knowledge; tv series The Sopranos, the 2002 gangster film Road to Perdition (set in 1931), and Fritz Lang's 1931 Berlin-based film M, began working on the nine Gereon Rath - set in the Weimar Republic - book series in the early 2000s.
Reminds me of #Alexanderplatz 1980s series by #RainerFassbinder
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Buchvorstellung: „Der Nasse Fisch“ – Graphic Novell von Arne Jysch nach einem Roman von Volker Kutscher
#graphicnovel #volkerkutscher #arneJysch #weimarerrepublik
Von mir eine klare Leseempfehlung: Gute Unterhaltung, toll gezeichnet. Fiktive Geschichte aber mit spannenden Anknüpfungen an die Weimarer Republik und die Polizei damals.
Infosammlung:
https://republikpolizei.de/archive/16783 -
Mein Gott, Charly, was haben sie dir angetan!
Volker Kutscher hat mit seiner Krimireihe um Gereon Rath und Charlotte Ritter einen wesentlichen Teil meines literarischen Jahres 2023 bestritten: Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen bin ich mit Buch vier eingestiegen und habe mir danach die übrigen acht Titel vorgenommen. Jetzt bin ich gespannt, wie es mit Gereon in den USA weitergeht – und ob es Charly schafft, sich rechtzeitig aus dem Nazi-verseuchten Berlin abzusetzen.
Die Buchreihe wurde fürs Fernsehen unter dem Titel Babylon Berlin adaptiert. Ich habe mir die erste Staffel angesehen und muss mir nach dieser Erfahrung bloggenderweise Luft machen. Ich bin froh über meine Entscheidung, erst die Bücher zu lesen und mich dann der Serie zu widmen.
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=uekZpkYf7-E?version=3&rel=1&showsearch=0&showinfo=1&iv_load_policy=1&fs=1&hl=de-DE&autohide=2&wmode=transparent&w=640&h=360]Aber lasst mich mit den positiven Dingen anfangen: Die Inszenierung ist grossartig. Severija (Severija Janušauskaitė), die im «Moka Efti» ihr Stück «Zu Asche, zu Staub» aufführt, liefert einen Gänsehaut-Moment, wie ich ihn bei einer Serie schon lang nicht mehr erlebt habe. Auch die Szenenbilder entwickeln so einen Sog, dass wir als Zuschauerinnen gar nicht anders können, als Hals über Kopf ins Berlin der 1920er-Jahre einzutauchen. Das Buch mit seinem nüchterneren Ton kann nicht mithalten. Das Medium Film spielt seine evozierende Wucht gnadenlos aus.
Die beeindruckenden Kulissen.Die Schauspieler: Grossartig!
Und die Schauspieler sind toll: Volker Bruch als Gereon Rath, Liv Lisa Fries als Charlotte Ritter und vor allem Peter Kurth als Bruno Wolter kann man nur als perfekte Besetzung bezeichnen. Ganz anders als bei vielen Literaturverfilmungen hatte ich keinen Moment den Gedanken im Kopf, dass ich mir diese oder jene Figur aber ganz anders vorgestellt habe.
So weit, so positiv. Meine liebe Mühe habe ich indes mit den «künstlerischen Freiheiten», die sich Tom Tykwer und seine Mitstreiter bei ihrer Erzählung genommen haben. Die Anpassungen beim Plot hätte ich verkraften können, auch wenn ich die Kriminalerzählung im Buch stringenter fand.
Gereon kommt nur dank Beruhigungsmitteln über die Runden.Nicht einverstanden bin ich mit den abgeänderten Biografien der Hauptfiguren. Gereon Rath ist ein vom Grauen des Ersten Weltkriegs geprägter Zitterer. Im Buch ist er dem Schützengraben entgangen. Stattdessen hat sein Vater, der Kriminaldirektor Engelbert Rath in Köln, seine Versetzung aus der Heimatstadt nach Berlin eingefädelt, um ihn aus der Schusslinie der Medien zu nehmen. Gereon hatte bei einem missglückten Polizeieinsatz den Sohn des dortigen Pressemagnaten erschossen.
Warum bloss, warum?!
Noch viel schlimmer ist es unter der Hand Tom Tykwers Charlotte Ritter und Reinhold Gräf ergangen. Statt aus einem kleinbürgerlichen Milieu kommt Charly in der Serie aus prekären Verhältnissen. Sie muss sich mit Prostitution über Wasser halten und im «Moka Efti» auch Bruno Wolter zu Diensten sein. Das mag der Geschichte Dringlichkeit und Dramatik verleihen, aber es beschädigt die Figur der Charlotte Ritter nachhaltig.
Gräf tritt in der Serie als Transvestit auf. Auch diese Charakteränderung soll wohl dazu beitragen, dass Zuschauerinnen und Zuschauer Berlin als Sündenpfuhl wahrnehmen, in dem jeder ein Doppelleben führt. Ich fand aber die Darstellung von Gräf im Buch viel überzeugender: Er braucht lange für sein Coming-out und es wäre für diese Figur völlig unvorstellbar, sich in Frauenkleidern in die Öffentlichkeit zu wagen.
Männer mit Hüten.Und während ein Transvestit in einem Nachtclub Berlins in der Zeit der Geschichte vermutlich nichts Ungewöhnliches war, so war Homosexualität im «normalen Alltag» verboten. Sie konnte nur im Versteckten gelebt werden, was in der Vorlage wichtig für den Verlauf der Ereignisse ist. In den Büchern lässt sich Gräf auf eine Affäre mit einem schwulen SS-Mann ein, was umso eindrücklicher ist, weil Gräf noch immer mit seiner Homosexualität hadert.
Der Autor als Diplomat
Der Autor, Volker Kutscher, hat sich in der FAZ diplomatisch zu diesen Änderungen geäussert:
Ja, die Figuren sind anders angelegt als im Roman. Aber es gab ein Wiedererkennen. Liv Lisa Fries kommt Charlotte, Charly, wie ich sie mir vorstelle, schon vom Aussehen sehr, sehr nah. Sie hat einen anderen sozialen Hintergrund als im Roman, sie muss sich von weiter unten nach oben kämpfen, aber vom Charakter her ist es dieselbe Figur, eine Frau, die die neuen Freiheiten der Republik nutzen möchte, um sich zu emanzipieren. Im Roman sind es kleinbürgerliche Verhältnisse, aus denen sie herauswill. Hier ist es ein Milieu der Armut, das im Roman von den Hauptfiguren nicht bespielt wird. In der Serie rücken so von Anfang an die starken sozialen Gegensätze ins Zentrum.
Der grössere Bogen der Buchreihe führt von der Weimarer Republik zum Unrechtsstaat der Nationalsozialisten. Er zeigt, wie die Figuren Position beziehen, sich von normalen Bürgern, Kollegen und sogar Freunden zu SS-Schergen wandeln oder versuchen, sich den Veränderungen zu verweigern.
Ein wichtiger Aspekt geht verloren
Neiiiinnn!!!Es ist die grosse Stärke der Buchreihe, dass sie diesen schleichenden Wandel spürbar macht. Das funktioniert aber besser, wenn der Ausgangspunkt die Normalität ist.
Mit den Figuren des Buchs können wir uns problemlos identifizieren: Sie leben zwar fast hundert Jahre früher, aber ansonsten haben sie Ambitionen, Wünsche und Alltagssorgen, die uns vertraut vorkommen. Die «Babylon Berlin»-Figuren sind mir nicht vertraut. Bei denen ist mein vorherrschendes Gefühl die Erleichterung, nicht in ihrer Haut zu stecken.
Fazit: Ob die Änderungen fürs Medium Film sinnvoll oder gar notwendig waren, um für ausreichend Drama zu sorgen, vermag ich nicht zu beurteilen. Für sich gesehen ist «Babylon Berlin» eine hervorragende Serie. Die Lehre aus diesem Vergleich könnte sein, dass es «Bücher-Menschen» und «Film-Menschen» gibt – und ich zur ersten Sorte gehöre.
Beitragsbild: Charlotte Ritter, verkörpert von Liv Lisa Fries, hat in der Serie eine sehr viel belastetere Vergangenheit als in den Büchern.
#VolkerKutscher -
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Babylon Berlin – Die Serie | Staffel 4, Folge 1(Gesamtfolge 29) + #Zukunft #Raketen| #Crimetime 1172 #DGR #BabylonBerlin #Babylon #Berlin #ARD #Sky #Nazis #SA #Undercover #RocketScience #Brüning
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Kaum ist die vierte Staffel in der Mediathek habe ich mir alle dazugehörigen Folgen bereits angesehen. Obwohl es wieder 12 Stück sind konnte ich mich nicht zurückhalten. Mensch, ich mal wieder. Und nu? Möchte sich jemand, mit Inhaltswarnungen/Spoilern, austauschen?
Oder hat jemand von euch die #GereonRath-#Romane|n zusätzlich zu #BabylonBerlin gelesen? Ja? Davor oder danach? Von den Büchern von #VolkerKutscher habe ich bislang kein einziges gelesen. Soll ich? Quasi als Überbrückung?
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Vor 3 Jahren war #VolkerKutscher mit seinem Buch #Olympia beim krimifestival auf kampnagel
Und ich kam zu spät - war bereits ausverkauft
Nun komme ich doch noch dazu plus Theaterstück
Beides im Altonaer Theater -
Neunzig Jahre in die Vergangenheit
Sich auf ein Buch einzulassen, fühlt sich manchmal fast so an, als ob wir eine neue Beziehung eingehen würden: Wir nähern der Hauptfigur an, der wir uns bald verbunden fühlen – die uns manchmal aber auch in ihrer Fremdheit fasziniert oder die in uns allerlei seltsame Instinkte weckt.
Wir bekommen es aber nicht nur mit dem Helden oder der Heldin zu tun: Nein, wir geraten auch in ihr Umfeld. Wir lernen ihre Bekannten und Freundinnen kennen, geleiten sie an ihren Arbeitsplatz und landen in ihrer Wohnung, vielleicht auch in der Lieblingskneipe und an all die anderen Stätte ihres Wirkens. Wir tauchen in die Atmosphäre ein, die sie umgibt und fühlen uns wohl – oder eben auch nicht. Manchmal bleibt das ein kurzes Techtelmechtel, aber manchmal wird mehr daraus.
Nur ein One-Night-Stand oder etwas Dauerhaftes?
Als ich neulich «Die Akte Vaterland» besprochen habe, war die Frage offen, ob diese neue Beziehung von Dauer sein würde. Ich wollte schon – aber wie das so ist: Es kommt vor, dass der erste Reiz verfliegt und stattdessen die Mängel virulent werden. Das ist bei Buchserien, genau wie im richtigen Leben, unvermeidlich. Einem schnellen Rausch geben wir uns auch dann gerne hin, wenn wir nicht zusammenpassen. Aber das Ende folgt auf dem Fuss.
Das weiss auch Gereon Rath, der in seinem sechsten Abenteuer am Karneval in Köln derartig versackt, dass er am Morgen neben einer drallen Blondine erwacht, von der er nicht einmal mehr den Namen weiss – aber sich immerhin noch daran erinnert, dass sie Micky-Maus-Ohren getragen hat. Dass er verlobt ist, hat ihn nicht abgehalten, und noch nicht seine Freundschaft mit Paul Wittkamp bringt ihn auf die Idee, für ein geeignetes Plätzchen für den Seitensprung in dessen Weinhandlung einzubrechen. Wir sehen: Das mit den dauerhaften Beziehungen ist auch in dieser Buchreihe eine Herausforderung – selbst wenn sich Rath alle Mühe gibt, die sich anbahnende Ehe mit Charlotte Ritter nicht zu verkacken.
4, 1-3, 5-9
Also, wie man sieht, bin ich bei Volker Kutschers Krimireihe zum Kölner Kommissar, den es in die Berliner Mordkommission verschlagen hat, fast bis zum Ende gelangt – nicht ganz in chronologischer Reihenfolge, weil ich mit Band vier begonnen und dann zum Anfang zurückgekehrt bin:
- Der nasse Fisch (Amazon)
- Der stumme Tod (Amazon)
- Goldstein (Amazon)
- Die Akte Vaterland, hier besprochen (Amazon)
- Märzgefallene (Amazon)
- Lunapark (Amazon)
- Marlow (Amazon)
- Olympia (Amazon)
- Transatlantik (Amazon)
Also, kein literarischer One-Night-Stand, was mich angeht. Alle Bücher (beim letzten bin ich noch nicht durch) überzeugen als eigenständige Krimis. «Der nasse Fisch» ist ein hervorragender Auftakt, der uns mit der Hauptfigur, seiner Arbeit, den Polizeikollegen und vor allem diesem Berlin vertraut macht, das schon 1929 ein Moloch gewesen ist. Grossartig, wie Gereon Rath bei Johann Marlow an den Haken gerät. Der ist Chef der Berolina, also eines Ringvereins, unter dem man sich so eine Art preussische Mafia vorstellen muss.
Etwas Koks, dann versehentlich ein Toter
Heute würde man Cold Case sagen.Achtung Spoiler: Er kann sich nicht verkneifen, sich dem Nachtleben hinzugeben und dabei eine Linie Kokain die Nase hochzuziehen – und weil er hinterher versehentlich einen etwas unvorsichtigen Beschatter erschiesst und die Leiche verschwinden lässt, ist dieses Bündnis besiegelt. Das ist unvorteilhaft für einen Mann, der den moralischen Ansprüchen an einen Vertreter des Gesetzes und einem Helden in einem Kriminalroman entsprechen sollte. Aber es ist, wie wir bald erfahren, nicht untypisch für einen Berliner Polizisten – und auch für Raths Ermittlungsarbeit wird es sich noch als vorteilhaft erweisen. Etwas zu plakativ war mir der Showdown, als sich Bruno Wolter in Salzsäure auflöst. Aber das war definitiv kein Hinderungsgrund für die Vertiefung dieser Beziehung.
Welches sind die besten Folgen der Reihe? Die Frage stellt sich eigentlich nicht, weil ich empfehlen würde, sie alle zu lesen. Und weil man unterscheiden müsste zwischen denen, bei denen in Deutschland noch so etwas wie Realität herrscht und dann, schleichend ab Band fünf, die Nazis die Macht ergreifen und das Land und das Leben der Protagonisten fundamental verändern.
Für die Zeitspanne, in der die Demokratie zwar erodieren, aber noch nicht abgeschafft ist, würde ich als besten Folgen die Bände zwei und drei nominieren; wobei ich «Goldstein» den Vorzug gebe. Der Konflikt zwischen Stumm- und Tonfilm, der in «Der stumme Tod» wunderbar aufgearbeitet wird, dient zwar nicht nur als charmante Kulisse, sondern liefert auch Motiv fürs Verbrechen.
Trotzdem: der charismatische US-Gangster Abraham «Abe» Goldstein, der – Achtung, Spoiler! – vom Beschattungsobjekt zum Verbündeten wird, gibt eine tolle Nebenfigur ab. Dieser dritte Teil ist raffiniert konstruiert, indem mehrere Handlungsstränge solide ineinandergreifen – die beiden Einbrecher im Kadewe, Alex, und Benny. Die Ermordung einiger Ringverein-Mitglieder. Und der Selbstjustiz übende Schutzpolizist Jochen Kuschke, der seinerseits zum Mordopfer wird.
«Wer hat euch denn auf die Uniformen geschissen, dass sie so braun geworden sind?»
Wer Freund und wer Feind ist, lässt sich nicht immer so leicht unterscheiden.Und dieser dritte Teil wird politisch dringlicher. Zwar hatten die Nationalsozialisten auch schon in den vorherigen Büchern ihren Auftritt. Doch inzwischen marodieren die SA-Truppen offen durch die Stadt. Sie pöbeln orthodoxe Juden an, führen sich auf wie die Axt im Wald, aber erwecken auch bei Gereon Rath, der einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat, den Eindruck eines vorübergehenden Übels. Wäre es uns anders ergangen? Oder bilden wir uns das ein, weil wir wissen, wohin das führen wird – und weil wir uns an das berühmte Zitat von Erich Kästner erinnern?
Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat.
Eine Kritik, die ich bei mehreren der Bücher anbringen würde, die ich bei «Goldstein» aber am klarsten auf den Punkt bringen kann, sind die zu abrupten Schlusskapitel. Wir verabschieden zwar den US-Gangster, aber wir erfahren unmittelbar nicht, was aus Alex und Vicky wird.
Dieses Manko machen die nachfolgenden Bände wett, indem es mit Fritze eine neue, wichtige Nebenfigur gibt und wir anhand der einiger Begleiter von Gereon und Charly die Veränderung Deutschlands miterleben: Tornow, der Selbstjustiz übt, dadurch zum Verbrecher wird und genau deswegen so gut ins «neue» Deutschland passt. Oder aber vor allem Reinhold Gräf, der ein Freund hätte werden können, doch wegen seines Privatlebens, unglücklicher Umstände und nicht zuletzt auch wegen einer Veranlagung zum strammen Nazi wird.
Und das zeichnet diese Reihe aus: Es sind nicht, wie etwa in «Fatherland» von Robert Harris und in vielen anderen Geschichten rund ums Dritte Reich Männer, die scheinbar als Nazis geboren wurden und nichts anderes kennen als den Gewalt-Kult um den Führer und die Faschisten. Nein, es sind Figuren, denen wir dabei zusehen können, wie sie werden, was sie am Schluss sind – und die auch unsere Nachbarn, Bekannten oder sogar Freunde hätten sein können …
Beitragsbild: Und nein, ich habe «Babylon Berlin» noch immer nicht gesehen (Presse babylon-berlin.com).
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Buch schlägt Glotze
Neulich habe ich mich mit dem Gedanken getragen, mir Babylon Berlin anzusehen: Jene Fernsehserie, die seit bald sechs Jahren zu den interessantesten deutschsprachigen Produktionen gehört. Ich habe diese Idee dann weit von mir geschoben – weil ich gemerkt habe, dass sie auf einer Buchvorlage basiert: Der Krimireihe um den Kriminalkommissar Gereon Rath, die Ex-Journalist Volker Kutscher seit 2008 schreibt.
Ich habe einen unverrückbaren Grundsatz, was audiovisuelle Produktionen mit literarischer Grundlage angeht: Ich wende mich, falls immer möglich, erst der Vorlage zu. Denn so gut die Verfilmung auch ist, das Buch ist in den allermeisten Fällen besser: Facettenreicher, klarer und das Produkt eines einzigen Kopfes. Filme und Serien sind immer eine Gemeinschaftsleistung. Das ist nicht per se negativ und für Filme und Serien nicht verkehrt. Aber eines der tollen Merkmale von Literatur besteht darin, dass ein einziger Kopf sich das ganze Universum ausmalt – Personen, Handlung, Schauplätze, Tonalität und Dialoge.
Die eigenen Bilder im Kopf
Wäre das nicht ein Grund, erst den Film zu sehen und dann das Buch zu lesen, weil das eine Steigerung verspricht? Nein, weil die vorgefertigten Bilder auch die Lektüre überlagern und das eigene Kopfkino behindern. Denn habt ihr es schon einmal erlebt, dass eine Figur in einer Verfilmung so ausgesehen hat, wie ihr sie euch ausgemalt habt? Ich noch nie – die Schauspieler sind im Vergleich zu meiner Vorstellung immer zu schön, zu jung und zu geschminkt.
Wer hat Herbert Lamkau ersäuft?Also, darum erst das Buch – was auch im Nachhinein betrachtet die richtige Entscheidung war (siehe Mein Gott, Charly, was haben sie dir angetan!).
Aus unerfindlichen Gründen habe ich nicht den ersten Band der Gereon Rath-Reihe erwischt (Der nasse Fisch), sondern den vierten Band, Die Akte Vaterland – so gehts, wenn man dringend Nachschub für die Hörbuch-App braucht und zwischen Tür und Angel noch einen Titel auswählt.
Das war, soweit ich das bisher beurteilen kann, kein grosses Problem: Es gibt natürlich eine übergeordnete Handlung. Etwa die, dass Gereon Rath sich entschliesst, der zweiten Hauptfigur, Charly Ritter, einen Heiratsantrag zu machen. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass mir entscheidendes Vorwissen fehlen würde, dass den Lesegenuss schmälert.
Vier von vier Punkten
Und ein Genuss wars. Es ist alles da, was ich von einem Krimi erwarte:
Natürlich ein interessanter Fall, der nach und nach aufgedröselt wird und bei dem nichts ist, wie es scheint.
- Ein charismatischer Ermittler, der sich durch nichts von seiner Mission abbringen lässt, auch wenn ihn das persönlich einiges kostet, nicht nur den Beinahe-Tod in einem ostpreussischen Sumpf, sondern auch bezüglich des Privatlebens und die gerade anberaumte Verlobung. Zu den unvermeidlichen Schattenseiten zählen seine Untreue und seine problematische Beziehung zu Berlins Gangsterboss Johann Marlow, genannt Doktor Mabuse.
- Interessante Nebenfiguren, die nicht immer das sind, was sie anfänglich scheinen – und solche, auf die der Held und wir Leserinnen und Leser bauen können.
- Spannende und ungewöhnliche Details wie in diesem Fall das Nervengift Tubocurarin, das eine Art Markenzeichen des Täters zu sein scheint.
- Und ein grösserer Rahmen, in dem die Geschichte stattfindet; die gesellschaftliche und politische Atmosphäre, die mehr oder weniger wichtig für die Handlung sein kann, aber für eine immer leicht angespannte Atmosphäre sorgt.
Das alles steckt in dem Buch, wobei der stärkste Aspekt und der Grund, weswegen die Verfilmung unvermeidlich war, natürlich die Atmosphäre ist: Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg und vor der Machtübernahme Hitlers. Die steht in «Die Akte Vaterland» kurz bevor: Der letzte Akt der Ermittlungen fällt auf den 31. Juli 1932 und die Reichstagswahl, aus der die NSDAP als stärkste Kraft hervorging.
https://www.youtube.com/watch?v=Ft_zdEBxhjw
Dass die Nazis Morgenluft wittern, ist auch in der Geschichte spürbar: Burschen der SA lungern immer mal wieder an Häuserecken, liefern sich Scharmützel mit den Kommunisten und lassen auch Gereon Rath wissen, was sich alles ändern wird, wenn Hitler erst einmal an der Macht ist. Was Rath angeht, ist das aber trotz allem kein grosses Problem:
Auch er mochte diesen selbst ernannten Führer Hitler nicht und seine SA-Rabauken noch weniger. Na und? Dann wählte man den Mann eben nicht, so einfach war das in einer Demokratie.
Dass es nicht ganz so einfach sein würde, wird in dieser Geschichte auch klar: Kurz vor der Wahl reagiert der Reichskanzler Franz von Papen auf die Strassenschlachten zwischen Nazis und Kommunisten, indem er die demokratische Regierung Preussens absetzt und auch die aus Demokraten bestehende Führung der Berliner Polizei gehen muss. Das ist eine der eindrücklichsten Szenen im Buch: Wie der Polizeichef Albert Grzesinski und der Polizeivizepräsident Bernhard Weiss aus dem Gebäude geführt werden, während die Polizisten lautstark ihre Solidarität bekunden – ausser Gereon Rath, der in Masuren feststeckt, einer Region Ostpreussens, die damals eine Exklave des Deutschen Reichs war.
Wikipedia in Griffnähe
Das beschreibt Volker Kutscher alles so sattelfest, dass ausser Frage steht, dass wir es hier mit einem Geschichts-Nerd zu tun haben, der sich tief in die Materie versenkt hat, dass nicht nur die politischen Zusammenhänge stimmen, sondern auch die Details zu Alltagsgegenständen, Kleidern und Frisuren, Zeitungen und Gewohnheiten der Menschen.
Zumindest entsteht bei mir, der ich mit der deutschen Geschichte nicht sonderlich gut vertraut bin, dieser Eindruck – und sowieso ist es eine gute Idee, parallel zum Buch auch Wikipedia offenzuhalten. Im Eintrag zum Buch Links zu den Hintergründen: Etwa zum Kempinski Haus Vaterland, einem grossen Vergnügungspalast am Potsdamer Platz, in dem die Geschichte ihren Anfang nimmt und wo Charlotte Ritter als Undercover-Agentin riesige Haufen von Zwiebeln kleinschneiden muss. Und wo sie Bayume Mohamed Husen trifft: einen Schwarzen, der ihr, der vermeintlichen Küchenhilfe, den Aufstieg zur Kellnerin schmackhaft machen will. Wikipedia verrät, dass Husen eine historische Figur ist. Solche Gelegenheiten, sich im Online-Lexikon zu verlieren, bietet «Die Akte Vaterland» zuhauf – auch bei Gereon Raths direktem Chef, Ernst Gennat.
Kein N-Wort, sondern Neger
Wenn ich eine Schwachstelle ausmachen müsste, dann wären es die Figuren – nicht, dass die nicht interessant wären. Es ist eher so, dass die Charakterisierung oft noch plastischer ausfallen könnte. Zum Beispiel Charlotte Ritter: Die bleibt unter ihren Möglichkeiten. Und ich bin mir nicht sicher, ob das Vokabular immer authentisch ist oder ob ab und zu ein modernes Wort in die Dialoge schlüpft. Ich finde jedoch ausgezeichnet, dass sich Volker Kutscher nicht um die heiklen Aspekte herumdrückt: Bayume Mohamed Husen wird im Buch ohne Verklausulierung Neger genannt und mit dem Alltagsrassismus der damaligen Zeit konfrontiert. Ich halte das für authentischer, als wenn sich der Autor um das N-Wort herumgedrückt hätte.
Das gilt genauso für den Alltags-Sexismus, den Charly Ritter immer wieder, aber vor allem von ihrem Kollegen Harald Dettmann erfährt. Bei dieser Affäre zeigt sich Volker Kutscher als Feminist, indem er seine Figur tapfer für die Gleichberechtigungen der Frauen im Polizeibetrieb kämpfen lässt. Fazit: eine grosse Empfehlung!
👉 Es gibt zwei Fortsetzungen dieser Rezension, die sich mit den restlichen Büchern der Reihe befassen:
Beitragsbild: Treffen wir uns hier auf ein Bier? (Das Erlebnisrestaurant «Haus Vaterland» am Potsdamer Platz; Bundesarchiv, Bild 102-13681/Wikimedia, CC BY-SA 3.0 DE)
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„Transatlantik“, der neunte Band der Gereon-Rath-Krimis, stellt einiges auf den Kopf. Dabei spielt der Kommissar selbst diesmal nur eine Nebenrolle.
Neuer Krimi von Volker Kutscher: Das Buch der starken Witwen -
In der neuen Staffel der teuersten deutschen Fernsehserie ermitteln Kommissar Rath und Charlotte Ritter im Berlin des Jahres 1931. Was bisher geschah.
"Babylon Berlin": Vierte Staffel läuft an | DW | 07.10.2022
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"Babylon Berlin" ist die teuerste deutsche Fernsehserie. In der neuen Staffel ermittelt Kommissar Rath im Berlin des Jahres 1931. Was bisher geschah.
"Babylon Berlin": Vierte Staffel feiert Weltpremiere in Berlin | DW | 20.09.2022
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