#elblandrevolte — Public Fediverse posts
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Im Rahmen der Staffel 3 der #tatortdresden Reihe informiert "Antifa Elbflorenz" über Leon Heckmann, Mitglied der #Elblandrevolte und Security u.a. im LIDL im Bahnhof Neustadt.
https://antifaelbflorenz.noblogs.org/post/2026/04/05/tatort-dresden-staffel-3-leon-heckmann-elbdlandrevolte-arbeitet-als-security-bei-lidl/ -
Ein Neonazi unter vorgeblichen Antifaschist*innen?
Jeremy ist ein junger Neonazi aus Dresden. Erstmals fiel Jeremy auf, als er am 1. Juni 2024 mit zirka 100 anderen überwiegend jungen Neonazis gegen den Christopher Street Day (CSD) in Dresden demonstrierte. In den eineinhalb Jahren seit seiner ersten Sichtung war er immer wieder auf Nazidemos und sogenannten Montagsprotesten anzutreffen, meist im Umfeld der JN-Dresden/Elblandrevolte. Noch im Juli 2025 war Jeremy Teil des Naziaufmarsches der Freien Sachsen in Altleuben. Nun scheint er sich autoritären Linken angeschlossen zu haben.
Jeremy am 01.06.2024 bei einer Nazidemo gegen den CSD in Dresden. Quelle VersaRed.FotoAuf Instagram folgt er verschiedenen neonazistischen Accounts. Unter anderem dem Möchtegernrapper Kavalier, der „Jugend packt an“-Kampagne der Jungen Nationalisten (JN), der Kameradschaft Werra Elbflorenz, dem Filmkunstkollektiv der Identitären Bewegung und dem offiziellen Thor Steinar Shop. So weit, so unspektakulär.
Zwickau, 2. November 2025: Zirka 350 Menschen gedenken der Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Mit dabei: Eine Gruppe autoritärer Linker aus Chemnitz, Dresden und Zwickau. Und in deren Mitte ein bekanntes Gesicht: Jeremy. Mit rotem, Hammer und Sichel besetztem Schlauchschal.
Das wirft Fragen auf. Eine Distanzierung Jeremys von seinem neonazistischen Weltbild ist bis heute nicht zu erkennen. Den oben erwähnten neonazistischen Accounts folgt er auch noch einen Monat nach der Demonstration in Zwickau. Wissen seine neuen Freund*innen von seinem Weltbild? Oder ist es egal, weil man sich in vielen Dingen dann ja doch einig ist?
So lange eine glaubwürdige und unumkehrbare Distanzierung fehlt, bleibt Jeremy Neonazi – unabhängig davon was er für ein Halstuch gerade trägt. Neonazis wie Jeremy haben nichts auf linken Demonstrationen oder auch nur in der Nähe linker Strukturen zu suchen. Wer solche Leute hofiert, gefährdet antifaschistische und linke Strukturen – und schafft sich selbst ein (nächstes) Glaubwürdigkeitsproblem.
#Elblandrevolte #FreieSachsen #JN -
Ein Neonazi unter vorgeblichen Antifaschist*innen?
Jeremy ist ein junger Neonazi aus Dresden. Erstmals fiel Jeremy auf, als er am 1. Juni 2024 mit zirka 100 anderen überwiegend jungen Neonazis gegen den Christopher Street Day (CSD) in Dresden demonstrierte. In den eineinhalb Jahren seit seiner ersten Sichtung war er immer wieder auf Nazidemos und sogenannten Montagsprotesten anzutreffen, meist im Umfeld der JN-Dresden/Elblandrevolte. Noch im Juli 2025 war Jeremy Teil des Naziaufmarsches der Freien Sachsen in Altleuben. Nun scheint er sich autoritären Linken angeschlossen zu haben.
Jeremy am 01.06.2024 bei einer Nazidemo gegen den CSD in Dresden. Quelle VersaRed.FotoAuf Instagram folgt er verschiedenen neonazistischen Accounts. Unter anderem dem Möchtegernrapper Kavalier, der „Jugend packt an“-Kampagne der Jungen Nationalisten (JN), der Kameradschaft Werra Elbflorenz, dem Filmkunstkollektiv der Identitären Bewegung und dem offiziellen Thor Steinar Shop. So weit, so unspektakulär.
Zwickau, 2. November 2025: Zirka 350 Menschen gedenken der Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Mit dabei: Eine Gruppe autoritärer Linker aus Chemnitz, Dresden und Zwickau. Und in deren Mitte ein bekanntes Gesicht: Jeremy. Mit rotem, Hammer und Sichel besetztem Schlauchschal.
Das wirft Fragen auf. Eine Distanzierung Jeremys von seinem neonazistischen Weltbild ist bis heute nicht zu erkennen. Den oben erwähnten neonazistischen Accounts folgt er auch noch einen Monat nach der Demonstration in Zwickau. Wissen seine neuen Freund*innen von seinem Weltbild? Oder ist es egal, weil man sich in vielen Dingen dann ja doch einig ist?
So lange eine glaubwürdige und unumkehrbare Distanzierung fehlt, bleibt Jeremy Neonazi – unabhängig davon was er für ein Halstuch gerade trägt. Neonazis wie Jeremy haben nichts auf linken Demonstrationen oder auch nur in der Nähe linker Strukturen zu suchen. Wer solche Leute hofiert, gefährdet antifaschistische und linke Strukturen – und schafft sich selbst ein (nächstes) Glaubwürdigkeitsproblem.
#Elblandrevolte #FreieSachsen #JN -
Ein Neonazi unter vorgeblichen Antifaschist*innen?
Jeremy ist ein junger Neonazi aus Dresden. Erstmals fiel Jeremy auf, als er am 1. Juni 2024 mit zirka 100 anderen überwiegend jungen Neonazis gegen den Christopher Street Day (CSD) in Dresden demonstrierte. In den eineinhalb Jahren seit seiner ersten Sichtung war er immer wieder auf Nazidemos und sogenannten Montagsprotesten anzutreffen, meist im Umfeld der JN-Dresden/Elblandrevolte. Noch im Juli 2025 war Jeremy Teil des Naziaufmarsches der Freien Sachsen in Altleuben. Nun scheint er sich autoritären Linken angeschlossen zu haben.
Jeremy am 01.06.2024 bei einer Nazidemo gegen den CSD in Dresden. Quelle VersaRed.FotoAuf Instagram folgt er verschiedenen neonazistischen Accounts. Unter anderem dem Möchtegernrapper Kavalier, der „Jugend packt an“-Kampagne der Jungen Nationalisten (JN), der Kameradschaft Werra Elbflorenz, dem Filmkunstkollektiv der Identitären Bewegung und dem offiziellen Thor Steinar Shop. So weit, so unspektakulär.
Zwickau, 2. November 2025: Zirka 350 Menschen gedenken der Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Mit dabei: Eine Gruppe autoritärer Linker aus Chemnitz, Dresden und Zwickau. Und in deren Mitte ein bekanntes Gesicht: Jeremy. Mit rotem, Hammer und Sichel besetztem Schlauchschal.
Das wirft Fragen auf. Eine Distanzierung Jeremys von seinem neonazistischen Weltbild ist bis heute nicht zu erkennen. Den oben erwähnten neonazistischen Accounts folgt er auch noch einen Monat nach der Demonstration in Zwickau. Wissen seine neuen Freund*innen von seinem Weltbild? Oder ist es egal, weil man sich in vielen Dingen dann ja doch einig ist?
So lange eine glaubwürdige und unumkehrbare Distanzierung fehlt, bleibt Jeremy Neonazi – unabhängig davon was er für ein Halstuch gerade trägt. Neonazis wie Jeremy haben nichts auf linken Demonstrationen oder auch nur in der Nähe linker Strukturen zu suchen. Wer solche Leute hofiert, gefährdet antifaschistische und linke Strukturen – und schafft sich selbst ein (nächstes) Glaubwürdigkeitsproblem.
#Elblandrevolte #FreieSachsen #JN -
Ein Neonazi unter vorgeblichen Antifaschist*innen?
Jeremy ist ein junger Neonazi aus Dresden. Erstmals fiel Jeremy auf, als er am 1. Juni 2024 mit zirka 100 anderen überwiegend jungen Neonazis gegen den Christopher Street Day (CSD) in Dresden demonstrierte. In den eineinhalb Jahren seit seiner ersten Sichtung war er immer wieder auf Nazidemos und sogenannten Montagsprotesten anzutreffen, meist im Umfeld der JN-Dresden/Elblandrevolte. Noch im Juli 2025 war Jeremy Teil des Naziaufmarsches der Freien Sachsen in Altleuben. Nun scheint er sich autoritären Linken angeschlossen zu haben.
Jeremy am 01.06.2024 bei einer Nazidemo gegen den CSD in Dresden. Quelle VersaRed.FotoAuf Instagram folgt er verschiedenen neonazistischen Accounts. Unter anderem dem Möchtegernrapper Kavalier, der „Jugend packt an“-Kampagne der Jungen Nationalisten (JN), der Kameradschaft Werra Elbflorenz, dem Filmkunstkollektiv der Identitären Bewegung und dem offiziellen Thor Steinar Shop. So weit, so unspektakulär.
Zwickau, 2. November 2025: Zirka 350 Menschen gedenken der Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Mit dabei: Eine Gruppe autoritärer Linker aus Chemnitz, Dresden und Zwickau. Und in deren Mitte ein bekanntes Gesicht: Jeremy. Mit rotem, Hammer und Sichel besetztem Schlauchschal.
Das wirft Fragen auf. Eine Distanzierung Jeremys von seinem neonazistischen Weltbild ist bis heute nicht zu erkennen. Den oben erwähnten neonazistischen Accounts folgt er auch noch einen Monat nach der Demonstration in Zwickau. Wissen seine neuen Freund*innen von seinem Weltbild? Oder ist es egal, weil man sich in vielen Dingen dann ja doch einig ist?
So lange eine glaubwürdige und unumkehrbare Distanzierung fehlt, bleibt Jeremy Neonazi – unabhängig davon was er für ein Halstuch gerade trägt. Neonazis wie Jeremy haben nichts auf linken Demonstrationen oder auch nur in der Nähe linker Strukturen zu suchen. Wer solche Leute hofiert, gefährdet antifaschistische und linke Strukturen – und schafft sich selbst ein (nächstes) Glaubwürdigkeitsproblem.
#Elblandrevolte #FreieSachsen #JN -
Ein Neonazi unter vorgeblichen Antifaschist*innen?
Jeremy ist ein junger Neonazi aus Dresden. Erstmals fiel Jeremy auf, als er am 1. Juni 2024 mit zirka 100 anderen überwiegend jungen Neonazis gegen den Christopher Street Day (CSD) in Dresden demonstrierte. In den eineinhalb Jahren seit seiner ersten Sichtung war er immer wieder auf Nazidemos und sogenannten Montagsprotesten anzutreffen, meist im Umfeld der JN-Dresden/Elblandrevolte. Noch im Juli 2025 war Jeremy Teil des Naziaufmarsches der Freien Sachsen in Altleuben. Nun scheint er sich autoritären Linken angeschlossen zu haben.
Jeremy am 01.06.2024 bei einer Nazidemo gegen den CSD in Dresden. Quelle VersaRed.FotoAuf Instagram folgt er verschiedenen neonazistischen Accounts. Unter anderem dem Möchtegernrapper Kavalier, der „Jugend packt an“-Kampagne der Jungen Nationalisten (JN), der Kameradschaft Werra Elbflorenz, dem Filmkunstkollektiv der Identitären Bewegung und dem offiziellen Thor Steinar Shop. So weit, so unspektakulär.
Zwickau, 2. November 2025: Zirka 350 Menschen gedenken der Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Mit dabei: Eine Gruppe autoritärer Linker aus Chemnitz, Dresden und Zwickau. Und in deren Mitte ein bekanntes Gesicht: Jeremy. Mit rotem, Hammer und Sichel besetztem Schlauchschal.
Das wirft Fragen auf. Eine Distanzierung Jeremys von seinem neonazistischen Weltbild ist bis heute nicht zu erkennen. Den oben erwähnten neonazistischen Accounts folgt er auch noch einen Monat nach der Demonstration in Zwickau. Wissen seine neuen Freund*innen von seinem Weltbild? Oder ist es egal, weil man sich in vielen Dingen dann ja doch einig ist?
So lange eine glaubwürdige und unumkehrbare Distanzierung fehlt, bleibt Jeremy Neonazi – unabhängig davon was er für ein Halstuch gerade trägt. Neonazis wie Jeremy haben nichts auf linken Demonstrationen oder auch nur in der Nähe linker Strukturen zu suchen. Wer solche Leute hofiert, gefährdet antifaschistische und linke Strukturen – und schafft sich selbst ein (nächstes) Glaubwürdigkeitsproblem.
#Elblandrevolte #FreieSachsen #JN -
Die deutsche #Justiz sieht rechts weg, aktiv. Rechte Gewalttaten, abgetan als Jugendsünde - ohne den Kontext zu bewerten, wie rechtsradikale Aufmärsche, Drohungen, Körperverletzung.
#Neonazis wie #FreieSachsen bekommen Bewährung - damit sie nächstes Mal besser aufpassen...
#Elblandrevolte #Pügner
https://www.youtube.com/watch?v=BnvThDLh4oc -
Die deutsche #Justiz sieht rechts weg, aktiv. Rechte Gewalttaten, abgetan als Jugendsünde - ohne den Kontext zu bewerten, wie rechtsradikale Aufmärsche, Drohungen, Körperverletzung. #Neonazis wie #FreieSachsen bekommen Bewährung - damit sie nächstes Mal besser aufpassen... #Elblandrevolte #Pügner
RE: https://bsky.app/profile/did:plc:74nji56sxmju4bubes5cy4av/post/3m6vz36ig3c2i -
Achtung: Störung des #CSDDresden durch Neonazis angekündigt ⚠️
Die #Elblandrevolte ruft zu einer Demonstration gegen den #CSD in #Dresden auf. Für Samstag den 31. Mai 2025, ab 10:00 Uhr, soll am Bahnhof Dresden Mitte (Jahnstraße/Weißeritzstraße) demonstriert werden.
Passt an dem Tag bei der An- und Abreise zum CSD auf euch auf und bleibt wenn möglich in Gruppen und zieht euch erst um/schminkt euch/whatever, wenn ihr angekommen seid!
Update: Es wird einen Protest gegen die Elblandrevolte geben. Lauti, Anmeldung etc. sind noch in der Klärung.
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P.S.: Ich unterstütze den #CSD in #Dresden nicht und boykottieren ihn seit Jahren, da es sich in meinen Augen nicht um eine weltoffene und emanzipatorische queere Veranstaltung handelt (siehe dazu auch: https://www.piraten-dresden.de/christopher-street-day-so-relevant-wie-lange-nicht-mehr/), die zu allem Überfluss dieses Jahr auch noch die Springerpresse als Hauptsponsor hat. Dennoch gehen Menschen zu diesem CSD, die gewarnt werden müssen! Deshalb teilt die Info zum Elblandrevolte-Plan bitte. -
Der kurze Sommer der #Elblandrevolte? Medialer Hype und Wirklichkeit #JN #Nazis
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Der kurze Sommer der Elblandrevolte? Medialer Hype und Wirklichkeit
Zuerst veröffentlicht im Antifa Infoblatt (AIB 146)
Seit Mai 2024 machte die Nazigruppe „Elblandrevolte“ Schlagzeilen. Mutmaßliche Mitglieder dieser Gruppe hatten den SPD-Politiker Matthias Ecke in Dresden angegriffen und verletzt. Darüber hinaus zeigte sich die Gruppe verantwortlich für unterschiedliche neonazistische Mobilisierungen in Dresden und Umland, denen sehr junge Rechte folgten. Bundesweit berichteten Medien über die Umtriebe des Dresdner Ablegers der „Jungen Nationalisten“ (JN), der Jugendorganisation der NPD/Die Heimat. Die Berichte konnten dabei nicht immer überzeugen und trugen ihren Teil zur Selbstinszenierung und Popularität der Gruppe bei. Nach einem Jahr ist es Zeit für einen Rück- und Ausblick.
3. Februar 2024 – Gründung im „Haus Montag“ in Pirna
Am 21. Januar 2024 war auf einer Dresdner Demonstration der „Freien Sachsen“ seit langer Zeit wieder ein Banner der JN zu sehen. Ein paar Tage später, am 3. Februar 2024, fand die Gründung der „Elblandrevolte“ im „Haus Montag“ in Pirna statt. Die JN hatte zu einer Vernetzungs- und Schulungsveranstaltung eingeladen, an der auch die führenden Köpfe der späteren Gruppe teilnahmen. Das „Haus Montag“ ist eine der zentralen neonazistischen Locations in der Region und lokale Basis von NPD, Freien Sachsen und Compact-Magazin. Auf der Schulung im Februar wurde die JN und deren „weltanschauliche“ Bezugspunkte vorgestellt. Auf einer Vortragsfolie war zu lesen: „Konkurrenz kam und verschwand wieder“ – ein Seitenhieb gegen die wenig wirksamen Organisierungsversuche des „Dritten Weg“ im Jahr zuvor. An der Schulung nahmen u.a. der zukünftige Stützpunktleiter Finley Pügner und Kurt Altrichter teil.
Kurt Altrichter (rechts) und Finley Pügner (links) posieren mit dem Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke (mitte) bei der Eröffnung der „Heimat“-Europazentrale in Berlin am 27. April 2024. (Screenshot Instagram)1. August 2024 – Mobilisierung gegen den CSD in Bautzen
Am Hauptbahnhof in Dresden sammelten sich 200 Nazis aus Dresden und dem Umland. Pügner gab mit Megafon den Ton an. Ziel der Gruppe war der CSD im 60 Kilometer entfernten Bautzen. Die Stadt gilt als rechte Hochburg und besonders mobilisierungsstark. Dem Aufruf der Elblandrevolte folgten auffällig viele Jugendliche – vor allem angetrieben durch eine weitreichende Social-Media-Mobilisierung. Die Anreise lief jedoch nicht wie geplant. Antifaschistische und queere Aktivist*innen besetzten das Zuggleis: keine Abfahrt für Neonazis. Deren Reaktion war hilflos. Bisher waren sie weder auf polizeiliche noch größere antifaschistische Gegenwehr gestoßen. Letztlich sind Finley Pügner und sein Anhang gezwungen zum nächstgelegenen Bahnhof zu laufen und erreichen Bautzen mit über einer Stunde Verspätung. In Bautzen selbst schließen sich rund 700 Neonazis den Protesten gegen den CSD an und treten aggressiv auf. Doch Dank antifaschistischem und queerem Selbstschutz verläuft der Tag ohne größere Zwischenfälle.
16. Juni 2024 – JN-Sommersonnenwende in Eschede
In einem großen Kreis standen mehrere dutzend Personen mit Fackeln um ein Feuer. Die Männer trugen weiße Hemden und Zunfthosen, die Frauen lange Röcke und weiße Blusen. Ein Teil der Gruppe war mit Sturmhauben in Deutschlandfarben vermummt. Bei der Veranstaltung handelte es sich um die offizielle Sonnenwendfeier der JN im niedersächsischen Eschede. Die rund 40 Teilnehmer*innen waren ausschließlich Kader der Jugendorganisation der NPD/Die Heimat, darunter beispielsweise Michael Brück. Auch dabei: Finley Pügner, Alexander Weigelt, Kurt Altrichter und Emely Knobloch – das Führungsquartett der Elblandrevolte.
Alexander Weigelt, Emely Knobloch, Finley Pügner und Kurt Altrichter (vlnr., markiert) bei der Sommerwendfeier der JN in Eschede. (Screenshot Spiegel TV)Die Vier sind seit 2024 regelmäßig bei bundesweiten JN-Veranstaltungen anzutreffen. Diese gibt es seit 2023 wieder häufiger: Angeleitet und vorangetrieben von einigen erfahreneren Neonazis versucht sich die JN bundesweit neu aufzustellen. So auch in Dresden, der angeblichen „Hauptstadt der Bewegung“, wo die JN-Strukturen nach der Zerschlagung der „Freien Kameradschaft Dresden“ 2016 weitgehend am Boden lagen. Beim Aufbau der jungen Struktur mischen altbekannte Neonazis mit: Thomas Sattelberg und Max Schreiber aus Pirna oder Benjamin Moses aus Bautzen. Die Erwartungen an „die Neuen“ sind dabei recht hoch. So führte die Elblandrevolte etwa den letztjährigen Aufmarsch anlässlich des 13. Februars in Dresden an.
14. September 2024 – Wanderung in der Sächsische Schweiz
Fünf Personen posierten mit White-Power Zeichen vor einer Deutschlandflagge in der Sächsischen Schweiz. Im dazugehörigen Instagrampost hieß es großspurig: „Die Elblandrevolte hat die Sächsische Schweiz besetzt“. Angekündigt war eine „anspruchsvolle Spätsommerwanderung“ für 30 Teilnehmer. Tatsächlich aufraffen konnten sich gerade einmal sechs Personen. Die Gruppe scheiterte an ihrer eigenen Klientel: Veranstaltungen mit politischen Inhalten oder solchen Wanderungen in heimatlicher Naturverbundenheit sind wenig spannend. Entsprechend schwer fällt neue Personen einzugliedern, politisch zu schulen und langfristig zu binden.
Teilnehmer der „anspruchsvollen Spätsommerwanderung“ für 30 Teilnehmer am 14. September 2024. (Screenshot Instagram)24. Oktober 2024 – TikTok live
Pügner ging auf TikTok live. Seit einem Spiegel TV-Beitrag im Sommer 2024 versucht Pügner die mediale Aufmerksamkeit zu nutzen. Im Livestream thematisierte Pügner die Hausdurchsuchungen gegen Mitglieder der Gruppe „Deutsche Jugend voran“ in Berlin. Er fände die Razzien gut, da „die ganzen Leute dann vielleicht mal begreifen, das diese ganzen komischen Gruppen Müll sind“. Pügner mimt den Politkader mit Durchblick.
31. Dezember 2024 – „Da fliegen die Türen auf“
Das Gesicht der Elblandrevolte sitzt in U-Haft. Gut zwei Monate nach seinen unbedarften Aussagen über die „komischen Gruppen“ in Berlin „fliegen“ bei Pügner selbst „die Türen auf“. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung und Bedrohung. Eine Gruppe um den JN-Kader soll in Görlitz eine Kommunalpolitikerin der Partei „Die Linke“ angegriffen haben. Pügner wurde dabei die Sturmhaube vom Kopf gezogen. Bereits ein paar Wochen zuvor drohte er eben jener Politikerin ihr eine „reinzuschießen“ – alles auf Video am Rande einer Demo festgehalten. Mit der Festnahme wurde es schlagartig ruhig um die Elblandrevolte. Die „Kameradschaft“, die sie sich auf die Fahnen schrieb, erwies sich als brüchig. Ein paar wenige Instagram-Postings mit halbherzigen Solidaritätsaufrufen täuschen darüber nicht hinweg.
24. Februar 2025 – Comeback-Versuche
„Nach einer längeren Schaffenspause“ melde sich die Elblandrevolte wieder zurück, hieß es Anfang Februar auf dem Instagram-Account der Gruppe. Rund 50 Jugendliche fanden sich vor der Altmarktgalerie ein, um den „Dresdner Montagsprotest“ zu unterstützen. Teile der Gruppe waren extra aus Chemnitz vom dortigen JN-Ableger angereist. Das Momentum vom Sommer ist allerdings weg. Die Rolle vom inhaftierten Pügner versuchen neue Personen einzunehmen. Max Wasner spielte den Anheizer und lief mit einem Megafon vor den Jugendlichen her. Ob das Substanz hat, bleibt abzuwarten1. Zum 13. Februar, dem letzten verbliebenen Event der klassischen Neonaziszene, brachte die Gruppe nichts zustande: Es blieb beim Kleben einiger JN-Plakate. Von den noch im Vorjahr angekündigten Aktionen war nichts zu sehen. Auch der gemeinsam ausgerufene Zubringertreffpunkt zum großen Trauermarsch am 15. Februar 2025 entpuppte sich als Misserfolg. Nur wenige Personen kamen zum Treffpunkt, Alexander Weigelt und Co. liessen sich schnell von der Polizei ans S-Bahn-Gleis schicken: Anstatt eines Vorabmarsches dann doch nur zwei Haltestellen mit dem ÖPNV zum Demoauftakt. Im Vergleich zum Vorjahr stellte die Elblandrevolte hier nicht einmal einen eigenen Block, sondern schloss sich, dem bundesweiten JN-Block an.
Ausblick
Die Elblandrevolte wird ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Wegbrechende Kader, kann sie nicht ersetzen. Trotz einiger Mobilisierungserfolge gehörten selten mehr als ein Dutzend Leute zur Gruppe – die Fluktuation war und ist hoch. Die „Weltanschauung“ der JN der mobilisierten, jungen Klientel zu vermitteln, gelingt kaum. Zudem werden die organisatorischen Defizite sofort deutlich, wenn es für sie nicht nach Plan läuft. Das eröffnet Möglichkeiten für antifaschistische Praxis, wie die behinderte Anreise der Neonazis nach Bautzen zeigt.
Dass die Gruppe in der Außenwahrnehmung (auch unter Antifaschist*innen) größer und professioneller wirkt, liegt nicht zuletzt an einer effekthascherischen Berichterstattung, die der Elblandrevolte nicht nur zu größerer Reichweite verhalf, sondern gleichzeitig Hochglanzbilder für die eigene mediale Inszenierung auf Instagram und TikTok lieferte. Auch deshalb sollten sich Antifaschist*innen die Frage stellen, inwieweit eine solche Thematisierung der Gruppe die richtige Intervention ist oder nicht viel mehr der Fokus auf die Zerschlagung ihres mobilisierbaren Umfelds gelegt werden sollte.
- Eine Woche später gab Max Wasner auf Instagram bekannt nicht mehr Teil der JN zu sein ↩︎
#AlexanderWeigelt #BenjaminMoses #Elblandrevolte #EmelyKnobloch #FinleyPügner #HausMontag #JN #KurtAltrichter #MaxSchreiber
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Der kurze Sommer der Elblandrevolte? Medialer Hype und Wirklichkeit
Zuerst veröffentlicht im Antifa Infoblatt (AIB 146)
Seit Mai 2024 machte die Nazigruppe „Elblandrevolte“ Schlagzeilen. Mutmaßliche Mitglieder dieser Gruppe hatten den SPD-Politiker Matthias Ecke in Dresden angegriffen und verletzt. Darüber hinaus zeigte sich die Gruppe verantwortlich für unterschiedliche neonazistische Mobilisierungen in Dresden und Umland, denen sehr junge Rechte folgten. Bundesweit berichteten Medien über die Umtriebe des Dresdner Ablegers der „Jungen Nationalisten“ (JN), der Jugendorganisation der NPD/Die Heimat. Die Berichte konnten dabei nicht immer überzeugen und trugen ihren Teil zur Selbstinszenierung und Popularität der Gruppe bei. Nach einem Jahr ist es Zeit für einen Rück- und Ausblick.
3. Februar 2024 – Gründung im „Haus Montag“ in Pirna
Am 21. Januar 2024 war auf einer Dresdner Demonstration der „Freien Sachsen“ seit langer Zeit wieder ein Banner der JN zu sehen. Ein paar Tage später, am 3. Februar 2024, fand die Gründung der „Elblandrevolte“ im „Haus Montag“ in Pirna statt. Die JN hatte zu einer Vernetzungs- und Schulungsveranstaltung eingeladen, an der auch die führenden Köpfe der späteren Gruppe teilnahmen. Das „Haus Montag“ ist eine der zentralen neonazistischen Locations in der Region und lokale Basis von NPD, Freien Sachsen und Compact-Magazin. Auf der Schulung im Februar wurde die JN und deren „weltanschauliche“ Bezugspunkte vorgestellt. Auf einer Vortragsfolie war zu lesen: „Konkurrenz kam und verschwand wieder“ – ein Seitenhieb gegen die wenig wirksamen Organisierungsversuche des „Dritten Weg“ im Jahr zuvor. An der Schulung nahmen u.a. der zukünftige Stützpunktleiter Finley Pügner und Kurt Altrichter teil.
Kurt Altrichter (rechts) und Finley Pügner (links) posieren mit dem Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke (mitte) bei der Eröffnung der „Heimat“-Europazentrale in Berlin am 27. April 2024. (Screenshot Instagram)1. August 2024 – Mobilisierung gegen den CSD in Bautzen
Am Hauptbahnhof in Dresden sammelten sich 200 Nazis aus Dresden und dem Umland. Pügner gab mit Megafon den Ton an. Ziel der Gruppe war der CSD im 60 Kilometer entfernten Bautzen. Die Stadt gilt als rechte Hochburg und besonders mobilisierungsstark. Dem Aufruf der Elblandrevolte folgten auffällig viele Jugendliche – vor allem angetrieben durch eine weitreichende Social-Media-Mobilisierung. Die Anreise lief jedoch nicht wie geplant. Antifaschistische und queere Aktivist*innen besetzten das Zuggleis: keine Abfahrt für Neonazis. Deren Reaktion war hilflos. Bisher waren sie weder auf polizeiliche noch größere antifaschistische Gegenwehr gestoßen. Letztlich sind Finley Pügner und sein Anhang gezwungen zum nächstgelegenen Bahnhof zu laufen und erreichen Bautzen mit über einer Stunde Verspätung. In Bautzen selbst schließen sich rund 700 Neonazis den Protesten gegen den CSD an und treten aggressiv auf. Doch Dank antifaschistischem und queerem Selbstschutz verläuft der Tag ohne größere Zwischenfälle.
16. Juni 2024 – JN-Sommersonnenwende in Eschede
In einem großen Kreis standen mehrere dutzend Personen mit Fackeln um ein Feuer. Die Männer trugen weiße Hemden und Zunfthosen, die Frauen lange Röcke und weiße Blusen. Ein Teil der Gruppe war mit Sturmhauben in Deutschlandfarben vermummt. Bei der Veranstaltung handelte es sich um die offizielle Sonnenwendfeier der JN im niedersächsischen Eschede. Die rund 40 Teilnehmer*innen waren ausschließlich Kader der Jugendorganisation der NPD/Die Heimat, darunter beispielsweise Michael Brück. Auch dabei: Finley Pügner, Alexander Weigelt, Kurt Altrichter und Emely Knobloch – das Führungsquartett der Elblandrevolte.
Alexander Weigelt, Emely Knobloch, Finley Pügner und Kurt Altrichter (vlnr., markiert) bei der Sommerwendfeier der JN in Eschede. (Screenshot Spiegel TV)Die Vier sind seit 2024 regelmäßig bei bundesweiten JN-Veranstaltungen anzutreffen. Diese gibt es seit 2023 wieder häufiger: Angeleitet und vorangetrieben von einigen erfahreneren Neonazis versucht sich die JN bundesweit neu aufzustellen. So auch in Dresden, der angeblichen „Hauptstadt der Bewegung“, wo die JN-Strukturen nach der Zerschlagung der „Freien Kameradschaft Dresden“ 2016 weitgehend am Boden lagen. Beim Aufbau der jungen Struktur mischen altbekannte Neonazis mit: Thomas Sattelberg und Max Schreiber aus Pirna oder Benjamin Moses aus Bautzen. Die Erwartungen an „die Neuen“ sind dabei recht hoch. So führte die Elblandrevolte etwa den letztjährigen Aufmarsch anlässlich des 13. Februars in Dresden an.
14. September 2024 – Wanderung in der Sächsische Schweiz
Fünf Personen posierten mit White-Power Zeichen vor einer Deutschlandflagge in der Sächsischen Schweiz. Im dazugehörigen Instagrampost hieß es großspurig: „Die Elblandrevolte hat die Sächsische Schweiz besetzt“. Angekündigt war eine „anspruchsvolle Spätsommerwanderung“ für 30 Teilnehmer. Tatsächlich aufraffen konnten sich gerade einmal sechs Personen. Die Gruppe scheiterte an ihrer eigenen Klientel: Veranstaltungen mit politischen Inhalten oder solchen Wanderungen in heimatlicher Naturverbundenheit sind wenig spannend. Entsprechend schwer fällt neue Personen einzugliedern, politisch zu schulen und langfristig zu binden.
Teilnehmer der „anspruchsvollen Spätsommerwanderung“ für 30 Teilnehmer am 14. September 2024. (Screenshot Instagram)24. Oktober 2024 – TikTok live
Pügner ging auf TikTok live. Seit einem Spiegel TV-Beitrag im Sommer 2024 versucht Pügner die mediale Aufmerksamkeit zu nutzen. Im Livestream thematisierte Pügner die Hausdurchsuchungen gegen Mitglieder der Gruppe „Deutsche Jugend voran“ in Berlin. Er fände die Razzien gut, da „die ganzen Leute dann vielleicht mal begreifen, das diese ganzen komischen Gruppen Müll sind“. Pügner mimt den Politkader mit Durchblick.
31. Dezember 2024 – „Da fliegen die Türen auf“
Das Gesicht der Elblandrevolte sitzt in U-Haft. Gut zwei Monate nach seinen unbedarften Aussagen über die „komischen Gruppen“ in Berlin „fliegen“ bei Pügner selbst „die Türen auf“. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung und Bedrohung. Eine Gruppe um den JN-Kader soll in Görlitz eine Kommunalpolitikerin der Partei „Die Linke“ angegriffen haben. Pügner wurde dabei die Sturmhaube vom Kopf gezogen. Bereits ein paar Wochen zuvor drohte er eben jener Politikerin ihr eine „reinzuschießen“ – alles auf Video am Rande einer Demo festgehalten. Mit der Festnahme wurde es schlagartig ruhig um die Elblandrevolte. Die „Kameradschaft“, die sie sich auf die Fahnen schrieb, erwies sich als brüchig. Ein paar wenige Instagram-Postings mit halbherzigen Solidaritätsaufrufen täuschen darüber nicht hinweg.
24. Februar 2025 – Comeback-Versuche
„Nach einer längeren Schaffenspause“ melde sich die Elblandrevolte wieder zurück, hieß es Anfang Februar auf dem Instagram-Account der Gruppe. Rund 50 Jugendliche fanden sich vor der Altmarktgalerie ein, um den „Dresdner Montagsprotest“ zu unterstützen. Teile der Gruppe waren extra aus Chemnitz vom dortigen JN-Ableger angereist. Das Momentum vom Sommer ist allerdings weg. Die Rolle vom inhaftierten Pügner versuchen neue Personen einzunehmen. Max Wasner spielte den Anheizer und lief mit einem Megafon vor den Jugendlichen her. Ob das Substanz hat, bleibt abzuwarten1. Zum 13. Februar, dem letzten verbliebenen Event der klassischen Neonaziszene, brachte die Gruppe nichts zustande: Es blieb beim Kleben einiger JN-Plakate. Von den noch im Vorjahr angekündigten Aktionen war nichts zu sehen. Auch der gemeinsam ausgerufene Zubringertreffpunkt zum großen Trauermarsch am 15. Februar 2025 entpuppte sich als Misserfolg. Nur wenige Personen kamen zum Treffpunkt, Alexander Weigelt und Co. liessen sich schnell von der Polizei ans S-Bahn-Gleis schicken: Anstatt eines Vorabmarsches dann doch nur zwei Haltestellen mit dem ÖPNV zum Demoauftakt. Im Vergleich zum Vorjahr stellte die Elblandrevolte hier nicht einmal einen eigenen Block, sondern schloss sich, dem bundesweiten JN-Block an.
Ausblick
Die Elblandrevolte wird ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Wegbrechende Kader, kann sie nicht ersetzen. Trotz einiger Mobilisierungserfolge gehörten selten mehr als ein Dutzend Leute zur Gruppe – die Fluktuation war und ist hoch. Die „Weltanschauung“ der JN der mobilisierten, jungen Klientel zu vermitteln, gelingt kaum. Zudem werden die organisatorischen Defizite sofort deutlich, wenn es für sie nicht nach Plan läuft. Das eröffnet Möglichkeiten für antifaschistische Praxis, wie die behinderte Anreise der Neonazis nach Bautzen zeigt.
Dass die Gruppe in der Außenwahrnehmung (auch unter Antifaschist*innen) größer und professioneller wirkt, liegt nicht zuletzt an einer effekthascherischen Berichterstattung, die der Elblandrevolte nicht nur zu größerer Reichweite verhalf, sondern gleichzeitig Hochglanzbilder für die eigene mediale Inszenierung auf Instagram und TikTok lieferte. Auch deshalb sollten sich Antifaschist*innen die Frage stellen, inwieweit eine solche Thematisierung der Gruppe die richtige Intervention ist oder nicht viel mehr der Fokus auf die Zerschlagung ihres mobilisierbaren Umfelds gelegt werden sollte.
- Eine Woche später gab Max Wasner auf Instagram bekannt nicht mehr Teil der JN zu sein ↩︎
#AlexanderWeigelt #BenjaminMoses #Elblandrevolte #EmelyKnobloch #FinleyPügner #HausMontag #JN #KurtAltrichter #MaxSchreiber
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Der kurze Sommer der Elblandrevolte? Medialer Hype und Wirklichkeit
Zuerst veröffentlicht im Antifa Infoblatt (AIB 146)
Seit Mai 2024 machte die Nazigruppe „Elblandrevolte“ Schlagzeilen. Mutmaßliche Mitglieder dieser Gruppe hatten den SPD-Politiker Matthias Ecke in Dresden angegriffen und verletzt. Darüber hinaus zeigte sich die Gruppe verantwortlich für unterschiedliche neonazistische Mobilisierungen in Dresden und Umland, denen sehr junge Rechte folgten. Bundesweit berichteten Medien über die Umtriebe des Dresdner Ablegers der „Jungen Nationalisten“ (JN), der Jugendorganisation der NPD/Die Heimat. Die Berichte konnten dabei nicht immer überzeugen und trugen ihren Teil zur Selbstinszenierung und Popularität der Gruppe bei. Nach einem Jahr ist es Zeit für einen Rück- und Ausblick.
3. Februar 2024 – Gründung im „Haus Montag“ in Pirna
Am 21. Januar 2024 war auf einer Dresdner Demonstration der „Freien Sachsen“ seit langer Zeit wieder ein Banner der JN zu sehen. Ein paar Tage später, am 3. Februar 2024, fand die Gründung der „Elblandrevolte“ im „Haus Montag“ in Pirna statt. Die JN hatte zu einer Vernetzungs- und Schulungsveranstaltung eingeladen, an der auch die führenden Köpfe der späteren Gruppe teilnahmen. Das „Haus Montag“ ist eine der zentralen neonazistischen Locations in der Region und lokale Basis von NPD, Freien Sachsen und Compact-Magazin. Auf der Schulung im Februar wurde die JN und deren „weltanschauliche“ Bezugspunkte vorgestellt. Auf einer Vortragsfolie war zu lesen: „Konkurrenz kam und verschwand wieder“ – ein Seitenhieb gegen die wenig wirksamen Organisierungsversuche des „Dritten Weg“ im Jahr zuvor. An der Schulung nahmen u.a. der zukünftige Stützpunktleiter Finley Pügner und Kurt Altrichter teil.
Kurt Altrichter (rechts) und Finley Pügner (links) posieren mit dem Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke (mitte) bei der Eröffnung der „Heimat“-Europazentrale in Berlin am 27. April 2024. (Screenshot Instagram)1. August 2024 – Mobilisierung gegen den CSD in Bautzen
Am Hauptbahnhof in Dresden sammelten sich 200 Nazis aus Dresden und dem Umland. Pügner gab mit Megafon den Ton an. Ziel der Gruppe war der CSD im 60 Kilometer entfernten Bautzen. Die Stadt gilt als rechte Hochburg und besonders mobilisierungsstark. Dem Aufruf der Elblandrevolte folgten auffällig viele Jugendliche – vor allem angetrieben durch eine weitreichende Social-Media-Mobilisierung. Die Anreise lief jedoch nicht wie geplant. Antifaschistische und queere Aktivist*innen besetzten das Zuggleis: keine Abfahrt für Neonazis. Deren Reaktion war hilflos. Bisher waren sie weder auf polizeiliche noch größere antifaschistische Gegenwehr gestoßen. Letztlich sind Finley Pügner und sein Anhang gezwungen zum nächstgelegenen Bahnhof zu laufen und erreichen Bautzen mit über einer Stunde Verspätung. In Bautzen selbst schließen sich rund 700 Neonazis den Protesten gegen den CSD an und treten aggressiv auf. Doch Dank antifaschistischem und queerem Selbstschutz verläuft der Tag ohne größere Zwischenfälle.
16. Juni 2024 – JN-Sommersonnenwende in Eschede
In einem großen Kreis standen mehrere dutzend Personen mit Fackeln um ein Feuer. Die Männer trugen weiße Hemden und Zunfthosen, die Frauen lange Röcke und weiße Blusen. Ein Teil der Gruppe war mit Sturmhauben in Deutschlandfarben vermummt. Bei der Veranstaltung handelte es sich um die offizielle Sonnenwendfeier der JN im niedersächsischen Eschede. Die rund 40 Teilnehmer*innen waren ausschließlich Kader der Jugendorganisation der NPD/Die Heimat, darunter beispielsweise Michael Brück. Auch dabei: Finley Pügner, Alexander Weigelt, Kurt Altrichter und Emely Knobloch – das Führungsquartett der Elblandrevolte.
Alexander Weigelt, Emely Knobloch, Finley Pügner und Kurt Altrichter (vlnr., markiert) bei der Sommerwendfeier der JN in Eschede. (Screenshot Spiegel TV)Die Vier sind seit 2024 regelmäßig bei bundesweiten JN-Veranstaltungen anzutreffen. Diese gibt es seit 2023 wieder häufiger: Angeleitet und vorangetrieben von einigen erfahreneren Neonazis versucht sich die JN bundesweit neu aufzustellen. So auch in Dresden, der angeblichen „Hauptstadt der Bewegung“, wo die JN-Strukturen nach der Zerschlagung der „Freien Kameradschaft Dresden“ 2016 weitgehend am Boden lagen. Beim Aufbau der jungen Struktur mischen altbekannte Neonazis mit: Thomas Sattelberg und Max Schreiber aus Pirna oder Benjamin Moses aus Bautzen. Die Erwartungen an „die Neuen“ sind dabei recht hoch. So führte die Elblandrevolte etwa den letztjährigen Aufmarsch anlässlich des 13. Februars in Dresden an.
14. September 2024 – Wanderung in der Sächsische Schweiz
Fünf Personen posierten mit White-Power Zeichen vor einer Deutschlandflagge in der Sächsischen Schweiz. Im dazugehörigen Instagrampost hieß es großspurig: „Die Elblandrevolte hat die Sächsische Schweiz besetzt“. Angekündigt war eine „anspruchsvolle Spätsommerwanderung“ für 30 Teilnehmer. Tatsächlich aufraffen konnten sich gerade einmal sechs Personen. Die Gruppe scheiterte an ihrer eigenen Klientel: Veranstaltungen mit politischen Inhalten oder solchen Wanderungen in heimatlicher Naturverbundenheit sind wenig spannend. Entsprechend schwer fällt neue Personen einzugliedern, politisch zu schulen und langfristig zu binden.
Teilnehmer der „anspruchsvollen Spätsommerwanderung“ für 30 Teilnehmer am 14. September 2024. (Screenshot Instagram)24. Oktober 2024 – TikTok live
Pügner ging auf TikTok live. Seit einem Spiegel TV-Beitrag im Sommer 2024 versucht Pügner die mediale Aufmerksamkeit zu nutzen. Im Livestream thematisierte Pügner die Hausdurchsuchungen gegen Mitglieder der Gruppe „Deutsche Jugend voran“ in Berlin. Er fände die Razzien gut, da „die ganzen Leute dann vielleicht mal begreifen, das diese ganzen komischen Gruppen Müll sind“. Pügner mimt den Politkader mit Durchblick.
31. Dezember 2024 – „Da fliegen die Türen auf“
Das Gesicht der Elblandrevolte sitzt in U-Haft. Gut zwei Monate nach seinen unbedarften Aussagen über die „komischen Gruppen“ in Berlin „fliegen“ bei Pügner selbst „die Türen auf“. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung und Bedrohung. Eine Gruppe um den JN-Kader soll in Görlitz eine Kommunalpolitikerin der Partei „Die Linke“ angegriffen haben. Pügner wurde dabei die Sturmhaube vom Kopf gezogen. Bereits ein paar Wochen zuvor drohte er eben jener Politikerin ihr eine „reinzuschießen“ – alles auf Video am Rande einer Demo festgehalten. Mit der Festnahme wurde es schlagartig ruhig um die Elblandrevolte. Die „Kameradschaft“, die sie sich auf die Fahnen schrieb, erwies sich als brüchig. Ein paar wenige Instagram-Postings mit halbherzigen Solidaritätsaufrufen täuschen darüber nicht hinweg.
24. Februar 2025 – Comeback-Versuche
„Nach einer längeren Schaffenspause“ melde sich die Elblandrevolte wieder zurück, hieß es Anfang Februar auf dem Instagram-Account der Gruppe. Rund 50 Jugendliche fanden sich vor der Altmarktgalerie ein, um den „Dresdner Montagsprotest“ zu unterstützen. Teile der Gruppe waren extra aus Chemnitz vom dortigen JN-Ableger angereist. Das Momentum vom Sommer ist allerdings weg. Die Rolle vom inhaftierten Pügner versuchen neue Personen einzunehmen. Max Wasner spielte den Anheizer und lief mit einem Megafon vor den Jugendlichen her. Ob das Substanz hat, bleibt abzuwarten1. Zum 13. Februar, dem letzten verbliebenen Event der klassischen Neonaziszene, brachte die Gruppe nichts zustande: Es blieb beim Kleben einiger JN-Plakate. Von den noch im Vorjahr angekündigten Aktionen war nichts zu sehen. Auch der gemeinsam ausgerufene Zubringertreffpunkt zum großen Trauermarsch am 15. Februar 2025 entpuppte sich als Misserfolg. Nur wenige Personen kamen zum Treffpunkt, Alexander Weigelt und Co. liessen sich schnell von der Polizei ans S-Bahn-Gleis schicken: Anstatt eines Vorabmarsches dann doch nur zwei Haltestellen mit dem ÖPNV zum Demoauftakt. Im Vergleich zum Vorjahr stellte die Elblandrevolte hier nicht einmal einen eigenen Block, sondern schloss sich, dem bundesweiten JN-Block an.
Ausblick
Die Elblandrevolte wird ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Wegbrechende Kader, kann sie nicht ersetzen. Trotz einiger Mobilisierungserfolge gehörten selten mehr als ein Dutzend Leute zur Gruppe – die Fluktuation war und ist hoch. Die „Weltanschauung“ der JN der mobilisierten, jungen Klientel zu vermitteln, gelingt kaum. Zudem werden die organisatorischen Defizite sofort deutlich, wenn es für sie nicht nach Plan läuft. Das eröffnet Möglichkeiten für antifaschistische Praxis, wie die behinderte Anreise der Neonazis nach Bautzen zeigt.
Dass die Gruppe in der Außenwahrnehmung (auch unter Antifaschist*innen) größer und professioneller wirkt, liegt nicht zuletzt an einer effekthascherischen Berichterstattung, die der Elblandrevolte nicht nur zu größerer Reichweite verhalf, sondern gleichzeitig Hochglanzbilder für die eigene mediale Inszenierung auf Instagram und TikTok lieferte. Auch deshalb sollten sich Antifaschist*innen die Frage stellen, inwieweit eine solche Thematisierung der Gruppe die richtige Intervention ist oder nicht viel mehr der Fokus auf die Zerschlagung ihres mobilisierbaren Umfelds gelegt werden sollte.
- Eine Woche später gab Max Wasner auf Instagram bekannt nicht mehr Teil der JN zu sein ↩︎
#AlexanderWeigelt #BenjaminMoses #Elblandrevolte #EmelyKnobloch #FinleyPügner #HausMontag #JN #KurtAltrichter #MaxSchreiber
-
Der kurze Sommer der Elblandrevolte? Medialer Hype und Wirklichkeit
Zuerst veröffentlicht im Antifa Infoblatt (AIB 146)
Seit Mai 2024 machte die Nazigruppe „Elblandrevolte“ Schlagzeilen. Mutmaßliche Mitglieder dieser Gruppe hatten den SPD-Politiker Matthias Ecke in Dresden angegriffen und verletzt. Darüber hinaus zeigte sich die Gruppe verantwortlich für unterschiedliche neonazistische Mobilisierungen in Dresden und Umland, denen sehr junge Rechte folgten. Bundesweit berichteten Medien über die Umtriebe des Dresdner Ablegers der „Jungen Nationalisten“ (JN), der Jugendorganisation der NPD/Die Heimat. Die Berichte konnten dabei nicht immer überzeugen und trugen ihren Teil zur Selbstinszenierung und Popularität der Gruppe bei. Nach einem Jahr ist es Zeit für einen Rück- und Ausblick.
3. Februar 2024 – Gründung im „Haus Montag“ in Pirna
Am 21. Januar 2024 war auf einer Dresdner Demonstration der „Freien Sachsen“ seit langer Zeit wieder ein Banner der JN zu sehen. Ein paar Tage später, am 3. Februar 2024, fand die Gründung der „Elblandrevolte“ im „Haus Montag“ in Pirna statt. Die JN hatte zu einer Vernetzungs- und Schulungsveranstaltung eingeladen, an der auch die führenden Köpfe der späteren Gruppe teilnahmen. Das „Haus Montag“ ist eine der zentralen neonazistischen Locations in der Region und lokale Basis von NPD, Freien Sachsen und Compact-Magazin. Auf der Schulung im Februar wurde die JN und deren „weltanschauliche“ Bezugspunkte vorgestellt. Auf einer Vortragsfolie war zu lesen: „Konkurrenz kam und verschwand wieder“ – ein Seitenhieb gegen die wenig wirksamen Organisierungsversuche des „Dritten Weg“ im Jahr zuvor. An der Schulung nahmen u.a. der zukünftige Stützpunktleiter Finley Pügner und Kurt Altrichter teil.
Kurt Altrichter (rechts) und Finley Pügner (links) posieren mit dem Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke (mitte) bei der Eröffnung der „Heimat“-Europazentrale in Berlin am 27. April 2024. (Screenshot Instagram)1. August 2024 – Mobilisierung gegen den CSD in Bautzen
Am Hauptbahnhof in Dresden sammelten sich 200 Nazis aus Dresden und dem Umland. Pügner gab mit Megafon den Ton an. Ziel der Gruppe war der CSD im 60 Kilometer entfernten Bautzen. Die Stadt gilt als rechte Hochburg und besonders mobilisierungsstark. Dem Aufruf der Elblandrevolte folgten auffällig viele Jugendliche – vor allem angetrieben durch eine weitreichende Social-Media-Mobilisierung. Die Anreise lief jedoch nicht wie geplant. Antifaschistische und queere Aktivist*innen besetzten das Zuggleis: keine Abfahrt für Neonazis. Deren Reaktion war hilflos. Bisher waren sie weder auf polizeiliche noch größere antifaschistische Gegenwehr gestoßen. Letztlich sind Finley Pügner und sein Anhang gezwungen zum nächstgelegenen Bahnhof zu laufen und erreichen Bautzen mit über einer Stunde Verspätung. In Bautzen selbst schließen sich rund 700 Neonazis den Protesten gegen den CSD an und treten aggressiv auf. Doch Dank antifaschistischem und queerem Selbstschutz verläuft der Tag ohne größere Zwischenfälle.
16. Juni 2024 – JN-Sommersonnenwende in Eschede
In einem großen Kreis standen mehrere dutzend Personen mit Fackeln um ein Feuer. Die Männer trugen weiße Hemden und Zunfthosen, die Frauen lange Röcke und weiße Blusen. Ein Teil der Gruppe war mit Sturmhauben in Deutschlandfarben vermummt. Bei der Veranstaltung handelte es sich um die offizielle Sonnenwendfeier der JN im niedersächsischen Eschede. Die rund 40 Teilnehmer*innen waren ausschließlich Kader der Jugendorganisation der NPD/Die Heimat, darunter beispielsweise Michael Brück. Auch dabei: Finley Pügner, Alexander Weigelt, Kurt Altrichter und Emely Knobloch – das Führungsquartett der Elblandrevolte.
Alexander Weigelt, Emely Knobloch, Finley Pügner und Kurt Altrichter (vlnr., markiert) bei der Sommerwendfeier der JN in Eschede. (Screenshot Spiegel TV)Die Vier sind seit 2024 regelmäßig bei bundesweiten JN-Veranstaltungen anzutreffen. Diese gibt es seit 2023 wieder häufiger: Angeleitet und vorangetrieben von einigen erfahreneren Neonazis versucht sich die JN bundesweit neu aufzustellen. So auch in Dresden, der angeblichen „Hauptstadt der Bewegung“, wo die JN-Strukturen nach der Zerschlagung der „Freien Kameradschaft Dresden“ 2016 weitgehend am Boden lagen. Beim Aufbau der jungen Struktur mischen altbekannte Neonazis mit: Thomas Sattelberg und Max Schreiber aus Pirna oder Benjamin Moses aus Bautzen. Die Erwartungen an „die Neuen“ sind dabei recht hoch. So führte die Elblandrevolte etwa den letztjährigen Aufmarsch anlässlich des 13. Februars in Dresden an.
14. September 2024 – Wanderung in der Sächsische Schweiz
Fünf Personen posierten mit White-Power Zeichen vor einer Deutschlandflagge in der Sächsischen Schweiz. Im dazugehörigen Instagrampost hieß es großspurig: „Die Elblandrevolte hat die Sächsische Schweiz besetzt“. Angekündigt war eine „anspruchsvolle Spätsommerwanderung“ für 30 Teilnehmer. Tatsächlich aufraffen konnten sich gerade einmal sechs Personen. Die Gruppe scheiterte an ihrer eigenen Klientel: Veranstaltungen mit politischen Inhalten oder solchen Wanderungen in heimatlicher Naturverbundenheit sind wenig spannend. Entsprechend schwer fällt neue Personen einzugliedern, politisch zu schulen und langfristig zu binden.
Teilnehmer der „anspruchsvollen Spätsommerwanderung“ für 30 Teilnehmer am 14. September 2024. (Screenshot Instagram)24. Oktober 2024 – TikTok live
Pügner ging auf TikTok live. Seit einem Spiegel TV-Beitrag im Sommer 2024 versucht Pügner die mediale Aufmerksamkeit zu nutzen. Im Livestream thematisierte Pügner die Hausdurchsuchungen gegen Mitglieder der Gruppe „Deutsche Jugend voran“ in Berlin. Er fände die Razzien gut, da „die ganzen Leute dann vielleicht mal begreifen, das diese ganzen komischen Gruppen Müll sind“. Pügner mimt den Politkader mit Durchblick.
31. Dezember 2024 – „Da fliegen die Türen auf“
Das Gesicht der Elblandrevolte sitzt in U-Haft. Gut zwei Monate nach seinen unbedarften Aussagen über die „komischen Gruppen“ in Berlin „fliegen“ bei Pügner selbst „die Türen auf“. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung und Bedrohung. Eine Gruppe um den JN-Kader soll in Görlitz eine Kommunalpolitikerin der Partei „Die Linke“ angegriffen haben. Pügner wurde dabei die Sturmhaube vom Kopf gezogen. Bereits ein paar Wochen zuvor drohte er eben jener Politikerin ihr eine „reinzuschießen“ – alles auf Video am Rande einer Demo festgehalten. Mit der Festnahme wurde es schlagartig ruhig um die Elblandrevolte. Die „Kameradschaft“, die sie sich auf die Fahnen schrieb, erwies sich als brüchig. Ein paar wenige Instagram-Postings mit halbherzigen Solidaritätsaufrufen täuschen darüber nicht hinweg.
24. Februar 2025 – Comeback-Versuche
„Nach einer längeren Schaffenspause“ melde sich die Elblandrevolte wieder zurück, hieß es Anfang Februar auf dem Instagram-Account der Gruppe. Rund 50 Jugendliche fanden sich vor der Altmarktgalerie ein, um den „Dresdner Montagsprotest“ zu unterstützen. Teile der Gruppe waren extra aus Chemnitz vom dortigen JN-Ableger angereist. Das Momentum vom Sommer ist allerdings weg. Die Rolle vom inhaftierten Pügner versuchen neue Personen einzunehmen. Max Wasner spielte den Anheizer und lief mit einem Megafon vor den Jugendlichen her. Ob das Substanz hat, bleibt abzuwarten1. Zum 13. Februar, dem letzten verbliebenen Event der klassischen Neonaziszene, brachte die Gruppe nichts zustande: Es blieb beim Kleben einiger JN-Plakate. Von den noch im Vorjahr angekündigten Aktionen war nichts zu sehen. Auch der gemeinsam ausgerufene Zubringertreffpunkt zum großen Trauermarsch am 15. Februar 2025 entpuppte sich als Misserfolg. Nur wenige Personen kamen zum Treffpunkt, Alexander Weigelt und Co. liessen sich schnell von der Polizei ans S-Bahn-Gleis schicken: Anstatt eines Vorabmarsches dann doch nur zwei Haltestellen mit dem ÖPNV zum Demoauftakt. Im Vergleich zum Vorjahr stellte die Elblandrevolte hier nicht einmal einen eigenen Block, sondern schloss sich, dem bundesweiten JN-Block an.
Ausblick
Die Elblandrevolte wird ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Wegbrechende Kader, kann sie nicht ersetzen. Trotz einiger Mobilisierungserfolge gehörten selten mehr als ein Dutzend Leute zur Gruppe – die Fluktuation war und ist hoch. Die „Weltanschauung“ der JN der mobilisierten, jungen Klientel zu vermitteln, gelingt kaum. Zudem werden die organisatorischen Defizite sofort deutlich, wenn es für sie nicht nach Plan läuft. Das eröffnet Möglichkeiten für antifaschistische Praxis, wie die behinderte Anreise der Neonazis nach Bautzen zeigt.
Dass die Gruppe in der Außenwahrnehmung (auch unter Antifaschist*innen) größer und professioneller wirkt, liegt nicht zuletzt an einer effekthascherischen Berichterstattung, die der Elblandrevolte nicht nur zu größerer Reichweite verhalf, sondern gleichzeitig Hochglanzbilder für die eigene mediale Inszenierung auf Instagram und TikTok lieferte. Auch deshalb sollten sich Antifaschist*innen die Frage stellen, inwieweit eine solche Thematisierung der Gruppe die richtige Intervention ist oder nicht viel mehr der Fokus auf die Zerschlagung ihres mobilisierbaren Umfelds gelegt werden sollte.
- Eine Woche später gab Max Wasner auf Instagram bekannt nicht mehr Teil der JN zu sein ↩︎
#AlexanderWeigelt #BenjaminMoses #Elblandrevolte #EmelyKnobloch #FinleyPügner #HausMontag #JN #KurtAltrichter #MaxSchreiber
-
Der kurze Sommer der Elblandrevolte? Medialer Hype und Wirklichkeit
Zuerst veröffentlicht im Antifa Infoblatt (AIB 146)
Seit Mai 2024 machte die Nazigruppe „Elblandrevolte“ Schlagzeilen. Mutmaßliche Mitglieder dieser Gruppe hatten den SPD-Politiker Matthias Ecke in Dresden angegriffen und verletzt. Darüber hinaus zeigte sich die Gruppe verantwortlich für unterschiedliche neonazistische Mobilisierungen in Dresden und Umland, denen sehr junge Rechte folgten. Bundesweit berichteten Medien über die Umtriebe des Dresdner Ablegers der „Jungen Nationalisten“ (JN), der Jugendorganisation der NPD/Die Heimat. Die Berichte konnten dabei nicht immer überzeugen und trugen ihren Teil zur Selbstinszenierung und Popularität der Gruppe bei. Nach einem Jahr ist es Zeit für einen Rück- und Ausblick.
3. Februar 2024 – Gründung im „Haus Montag“ in Pirna
Am 21. Januar 2024 war auf einer Dresdner Demonstration der „Freien Sachsen“ seit langer Zeit wieder ein Banner der JN zu sehen. Ein paar Tage später, am 3. Februar 2024, fand die Gründung der „Elblandrevolte“ im „Haus Montag“ in Pirna statt. Die JN hatte zu einer Vernetzungs- und Schulungsveranstaltung eingeladen, an der auch die führenden Köpfe der späteren Gruppe teilnahmen. Das „Haus Montag“ ist eine der zentralen neonazistischen Locations in der Region und lokale Basis von NPD, Freien Sachsen und Compact-Magazin. Auf der Schulung im Februar wurde die JN und deren „weltanschauliche“ Bezugspunkte vorgestellt. Auf einer Vortragsfolie war zu lesen: „Konkurrenz kam und verschwand wieder“ – ein Seitenhieb gegen die wenig wirksamen Organisierungsversuche des „Dritten Weg“ im Jahr zuvor. An der Schulung nahmen u.a. der zukünftige Stützpunktleiter Finley Pügner und Kurt Altrichter teil.
Kurt Altrichter (rechts) und Finley Pügner (links) posieren mit dem Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke (mitte) bei der Eröffnung der „Heimat“-Europazentrale in Berlin am 27. April 2024. (Screenshot Instagram)1. August 2024 – Mobilisierung gegen den CSD in Bautzen
Am Hauptbahnhof in Dresden sammelten sich 200 Nazis aus Dresden und dem Umland. Pügner gab mit Megafon den Ton an. Ziel der Gruppe war der CSD im 60 Kilometer entfernten Bautzen. Die Stadt gilt als rechte Hochburg und besonders mobilisierungsstark. Dem Aufruf der Elblandrevolte folgten auffällig viele Jugendliche – vor allem angetrieben durch eine weitreichende Social-Media-Mobilisierung. Die Anreise lief jedoch nicht wie geplant. Antifaschistische und queere Aktivist*innen besetzten das Zuggleis: keine Abfahrt für Neonazis. Deren Reaktion war hilflos. Bisher waren sie weder auf polizeiliche noch größere antifaschistische Gegenwehr gestoßen. Letztlich sind Finley Pügner und sein Anhang gezwungen zum nächstgelegenen Bahnhof zu laufen und erreichen Bautzen mit über einer Stunde Verspätung. In Bautzen selbst schließen sich rund 700 Neonazis den Protesten gegen den CSD an und treten aggressiv auf. Doch Dank antifaschistischem und queerem Selbstschutz verläuft der Tag ohne größere Zwischenfälle.
16. Juni 2024 – JN-Sommersonnenwende in Eschede
In einem großen Kreis standen mehrere dutzend Personen mit Fackeln um ein Feuer. Die Männer trugen weiße Hemden und Zunfthosen, die Frauen lange Röcke und weiße Blusen. Ein Teil der Gruppe war mit Sturmhauben in Deutschlandfarben vermummt. Bei der Veranstaltung handelte es sich um die offizielle Sonnenwendfeier der JN im niedersächsischen Eschede. Die rund 40 Teilnehmer*innen waren ausschließlich Kader der Jugendorganisation der NPD/Die Heimat, darunter beispielsweise Michael Brück. Auch dabei: Finley Pügner, Alexander Weigelt, Kurt Altrichter und Emely Knobloch – das Führungsquartett der Elblandrevolte.
Alexander Weigelt, Emely Knobloch, Finley Pügner und Kurt Altrichter (vlnr., markiert) bei der Sommerwendfeier der JN in Eschede. (Screenshot Spiegel TV)Die Vier sind seit 2024 regelmäßig bei bundesweiten JN-Veranstaltungen anzutreffen. Diese gibt es seit 2023 wieder häufiger: Angeleitet und vorangetrieben von einigen erfahreneren Neonazis versucht sich die JN bundesweit neu aufzustellen. So auch in Dresden, der angeblichen „Hauptstadt der Bewegung“, wo die JN-Strukturen nach der Zerschlagung der „Freien Kameradschaft Dresden“ 2016 weitgehend am Boden lagen. Beim Aufbau der jungen Struktur mischen altbekannte Neonazis mit: Thomas Sattelberg und Max Schreiber aus Pirna oder Benjamin Moses aus Bautzen. Die Erwartungen an „die Neuen“ sind dabei recht hoch. So führte die Elblandrevolte etwa den letztjährigen Aufmarsch anlässlich des 13. Februars in Dresden an.
14. September 2024 – Wanderung in der Sächsische Schweiz
Fünf Personen posierten mit White-Power Zeichen vor einer Deutschlandflagge in der Sächsischen Schweiz. Im dazugehörigen Instagrampost hieß es großspurig: „Die Elblandrevolte hat die Sächsische Schweiz besetzt“. Angekündigt war eine „anspruchsvolle Spätsommerwanderung“ für 30 Teilnehmer. Tatsächlich aufraffen konnten sich gerade einmal sechs Personen. Die Gruppe scheiterte an ihrer eigenen Klientel: Veranstaltungen mit politischen Inhalten oder solchen Wanderungen in heimatlicher Naturverbundenheit sind wenig spannend. Entsprechend schwer fällt neue Personen einzugliedern, politisch zu schulen und langfristig zu binden.
Teilnehmer der „anspruchsvollen Spätsommerwanderung“ für 30 Teilnehmer am 14. September 2024. (Screenshot Instagram)24. Oktober 2024 – TikTok live
Pügner ging auf TikTok live. Seit einem Spiegel TV-Beitrag im Sommer 2024 versucht Pügner die mediale Aufmerksamkeit zu nutzen. Im Livestream thematisierte Pügner die Hausdurchsuchungen gegen Mitglieder der Gruppe „Deutsche Jugend voran“ in Berlin. Er fände die Razzien gut, da „die ganzen Leute dann vielleicht mal begreifen, das diese ganzen komischen Gruppen Müll sind“. Pügner mimt den Politkader mit Durchblick.
31. Dezember 2024 – „Da fliegen die Türen auf“
Das Gesicht der Elblandrevolte sitzt in U-Haft. Gut zwei Monate nach seinen unbedarften Aussagen über die „komischen Gruppen“ in Berlin „fliegen“ bei Pügner selbst „die Türen auf“. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung und Bedrohung. Eine Gruppe um den JN-Kader soll in Görlitz eine Kommunalpolitikerin der Partei „Die Linke“ angegriffen haben. Pügner wurde dabei die Sturmhaube vom Kopf gezogen. Bereits ein paar Wochen zuvor drohte er eben jener Politikerin ihr eine „reinzuschießen“ – alles auf Video am Rande einer Demo festgehalten. Mit der Festnahme wurde es schlagartig ruhig um die Elblandrevolte. Die „Kameradschaft“, die sie sich auf die Fahnen schrieb, erwies sich als brüchig. Ein paar wenige Instagram-Postings mit halbherzigen Solidaritätsaufrufen täuschen darüber nicht hinweg.
24. Februar 2025 – Comeback-Versuche
„Nach einer längeren Schaffenspause“ melde sich die Elblandrevolte wieder zurück, hieß es Anfang Februar auf dem Instagram-Account der Gruppe. Rund 50 Jugendliche fanden sich vor der Altmarktgalerie ein, um den „Dresdner Montagsprotest“ zu unterstützen. Teile der Gruppe waren extra aus Chemnitz vom dortigen JN-Ableger angereist. Das Momentum vom Sommer ist allerdings weg. Die Rolle vom inhaftierten Pügner versuchen neue Personen einzunehmen. Max Wasner spielte den Anheizer und lief mit einem Megafon vor den Jugendlichen her. Ob das Substanz hat, bleibt abzuwarten1. Zum 13. Februar, dem letzten verbliebenen Event der klassischen Neonaziszene, brachte die Gruppe nichts zustande: Es blieb beim Kleben einiger JN-Plakate. Von den noch im Vorjahr angekündigten Aktionen war nichts zu sehen. Auch der gemeinsam ausgerufene Zubringertreffpunkt zum großen Trauermarsch am 15. Februar 2025 entpuppte sich als Misserfolg. Nur wenige Personen kamen zum Treffpunkt, Alexander Weigelt und Co. liessen sich schnell von der Polizei ans S-Bahn-Gleis schicken: Anstatt eines Vorabmarsches dann doch nur zwei Haltestellen mit dem ÖPNV zum Demoauftakt. Im Vergleich zum Vorjahr stellte die Elblandrevolte hier nicht einmal einen eigenen Block, sondern schloss sich, dem bundesweiten JN-Block an.
Ausblick
Die Elblandrevolte wird ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Wegbrechende Kader, kann sie nicht ersetzen. Trotz einiger Mobilisierungserfolge gehörten selten mehr als ein Dutzend Leute zur Gruppe – die Fluktuation war und ist hoch. Die „Weltanschauung“ der JN der mobilisierten, jungen Klientel zu vermitteln, gelingt kaum. Zudem werden die organisatorischen Defizite sofort deutlich, wenn es für sie nicht nach Plan läuft. Das eröffnet Möglichkeiten für antifaschistische Praxis, wie die behinderte Anreise der Neonazis nach Bautzen zeigt.
Dass die Gruppe in der Außenwahrnehmung (auch unter Antifaschist*innen) größer und professioneller wirkt, liegt nicht zuletzt an einer effekthascherischen Berichterstattung, die der Elblandrevolte nicht nur zu größerer Reichweite verhalf, sondern gleichzeitig Hochglanzbilder für die eigene mediale Inszenierung auf Instagram und TikTok lieferte. Auch deshalb sollten sich Antifaschist*innen die Frage stellen, inwieweit eine solche Thematisierung der Gruppe die richtige Intervention ist oder nicht viel mehr der Fokus auf die Zerschlagung ihres mobilisierbaren Umfelds gelegt werden sollte.
- Eine Woche später gab Max Wasner auf Instagram bekannt nicht mehr Teil der JN zu sein ↩︎
#AlexanderWeigelt #BenjaminMoses #Elblandrevolte #EmelyKnobloch #FinleyPügner #HausMontag #JN #KurtAltrichter #MaxSchreiber
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Von Brandmauern und Friedensbewegten ohne moralischen Kompass
Am 18. April fand in Dresden erneut eine rechte Demonstration statt, welche man durchaus als konsequente Querfront bezeichnen kann. Während nicht unerhebliche Teile der CDU eine Normalisierung der faschistischen AfD forcieren und die Brandmauer immer weiter unterminieren, wurde diese in Dresden mit Anlauf und Ansage eingerissen. Mal wieder.
So versammelten sich am Karfreitag zirka 3.000 Friedensbewegte fast aller Spektren und Sphären zu einer selbsternannten Friedensprozession. Unter dem Motto „Frieden kennt keine Brandmauern“ lud eine nur schwer verdauliche Melange aus Querdenker*innen, Putinfans, kruden Antiimperialist*innen, Antisemit*innen und anderen rechtsdrehenden Realitätsverweiger*innen auf den Postplatz. Unter ihnen Dieter Dehm, Jürgen Fliege und Marcus Fuchs. Der gemeinsame Aufruf endete mit den Worten: „Nie wieder Antisemitismus! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Kommt nach Dresden! Bitte!“
Wie viel von diesem Motto zu halten war und welche Absicht die Veranstalter*innen wirklich hatten, zeigte sich sowohl auf, als auch vor der Bühne, die von Kilian Forster von den Dresdner Jazztagen tatkräftig unterstützt wurde. Neben regressiv-pastoralen Tönen von Jürgen Fliege und Videoeinspielern von diversen Friedensikonen, die sich nicht mehr dagegen wehren konnten, kamen zum Beispiel auch Justus Frantz, Eugen Drewermann, Uwe Steimle, Dieter Hallervorden, Christian Klar und Ulrike Guérot zu Wort. Musikalische Beiträge gab es unter anderem vom Putin-Fan Toni Eisbrenner.
Wem die Namen nichts sagen, kein Problem. Dem werden wir jetzt Abhilfe schaffen. Ganz kurz, versprochen.Jürgen Fliege war einst öffentlich-rechtlicher, evangelischer Talkshowpastor, der schon früh Kritik auf sich zog, da er für die Scientology-Sekte und andere esoterische Scharlatanerie warb. Seit spätestens 2020 trat und tritt er immer wieder auf Querdenken- und Querfrontveranstaltungen auf. Zudem ist er Mitglied der Partei Die Basis.
Justus Frantz ist ein deutscher Pianist und Dirigent, welcher 2014 die Annexion der Krim durch Russland rechtfertigte und sich selbst als Putin-Versteher bezeichnet.
Eugen Drewermann, Psychoanalytiker, Theologe und suspendierter katholischer Priester, ist Erstunterzeichner des „Neuen Krefelder Appells“, in welchem auf den antisemitischen Verschwörungsmythos vom „Great Reset“ zurückgegriffen wird, um sich die komplexe Weltlage möglichst simpel zu erklären.
Ulrike Guérot, ihres Zeichens Politikwissenschaftlerin, Putin-Versteherin und Ikone der Querdenkenbewegung, sagte: „Ich bin nicht rechts, ich bin nicht radikal und ich bin keine Schwurblerin, weil das niemand hier ist…“ Sie forderte auf der Bühne, man müsse die „einseitige Kriegsverantwortung in der Ukraine zurückweisen und gezielt verbreitete Russophobie beenden“.
Zu Uwe Steimle, den man juristisch einwandfrei einen antisemitischen Jammerossi nennen darf, wurde an anderen Stellen schon mehr als genug gesagt.
Der große Überraschungsgast, Dieter Hallervorden, bewies erneut, dass er nur noch Honig im Kopf hat. Er versuchte sich mit schiefen historischen Vergleichen für den Frieden stark zu machen, wobei auch er lediglich Putin zur Seite sprang. Natürlich durfte auch seine einseitige und verkürzte Kritik an Israel nicht fehlen.
Christian Klar, mehrfach vorbestrafter Neonazi aus dem thüringischen Gera, der zum diesjährigen Neonazitrauermarsch im Februar prominent als Kranzträger fungierte, komplettierte dann die neuerliche Querfront zu Dresden.
Und als ob das alles nicht schon gruselig genug wäre, stimmte Dieter Dehm seine eigene Version des „Lied der Deutschen“ an, wobei es förmlich zu spüren war, wie wichtig es ihm war, vollen Herzens „Deutschland, Deutschland über alles“ über den Postplatz zu schmettern, obwohl es nicht erlaubt sei. Was natürlich Quatsch ist. Dehm, im Selbstverständnis Linker, freut sich auf einer Querfrontveranstaltung nur konsequenter Weise darüber, auch die Faschisten Jörg Urban und Tino Chrupalla im Publikum begrüßen zu dürfen und solidarisierte sich auch gleich noch mit der rechten Verlegerin Susanne Dagen.
Was alle Menschen auf der Bühne zu einen schien, war, dass man keinerlei Kritik an Russlands Angriffskrieg hat, im Gegenteil. Schuld haben alle anderen, nur nicht Putin. Auch im Antisemitismus und der Dämonisierung Israels war man sich auf der Bühne offenbar einig.
So verwundert es dann auch nicht, wer und was sich da vor der Bühne und auf dem Marsch wiederfand. Parteidelegationen schickten die BüSo’s, das BSW und Die Basis. Die Freien Sachsen präsentierten sich mit einem Infostand auf dem Postplatz. Die AfD war mit Transparenten der Stadtratsfraktion und der des Landtages anwesend und marschierte mit. Im Gleichschritt u.a. mit den Jungen Nationalisten/ Elblandrevolte. Ebenfalls anwesend waren Jörg Urban, Vorsitzender der AfD Sachsen und Mitglied des sächsischen Landtags, und Matthias Rentzsch, Mitglied der AfD-Bundestagsfraktion für den Wahlkreis Dresden II – Bautzen II. An bekannten und bekennenden extrem Rechten wie Michael Brück, Chrisitian Klar und Stefan Trautmann lies man sich wieder nicht stören und auch nicht an der Teilnahme der Freien Sachsen und anderer offensichtlicher Neonazis.
Das Ganze hatte rein gar nichts mit „Nie wieder Antisemitismus! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ zu tun und sollte es auch nie. Wenn sich Verschwörungsgläubige, Antisemit*innen und Neonazis treffen, geht es immer darum sich gegenseitig selbst zu bestätigen und um das Erringen von Deutungshoheit und Hegemonie. Das Motto galt einzig und allein der Selbstimmunisierung gegenüber Kritik und der weiteren Normalisierung rechter und antisemitischer Narrative.
#AfD #ChristianKlar #DieterDehm #DieterHallervorden #Elblandrevolte #EugenDrewermann #FreieSachsen #JörgUrban #JürgenFliege #JustusFrantz #MarcusFuchs #MatthiasRentzsch #MaxSchreiber #MichaelBrück #UlrikeGuérot #UweSteimle
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Dresdner Neonazi arbeitet bei Securityfirma „Ihre Wache“ als Türsteher
Trotz Hinweisen an „Ihre Wache“ arbeitet nun jedoch wieder ein gewaltbereiter und im Umfeld der Neonazigruppe #Elblandrevolte aktiver Neonazi für „Ihre Wache“. #Dresden #Nazis
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Dresdner Neonazi arbeitet bei Securityfirma „Ihre Wache“ als Türsteher
Die Securityfirma „Ihre Wache“ gehört zu einer der größten Firmen dieser Art in Dresden. Neben Dynamo-Spielen und Stadtfesten sollen ihre Mitarbeiter*innen auch bei Asylunterkünften für Sicherheit sorgen. Nachdem es in den 2010er Jahren immer wieder Vorfälle gab, bei denen Neonazis angestellt wurden, konnte in den letzten Jahren eine Diversifizierung des Unternehmens festgestellt werden. Trotz Hinweisen an „Ihre Wache“ arbeitet nun jedoch wieder ein gewaltbereiter und im Umfeld der Neonazigruppe Elblandrevolte aktiver Neonazi für „Ihre Wache“.
Dominic Kästner als Security bei Decathlon. Quelle: privatEs handelt sich dabei um Dominic Kästner. Bereits seit 2022 taucht der in Gorbitz lebende Nazi beim jährlichen Neonaziaufmarsch rund um den 13. Februar auf. Seit Ende 2023 sucht Kästner immer mehr den Kontakt zur organisierten Neonaziszene in Dresden. So beteiligte er sich mit Mitgliedern des Dresdener Ablegers der neonazistischen Kleinstpartei „III-Weg“ an einer Kundgebung der AfD in Leipzig. Nur wenig später, zu Silvester 2023/24, posierte Dominic Kästner mit 10 weiteren Personen und mit Sturmhauben vermummt in Dresden-Gorbitz. Als sich Anfang 2024 die Dresdner Neonazigruppe „Elblandrevolte“ gründete, war Kästner unter den Gründungsmitgliedern und trug gemeinsam mit der Gruppe zum Aufmarsch am 11.02.2024 das Banner der Jungen Nationalisten (JN). Auch wenn er seine Aktivitäten bei der Elblandrevolte schnell einstellte, ist Dominic Kästner bis heute in Nazikreisen aktiv. Am 27.01.2025 beteiligte er sich mit dem ehemaligen Mitglied der „Freien Kameradschaft Dresden“ und rechten Gewalttäter Maik Krautz am Montagsprotest der Freien Sachsen. Den diesjährigen Trauermarsch besuchte Kästner ebenfalls gemeinsam mit Krautz, Marcus Petermann und Marcel Opitz. Letztere gehören ebenfalls zur Gründungsriege der Elblandrevolte.
Dominic Kästner (rechts, markiert) am 11. Februar 2024 zum Nazitrauermarsch in Dresden. Quelle: Presseservice Rathenow Dominic Kästner (links) an seinem Wohnort am Tanneberger Weg in Dresden an Silvester 2023/2024. Quelle: FacebookAls Security für das Unternehmen „Ihre Wache“ fiel Dominic Kästner das erste Mal 2023 beim Konzert der antifaschistischen Band Kraftklub auf. Ab Juni 2024 arbeitet Kästner dann als Türsteher im Konsum auf der Alaunstraße in der Dresdner Neustadt. Nachdem „Ihre Wache“ durch Antifaschist*innen darauf hingewiesen wurde, versicherte die Firma, dass Kästner seit längerem nicht mehr für das Unternehmen arbeite. In der Folge war er auch nicht mehr auf der Alaunstraße anzutreffen. Die Aussage von „Ihre Wache“ entsprach jedoch nicht der Wahrheit. Spätestens seit Mitte März 2025 arbeitet Kästner wieder als Security für „Ihre Wache“ im Decathlon am Wiener Platz. Dass er dabei einen Pullover mit der aus dem Hooligan-Milieu stammenden Aufschrift „Sport Frei“ trägt, zeugt einmal mehr von der Unprofessionalität und Gewaltbereitschaft Kästners.
Dominic Kästner (markiert) als Mitarbeiter für „Ihre Wache“ beim Kraftklub Konzert im Sommer 2023. Quelle: privatDass Neonazis im Securitymilieu unterwegs sind, ist keine Seltenheit, im Gegenteil. Die Affinität zur Gewalt und die geringen Einstiegshürden sind zwei Gründe dafür, dass die Sicherheitsbranche so attraktiv für Neonazis ist. Dass Securities und Türsteher*innen mit rechten Einstellungen eine erhebliche Gefahr für Menschen darstellen, die nicht in das Weltbild von Neonazis passen, liegt auf der Hand und muss nicht weiter ausgeführt werden. Dass Dominic Kästner trotz Hinweise an „Ihre Wache“ weiterhin dort angestellt ist, lässt den Schluss zu, dass das Unternehmen nur mäßiges Interesse daran hat, Nazis aus ihrem Unternehmen zu entfernen. Es ist zu hoffen, dass zumindest von Decathlon nun Maßnahmen ergriffen werden.
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Die Beschwerde der Staatsanwaltschaft #Görlitz hatte Erfolg:
Der extrem rechte Schläger und #Elblandrevolte-Nazi Finley P. ist wegen Wiederholungsgefahr wieder in U-Haft 👇
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/neonazi-finley-untersuchungshaft-rechtsextrem-gericht-100.html -
Das #SpiegelTV Team war in #Görlitz auf der Suche nach den Faschos der #Elblandrevolte #fcknzs #fckafd
https://www.youtube.com/watch?v=Fo6jkJIqHs4 -
#Elblandrevolte vernetzt sich mit verschiedenen Jugendgruppen. Kooperation bei Montagsprotesten der “Freien Sachsen”. Einige Mitglieder wechseln später zum “Deutschen Störtrupp”. #Nazis #Dresden
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Die #Elblandrevolte machte 2024 durch einen Angriff auf SPD-Politiker Matthias Ecke Schlagzeilen. Trotz kleiner Kerngruppe großes Mobilisierungspotential. Ein Überblick über die neonazistische Gruppe in Dresden. #Dresden #Nazis
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Medialer Hype und Wirklichkeit: Analyse zum Dresdner JN-Ableger Elblandrevolte
Mitte des Jahres machte die Nazigruppe „Elblandrevolte“ bundesweit Schlagzeilen, nachdem mutmaßliche Mitglieder dieser Gruppe den SPD-Politiker Matthias Ecke in Dresden-Striesen angegriffen und verletzt hatten. Darüber hinaus zeigte sich die Gruppe verantwortlich für unterschiedliche rechte Mobilisierungen in Dresden und Umland. Besonders sehr junge Nazis konnten in diesem Jahr gegen den CSD in Dresden und Bautzen mobilisiert werden. Entgegen der häufigen Annahme, besteht die Gruppen nur aus einem kleinen und zum Teil wechselnden Personenkreis. Weitaus größer ist das Mobilisierungspotential. Wir wollen euch die führenden Akteur*innen vorstellen und einen Überblick über die Aktivitäten des Ablegers der „Jungen Nationalisten“ (JN) in Dresden und Umland geben.
Organisierungsversuche der letzten Jahre – eine kurze Rückschau
Rechte Einstellungen und neonazistische Ideologie haben in den vergangenen Jahren unter Jugendlichen an Attraktivität gewonnen. Das ist auch den rechten (Jugend-)Organisationen nicht entgangen, die von diesem Trend profitieren wollen. Im Jahr 2023 versuchte der „Dritte Weg“ sachsenweit Jugendgruppen zu gründen. In Dresden beteiligten sich im Herbst 2023 Jugendliche und junge Erwachsenen unter dem „Dritte Weg“ Banner wiederholt an Max Schreibers Demonstrationen gegen eine Asylunterbringung in Niedersedlitz. Die AfD-Kundgebung am 13. Februar 2024 auf dem Altmarkt war aber bereits die letzte Veranstaltung, bei der sich die Ortsgruppe des „Dritten Wegs“ zeigte. Mit anwesend war hier auch schon die „Elblandrevolte“. Wie fluide und schnelllebig die Naziszene in Dresden aktuell ist, zeigt sich auch im Wechseln der Akteure: Dominic Kästner taucht zuerst mit dem „Dritten Weg“ auf, kurze Zeit später mit der „Elblandrevolte“.
Dominic Kästner mit anderen Teilnehmer*innen vom „Dritten Weg“ bei einer AfD Kundgebung am 22.10.2023 in Leipzig. Quelle: PixelarchivBanner des Dritten Wegs zur Kranzniederlegung der AfD am 13.02.2024Dresden war lange Zeit Kernland der „Jungen Nationalisten“ (JN), der Jugendorganisation der Partei „Die Heimat“, ehemals NPD. Seit dem Zerschlagen der „Freien Kameradschaft Dresden“ (FKD) 2016 konnte sie hier jedoch keine nennenswerten Organisierungserfolge mehr erzielen. Als 2019 die zentrale 1. Mai-Demonstration der JN/NPD in Dresden stattfand, waren bis auf den Anmelder und langjährigen Stützpunktleiter Maik Müller keine Dresdner im Frontblock auszumachen. Als am 12. Dezember 2020 ein größerer Mob abseits der „Querdenker“-Demonstration unangemeldet aufmarschieren wollte, waren zwar Nazis aus Dresden dabei, die Aktion endete jedoch nach nur wenigen Metern in einem Polizeikessel und führte zu keinerlei weiterführender Organisation. So beteiligten sich auch 2023 keine Dresdner an einer Banneraktion der JN-Brandenburg um den ehemaligen Dresdner Nico Koal zum Tag der deutschen Einheit an der Brühlischen Terrasse. Nico Koal übernahm 2016 das Amt des Stützpunktleiters der JN in Dresden von Maik Müller. Inzwischen lebt er wieder in Südbrandenburg. Im Juni 2024 kandidierte er in Grünewald für „Die Heimat“ zur Europawahl.
JN Aktion am 03.10.203 in Dresden. Quelle: Instagram Erste Reihe rechts: Maik Müller am 01.05.2019 in Dresden. Quelle: PixelarchivDie derzeit günstigen Rekrutierungs- und Mobilisierungsmöglichkeiten sowie die Aktivitäten des „Dritten Wegs“ dürften Anlass für die JN gewesen sein, 2024 wieder aktiver in Erscheinung zu treten. Bundesweit sind verstärkte Vernetzungs- und Schulungsbemühungen innerhalb der JN Strukturen zu beobachten. Auch medial will die JN wieder präsenter sein und Jugendliche mit Videos auf Social-Media erreichen. Seit 2023 entstanden bundesweit neue Gruppen, die an die JN angebunden sind und zumeist irgend etwas mit „xxx verteidigen“ oder „Revolte xyz“ heißen.
Reorganisierung 2024 – Das Buhlen um neue Mistreiter
Banner der JN am 21.01.2024 in Dresden. v.l.n.r.: Marcus Petermann, Maik Zschech, Nico Koal, Marcel Opitz. Quelle: ART-DresdenFinley Pügner beim Schulungstreffen der JN im Haus Montag (Pirna) am 03.02.2024. Quelle: InstagramNachdem am 21. Januar 2024 auf einer Dresdner Demonstration, angemeldet von Max Schreiber für die „Freien Sachsen“ auf dem Altmarkt, seit Langem wieder ein Banner der JN zu sehen war, fand die Gründung der „Elblandrevolte“ am 3. Februar 2024 im „Haus Montag“ in Pirna statt. Dorthin lud die JN zu einer Vernetzungs- und Schulungsveranstaltung, an der auch die führenden Köpfe der späteren Gruppe teilnahmen. Das „Haus Montag“ ist einer der zentralen neonazistischen Organisierungsorte für die Region und lokale Basis der NPD. Auf der Schulung im Februar wurden die JN und deren „weltanschauliche“ Bezugspunkte vorgestellt. Dass auf einer Folie zu lesen war: „Konkurrenz kam und verschwand wieder“, kann auch als Seitenhieb gegen die Organisierungsversuche des „Dritten Weg“ im Jahr zuvor gelesen werden. An der Veranstaltung nahmen u.a. der seitdem als Stützpunktleiter der JN Dresden firmierende Finley Pügner und Kurt Altrichter teil.
Mobiaktion zum 13.02.2024 am Merianplatz in Dresden v.l.n.r.: Finley Pügner, Marcus Petermann, Alex Weigel. Quelle: InstagramGemeinschaftsabend der Elblandrevolte in Charly Pub&Bar am 23.03.2024, Dominic Kästner, Richard Strauch, Kniesterniete (Instagramname). Quelle: InstagramNur wenige Tage nach der Veranstaltung in Pirna traten Finley Pügner, Kurt Altrichter, Alex „Kixy“ Weigel und Marcus Petermann mit einer Mobiaktion zum 13. Februar erstmals unter dem Label „Elblandrevolte“ auf Instagram in Erscheinung. Die Bilder wurden ausschließlich im Dresdner Westen aufgenommen. Dort sind auch einige Mitglieder der Gruppe räumlich zu verorten. Die ersten Treffen der Gruppe, „Gemeinschaftsabend“ genannt, fanden in „Charly PUB&BAR“ auf der Kesselsdorfer Straße unweit des Stadtteils Gorbitz statt. Auf der Nazidemonstration am 11. Februar 2024 trat die Gruppe dann als Bannerträger des Blocks der JN auf. Deutlich wurde dabei, dass es sich bei der „Elblandrevolte“ nicht nur um eine Dresdner Gruppe handelt, sondern sich die Mitglieder auch aus dem Umland rekrutieren. So liefen direkt hinter dem Banner die beiden Heidenauer Nazis Chris Remo Hoppmann und Tommy Schneider, die schon seit längerem im JN-Umfeld unterwegs sind und ein freundschaftliches Verhältnis zu Dominic Kästner pflegen.
Am Banner zum 11.02.2024 in Dresden (v.l.n.r.): Marcus Petermann, Kurt Altrichter, Tommy Schneider (Heidenau), Finley Pügner, Dominic Kästner. Links hinter Petermann ist Andreas Wild (Riesa) zu sehen, zwischen Petermann und Altrichter: Chris Remo Hoppmann (Heidenau), Quelle: Presseservice RathenowAn der Demonstration nahmen weitere Gruppen teil, die vor allem verschiedene jugendliche Sozialzusammenhänge abbilden und die die Nähe zur „Elblandrevolte“ suchten. So war eine größere Gruppe um Richard Strauch und Madleen Storch, beide aus Dresden-Klotzsche, anwesend. Es war der Startpunkt für eine engere Kooperation: Teile der Gruppe beteilgten sich gemeinsam mit der „Elblandrevolte“ mehrfach an den sogenannten Montagsprotesten rund um die „Freien Sachsen“ und Marcus Fuchs. Auch bei den bereits erwähnten „Gemeinschaftsabenden“ waren Teile des Zusammenhangs öfter zugegen. Am 1. Juni 2024 reiste Madleen Storch mit dem inneren Kreis der „Elblandrevolte“ an um gegen den Christopher Street Day (CSD) in Dresden zu protestieren. In der Folgezeit entfernten sich Storch & Co. zwar wieder, politische Ambitionen verfolgen sie jedoch weiterhin: Ein Teil um Pascal Hoffmann und Hans Frank wandte sich dem „Deutschen Störtrupp“ zu, während sich Madlen Storch und Richard Strauch wieder mehr auf den Versuch konzentrierten, die Ultra-Gruppe „Red-White-Fanatics“ bei der 1. Männermannschaft der SG Weixdorf zu etablieren. Nach den Vorkommmnissen rund um das Sachsenpokalspiel gegen die BSG Chemie Leipzig musste die Gruppe jedoch ihren Support einstellen.
Am Banner (v.l.n.r.): Kurt Altrichter, Marcus Petermann, Alex Weigel. Im Hintergrund Finley Pügner, Richard Strauch, Franke44, Madleen Storch beim Montagsprotest in Dresden am 18.03.2024. Quelle: TelegramLokales Netzwerk – Nachwuchs trifft auf alte Bekannte
Die „Elblandrevolte“ setzt sich aktuell aus zumeist jüngeren und unerfahrenen Nazis zusammen, die sich erst in den letzten Jahren oder gar Monaten politisiert haben. Die schon etwas länger aktiven Nazis wie Marcus Petermann und Dominic Kästner zogen sich nach der Anfangszeit schnell wieder zurück. Trotzdem gab es von Anfang an Berührungspunkte zu älteren Nazis und gefestigten Strukturen. So erklärte die „Elblandrevolte“ in ihrem ersten Instagram-Post, dass man auf ein breites Spektrum langjähriger Aktivisten bauen könne, die ihnen auch Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.
Besonders ins Auge fällt hierbei Marcel Opitz, der bereits im Umfeld der Freien Kameradschaft Dresden aktiv war und 2017 mit anderen JN’lern aus Dresden und Umgebung die Demonstration zum Todestag von Rudolf Hess in Berlin besuchte. Besonders in der Gründungsphase der „Elblandrevolte“ dürfte Opitz eine wichtige Rolle gespielt haben. Er verfügt über vielfältige Kontakte in die rechten Kreise von Dresden, Pirna und Ostsachen. Auf der Demonstration der „Freien Sachsen“ am 21. Januar 2024 in Dresden trug er mit Marcus Petermann und Nico Koal das Banner der JN. Jahre zuvor war Marcel Opitz schon organisatorisch eingebunden: Zu einer Demonstration der NPD am 17. Juli 2017 holte er Fahnen und Transparente aus den Räumlichkeiten der JN-Dresden in der Reisstraße. Auch heute noch stehen diese Räume zur Verfügung: Am 2. September 2024 verbreiteten Mitglieder der „Elblandrevolte“ ein Video, in welchem sie ein geklautes Banner der Schwarz-Roten-Bergsteiger*innen in unmittelbarer Nähe zum Objekt Reisstraße verbrennen. Vermietet werden die Räume übrigens vom Dresdner Abfallentsorger Nestler.
Marcel Opitz, Rudol-Hess-Marsch Berlin 18.08.2018. Quelle: Presseservice RathenowMarcel Opitz beim Protest gegen den CSD in Bautzen am 10.08.2024. Quelle: Presseservice RathenowEbenfalls relevant für die Entstehung der „Elblandrevolte“ ist Maik Zschech. Der 1989 geborene Zschech taucht regelmäßig bei Demonstrationen und Skinhead-Konzerten auf und ist darüber hinaus gut vernetzt in der Dresdner Szene. 2015 stand Zschech gemeinsam mit Philip Stier und Hans Böhm wegen eines Angriffs einer 10 bis 15 Personen starken Gruppe Nazis auf nicht-rechte Jugendliche an der Kiesgrube Leuben vor Gericht. Aus Mangel an Beweisen endete der Prozess mit Freisprüchen. Stier und Böhm sind langjährig aktive Dresdner Nazis, die an dem Angriff auf Journalist*innen am 13. Februar 2022 in Laubegast beteiligt waren.
Männertag mit Alex Weigel, Kurt Altrichter und Maik Zschech. Quelle: InstagramAlex Weigel und Maik Zschech zum Männertag 2024. Quelle: InstagramAm 13. Februar 2023 besuchte Maik Zschech den jährlichen Naziaufmarsch in Dresden mit einer Gruppe Jugendlicher: Darunter Quentin J., der im Frühjahr 2024 bundesweit für Schlagzeilen sorgte, weil er maßgeblich am Angriff auf den SPD-Europapolitiker Matthias Ecke beteiligt gewesen sein soll. In der Gruppe am 13. Februar 2023 waren neben Quentin auch Eric Götze und Max Zschech dabei, die sich beide am 15. April 2024 an einer Mobilisierung der „Elblandrevolte“ zum Montagsprotest nach Bautzen beteiligten. Mit der heutigen Führungsriege hat Maik Zschech besten Kontakt. So verbrachte er den „Männertag“ 2024 u.a. gemeinsam mit Finley Pügner, Alex Weigel und Kurt Altrichter. Er scheint eine Art Anleiterrolle für den Nazinachwuchs zu übernehmen und will dabei offenbar im Hintergrund bleiben.
v.l.n.r.: Maik Zschech, Erik Götze, Quentin J. während des Naziaufmarsch in Dresden am 11.02.2023. Quelle: Presseservice RathenowDemonstration der „Freien Sachsen“ am 01.05.2024 in Dresden. Quelle: PixelarchivVernetzung – regional und bundesweit
Vernetzung sucht die „Elblandrevolte“ in Sachsen und bundesweit. Regional fand die Gruppe schnell Kontakt zu dem Bautzner Nazi Benjamin Moses, der bereits am 11. März 2024 die Dresdner bei ihrem Montagsprotest besuchte. Etwa einen Monat später, am 15. April 2024, revanchierte man sich und organisierte eine Anreise mit 30 Personen aus Dresden zum Montagsprotest in Bautzen. Unterstützt wurde die „Elblandrevolte“ dabei von deutlich älteren Nazis wie Marcel Opitz, Jessica Franke, Matze Münnich und Philipp Ludwig.
Kontakt unterhält die „Elblandrevolte“ auch zur Brandenburger JN um den ehemaligen Dresdner JN-Stützpunktleiter Nico Koal. Im Februar 2024 besuchten die Dresdner die JN Brandenburg anlässlich einer Gedenkveranstaltung zur Bombardierung von Cottbus im Zweiten Weltkrieg. Wenige Monate später waren Mitglieder der „Elblandrevolte“ zu einer Sonnenwendfeier in Brandenburg anwesend. Der Dresdner Jungnazi Nino Rieber durfte dabei an der Trommel den Takt vorgeben. Zugegen war er schon bei anderen Aktionen z.B. am 15. April 2024 und 3. Juni 2024.
Nino Rieber (rechts) mit Trommel bei einer Sonnenwendfeier der „Heimat“ in der Lausitz am 22.06.2024, Quelle: InstagramFür die bundesweite Vernetzung ist vor allem das Quartett Finley Pügner, Alex Weigel, Kurt Altrichter und Emely verantwortlich. Alle vier waren bei vielen überregionalen Treffen der JN in diesem Jahr anwesend: z.B. beim Europakongress der JN in Eschede am 15. Mai 2024, sowie bei der zentralen Sonnenwendfeier der JN einen Monat später am selben Ort. Am JN-Gemeinschaftstag am 11. April 2024 in Eisleben nahmen mindestens Pügner und Altrichter teil.
v.l.n.r.: Alex Weigel, Emely, Finley Pügner, Kurt Altrichter. Quelle: Spiegel TV (Screenshot)Alex Weigel beim JN-Leistungsmarsch in Niedersachsen am 20.04.2024. Quelle: Recherche Nord Kurt Altrichter und Finley Pügner mit Frank Rennicke zur Eröffnung der „Heimat“ Europazentrale in Berlin am 27.04.2024, Quelle: InstagramAktionsfelder der „Elblandrevolte“: Mobilisierung, soziales Umfeld, Social Media
Neben ihren Vernetzungsbemühungen verfolgt die „Elblandrevolte“ verschiedene weitere Ansätze. Das zentrale Feld ist die öffentliche Mobilisierung. Die Gruppe zeigt bei verschiedenen Demonstrationen des rechten Spektrums Präsenz: Die AfD am 1. Mai 2024 war ebenso Anlaufpunkt, wie die (Montags-)Demonstrationen der „Freien Sachsen“. Mit Transparenten versucht die Gruppe die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen. Mobilisiert wird zudem gegen die politischen Gegner*innen: Neben vereinzelten Aktionen in politisch als „links“ verstandenen Stadtteilen, standen dabei vor allem die diversen Christopher Street Days in Sachsen im Mittelpunkt. So organisierte die „Elblandrevolte“ am 1. Juni 2024 eine eigene Demonstration gegen den CSD in Dresden, an der bis zu 100 Nazis teilnahmen. Am 10. August 2024 mobilisierte sie rund 200 Nazis zu einem Zugtreffpunkt gegen den CSD in Bautzen, der auch von überregional angereisten Nazis genutzt wurde. In Bautzen fungierte Finley Pügner dann gemeinsam mit dem Bautzner Jungnazi Dan-Odin Wölfer als Anmelder und Einheizer am Megafon. Andere Mitglieder der „Elblandrevolte“, wie Nick Handke, übernahmen Ordnerfunktionen.
Finely Pügner, Alex Weigel und Jerry M., Anreise zum Protest gegen den CSD in Bautzen, 10.08.2024, Quelle: Presseservice RathenowNick Handke bei der CSD-Gegendemonstration in Bautzen am 10.08.2024, Quelle: Presseservice RathenowBeide Mobilisierungen wurden von antifaschistischen Protesten begleitet, die die organisatorischen Schwächen der „Elblandrevolte“ aufzeigten. In Dresden flüchteten viele der Jungnazis vor antifaschistischen Protesten in den „sicheren“ Kessel der Polizei. Und auch die Anreise nach Bautzen lief nicht reibungslos: Eine Antifa-Blockade am Hauptbahnhof in Dresden durchkreuzte die Pläne und entsprechend verspätet erreichten die Nazis Bautzen. Zudem zeigten sich im weiteren Jahresverlauf erste Ermüdungserscheinungen: Zur von der JN beworbenen Gegendemonstration zum CSD in Döbeln am 21. September fuhr Finley Pügner nur noch alleine. Seine „Rede“ dort fand kein Gehör, entnervt gab er auf und verließ die Versammlung frühzeitig.
Daniel (zweiter von links) und Finley Pügner (rechts daneben) bei der CSD-Gegendemonstration in Döbeln 21.09.2024, Quelle: Versa.RedEin weiterer Fokus der Gruppe liegt auf internen Events. Mit nicht-öffentlichen Aktionen wie Graffiti-Sprühereien, Wanderungen und Gruppenfotos soll das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden. Diese Veranstaltungen sind unterschiedlich erfolgreich und die Interessen des jungen Nazi-Klientels scheinen durchaus weit auseinander zu liegen: Eine für 25 Leuten geplante Wanderung in der Sächsischen Schweiz beispielsweise wurde nur von fünf Personen besucht – inklusive Finley Pügner. Neben eigenen Aktivitäten beteiligten sich einige Mitglieder der „Elblandrevolte“ auch anderweitig an Aktionen: Etwa an einer Pyroaktion anlässlich des Spiels des MSV Meißen gegen die SG Kreisnitz am 11. Mai. Rund 20 mit blau-weißen Sturmhauben vermummte Personen zündeten am Rande des Spieles Pyrotechnik. Daran beteiligt waren u.a. Alex Weigel, Dominic Kästner und Kurt Altrichter. Der Kontakt zu dem Sportverein dürfte dabei über die Meißner Alex Weigel, Tim Heil und Jonas Rothe laufen. Letzterer ist nicht nur bei Aktionen der „Elblandrevolte“ zugegen, sondern auch auf Bildern mit der Mannschaft des MSV Meißen zu sehen.
Gruppenbild am Rande des Spiels des MSV Meißen am 11.05.2024. Auf dem Zaun sitzend Alex Weigel, Quelle: Instagram v.l.n.r.: Finley Pügner, Alex Weigel, Tim Heil (Meißen), Felix Ulemann (Meißen), Jonas Roth, Madleen Storch, Kundgebung der Elblandrevolte gegen den CSD in Dresden (01.06.2024). Quelle: ART DresdenDer dritte Schwerpunkt liegt auf der Social-Media-Arbeit. Mit Videos, Livestreams und Fotos auf Instagram, Twitch und TikTok versucht die Gruppe ein zumeist sehr junges Publikum zu erreichen. Besonders Stützpunktleiter Finley Pügner tritt dabei mit seinem Gesicht öffentlich auf und posiert auf Demonstrationen gern mit seinen „Fans“. Auch in der Gruppen-Promotion erfährt die „Elblandrevolte“ Unterstützung durch ältere Neonazis: Im September 2024 entstand ein Musikvideo mit dem in Neustadt (Sächsische Schweiz) beheimateten Dominik Raupbach und dessen Label NDS Records.
Musikvideo „Werde einer von uns“ von Dominik Raupbach zusammen mit der Elblandrevolte, 1. NN, 2. Finley Pügner, 3. Daniel, 4. Novak, 5. Jerry, 6. Alex Weigel, 7. Nick Handke, 8. Laura, 9. Jeremy, 10. NN, 11. NN, Quelle: Youtube ScreenshotDie wohl wichtigste Starthilfe bekam die „Elblandrevolte“ jedoch nicht von älteren Nazis, sondern von den klassischen Medien: Ausführliche Berichterstattung durch Spiegel TV oder Sachsen Fernsehen im Zuge der CSDs lieferten hochaufgelöstes Material zur eigenen Inszenierung und sorgte für den nötigen Aufmerksamkeitsschub, der zur (bundesweiten) Popularität beigetragen hat. Das Treiben der Gruppe wieder einzudämmen, darum müssen sich nun andere kümmern, das aber durchaus mit Erfolg: Pügner verschleißt Instagram-Profile bisweilen im Wochentakt. Seine Reichweite schränkt das effektiv ein. Politisch notwendig wäre aber endlich eine wirksame Verantwortungsübernahme seitens der „Plattformen“, die so lange von Nazipropaganda profitieren wollen, bis die Beschwerden überhand nehmen.
Wer gehört noch dazu?
v.l.n.r.: Novak, Felix, Franke44 (oben), Laura (unten), EmiDie „Elblandrevolte“ ist eine überschaubare Gruppe mit personeller Fluktuation. Nach derzeitigem Stand gehört etwa ein Dutzend junger Nazis dazu. Pügner, Weigel, Altrichter und Emely bilden den organisatorischen Kern. Die folgenden Personen nehmen regelmäßig an – auch internen- Aktionen und Veranstaltungen teil: Laura, Novak F., Julian [Buder], Jerry M., Felix, Franke, Jeremy/Jerome, Daniel, Emi.
Nicht alle diese Personen sind bereits namentlich vollumfänglich bekannt. Über Informationen freuen wir uns.
Fazit
Mit der „Elblandrevolte“ gibt es nun seit neun Monaten wieder eine JN-Ortsgruppe in Dresden. Nach einiger Fluktuation zu Beginn, hat sich zuletzt ein stabiler Kreis herauskristallisiert, der öffentlich in Erscheinung tritt. Damit ist die Gruppe stärker besetzt, als dies noch vor ein paar Jahren unter Nico Koal der Fall war. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderliegen. Während sich die JN gern als elitäre und gebildete Truppe gibt, scheitert dies aktuell an der Realität. Anstatt weltanschaulicher Bildung und Wanderungen in heimatlichen Gefilden, sind es eher die an Fußball erinnernden Mobilisierungen gegen die CSDs und Aktivitäten auf Socialmedia-Plattformen, die die Zielgruppe der „Elblandrevolte“ ansprechen. Die JN-Ortsgruppe läuft dabei den Terminen des politischen Gegners hinterher. Darüberhinaus gehende inhaltliche Schwerpunktsetzungen sucht man bisher vergeblich. Ob die „Elblandrevolte“ es in der Zukunft schaffen wird, ihre Strukturen auszubauen, eigene inhaltliche Akzente und Aktionen zu setzen, wird sich in naher Zukunft zeigen. Wenn nicht, könnte die Gruppe nur eine weitere unter vielen Nazigruppen sein, die durch kurzzeitige Aktivitäten von sich reden macht, um anschließend wieder in den Annalen der Lokalgeschichte zu verschwinden. Dabei sollten antifaschistische Aktionen dazu beitragen, zukünftige eigene Aktionen der „Elblandrevolte“ zum Desaster werden zu lassen. Dafür braucht es aber statt Aufregung und medialer Hochspielerei mehr differenzierte Analysen, Selbstbewusstsein und Aktionen zum richtigen Zeitpunkt. Die antifaschistischen Aktionen zur CSD-Anreise nach Bautzen und der CSD in Dresden haben gezeigt, dass Antifas sich nicht vor der „Elblandrevolte“ verstecken müssen.
Antifa in die Offensive!
#AlexWeigel #BenjaminMoses #DanOdinWölfer #DominicKästner #Elblandrevolte #EricGötze #FinleyPügner #FreieSachsen #HansBöhm #JessicaFranke #JN #JonasRothe #Kixy #KurtAltrichter #MaikZschech #MarcelOpitz #MarcusPetermann #MatzeMünnich #NickHandke #NicoKoal #NinoRieber #NPD #PascalHoffmann #PhilipStier #PhilippLudwig #QuentinJ_ #RemoHoppmann #RichardStrauch #TimHeil #TommySchneider
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#Schreiber hat gestern in #Heidenau mit seiner Faschobande gegen einen Messerangriff demonstriert, der so offenbar gar nicht stattgefunden hat.
(Leider bisher nur Bild als Quelle gefunden, aber die zitieren den Polizeisprecher direkt.)
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In #Sachsen hat sich in kürzester Zeit die rechtsextreme Bewegung #Elblandrevolte etabliert und zieht Jugendliche aller Milleus an. Ihr Markenzeichen, die Proteste gegen den #CSD. Mehr heute in der Leipziger https://www.lvz.de/mitteldeutschland/junge-rechtsextremisten-aus-sachsen-gruppe-elblandrevolte-im-fokus-deutscher-sicherheitsdienste-6UVP36IGRRD7JDWZ4FU7IOFDLA.html
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Am Sonntag, den 13. Oktober 2024, trafen im Sachsenpokal der Männer die BSG Chemie Leipzig und die SG Weixdorf aus Dresden in Leipzig aufeinander. Im Vorfeld des Spiels kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung, wobei acht Gästefans ärztlich behandelt werden mussten. Auslöser soll laut der BSG das Zeigen von „Devotionalien von nicht am Spiel beteiligten Vereinen sowie eindeutig dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnende Kleidungsstücke“ auf Seiten der Anhänger*innen der SG Weixdorf gewesen sein. Die SG Weixdorf kann dies weder bestätigen noch ausschließen. So weit, so unspektakulär.
Insgesamt fuhren drei Busse der SG Weixdorf nach Leipzig. Zwei davon vom Verein selbst gechartert und ein separater Bus, mit dem die Fangruppierung „Red-White-Fanatics“ (RWF) und Anhang anreiste. Dieser Bus war es auch, der letztendlich in die Auseinandersetzung mit den Chemiefans geriet. Im Nachgang veröffentlichte die Gruppe ein Statement mit ihrer Sicht der Dinge.
Stellungnahme der „Red-White-Fanatics“ (Quelle: Instagram)Das Statement schwankt zwischen Selbstverherrlichung und weinerlichem Gejammer. Fußball und Politik seien strikt zu trennen, heißt es, und man selbst sei ja unpolitisch. Es folgt der übliche Verweis auf „die Presse“, die „die Pest“ sei und alles falsch darstelle. Die LVZ griff das Statement prompt auf, dabei wären Zweifel an der Darstellung mehr als angebracht.
Unpolitisch beim Trauermarsch in Dresden?
Screenshot (Quelle: Instagram)Das zeigt der Blick auf die Social-Media-Kanäle der kleinen, aber aktiven Fanszene der SG Weixdorf, die seit Mitte 2023 unter dem Label „Red-White-Fanatics“ auftritt. Auf dem Instagramprofil der Gruppe fällt gleich ein Post zur ersten Runde des Sachsenpokals gegen TSV Seifersdorf ins Auge: Auf dem Gruppenfoto der RWF sind unter anderem Richard Strauch (2. von links, am Transparent) und Pascal Hoffmann (3. von links, am Transparent) zu erkennen. Beide tauchten immer wieder im Umfeld der „Elblandrevolte“ auf. So zum Beispiel auf der „Friedensdemo“ der AfD am 1. Mai 2024 in Dresden und bei verschiedenen Mobilisierungen gegen CSD-Demonstrationen in Sachsen. Auch „knisterkniete“ (1. von links), wie er sich auf Instagram nennt, und „Jenny“ (4. von links, am Transparent), sind in Dresden öfter auf Neonaziversammlungen anzutreffen.
v.l.n.r.: „Knisterkniete“, Madlen Storch, Pascal Hoffmann, Richard Strauch (Quelle: https://sg-weixdorf.de/e1-red-white-fantastics-meet-red-white-fanatics/)Dass die SG Weixdorf die Personen nicht kennt, wie es im offiziellen Vereinsstatement zu den Vorfällen heißt, ist mindestens fragwürdig. Denn auch auf der offiziellen Seite der SG Weixdorf finden sich Bilder führender Akteure der „Red-White-Fanatics“ . In einem Beitrag vom 1. November 2023 überreicht Madleen Storch der E-Jugend der SG Weixdorf eine Spende in Höhe von 125 Euro. Auf einem weiteren Bild sind „knisterkniete“, Madlen Storch, Pascal Hoffmann und Richard Strauch gemeinsam mit der E-Jugend zu sehen. Die Tatsache, dass die Vier stellvertretend dort für die Fangruppe „Red-White-Fanatics“ auftreten, lässt darauf schließen, dass sie dort eine prominentere Rolle spielen.
Teilnehmer beim Nazitrauermarsch am 11. Februar 2024 in Dresden. Links mit weißer Mütze und roten Haaren „Jenny“, davor mit schwarzer Mütze Madlen Storch, mittig mit Basecap und Brille Richard Strauch, mit Finger zeigend Pascal Hofmann (Quelle: Presseservice Rathenow)Madleen Storch gehört ebenfalls zum Personenkreis um Pascal Hoffmann, „knisterkniete“ und Richard Strauch. Gemeinsam reisten sie am 15. April 2024 nach Bautzen, um sich der neonazistischen Mobilisierung gegen die zivilgesellschaftliche Veranstaltung „Happy Monday – Wjesoła póndźela“ anzuschließen. Auf dem Rückweg von dieser Aktion attackierten Neonazis Bahnreisende. Am 11. Februar 2024 nahm Storch gemeinsam mit Richard Strauch, Pascal Hoffmann, „knisterkniete“ und „Jenny“ am Neonaziaufmarsch in Dresden teil. Pascal Hoffmann nahm an einer Neonazikundgebung in Freiberg gegen den lokalen CSD mit einer Flagge teil, die mit „Störtrupp Deutschland“ beschriftet war. Auf den Instagramprofilen des Personenzusammenhangs werden fortlaufend rassistische Inhalte geteilt und mit neonazistischer Szenekleidung posiert.
Neonazidemo gegen den CSD in Freiberg am 07.09.2024: Mittig mit roten Haaren „Knisterkniete“, rechts daneben mit „Schwarze Sonne“ T-Shirt Pascal Hoffmann (Quelle: Versa Red)Doch wer fuhr noch mit den „Red White Fanatics“ nach Leipzig Leutzsch?
Screenshots (Quelle: Instagram)Auf dem linken Bild sind die Neonazis Dominic Kästner (links) und Marcus Petermann (rechts, mit Becher der BSG Chemie Leipzig) aus Dresden zu sehen, wie sie höchstwahrscheinlich nach ihrem Zutrittsverbot in den Alfred-Kunze-Sportpark posieren. Beide trieben sich bis Mitte des Jahres ebenfalls im Umfeld der „Elblandrevolte“ herum und sind regelmäßig auf einschlägigen Demonstrationen anzutreffen. Am 11. Februar 2024 trugen sie zusammen mit Mitgliedern der „Elblandrevolte“ das Fronttransparent des Neonaziaufmarschs. Auch sonst macht Kästner aus seiner Ideologie keinen Hehl, wie seine teils gut sichtbaren Tätowierungen zeigen: Hier sehen wir den Oberarm von Dominic Kästner.
Dominic Kästner pflegt zumindest ein Bekanntschaftsverhältnis zu der Personengruppe um Richard Strauch und Madlen Storch. Alle zusammen nahmen am Gemeinschaftsabend der „Elblandrevolte“ teil, der am 17. Februar 2024 in Charlys Pub&Bar auf der Kesselsdorfer Straße stattfand.
Marcus Petermann (Quelle: Instagram)Begleitet wurde Kästner von Marcus Petermann. Ein Bild auf Instagram zeigt ihn im Bus auf dem Weg zum Pokalspiel nach Leipzig. Mit Blick auf seinen linken Unterarm und das darauf befindliche Hakenkreuz-Tattoo fällt es schwer zu glauben, dass niemand mitbekommen haben will, dass zumindest der ein oder andere Neonazi an Bord der Charterbusse nach Leipzig war. Die Vermutung liegt nahe, dass die „Red-White-Fanatics“ bewusst ein rechtes Publikum mobilisieren wollten – immerhin ging es gegen die BSG Chemie und deren sich als links und antifaschistisch positionierende Fanszene.
Auch wenn dies nur ein kurzer Einblick in die Weixdorfer Fangruppe „Red White Fanatics“ und deren Umfeld war, wird eines deutlich: Unpolitisch ist sie sicher nicht. Schwer zu glauben ist auch, dass die Offiziellen der SG Weixdorf nichts von der politischen Einstellung maßgeblicher Protagonist*innen der „Red White Fanatics“ mitbekommen haben. Mit Blick auf den „Polizisten der Polizei Leipzig“, der die Musik im Bus der Fanatics gelobt haben soll, bleibt am Schluss nur noch eine Frage offen: Lief im Weixdorfer Charterbus „So sind wir“ von den Onkelz oder von Kategorie C?
#DominicKästner #Elblandrevolte #MadlenStorch #MarcusPetermann #PascalHoffmann #RichardStrauch #SGWeixdorf
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Persönlicher Bericht vom #CSDZwickau in 2 Teilen
Meine kleine Reisegruppe ist jetzt auf dem Heimweg mit dem Zug von #Zwickau nach #Dresden und für uns war es ein richtig guter Tag.
Bei der Lauf-Demo waren um die 1000 Leute und das Stadtfest war gut besucht, mit Infoständen von Vereinen und Parteien und einem wirklich tollen, politischen und musikalischen Programm auf der Bühne.
Aber natürlich blieb der #CSD nicht ungestört. Bereits auf der Hinfahrt stieg in unseren Zug eine Gruppe der #Elblandrevolte, die rumgepöbelt und eine Person im Rollstuhl belästigt hat. Die eigentliche Demo vor Ort wurde ebenfalls kurz von den Rechtsextremen gestört. Auch wenn es auf dem Markt ruhig blieb, in der ganzen Stadt waren Kleingruppen vom #DritterWeg und ähnlichen Gruppen, die auch eine eigene Demo hatten, die wohl später von den Cops aufgelöst wurde.
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#Ermittlungen nach #Angriffen in Zügen – #Polizei durchsucht Objekte mutmaßlicher Neonazis in #Dresden – #terror #elblandrevolte
Das LKA Sachsen ermittelt wegen Nötigung gegen drei 17-Jährige, die in zwei Zügen Menschen angegriffen und bedroht haben sollen. Sie sollen Teil der rechtsextremen »Elblandrevolte« sein. Die »Soko Rex« ermittelt gegen drei 17-jährige mutmaßliche Neonazis aus Dresden wegen Bedrohung und Nötigung
https://dokmz.com/2024/08/26/ermittlungen-nach-angriffen-in-zugen-polizei-durchsucht-objekte-mutmaslicher-neonazis-in-dresden-terror-elblandrevolte/ -
„Dabei seien neben Speichermedien auch drei Schreckschusswaffen mit Munition sowie gestohlene Kennzeichen der Bundespolizei gefunden worden.“
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/dresden-polizei-durchsucht-objekte-mutmasslicher-neonazis-a-140225d6-cb19-4c8e-be3f-2797ef3f185c
#elblandrevolte #faschismus -
Bei drei 17-jährigen Mitgliedern der rechtsextremen Gruppierung #Elblandrevolte kam es heute zu Hausdurchsuchungen in Sachsen. Ihnen wird Nötigung vorgeworfen. Gefunden wurden zudem Schreckschusswaffen samt Munition sowie vier gestohlene Kennzeichen der Bundespolizei:
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#CSD #Bautzen, die Faschos und der Umgang mit ihnen
Nachdem klar ist, dass die #Elblandrevolte von #Dresden aus stark nach #Bautzen mobilisieren wird, haben viele Bedenken, zum CSD zu fahren oder wollen alle Infos öffentlich teilen, die sie haben.
Wir wissen, dass sie sich am Hbf 12:00 Uhr sammeln wollen, aber es wird ebenso sicher andere Sammelpunkt geben. Viele kennen solche Situationen noch nicht, deshalb mehrere Bitten an euch:
1. Wenn ihr euch körperlich fit genug fühlt, lasst euch nicht abhalten zum CSD zu gehen. Dann hätten sie gewonnen.
2. Reist nicht allein an. Auch nicht, wenn ihr einen Zug später oder eher nehmt.
3. Teilt die Infos, die ihr über Anreisen und Protest gegen die Faschos habt bitte nicht öffentlich, auch nicht hier im Fediverse, sondern nur privat über verschlüsselte Kommunikation oder im Idealfall mündlich.
4. Wenn ihr euch durch Kleidung "unauffällig" machen könnt, nutzt das. Umziehen geht auch in Bautzen.
5. Kreative Vermummung ist eine Option.
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Nach der Ankündigung der rechtsextremen #Elblandrevolte den #CSD in #Bautzen in der kommenden Woche zu stören und der Ankündigung der lokalen rechtsextremen Szene für eine Kundgebung, rufen nun auch noch die #FreieSachsen zu einer Kundgebung gegen den CSD auf. #Sachsen #BZ1008
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Mitglieder der rechtsradikalen #Elblandrevolte drohen den #PIRATEN bei ihrem Wahlkampf in #Sachsen mit Gewalt. Wir dürfen nicht zulassen, dass das politische Klima weiter vergiftet wird und sich niemand mehr aus Angst politisch engagieren will. www.sueddeutsche.de/politik/dres...
Beim Plakatieren: Wahlkampfhel... -
@tazgetroete - die Früchte der #cdu regentschaft mit #maassen im #verfassungsschutz und #seehofer als #innenminister. Mann erinnere sich. #rechtsruck #deutschland #nazi #ecke #elblandrevolte #gewalt #Politikversagen @csu_bt @cdu #hasedubleibsthier
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1️⃣ Einer der Tatverdächtigen für die Attacke auf den SPD-Politiker Matthias #Ecke wird der rechtsextremen Gruppe #Elblandrevolte zugerechnet. Diese war am 1. Mai, und somit nur zwei Tage zuvor, noch auf den Demos der "Freien Sachsen" und der AfD in Dresden. 🧵
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Am vergangenen Freitag hat eine vierköpfige Gruppe junger Neonazis im Dresdner Stadtteil Striesen mehrere Plakatierteams angegriffen: Zuerst zwei Gruppen, die für die Grünen plakatierten und anschließend eine Gruppe, die für die SPD Plakate hing. Bei den Angriffen wurden mindestens zwei Personen verletzt, der SPD-Europapolitiker Matthias Ecke schwer. Der mutmaßliche Haupttäter Quentin J. stellte sich nach etwas mehr als 24 Stunden der Polizei. Nur zwei Tage zuvor, am 1. Mai 2024, beteiligte er sich noch an einer Demonstration der Freien Sachsen, einer Wahlkampfkundgebung der AfD und einer Aktion der neonazistischen Kameradschaft „Elblandrevolte“.
Zum 1. Mai 2024 gab es in Dresden eine Reihe an Veranstaltungen aus dem rechts-nationalistischen Spektrum. Um 12 Uhr hatten die Freien Sachsen zu einer Demonstration zum „Tag des Widerstands 2.0“ aufgerufen. Etwa 300 Demonstrant*innen sammelten sich an der Lingnerallee in der Nähe des Dynamo-Stadions. Angeführt von Max Schreiber und Jens Lorek zog die Demonstration zur Staatskanzlei. Direkt hinter dem Fronttransparent mit der Losung „Scholz, Habeck, Lindner & Co das Handwerk legen: Stoppt den Raub. Steuern runter.“ versammelte sich eine Gruppe junger Neonazis unter einer Reichsflagge: die seit Februar aktive Kameradschaft „Elblandrevolte“ – und mit ihr der 17-jährige Quentin M. J.
Eingekreist: Quentin M. J. hinter dem Fronttransparent der Freien Sachsen am 1. Mai 2024 (Quelle: Matthias Schwarz)Die Resonanz auf die Demonstration blieb weit hinter den Erwartungen der Organisator*innen zurück. Es gelang nicht an eine Demonstration am 8. Januar 2024 anzuknüpfen, damals schlossen sich mehrere tausend Menschen dem Neonazi-Aufzug an. Entsprechend schnell war die Demo diesmal vorbei: Teile der Demonstation zogen weiter in die Innenstadt und steuerten als nächstes die Wahlkampfkundgebung der AfD an. Dort hatte bereits der wegen möglicher Geldzahlungen aus Russland und einer Spionage-Affäre unter Druck stehende Maximilian Krah gesprochen, später folgte Parteivorsitzender Tino Chrupalla. Die Gruppe von Elblandrevolte und um Quentin M. J. dürfte dessen Reden gehört haben. Fotos und Videos zeigen sie auf der AfD-Kundgebung unter anderem im Gespräch mit René Hauser, der bei AfD-Veranstaltungen regelmäßig als Ordner auftritt und für die AfD im Ortsbeirat Cotta sitzt. Obwohl teilweise vermummt und durch einschlägige Kleidung unübersehbar, wurde die Gruppe von der AfD geduldet.
Eingekreist: Quentin M. J. auf der Wahlkampfkundgebung der AfD am 1. Mai 2024. Rechts davon in grünen T-Shirts: „Kixy“ und Kurt Altrichter , mit Kamera: Finley Prünger (Quelle: Matthias Schwarz)Von der AfD-Kundgebung zog die Elblandrevolte dann zu einer eigenen Aktion weiter. Zwölf Neonazis, darunter wieder Quentin M. J., bewegten sich zum Bahnhof Neustadt und zogen von dort über die Großenhainer Straße auf die Petrikirchstraße. Dort posierten sie in der Nähe der „Chemiefabrik“, einem Club, in dem vor allem Punk-, Hardcore-, HipHop-Acts auftreten und in den Augen der Neonazis als „links“ gilt. Auf dem Transparent stand die Losung: „Das System ist am Ende! Wir sind die Wende! #systemexit“, sowie die URL der Jungen Nationalisten. Mittlerweile hat die Gruppe das Foto von ihren öffentlichen Kanälen entfernt. Wortführer waren der aus Görlitz stammenden Finley Prügner, sowie der Dresdner Kurt Altrichter und eine Person aus dem Raum Meißen mit dem Instagram-Nickname „Kixy“. Die Gruppe trat in den letzten Monaten wiederholt in Erscheinung und fokussiert dabei vor allem die politischen Gegner: Unter anderem mobilisierte Elblandrevolte am 15. April 2024 nach Bautzen. Auf den Zugfahrten von und nach Bautzen wurden Bahnreisende und linke Personen attackiert. Teil der etwa 30-köpfigen Gruppe auch hier: Quentin M. J. Außerdem dabei: Lucas S. aus Heidenau, ein mutmaßlicher Mittäter beim Überfall auf die Plakatierteams
Screenshot vom Instagram-Kanal: Die Kameradschaft Elblandrevolte posiert in der Nähe der Chemiefabrik mit einem Transparent.Die Propaganda des rechts-nationalistischen Lagers von Freie Sachsen über AfD hat bei der Gruppe um Quentin M. J. offenbar verfangen und sie in ihrem Vorgehen bestärkt: Etwas mehr als 48 Stunden nach Besuch der Kundgebungen schlugen er und seine Begleiter im Stadtteil Striesen zu.
#1Mai2024 #AfD #Dresden #Elblandrevolte #FreieSachsen #QuentinJ_ #systemexit #Wahlkampf