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  1. Digitaler Wochenrückblick 14. September 2025

    “...gestern hörte ich von einer Bekannten, sie werde auf keinen Fall Signal installieren, da die Server in Russland stehen würden.” schreibt mir eine sehr gute Freundin des Hauses, die ich zuvor erfolgreich indoktriniert hatte. Wieder ein Beweis, dass Kolportage grundsätzlich effektiver ist, als Wissen. Früher war alles besser, da hieß es noch, „Wissen ist Macht“! Das hat sich seit dem Einzug von Social Media etwas zugunsten des freien Denkens verschoben, weil es unvorbelastet der Phantasie entspringen kann. Das hat sogar Vorteile für einfache Geister, die schlichtweg ihrer Einfalt ergeben sind. Um rauszufinden, ob die Server wirklich bei den Russen stehen, könnten sie eine Suchmaschine Ihrer Wahl benutzen. Leider haben diese Freigeister bereits eine Meinung, die vom Hörensagen kommt, das reicht zuverlässig.

    Im positiven Sinne könnte unterstellt werden, sie hätte es mit Telegram verwechselt. Daran ist nur richtig, dass es etwas mit Russland zu tun hat, denn Telegram hat russische Milliardäre als Eigentümer, aber auch keine Server mehr in Russland. Sie wollten einfach nicht von Staatsorganen infiltriert werden.

    Und Signal? Das ist eine gemeinnützige Stiftung nach US-amerikanischen Recht. Hervorgegangen aus „Textsecure“, ein Projekt, das einen Messenger mit „Privacy by Design“ – konsequente Ende-zu-Ende-Verschlüssung, keine Meta-Datenspeicherung oder Standortabfragen, entwickelt hat. Völlig werbefrei, kein kommerzielles Interesse. In sich bemerkenswert. Eine 50-Millionen-Dollar-Spende ermöglichte die Entwicklung zu fördern und fortan unter dem eingängigeren Namen „Signal” Freunde in der ganzen Welt zu finden. Und vom wem kam die 50-Millionen-Dollar-Spende? Das war einer der WhatsApp-Gründer, nachdem sie den ganzen Laden für 20 Milliarden US-Dollar an Facebook verkauft hatten. Was ist schon Geld…

    Dennoch ist und bleibt WhatsApp der Platzhirsch. Sonderlich sicher ist WhatsApp nicht, auch wenn es gerne suggeriert wird. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wurde später noch dran gepusselt, viel wichtiger aber, die Meta-Daten, also wer hat mit wem wie oft Kontakt und Standortdaten, der Zugriff auf Adressbuch und Kalender für WhatsApps sind zwingend notwendig – das ist das Datengold, um aussagekräftige Profile zu bilden, das lässt sich verkaufen und für sehr viele unterschiedliche Zwecke gewinnbringend auswerten. Dafür ist es aber umsonst! Äh, Signal doch auch – und alle anderen Dienste, die WhatsApp hat, hat Signal auch. Alles für umme.

    Was aber nicht heißt, dass bei WhatsApp auch etwas für die Sicherheit getan werden könnte. Finden wir bei arstechnica.com unter der Überschrift „Former WhatsApp security boss in lawsuit likens Meta’s culture to a ‘cult’“ wobei mir das Wort „cult“ in diesem Rahmen besonders gut gefällt und die Firmenkultur mit einer „Sekte“ verglichen wird. 2021 wurde Attaullah Baig Chef der Sicherheitsabteilung und hatte von Anbeginn alle Hände voll zu tun, theoretisch. Denn bei einer Sekte entscheidet nicht die Kompetenz, sondern hierarchisch geordnet von oben nach unten, was die Wahrheit ist und Geld bringt.

    Die Wahrheit von WhatsApp ist „Auf WhatsApp kann niemand Ihre persönlichen Nachrichten sehen oder hören … nicht einmal wir“, erklären sie. Passt gut zu dem Stuss, den ich öfter höre: „Ich hab doch nix zu verstecken“ und verschlüsselt ist es auch (wenn ich das unbedingt will). Nun, es ist WhatsApp völlig wurscht, ob ich Bomben bauen will oder Kinderpornos verschicken – allein mit den Meta-Daten lässt sich im Verbund mit anderen Datensätzen aus dem Facebookreich genügend anfangen.

    Sicher ist bei WhatsApp, dass nichts sicher ist, über drei Milliarden Menschen weltweit nutzen WhatsApp, das sind rund 70 Prozent aller Internetnutzer, China ausgenommen. Dicker noch in Good-Old-Germany, da greifen rund 94 Prozent auf WhatsApp zu und In-App-Commerce, AI-Chatbots, personalisierte Nachrichten und Click-to-WhatsApp Ads machen WhatsApp zum leistungsstärksten Direktkanal im digitalen Marketing-Mix – heißt es.

    Bei chatarmin.com finden wir neben Statisiken auch: „Penetration, Wachstum & Nutzerprofile
    Mit einer durchschnittlichen Penetrationsrate von über 94% gehört der DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) zu den WhatsApp-intensivsten Regionen weltweit. In keinem anderen europäischen Wirtschaftsraum ist die Durchdringung über Alters- und Berufsgruppen hinweg so ausgeprägt. Besonders bei Digital Natives und Berufstätigen im urbanen Raum ist WhatsApp der primäre Kommunikationskanal – oft noch vor E-Mail oder Telefon. Gleichzeitig zeigt sich, dass auch die Generation 60+ zunehmend digital kommuniziert: Mehr als die Hälfte nutzt WhatsApp regelmäßig, insbesondere für den Austausch mit Familie, Ärzten oder lokalen Dienstleistern. Für Marken im E-Commerce bedeutet das: WhatsApp bietet in DACH nicht nur Reichweite, sondern auch Tiefe – über alle Alterssegmente hinweg. Wer Customer Experience ernst nimmt, muss dieses Verhalten kanalübergreifend in seine Omnichannel-Strategie integrieren.“

    Da muss ich ein richtig schlechtes Gewissen haben, ein unamerikanisches Verhalten, WhatsApp nicht zu benutzen. Ich sehe ein, wenn ich privat ungestört kommunizieren will, dann muss ich auch ein bissel penetrieren lassen, ist völlig schmerzfrei.

    Attaullah Baig, der für die Sicherheit zuständig war, listet intern eine ganze Reihe von Misständen und Sicherheitslücken auf, auch eine drohende Klage der FTC (Federal Trade Commission) aufgrund eklatanter Datenschutzverstöße, nennt die Zahl von 100.000 WhatsApp-Konten, die täglich gehackt werden und bis zu 400.000 Nutzer, die jeden Tag aufgrund von Sicherheitsproblemen von ihren Chats ausgesperrt werden. Rund 400 Millionen Nutzerprofile würden für Identitätstdiebstahl missbraucht, weil Schutzmaßnahmen fehlen, die bei Signal selbstverständlich sind.

    Hinzu kommt, dass im Hause WhatsApp/Facebook rund 1500 Mitarbeiter uneingeschränkten Zugriff auf alle Nutzerdaten hatten und diese Daten beliebig verschieben, stehlen oder weitergeben konnten. Das ist Sicherheit, wenn’s richtig billig sein muss.

    Was nicht sein kann, braucht eine Lösung und die kommt – nicht zu den Vorwürfen, sondern zu ihrem Mitarbeiter. WhatsApp schreibt dazu:

    Leider handelt es sich hierbei um ein bekanntes Vorgehen, bei dem ein ehemaliger Mitarbeiter aufgrund schlechter Leistungen entlassen wird und anschließend mit verzerrten Behauptungen an die Öffentlichkeit geht, die die kontinuierliche harte Arbeit unseres Teams falsch darstellen. Sicherheit ist ein umkämpftes Feld, und wir sind stolz darauf, auf unserer soliden Erfolgsbilanz beim Schutz der Privatsphäre von Menschen aufzubauen.

    Was bleibt von Attaullah Baig und den Sicherheitslücken im digitalen Rauschen? Nicht mehr, als dass die Server von Signal in Russland stehen und WhatsApp sicher ist.

    Mir würde es besser gehen, wenn diese schlichten Geister den Wahllokalen fern bleiben würden, der Demokratie zuliebe.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  2. Digitaler Wochenrückblick 14. September 2025

    “...gestern hörte ich von einer Bekannten, sie werde auf keinen Fall Signal installieren, da die Server in Russland stehen würden.” schreibt mir eine sehr gute Freundin des Hauses, die ich zuvor erfolgreich indoktriniert hatte. Wieder ein Beweis, dass Kolportage grundsätzlich effektiver ist, als Wissen. Früher war alles besser, da hieß es noch, „Wissen ist Macht“! Das hat sich seit dem Einzug von Social Media etwas zugunsten des freien Denkens verschoben, weil es unvorbelastet der Phantasie entspringen kann. Das hat sogar Vorteile für einfache Geister, die schlichtweg ihrer Einfalt ergeben sind. Um rauszufinden, ob die Server wirklich bei den Russen stehen, könnten sie eine Suchmaschine Ihrer Wahl benutzen. Leider haben diese Freigeister bereits eine Meinung, die vom Hörensagen kommt, das reicht zuverlässig.

    Im positiven Sinne könnte unterstellt werden, sie hätte es mit Telegram verwechselt. Daran ist nur richtig, dass es etwas mit Russland zu tun hat, denn Telegram hat russische Milliardäre als Eigentümer, aber auch keine Server mehr in Russland. Sie wollten einfach nicht von Staatsorganen infiltriert werden.

    Und Signal? Das ist eine gemeinnützige Stiftung nach US-amerikanischen Recht. Hervorgegangen aus „Textsecure“, ein Projekt, das einen Messenger mit „Privacy by Design“ – konsequente Ende-zu-Ende-Verschlüssung, keine Meta-Datenspeicherung oder Standortabfragen, entwickelt hat. Völlig werbefrei, kein kommerzielles Interesse. In sich bemerkenswert. Eine 50-Millionen-Dollar-Spende ermöglichte die Entwicklung zu fördern und fortan unter dem eingängigeren Namen „Signal” Freunde in der ganzen Welt zu finden. Und vom wem kam die 50-Millionen-Dollar-Spende? Das war einer der WhatsApp-Gründer, nachdem sie den ganzen Laden für 20 Milliarden US-Dollar an Facebook verkauft hatten. Was ist schon Geld…

    Dennoch ist und bleibt WhatsApp der Platzhirsch. Sonderlich sicher ist WhatsApp nicht, auch wenn es gerne suggeriert wird. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wurde später noch dran gepusselt, viel wichtiger aber, die Meta-Daten, also wer hat mit wem wie oft Kontakt und Standortdaten, der Zugriff auf Adressbuch und Kalender für WhatsApps sind zwingend notwendig – das ist das Datengold, um aussagekräftige Profile zu bilden, das lässt sich verkaufen und für sehr viele unterschiedliche Zwecke gewinnbringend auswerten. Dafür ist es aber umsonst! Äh, Signal doch auch – und alle anderen Dienste, die WhatsApp hat, hat Signal auch. Alles für umme.

    Was aber nicht heißt, dass bei WhatsApp auch etwas für die Sicherheit getan werden könnte. Finden wir bei arstechnica.com unter der Überschrift „Former WhatsApp security boss in lawsuit likens Meta’s culture to a ‘cult’“ wobei mir das Wort „cult“ in diesem Rahmen besonders gut gefällt und die Firmenkultur mit einer „Sekte“ verglichen wird. 2021 wurde Attaullah Baig Chef der Sicherheitsabteilung und hatte von Anbeginn alle Hände voll zu tun, theoretisch. Denn bei einer Sekte entscheidet nicht die Kompetenz, sondern hierarchisch geordnet von oben nach unten, was die Wahrheit ist und Geld bringt.

    Die Wahrheit von WhatsApp ist „Auf WhatsApp kann niemand Ihre persönlichen Nachrichten sehen oder hören … nicht einmal wir“, erklären sie. Passt gut zu dem Stuss, den ich öfter höre: „Ich hab doch nix zu verstecken“ und verschlüsselt ist es auch (wenn ich das unbedingt will). Nun, es ist WhatsApp völlig wurscht, ob ich Bomben bauen will oder Kinderpornos verschicken – allein mit den Meta-Daten lässt sich im Verbund mit anderen Datensätzen aus dem Facebookreich genügend anfangen.

    Sicher ist bei WhatsApp, dass nichts sicher ist, über drei Milliarden Menschen weltweit nutzen WhatsApp, das sind rund 70 Prozent aller Internetnutzer, China ausgenommen. Dicker noch in Good-Old-Germany, da greifen rund 94 Prozent auf WhatsApp zu und In-App-Commerce, AI-Chatbots, personalisierte Nachrichten und Click-to-WhatsApp Ads machen WhatsApp zum leistungsstärksten Direktkanal im digitalen Marketing-Mix – heißt es.

    Bei chatarmin.com finden wir neben Statisiken auch: „Penetration, Wachstum & Nutzerprofile
    Mit einer durchschnittlichen Penetrationsrate von über 94% gehört der DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) zu den WhatsApp-intensivsten Regionen weltweit. In keinem anderen europäischen Wirtschaftsraum ist die Durchdringung über Alters- und Berufsgruppen hinweg so ausgeprägt. Besonders bei Digital Natives und Berufstätigen im urbanen Raum ist WhatsApp der primäre Kommunikationskanal – oft noch vor E-Mail oder Telefon. Gleichzeitig zeigt sich, dass auch die Generation 60+ zunehmend digital kommuniziert: Mehr als die Hälfte nutzt WhatsApp regelmäßig, insbesondere für den Austausch mit Familie, Ärzten oder lokalen Dienstleistern. Für Marken im E-Commerce bedeutet das: WhatsApp bietet in DACH nicht nur Reichweite, sondern auch Tiefe – über alle Alterssegmente hinweg. Wer Customer Experience ernst nimmt, muss dieses Verhalten kanalübergreifend in seine Omnichannel-Strategie integrieren.“

    Da muss ich ein richtig schlechtes Gewissen haben, ein unamerikanisches Verhalten, WhatsApp nicht zu benutzen. Ich sehe ein, wenn ich privat ungestört kommunizieren will, dann muss ich auch ein bissel penetrieren lassen, ist völlig schmerzfrei.

    Attaullah Baig, der für die Sicherheit zuständig war, listet intern eine ganze Reihe von Misständen und Sicherheitslücken auf, auch eine drohende Klage der FTC (Federal Trade Commission) aufgrund eklatanter Datenschutzverstöße, nennt die Zahl von 100.000 WhatsApp-Konten, die täglich gehackt werden und bis zu 400.000 Nutzer, die jeden Tag aufgrund von Sicherheitsproblemen von ihren Chats ausgesperrt werden. Rund 400 Millionen Nutzerprofile würden für Identitätstdiebstahl missbraucht, weil Schutzmaßnahmen fehlen, die bei Signal selbstverständlich sind.

    Hinzu kommt, dass im Hause WhatsApp/Facebook rund 1500 Mitarbeiter uneingeschränkten Zugriff auf alle Nutzerdaten hatten und diese Daten beliebig verschieben, stehlen oder weitergeben konnten. Das ist Sicherheit, wenn’s richtig billig sein muss.

    Was nicht sein kann, braucht eine Lösung und die kommt – nicht zu den Vorwürfen, sondern zu ihrem Mitarbeiter. WhatsApp schreibt dazu:

    Leider handelt es sich hierbei um ein bekanntes Vorgehen, bei dem ein ehemaliger Mitarbeiter aufgrund schlechter Leistungen entlassen wird und anschließend mit verzerrten Behauptungen an die Öffentlichkeit geht, die die kontinuierliche harte Arbeit unseres Teams falsch darstellen. Sicherheit ist ein umkämpftes Feld, und wir sind stolz darauf, auf unserer soliden Erfolgsbilanz beim Schutz der Privatsphäre von Menschen aufzubauen.

    Was bleibt von Attaullah Baig und den Sicherheitslücken im digitalen Rauschen? Nicht mehr, als dass die Server von Signal in Russland stehen und WhatsApp sicher ist.

    Mir würde es besser gehen, wenn diese schlichten Geister den Wahllokalen fern bleiben würden, der Demokratie zuliebe.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  3. Digitaler Wochenrückblick 14. September 2025

    “...gestern hörte ich von einer Bekannten, sie werde auf keinen Fall Signal installieren, da die Server in Russland stehen würden.” schreibt mir eine sehr gute Freundin des Hauses, die ich zuvor erfolgreich indoktriniert hatte. Wieder ein Beweis, dass Kolportage grundsätzlich effektiver ist, als Wissen. Früher war alles besser, da hieß es noch, „Wissen ist Macht“! Das hat sich seit dem Einzug von Social Media etwas zugunsten des freien Denkens verschoben, weil es unvorbelastet der Phantasie entspringen kann. Das hat sogar Vorteile für einfache Geister, die schlichtweg ihrer Einfalt ergeben sind. Um rauszufinden, ob die Server wirklich bei den Russen stehen, könnten sie eine Suchmaschine Ihrer Wahl benutzen. Leider haben diese Freigeister bereits eine Meinung, die vom Hörensagen kommt, das reicht zuverlässig.

    Im positiven Sinne könnte unterstellt werden, sie hätte es mit Telegram verwechselt. Daran ist nur richtig, dass es etwas mit Russland zu tun hat, denn Telegram hat russische Milliardäre als Eigentümer, aber auch keine Server mehr in Russland. Sie wollten einfach nicht von Staatsorganen infiltriert werden.

    Und Signal? Das ist eine gemeinnützige Stiftung nach US-amerikanischen Recht. Hervorgegangen aus „Textsecure“, ein Projekt, das einen Messenger mit „Privacy by Design“ – konsequente Ende-zu-Ende-Verschlüssung, keine Meta-Datenspeicherung oder Standortabfragen, entwickelt hat. Völlig werbefrei, kein kommerzielles Interesse. In sich bemerkenswert. Eine 50-Millionen-Dollar-Spende ermöglichte die Entwicklung zu fördern und fortan unter dem eingängigeren Namen „Signal” Freunde in der ganzen Welt zu finden. Und vom wem kam die 50-Millionen-Dollar-Spende? Das war einer der WhatsApp-Gründer, nachdem sie den ganzen Laden für 20 Milliarden US-Dollar an Facebook verkauft hatten. Was ist schon Geld…

    Dennoch ist und bleibt WhatsApp der Platzhirsch. Sonderlich sicher ist WhatsApp nicht, auch wenn es gerne suggeriert wird. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wurde später noch dran gepusselt, viel wichtiger aber, die Meta-Daten, also wer hat mit wem wie oft Kontakt und Standortdaten, der Zugriff auf Adressbuch und Kalender für WhatsApps sind zwingend notwendig – das ist das Datengold, um aussagekräftige Profile zu bilden, das lässt sich verkaufen und für sehr viele unterschiedliche Zwecke gewinnbringend auswerten. Dafür ist es aber umsonst! Äh, Signal doch auch – und alle anderen Dienste, die WhatsApp hat, hat Signal auch. Alles für umme.

    Was aber nicht heißt, dass bei WhatsApp auch etwas für die Sicherheit getan werden könnte. Finden wir bei arstechnica.com unter der Überschrift „Former WhatsApp security boss in lawsuit likens Meta’s culture to a ‘cult’“ wobei mir das Wort „cult“ in diesem Rahmen besonders gut gefällt und die Firmenkultur mit einer „Sekte“ verglichen wird. 2021 wurde Attaullah Baig Chef der Sicherheitsabteilung und hatte von Anbeginn alle Hände voll zu tun, theoretisch. Denn bei einer Sekte entscheidet nicht die Kompetenz, sondern hierarchisch geordnet von oben nach unten, was die Wahrheit ist und Geld bringt.

    Die Wahrheit von WhatsApp ist „Auf WhatsApp kann niemand Ihre persönlichen Nachrichten sehen oder hören … nicht einmal wir“, erklären sie. Passt gut zu dem Stuss, den ich öfter höre: „Ich hab doch nix zu verstecken“ und verschlüsselt ist es auch (wenn ich das unbedingt will). Nun, es ist WhatsApp völlig wurscht, ob ich Bomben bauen will oder Kinderpornos verschicken – allein mit den Meta-Daten lässt sich im Verbund mit anderen Datensätzen aus dem Facebookreich genügend anfangen.

    Sicher ist bei WhatsApp, dass nichts sicher ist, über drei Milliarden Menschen weltweit nutzen WhatsApp, das sind rund 70 Prozent aller Internetnutzer, China ausgenommen. Dicker noch in Good-Old-Germany, da greifen rund 94 Prozent auf WhatsApp zu und In-App-Commerce, AI-Chatbots, personalisierte Nachrichten und Click-to-WhatsApp Ads machen WhatsApp zum leistungsstärksten Direktkanal im digitalen Marketing-Mix – heißt es.

    Bei chatarmin.com finden wir neben Statisiken auch: „Penetration, Wachstum & Nutzerprofile
    Mit einer durchschnittlichen Penetrationsrate von über 94% gehört der DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) zu den WhatsApp-intensivsten Regionen weltweit. In keinem anderen europäischen Wirtschaftsraum ist die Durchdringung über Alters- und Berufsgruppen hinweg so ausgeprägt. Besonders bei Digital Natives und Berufstätigen im urbanen Raum ist WhatsApp der primäre Kommunikationskanal – oft noch vor E-Mail oder Telefon. Gleichzeitig zeigt sich, dass auch die Generation 60+ zunehmend digital kommuniziert: Mehr als die Hälfte nutzt WhatsApp regelmäßig, insbesondere für den Austausch mit Familie, Ärzten oder lokalen Dienstleistern. Für Marken im E-Commerce bedeutet das: WhatsApp bietet in DACH nicht nur Reichweite, sondern auch Tiefe – über alle Alterssegmente hinweg. Wer Customer Experience ernst nimmt, muss dieses Verhalten kanalübergreifend in seine Omnichannel-Strategie integrieren.“

    Da muss ich ein richtig schlechtes Gewissen haben, ein unamerikanisches Verhalten, WhatsApp nicht zu benutzen. Ich sehe ein, wenn ich privat ungestört kommunizieren will, dann muss ich auch ein bissel penetrieren lassen, ist völlig schmerzfrei.

    Attaullah Baig, der für die Sicherheit zuständig war, listet intern eine ganze Reihe von Misständen und Sicherheitslücken auf, auch eine drohende Klage der FTC (Federal Trade Commission) aufgrund eklatanter Datenschutzverstöße, nennt die Zahl von 100.000 WhatsApp-Konten, die täglich gehackt werden und bis zu 400.000 Nutzer, die jeden Tag aufgrund von Sicherheitsproblemen von ihren Chats ausgesperrt werden. Rund 400 Millionen Nutzerprofile würden für Identitätstdiebstahl missbraucht, weil Schutzmaßnahmen fehlen, die bei Signal selbstverständlich sind.

    Hinzu kommt, dass im Hause WhatsApp/Facebook rund 1500 Mitarbeiter uneingeschränkten Zugriff auf alle Nutzerdaten hatten und diese Daten beliebig verschieben, stehlen oder weitergeben konnten. Das ist Sicherheit, wenn’s richtig billig sein muss.

    Was nicht sein kann, braucht eine Lösung und die kommt – nicht zu den Vorwürfen, sondern zu ihrem Mitarbeiter. WhatsApp schreibt dazu:

    Leider handelt es sich hierbei um ein bekanntes Vorgehen, bei dem ein ehemaliger Mitarbeiter aufgrund schlechter Leistungen entlassen wird und anschließend mit verzerrten Behauptungen an die Öffentlichkeit geht, die die kontinuierliche harte Arbeit unseres Teams falsch darstellen. Sicherheit ist ein umkämpftes Feld, und wir sind stolz darauf, auf unserer soliden Erfolgsbilanz beim Schutz der Privatsphäre von Menschen aufzubauen.

    Was bleibt von Attaullah Baig und den Sicherheitslücken im digitalen Rauschen? Nicht mehr, als dass die Server von Signal in Russland stehen und WhatsApp sicher ist.

    Mir würde es besser gehen, wenn diese schlichten Geister den Wahllokalen fern bleiben würden, der Demokratie zuliebe.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  4. Digitaler Wochenrückblick 7. September 2025

    Die Welt hat genug von „Cyber-Kriminellen“, es gibt jetzt einen „Cyber-Apostel“, heute am 7. September 2025 wird Carlo Acutis (1991 – 2006) heiliggesprochen. „Ein Heiliger für die Jugend“ titelt das Bistum Regensburg

    Die Reliquien des toten Jungen wurden auch in Deutschland ausgestellt, am 22. Juli 2024 pilgerten viele Menschen zu den Acutis-Reliquien. Im Kloster Weltenburg wurden sie mit einer Andacht und einer Prozession gewürdigt. Der „Gottes Influencer“ erfährt seine Heiligsprechung heute auf dem Petersplatz in Rom. Für die katholische Kirche sei das Leben des kleinen Computergenies Vorbild, um vor allem jüngere Menschen wieder an den katholischen Glauben heranzuführen.

    Vor der Verheiligung kam natürlich erst seine Seligsprechung, das war bereits 2022. Zuvor wurde sein Leichnam exhumiert, und weil es dem Publikum vor dem gläsernen Sarg schaudern würde, beim Anblick einer verwesten Leiche, wurde der Junge mit Silikon und Formalin sauber aufgehübscht – und das ist so gut gelungen wie bei Mao. Der wesentliche Unterschied ist das Herz, anders als bei Mao wurde es dem Leichnam entnommen und die Reste in ein Goldgefäß umgefüllt, weil es sich als Reliquie hervorragend eignet.

    Beim Blick, auf das, was das kleine Computergenie erschaffen hat, um die Jugend zu begeistern, finden wir leider keinen Facebook-Auftritt, nichts von ihm auf Instagram, TikTok oder X. Was jetzt nicht sonderlich verwunderlich ist, es gab es einfach noch nicht. Er hätte es wohl gekonnt, auf der Seite für „Eucharistische Wunder“  heißt es ausdrücklich über ihn „Am Computer beschäftigte sich Carlo aber nicht nur mit Programmierung, er montierte auch Videos, gestaltete Webseiten und gab Comic- Hefte heraus, um deren Layout er sich selbst kümmerte.“ Geblieben ist davon.. nichts – außer ein paar PDF-Dokumente auf der nachgebildeten Wunderseite.

    Wie soll damit die heutige Jugend begeistert werden? Nun, erhellend findet sich auf der Hinweis: „Die Modernität Carlos verband sich harmonisch mit seinem eucharistischen Leben und seiner tiefen Marienverehrung und machte aus ihm einen ganz besonderen Menschen, der von allen bewundert und geliebt wurde.“ Das wird wohl so sein, wenn ich mir die Influencer für Marienverehrung auf den verschiedenen Plattformen so ansehe, hat die Kirche einen Treffer gelandet. Wer zu dem Thema noch ein paar unappetitliche Details sucht, dem sei bei der taz der Artikel „Auch tote Jungen kann man noch missbrauchen“ empfohlen oder der Wikipedia-Eintrag dazu.

    Positiv sollten wir sehen, dass die katholische Kirche die Frist für eine Heiligsprechung gesenkt hat, denn die betrug mindestens 50 Jahre nach dem irdischen Ableben. Wenn die katholische Kirche so schwungvoll mit der Zeit geht, dann wäre die Heiligsprechung noch lebender Frauen und Männer der logische nächste Schritt – auch wenn sich sofort eine lange Schlange bilden würde, die allesamt so unerschütterlich im Glauben verwurzelt sind, wie zum Beispiel Donald Trump.

    Der glaubt nämlich, dass seine nordamerikanischen Digitalkonzerne von der EU unfair behandelt werden und verkauft deshalb Ablassbriefe (vormals Zölle genannt). Nur deshalb, weil die Ungläubigen in Europa Google mit einer drei Milliarden-Strafe aufgrund von Verstößen gegen Wettbewerbsregeln maßregeln wollen. Trump sieht, dass damit „ein großartiges amerikanisches Unternehmen“, Google, Schaden nehmen könnte. Schließlich muss er in diesen Glaubensfragen einschreiten, wenn einzelne Teile der Welt Regeln haben, die die nordamerikanische Wirtschaft ausbremsen könnten. Nordamerikanisches Recht für die Welt, Artikel 301 des US-Handelsrechts sieht Zölle also Reaktion auf unfaire Handelspraktiken vor.

    Unter dem Strich bedeutet das nichts anderes als, US-Recht bricht EU-Recht, das müssen wir einsehen. Den Treibstoff für diese Geschäftsmodelle liefern wir kostenfrei in Form von Daten, üppig. Es wäre vermessen, wenn wir eigene Vermarktungsformen in diesem Rahmen etablieren wollen, auch das schadet der US-amerikanischen Wirtschaft.

    Seinen Ablasshandel mögen wir als grotesk empfinden, aber als Führer einer starken Glaubensgemeinschaft hat er alle Mittel in der Hand, auch in Europa mitzuregieren – ganz ohne Wahlen, nur vom Glauben gelenkt.

    Wir könnten uns vielleicht weniger materiellen Glaubensfragen widmen und die eigenen Leistungen sehen. Der schnellste Supercomputer Europas steht in Jülich, er kann das, was US-amerikanische Supercomputer in der Wissenschaft nicht mehr dürfen, zum Beispiel Klimamodelle berechnen und er kann KI-Modelle mit riesigen Datenmengen verarbeiten, nach EU-Regeln und nicht nach Vorgaben von Facebook für deren ChatBots.

    Wir sind zwar Spitze, wissen leider dennoch nicht, wo wir stehen, denn Amazon, Microsoft oder Google veröffentlichen die Kennzahlen ihrer noch leistungsfähigeren Großgeräte nicht. Sicher dürfte jedoch sein, dass sie nicht für Wissenschaft und Forschung eingesetzt werden und somit der Allgemeinheit zugutekommen, sondern ausschließlich der US-amerikanischen Wirtschaft.

    Ich weiß jetzt nicht was besser ist…, für uns.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  5. Digitaler Wochenrückblick 7. September 2025

    Die Welt hat genug von „Cyber-Kriminellen“, es gibt jetzt einen „Cyber-Apostel“, heute am 7. September 2025 wird Carlo Acutis (1991 – 2006) heiliggesprochen. „Ein Heiliger für die Jugend“ titelt das Bistum Regensburg

    Die Reliquien des toten Jungen wurden auch in Deutschland ausgestellt, am 22. Juli 2024 pilgerten viele Menschen zu den Acutis-Reliquien. Im Kloster Weltenburg wurden sie mit einer Andacht und einer Prozession gewürdigt. Der „Gottes Influencer“ erfährt seine Heiligsprechung heute auf dem Petersplatz in Rom. Für die katholische Kirche sei das Leben des kleinen Computergenies Vorbild, um vor allem jüngere Menschen wieder an den katholischen Glauben heranzuführen.

    Vor der Verheiligung kam natürlich erst seine Seligsprechung, das war bereits 2022. Zuvor wurde sein Leichnam exhumiert, und weil es dem Publikum vor dem gläsernen Sarg schaudern würde, beim Anblick einer verwesten Leiche, wurde der Junge mit Silikon und Formalin sauber aufgehübscht – und das ist so gut gelungen wie bei Mao. Der wesentliche Unterschied ist das Herz, anders als bei Mao wurde es dem Leichnam entnommen und die Reste in ein Goldgefäß umgefüllt, weil es sich als Reliquie hervorragend eignet.

    Beim Blick, auf das, was das kleine Computergenie erschaffen hat, um die Jugend zu begeistern, finden wir leider keinen Facebook-Auftritt, nichts von ihm auf Instagram, TikTok oder X. Was jetzt nicht sonderlich verwunderlich ist, es gab es einfach noch nicht. Er hätte es wohl gekonnt, auf der Seite für „Eucharistische Wunder“  heißt es ausdrücklich über ihn „Am Computer beschäftigte sich Carlo aber nicht nur mit Programmierung, er montierte auch Videos, gestaltete Webseiten und gab Comic- Hefte heraus, um deren Layout er sich selbst kümmerte.“ Geblieben ist davon.. nichts – außer ein paar PDF-Dokumente auf der nachgebildeten Wunderseite.

    Wie soll damit die heutige Jugend begeistert werden? Nun, erhellend findet sich auf der Hinweis: „Die Modernität Carlos verband sich harmonisch mit seinem eucharistischen Leben und seiner tiefen Marienverehrung und machte aus ihm einen ganz besonderen Menschen, der von allen bewundert und geliebt wurde.“ Das wird wohl so sein, wenn ich mir die Influencer für Marienverehrung auf den verschiedenen Plattformen so ansehe, hat die Kirche einen Treffer gelandet. Wer zu dem Thema noch ein paar unappetitliche Details sucht, dem sei bei der taz der Artikel „Auch tote Jungen kann man noch missbrauchen“ empfohlen oder der Wikipedia-Eintrag dazu.

    Positiv sollten wir sehen, dass die katholische Kirche die Frist für eine Heiligsprechung gesenkt hat, denn die betrug mindestens 50 Jahre nach dem irdischen Ableben. Wenn die katholische Kirche so schwungvoll mit der Zeit geht, dann wäre die Heiligsprechung noch lebender Frauen und Männer der logische nächste Schritt – auch wenn sich sofort eine lange Schlange bilden würde, die allesamt so unerschütterlich im Glauben verwurzelt sind, wie zum Beispiel Donald Trump.

    Der glaubt nämlich, dass seine nordamerikanischen Digitalkonzerne von der EU unfair behandelt werden und verkauft deshalb Ablassbriefe (vormals Zölle genannt). Nur deshalb, weil die Ungläubigen in Europa Google mit einer drei Milliarden-Strafe aufgrund von Verstößen gegen Wettbewerbsregeln maßregeln wollen. Trump sieht, dass damit „ein großartiges amerikanisches Unternehmen“, Google, Schaden nehmen könnte. Schließlich muss er in diesen Glaubensfragen einschreiten, wenn einzelne Teile der Welt Regeln haben, die die nordamerikanische Wirtschaft ausbremsen könnten. Nordamerikanisches Recht für die Welt, Artikel 301 des US-Handelsrechts sieht Zölle also Reaktion auf unfaire Handelspraktiken vor.

    Unter dem Strich bedeutet das nichts anderes als, US-Recht bricht EU-Recht, das müssen wir einsehen. Den Treibstoff für diese Geschäftsmodelle liefern wir kostenfrei in Form von Daten, üppig. Es wäre vermessen, wenn wir eigene Vermarktungsformen in diesem Rahmen etablieren wollen, auch das schadet der US-amerikanischen Wirtschaft.

    Seinen Ablasshandel mögen wir als grotesk empfinden, aber als Führer einer starken Glaubensgemeinschaft hat er alle Mittel in der Hand, auch in Europa mitzuregieren – ganz ohne Wahlen, nur vom Glauben gelenkt.

    Wir könnten uns vielleicht weniger materiellen Glaubensfragen widmen und die eigenen Leistungen sehen. Der schnellste Supercomputer Europas steht in Jülich, er kann das, was US-amerikanische Supercomputer in der Wissenschaft nicht mehr dürfen, zum Beispiel Klimamodelle berechnen und er kann KI-Modelle mit riesigen Datenmengen verarbeiten, nach EU-Regeln und nicht nach Vorgaben von Facebook für deren ChatBots.

    Wir sind zwar Spitze, wissen leider dennoch nicht, wo wir stehen, denn Amazon, Microsoft oder Google veröffentlichen die Kennzahlen ihrer noch leistungsfähigeren Großgeräte nicht. Sicher dürfte jedoch sein, dass sie nicht für Wissenschaft und Forschung eingesetzt werden und somit der Allgemeinheit zugutekommen, sondern ausschließlich der US-amerikanischen Wirtschaft.

    Ich weiß jetzt nicht was besser ist…, für uns.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  6. Digitaler Wochenrückblick 7. September 2025

    Die Welt hat genug von „Cyber-Kriminellen“, es gibt jetzt einen „Cyber-Apostel“, heute am 7. September 2025 wird Carlo Acutis (1991 – 2006) heiliggesprochen. „Ein Heiliger für die Jugend“ titelt das Bistum Regensburg

    Die Reliquien des toten Jungen wurden auch in Deutschland ausgestellt, am 22. Juli 2024 pilgerten viele Menschen zu den Acutis-Reliquien. Im Kloster Weltenburg wurden sie mit einer Andacht und einer Prozession gewürdigt. Der „Gottes Influencer“ erfährt seine Heiligsprechung heute auf dem Petersplatz in Rom. Für die katholische Kirche sei das Leben des kleinen Computergenies Vorbild, um vor allem jüngere Menschen wieder an den katholischen Glauben heranzuführen.

    Vor der Verheiligung kam natürlich erst seine Seligsprechung, das war bereits 2022. Zuvor wurde sein Leichnam exhumiert, und weil es dem Publikum vor dem gläsernen Sarg schaudern würde, beim Anblick einer verwesten Leiche, wurde der Junge mit Silikon und Formalin sauber aufgehübscht – und das ist so gut gelungen wie bei Mao. Der wesentliche Unterschied ist das Herz, anders als bei Mao wurde es dem Leichnam entnommen und die Reste in ein Goldgefäß umgefüllt, weil es sich als Reliquie hervorragend eignet.

    Beim Blick, auf das, was das kleine Computergenie erschaffen hat, um die Jugend zu begeistern, finden wir leider keinen Facebook-Auftritt, nichts von ihm auf Instagram, TikTok oder X. Was jetzt nicht sonderlich verwunderlich ist, es gab es einfach noch nicht. Er hätte es wohl gekonnt, auf der Seite für „Eucharistische Wunder“  heißt es ausdrücklich über ihn „Am Computer beschäftigte sich Carlo aber nicht nur mit Programmierung, er montierte auch Videos, gestaltete Webseiten und gab Comic- Hefte heraus, um deren Layout er sich selbst kümmerte.“ Geblieben ist davon.. nichts – außer ein paar PDF-Dokumente auf der nachgebildeten Wunderseite.

    Wie soll damit die heutige Jugend begeistert werden? Nun, erhellend findet sich auf der Hinweis: „Die Modernität Carlos verband sich harmonisch mit seinem eucharistischen Leben und seiner tiefen Marienverehrung und machte aus ihm einen ganz besonderen Menschen, der von allen bewundert und geliebt wurde.“ Das wird wohl so sein, wenn ich mir die Influencer für Marienverehrung auf den verschiedenen Plattformen so ansehe, hat die Kirche einen Treffer gelandet. Wer zu dem Thema noch ein paar unappetitliche Details sucht, dem sei bei der taz der Artikel „Auch tote Jungen kann man noch missbrauchen“ empfohlen oder der Wikipedia-Eintrag dazu.

    Positiv sollten wir sehen, dass die katholische Kirche die Frist für eine Heiligsprechung gesenkt hat, denn die betrug mindestens 50 Jahre nach dem irdischen Ableben. Wenn die katholische Kirche so schwungvoll mit der Zeit geht, dann wäre die Heiligsprechung noch lebender Frauen und Männer der logische nächste Schritt – auch wenn sich sofort eine lange Schlange bilden würde, die allesamt so unerschütterlich im Glauben verwurzelt sind, wie zum Beispiel Donald Trump.

    Der glaubt nämlich, dass seine nordamerikanischen Digitalkonzerne von der EU unfair behandelt werden und verkauft deshalb Ablassbriefe (vormals Zölle genannt). Nur deshalb, weil die Ungläubigen in Europa Google mit einer drei Milliarden-Strafe aufgrund von Verstößen gegen Wettbewerbsregeln maßregeln wollen. Trump sieht, dass damit „ein großartiges amerikanisches Unternehmen“, Google, Schaden nehmen könnte. Schließlich muss er in diesen Glaubensfragen einschreiten, wenn einzelne Teile der Welt Regeln haben, die die nordamerikanische Wirtschaft ausbremsen könnten. Nordamerikanisches Recht für die Welt, Artikel 301 des US-Handelsrechts sieht Zölle also Reaktion auf unfaire Handelspraktiken vor.

    Unter dem Strich bedeutet das nichts anderes als, US-Recht bricht EU-Recht, das müssen wir einsehen. Den Treibstoff für diese Geschäftsmodelle liefern wir kostenfrei in Form von Daten, üppig. Es wäre vermessen, wenn wir eigene Vermarktungsformen in diesem Rahmen etablieren wollen, auch das schadet der US-amerikanischen Wirtschaft.

    Seinen Ablasshandel mögen wir als grotesk empfinden, aber als Führer einer starken Glaubensgemeinschaft hat er alle Mittel in der Hand, auch in Europa mitzuregieren – ganz ohne Wahlen, nur vom Glauben gelenkt.

    Wir könnten uns vielleicht weniger materiellen Glaubensfragen widmen und die eigenen Leistungen sehen. Der schnellste Supercomputer Europas steht in Jülich, er kann das, was US-amerikanische Supercomputer in der Wissenschaft nicht mehr dürfen, zum Beispiel Klimamodelle berechnen und er kann KI-Modelle mit riesigen Datenmengen verarbeiten, nach EU-Regeln und nicht nach Vorgaben von Facebook für deren ChatBots.

    Wir sind zwar Spitze, wissen leider dennoch nicht, wo wir stehen, denn Amazon, Microsoft oder Google veröffentlichen die Kennzahlen ihrer noch leistungsfähigeren Großgeräte nicht. Sicher dürfte jedoch sein, dass sie nicht für Wissenschaft und Forschung eingesetzt werden und somit der Allgemeinheit zugutekommen, sondern ausschließlich der US-amerikanischen Wirtschaft.

    Ich weiß jetzt nicht was besser ist…, für uns.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  7. Digitaler Wochenrückblick 36. KW 2025

    Er hat es wieder getan! Die Bockwurst gibt Vollgas. Es gibt die Möglichkeit mittels feingeistiger Getränke oder bewusstseinserweiternder Hilfsmittel einen Zustand vollkommener Glückseligkeit anzustreben. Sobald die Wirkung nachlässt, kehrt der gesunde Menschenverstand zurück. Der Stuss, den ich – ganz ohne KI – halluziniert habe, erweist sich schnell als Blödsinn.

    Es gibt aber Menschen, die verzichten komplett auf Alkohol und Drogen, nur leider ist deren Zustand mit und ohne diesen anregenden Zusatz gleichbleibend, was auf einen IQ nahe Zimmertemperatur schließen lässt.

    Und das ist es, was höchst bewundernswert ist: ganz ohne billigen Fusel oder Crack, nur seinem Intellekt geschuldet, möchte er zum Schutz von deutschen Digitalwerten einen „Cyber-Dome“ errichten, hoch wie das „Ulmer Münster“, tief wie „Hitlers Katakomben“ am Obersalzberg. Das quillt aus ihm heraus, wie bei einer Bockwurst die zu heiß gebadet wurde.

    Ich stelle mir gerade seine Berater vor, die zwischen Pizzakartons und einer Dose Hansa-Pils Spaß haben: „Lass ihn Cyber-Dome sagen!“ – „Der weiß doch gar nicht was das ist!“ – „Ich doch auch nicht, der soll es nur sagen!“ – und schon steigt eine wunderbare Blase aus dem Sommerloch auf.

    Ganz American Style braucht es mehr Befugnisse für Sicherheitsbehörden und ein Konzept für ein Abwehrsystem, den „Cyber-Dome“ – wir zwingen die Kriminellen an der Grenze mit Waffengewalt nieder, Bomben und Raketen hört er schon fliegen, wie beim „Iron-Dome“ Israels, nur mit dem Sound von V2-Raketen.

    Irgendwann merkt der vielleicht, wie teuer das werden könnte. Bleiben immer noch scharfe Grenzkontrollen, damit die bösen Bits und Bytes aus Russland oder China nicht reinkommen. Damit kennt er sich aus, so eine Art Endlösung für unwertes Digitalgut.

    Die Migranten, die wir jetzt hier haben, kamen nicht nur über die Ostgrenzen, die sind genauso aus dem Westen über uns hergefallen.

    Gäbe es einen „Cyber-Dome“, dann müsste der mit seiner geballten Kampfeslust auch die westlichen Grenzen schützen. Nur wie? Geradezu unmöglich, denn das schleicht sich durch offene Türen hinten rein.

    Um das mal zu zeigen, es gibt das „Common Vulnerability Scoring System“, abgekürzt CVSS, zur Beschreibung von Sicherheitslücken. So ähnlich wie bei Erdbeben, nur ist die Richterskala nach oben hin nicht offen, sondern bei 10 ist Schluss. Was bleibt nach einem Super-Gau noch übrig? Nichts. Davor wird es allerdings schon ziemlich heiß, verdammt heiß.

    Auch wenn es einem Tanz auf dem Vulkan gleicht, ruhig bleiben, wegsehen, wird schon nicht so schlimm. Klar, Microsoft erklärt die schwefelige Duftnote aus der Hölle als Sicherheitsübung für gelangweilte ITler. Wie zum Beispiel die Sicherheitslücke in „Sharepoint“, von der besonders deutsche Unternehmen und Behörden betroffen waren und auch noch sind. Lesen wir sogar bei der Tagesschau.

    Wie groß war dann das Loch? Die Einstufung der Sharepoint-Sicherheitslücke auf der CVSS-Skala von 0 bis 10 wurde als „9.8“ eingestuft. Was so viel heißt, ich komm vorbei und seh bei dir mal rein. Untätig war bei diesem Riesenloch Microsoft nicht, sie haben ein Pflaster (fachsprachlich auch „Patch“ genannt) nachgereicht, um die undichte Stelle zu stopfen. Und danach war das unförmige Schlauchboot dicht? Nein! Den Flicken, den Microsoft angeboten hat, war kosmetischer Natur, um zu zeigen, so schlimm ist das doch gar nicht, die „9.8“! Der Flicken war von solch bescheidener Qualität, das nur einziges  Zeichen hinzugefügt werden musste und die „9.8“ war nach der Reparatur wieder gegeben.

    Amüsantes Detail am Rande: Microsoft wusste schon im Mai um das kleine Problem. Wer jetzt nicht weiß, was „Sharepoint“ ist, macht nix, es arbeiten fast alle in Firmen und Behörden damit.

    Was aber jeder kennt, sind diese Verknüpfungen, sie finden sich auf jedem Desktop, zum Beispiel der „Papierkorb“, der steht nicht auf dem Schreibtisch, sondern das ist nur ein Hinweisschild zum digitalen Abgrund.

    Es wäre nicht Microsoft, wenn mit so einem Hinweisschild nicht noch was anzufangen wäre, also für die, die wissen, was zusätzlich möglich ist. Dazu heißt es von den Entdeckern der Zero-Day-Lücke der LNK-Verknüpfungsdateien „Die Schwachstelle ermöglicht Angreifern aus dem Netz, beliebigen Code auf betroffenen Installationen von Microsoft Windows auszuführen.“ Dicker geht es kaum, bleibt die o.g. Erdbebenwarnung mit einem CCVS-Score von „7“, Risiko „hoch“. („9.8“ ist eine Meisterleistung, das schafft auch Microsoft nicht immer). Äh, ja, Microsoft sieht den Schweregrad der Sicherheitslücke nicht so dramatisch, eine Behandlung dieser Lücke ist nicht vorgesehen. Nun, das ist so ein Computer, der auf deinem Schreibtisch steht, der betroffen sein könnte, oder auch nicht – aber es zeigt sich ein Hoffnungsschimmer am Himmel!

    Denn jetzt, jetzt endlich greift die Politik kompetent und mutig ein, errichtet für dich einen „Cyber-Dome“ hoch wie das „Ulmer Münster“, tief wie „Hitlers Katakomben“ am Obersalzberg, mit Bomben und Raketen wie beim „Iron-Dome“ Israels, nur mit dem Sound von V2-Raketen.

    Geht aber auch billiger: wir geben keine Bockwurst mehr in die Politik, schaffen Windows ab und machen selbst was.

    … hmm, man wird ja auch mal träumen dürfen!

    Krönchenaufgabe für die geneigte Leserin oder Leser:
    Wer ist die Bockwurst?

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  8. Digitaler Wochenrückblick 36. KW 2025

    Er hat es wieder getan! Die Bockwurst gibt Vollgas. Es gibt die Möglichkeit mittels feingeistiger Getränke oder bewusstseinserweiternder Hilfsmittel einen Zustand vollkommener Glückseligkeit anzustreben. Sobald die Wirkung nachlässt, kehrt der gesunde Menschenverstand zurück. Der Stuss, den ich – ganz ohne KI – halluziniert habe, erweist sich schnell als Blödsinn.

    Es gibt aber Menschen, die verzichten komplett auf Alkohol und Drogen, nur leider ist deren Zustand mit und ohne diesen anregenden Zusatz gleichbleibend, was auf einen IQ nahe Zimmertemperatur schließen lässt.

    Und das ist es, was höchst bewundernswert ist: ganz ohne billigen Fusel oder Crack, nur seinem Intellekt geschuldet, möchte er zum Schutz von deutschen Digitalwerten einen „Cyber-Dome“ errichten, hoch wie das „Ulmer Münster“, tief wie „Hitlers Katakomben“ am Obersalzberg. Das quillt aus ihm heraus, wie bei einer Bockwurst die zu heiß gebadet wurde.

    Ich stelle mir gerade seine Berater vor, die zwischen Pizzakartons und einer Dose Hansa-Pils Spaß haben: „Lass ihn Cyber-Dome sagen!“ – „Der weiß doch gar nicht was das ist!“ – „Ich doch auch nicht, der soll es nur sagen!“ – und schon steigt eine wunderbare Blase aus dem Sommerloch auf.

    Ganz American Style braucht es mehr Befugnisse für Sicherheitsbehörden und ein Konzept für ein Abwehrsystem, den „Cyber-Dome“ – wir zwingen die Kriminellen an der Grenze mit Waffengewalt nieder, Bomben und Raketen hört er schon fliegen, wie beim „Iron-Dome“ Israels, nur mit dem Sound von V2-Raketen.

    Irgendwann merkt der vielleicht, wie teuer das werden könnte. Bleiben immer noch scharfe Grenzkontrollen, damit die bösen Bits und Bytes aus Russland oder China nicht reinkommen. Damit kennt er sich aus, so eine Art Endlösung für unwertes Digitalgut.

    Die Migranten, die wir jetzt hier haben, kamen nicht nur über die Ostgrenzen, die sind genauso aus dem Westen über uns hergefallen.

    Gäbe es einen „Cyber-Dome“, dann müsste der mit seiner geballten Kampfeslust auch die westlichen Grenzen schützen. Nur wie? Geradezu unmöglich, denn das schleicht sich durch offene Türen hinten rein.

    Um das mal zu zeigen, es gibt das „Common Vulnerability Scoring System“, abgekürzt CVSS, zur Beschreibung von Sicherheitslücken. So ähnlich wie bei Erdbeben, nur ist die Richterskala nach oben hin nicht offen, sondern bei 10 ist Schluss. Was bleibt nach einem Super-Gau noch übrig? Nichts. Davor wird es allerdings schon ziemlich heiß, verdammt heiß.

    Auch wenn es einem Tanz auf dem Vulkan gleicht, ruhig bleiben, wegsehen, wird schon nicht so schlimm. Klar, Microsoft erklärt die schwefelige Duftnote aus der Hölle als Sicherheitsübung für gelangweilte ITler. Wie zum Beispiel die Sicherheitslücke in „Sharepoint“, von der besonders deutsche Unternehmen und Behörden betroffen waren und auch noch sind. Lesen wir sogar bei der Tagesschau.

    Wie groß war dann das Loch? Die Einstufung der Sharepoint-Sicherheitslücke auf der CVSS-Skala von 0 bis 10 wurde als „9.8“ eingestuft. Was so viel heißt, ich komm vorbei und seh bei dir mal rein. Untätig war bei diesem Riesenloch Microsoft nicht, sie haben ein Pflaster (fachsprachlich auch „Patch“ genannt) nachgereicht, um die undichte Stelle zu stopfen. Und danach war das unförmige Schlauchboot dicht? Nein! Den Flicken, den Microsoft angeboten hat, war kosmetischer Natur, um zu zeigen, so schlimm ist das doch gar nicht, die „9.8“! Der Flicken war von solch bescheidener Qualität, das nur einziges  Zeichen hinzugefügt werden musste und die „9.8“ war nach der Reparatur wieder gegeben.

    Amüsantes Detail am Rande: Microsoft wusste schon im Mai um das kleine Problem. Wer jetzt nicht weiß, was „Sharepoint“ ist, macht nix, es arbeiten fast alle in Firmen und Behörden damit.

    Was aber jeder kennt, sind diese Verknüpfungen, sie finden sich auf jedem Desktop, zum Beispiel der „Papierkorb“, der steht nicht auf dem Schreibtisch, sondern das ist nur ein Hinweisschild zum digitalen Abgrund.

    Es wäre nicht Microsoft, wenn mit so einem Hinweisschild nicht noch was anzufangen wäre, also für die, die wissen, was zusätzlich möglich ist. Dazu heißt es von den Entdeckern der Zero-Day-Lücke der LNK-Verknüpfungsdateien „Die Schwachstelle ermöglicht Angreifern aus dem Netz, beliebigen Code auf betroffenen Installationen von Microsoft Windows auszuführen.“ Dicker geht es kaum, bleibt die o.g. Erdbebenwarnung mit einem CCVS-Score von „7“, Risiko „hoch“. („9.8“ ist eine Meisterleistung, das schafft auch Microsoft nicht immer). Äh, ja, Microsoft sieht den Schweregrad der Sicherheitslücke nicht so dramatisch, eine Behandlung dieser Lücke ist nicht vorgesehen. Nun, das ist so ein Computer, der auf deinem Schreibtisch steht, der betroffen sein könnte, oder auch nicht – aber es zeigt sich ein Hoffnungsschimmer am Himmel!

    Denn jetzt, jetzt endlich greift die Politik kompetent und mutig ein, errichtet für dich einen „Cyber-Dome“ hoch wie das „Ulmer Münster“, tief wie „Hitlers Katakomben“ am Obersalzberg, mit Bomben und Raketen wie beim „Iron-Dome“ Israels, nur mit dem Sound von V2-Raketen.

    Geht aber auch billiger: wir geben keine Bockwurst mehr in die Politik, schaffen Windows ab und machen selbst was.

    … hmm, man wird ja auch mal träumen dürfen!

    Krönchenaufgabe für die geneigte Leserin oder Leser:
    Wer ist die Bockwurst?

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  9. Digitaler Wochenrückblick 36. KW 2025

    Er hat es wieder getan! Die Bockwurst gibt Vollgas. Es gibt die Möglichkeit mittels feingeistiger Getränke oder bewusstseinserweiternder Hilfsmittel einen Zustand vollkommener Glückseligkeit anzustreben. Sobald die Wirkung nachlässt, kehrt der gesunde Menschenverstand zurück. Der Stuss, den ich – ganz ohne KI – halluziniert habe, erweist sich schnell als Blödsinn.

    Es gibt aber Menschen, die verzichten komplett auf Alkohol und Drogen, nur leider ist deren Zustand mit und ohne diesen anregenden Zusatz gleichbleibend, was auf einen IQ nahe Zimmertemperatur schließen lässt.

    Und das ist es, was höchst bewundernswert ist: ganz ohne billigen Fusel oder Crack, nur seinem Intellekt geschuldet, möchte er zum Schutz von deutschen Digitalwerten einen „Cyber-Dome“ errichten, hoch wie das „Ulmer Münster“, tief wie „Hitlers Katakomben“ am Obersalzberg. Das quillt aus ihm heraus, wie bei einer Bockwurst die zu heiß gebadet wurde.

    Ich stelle mir gerade seine Berater vor, die zwischen Pizzakartons und einer Dose Hansa-Pils Spaß haben: „Lass ihn Cyber-Dome sagen!“ – „Der weiß doch gar nicht was das ist!“ – „Ich doch auch nicht, der soll es nur sagen!“ – und schon steigt eine wunderbare Blase aus dem Sommerloch auf.

    Ganz American Style braucht es mehr Befugnisse für Sicherheitsbehörden und ein Konzept für ein Abwehrsystem, den „Cyber-Dome“ – wir zwingen die Kriminellen an der Grenze mit Waffengewalt nieder, Bomben und Raketen hört er schon fliegen, wie beim „Iron-Dome“ Israels, nur mit dem Sound von V2-Raketen.

    Irgendwann merkt der vielleicht, wie teuer das werden könnte. Bleiben immer noch scharfe Grenzkontrollen, damit die bösen Bits und Bytes aus Russland oder China nicht reinkommen. Damit kennt er sich aus, so eine Art Endlösung für unwertes Digitalgut.

    Die Migranten, die wir jetzt hier haben, kamen nicht nur über die Ostgrenzen, die sind genauso aus dem Westen über uns hergefallen.

    Gäbe es einen „Cyber-Dome“, dann müsste der mit seiner geballten Kampfeslust auch die westlichen Grenzen schützen. Nur wie? Geradezu unmöglich, denn das schleicht sich durch offene Türen hinten rein.

    Um das mal zu zeigen, es gibt das „Common Vulnerability Scoring System“, abgekürzt CVSS, zur Beschreibung von Sicherheitslücken. So ähnlich wie bei Erdbeben, nur ist die Richterskala nach oben hin nicht offen, sondern bei 10 ist Schluss. Was bleibt nach einem Super-Gau noch übrig? Nichts. Davor wird es allerdings schon ziemlich heiß, verdammt heiß.

    Auch wenn es einem Tanz auf dem Vulkan gleicht, ruhig bleiben, wegsehen, wird schon nicht so schlimm. Klar, Microsoft erklärt die schwefelige Duftnote aus der Hölle als Sicherheitsübung für gelangweilte ITler. Wie zum Beispiel die Sicherheitslücke in „Sharepoint“, von der besonders deutsche Unternehmen und Behörden betroffen waren und auch noch sind. Lesen wir sogar bei der Tagesschau.

    Wie groß war dann das Loch? Die Einstufung der Sharepoint-Sicherheitslücke auf der CVSS-Skala von 0 bis 10 wurde als „9.8“ eingestuft. Was so viel heißt, ich komm vorbei und seh bei dir mal rein. Untätig war bei diesem Riesenloch Microsoft nicht, sie haben ein Pflaster (fachsprachlich auch „Patch“ genannt) nachgereicht, um die undichte Stelle zu stopfen. Und danach war das unförmige Schlauchboot dicht? Nein! Den Flicken, den Microsoft angeboten hat, war kosmetischer Natur, um zu zeigen, so schlimm ist das doch gar nicht, die „9.8“! Der Flicken war von solch bescheidener Qualität, das nur einziges  Zeichen hinzugefügt werden musste und die „9.8“ war nach der Reparatur wieder gegeben.

    Amüsantes Detail am Rande: Microsoft wusste schon im Mai um das kleine Problem. Wer jetzt nicht weiß, was „Sharepoint“ ist, macht nix, es arbeiten fast alle in Firmen und Behörden damit.

    Was aber jeder kennt, sind diese Verknüpfungen, sie finden sich auf jedem Desktop, zum Beispiel der „Papierkorb“, der steht nicht auf dem Schreibtisch, sondern das ist nur ein Hinweisschild zum digitalen Abgrund.

    Es wäre nicht Microsoft, wenn mit so einem Hinweisschild nicht noch was anzufangen wäre, also für die, die wissen, was zusätzlich möglich ist. Dazu heißt es von den Entdeckern der Zero-Day-Lücke der LNK-Verknüpfungsdateien „Die Schwachstelle ermöglicht Angreifern aus dem Netz, beliebigen Code auf betroffenen Installationen von Microsoft Windows auszuführen.“ Dicker geht es kaum, bleibt die o.g. Erdbebenwarnung mit einem CCVS-Score von „7“, Risiko „hoch“. („9.8“ ist eine Meisterleistung, das schafft auch Microsoft nicht immer). Äh, ja, Microsoft sieht den Schweregrad der Sicherheitslücke nicht so dramatisch, eine Behandlung dieser Lücke ist nicht vorgesehen. Nun, das ist so ein Computer, der auf deinem Schreibtisch steht, der betroffen sein könnte, oder auch nicht – aber es zeigt sich ein Hoffnungsschimmer am Himmel!

    Denn jetzt, jetzt endlich greift die Politik kompetent und mutig ein, errichtet für dich einen „Cyber-Dome“ hoch wie das „Ulmer Münster“, tief wie „Hitlers Katakomben“ am Obersalzberg, mit Bomben und Raketen wie beim „Iron-Dome“ Israels, nur mit dem Sound von V2-Raketen.

    Geht aber auch billiger: wir geben keine Bockwurst mehr in die Politik, schaffen Windows ab und machen selbst was.

    … hmm, man wird ja auch mal träumen dürfen!

    Krönchenaufgabe für die geneigte Leserin oder Leser:
    Wer ist die Bockwurst?

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  10. Digitaler Wochenrückblick 33. KW 2025 (diesmal die richtige Woche)

    Black people are dumber than White people.“ Ach, was haben wir nicht alles getan, damit das nicht geglaubt wird. Muss ja nicht so bleiben, wenn wir unsere Kinder rechtzeitig verblöden, damit sie das wieder „wissen“ und zwar von einer Superintelligenz, die Meta für Facebook und Instagram entwickelt. Die Aussage ist kein Ausrutscher, dem Einhalt geboten werden muss, im Gegenteil, die erlauben ihrem Bot explizit solche – wie soll ich das nennen – Gedanken?

    Auch KI braucht ein wenig Rassismus, um glaubwürdig zu wirken, der Chatbot soll mit den Opfern „reden“, damit sie länger da bleiben, wo sie sind: Facebook und Instagram. Und weil Jugendliche aus purer Neugier an verschiedenen Arten und Formen menschlicher Vermehrungstechniken Interesse haben, muss der SuperBot auch da mithalten – wenngleich der nicht aus dem Smartphone hopsen kann und zudringlich werden. Aber drüber reden, soll drin sein. Ein bissel Wolllust gehört schon zum Orgasmus, auch wenn der in Ermangelung eigener sozialer Kontakt selbst herbeigeführt werden muss. Nur gut, dass alle modernen Smartphones spritzwassergeschützt sind.

    Der Artikel bei Heise zu dem Chatbot von Meta beginnt denn auch mit dem bedeutungsschweren Satz: „Warnhinweis: Dieser Text enthält Beschreibungen sexueller Handlungen mit Minderjährigen.“ Nein, das ist kein Clickbaiting, die berichten nur über den ChatBot von Meta, nicht über Kinderpornoseiten. Und: Wer den Artikel liest und denkt, so schlimm ist das doch gar nicht, der möge über die Konsequenzen nachdenken. Spätestens dann ist nicht nur ein übler Würgreiz das erhellende Ergebnis.

    Die Wissenschaftler der Leopoldina denken schon eine ganze Zeit darüber nach, wie Kinder und Jugendliche vor den Amis zu schützen sein könnten, sie haben jetzt eine Handlungsempfehlung für die Politik vorgelegt, die sich liest, wie eine Kriegserklärung gegen Nordamerika. Zum Beispiel sollen Kinder unter 13 Jahren keine Social-Media-Accounts anlegen dürfen, für den Anfang zwischen 13 und smarten 15 Jahren soll das Zeug nur nach einer gesetzlich vorgeschriebenen elterlichen Zustimmung nutzbar sein. Das muss ganz billiger Fusel gewesen sein, als die das verfasst haben. Einmal, wer will das überprüfen, und warum sollen die Eltern ihre Zustimmung nicht geben – alle anderen haben das ja auch.

    Besonders beliebt auch der Schuss auf die Portemonnaies und Geldbörsen von Facebook und Co. Für alle 13 bis 17-Jährigen sollen die Netzwerke altersgerecht umgestaltet werden, noch schlimmer: ein Verbot personalisierter Werbung, reicht immer noch nicht: die wollen suchterzeugende Funktionen wie Push-Nachrichten ebenso abschaffen, wie das runterscrollen ohne Ende. Wofür machen Facebook und Co. das denn? Für ein besseres Nutzererlebnis – das soll verhindert werden? Warum? Um Kinder und Jugendliche zu schützen?

    Einmal in Fahrt steigern die sich zum Höhepunkt und wollen ein Verbot von Smartphone in Kitas und Schulen bis zur 10. Klasse. Damit wäre bewiesen, dass ein Cannabis-Verbot dringend notwendig ist – zumindest für die Wissenschaftler der Leopoldina. Haben die schon mal versucht einem Lehrer beizubringen, dass er die Hausaufgaben für seine Grundschüler nicht per WhatsApp nachreichen darf? Spätestens in diesem Moment macht sich nackte Ernüchterung breit – wenn der Lehrer fragt: „Wie? Was? Wieso denn nicht? Das haben wir doch immer so gemacht!

    Freiheit hat einen Preis, der sich bemessen lässt – und zwar mit Dollar und Cent in Form von Werbeeinnahmen. Kultur, Bildung und moralische Verantwortung findet sich nur in Büchern – nicht auf dem Smartphone und schon gar nicht in den sozialen Netzen. Es ist die normative Kraft des Faktischen. Wollen wir uns wirklich dagegen auflehnen?

    Ich finde, wir sollten gar nichts tun und endlich zeitnah einen Windows 11 Rechner kaufen, der Co-Pilot wartet schon auf Dich, für ein besseres Nutzererlebnis, KI-gesteuert, versteht sich.

    Der Appetit kommt eben beim Essen, heißt es so schön – in diesem Sinne:

    Mahlzeit!

    PS: Hoffentlich bleibt uns die Kröte nicht im Hals stecken.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  11. Digitaler Wochenrückblick 33. KW 2025 (diesmal die richtige Woche)

    Black people are dumber than White people.“ Ach, was haben wir nicht alles getan, damit das nicht geglaubt wird. Muss ja nicht so bleiben, wenn wir unsere Kinder rechtzeitig verblöden, damit sie das wieder „wissen“ und zwar von einer Superintelligenz, die Meta für Facebook und Instagram entwickelt. Die Aussage ist kein Ausrutscher, dem Einhalt geboten werden muss, im Gegenteil, die erlauben ihrem Bot explizit solche – wie soll ich das nennen – Gedanken?

    Auch KI braucht ein wenig Rassismus, um glaubwürdig zu wirken, der Chatbot soll mit den Opfern „reden“, damit sie länger da bleiben, wo sie sind: Facebook und Instagram. Und weil Jugendliche aus purer Neugier an verschiedenen Arten und Formen menschlicher Vermehrungstechniken Interesse haben, muss der SuperBot auch da mithalten – wenngleich der nicht aus dem Smartphone hopsen kann und zudringlich werden. Aber drüber reden, soll drin sein. Ein bissel Wolllust gehört schon zum Orgasmus, auch wenn der in Ermangelung eigener sozialer Kontakt selbst herbeigeführt werden muss. Nur gut, dass alle modernen Smartphones spritzwassergeschützt sind.

    Der Artikel bei Heise zu dem Chatbot von Meta beginnt denn auch mit dem bedeutungsschweren Satz: „Warnhinweis: Dieser Text enthält Beschreibungen sexueller Handlungen mit Minderjährigen.“ Nein, das ist kein Clickbaiting, die berichten nur über den ChatBot von Meta, nicht über Kinderpornoseiten. Und: Wer den Artikel liest und denkt, so schlimm ist das doch gar nicht, der möge über die Konsequenzen nachdenken. Spätestens dann ist nicht nur ein übler Würgreiz das erhellende Ergebnis.

    Die Wissenschaftler der Leopoldina denken schon eine ganze Zeit darüber nach, wie Kinder und Jugendliche vor den Amis zu schützen sein könnten, sie haben jetzt eine Handlungsempfehlung für die Politik vorgelegt, die sich liest, wie eine Kriegserklärung gegen Nordamerika. Zum Beispiel sollen Kinder unter 13 Jahren keine Social-Media-Accounts anlegen dürfen, für den Anfang zwischen 13 und smarten 15 Jahren soll das Zeug nur nach einer gesetzlich vorgeschriebenen elterlichen Zustimmung nutzbar sein. Das muss ganz billiger Fusel gewesen sein, als die das verfasst haben. Einmal, wer will das überprüfen, und warum sollen die Eltern ihre Zustimmung nicht geben – alle anderen haben das ja auch.

    Besonders beliebt auch der Schuss auf die Portemonnaies und Geldbörsen von Facebook und Co. Für alle 13 bis 17-Jährigen sollen die Netzwerke altersgerecht umgestaltet werden, noch schlimmer: ein Verbot personalisierter Werbung, reicht immer noch nicht: die wollen suchterzeugende Funktionen wie Push-Nachrichten ebenso abschaffen, wie das runterscrollen ohne Ende. Wofür machen Facebook und Co. das denn? Für ein besseres Nutzererlebnis – das soll verhindert werden? Warum? Um Kinder und Jugendliche zu schützen?

    Einmal in Fahrt steigern die sich zum Höhepunkt und wollen ein Verbot von Smartphone in Kitas und Schulen bis zur 10. Klasse. Damit wäre bewiesen, dass ein Cannabis-Verbot dringend notwendig ist – zumindest für die Wissenschaftler der Leopoldina. Haben die schon mal versucht einem Lehrer beizubringen, dass er die Hausaufgaben für seine Grundschüler nicht per WhatsApp nachreichen darf? Spätestens in diesem Moment macht sich nackte Ernüchterung breit – wenn der Lehrer fragt: „Wie? Was? Wieso denn nicht? Das haben wir doch immer so gemacht!

    Freiheit hat einen Preis, der sich bemessen lässt – und zwar mit Dollar und Cent in Form von Werbeeinnahmen. Kultur, Bildung und moralische Verantwortung findet sich nur in Büchern – nicht auf dem Smartphone und schon gar nicht in den sozialen Netzen. Es ist die normative Kraft des Faktischen. Wollen wir uns wirklich dagegen auflehnen?

    Ich finde, wir sollten gar nichts tun und endlich zeitnah einen Windows 11 Rechner kaufen, der Co-Pilot wartet schon auf Dich, für ein besseres Nutzererlebnis, KI-gesteuert, versteht sich.

    Der Appetit kommt eben beim Essen, heißt es so schön – in diesem Sinne:

    Mahlzeit!

    PS: Hoffentlich bleibt uns die Kröte nicht im Hals stecken.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  12. Digitaler Wochenrückblick 33. KW 2025 (diesmal die richtige Woche)

    Black people are dumber than White people.“ Ach, was haben wir nicht alles getan, damit das nicht geglaubt wird. Muss ja nicht so bleiben, wenn wir unsere Kinder rechtzeitig verblöden, damit sie das wieder „wissen“ und zwar von einer Superintelligenz, die Meta für Facebook und Instagram entwickelt. Die Aussage ist kein Ausrutscher, dem Einhalt geboten werden muss, im Gegenteil, die erlauben ihrem Bot explizit solche – wie soll ich das nennen – Gedanken?

    Auch KI braucht ein wenig Rassismus, um glaubwürdig zu wirken, der Chatbot soll mit den Opfern „reden“, damit sie länger da bleiben, wo sie sind: Facebook und Instagram. Und weil Jugendliche aus purer Neugier an verschiedenen Arten und Formen menschlicher Vermehrungstechniken Interesse haben, muss der SuperBot auch da mithalten – wenngleich der nicht aus dem Smartphone hopsen kann und zudringlich werden. Aber drüber reden, soll drin sein. Ein bissel Wolllust gehört schon zum Orgasmus, auch wenn der in Ermangelung eigener sozialer Kontakt selbst herbeigeführt werden muss. Nur gut, dass alle modernen Smartphones spritzwassergeschützt sind.

    Der Artikel bei Heise zu dem Chatbot von Meta beginnt denn auch mit dem bedeutungsschweren Satz: „Warnhinweis: Dieser Text enthält Beschreibungen sexueller Handlungen mit Minderjährigen.“ Nein, das ist kein Clickbaiting, die berichten nur über den ChatBot von Meta, nicht über Kinderpornoseiten. Und: Wer den Artikel liest und denkt, so schlimm ist das doch gar nicht, der möge über die Konsequenzen nachdenken. Spätestens dann ist nicht nur ein übler Würgreiz das erhellende Ergebnis.

    Die Wissenschaftler der Leopoldina denken schon eine ganze Zeit darüber nach, wie Kinder und Jugendliche vor den Amis zu schützen sein könnten, sie haben jetzt eine Handlungsempfehlung für die Politik vorgelegt, die sich liest, wie eine Kriegserklärung gegen Nordamerika. Zum Beispiel sollen Kinder unter 13 Jahren keine Social-Media-Accounts anlegen dürfen, für den Anfang zwischen 13 und smarten 15 Jahren soll das Zeug nur nach einer gesetzlich vorgeschriebenen elterlichen Zustimmung nutzbar sein. Das muss ganz billiger Fusel gewesen sein, als die das verfasst haben. Einmal, wer will das überprüfen, und warum sollen die Eltern ihre Zustimmung nicht geben – alle anderen haben das ja auch.

    Besonders beliebt auch der Schuss auf die Portemonnaies und Geldbörsen von Facebook und Co. Für alle 13 bis 17-Jährigen sollen die Netzwerke altersgerecht umgestaltet werden, noch schlimmer: ein Verbot personalisierter Werbung, reicht immer noch nicht: die wollen suchterzeugende Funktionen wie Push-Nachrichten ebenso abschaffen, wie das runterscrollen ohne Ende. Wofür machen Facebook und Co. das denn? Für ein besseres Nutzererlebnis – das soll verhindert werden? Warum? Um Kinder und Jugendliche zu schützen?

    Einmal in Fahrt steigern die sich zum Höhepunkt und wollen ein Verbot von Smartphone in Kitas und Schulen bis zur 10. Klasse. Damit wäre bewiesen, dass ein Cannabis-Verbot dringend notwendig ist – zumindest für die Wissenschaftler der Leopoldina. Haben die schon mal versucht einem Lehrer beizubringen, dass er die Hausaufgaben für seine Grundschüler nicht per WhatsApp nachreichen darf? Spätestens in diesem Moment macht sich nackte Ernüchterung breit – wenn der Lehrer fragt: „Wie? Was? Wieso denn nicht? Das haben wir doch immer so gemacht!

    Freiheit hat einen Preis, der sich bemessen lässt – und zwar mit Dollar und Cent in Form von Werbeeinnahmen. Kultur, Bildung und moralische Verantwortung findet sich nur in Büchern – nicht auf dem Smartphone und schon gar nicht in den sozialen Netzen. Es ist die normative Kraft des Faktischen. Wollen wir uns wirklich dagegen auflehnen?

    Ich finde, wir sollten gar nichts tun und endlich zeitnah einen Windows 11 Rechner kaufen, der Co-Pilot wartet schon auf Dich, für ein besseres Nutzererlebnis, KI-gesteuert, versteht sich.

    Der Appetit kommt eben beim Essen, heißt es so schön – in diesem Sinne:

    Mahlzeit!

    PS: Hoffentlich bleibt uns die Kröte nicht im Hals stecken.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  13. Bureau d 'information Alba Granada North Africa @albagranadanorthafrica.wordpress.com@albagranadanorthafrica.wordpress.com ·

    Siria hoy: de la caída de un gobierno centralizado a la junta de Al Qaeda

    *Un articulo de Vanessa Beeley  » Siria es ahora un escenario fragmentado y complejo , y concebir la unidad de todas las facciones involucradas bajo una sola bandera nacional siria y antitakfirí no será tarea fácil. El país sigue sin contar con un verdadero ejército sirio, representativo de todas las minorías étnicas del país , como se conocía al Ejército Árabe Sirio (EAS). « 

    ——————————–

    Aunque las narrativas occidentales quisieran hacernos creer que los « rebeldes » sirios han derrocado orgánicamente a un « dictador brutal  » y lo han reemplazado por un régimen justo y democrático, la realidad está muy lejos de esta ilusión fabricada por la CIA y el MI6. 

    Siria ha pasado de ser un país pluralista que disfrutaba de seguridad y estabilidad ciudadana, incluso a pesar de los estragos de una guerra de cambio de régimen que comenzó en 2011, a un Estado fragmentado y traumatizado. Es un Estado , con su capacidad para defenderse o proteger sus fronteras, destruido por Israel inmediatamente después del golpe internacional. El país se ha dividido geopolíticamente en zonas de influencia controladas por bandas dispares respaldadas por un número creciente de actores internacionales. Las bandas takfiríes brutalizan y asesinan a las minorías étnicas en Siria a diario. 

    Durante los 14 años de brutal guerra, el control sobre diferentes regiones cambió varias veces, en consonancia con el dominio de diversos grupos armados extremistas, dominados por Al Qaeda e ISIS. Ambos son agentes de las potencias hegemónicas occidentales, cuyo objetivo es derrocar a un gobierno sirio que no normaliza las relaciones con Israel ni abandona los principios de la resistencia siria en la región. 

    El 5 de marzo de 2020, Turquía y Rusia firmaron un trascendental acuerdo de alto el fuego para poner fin a las hostilidades en Idlib, en el noroeste de Siria. En 2017, el Enviado Presidencial Especial para la Coalición Global contra Daesh, Brett McGurk, afirmó que la ciudad de Idlib se había convertido en una « zona segura para los terroristas de Al Qaeda en la frontera turca ».

    Tras el acuerdo de alto el fuego, Siria entró en un período de estancamiento militar con muy pocas violaciones del alto el fuego, ninguna de ellas grave. El mapa territorial también se mantuvo estable , con el Estado controlando aproximadamente el 70% del territorio . 

    El 27 de noviembre de 2024, antes de que se secara la tinta del acuerdo de alto el fuego entre Israel y Hezbolá en el Líbano, las facciones armadas de Idlib, lideradas por Abu Mohammed Al Jolani , lanzaron lo que se conocería como la « Operación para Disuadir la Agresión ». La agresión de Al Qaeda (Hayat Tahrir Al Sham o HTS) progresó desde Idlib a Alepo, Hama, Homs, Damasco y la costa siria a una velocidad vertiginosa. El gobierno finalmente cayó el 8 de diciembre de 2024 con la huida del presidente Bashar Al Assad a Moscú , donde se le concedió asilo humanitario . 

    El objetivo de este artículo y su posterior análisis no es explicar la caída final de Damasco tras 14 años de guerra, sanciones y derramamiento de sangre. Esto se explicó en la serie de podcasts «UK Column Syria» , recientemente eliminada de YouTube en un aparente intento de borrar la historia de la participación del MI6 y la CIA en la desestabilización de Siria. Se trata de una campaña que, en total, abarca más de 75 años . 

    Nos concentraremos en la situación actual en Siria y cómo podría evolucionar en relación con el conflicto regional que se está desarrollando rápidamente desde que comenzó la agresión de Israel contra Irán. 

    Esto incluirá un panorama general de las zonas de influencia establecidas por diversos aliados occidentales y grupos takfiríes en Siria. Se examinará la naturaleza de estos grupos, sus alianzas y sus agendas.

    Como primer paso, debemos identificar las facciones armadas y determinar con precisión sus zonas de dominio actuales. Esto aclarará la situación real sobre el terreno, que los medios de comunicación occidentales, los regímenes y las agencias de la ONU están ocultando en gran medida en un intento de pulir la imagen de sus agentes terroristas de limpieza étnica que han tomado el control del territorio sirio. 

    Las principales zonas de influencia se distribuyen de la siguiente manera:

    • Norte de Siria (morado)
    • Noroeste de Siria, la costa y las regiones central y sur hasta Daraa (Verde)
    • Noreste de Siria (Amarillo)
    • Siria Oriental: la Badia (Negra)
    • Sureste de Siria: al-Tanf (Gray)
    • Sur de Siria: Sweida (Rojo)
    • Sur de Siria: el Golán y Quneitra bajo ocupación israelí (Azul)

    El norte de Siria está bajo el control de facciones armadas conocidas como el  » Ejército Nacional Sirio ». El SNA fue establecido por Turquía el 30 de diciembre de 2017. Inicialmente, estaba compuesto por 36 grupos armados y se creó para expulsar a las fuerzas y civiles kurdos y ocupar zonas a lo largo de la franja fronteriza norte entre Siria y Turquía. Tres operaciones militares lograron este objetivo :  » Rama de Olivo  » (2000 km²) ,  » Escudo del Éufrates » (3800 km²) y « Fuente de Paz  » (4000 km²). 

    Tras la caída de Damasco, esta formación militar expandió su control a extensas zonas rurales del este y sur de Alepo (8.500 km²) bajo el paraguas del HTS/Jolani (Nuevo Ejército Sirio) o del Ministerio de Defensa. Sin embargo, el SNA no se ha sometido plenamente a la autoridad de Jolani. 

    El SNA originalmente comprendía tres cuerpos desplegados en el norte de Alepo y en áreas de operaciones lideradas por Turquía:

    Primer Cuerpo: Está compuesto por unos 9.000 combatientes desplegados en el norte de Alepo, Afrín, Ras al-Ayn, Tal Abyad, Jarablus y al-Bab. Está dirigido por el general de brigada Moataz Raslan.

    Segundo Cuerpo: El Segundo Cuerpo está compuesto por aproximadamente 14.000 combatientes, activos en al-Ra’i, Afrín, al-Bab y Ras al-Ayn. Está liderado por Fahim Issa, quien recientemente asumió el cargo de viceministro de Defensa bajo el mando de Merhef Abu Qasra. Este cuerpo incluye varias facciones como la División Sultán Murad y la División Sultán Malik Shah, entre otras.

    Tercer Cuerpo: Incluye a unos 6.000 combatientes estacionados en Azaz y sus alrededores, Al-Bab y Mare’, en el norte de Alepo. Está liderado por Azzam al-Gharib, nombrado gobernador de Alepo por Jolani tras asumir el poder en Damasco.

    Históricamente, hubo disputas y la deserción de facciones hacia lo que se conoció como el Frente Nacional para la Liberación (FNLR) , que controlaba zonas rurales de Idlib y Alepo. El FNLR estaba compuesto por 11 grupos armados y unos 25.000 combatientes. Un largo proceso de negociación bajo supervisión turca condujo a su integración en el SNA el 4 de octubre de 2019. 

    El SNA se expandió posteriormente para incluir 41 facciones con aproximadamente 55.000 combatientes. Sus filas siguieron aumentando, alcanzando alrededor de 80.000 combatientes en 2024. 

    Los líderes del SNA se reunieron en Damasco en enero de 2025 para lo que se conoció como la  » Conferencia de la Victoria  » , que instaló a Jolani como presidente no electo de Siria. 

    La influencia del SNA ahora abarca toda la provincia de Alepo , el corazón industrial de Siria, partes de Raqqa y Deir ez-Zor. Han librado enfrentamientos con las facciones kurdas respaldadas por Estados Unidos en el noreste de Siria sin obtener avances militares significativos. 

    El SNA está directamente subordinado a Turquía, ejecuta las directivas turcas sin cuestionarlas y exhibe la bandera turca.

    En el noroeste de Siria (Idlib), Al Qaeda en Siria , o Jabhat Al Nusra (JAN ), liderada por Abu Mohammed Al-Jolani (ahora conocido como Ahmad Al Sharaa) , comenzó a consolidarse alrededor de 2013. Se unió a otras facciones armadas en las batallas contra el Ejército Árabe Sirio. Estas facciones incluían al Ejército Libre Sirio (ELS ) , un grupo moderado que recibió financiación y armas de la CIA y Timber Sycamore. Timber  Sycamore se fundó durante la presidencia de Obama y estuvo en funcionamiento en Siria entre 2012 y 2017. Armas destinadas al ELS cayeron en manos de ISIS por accidente .

    JAN, posteriormente rebautizada como HTS, controlaba nominalmente Idlib en 2015. Sus fuerzas se habían multiplicado gracias a una importante afluencia de combatientes takfiríes extranjeros entrenados. La expansión de Jabat Al Nosra continuó durante un tiempo , librando guerras internas contra facciones rivales y caudillos militares para establecer su dominio sobre Idlib, partes de Alepo, Hama y Latakia. Esta supremacía fue facilitada en gran medida por Estados Unidos y Turquía , y muy recientemente por las fuerzas especiales y especialistas ucranianos en Idlib.

    Jolani creó JAN como una rama siria de Al Qaeda en 2012, graduándose de las filas de ISIS. Se atribuyó la responsabilidad de algunos de los primeros y más brutales atentados terroristas en Damasco, Alepo y otras ciudades. Originalmente , el grupo había mantenido vínculos con ISIS , pero Jolani cortó estos vínculos, pivotando hacia Al Qaeda. En 2017 , el nombre se cambió a ‘Fatah Al Sham’ y más tarde a ‘ Hayat Tahrir Al Sham ‘ (HTS). HTS fue una fusión de Fatah Al Sham, Nour Al Din Zenki (posteriormente se retiró), Ansar Al Din Front y Liwa Al Haqq. Nour Al Din Zenki fue responsable de la horrible tortura pública y decapitación del niño palestino Abdullah Issa en Alepo en agosto de 2016. Hasta ese momento y más allá , fueron financiados por los EE. UU . 

    El HTS y su heterogéneo grupo de elementos takfiríes establecieron el control total del noroeste de Siria y crearon una supuesta administración civil bajo el nombre de « Gobierno de Salvación » . Entre 2020 y 2024 , durante el alto el fuego, el HTS formó 18 brigadas militares integradas por aproximadamente 100.000 combatientes , de los cuales más del 30% son extranjeros. 

    HTS se alió con facciones como el Partido Islámico de Turkestán, Ajnad Al Caucasus, Ansar Al Tawhid, Jaysh Al Izza, Suqour Al Sham y Ahrar Al Sham para lanzar la campaña  » Operación para Disuadir la Agresión  » el año pasado. Todos estos grupos son culpables de crímenes atroces contra el pueblo sirio, crímenes que, hasta ahora, han permanecido impunes ante la ONU y los regímenes occidentales asociados. Por el contrario, los líderes de estos grupos sectarios fanáticos han sido recompensados ​​por sus brutales crímenes con puestos de poder dentro de la administración no electa de Jolani. 

    Esta operación comenzó (como se mencionó) el 27 de noviembre de 2024, apoyada principalmente por Turquía, pero con las garantías políticas y de seguridad de Estados Unidos, el Reino Unido e Israel. 

    Cabe reconocer que HTS y su alianza son los más disciplinados y comprometidos con la formación del nuevo Ministerio de Defensa del nuevo régimen de Jolani en Damasco , sin reservas. Todos los líderes asistieron a la mencionada « Conferencia de la Victoria» en Damasco. 

    El norte y el noroeste de Siria están bajo control directo de Turquía. Turquía estableció más de 20 bases militares y 130 puestos militares avanzados entre 2018 y 2024 con el pretexto de contrarrestar a las facciones kurdas hostiles. A diferencia de la total subordinación del SNA a Turquía, HTS ha desafiado intermitentemente la influencia turca. Esto refleja las complejas relaciones entre la inteligencia turca, el Estado Profundo y la Presidencia , dinámicas que afectan su relación con HTS y Jolani. Este tema se abordará con mayor profundidad en el futuro. 

    En 2018 , las facciones takfiríes de la provincia de Daraa , al sur de Damasco , aceptaron la reconciliación con el gobierno sirio mediante un acuerdo de paz negociado por rusos, estadounidenses y jordanos. La participación de Amán y Washington se debió, en parte, a la necesidad de reanudar el suministro de energía desde Jordania, a través del sur de Siria, hasta el Líbano, para que Washington pudiera evitar la estrategia de rescate de Irán y Hezbolá en un Líbano con escasez de energía. 

    La principal facción surgida de esta « reconciliación » fue la Octava Brigada, liderada por el caudillo Ahmad Al Awda. El grupo operaba bajo el mando del Quinto Cuerpo, respaldado por Rusia. La Octava Brigada tomó el control de zonas como Busra Al Sham, Al Hirak y Khirbet Ghazaleh , e incorporó a un grupo que anteriormente estaba basado en la provincia oriental de Daraa, cerca de la frontera con Sweida. Se estimaba que contaba con 1.000 combatientes. 

    La Octava Brigada fue el primer grupo en entrar en Damasco el 8 de diciembre de 2024. Según fuentes , sus combatientes escoltaron al presidente Assad hasta el aeropuerto de Damasco para tomar el vuelo a la base rusa Hmeimim en la costa. Al Awda retiró sus fuerzas a Daraa cuando llegó la milicia HTS para evitar un enfrentamiento directo. 

    Sin embargo, la Octava Brigada se ha mantenido en la oposición al HTS, junto con los llamados Comités Centrales , antiguos elementos de Ahrar Al Sham liderados por Abu Hayan Hit , quien controla completamente la región occidental desde Nawa hasta Tafas, Al Yadouda, Hit y Muzyrib. Además, existe el Ejército de Al Mu’taz, liderado por Abu Murshid Bardaan, con base en Tafas, junto con grupos afiliados más pequeños. 

    También existen facciones disidentes en Daraa Al Balad, en la ciudad de Daraa. Si bien son menos numerosas, poseen maquinaria pesada y mantienen un alto grado de profesionalismo y solidaridad entre sus miembros.

    Al Awda huyó posteriormente a Rusia y la Octava Brigada fue disueltaMe han dicho que ahora está de vuelta en Siria , pero esto no está confirmado. Esto permitió a HTS expandirse a Daraa y tomar el control de puestos de control locales e instituciones estatales. Sin embargo, el sur sigue siendo una de las regiones más inestables de Siria desde el golpe, tanto a nivel militar como en términos de seguridad general , una situación exacerbada por las incursiones israelíes en el sur de Siria desde diciembre de 2024. 

    Así pues, en apariencia, el Ministerio de Defensa de Al Qaeda controla zonas que se extienden desde el norte y el noroeste de Siria hasta la costa, las regiones centrales y el sur, incluyendo Daraa y Damasco. Sin embargo , los problemas actuales sobre el terreno reflejan una realidad de control faccional en la gestión de estas regiones. 

    Tras la retirada forzada del Ejército Árabe Sirio (EAS) del territorio del norte y noreste de Siria durante los primeros años de la guerra de cambio de régimen, las Unidades de Protección Popular Kurdas (YPG) surgieron como facciones locales que defendían pueblos y ciudades de población kurda. En aquel momento, recibieron armas y apoyo tanto del Gobierno sirio como de la región del Kurdistán iraquí.

    Inicialmente, el Gobierno y las fuerzas sirias vieron a los kurdos como aliados que aliviarían la carga militar del Estado , que luchaba por lidiar con más de 100 frentes de batalla. 

    Sin embargo , poco después del surgimiento del ISIS, orquestado por Occidente, Washington intervino y apoyó a los kurdos estableciendo bases militares en la región al este del Éufrates. Washington brindó a los separatistas kurdos respaldo político y militar en un intento de replicar lo que habían hecho previamente en Irak : crear una región autónoma controlada por Estados Unidos que, casualmente, contenía la mayor parte de los recursos agrícolas y petroleros sirios. Con la separación kurda respaldada por Washington e Israel , el Estado sirio quedó limitado a dos enclaves aún bajo su control : Hasakah y Qamishli. Puede leer más sobre el uso de los kurdos como arma contra el Estado sirio aquí , aquí y aquí . 

    En otoño de 2015, los kurdos establecieron las Fuerzas Democráticas Sirias (FDS) como entidad militar , con las YPG como su columna vertebral . Las YPG son el brazo armado del izquierdista Partido de la Unión Democrática Kurda (PYD) , la rama siria del Partido de los Trabajadores del Kurdistán (PKK).

    Gradualmente, las Fuerzas de Autodefensa de Siria (FDS) incorporaron milicias tribales árabes que habían aceptado el nuevo statu quo. Entre ellas se encontraban las Fuerzas Sanadid, una fuerza tribal de la tribu Shammar que operaba en Hasakah con unos 2000 combatientes liderados por Nawwar Hamidi Al Jarba. Otra facción son los Revolucionarios de Raqqa, con unos 1500 combatientes, principalmente de la tribu Walda, liderados por Ahmad Al Othman Bin Aloush, conocido como Abu Issa al -Raqqa .

    También está el Consejo Militar de Deir ez-Zor, compuesto por unos 15.000 combatientes de las tribus Akidat y Baggara , y dirigido por Eyad Turki al-Khabil, quien finalmente se enfrentó con las SDF por el liderazgo en Deir ez-Zor antes de ser arrestado, reemplazado y puesto por la fuerza bajo el control de las SDF.

    Las FDS también lucharon contra otras tribus sirias que se negaron a someterse, como la tribu Akidat, liderada por Ibrahim al-Hifl, una de las tribus árabes más numerosas de la región. Según el Departamento de Defensa de Estados Unidos (Pentágono), los kurdos representaban el 40% de las FDS en marzo de 2017, mientras que los árabes representaban el 60%. Otras fuentes sugieren que el porcentaje árabe era menor. No obstante, existe un consenso general de que el liderazgo de las FDS sigue siendo predominantemente kurdo.

    En definitiva, las Fuerzas de Autodefensa (FDS) se consideran el ejército más organizado y cercano a un ejército convencional en términos de tamaño, estructura, armamento, entrenamiento y experiencia. Actualmente, también controlan prisiones y campos que albergan a varios miles de miembros del ISIS. Puede leer más sobre las conexiones de la CIA y EE. UU. con el control de estos campos aquí . Numerosos analistas sirios han afirmado que existen similitudes entre la construcción del califato del ISIS y la limpieza étnica kurda de la mayoría de las poblaciones árabes del noreste, rico en recursos. 

    Su rama civil, el Consejo Democrático Sirio (SDC), ha logrado un éxito administrativo comparable al del Gobierno de Salvación ( la rama civil del HTS). Militarmente, con cerca de 100.000 combatientes distribuidos entre ramas militares y de seguridad como las Unidades de Protección de la Mujer y el Consejo Militar Sirio, y con el apoyo de Washington y de la fuerza kurda en el norte de Irak, las SDF se han convertido en un poderoso rival del HTS. Han logrado preservar sus zonas de influencia, rechazaron inicialmente la autoridad del nuevo liderazgo de Damasco y no participaron en el nombramiento de Jolani como líder.

    El 10 de marzo de 2025, Mazloum Abdi, líder de las FDS, firmó un acuerdo con Jolani para fusionarse con la autoridad de Damasco. Si bien esta reunión fue principalmente simbólica —destinada a desviar la atención de las horribles masacres cometidas por las facciones del HTS a lo largo de la costa contra civiles desarmados pertenecientes a grupos minoritarios durante lo que se conoció como las Masacres de la Marzo Negro ( 6 de marzo )—, tanto Ankara como Washington expresaron su apoyo al acuerdo. Sin embargo, el desacuerdo sobre su implementación ha dejado el acuerdo en un plano simbólico por ahora, con las negociaciones en curso entre las FDS y Jolani.

    En la práctica, el componente árabe de las FDS solo comparte geografía y protección estadounidense con las fuerzas kurdas. Políticamente, la visión árabe difiere significativamente de la de las YPG, que hasta ahora se han negado a integrarse en el nuevo Ministerio de Defensa, salvo como un cuerpo militar independiente con autonomía territorial y organizativa propia en el noreste de Siria, algo a lo que los nuevos líderes de Damasco se oponen firmemente .

    Aun así, las SDF se encuentran bajo presión para aceptar la integración con HTS. Los riesgos para las SDF incluyen el descontento árabe, la amenaza de una incursión turca, la retirada estadounidense, una representación limitada de todas las facciones kurdas y el dominio del liderazgo del PKK desde las montañas de Qandil. Estas presiones podrían forzar un acuerdo con Jolani. 

    En la práctica, la región permanece actualmente bajo control estadounidense a través de sus bases militares, que brindan protección política y militar a las SDF como representante de los colonos locales. 

    ISIS inició sus operaciones en Siria en 2012, coincidiendo con el ascenso de Jabhat Al Nusra. Tras la separación de Jolani de ISIS, Al Baghdadi llegó a Siria para luchar contra él , acusándolo de traición y apostasía. Al mismo tiempo , ISIS luchaba contra el SAA, las SDF y otras facciones militares en Siria. En un panorama de alianzas y conflictos enredados, ISIS era, ostensiblemente, el enemigo de todos. La realidad, por supuesto, era que la campaña del « Califato » de ISIS era otro proyecto de cambio de régimen gestionado por la alianza estadounidense. 

    El grupo logró atraer a un gran número de combatientes , especialmente extremistas extranjeros , convirtiéndose en un imán para takfiris de todo el mundo. Turquía fue el primer país en facilitar la presencia del ISIS en Siria. 

    ISIS tomó el control de los recursos de petróleo, gas y trigo, lo que le proporcionó importantes ganancias y financiación. 

    En 2015 , el Ejército Árabe Sirio y sus aliados , incluyendo fuerzas locales como las Fuerzas de Defensa Nacional, la Defensa Local y los Batallones Baaz, lanzaron campañas militares coordinadas, así como grupos de resistencia como Hezbolá, las Fuerzas de Movilización Popular, Fatemiyoun y Zainabiyoun. Estos esfuerzos contaron con el apoyo directo de asesores militares iraníes y fueron liderados por el teniente general Qassem Soleimani, bajo una intensa cobertura aérea rusa, para expulsar al ISIS del desierto sirio y de partes del sur.

    Esto impulsó a la Coalición Internacional liderada por Estados Unidos a movilizar rápidamente a las Fuerzas de Autodefensa (FDS) contra el ISIS, en una carrera contra la alianza liderada por Damasco para capturar y controlar los principales yacimientos de petróleo y gas de la zona. Posteriormente, las fronteras entre el ISIS y los kurdos se difuminaron, en ocasiones. 

    El 6 de diciembre de 2024 , cuando el gobierno sirio estaba al borde del colapso, ISIS lanzó un ataque contra las fuerzas del ejército sirio en Palmira, obligándolas a abandonar sus posiciones y huir a Irak en medio de un colapso total del mando y el control. El grupo se apoderó de más de 16.000 km² y se apoderó de antiguos depósitos del Ejército Árabe Sirio (EAS) en la región.

    Cabe destacar que, a pesar de haber declarado su enemistad hacia la Junta de Damasco y de haber etiquetado a Jolani como un infiel por su aparente adhesión a la ideología occidental, ISIS aún no ha llevado a cabo ninguna operación significativa , aparte de enfrentamientos ocasionales con las fuerzas del nuevo régimen cuando intentaban abrir la carretera Damasco – Palmira – Deir ez-Zor.

    Lo que está claro, sin embargo, es que ISIS ha aprovechado el caos orquestado para reagruparse. Sus combatientes se han extendido de forma encubierta por todas las provincias sirias. A pesar de las similitudes ideológicas con HTS y sus facciones afiliadas, ISIS sigue siendo un enemigo acérrimo. Ambos bandos han dado muerte a más miembros del otro que cualquier otro grupo durante el conflicto sirio en sangrientas y agotadoras batallas que obligaron a HTS a retirarse y atrincherarse en Idlib.

    Se espera que ISIS resurja mediante operaciones terroristas. Un posible ejemplo es el terrible atentado del 22 de junio contra la iglesia de San Elías, en el distrito mayoritariamente cristiano de Duweila, en Damasco. Aunque el ataque no ha sido reivindicado oficialmente, todo apunta a ISIS, especialmente dado el modus operandi: un hombre armado entró en la iglesia durante la misa, abrió fuego contra los fieles y se inmoló, matando a más de 20 personas e hiriendo a más de 50. 

    Parece que Siria no tendrá respiro tras las décadas de derramamiento de sangre iniciadas por la alianza entre Occidente, Israel y Turquía. La población siria también cree que ISIS se ha convertido en el fantasma que encubre los crímenes de HTS contra las minorías étnicas. Este caso no es diferente, según las protestas locales que condenan la falta de respuesta y la posible implicación de HTS. La milicia de Jolani suele lucir insignias de ISIS durante masacres locales y campañas de limpieza étnica. 

    En 2015, surgió lo que se conoció como el « Nuevo Ejército Sirio », o « Ejército Maghaweer al-Thawra » , con apoyo y entrenamiento estadounidense y jordano. Su supuesto objetivo era combatir al ISIS , pero su objetivo principal era el Ejército Árabe Sirio, tomando como cuartel general la base militar ilegal estadounidense de Al-Tanf , ubicada cerca de las fronteras con Jordania e Irak . Existen varios vídeos que muestran a las fuerzas especiales estadounidenses y británicas entrenando a esta facción extremista en Al-Tanf , que, por cierto, está rodeada por una zona de exclusión de 55 km impuesta por Estados Unidos , en territorio sirio.

    Diversas estimaciones sugieren que el número de combatientes del Ejército Libre de Siria ronda los 2500, compuestos principalmente por miembros tribales de esa región que reciben entrenamiento continuo de las fuerzas estadounidenses y británicas. En 2022, la facción pasó a llamarse oficialmente Ejército Libre de Siria y se nombró a un nuevo líder, Fareed Qassem. Posteriormente, en 2024 , fue destituido y reemplazado por Salem Al-Antri, quien continúa al frente del grupo hasta la fecha.

    El Ejército Libre de Siria se reunió varias veces con el régimen de Jolani y con el supuesto ministro de Defensa, Murhaf Abu Qasra. Se llegó a un acuerdo final , que puso al Ejército bajo la autoridad del Ministerio de Defensa de Al Qaeda en Damasco. Los líderes de la formación asistieron a la llamada « Conferencia de la Victoria  » y aprobaron todos sus resultados. Esto explica su expansión desde la zona de seguridad de 55 kilómetros en Al-Tanf hasta la base aérea de Al-Dumayr, a unos 10 kilómetros al este de Damasco.

    Aunque los medios occidentales reducen a los drusos a un grupo homogéneo, en realidad se compone de facciones con políticas opuestas respecto a la normalización, tanto con Israel como con el régimen de Al Qaeda en Damasco. Las facciones más prominentes en As-Suwayda incluyen:

    • ‘ Hombres de Dignidad ‘, liderada por el jeque Abu Hassan Yahya Al-Hajjar ,
    • ‘ Fuerzas del jeque al-Karama ‘, dirigidas por Laith Al-Balous ,
    • ‘ Ahrar al-Jabal Gathering ‘, dirigida por el jeque Suleiman Abdul-Baqi , y
    • Las ‘ Fuerzas Antiterroristas ‘, anteriormente el brazo armado del ‘ Partido Al-Liwaa ‘, lideradas por Malik Abu Khair, anunciaron su separación del partido , aunque todavía no está claro si la separación ha tenido pleno efecto .

    Además, existe la Brigada de Montaña , cuyo exlíder, Marhej Al-Jurmani, fue asesinado, y hasta la fecha no se ha nombrado sucesor. También existen las Fuerzas Al -Ulya en Salkhad y la zona rural occidental, afiliadas a la Brigada de Montaña .

    Se desconoce el número exacto de estas facciones, sobre todo porque el faccionalismo en As-Suwayda es en gran medida un fenómeno social cuyo objetivo es proteger la región. Estas facciones están repartidas por As-Suwayda y también operan en zonas de Damasco como Jaramana y Sahnaya (en la zona rural de Damasco) para proteger las zonas de mayoría drusa y repeler los ataques del ISIS. 

    Sin embargo, en abril , se produjeron enfrentamientos con bandas afiliadas al HTS tras una grabación de audio falsificada en dialecto druso que insultaba al profeta Mahoma. Esto provocó violaciones similares a los pogromos sectarios del HTS en las zonas costeras, que aún continúan. 

    Los drusos están divididos respecto a la integración en el Ministerio de Defensa de Al Qaeda y la nueva estructura estatal. Las negociaciones aún no han resuelto los conflictos. El jeque Hikmat Al Hijri, líder espiritual de los drusos en la región , representa el ala que rechaza por completo la integración y aboga por un gobierno autónomo para garantizar la protección de la población local ante futuras violaciones sectarias. La mayoría de las facciones drusas han seguido su ejemplo. 

    El jeque Al-Hijri se niega a incorporarse al Ministerio de Defensa antes de que se redacte una constitución que garantice los derechos de As-Suwayda y la formación de un estado civil. También ha insistido en que el ejército sea una fuerza nacional y no sectaria. La ausencia de las facciones de As-Suwayda en la « Conferencia de la Victoria », a pesar de haber sido invitadas por Jolani, envió una clara señal al régimen de Al Qaeda.

    Aunque no hay bases militares extranjeras en As-Suwayda, un acuerdo entre el jeque Mowafaq Tarif, el líder espiritual de los drusos en Palestina , e Israel y los EE. UU. ha proporcionado una protección significativa a los drusos de As-Suwayda, particularmente durante los recientes enfrentamientos. 

    Sin embargo, cabe destacar que Israel tiene otros objetivos al adoptar la protección de los drusos sirios, la mayoría de los cuales rechaza el patrocinio israelí. Los drusos palestinos constituyen una parte importante del ejército israelí, y Netanyahu pretende explotar a los drusos sirios para expandir y establecer una zona de contención, primero en el sur de Siria y luego extendiéndose hacia el noreste a través del  » Corredor de David « , según The Cradle :  » A través del « Corredor de David « , Israel pretende forjar una arteria geopolítica que se extienda desde el Golán ocupado hasta el Kurdistán iraquí, transformando Asia Occidental con el pretexto de fomentar alianzas minoritarias y hacer realidad las reivindicaciones bíblicas « . 

    Inmediatamente después de la caída de Damasco, Israel lanzó la mayor operación aérea de su historia contra Siria. Esta destruyó las principales instalaciones militares, aéreas y navales del Ejército Árabe Sirio en 48 horas. La mayor pérdida para Siria fue la destrucción de los sistemas de defensa aérea y el radar que previamente habían impedido la libertad de operación israelí en el espacio aéreo sirio. 

    Este asalto aéreo coincidió con una invasión terrestre sionista de la zona desmilitarizada , un área que Israel no se había atrevido a penetrar desde el Acuerdo de Separación firmado con Hafez al-Assad en 1974. Rápidamente avanzó más allá de esta zona, lanzando una nueva invasión en territorio sirio , ocupando el Monte Hermón y nuevas áreas en Quneitra y la zona rural occidental de Daraa.

    Posteriormente, Israel continuó atacando las posiciones restantes del Ejército Árabe Sirio, además de las posiciones de las facciones que habían tomado el control de Siria, para presionar al gobierno liderado por Jolani. También aprovechó la relación entre los drusos sirios y los drusos de Palestina para intervenir con mayor intensidad con el pretexto de proteger a los drusos y a otras minorías, como hemos señalado. 

    Las fuerzas israelíes se enfrentaron en más de una ocasión con los residentes de Daraa durante sus intentos de asaltar aldeas como Kouya, causando bajas entre quienes se resistieron. Cabe destacar la existencia de una fuerza conocida como la  » Resistencia Popular en el Golán «  , fundada originalmente por el Ejército Árabe Sirio indirectamente con apoyo iraní y entrenada por Hezbolá durante varios años, especialmente después de la guerra de 2006. Anteriormente, estaba bajo la supervisión de Samir Kuntar, quien fue liberado de prisiones israelíes mediante un intercambio de prisioneros en 2008 antes de ser asesinado por un ataque con misiles israelíes contra su apartamento en Jaramana, al sur de Damasco, el 19 de diciembre de 2015.

    Estos grupos continuaron operando y creciendo, alcanzando una fuerza estimada de más de 30.000 combatientes. En 2024, lanzaron varios ataques con cohetes desde el Golán hacia Israel, en cooperación con facciones de la Resistencia Palestina.

    Se desconoce el destino de estos combatientes. Sin embargo, se especula que la mayoría se trasladó al Líbano inmediatamente después de la captura de Damasco. Esto habría sido facilitado por Hezbolá. También se cree que algunos permanecieron en Siria y ahora se encuentran escondidos. 

    La zona desmilitarizada abarca una superficie aproximada de 235 km², mientras que los territorios recientemente ocupados suman unos 310 km², en los que Israel ha establecido 11 nuevos puestos militares. Esto se suma a los Altos del Golán, que Israel ocupa ilegalmente desde 1967.

    Conclusión

    Siria es ahora un escenario fragmentado y complejo , y concebir la unidad de todas las facciones involucradas bajo una sola bandera nacional siria y antitakfirí no será tarea fácil. El país sigue sin contar con un verdadero ejército sirio, representativo de todas las minorías étnicas del país , como se conocía al Ejército Árabe Sirio (EAS). 

    HTS, a pesar de los esfuerzos concertados de sus patrocinadores externos, liderados por operativos vinculados al MI6 con base en Damasco , enfrenta lo que parecen ser desafíos insuperables . ¿Cómo conseguirá HTS un presupuesto suficiente del cártel que llevó a Al Qaeda al poder para equipar al ejército de la « Nueva Siria» ? Estados Unidos parece haber abandonado a Jolani para buscar el suministro de armas rusas o turcas, según una entrevista del New York Times con Jolani en abril de este año.

    El 90% de las capacidades militares sirias fueron destruidas por Israel en tan solo dos días en 2024 con bombardeos posteriores , lo que afectó aún más la capacidad de Siria para recuperar su soberanía militar . Es poco probable que Israel, entre otras naciones alineadas con el sionismo, permita que se revierta esta realidad.

    Las Fuerzas Democráticas Sirias (FDS) y las facciones en Sweida imponen condiciones estrictas para unirse a la institución militar, infestada de Al Qaeda. Más de 60 facciones armadas operan actualmente en Siria, más de la mitad de las cuales se agrupan en el Ejército Nacional Sirio, respaldado por Turquía y compuesto por al menos 80.000 combatientes, cuya misión principal es eliminar a las FDS. Las facciones restantes operan dentro de alianzas o de forma independiente, pero tienen políticas o agendas que podrían entrar en conflicto con las de Jolani y sus aliados en la alianza para el cambio de régimen.

    Las Fuerzas de Autodefensa (FDS), respaldadas por Estados Unidos y que controlan aproximadamente el 25% del territorio sirio, han expresado su disposición condicional a unirse al complejo militar de Al Qaeda , pero solo como un bloque militar independiente. Esta propuesta ha sido rechazada rotundamente por el régimen de Al Qaeda. Obligar a Jolani a acatar la propuesta podría desencadenar una difícil confrontación. Las FDS cuentan con más de 100.000 combatientes entrenados y poseen armamento pesado, según su comandante, Mazloum Abdi. Sin un acuerdo a corto plazo con las FDS, el Ejército Nacional Sirio, alineado con Turquía, probablemente permanecerá bajo el control de Ankara, independiente de Damasco , lo que representa un gran obstáculo para que Jolani fortalezca su frágil base de poder con algo que se asemeje remotamente a un bloque militar leal. 

    Otro asunto complejo es la presencia de combatientes extremistas extranjeros que inundaron Siria después de que comenzara la guerra de cambio de régimen en 2011. Después del golpe internacional, Jolani nombró a seis de ellos en altos rangos militares, nombramientos que provocaron críticas y temores locales, después de 14 años de enfrentar masacres de limpieza étnica a manos de ellos en toda Siria. 

    Lo que está claro es que Jolani no pudo gobernar la provincia de Idlib sin tácticas brutales y represivas, ni políticas takfiríes que reprimieron la disidencia e impusieron duras sanciones a la población civil bajo la ley sharia. Su dominio se mantuvo gracias a la ayuda de Washington para eliminar a los líderes de las facciones que podrían haber desafiado su liderazgo. Sobrevivió como caudillo, mediante la extorsión, la intimidación , la supremacía sectaria y los dictados. 

    Jolani se aferró al liderazgo en Idlib porque hizo promesas a las facciones takfiríes que no puede cumplir si ahora se ve obligado a aceptar la protección occidental y la normalización con Israel.

    Se enfrenta a la disidencia en todos los sectores de la sociedad siria , y mientras los sirios aún están profundamente traumatizados y enfrentan secuestros, masacres, asesinatos, robo de propiedades y limpieza étnica a diario ; Jolani no puede mantener este nivel de brutalidad sin enfrentar la eventual resistencia y la reacción militar de los llamados  » remanentes del régimen  » o desde dentro de las filas de su propia milicia precariamente alineada. Está tratando de sobrevivir en un caos orquestado del cual no hay escapatoria cuando su liderazgo se ve comprometido por las agendas de los actores regionales que pueden eliminar las redes de seguridad en cualquier momento y enviarlo en caída libre. Pregúntele a Zelensky. 

    En las próximas semanas , también profundizaremos cómo Siria se verá profundamente afectada por la agresión israelí contra Irán y la escalada del conflicto en la región. Jolani ha mantenido un silencio notable desde el inicio de la guerra entre Irán, Israel y Estados Unidos. Sabe que esto bien podría marcar el fin del proyecto takfirí en Siria , y su breve mandato podría verse desmoronado si la Resistencia regional (incluidos los aproximadamente 100.000 soldados del Ejército Árabe Sirio que abandonaron Siria tras la caída de Damasco) entra en la lucha con firmeza contra las bases estadounidenses y los regímenes terroristas títeres. 

    También podríamos ver la Siria de Jolani siendo utilizada como plataforma de lanzamiento para ataques takfiríes contra Líbano e Irak en un futuro próximo, por parte de Israel, con el fin de ocupar y debilitar a las facciones no estatales de la Resistencia en estos países que apoyarían a Irán en caso de una escalada regional. Esto se debatirá con más detalle la próxima semana.

    Fuente: Vanessa Beeley, para https://www.ukcolumn.org/

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    #Aljolani #BasharAlAssad #colonialisme #imperialismo #siria

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    Siria hoy: de la caída de un gobierno centralizado a la junta de Al Qaeda

    *Un articulo de Vanessa Beeley  » Siria es ahora un escenario fragmentado y complejo , y concebir la unidad de todas las facciones involucradas bajo una sola bandera nacional siria y antitakfirí no será tarea fácil. El país sigue sin contar con un verdadero ejército sirio, representativo de todas las minorías étnicas del país , como se conocía al Ejército Árabe Sirio (EAS). « 

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    Aunque las narrativas occidentales quisieran hacernos creer que los « rebeldes » sirios han derrocado orgánicamente a un « dictador brutal  » y lo han reemplazado por un régimen justo y democrático, la realidad está muy lejos de esta ilusión fabricada por la CIA y el MI6. 

    Siria ha pasado de ser un país pluralista que disfrutaba de seguridad y estabilidad ciudadana, incluso a pesar de los estragos de una guerra de cambio de régimen que comenzó en 2011, a un Estado fragmentado y traumatizado. Es un Estado , con su capacidad para defenderse o proteger sus fronteras, destruido por Israel inmediatamente después del golpe internacional. El país se ha dividido geopolíticamente en zonas de influencia controladas por bandas dispares respaldadas por un número creciente de actores internacionales. Las bandas takfiríes brutalizan y asesinan a las minorías étnicas en Siria a diario. 

    Durante los 14 años de brutal guerra, el control sobre diferentes regiones cambió varias veces, en consonancia con el dominio de diversos grupos armados extremistas, dominados por Al Qaeda e ISIS. Ambos son agentes de las potencias hegemónicas occidentales, cuyo objetivo es derrocar a un gobierno sirio que no normaliza las relaciones con Israel ni abandona los principios de la resistencia siria en la región. 

    El 5 de marzo de 2020, Turquía y Rusia firmaron un trascendental acuerdo de alto el fuego para poner fin a las hostilidades en Idlib, en el noroeste de Siria. En 2017, el Enviado Presidencial Especial para la Coalición Global contra Daesh, Brett McGurk, afirmó que la ciudad de Idlib se había convertido en una « zona segura para los terroristas de Al Qaeda en la frontera turca ».

    Tras el acuerdo de alto el fuego, Siria entró en un período de estancamiento militar con muy pocas violaciones del alto el fuego, ninguna de ellas grave. El mapa territorial también se mantuvo estable , con el Estado controlando aproximadamente el 70% del territorio . 

    El 27 de noviembre de 2024, antes de que se secara la tinta del acuerdo de alto el fuego entre Israel y Hezbolá en el Líbano, las facciones armadas de Idlib, lideradas por Abu Mohammed Al Jolani , lanzaron lo que se conocería como la « Operación para Disuadir la Agresión ». La agresión de Al Qaeda (Hayat Tahrir Al Sham o HTS) progresó desde Idlib a Alepo, Hama, Homs, Damasco y la costa siria a una velocidad vertiginosa. El gobierno finalmente cayó el 8 de diciembre de 2024 con la huida del presidente Bashar Al Assad a Moscú , donde se le concedió asilo humanitario . 

    El objetivo de este artículo y su posterior análisis no es explicar la caída final de Damasco tras 14 años de guerra, sanciones y derramamiento de sangre. Esto se explicó en la serie de podcasts «UK Column Syria» , recientemente eliminada de YouTube en un aparente intento de borrar la historia de la participación del MI6 y la CIA en la desestabilización de Siria. Se trata de una campaña que, en total, abarca más de 75 años . 

    Nos concentraremos en la situación actual en Siria y cómo podría evolucionar en relación con el conflicto regional que se está desarrollando rápidamente desde que comenzó la agresión de Israel contra Irán. 

    Esto incluirá un panorama general de las zonas de influencia establecidas por diversos aliados occidentales y grupos takfiríes en Siria. Se examinará la naturaleza de estos grupos, sus alianzas y sus agendas.

    Como primer paso, debemos identificar las facciones armadas y determinar con precisión sus zonas de dominio actuales. Esto aclarará la situación real sobre el terreno, que los medios de comunicación occidentales, los regímenes y las agencias de la ONU están ocultando en gran medida en un intento de pulir la imagen de sus agentes terroristas de limpieza étnica que han tomado el control del territorio sirio. 

    Las principales zonas de influencia se distribuyen de la siguiente manera:

    • Norte de Siria (morado)
    • Noroeste de Siria, la costa y las regiones central y sur hasta Daraa (Verde)
    • Noreste de Siria (Amarillo)
    • Siria Oriental: la Badia (Negra)
    • Sureste de Siria: al-Tanf (Gray)
    • Sur de Siria: Sweida (Rojo)
    • Sur de Siria: el Golán y Quneitra bajo ocupación israelí (Azul)

    El norte de Siria está bajo el control de facciones armadas conocidas como el  » Ejército Nacional Sirio ». El SNA fue establecido por Turquía el 30 de diciembre de 2017. Inicialmente, estaba compuesto por 36 grupos armados y se creó para expulsar a las fuerzas y civiles kurdos y ocupar zonas a lo largo de la franja fronteriza norte entre Siria y Turquía. Tres operaciones militares lograron este objetivo :  » Rama de Olivo  » (2000 km²) ,  » Escudo del Éufrates » (3800 km²) y « Fuente de Paz  » (4000 km²). 

    Tras la caída de Damasco, esta formación militar expandió su control a extensas zonas rurales del este y sur de Alepo (8.500 km²) bajo el paraguas del HTS/Jolani (Nuevo Ejército Sirio) o del Ministerio de Defensa. Sin embargo, el SNA no se ha sometido plenamente a la autoridad de Jolani. 

    El SNA originalmente comprendía tres cuerpos desplegados en el norte de Alepo y en áreas de operaciones lideradas por Turquía:

    Primer Cuerpo: Está compuesto por unos 9.000 combatientes desplegados en el norte de Alepo, Afrín, Ras al-Ayn, Tal Abyad, Jarablus y al-Bab. Está dirigido por el general de brigada Moataz Raslan.

    Segundo Cuerpo: El Segundo Cuerpo está compuesto por aproximadamente 14.000 combatientes, activos en al-Ra’i, Afrín, al-Bab y Ras al-Ayn. Está liderado por Fahim Issa, quien recientemente asumió el cargo de viceministro de Defensa bajo el mando de Merhef Abu Qasra. Este cuerpo incluye varias facciones como la División Sultán Murad y la División Sultán Malik Shah, entre otras.

    Tercer Cuerpo: Incluye a unos 6.000 combatientes estacionados en Azaz y sus alrededores, Al-Bab y Mare’, en el norte de Alepo. Está liderado por Azzam al-Gharib, nombrado gobernador de Alepo por Jolani tras asumir el poder en Damasco.

    Históricamente, hubo disputas y la deserción de facciones hacia lo que se conoció como el Frente Nacional para la Liberación (FNLR) , que controlaba zonas rurales de Idlib y Alepo. El FNLR estaba compuesto por 11 grupos armados y unos 25.000 combatientes. Un largo proceso de negociación bajo supervisión turca condujo a su integración en el SNA el 4 de octubre de 2019. 

    El SNA se expandió posteriormente para incluir 41 facciones con aproximadamente 55.000 combatientes. Sus filas siguieron aumentando, alcanzando alrededor de 80.000 combatientes en 2024. 

    Los líderes del SNA se reunieron en Damasco en enero de 2025 para lo que se conoció como la  » Conferencia de la Victoria  » , que instaló a Jolani como presidente no electo de Siria. 

    La influencia del SNA ahora abarca toda la provincia de Alepo , el corazón industrial de Siria, partes de Raqqa y Deir ez-Zor. Han librado enfrentamientos con las facciones kurdas respaldadas por Estados Unidos en el noreste de Siria sin obtener avances militares significativos. 

    El SNA está directamente subordinado a Turquía, ejecuta las directivas turcas sin cuestionarlas y exhibe la bandera turca.

    En el noroeste de Siria (Idlib), Al Qaeda en Siria , o Jabhat Al Nusra (JAN ), liderada por Abu Mohammed Al-Jolani (ahora conocido como Ahmad Al Sharaa) , comenzó a consolidarse alrededor de 2013. Se unió a otras facciones armadas en las batallas contra el Ejército Árabe Sirio. Estas facciones incluían al Ejército Libre Sirio (ELS ) , un grupo moderado que recibió financiación y armas de la CIA y Timber Sycamore. Timber  Sycamore se fundó durante la presidencia de Obama y estuvo en funcionamiento en Siria entre 2012 y 2017. Armas destinadas al ELS cayeron en manos de ISIS por accidente .

    JAN, posteriormente rebautizada como HTS, controlaba nominalmente Idlib en 2015. Sus fuerzas se habían multiplicado gracias a una importante afluencia de combatientes takfiríes extranjeros entrenados. La expansión de Jabat Al Nosra continuó durante un tiempo , librando guerras internas contra facciones rivales y caudillos militares para establecer su dominio sobre Idlib, partes de Alepo, Hama y Latakia. Esta supremacía fue facilitada en gran medida por Estados Unidos y Turquía , y muy recientemente por las fuerzas especiales y especialistas ucranianos en Idlib.

    Jolani creó JAN como una rama siria de Al Qaeda en 2012, graduándose de las filas de ISIS. Se atribuyó la responsabilidad de algunos de los primeros y más brutales atentados terroristas en Damasco, Alepo y otras ciudades. Originalmente , el grupo había mantenido vínculos con ISIS , pero Jolani cortó estos vínculos, pivotando hacia Al Qaeda. En 2017 , el nombre se cambió a ‘Fatah Al Sham’ y más tarde a ‘ Hayat Tahrir Al Sham ‘ (HTS). HTS fue una fusión de Fatah Al Sham, Nour Al Din Zenki (posteriormente se retiró), Ansar Al Din Front y Liwa Al Haqq. Nour Al Din Zenki fue responsable de la horrible tortura pública y decapitación del niño palestino Abdullah Issa en Alepo en agosto de 2016. Hasta ese momento y más allá , fueron financiados por los EE. UU . 

    El HTS y su heterogéneo grupo de elementos takfiríes establecieron el control total del noroeste de Siria y crearon una supuesta administración civil bajo el nombre de « Gobierno de Salvación » . Entre 2020 y 2024 , durante el alto el fuego, el HTS formó 18 brigadas militares integradas por aproximadamente 100.000 combatientes , de los cuales más del 30% son extranjeros. 

    HTS se alió con facciones como el Partido Islámico de Turkestán, Ajnad Al Caucasus, Ansar Al Tawhid, Jaysh Al Izza, Suqour Al Sham y Ahrar Al Sham para lanzar la campaña  » Operación para Disuadir la Agresión  » el año pasado. Todos estos grupos son culpables de crímenes atroces contra el pueblo sirio, crímenes que, hasta ahora, han permanecido impunes ante la ONU y los regímenes occidentales asociados. Por el contrario, los líderes de estos grupos sectarios fanáticos han sido recompensados ​​por sus brutales crímenes con puestos de poder dentro de la administración no electa de Jolani. 

    Esta operación comenzó (como se mencionó) el 27 de noviembre de 2024, apoyada principalmente por Turquía, pero con las garantías políticas y de seguridad de Estados Unidos, el Reino Unido e Israel. 

    Cabe reconocer que HTS y su alianza son los más disciplinados y comprometidos con la formación del nuevo Ministerio de Defensa del nuevo régimen de Jolani en Damasco , sin reservas. Todos los líderes asistieron a la mencionada « Conferencia de la Victoria» en Damasco. 

    El norte y el noroeste de Siria están bajo control directo de Turquía. Turquía estableció más de 20 bases militares y 130 puestos militares avanzados entre 2018 y 2024 con el pretexto de contrarrestar a las facciones kurdas hostiles. A diferencia de la total subordinación del SNA a Turquía, HTS ha desafiado intermitentemente la influencia turca. Esto refleja las complejas relaciones entre la inteligencia turca, el Estado Profundo y la Presidencia , dinámicas que afectan su relación con HTS y Jolani. Este tema se abordará con mayor profundidad en el futuro. 

    En 2018 , las facciones takfiríes de la provincia de Daraa , al sur de Damasco , aceptaron la reconciliación con el gobierno sirio mediante un acuerdo de paz negociado por rusos, estadounidenses y jordanos. La participación de Amán y Washington se debió, en parte, a la necesidad de reanudar el suministro de energía desde Jordania, a través del sur de Siria, hasta el Líbano, para que Washington pudiera evitar la estrategia de rescate de Irán y Hezbolá en un Líbano con escasez de energía. 

    La principal facción surgida de esta « reconciliación » fue la Octava Brigada, liderada por el caudillo Ahmad Al Awda. El grupo operaba bajo el mando del Quinto Cuerpo, respaldado por Rusia. La Octava Brigada tomó el control de zonas como Busra Al Sham, Al Hirak y Khirbet Ghazaleh , e incorporó a un grupo que anteriormente estaba basado en la provincia oriental de Daraa, cerca de la frontera con Sweida. Se estimaba que contaba con 1.000 combatientes. 

    La Octava Brigada fue el primer grupo en entrar en Damasco el 8 de diciembre de 2024. Según fuentes , sus combatientes escoltaron al presidente Assad hasta el aeropuerto de Damasco para tomar el vuelo a la base rusa Hmeimim en la costa. Al Awda retiró sus fuerzas a Daraa cuando llegó la milicia HTS para evitar un enfrentamiento directo. 

    Sin embargo, la Octava Brigada se ha mantenido en la oposición al HTS, junto con los llamados Comités Centrales , antiguos elementos de Ahrar Al Sham liderados por Abu Hayan Hit , quien controla completamente la región occidental desde Nawa hasta Tafas, Al Yadouda, Hit y Muzyrib. Además, existe el Ejército de Al Mu’taz, liderado por Abu Murshid Bardaan, con base en Tafas, junto con grupos afiliados más pequeños. 

    También existen facciones disidentes en Daraa Al Balad, en la ciudad de Daraa. Si bien son menos numerosas, poseen maquinaria pesada y mantienen un alto grado de profesionalismo y solidaridad entre sus miembros.

    Al Awda huyó posteriormente a Rusia y la Octava Brigada fue disueltaMe han dicho que ahora está de vuelta en Siria , pero esto no está confirmado. Esto permitió a HTS expandirse a Daraa y tomar el control de puestos de control locales e instituciones estatales. Sin embargo, el sur sigue siendo una de las regiones más inestables de Siria desde el golpe, tanto a nivel militar como en términos de seguridad general , una situación exacerbada por las incursiones israelíes en el sur de Siria desde diciembre de 2024. 

    Así pues, en apariencia, el Ministerio de Defensa de Al Qaeda controla zonas que se extienden desde el norte y el noroeste de Siria hasta la costa, las regiones centrales y el sur, incluyendo Daraa y Damasco. Sin embargo , los problemas actuales sobre el terreno reflejan una realidad de control faccional en la gestión de estas regiones. 

    Tras la retirada forzada del Ejército Árabe Sirio (EAS) del territorio del norte y noreste de Siria durante los primeros años de la guerra de cambio de régimen, las Unidades de Protección Popular Kurdas (YPG) surgieron como facciones locales que defendían pueblos y ciudades de población kurda. En aquel momento, recibieron armas y apoyo tanto del Gobierno sirio como de la región del Kurdistán iraquí.

    Inicialmente, el Gobierno y las fuerzas sirias vieron a los kurdos como aliados que aliviarían la carga militar del Estado , que luchaba por lidiar con más de 100 frentes de batalla. 

    Sin embargo , poco después del surgimiento del ISIS, orquestado por Occidente, Washington intervino y apoyó a los kurdos estableciendo bases militares en la región al este del Éufrates. Washington brindó a los separatistas kurdos respaldo político y militar en un intento de replicar lo que habían hecho previamente en Irak : crear una región autónoma controlada por Estados Unidos que, casualmente, contenía la mayor parte de los recursos agrícolas y petroleros sirios. Con la separación kurda respaldada por Washington e Israel , el Estado sirio quedó limitado a dos enclaves aún bajo su control : Hasakah y Qamishli. Puede leer más sobre el uso de los kurdos como arma contra el Estado sirio aquí , aquí y aquí . 

    En otoño de 2015, los kurdos establecieron las Fuerzas Democráticas Sirias (FDS) como entidad militar , con las YPG como su columna vertebral . Las YPG son el brazo armado del izquierdista Partido de la Unión Democrática Kurda (PYD) , la rama siria del Partido de los Trabajadores del Kurdistán (PKK).

    Gradualmente, las Fuerzas de Autodefensa de Siria (FDS) incorporaron milicias tribales árabes que habían aceptado el nuevo statu quo. Entre ellas se encontraban las Fuerzas Sanadid, una fuerza tribal de la tribu Shammar que operaba en Hasakah con unos 2000 combatientes liderados por Nawwar Hamidi Al Jarba. Otra facción son los Revolucionarios de Raqqa, con unos 1500 combatientes, principalmente de la tribu Walda, liderados por Ahmad Al Othman Bin Aloush, conocido como Abu Issa al -Raqqa .

    También está el Consejo Militar de Deir ez-Zor, compuesto por unos 15.000 combatientes de las tribus Akidat y Baggara , y dirigido por Eyad Turki al-Khabil, quien finalmente se enfrentó con las SDF por el liderazgo en Deir ez-Zor antes de ser arrestado, reemplazado y puesto por la fuerza bajo el control de las SDF.

    Las FDS también lucharon contra otras tribus sirias que se negaron a someterse, como la tribu Akidat, liderada por Ibrahim al-Hifl, una de las tribus árabes más numerosas de la región. Según el Departamento de Defensa de Estados Unidos (Pentágono), los kurdos representaban el 40% de las FDS en marzo de 2017, mientras que los árabes representaban el 60%. Otras fuentes sugieren que el porcentaje árabe era menor. No obstante, existe un consenso general de que el liderazgo de las FDS sigue siendo predominantemente kurdo.

    En definitiva, las Fuerzas de Autodefensa (FDS) se consideran el ejército más organizado y cercano a un ejército convencional en términos de tamaño, estructura, armamento, entrenamiento y experiencia. Actualmente, también controlan prisiones y campos que albergan a varios miles de miembros del ISIS. Puede leer más sobre las conexiones de la CIA y EE. UU. con el control de estos campos aquí . Numerosos analistas sirios han afirmado que existen similitudes entre la construcción del califato del ISIS y la limpieza étnica kurda de la mayoría de las poblaciones árabes del noreste, rico en recursos. 

    Su rama civil, el Consejo Democrático Sirio (SDC), ha logrado un éxito administrativo comparable al del Gobierno de Salvación ( la rama civil del HTS). Militarmente, con cerca de 100.000 combatientes distribuidos entre ramas militares y de seguridad como las Unidades de Protección de la Mujer y el Consejo Militar Sirio, y con el apoyo de Washington y de la fuerza kurda en el norte de Irak, las SDF se han convertido en un poderoso rival del HTS. Han logrado preservar sus zonas de influencia, rechazaron inicialmente la autoridad del nuevo liderazgo de Damasco y no participaron en el nombramiento de Jolani como líder.

    El 10 de marzo de 2025, Mazloum Abdi, líder de las FDS, firmó un acuerdo con Jolani para fusionarse con la autoridad de Damasco. Si bien esta reunión fue principalmente simbólica —destinada a desviar la atención de las horribles masacres cometidas por las facciones del HTS a lo largo de la costa contra civiles desarmados pertenecientes a grupos minoritarios durante lo que se conoció como las Masacres de la Marzo Negro ( 6 de marzo )—, tanto Ankara como Washington expresaron su apoyo al acuerdo. Sin embargo, el desacuerdo sobre su implementación ha dejado el acuerdo en un plano simbólico por ahora, con las negociaciones en curso entre las FDS y Jolani.

    En la práctica, el componente árabe de las FDS solo comparte geografía y protección estadounidense con las fuerzas kurdas. Políticamente, la visión árabe difiere significativamente de la de las YPG, que hasta ahora se han negado a integrarse en el nuevo Ministerio de Defensa, salvo como un cuerpo militar independiente con autonomía territorial y organizativa propia en el noreste de Siria, algo a lo que los nuevos líderes de Damasco se oponen firmemente .

    Aun así, las SDF se encuentran bajo presión para aceptar la integración con HTS. Los riesgos para las SDF incluyen el descontento árabe, la amenaza de una incursión turca, la retirada estadounidense, una representación limitada de todas las facciones kurdas y el dominio del liderazgo del PKK desde las montañas de Qandil. Estas presiones podrían forzar un acuerdo con Jolani. 

    En la práctica, la región permanece actualmente bajo control estadounidense a través de sus bases militares, que brindan protección política y militar a las SDF como representante de los colonos locales. 

    ISIS inició sus operaciones en Siria en 2012, coincidiendo con el ascenso de Jabhat Al Nusra. Tras la separación de Jolani de ISIS, Al Baghdadi llegó a Siria para luchar contra él , acusándolo de traición y apostasía. Al mismo tiempo , ISIS luchaba contra el SAA, las SDF y otras facciones militares en Siria. En un panorama de alianzas y conflictos enredados, ISIS era, ostensiblemente, el enemigo de todos. La realidad, por supuesto, era que la campaña del « Califato » de ISIS era otro proyecto de cambio de régimen gestionado por la alianza estadounidense. 

    El grupo logró atraer a un gran número de combatientes , especialmente extremistas extranjeros , convirtiéndose en un imán para takfiris de todo el mundo. Turquía fue el primer país en facilitar la presencia del ISIS en Siria. 

    ISIS tomó el control de los recursos de petróleo, gas y trigo, lo que le proporcionó importantes ganancias y financiación. 

    En 2015 , el Ejército Árabe Sirio y sus aliados , incluyendo fuerzas locales como las Fuerzas de Defensa Nacional, la Defensa Local y los Batallones Baaz, lanzaron campañas militares coordinadas, así como grupos de resistencia como Hezbolá, las Fuerzas de Movilización Popular, Fatemiyoun y Zainabiyoun. Estos esfuerzos contaron con el apoyo directo de asesores militares iraníes y fueron liderados por el teniente general Qassem Soleimani, bajo una intensa cobertura aérea rusa, para expulsar al ISIS del desierto sirio y de partes del sur.

    Esto impulsó a la Coalición Internacional liderada por Estados Unidos a movilizar rápidamente a las Fuerzas de Autodefensa (FDS) contra el ISIS, en una carrera contra la alianza liderada por Damasco para capturar y controlar los principales yacimientos de petróleo y gas de la zona. Posteriormente, las fronteras entre el ISIS y los kurdos se difuminaron, en ocasiones. 

    El 6 de diciembre de 2024 , cuando el gobierno sirio estaba al borde del colapso, ISIS lanzó un ataque contra las fuerzas del ejército sirio en Palmira, obligándolas a abandonar sus posiciones y huir a Irak en medio de un colapso total del mando y el control. El grupo se apoderó de más de 16.000 km² y se apoderó de antiguos depósitos del Ejército Árabe Sirio (EAS) en la región.

    Cabe destacar que, a pesar de haber declarado su enemistad hacia la Junta de Damasco y de haber etiquetado a Jolani como un infiel por su aparente adhesión a la ideología occidental, ISIS aún no ha llevado a cabo ninguna operación significativa , aparte de enfrentamientos ocasionales con las fuerzas del nuevo régimen cuando intentaban abrir la carretera Damasco – Palmira – Deir ez-Zor.

    Lo que está claro, sin embargo, es que ISIS ha aprovechado el caos orquestado para reagruparse. Sus combatientes se han extendido de forma encubierta por todas las provincias sirias. A pesar de las similitudes ideológicas con HTS y sus facciones afiliadas, ISIS sigue siendo un enemigo acérrimo. Ambos bandos han dado muerte a más miembros del otro que cualquier otro grupo durante el conflicto sirio en sangrientas y agotadoras batallas que obligaron a HTS a retirarse y atrincherarse en Idlib.

    Se espera que ISIS resurja mediante operaciones terroristas. Un posible ejemplo es el terrible atentado del 22 de junio contra la iglesia de San Elías, en el distrito mayoritariamente cristiano de Duweila, en Damasco. Aunque el ataque no ha sido reivindicado oficialmente, todo apunta a ISIS, especialmente dado el modus operandi: un hombre armado entró en la iglesia durante la misa, abrió fuego contra los fieles y se inmoló, matando a más de 20 personas e hiriendo a más de 50. 

    Parece que Siria no tendrá respiro tras las décadas de derramamiento de sangre iniciadas por la alianza entre Occidente, Israel y Turquía. La población siria también cree que ISIS se ha convertido en el fantasma que encubre los crímenes de HTS contra las minorías étnicas. Este caso no es diferente, según las protestas locales que condenan la falta de respuesta y la posible implicación de HTS. La milicia de Jolani suele lucir insignias de ISIS durante masacres locales y campañas de limpieza étnica. 

    En 2015, surgió lo que se conoció como el « Nuevo Ejército Sirio », o « Ejército Maghaweer al-Thawra » , con apoyo y entrenamiento estadounidense y jordano. Su supuesto objetivo era combatir al ISIS , pero su objetivo principal era el Ejército Árabe Sirio, tomando como cuartel general la base militar ilegal estadounidense de Al-Tanf , ubicada cerca de las fronteras con Jordania e Irak . Existen varios vídeos que muestran a las fuerzas especiales estadounidenses y británicas entrenando a esta facción extremista en Al-Tanf , que, por cierto, está rodeada por una zona de exclusión de 55 km impuesta por Estados Unidos , en territorio sirio.

    Diversas estimaciones sugieren que el número de combatientes del Ejército Libre de Siria ronda los 2500, compuestos principalmente por miembros tribales de esa región que reciben entrenamiento continuo de las fuerzas estadounidenses y británicas. En 2022, la facción pasó a llamarse oficialmente Ejército Libre de Siria y se nombró a un nuevo líder, Fareed Qassem. Posteriormente, en 2024 , fue destituido y reemplazado por Salem Al-Antri, quien continúa al frente del grupo hasta la fecha.

    El Ejército Libre de Siria se reunió varias veces con el régimen de Jolani y con el supuesto ministro de Defensa, Murhaf Abu Qasra. Se llegó a un acuerdo final , que puso al Ejército bajo la autoridad del Ministerio de Defensa de Al Qaeda en Damasco. Los líderes de la formación asistieron a la llamada « Conferencia de la Victoria  » y aprobaron todos sus resultados. Esto explica su expansión desde la zona de seguridad de 55 kilómetros en Al-Tanf hasta la base aérea de Al-Dumayr, a unos 10 kilómetros al este de Damasco.

    Aunque los medios occidentales reducen a los drusos a un grupo homogéneo, en realidad se compone de facciones con políticas opuestas respecto a la normalización, tanto con Israel como con el régimen de Al Qaeda en Damasco. Las facciones más prominentes en As-Suwayda incluyen:

    • ‘ Hombres de Dignidad ‘, liderada por el jeque Abu Hassan Yahya Al-Hajjar ,
    • ‘ Fuerzas del jeque al-Karama ‘, dirigidas por Laith Al-Balous ,
    • ‘ Ahrar al-Jabal Gathering ‘, dirigida por el jeque Suleiman Abdul-Baqi , y
    • Las ‘ Fuerzas Antiterroristas ‘, anteriormente el brazo armado del ‘ Partido Al-Liwaa ‘, lideradas por Malik Abu Khair, anunciaron su separación del partido , aunque todavía no está claro si la separación ha tenido pleno efecto .

    Además, existe la Brigada de Montaña , cuyo exlíder, Marhej Al-Jurmani, fue asesinado, y hasta la fecha no se ha nombrado sucesor. También existen las Fuerzas Al -Ulya en Salkhad y la zona rural occidental, afiliadas a la Brigada de Montaña .

    Se desconoce el número exacto de estas facciones, sobre todo porque el faccionalismo en As-Suwayda es en gran medida un fenómeno social cuyo objetivo es proteger la región. Estas facciones están repartidas por As-Suwayda y también operan en zonas de Damasco como Jaramana y Sahnaya (en la zona rural de Damasco) para proteger las zonas de mayoría drusa y repeler los ataques del ISIS. 

    Sin embargo, en abril , se produjeron enfrentamientos con bandas afiliadas al HTS tras una grabación de audio falsificada en dialecto druso que insultaba al profeta Mahoma. Esto provocó violaciones similares a los pogromos sectarios del HTS en las zonas costeras, que aún continúan. 

    Los drusos están divididos respecto a la integración en el Ministerio de Defensa de Al Qaeda y la nueva estructura estatal. Las negociaciones aún no han resuelto los conflictos. El jeque Hikmat Al Hijri, líder espiritual de los drusos en la región , representa el ala que rechaza por completo la integración y aboga por un gobierno autónomo para garantizar la protección de la población local ante futuras violaciones sectarias. La mayoría de las facciones drusas han seguido su ejemplo. 

    El jeque Al-Hijri se niega a incorporarse al Ministerio de Defensa antes de que se redacte una constitución que garantice los derechos de As-Suwayda y la formación de un estado civil. También ha insistido en que el ejército sea una fuerza nacional y no sectaria. La ausencia de las facciones de As-Suwayda en la « Conferencia de la Victoria », a pesar de haber sido invitadas por Jolani, envió una clara señal al régimen de Al Qaeda.

    Aunque no hay bases militares extranjeras en As-Suwayda, un acuerdo entre el jeque Mowafaq Tarif, el líder espiritual de los drusos en Palestina , e Israel y los EE. UU. ha proporcionado una protección significativa a los drusos de As-Suwayda, particularmente durante los recientes enfrentamientos. 

    Sin embargo, cabe destacar que Israel tiene otros objetivos al adoptar la protección de los drusos sirios, la mayoría de los cuales rechaza el patrocinio israelí. Los drusos palestinos constituyen una parte importante del ejército israelí, y Netanyahu pretende explotar a los drusos sirios para expandir y establecer una zona de contención, primero en el sur de Siria y luego extendiéndose hacia el noreste a través del  » Corredor de David « , según The Cradle :  » A través del « Corredor de David « , Israel pretende forjar una arteria geopolítica que se extienda desde el Golán ocupado hasta el Kurdistán iraquí, transformando Asia Occidental con el pretexto de fomentar alianzas minoritarias y hacer realidad las reivindicaciones bíblicas « . 

    Inmediatamente después de la caída de Damasco, Israel lanzó la mayor operación aérea de su historia contra Siria. Esta destruyó las principales instalaciones militares, aéreas y navales del Ejército Árabe Sirio en 48 horas. La mayor pérdida para Siria fue la destrucción de los sistemas de defensa aérea y el radar que previamente habían impedido la libertad de operación israelí en el espacio aéreo sirio. 

    Este asalto aéreo coincidió con una invasión terrestre sionista de la zona desmilitarizada , un área que Israel no se había atrevido a penetrar desde el Acuerdo de Separación firmado con Hafez al-Assad en 1974. Rápidamente avanzó más allá de esta zona, lanzando una nueva invasión en territorio sirio , ocupando el Monte Hermón y nuevas áreas en Quneitra y la zona rural occidental de Daraa.

    Posteriormente, Israel continuó atacando las posiciones restantes del Ejército Árabe Sirio, además de las posiciones de las facciones que habían tomado el control de Siria, para presionar al gobierno liderado por Jolani. También aprovechó la relación entre los drusos sirios y los drusos de Palestina para intervenir con mayor intensidad con el pretexto de proteger a los drusos y a otras minorías, como hemos señalado. 

    Las fuerzas israelíes se enfrentaron en más de una ocasión con los residentes de Daraa durante sus intentos de asaltar aldeas como Kouya, causando bajas entre quienes se resistieron. Cabe destacar la existencia de una fuerza conocida como la  » Resistencia Popular en el Golán «  , fundada originalmente por el Ejército Árabe Sirio indirectamente con apoyo iraní y entrenada por Hezbolá durante varios años, especialmente después de la guerra de 2006. Anteriormente, estaba bajo la supervisión de Samir Kuntar, quien fue liberado de prisiones israelíes mediante un intercambio de prisioneros en 2008 antes de ser asesinado por un ataque con misiles israelíes contra su apartamento en Jaramana, al sur de Damasco, el 19 de diciembre de 2015.

    Estos grupos continuaron operando y creciendo, alcanzando una fuerza estimada de más de 30.000 combatientes. En 2024, lanzaron varios ataques con cohetes desde el Golán hacia Israel, en cooperación con facciones de la Resistencia Palestina.

    Se desconoce el destino de estos combatientes. Sin embargo, se especula que la mayoría se trasladó al Líbano inmediatamente después de la captura de Damasco. Esto habría sido facilitado por Hezbolá. También se cree que algunos permanecieron en Siria y ahora se encuentran escondidos. 

    La zona desmilitarizada abarca una superficie aproximada de 235 km², mientras que los territorios recientemente ocupados suman unos 310 km², en los que Israel ha establecido 11 nuevos puestos militares. Esto se suma a los Altos del Golán, que Israel ocupa ilegalmente desde 1967.

    Conclusión

    Siria es ahora un escenario fragmentado y complejo , y concebir la unidad de todas las facciones involucradas bajo una sola bandera nacional siria y antitakfirí no será tarea fácil. El país sigue sin contar con un verdadero ejército sirio, representativo de todas las minorías étnicas del país , como se conocía al Ejército Árabe Sirio (EAS). 

    HTS, a pesar de los esfuerzos concertados de sus patrocinadores externos, liderados por operativos vinculados al MI6 con base en Damasco , enfrenta lo que parecen ser desafíos insuperables . ¿Cómo conseguirá HTS un presupuesto suficiente del cártel que llevó a Al Qaeda al poder para equipar al ejército de la « Nueva Siria» ? Estados Unidos parece haber abandonado a Jolani para buscar el suministro de armas rusas o turcas, según una entrevista del New York Times con Jolani en abril de este año.

    El 90% de las capacidades militares sirias fueron destruidas por Israel en tan solo dos días en 2024 con bombardeos posteriores , lo que afectó aún más la capacidad de Siria para recuperar su soberanía militar . Es poco probable que Israel, entre otras naciones alineadas con el sionismo, permita que se revierta esta realidad.

    Las Fuerzas Democráticas Sirias (FDS) y las facciones en Sweida imponen condiciones estrictas para unirse a la institución militar, infestada de Al Qaeda. Más de 60 facciones armadas operan actualmente en Siria, más de la mitad de las cuales se agrupan en el Ejército Nacional Sirio, respaldado por Turquía y compuesto por al menos 80.000 combatientes, cuya misión principal es eliminar a las FDS. Las facciones restantes operan dentro de alianzas o de forma independiente, pero tienen políticas o agendas que podrían entrar en conflicto con las de Jolani y sus aliados en la alianza para el cambio de régimen.

    Las Fuerzas de Autodefensa (FDS), respaldadas por Estados Unidos y que controlan aproximadamente el 25% del territorio sirio, han expresado su disposición condicional a unirse al complejo militar de Al Qaeda , pero solo como un bloque militar independiente. Esta propuesta ha sido rechazada rotundamente por el régimen de Al Qaeda. Obligar a Jolani a acatar la propuesta podría desencadenar una difícil confrontación. Las FDS cuentan con más de 100.000 combatientes entrenados y poseen armamento pesado, según su comandante, Mazloum Abdi. Sin un acuerdo a corto plazo con las FDS, el Ejército Nacional Sirio, alineado con Turquía, probablemente permanecerá bajo el control de Ankara, independiente de Damasco , lo que representa un gran obstáculo para que Jolani fortalezca su frágil base de poder con algo que se asemeje remotamente a un bloque militar leal. 

    Otro asunto complejo es la presencia de combatientes extremistas extranjeros que inundaron Siria después de que comenzara la guerra de cambio de régimen en 2011. Después del golpe internacional, Jolani nombró a seis de ellos en altos rangos militares, nombramientos que provocaron críticas y temores locales, después de 14 años de enfrentar masacres de limpieza étnica a manos de ellos en toda Siria. 

    Lo que está claro es que Jolani no pudo gobernar la provincia de Idlib sin tácticas brutales y represivas, ni políticas takfiríes que reprimieron la disidencia e impusieron duras sanciones a la población civil bajo la ley sharia. Su dominio se mantuvo gracias a la ayuda de Washington para eliminar a los líderes de las facciones que podrían haber desafiado su liderazgo. Sobrevivió como caudillo, mediante la extorsión, la intimidación , la supremacía sectaria y los dictados. 

    Jolani se aferró al liderazgo en Idlib porque hizo promesas a las facciones takfiríes que no puede cumplir si ahora se ve obligado a aceptar la protección occidental y la normalización con Israel.

    Se enfrenta a la disidencia en todos los sectores de la sociedad siria , y mientras los sirios aún están profundamente traumatizados y enfrentan secuestros, masacres, asesinatos, robo de propiedades y limpieza étnica a diario ; Jolani no puede mantener este nivel de brutalidad sin enfrentar la eventual resistencia y la reacción militar de los llamados  » remanentes del régimen  » o desde dentro de las filas de su propia milicia precariamente alineada. Está tratando de sobrevivir en un caos orquestado del cual no hay escapatoria cuando su liderazgo se ve comprometido por las agendas de los actores regionales que pueden eliminar las redes de seguridad en cualquier momento y enviarlo en caída libre. Pregúntele a Zelensky. 

    En las próximas semanas , también profundizaremos cómo Siria se verá profundamente afectada por la agresión israelí contra Irán y la escalada del conflicto en la región. Jolani ha mantenido un silencio notable desde el inicio de la guerra entre Irán, Israel y Estados Unidos. Sabe que esto bien podría marcar el fin del proyecto takfirí en Siria , y su breve mandato podría verse desmoronado si la Resistencia regional (incluidos los aproximadamente 100.000 soldados del Ejército Árabe Sirio que abandonaron Siria tras la caída de Damasco) entra en la lucha con firmeza contra las bases estadounidenses y los regímenes terroristas títeres. 

    También podríamos ver la Siria de Jolani siendo utilizada como plataforma de lanzamiento para ataques takfiríes contra Líbano e Irak en un futuro próximo, por parte de Israel, con el fin de ocupar y debilitar a las facciones no estatales de la Resistencia en estos países que apoyarían a Irán en caso de una escalada regional. Esto se debatirá con más detalle la próxima semana.

    Fuente: Vanessa Beeley, para https://www.ukcolumn.org/

    @albagranadanorthafrica

    #Aljolani #BasharAlAssad #colonialisme #imperialismo #siria

  15. Digitale Inkompetenz in sensiblen Bereichen – ein persönlicher Frustbericht

    Wir schreiben das Jahr 2025.
    Und doch fühlt es sich in vielen Bereichen an wie 1995.

    Ich musste kürzlich indirekt mit einer Klinik in Kontakt treten – es geht um eine medizinische Angelegenheit. Im Vorfeld sollen relevante Unterlagen übermittelt werden: über 30 MB an PDF-Dateien, voll mit Befunden, Laborwerten, Anmeldeinformationen – alles höchst sensible, personenbezogene - ja, KRITISCHE - Gesundheitsdaten.

    Die Klinik bietet keine Plattform für den sicheren digitalen Austausch an. Kein Patientenportal, keine verschlüsselte Uploadmöglichkeit, kein Hinweis auf DSGVO-konforme Alternativen. Gar nichts.
    Also nutze ich, wie schon in anderen Fällen, unsere eigene kleine Nextcloud-Instanz. DSGVO-konform, selbst gehoste... Dateien hochgeladen, Freigabelink erstellt und per E-Mail verschickt.

    Was dann passiert, ist ein Symptom:

    Ein Mitarbeiter*in der Klinik meldet sich zurück – es kann nicht auf den Link zugegriffen werden. Keine Details. Kein Hinweis, was genau nicht funktioniert. Nur: „Es geht nicht.“
    Zusätzlich scheint es die mündliche(?) Regel zu geben, keine Bilder ansehen zu dürfen. Bilder? Zu dem Link hat Apple Mail das Standardlogo von Nextcloud („icon.png“) angehängt. Kein Trackingpixel, kein Skript, kein Link dahinter. Einfach nur ein Logo. Und dieses PNG-File soll ein Sicherheitsrisiko darstellen? Während die 30+ MB sensibelster Daten lieber unsicher per E-Mail verschickt werden sollen? Nochmal zum Verständnis: PNGs: NO! PDFs: GO!

    Ernsthaft: In welcher Welt stellt ein Bild ein Sicherheitsrisiko dar? Und in welcher Welt stellen PDFs dann kein Risiko dar? Der völlige Verzicht auf ein sicheres Datenübertragungsverfahren ist okay?

    Ich erlebe das leider nicht zum ersten Mal. Besonders in medizinischen, sozialen oder behördlichen Einrichtungen scheint moderne IT-Sicherheit und digitale Kommunikation immer noch als überflüssiger Luxus oder „technisches Gedöns“ gesehen zu werden. Statt aktiver Problemlösung regiert das Prinzip: „Haben wir noch nie so gemacht – also lassen wir’s.“

    Dabei geht es nicht nur um meine Frustration als technikaffiner Mensch, sondern um etwas viel Tieferes:

    - Menschen in schwierigen Lebenslagen müssen sich durch bürokratische, technische oder schlichtweg ignorante Hürden kämpfen, obwohl sie eigentlich Hilfe bräuchten. "Wenn wir die Daten nicht erhalten, können (=wollen) wir Ihnen nicht helfen". Datensicherheit ist zweitrangig.
    - Daten mit höchster Schutzbedürftigkeit werden regelmäßig per E-Mail oder Fax durch die Republik geschoben. Obwohl wir nicht nur sicherere, sondern auch einfacherere, und effizientere Lösungen hätten.
    - Kliniken, Behörden und Praxen bremsen aktiv sinnvolle digitale Prozesse aus – oft aus Inkompetenz, Desinteresse oder weil irgendeine Compliance-Regel falsch interpretiert wird.

    Und dann ist da noch die andere Seite:

    Ich will der betreffenden Sachbearbeiter*in Person nicht einmal per se Böswilligkeit unterstellen. Wahrscheinlich ist es schlicht Überforderung. Hat nie eine Schulung erhalten. Sieht IT als (zu) „komplex“ oder „fremd“.
    Das ist auch ein strukturelles Problem. Kliniken und soziale Einrichtungen müssen Menschen im Kundenkontakt digital schulen. Es ist nicht optional.

    Wenn jemand an der Schnittstelle zu Patienten oder Angehörigen sitzt – und dann nicht weiß, wie man einen Link aufruft oder einen sicheren Datentransfer durchführt – dann liegt der Fehler nicht bei der Person allein, sondern beim System, das sie dort arbeiten lässt. Ohne Support, ohne Schulung, ohne Bewusstsein.

    Aber irgendwann ist es natürlich auch eine persönliche Verantwortung.
    Wenn ich Auto fahren will, muss ich auch wissen, wie ich tanken oder laden kann.
    Wenn ich die Schnittstelle zum Kunden darstelle und digitale Kommunikation abwickle – dann muss ich zumindest die Grundlagen kennen. Oder mir Hilfe holen. Oder sagen: „Ich verstehe das nicht, ich brauche Unterstützung.“
    Aber einfach „geht nicht“ zu sagen – ohne zu hinterfragen – ist in so einem Kontext schlicht unprofessionell. Und ich unterstelle 2025 jedem das Wort "Datensicherheit" mal gehört zu haben.

    Was mich besonders ärgert:
    Es ist ohnehin gerade eine herausfordernde Zeit. Es ist für viele Personen wahrscheinlich bereits emotional belastend, überhaupt mit einer Klinik zu tun zu haben. Und obwohl viele Menschen auf Hilfe angewiesen sind, habe ich das Gefühl, deren Prozesse tragen dazu bei, dass alles noch schwerer wird.
    Weil sie es seit über 15 Jahren verpassen, eine vernünftige IT-Strategie umzusetzen.
    Weil sie Sicherheit mit Inflexibilität verwechseln.
    Weil sie glauben, „Compliance“ heißt, alles zu blockieren, was man nicht versteht – statt echte Lösungen zu ermöglichen. Statt ECHTE Security umzusetzen.

    Dabei gäbe es diese Lösungen längst:

    - Open Source Tools wie Nextcloud, CryptPad, Seafile etc.
    - DSGVO-konforme Cloudlösungen, selbst gehostet oder professionell betrieben
    - Zwei-Faktor-Authentifizierung, verschlüsselte Links, zeitlich begrenzte Freigaben
    - Klare Prozesse für Datenaustausch mit Patienten, Angehörigen, Dritten
    - Und vor allem: Menschen, die geschult werden, damit sie all das auch nutzen können

    All das kostet weniger, als man denkt. Und bringt mehr, als die meisten ahnen.

    Fazit:
    Ich bin müde, jedes Mal auf technische Inkompetenz zu stoßen, wenn es ernst wird. Wenn Menschen mit psychischen, körperlichen oder sozialen Problemen auf ein funktionierendes System angewiesen sind – und dann an „Wir brauchen die Daten, aber wir haben keine Möglichkeit die Daten sicher zu übertragen“ scheitern.

    Wir brauchen echte digitale Kompetenz – gerade im Gesundheits- und Sozialwesen.
    Wir brauchen weniger Blockadehaltung und mehr Verantwortungsgefühl.
    Und wir brauchen ein Ende dieser tief sitzenden Angst vor allem, was mit IT zu tun hat. Denn wer heute in diesen Bereichen arbeitet, muss digitale Kompetenz als Teil der beruflichen Grundausstattung begreifen.

    Sonst versagen wir dort, wo es am meisten zählt.

    #security #itsecurity #sicherheit #kliniken #klinik #gesundheitspolitik #gesundheitswesen #gesundheit #soziales #sozialwesen #it #informationsecurity #informationsicherheit #compliance #patienten #dsgvo #DSGVOFail #nextcloud #fax #datensicherheit #datenschutz

  16. Digitale Inkompetenz in sensiblen Bereichen – ein persönlicher Frustbericht

    Wir schreiben das Jahr 2025.
    Und doch fühlt es sich in vielen Bereichen an wie 1995.

    Ich musste kürzlich indirekt mit einer Klinik in Kontakt treten – es geht um eine medizinische Angelegenheit. Im Vorfeld sollen relevante Unterlagen übermittelt werden: über 30 MB an PDF-Dateien, voll mit Befunden, Laborwerten, Anmeldeinformationen – alles höchst sensible, personenbezogene - ja, KRITISCHE - Gesundheitsdaten.

    Die Klinik bietet keine Plattform für den sicheren digitalen Austausch an. Kein Patientenportal, keine verschlüsselte Uploadmöglichkeit, kein Hinweis auf DSGVO-konforme Alternativen. Gar nichts.
    Also nutze ich, wie schon in anderen Fällen, unsere eigene kleine Nextcloud-Instanz. DSGVO-konform, selbst gehoste... Dateien hochgeladen, Freigabelink erstellt und per E-Mail verschickt.

    Was dann passiert, ist ein Symptom:

    Ein Mitarbeiter*in der Klinik meldet sich zurück – es kann nicht auf den Link zugegriffen werden. Keine Details. Kein Hinweis, was genau nicht funktioniert. Nur: „Es geht nicht.“
    Zusätzlich scheint es die mündliche(?) Regel zu geben, keine Bilder ansehen zu dürfen. Bilder? Zu dem Link hat Apple Mail das Standardlogo von Nextcloud („icon.png“) angehängt. Kein Trackingpixel, kein Skript, kein Link dahinter. Einfach nur ein Logo. Und dieses PNG-File soll ein Sicherheitsrisiko darstellen? Während die 30+ MB sensibelster Daten lieber unsicher per E-Mail verschickt werden sollen? Nochmal zum Verständnis: PNGs: NO! PDFs: GO!

    Ernsthaft: In welcher Welt stellt ein Bild ein Sicherheitsrisiko dar? Und in welcher Welt stellen PDFs dann kein Risiko dar? Der völlige Verzicht auf ein sicheres Datenübertragungsverfahren ist okay?

    Ich erlebe das leider nicht zum ersten Mal. Besonders in medizinischen, sozialen oder behördlichen Einrichtungen scheint moderne IT-Sicherheit und digitale Kommunikation immer noch als überflüssiger Luxus oder „technisches Gedöns“ gesehen zu werden. Statt aktiver Problemlösung regiert das Prinzip: „Haben wir noch nie so gemacht – also lassen wir’s.“

    Dabei geht es nicht nur um meine Frustration als technikaffiner Mensch, sondern um etwas viel Tieferes:

    - Menschen in schwierigen Lebenslagen müssen sich durch bürokratische, technische oder schlichtweg ignorante Hürden kämpfen, obwohl sie eigentlich Hilfe bräuchten. "Wenn wir die Daten nicht erhalten, können (=wollen) wir Ihnen nicht helfen". Datensicherheit ist zweitrangig.
    - Daten mit höchster Schutzbedürftigkeit werden regelmäßig per E-Mail oder Fax durch die Republik geschoben. Obwohl wir nicht nur sicherere, sondern auch einfacherere, und effizientere Lösungen hätten.
    - Kliniken, Behörden und Praxen bremsen aktiv sinnvolle digitale Prozesse aus – oft aus Inkompetenz, Desinteresse oder weil irgendeine Compliance-Regel falsch interpretiert wird.

    Und dann ist da noch die andere Seite:

    Ich will der betreffenden Sachbearbeiter*in Person nicht einmal per se Böswilligkeit unterstellen. Wahrscheinlich ist es schlicht Überforderung. Hat nie eine Schulung erhalten. Sieht IT als (zu) „komplex“ oder „fremd“.
    Das ist auch ein strukturelles Problem. Kliniken und soziale Einrichtungen müssen Menschen im Kundenkontakt digital schulen. Es ist nicht optional.

    Wenn jemand an der Schnittstelle zu Patienten oder Angehörigen sitzt – und dann nicht weiß, wie man einen Link aufruft oder einen sicheren Datentransfer durchführt – dann liegt der Fehler nicht bei der Person allein, sondern beim System, das sie dort arbeiten lässt. Ohne Support, ohne Schulung, ohne Bewusstsein.

    Aber irgendwann ist es natürlich auch eine persönliche Verantwortung.
    Wenn ich Auto fahren will, muss ich auch wissen, wie ich tanken oder laden kann.
    Wenn ich die Schnittstelle zum Kunden darstelle und digitale Kommunikation abwickle – dann muss ich zumindest die Grundlagen kennen. Oder mir Hilfe holen. Oder sagen: „Ich verstehe das nicht, ich brauche Unterstützung.“
    Aber einfach „geht nicht“ zu sagen – ohne zu hinterfragen – ist in so einem Kontext schlicht unprofessionell. Und ich unterstelle 2025 jedem das Wort "Datensicherheit" mal gehört zu haben.

    Was mich besonders ärgert:
    Es ist ohnehin gerade eine herausfordernde Zeit. Es ist für viele Personen wahrscheinlich bereits emotional belastend, überhaupt mit einer Klinik zu tun zu haben. Und obwohl viele Menschen auf Hilfe angewiesen sind, habe ich das Gefühl, deren Prozesse tragen dazu bei, dass alles noch schwerer wird.
    Weil sie es seit über 15 Jahren verpassen, eine vernünftige IT-Strategie umzusetzen.
    Weil sie Sicherheit mit Inflexibilität verwechseln.
    Weil sie glauben, „Compliance“ heißt, alles zu blockieren, was man nicht versteht – statt echte Lösungen zu ermöglichen. Statt ECHTE Security umzusetzen.

    Dabei gäbe es diese Lösungen längst:

    - Open Source Tools wie Nextcloud, CryptPad, Seafile etc.
    - DSGVO-konforme Cloudlösungen, selbst gehostet oder professionell betrieben
    - Zwei-Faktor-Authentifizierung, verschlüsselte Links, zeitlich begrenzte Freigaben
    - Klare Prozesse für Datenaustausch mit Patienten, Angehörigen, Dritten
    - Und vor allem: Menschen, die geschult werden, damit sie all das auch nutzen können

    All das kostet weniger, als man denkt. Und bringt mehr, als die meisten ahnen.

    Fazit:
    Ich bin müde, jedes Mal auf technische Inkompetenz zu stoßen, wenn es ernst wird. Wenn Menschen mit psychischen, körperlichen oder sozialen Problemen auf ein funktionierendes System angewiesen sind – und dann an „Wir brauchen die Daten, aber wir haben keine Möglichkeit die Daten sicher zu übertragen“ scheitern.

    Wir brauchen echte digitale Kompetenz – gerade im Gesundheits- und Sozialwesen.
    Wir brauchen weniger Blockadehaltung und mehr Verantwortungsgefühl.
    Und wir brauchen ein Ende dieser tief sitzenden Angst vor allem, was mit IT zu tun hat. Denn wer heute in diesen Bereichen arbeitet, muss digitale Kompetenz als Teil der beruflichen Grundausstattung begreifen.

    Sonst versagen wir dort, wo es am meisten zählt.

    #security #itsecurity #sicherheit #kliniken #klinik #gesundheitspolitik #gesundheitswesen #gesundheit #soziales #sozialwesen #it #informationsecurity #informationsicherheit #compliance #patienten #dsgvo #DSGVOFail #nextcloud #fax #datensicherheit #datenschutz

  17. Digitale Inkompetenz in sensiblen Bereichen – ein persönlicher Frustbericht

    Wir schreiben das Jahr 2025.
    Und doch fühlt es sich in vielen Bereichen an wie 1995.

    Ich musste kürzlich indirekt mit einer Klinik in Kontakt treten – es geht um eine medizinische Angelegenheit. Im Vorfeld sollen relevante Unterlagen übermittelt werden: über 30 MB an PDF-Dateien, voll mit Befunden, Laborwerten, Anmeldeinformationen – alles höchst sensible, personenbezogene - ja, KRITISCHE - Gesundheitsdaten.

    Die Klinik bietet keine Plattform für den sicheren digitalen Austausch an. Kein Patientenportal, keine verschlüsselte Uploadmöglichkeit, kein Hinweis auf DSGVO-konforme Alternativen. Gar nichts.
    Also nutze ich, wie schon in anderen Fällen, unsere eigene kleine Nextcloud-Instanz. DSGVO-konform, selbst gehoste... Dateien hochgeladen, Freigabelink erstellt und per E-Mail verschickt.

    Was dann passiert, ist ein Symptom:

    Ein Mitarbeiter*in der Klinik meldet sich zurück – es kann nicht auf den Link zugegriffen werden. Keine Details. Kein Hinweis, was genau nicht funktioniert. Nur: „Es geht nicht.“
    Zusätzlich scheint es die mündliche(?) Regel zu geben, keine Bilder ansehen zu dürfen. Bilder? Zu dem Link hat Apple Mail das Standardlogo von Nextcloud („icon.png“) angehängt. Kein Trackingpixel, kein Skript, kein Link dahinter. Einfach nur ein Logo. Und dieses PNG-File soll ein Sicherheitsrisiko darstellen? Während die 30+ MB sensibelster Daten lieber unsicher per E-Mail verschickt werden sollen? Nochmal zum Verständnis: PNGs: NO! PDFs: GO!

    Ernsthaft: In welcher Welt stellt ein Bild ein Sicherheitsrisiko dar? Und in welcher Welt stellen PDFs dann kein Risiko dar? Der völlige Verzicht auf ein sicheres Datenübertragungsverfahren ist okay?

    Ich erlebe das leider nicht zum ersten Mal. Besonders in medizinischen, sozialen oder behördlichen Einrichtungen scheint moderne IT-Sicherheit und digitale Kommunikation immer noch als überflüssiger Luxus oder „technisches Gedöns“ gesehen zu werden. Statt aktiver Problemlösung regiert das Prinzip: „Haben wir noch nie so gemacht – also lassen wir’s.“

    Dabei geht es nicht nur um meine Frustration als technikaffiner Mensch, sondern um etwas viel Tieferes:

    - Menschen in schwierigen Lebenslagen müssen sich durch bürokratische, technische oder schlichtweg ignorante Hürden kämpfen, obwohl sie eigentlich Hilfe bräuchten. "Wenn wir die Daten nicht erhalten, können (=wollen) wir Ihnen nicht helfen". Datensicherheit ist zweitrangig.
    - Daten mit höchster Schutzbedürftigkeit werden regelmäßig per E-Mail oder Fax durch die Republik geschoben. Obwohl wir nicht nur sicherere, sondern auch einfacherere, und effizientere Lösungen hätten.
    - Kliniken, Behörden und Praxen bremsen aktiv sinnvolle digitale Prozesse aus – oft aus Inkompetenz, Desinteresse oder weil irgendeine Compliance-Regel falsch interpretiert wird.

    Und dann ist da noch die andere Seite:

    Ich will der betreffenden Sachbearbeiter*in Person nicht einmal per se Böswilligkeit unterstellen. Wahrscheinlich ist es schlicht Überforderung. Hat nie eine Schulung erhalten. Sieht IT als (zu) „komplex“ oder „fremd“.
    Das ist auch ein strukturelles Problem. Kliniken und soziale Einrichtungen müssen Menschen im Kundenkontakt digital schulen. Es ist nicht optional.

    Wenn jemand an der Schnittstelle zu Patienten oder Angehörigen sitzt – und dann nicht weiß, wie man einen Link aufruft oder einen sicheren Datentransfer durchführt – dann liegt der Fehler nicht bei der Person allein, sondern beim System, das sie dort arbeiten lässt. Ohne Support, ohne Schulung, ohne Bewusstsein.

    Aber irgendwann ist es natürlich auch eine persönliche Verantwortung.
    Wenn ich Auto fahren will, muss ich auch wissen, wie ich tanken oder laden kann.
    Wenn ich die Schnittstelle zum Kunden darstelle und digitale Kommunikation abwickle – dann muss ich zumindest die Grundlagen kennen. Oder mir Hilfe holen. Oder sagen: „Ich verstehe das nicht, ich brauche Unterstützung.“
    Aber einfach „geht nicht“ zu sagen – ohne zu hinterfragen – ist in so einem Kontext schlicht unprofessionell. Und ich unterstelle 2025 jedem das Wort "Datensicherheit" mal gehört zu haben.

    Was mich besonders ärgert:
    Es ist ohnehin gerade eine herausfordernde Zeit. Es ist für viele Personen wahrscheinlich bereits emotional belastend, überhaupt mit einer Klinik zu tun zu haben. Und obwohl viele Menschen auf Hilfe angewiesen sind, habe ich das Gefühl, deren Prozesse tragen dazu bei, dass alles noch schwerer wird.
    Weil sie es seit über 15 Jahren verpassen, eine vernünftige IT-Strategie umzusetzen.
    Weil sie Sicherheit mit Inflexibilität verwechseln.
    Weil sie glauben, „Compliance“ heißt, alles zu blockieren, was man nicht versteht – statt echte Lösungen zu ermöglichen. Statt ECHTE Security umzusetzen.

    Dabei gäbe es diese Lösungen längst:

    - Open Source Tools wie Nextcloud, CryptPad, Seafile etc.
    - DSGVO-konforme Cloudlösungen, selbst gehostet oder professionell betrieben
    - Zwei-Faktor-Authentifizierung, verschlüsselte Links, zeitlich begrenzte Freigaben
    - Klare Prozesse für Datenaustausch mit Patienten, Angehörigen, Dritten
    - Und vor allem: Menschen, die geschult werden, damit sie all das auch nutzen können

    All das kostet weniger, als man denkt. Und bringt mehr, als die meisten ahnen.

    Fazit:
    Ich bin müde, jedes Mal auf technische Inkompetenz zu stoßen, wenn es ernst wird. Wenn Menschen mit psychischen, körperlichen oder sozialen Problemen auf ein funktionierendes System angewiesen sind – und dann an „Wir brauchen die Daten, aber wir haben keine Möglichkeit die Daten sicher zu übertragen“ scheitern.

    Wir brauchen echte digitale Kompetenz – gerade im Gesundheits- und Sozialwesen.
    Wir brauchen weniger Blockadehaltung und mehr Verantwortungsgefühl.
    Und wir brauchen ein Ende dieser tief sitzenden Angst vor allem, was mit IT zu tun hat. Denn wer heute in diesen Bereichen arbeitet, muss digitale Kompetenz als Teil der beruflichen Grundausstattung begreifen.

    Sonst versagen wir dort, wo es am meisten zählt.

    #security #itsecurity #sicherheit #kliniken #klinik #gesundheitspolitik #gesundheitswesen #gesundheit #soziales #sozialwesen #it #informationsecurity #informationsicherheit #compliance #patienten #dsgvo #DSGVOFail #nextcloud #fax #datensicherheit #datenschutz

  18. Digitale Inkompetenz in sensiblen Bereichen – ein persönlicher Frustbericht

    Wir schreiben das Jahr 2025.
    Und doch fühlt es sich in vielen Bereichen an wie 1995.

    Ich musste kürzlich indirekt mit einer Klinik in Kontakt treten – es geht um eine medizinische Angelegenheit. Im Vorfeld sollen relevante Unterlagen übermittelt werden: über 30 MB an PDF-Dateien, voll mit Befunden, Laborwerten, Anmeldeinformationen – alles höchst sensible, personenbezogene - ja, KRITISCHE - Gesundheitsdaten.

    Die Klinik bietet keine Plattform für den sicheren digitalen Austausch an. Kein Patientenportal, keine verschlüsselte Uploadmöglichkeit, kein Hinweis auf DSGVO-konforme Alternativen. Gar nichts.
    Also nutze ich, wie schon in anderen Fällen, unsere eigene kleine Nextcloud-Instanz. DSGVO-konform, selbst gehoste... Dateien hochgeladen, Freigabelink erstellt und per E-Mail verschickt.

    Was dann passiert, ist ein Symptom:

    Ein Mitarbeiter*in der Klinik meldet sich zurück – es kann nicht auf den Link zugegriffen werden. Keine Details. Kein Hinweis, was genau nicht funktioniert. Nur: „Es geht nicht.“
    Zusätzlich scheint es die mündliche(?) Regel zu geben, keine Bilder ansehen zu dürfen. Bilder? Zu dem Link hat Apple Mail das Standardlogo von Nextcloud („icon.png“) angehängt. Kein Trackingpixel, kein Skript, kein Link dahinter. Einfach nur ein Logo. Und dieses PNG-File soll ein Sicherheitsrisiko darstellen? Während die 30+ MB sensibelster Daten lieber unsicher per E-Mail verschickt werden sollen? Nochmal zum Verständnis: PNGs: NO! PDFs: GO!

    Ernsthaft: In welcher Welt stellt ein Bild ein Sicherheitsrisiko dar? Und in welcher Welt stellen PDFs dann kein Risiko dar? Der völlige Verzicht auf ein sicheres Datenübertragungsverfahren ist okay?

    Ich erlebe das leider nicht zum ersten Mal. Besonders in medizinischen, sozialen oder behördlichen Einrichtungen scheint moderne IT-Sicherheit und digitale Kommunikation immer noch als überflüssiger Luxus oder „technisches Gedöns“ gesehen zu werden. Statt aktiver Problemlösung regiert das Prinzip: „Haben wir noch nie so gemacht – also lassen wir’s.“

    Dabei geht es nicht nur um meine Frustration als technikaffiner Mensch, sondern um etwas viel Tieferes:

    - Menschen in schwierigen Lebenslagen müssen sich durch bürokratische, technische oder schlichtweg ignorante Hürden kämpfen, obwohl sie eigentlich Hilfe bräuchten. "Wenn wir die Daten nicht erhalten, können (=wollen) wir Ihnen nicht helfen". Datensicherheit ist zweitrangig.
    - Daten mit höchster Schutzbedürftigkeit werden regelmäßig per E-Mail oder Fax durch die Republik geschoben. Obwohl wir nicht nur sicherere, sondern auch einfacherere, und effizientere Lösungen hätten.
    - Kliniken, Behörden und Praxen bremsen aktiv sinnvolle digitale Prozesse aus – oft aus Inkompetenz, Desinteresse oder weil irgendeine Compliance-Regel falsch interpretiert wird.

    Und dann ist da noch die andere Seite:

    Ich will der betreffenden Sachbearbeiter*in Person nicht einmal per se Böswilligkeit unterstellen. Wahrscheinlich ist es schlicht Überforderung. Hat nie eine Schulung erhalten. Sieht IT als (zu) „komplex“ oder „fremd“.
    Das ist auch ein strukturelles Problem. Kliniken und soziale Einrichtungen müssen Menschen im Kundenkontakt digital schulen. Es ist nicht optional.

    Wenn jemand an der Schnittstelle zu Patienten oder Angehörigen sitzt – und dann nicht weiß, wie man einen Link aufruft oder einen sicheren Datentransfer durchführt – dann liegt der Fehler nicht bei der Person allein, sondern beim System, das sie dort arbeiten lässt. Ohne Support, ohne Schulung, ohne Bewusstsein.

    Aber irgendwann ist es natürlich auch eine persönliche Verantwortung.
    Wenn ich Auto fahren will, muss ich auch wissen, wie ich tanken oder laden kann.
    Wenn ich die Schnittstelle zum Kunden darstelle und digitale Kommunikation abwickle – dann muss ich zumindest die Grundlagen kennen. Oder mir Hilfe holen. Oder sagen: „Ich verstehe das nicht, ich brauche Unterstützung.“
    Aber einfach „geht nicht“ zu sagen – ohne zu hinterfragen – ist in so einem Kontext schlicht unprofessionell. Und ich unterstelle 2025 jedem das Wort "Datensicherheit" mal gehört zu haben.

    Was mich besonders ärgert:
    Es ist ohnehin gerade eine herausfordernde Zeit. Es ist für viele Personen wahrscheinlich bereits emotional belastend, überhaupt mit einer Klinik zu tun zu haben. Und obwohl viele Menschen auf Hilfe angewiesen sind, habe ich das Gefühl, deren Prozesse tragen dazu bei, dass alles noch schwerer wird.
    Weil sie es seit über 15 Jahren verpassen, eine vernünftige IT-Strategie umzusetzen.
    Weil sie Sicherheit mit Inflexibilität verwechseln.
    Weil sie glauben, „Compliance“ heißt, alles zu blockieren, was man nicht versteht – statt echte Lösungen zu ermöglichen. Statt ECHTE Security umzusetzen.

    Dabei gäbe es diese Lösungen längst:

    - Open Source Tools wie Nextcloud, CryptPad, Seafile etc.
    - DSGVO-konforme Cloudlösungen, selbst gehostet oder professionell betrieben
    - Zwei-Faktor-Authentifizierung, verschlüsselte Links, zeitlich begrenzte Freigaben
    - Klare Prozesse für Datenaustausch mit Patienten, Angehörigen, Dritten
    - Und vor allem: Menschen, die geschult werden, damit sie all das auch nutzen können

    All das kostet weniger, als man denkt. Und bringt mehr, als die meisten ahnen.

    Fazit:
    Ich bin müde, jedes Mal auf technische Inkompetenz zu stoßen, wenn es ernst wird. Wenn Menschen mit psychischen, körperlichen oder sozialen Problemen auf ein funktionierendes System angewiesen sind – und dann an „Wir brauchen die Daten, aber wir haben keine Möglichkeit die Daten sicher zu übertragen“ scheitern.

    Wir brauchen echte digitale Kompetenz – gerade im Gesundheits- und Sozialwesen.
    Wir brauchen weniger Blockadehaltung und mehr Verantwortungsgefühl.
    Und wir brauchen ein Ende dieser tief sitzenden Angst vor allem, was mit IT zu tun hat. Denn wer heute in diesen Bereichen arbeitet, muss digitale Kompetenz als Teil der beruflichen Grundausstattung begreifen.

    Sonst versagen wir dort, wo es am meisten zählt.

    #security #itsecurity #sicherheit #kliniken #klinik #gesundheitspolitik #gesundheitswesen #gesundheit #soziales #sozialwesen #it #informationsecurity #informationsicherheit #compliance #patienten #dsgvo #DSGVOFail #nextcloud #fax #datensicherheit #datenschutz

  19. Digitale Inkompetenz in sensiblen Bereichen – ein persönlicher Frustbericht

    Wir schreiben das Jahr 2025.
    Und doch fühlt es sich in vielen Bereichen an wie 1995.

    Ich musste kürzlich indirekt mit einer Klinik in Kontakt treten – es geht um eine medizinische Angelegenheit. Im Vorfeld sollen relevante Unterlagen übermittelt werden: über 30 MB an PDF-Dateien, voll mit Befunden, Laborwerten, Anmeldeinformationen – alles höchst sensible, personenbezogene - ja, KRITISCHE - Gesundheitsdaten.

    Die Klinik bietet keine Plattform für den sicheren digitalen Austausch an. Kein Patientenportal, keine verschlüsselte Uploadmöglichkeit, kein Hinweis auf DSGVO-konforme Alternativen. Gar nichts.
    Also nutze ich, wie schon in anderen Fällen, unsere eigene kleine Nextcloud-Instanz. DSGVO-konform, selbst gehoste... Dateien hochgeladen, Freigabelink erstellt und per E-Mail verschickt.

    Was dann passiert, ist ein Symptom:

    Ein Mitarbeiter*in der Klinik meldet sich zurück – es kann nicht auf den Link zugegriffen werden. Keine Details. Kein Hinweis, was genau nicht funktioniert. Nur: „Es geht nicht.“
    Zusätzlich scheint es die mündliche(?) Regel zu geben, keine Bilder ansehen zu dürfen. Bilder? Zu dem Link hat Apple Mail das Standardlogo von Nextcloud („icon.png“) angehängt. Kein Trackingpixel, kein Skript, kein Link dahinter. Einfach nur ein Logo. Und dieses PNG-File soll ein Sicherheitsrisiko darstellen? Während die 30+ MB sensibelster Daten lieber unsicher per E-Mail verschickt werden sollen? Nochmal zum Verständnis: PNGs: NO! PDFs: GO!

    Ernsthaft: In welcher Welt stellt ein Bild ein Sicherheitsrisiko dar? Und in welcher Welt stellen PDFs dann kein Risiko dar? Der völlige Verzicht auf ein sicheres Datenübertragungsverfahren ist okay?

    Ich erlebe das leider nicht zum ersten Mal. Besonders in medizinischen, sozialen oder behördlichen Einrichtungen scheint moderne IT-Sicherheit und digitale Kommunikation immer noch als überflüssiger Luxus oder „technisches Gedöns“ gesehen zu werden. Statt aktiver Problemlösung regiert das Prinzip: „Haben wir noch nie so gemacht – also lassen wir’s.“

    Dabei geht es nicht nur um meine Frustration als technikaffiner Mensch, sondern um etwas viel Tieferes:

    - Menschen in schwierigen Lebenslagen müssen sich durch bürokratische, technische oder schlichtweg ignorante Hürden kämpfen, obwohl sie eigentlich Hilfe bräuchten. "Wenn wir die Daten nicht erhalten, können (=wollen) wir Ihnen nicht helfen". Datensicherheit ist zweitrangig.
    - Daten mit höchster Schutzbedürftigkeit werden regelmäßig per E-Mail oder Fax durch die Republik geschoben. Obwohl wir nicht nur sicherere, sondern auch einfacherere, und effizientere Lösungen hätten.
    - Kliniken, Behörden und Praxen bremsen aktiv sinnvolle digitale Prozesse aus – oft aus Inkompetenz, Desinteresse oder weil irgendeine Compliance-Regel falsch interpretiert wird.

    Und dann ist da noch die andere Seite:

    Ich will der betreffenden Sachbearbeiter*in Person nicht einmal per se Böswilligkeit unterstellen. Wahrscheinlich ist es schlicht Überforderung. Hat nie eine Schulung erhalten. Sieht IT als (zu) „komplex“ oder „fremd“.
    Das ist auch ein strukturelles Problem. Kliniken und soziale Einrichtungen müssen Menschen im Kundenkontakt digital schulen. Es ist nicht optional.

    Wenn jemand an der Schnittstelle zu Patienten oder Angehörigen sitzt – und dann nicht weiß, wie man einen Link aufruft oder einen sicheren Datentransfer durchführt – dann liegt der Fehler nicht bei der Person allein, sondern beim System, das sie dort arbeiten lässt. Ohne Support, ohne Schulung, ohne Bewusstsein.

    Aber irgendwann ist es natürlich auch eine persönliche Verantwortung.
    Wenn ich Auto fahren will, muss ich auch wissen, wie ich tanken oder laden kann.
    Wenn ich die Schnittstelle zum Kunden darstelle und digitale Kommunikation abwickle – dann muss ich zumindest die Grundlagen kennen. Oder mir Hilfe holen. Oder sagen: „Ich verstehe das nicht, ich brauche Unterstützung.“
    Aber einfach „geht nicht“ zu sagen – ohne zu hinterfragen – ist in so einem Kontext schlicht unprofessionell. Und ich unterstelle 2025 jedem das Wort "Datensicherheit" mal gehört zu haben.

    Was mich besonders ärgert:
    Es ist ohnehin gerade eine herausfordernde Zeit. Es ist für viele Personen wahrscheinlich bereits emotional belastend, überhaupt mit einer Klinik zu tun zu haben. Und obwohl viele Menschen auf Hilfe angewiesen sind, habe ich das Gefühl, deren Prozesse tragen dazu bei, dass alles noch schwerer wird.
    Weil sie es seit über 15 Jahren verpassen, eine vernünftige IT-Strategie umzusetzen.
    Weil sie Sicherheit mit Inflexibilität verwechseln.
    Weil sie glauben, „Compliance“ heißt, alles zu blockieren, was man nicht versteht – statt echte Lösungen zu ermöglichen. Statt ECHTE Security umzusetzen.

    Dabei gäbe es diese Lösungen längst:

    - Open Source Tools wie Nextcloud, CryptPad, Seafile etc.
    - DSGVO-konforme Cloudlösungen, selbst gehostet oder professionell betrieben
    - Zwei-Faktor-Authentifizierung, verschlüsselte Links, zeitlich begrenzte Freigaben
    - Klare Prozesse für Datenaustausch mit Patienten, Angehörigen, Dritten
    - Und vor allem: Menschen, die geschult werden, damit sie all das auch nutzen können

    All das kostet weniger, als man denkt. Und bringt mehr, als die meisten ahnen.

    Fazit:
    Ich bin müde, jedes Mal auf technische Inkompetenz zu stoßen, wenn es ernst wird. Wenn Menschen mit psychischen, körperlichen oder sozialen Problemen auf ein funktionierendes System angewiesen sind – und dann an „Wir brauchen die Daten, aber wir haben keine Möglichkeit die Daten sicher zu übertragen“ scheitern.

    Wir brauchen echte digitale Kompetenz – gerade im Gesundheits- und Sozialwesen.
    Wir brauchen weniger Blockadehaltung und mehr Verantwortungsgefühl.
    Und wir brauchen ein Ende dieser tief sitzenden Angst vor allem, was mit IT zu tun hat. Denn wer heute in diesen Bereichen arbeitet, muss digitale Kompetenz als Teil der beruflichen Grundausstattung begreifen.

    Sonst versagen wir dort, wo es am meisten zählt.

    #security #itsecurity #sicherheit #kliniken #klinik #gesundheitspolitik #gesundheitswesen #gesundheit #soziales #sozialwesen #it #informationsecurity #informationsicherheit #compliance #patienten #dsgvo #DSGVOFail #nextcloud #fax #datensicherheit #datenschutz

  20. Digitaler Wochenrückblick 26. KW 2025

    Erna“ (Name von der Redaktion geändert), „Erna“ rufe ich, „Was ist das denn für Klopapier?“, und ich höre von meiner Frau (Name von der Redaktion geändert), das sei das neue Klopapier: „das ist viel geschmeidiger und wischt furchentief!“ und ich rufe „ich will aber das alte Klopapier, das riecht anders und fühlt sich besser an!“ und sie: „Du nimmst das jetzt, basta!“ Wenn Erna was entschieden hat, gibt es kein Zurück, also nehme ich das, auch wenn ich es nicht will – naja, geht ja nicht anders.

    So fühlt sich das an, wenn Microsoft das neue Outlook reindrückt, ob Windows  oder auch für Apple, einmal auf „EnableNewOutlook“ geklickt, gibt es keinen Weg zurück! Selbst auf den Apple-Geräten, wo es auch installiert werden kann.

    Besser noch: ab Oktober gibt es nur noch das neue Outlook. Nicht weiter schlimm? Die Oberfläche ist etwas anders und ein paar Funktionen fehlen. Alle Nutzerinnen und Nutzer stellen eben um, naja, geht ja nicht anders.

    In großen Betrieben, einer eigenen IT und mit microsoftaffinen Admins kann das zwar (noch) verhindert werden, aber warum? Den Fortschritt können wir nicht aufhalten, Microsoft übernimmt die Verantwortung für alle meine Nachrichten, sortiert sie nicht nur, sondern kann der KI dahinter neuen Lernstoff präsentieren. Das ist nicht alles, denn das Futter kommt nicht nur von microsoftseigenen Konten, sondern auch alle anderen Mailkonten mit allen Zugangsdaten sind im direkten Zugriff von Redmond (Nordamerika) aus. Für diese Unterstützung werden Journalisten, Ärzte, Rechtsanwälte oder auch Notare dankbar sein, denn dank des genialen Cloudkonzeptes werden alle Mails sicher und kompetent verwaltet.

    Dennoch gibt es Spielverderber in der EU, die sich (unnötigerweise) dagegen auflehnen, bei euractiv finden wir erste Hinweise, von Microsofts Azure Cloud abzuweichen, die liebäugeln mit der OVHCloud. Die geheime Revolte hat mittlerweile höchste Regierungskreise erreicht „European industry big win: Germany, France both support sovereign EU-based tech infrastructure

    Das Rumgealber um Souveränität kann Microsoft verkraften, die zünden ein paar Nebelkerzen rund um ihr Cloudgeschäft mit Office365, reden selbst über Souveränität und irgendwann heißt es bei uns wieder: naja, geht ja nichts anders.

    Und die neue Regierung in Berlin plustert ihr neues Digitalministerium mit ihren rund 500 Mitarbeitern um weitere 208 Planstellen auf „um die Arbeitsfähigkeit der neu konstituierten Bundesregierung sicherzustellen.“ lesen wir bei zeit.de

    Von blinder Innovationswut getrieben tönt es aus dem Ministerium von Karsten Wildberger: „Faxgeräte wird es dort nicht geben“  berichtet die Tagesschau Mutig, sehr mutig, wenn das mal kein Fehler war, die müssen schließlich mit anderen Ministerien kommunizieren – und die haben Fax, alle! Sicher ist sicher – und dann gibt es noch die normative Kraft des Faktischen.

    Was das neue Digitalministerium machen soll, war mir anfangs gar nicht so klar, ich denke, die könnten vielleicht alle bundesdeutschen Microsoft-Lizenzen zentral verwalten. Die Behörden sparen sich eigene Lizenzmanager und können direkt überweisen. Das nenne ich Verwaltungsvereinfachung.

    Wie schwierig das alles ist, sehen wir beispielsweise bei der Berliner Verwaltung, die haben erst 12 Prozent der Rechner auf Windows 11 umgestellt, in Zahlen heißt das von 96.613 Rechnern wurden erst 11.744 zukunftsfähig gemacht und mit Windows 11 ausgestattet.

    Und die müssen das tun oder eine Supportverlängerung kaufen, die sich Microsoft ebenfalls teuer bezahlen lässt – naja, geht ja nicht anders. Zahlen von anderen Behörden habe ich nicht, aber die Menge der schrottreifen Rechner ist schon ansehnlich, allein in Berlin. Deshalb empfiehlt selbst Microsoft eine umweltgerechte Entsorgung, vorbildlich! Absolut vorbildlich, allein weil in Berlin der Elektroschrotthaufen durch die ganzen Ministerien nochmal viel größer wird. Und: Wir sprechen hier nur über Berlin.

    Aber die Berliner Behörden – wie auch andere Verwaltungen – haben noch ein Problem, denn von den 407 Programmen, die sie selbst angerichtet haben, konnte erst bei 136 Programmen geprüft werden, ob sie überhaupt mit Windows 11 kompatibel sind. Souveränität ist denn wohl nur gegeben, wenn alles Windows 11 kompatibel ist, auch eine Definition.

    Wie der Spiegel berichtet, haben wir 2024 nur ein Viertel mehr Geld für Softwarelizenzen ausgegeben, als 2023. Letztes Jahr waren es 1,2 Milliarden, die nachgelagerten Behörden sind darin noch nicht berücksichtigt. Und 2025? Mir wird ganz warm ums Herz, hatte ich schon von meinen Microsoft-Aktien berichtet? Das stärkt meine persönliche Souveränität, in großen Sprüngen.

    Puristen können statt Outlook vielleicht Thunderbird probieren, der kann auch Kalender und Adressbuch, selbst wenn das noch bei Microsoft rumliegt. Und auch Behörden könnten sich mit LibreOffice versuchen oder Softmaker Office, vielleicht auch collabora online beziehungsweise OnlyOffice.  

    Bleibt noch eine eigene Cloud mit ownCloud oder Nextcloud – inklusive Officepaketen, Videokonferenzen etc. Das waren nur Beispiele, es gibt noch viel mehr, was wir können.

    Alles da, alles drin. Lösungen gibt es sehr viele – Digitalisierung hat übrigens nichts mit Lizenzberatung zu tun, gar nichts.

    Aber wir wollen die engagierten Lizenzberater bei Microsoft nicht unglücklich machen. So viel Fürsorgepflicht müssen unsere bundesdeutschen Behörden aufbringen. Was auch einen Vorteil hat: Es werden keinerlei Veränderungen notwendig sein, auch wenn das Klopapier vielleicht etwas anders riecht – naja, geht eben nicht anders.

    Zum Schluss noch ein Podcast-Tipp. Robert F. Kennedy, jun. ist sicherlich vielen Verschwörungstheoretikern als leuchtendes Beispiel bekannt, seine Stimme hierzulande weniger. Wer beim Deutschlandfunk reinhört, bekommt beim Thema sowieso Schnappatmung, was aber nochmal gesteigert werden kann, hier abbiegen.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  21. Digitaler Wochenrückblick 26. KW 2025

    Erna“ (Name von der Redaktion geändert), „Erna“ rufe ich, „Was ist das denn für Klopapier?“, und ich höre von meiner Frau (Name von der Redaktion geändert), das sei das neue Klopapier: „das ist viel geschmeidiger und wischt furchentief!“ und ich rufe „ich will aber das alte Klopapier, das riecht anders und fühlt sich besser an!“ und sie: „Du nimmst das jetzt, basta!“ Wenn Erna was entschieden hat, gibt es kein Zurück, also nehme ich das, auch wenn ich es nicht will – naja, geht ja nicht anders.

    So fühlt sich das an, wenn Microsoft das neue Outlook reindrückt, ob Windows  oder auch für Apple, einmal auf „EnableNewOutlook“ geklickt, gibt es keinen Weg zurück! Selbst auf den Apple-Geräten, wo es auch installiert werden kann.

    Besser noch: ab Oktober gibt es nur noch das neue Outlook. Nicht weiter schlimm? Die Oberfläche ist etwas anders und ein paar Funktionen fehlen. Alle Nutzerinnen und Nutzer stellen eben um, naja, geht ja nicht anders.

    In großen Betrieben, einer eigenen IT und mit microsoftaffinen Admins kann das zwar (noch) verhindert werden, aber warum? Den Fortschritt können wir nicht aufhalten, Microsoft übernimmt die Verantwortung für alle meine Nachrichten, sortiert sie nicht nur, sondern kann der KI dahinter neuen Lernstoff präsentieren. Das ist nicht alles, denn das Futter kommt nicht nur von microsoftseigenen Konten, sondern auch alle anderen Mailkonten mit allen Zugangsdaten sind im direkten Zugriff von Redmond (Nordamerika) aus. Für diese Unterstützung werden Journalisten, Ärzte, Rechtsanwälte oder auch Notare dankbar sein, denn dank des genialen Cloudkonzeptes werden alle Mails sicher und kompetent verwaltet.

    Dennoch gibt es Spielverderber in der EU, die sich (unnötigerweise) dagegen auflehnen, bei euractiv finden wir erste Hinweise, von Microsofts Azure Cloud abzuweichen, die liebäugeln mit der OVHCloud. Die geheime Revolte hat mittlerweile höchste Regierungskreise erreicht „European industry big win: Germany, France both support sovereign EU-based tech infrastructure

    Das Rumgealber um Souveränität kann Microsoft verkraften, die zünden ein paar Nebelkerzen rund um ihr Cloudgeschäft mit Office365, reden selbst über Souveränität und irgendwann heißt es bei uns wieder: naja, geht ja nichts anders.

    Und die neue Regierung in Berlin plustert ihr neues Digitalministerium mit ihren rund 500 Mitarbeitern um weitere 208 Planstellen auf „um die Arbeitsfähigkeit der neu konstituierten Bundesregierung sicherzustellen.“ lesen wir bei zeit.de

    Von blinder Innovationswut getrieben tönt es aus dem Ministerium von Karsten Wildberger: „Faxgeräte wird es dort nicht geben“  berichtet die Tagesschau Mutig, sehr mutig, wenn das mal kein Fehler war, die müssen schließlich mit anderen Ministerien kommunizieren – und die haben Fax, alle! Sicher ist sicher – und dann gibt es noch die normative Kraft des Faktischen.

    Was das neue Digitalministerium machen soll, war mir anfangs gar nicht so klar, ich denke, die könnten vielleicht alle bundesdeutschen Microsoft-Lizenzen zentral verwalten. Die Behörden sparen sich eigene Lizenzmanager und können direkt überweisen. Das nenne ich Verwaltungsvereinfachung.

    Wie schwierig das alles ist, sehen wir beispielsweise bei der Berliner Verwaltung, die haben erst 12 Prozent der Rechner auf Windows 11 umgestellt, in Zahlen heißt das von 96.613 Rechnern wurden erst 11.744 zukunftsfähig gemacht und mit Windows 11 ausgestattet.

    Und die müssen das tun oder eine Supportverlängerung kaufen, die sich Microsoft ebenfalls teuer bezahlen lässt – naja, geht ja nicht anders. Zahlen von anderen Behörden habe ich nicht, aber die Menge der schrottreifen Rechner ist schon ansehnlich, allein in Berlin. Deshalb empfiehlt selbst Microsoft eine umweltgerechte Entsorgung, vorbildlich! Absolut vorbildlich, allein weil in Berlin der Elektroschrotthaufen durch die ganzen Ministerien nochmal viel größer wird. Und: Wir sprechen hier nur über Berlin.

    Aber die Berliner Behörden – wie auch andere Verwaltungen – haben noch ein Problem, denn von den 407 Programmen, die sie selbst angerichtet haben, konnte erst bei 136 Programmen geprüft werden, ob sie überhaupt mit Windows 11 kompatibel sind. Souveränität ist denn wohl nur gegeben, wenn alles Windows 11 kompatibel ist, auch eine Definition.

    Wie der Spiegel berichtet, haben wir 2024 nur ein Viertel mehr Geld für Softwarelizenzen ausgegeben, als 2023. Letztes Jahr waren es 1,2 Milliarden, die nachgelagerten Behörden sind darin noch nicht berücksichtigt. Und 2025? Mir wird ganz warm ums Herz, hatte ich schon von meinen Microsoft-Aktien berichtet? Das stärkt meine persönliche Souveränität, in großen Sprüngen.

    Puristen können statt Outlook vielleicht Thunderbird probieren, der kann auch Kalender und Adressbuch, selbst wenn das noch bei Microsoft rumliegt. Und auch Behörden könnten sich mit LibreOffice versuchen oder Softmaker Office, vielleicht auch collabora online beziehungsweise OnlyOffice.  

    Bleibt noch eine eigene Cloud mit ownCloud oder Nextcloud – inklusive Officepaketen, Videokonferenzen etc. Das waren nur Beispiele, es gibt noch viel mehr, was wir können.

    Alles da, alles drin. Lösungen gibt es sehr viele – Digitalisierung hat übrigens nichts mit Lizenzberatung zu tun, gar nichts.

    Aber wir wollen die engagierten Lizenzberater bei Microsoft nicht unglücklich machen. So viel Fürsorgepflicht müssen unsere bundesdeutschen Behörden aufbringen. Was auch einen Vorteil hat: Es werden keinerlei Veränderungen notwendig sein, auch wenn das Klopapier vielleicht etwas anders riecht – naja, geht eben nicht anders.

    Zum Schluss noch ein Podcast-Tipp. Robert F. Kennedy, jun. ist sicherlich vielen Verschwörungstheoretikern als leuchtendes Beispiel bekannt, seine Stimme hierzulande weniger. Wer beim Deutschlandfunk reinhört, bekommt beim Thema sowieso Schnappatmung, was aber nochmal gesteigert werden kann, hier abbiegen.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  22. Digitaler Wochenrückblick 26. KW 2025

    Erna“ (Name von der Redaktion geändert), „Erna“ rufe ich, „Was ist das denn für Klopapier?“, und ich höre von meiner Frau (Name von der Redaktion geändert), das sei das neue Klopapier: „das ist viel geschmeidiger und wischt furchentief!“ und ich rufe „ich will aber das alte Klopapier, das riecht anders und fühlt sich besser an!“ und sie: „Du nimmst das jetzt, basta!“ Wenn Erna was entschieden hat, gibt es kein Zurück, also nehme ich das, auch wenn ich es nicht will – naja, geht ja nicht anders.

    So fühlt sich das an, wenn Microsoft das neue Outlook reindrückt, ob Windows  oder auch für Apple, einmal auf „EnableNewOutlook“ geklickt, gibt es keinen Weg zurück! Selbst auf den Apple-Geräten, wo es auch installiert werden kann.

    Besser noch: ab Oktober gibt es nur noch das neue Outlook. Nicht weiter schlimm? Die Oberfläche ist etwas anders und ein paar Funktionen fehlen. Alle Nutzerinnen und Nutzer stellen eben um, naja, geht ja nicht anders.

    In großen Betrieben, einer eigenen IT und mit microsoftaffinen Admins kann das zwar (noch) verhindert werden, aber warum? Den Fortschritt können wir nicht aufhalten, Microsoft übernimmt die Verantwortung für alle meine Nachrichten, sortiert sie nicht nur, sondern kann der KI dahinter neuen Lernstoff präsentieren. Das ist nicht alles, denn das Futter kommt nicht nur von microsoftseigenen Konten, sondern auch alle anderen Mailkonten mit allen Zugangsdaten sind im direkten Zugriff von Redmond (Nordamerika) aus. Für diese Unterstützung werden Journalisten, Ärzte, Rechtsanwälte oder auch Notare dankbar sein, denn dank des genialen Cloudkonzeptes werden alle Mails sicher und kompetent verwaltet.

    Dennoch gibt es Spielverderber in der EU, die sich (unnötigerweise) dagegen auflehnen, bei euractiv finden wir erste Hinweise, von Microsofts Azure Cloud abzuweichen, die liebäugeln mit der OVHCloud. Die geheime Revolte hat mittlerweile höchste Regierungskreise erreicht „European industry big win: Germany, France both support sovereign EU-based tech infrastructure

    Das Rumgealber um Souveränität kann Microsoft verkraften, die zünden ein paar Nebelkerzen rund um ihr Cloudgeschäft mit Office365, reden selbst über Souveränität und irgendwann heißt es bei uns wieder: naja, geht ja nichts anders.

    Und die neue Regierung in Berlin plustert ihr neues Digitalministerium mit ihren rund 500 Mitarbeitern um weitere 208 Planstellen auf „um die Arbeitsfähigkeit der neu konstituierten Bundesregierung sicherzustellen.“ lesen wir bei zeit.de

    Von blinder Innovationswut getrieben tönt es aus dem Ministerium von Karsten Wildberger: „Faxgeräte wird es dort nicht geben“  berichtet die Tagesschau Mutig, sehr mutig, wenn das mal kein Fehler war, die müssen schließlich mit anderen Ministerien kommunizieren – und die haben Fax, alle! Sicher ist sicher – und dann gibt es noch die normative Kraft des Faktischen.

    Was das neue Digitalministerium machen soll, war mir anfangs gar nicht so klar, ich denke, die könnten vielleicht alle bundesdeutschen Microsoft-Lizenzen zentral verwalten. Die Behörden sparen sich eigene Lizenzmanager und können direkt überweisen. Das nenne ich Verwaltungsvereinfachung.

    Wie schwierig das alles ist, sehen wir beispielsweise bei der Berliner Verwaltung, die haben erst 12 Prozent der Rechner auf Windows 11 umgestellt, in Zahlen heißt das von 96.613 Rechnern wurden erst 11.744 zukunftsfähig gemacht und mit Windows 11 ausgestattet.

    Und die müssen das tun oder eine Supportverlängerung kaufen, die sich Microsoft ebenfalls teuer bezahlen lässt – naja, geht ja nicht anders. Zahlen von anderen Behörden habe ich nicht, aber die Menge der schrottreifen Rechner ist schon ansehnlich, allein in Berlin. Deshalb empfiehlt selbst Microsoft eine umweltgerechte Entsorgung, vorbildlich! Absolut vorbildlich, allein weil in Berlin der Elektroschrotthaufen durch die ganzen Ministerien nochmal viel größer wird. Und: Wir sprechen hier nur über Berlin.

    Aber die Berliner Behörden – wie auch andere Verwaltungen – haben noch ein Problem, denn von den 407 Programmen, die sie selbst angerichtet haben, konnte erst bei 136 Programmen geprüft werden, ob sie überhaupt mit Windows 11 kompatibel sind. Souveränität ist denn wohl nur gegeben, wenn alles Windows 11 kompatibel ist, auch eine Definition.

    Wie der Spiegel berichtet, haben wir 2024 nur ein Viertel mehr Geld für Softwarelizenzen ausgegeben, als 2023. Letztes Jahr waren es 1,2 Milliarden, die nachgelagerten Behörden sind darin noch nicht berücksichtigt. Und 2025? Mir wird ganz warm ums Herz, hatte ich schon von meinen Microsoft-Aktien berichtet? Das stärkt meine persönliche Souveränität, in großen Sprüngen.

    Puristen können statt Outlook vielleicht Thunderbird probieren, der kann auch Kalender und Adressbuch, selbst wenn das noch bei Microsoft rumliegt. Und auch Behörden könnten sich mit LibreOffice versuchen oder Softmaker Office, vielleicht auch collabora online beziehungsweise OnlyOffice.  

    Bleibt noch eine eigene Cloud mit ownCloud oder Nextcloud – inklusive Officepaketen, Videokonferenzen etc. Das waren nur Beispiele, es gibt noch viel mehr, was wir können.

    Alles da, alles drin. Lösungen gibt es sehr viele – Digitalisierung hat übrigens nichts mit Lizenzberatung zu tun, gar nichts.

    Aber wir wollen die engagierten Lizenzberater bei Microsoft nicht unglücklich machen. So viel Fürsorgepflicht müssen unsere bundesdeutschen Behörden aufbringen. Was auch einen Vorteil hat: Es werden keinerlei Veränderungen notwendig sein, auch wenn das Klopapier vielleicht etwas anders riecht – naja, geht eben nicht anders.

    Zum Schluss noch ein Podcast-Tipp. Robert F. Kennedy, jun. ist sicherlich vielen Verschwörungstheoretikern als leuchtendes Beispiel bekannt, seine Stimme hierzulande weniger. Wer beim Deutschlandfunk reinhört, bekommt beim Thema sowieso Schnappatmung, was aber nochmal gesteigert werden kann, hier abbiegen.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  23. Digitaler Wochenrückblick 26. KW 2025

    Erna“ (Name von der Redaktion geändert), „Erna“ rufe ich, „Was ist das denn für Klopapier?“, und ich höre von meiner Frau (Name von der Redaktion geändert), das sei das neue Klopapier: „das ist viel geschmeidiger und wischt furchentief!“ und ich rufe „ich will aber das alte Klopapier, das riecht anders und fühlt sich besser an!“ und sie: „Du nimmst das jetzt, basta!“ Wenn Erna was entschieden hat, gibt es kein Zurück, also nehme ich das, auch wenn ich es nicht will – naja, geht ja nicht anders.

    So fühlt sich das an, wenn Microsoft das neue Outlook reindrückt, ob Windows  oder auch für Apple, einmal auf „EnableNewOutlook“ geklickt, gibt es keinen Weg zurück! Selbst auf den Apple-Geräten, wo es auch installiert werden kann.

    Besser noch: ab Oktober gibt es nur noch das neue Outlook. Nicht weiter schlimm? Die Oberfläche ist etwas anders und ein paar Funktionen fehlen. Alle Nutzerinnen und Nutzer stellen eben um, naja, geht ja nicht anders.

    In großen Betrieben, einer eigenen IT und mit microsoftaffinen Admins kann das zwar (noch) verhindert werden, aber warum? Den Fortschritt können wir nicht aufhalten, Microsoft übernimmt die Verantwortung für alle meine Nachrichten, sortiert sie nicht nur, sondern kann der KI dahinter neuen Lernstoff präsentieren. Das ist nicht alles, denn das Futter kommt nicht nur von microsoftseigenen Konten, sondern auch alle anderen Mailkonten mit allen Zugangsdaten sind im direkten Zugriff von Redmond (Nordamerika) aus. Für diese Unterstützung werden Journalisten, Ärzte, Rechtsanwälte oder auch Notare dankbar sein, denn dank des genialen Cloudkonzeptes werden alle Mails sicher und kompetent verwaltet.

    Dennoch gibt es Spielverderber in der EU, die sich (unnötigerweise) dagegen auflehnen, bei euractiv finden wir erste Hinweise, von Microsofts Azure Cloud abzuweichen, die liebäugeln mit der OVHCloud. Die geheime Revolte hat mittlerweile höchste Regierungskreise erreicht „European industry big win: Germany, France both support sovereign EU-based tech infrastructure

    Das Rumgealber um Souveränität kann Microsoft verkraften, die zünden ein paar Nebelkerzen rund um ihr Cloudgeschäft mit Office365, reden selbst über Souveränität und irgendwann heißt es bei uns wieder: naja, geht ja nichts anders.

    Und die neue Regierung in Berlin plustert ihr neues Digitalministerium mit ihren rund 500 Mitarbeitern um weitere 208 Planstellen auf „um die Arbeitsfähigkeit der neu konstituierten Bundesregierung sicherzustellen.“ lesen wir bei zeit.de

    Von blinder Innovationswut getrieben tönt es aus dem Ministerium von Karsten Wildberger: „Faxgeräte wird es dort nicht geben“  berichtet die Tagesschau Mutig, sehr mutig, wenn das mal kein Fehler war, die müssen schließlich mit anderen Ministerien kommunizieren – und die haben Fax, alle! Sicher ist sicher – und dann gibt es noch die normative Kraft des Faktischen.

    Was das neue Digitalministerium machen soll, war mir anfangs gar nicht so klar, ich denke, die könnten vielleicht alle bundesdeutschen Microsoft-Lizenzen zentral verwalten. Die Behörden sparen sich eigene Lizenzmanager und können direkt überweisen. Das nenne ich Verwaltungsvereinfachung.

    Wie schwierig das alles ist, sehen wir beispielsweise bei der Berliner Verwaltung, die haben erst 12 Prozent der Rechner auf Windows 11 umgestellt, in Zahlen heißt das von 96.613 Rechnern wurden erst 11.744 zukunftsfähig gemacht und mit Windows 11 ausgestattet.

    Und die müssen das tun oder eine Supportverlängerung kaufen, die sich Microsoft ebenfalls teuer bezahlen lässt – naja, geht ja nicht anders. Zahlen von anderen Behörden habe ich nicht, aber die Menge der schrottreifen Rechner ist schon ansehnlich, allein in Berlin. Deshalb empfiehlt selbst Microsoft eine umweltgerechte Entsorgung, vorbildlich! Absolut vorbildlich, allein weil in Berlin der Elektroschrotthaufen durch die ganzen Ministerien nochmal viel größer wird. Und: Wir sprechen hier nur über Berlin.

    Aber die Berliner Behörden – wie auch andere Verwaltungen – haben noch ein Problem, denn von den 407 Programmen, die sie selbst angerichtet haben, konnte erst bei 136 Programmen geprüft werden, ob sie überhaupt mit Windows 11 kompatibel sind. Souveränität ist denn wohl nur gegeben, wenn alles Windows 11 kompatibel ist, auch eine Definition.

    Wie der Spiegel berichtet, haben wir 2024 nur ein Viertel mehr Geld für Softwarelizenzen ausgegeben, als 2023. Letztes Jahr waren es 1,2 Milliarden, die nachgelagerten Behörden sind darin noch nicht berücksichtigt. Und 2025? Mir wird ganz warm ums Herz, hatte ich schon von meinen Microsoft-Aktien berichtet? Das stärkt meine persönliche Souveränität, in großen Sprüngen.

    Puristen können statt Outlook vielleicht Thunderbird probieren, der kann auch Kalender und Adressbuch, selbst wenn das noch bei Microsoft rumliegt. Und auch Behörden könnten sich mit LibreOffice versuchen oder Softmaker Office, vielleicht auch collabora online beziehungsweise OnlyOffice.  

    Bleibt noch eine eigene Cloud mit ownCloud oder Nextcloud – inklusive Officepaketen, Videokonferenzen etc. Das waren nur Beispiele, es gibt noch viel mehr, was wir können.

    Alles da, alles drin. Lösungen gibt es sehr viele – Digitalisierung hat übrigens nichts mit Lizenzberatung zu tun, gar nichts.

    Aber wir wollen die engagierten Lizenzberater bei Microsoft nicht unglücklich machen. So viel Fürsorgepflicht müssen unsere bundesdeutschen Behörden aufbringen. Was auch einen Vorteil hat: Es werden keinerlei Veränderungen notwendig sein, auch wenn das Klopapier vielleicht etwas anders riecht – naja, geht eben nicht anders.

    Zum Schluss noch ein Podcast-Tipp. Robert F. Kennedy, jun. ist sicherlich vielen Verschwörungstheoretikern als leuchtendes Beispiel bekannt, seine Stimme hierzulande weniger. Wer beim Deutschlandfunk reinhört, bekommt beim Thema sowieso Schnappatmung, was aber nochmal gesteigert werden kann, hier abbiegen.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  24. Digitaler Wochenrückblick 26. KW 2025

    Erna“ (Name von der Redaktion geändert), „Erna“ rufe ich, „Was ist das denn für Klopapier?“, und ich höre von meiner Frau (Name von der Redaktion geändert), das sei das neue Klopapier: „das ist viel geschmeidiger und wischt furchentief!“ und ich rufe „ich will aber das alte Klopapier, das riecht anders und fühlt sich besser an!“ und sie: „Du nimmst das jetzt, basta!“ Wenn Erna was entschieden hat, gibt es kein Zurück, also nehme ich das, auch wenn ich es nicht will – naja, geht ja nicht anders.

    So fühlt sich das an, wenn Microsoft das neue Outlook reindrückt, ob Windows  oder auch für Apple, einmal auf „EnableNewOutlook“ geklickt, gibt es keinen Weg zurück! Selbst auf den Apple-Geräten, wo es auch installiert werden kann.

    Besser noch: ab Oktober gibt es nur noch das neue Outlook. Nicht weiter schlimm? Die Oberfläche ist etwas anders und ein paar Funktionen fehlen. Alle Nutzerinnen und Nutzer stellen eben um, naja, geht ja nicht anders.

    In großen Betrieben, einer eigenen IT und mit microsoftaffinen Admins kann das zwar (noch) verhindert werden, aber warum? Den Fortschritt können wir nicht aufhalten, Microsoft übernimmt die Verantwortung für alle meine Nachrichten, sortiert sie nicht nur, sondern kann der KI dahinter neuen Lernstoff präsentieren. Das ist nicht alles, denn das Futter kommt nicht nur von microsoftseigenen Konten, sondern auch alle anderen Mailkonten mit allen Zugangsdaten sind im direkten Zugriff von Redmond (Nordamerika) aus. Für diese Unterstützung werden Journalisten, Ärzte, Rechtsanwälte oder auch Notare dankbar sein, denn dank des genialen Cloudkonzeptes werden alle Mails sicher und kompetent verwaltet.

    Dennoch gibt es Spielverderber in der EU, die sich (unnötigerweise) dagegen auflehnen, bei euractiv finden wir erste Hinweise, von Microsofts Azure Cloud abzuweichen, die liebäugeln mit der OVHCloud. Die geheime Revolte hat mittlerweile höchste Regierungskreise erreicht „European industry big win: Germany, France both support sovereign EU-based tech infrastructure

    Das Rumgealber um Souveränität kann Microsoft verkraften, die zünden ein paar Nebelkerzen rund um ihr Cloudgeschäft mit Office365, reden selbst über Souveränität und irgendwann heißt es bei uns wieder: naja, geht ja nichts anders.

    Und die neue Regierung in Berlin plustert ihr neues Digitalministerium mit ihren rund 500 Mitarbeitern um weitere 208 Planstellen auf „um die Arbeitsfähigkeit der neu konstituierten Bundesregierung sicherzustellen.“ lesen wir bei zeit.de

    Von blinder Innovationswut getrieben tönt es aus dem Ministerium von Karsten Wildberger: „Faxgeräte wird es dort nicht geben“  berichtet die Tagesschau Mutig, sehr mutig, wenn das mal kein Fehler war, die müssen schließlich mit anderen Ministerien kommunizieren – und die haben Fax, alle! Sicher ist sicher – und dann gibt es noch die normative Kraft des Faktischen.

    Was das neue Digitalministerium machen soll, war mir anfangs gar nicht so klar, ich denke, die könnten vielleicht alle bundesdeutschen Microsoft-Lizenzen zentral verwalten. Die Behörden sparen sich eigene Lizenzmanager und können direkt überweisen. Das nenne ich Verwaltungsvereinfachung.

    Wie schwierig das alles ist, sehen wir beispielsweise bei der Berliner Verwaltung, die haben erst 12 Prozent der Rechner auf Windows 11 umgestellt, in Zahlen heißt das von 96.613 Rechnern wurden erst 11.744 zukunftsfähig gemacht und mit Windows 11 ausgestattet.

    Und die müssen das tun oder eine Supportverlängerung kaufen, die sich Microsoft ebenfalls teuer bezahlen lässt – naja, geht ja nicht anders. Zahlen von anderen Behörden habe ich nicht, aber die Menge der schrottreifen Rechner ist schon ansehnlich, allein in Berlin. Deshalb empfiehlt selbst Microsoft eine umweltgerechte Entsorgung, vorbildlich! Absolut vorbildlich, allein weil in Berlin der Elektroschrotthaufen durch die ganzen Ministerien nochmal viel größer wird. Und: Wir sprechen hier nur über Berlin.

    Aber die Berliner Behörden – wie auch andere Verwaltungen – haben noch ein Problem, denn von den 407 Programmen, die sie selbst angerichtet haben, konnte erst bei 136 Programmen geprüft werden, ob sie überhaupt mit Windows 11 kompatibel sind. Souveränität ist denn wohl nur gegeben, wenn alles Windows 11 kompatibel ist, auch eine Definition.

    Wie der Spiegel berichtet, haben wir 2024 nur ein Viertel mehr Geld für Softwarelizenzen ausgegeben, als 2023. Letztes Jahr waren es 1,2 Milliarden, die nachgelagerten Behörden sind darin noch nicht berücksichtigt. Und 2025? Mir wird ganz warm ums Herz, hatte ich schon von meinen Microsoft-Aktien berichtet? Das stärkt meine persönliche Souveränität, in großen Sprüngen.

    Puristen können statt Outlook vielleicht Thunderbird probieren, der kann auch Kalender und Adressbuch, selbst wenn das noch bei Microsoft rumliegt. Und auch Behörden könnten sich mit LibreOffice versuchen oder Softmaker Office, vielleicht auch collabora online beziehungsweise OnlyOffice.  

    Bleibt noch eine eigene Cloud mit ownCloud oder Nextcloud – inklusive Officepaketen, Videokonferenzen etc. Das waren nur Beispiele, es gibt noch viel mehr, was wir können.

    Alles da, alles drin. Lösungen gibt es sehr viele – Digitalisierung hat übrigens nichts mit Lizenzberatung zu tun, gar nichts.

    Aber wir wollen die engagierten Lizenzberater bei Microsoft nicht unglücklich machen. So viel Fürsorgepflicht müssen unsere bundesdeutschen Behörden aufbringen. Was auch einen Vorteil hat: Es werden keinerlei Veränderungen notwendig sein, auch wenn das Klopapier vielleicht etwas anders riecht – naja, geht eben nicht anders.

    Zum Schluss noch ein Podcast-Tipp. Robert F. Kennedy, jun. ist sicherlich vielen Verschwörungstheoretikern als leuchtendes Beispiel bekannt, seine Stimme hierzulande weniger. Wer beim Deutschlandfunk reinhört, bekommt beim Thema sowieso Schnappatmung, was aber nochmal gesteigert werden kann, hier abbiegen.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  25. Digitaler Wochenrückblick 23. KW 2025

    Du, Papa, ist das ein Fake“ und schickt mir einen Link, ich sehe drauf, bin begeistert! „Ne“, sage ich, „Das ist das Endstadium des Kapitalismus!BlackRock, ein nicht unbedeutender Vermögensverwalter aus Nordamerika, „is PISSED about it“, weil UnitedHealth (größter Krankenversicherer) versagt hat. Begonnen hat die Misere, nachdem Luigi Mangione als Schadensregulierer im Dezember des letzten Jahres den knallharten Top-Manager Brian Thompson auf offener Straße zur Strecke gebracht hat, hatten wir hier besprochen.

    BlackRock verklagt UnitedHealth, sie hätten die Anleger „in die Irre geführt“. Es sei nicht absehbar gewesen, dass die negative Publicity dazu führen könne, die Verträge einzuhalten und mehr Behandlungen abzurechnen als vorher, das schmälert die Gewinne. Absurd? Dann werft selbst ein Blick drauf

    Der nordamerikanische Wirtschaftszweig Gesundheit ist nicht unbedingt Vorbild für unser Land, das bemerkt auch gerade unsere Ärzteschaft. Der Co-Vorsitzende des Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung“ Dr. Peter Bobbert macht Anleihen bei Airbus und sagt: „Wir brauchen jetzt Souveränität, Unabhängigkeit und einen echten europäischen ‘Airbus-Moment’ in der KI-Entwicklung.“ Klingt ansprechend, hat nur einen Haken, denn den Airbus konnten wir selbst entwerfen und in die Lüfte steigen lassen, bei der Digitalisierung stürzen wir ungebremst in ein Loch, weil Politik und Entscheidungsträger damit nix anfangen können.

    Kopfzerbrechen bereitet der Ärzteschaft die Monopolisierung der KI-Systeme, die auch nicht alles können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Qualität der Daten entscheidend sei. Dem kann natürlich Abhilfe geschaffen werden, die Daten stehen demnächst – dank der elektronischen Patientenakte (ePA) – im Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) zur Verfügung. Microsoft, Google, Amazon stehen bereit, ihre KIs mit diesem einmaligen Datenschatz zu trainieren, bunt aufzupeppen und dem Wirtschaftszweig Gesundheit in Deutschland wieder zuzuführen – gegen ein angemessenes Entgelt, versteht sich.

    Damit das funktionieren kann, müssen wir das FDZ über die ePA fleißig füttern. Das hat die Gematik perfekt gelöst, denn die Kosten tragen tragen unsere Kassen, vulgo wir. Insgesamt eine Win-Win-Situation, wir stellen die Daten auf unsere Kosten, die die Big-Tech-Konzerne brauchen, um uns danach ihre KI für unsere Ärzte zu verkaufen. Eingepasst in proprietäre Praxisverwaltungssysteme der Koblenzer CGM, ebenfalls ein Monopolist. Demnächst alles mit einem Aufschlag für Kassenpatienten.

    Sollen wir uns wirklich dagegen wehren?

    Mit den bestehenden Monopolen fahren wir doch sehr gut. Unser neuer Kulturstaatsminister, Wolfram Weimer, möchte davon profitieren, er wünscht von Google oder Meta eine Art Digitalzoll, eine Abgabe von zehn Prozent auf Einkünfte aus der Werbevermarktung hält er für moderat und legitim, redet von einem „Plattform-Soli“. Fragt sich nur, warum die Amis unsere digitale Inkompetenz finanzieren sollen. Nimmt sich als Vorbild Österreich, die „nur“ fünf Prozent verlangen, sagt „Es hat aber dazu geführt, dass die Konzerne endlich einen kleinen Steuerbeitrag für die Gesellschaft leisten, also ihre gewaltige Marge etwas sinkt. Zugleich öffnet das den Wettbewerb.” – Äh, welcher Wettbewerb? Er bezieht sich auf den Koalitionsvertrag „Medienvielfalt stärken – Meinungsfreiheit sichern“, verbreitet weiterhin Regierungsmitteilungen auf Elon Musks „X“-Plattform, selbst hat der Beauftragte für Kultur und Medien zum Beispiel keinen Auftritt bei Mastodon (wie andere Regierungsbehörden), das nenne ich Einfalt, nicht Vielfalt. Und Zoll, ist das nicht das Stichwort unserer Tage? Bin gespannt, was aus Nordamerika zurückkommt.

    Souveränität gestaltet sich anders, selbst die Bundeswehr findet es mittlerweile wenig bekömmlich, dass ihre frisch bestellten milliardenschweren F35-Kampfjets nur mit einer Cloud aus Übersee betrieben werden können. Da haben Worte wie: Softwarefehler, Cyberangriff, Manipulation einen ganz anderen, sicherheitsrelevanten Wert.

    Bekomme ich von Martin Böttger einen Link zur Bundeswehr und sehe: es ist nicht die einzige Panne! Der Bundeswehr fehlen so ungefähr eine Million Reservisten, schreibt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Den Schuldigen hat die Bundeswehr bereits ausgemacht, nicht die Russen, der Datenschutz ist schuld. Und klar, für die Sicherheit muss der Datenschutz zurücktreten, eine Gesetzesänderung steht zur Debatte.

    Der Vorsitzende des Reservistenverbandes Patrick Sensburg sagt in der WAZ: „Wir haben ihre Kontaktdaten verloren“ und nennt tatsächlich als Grund strenge Datenschutzregeln! Die hatten mit der Aussetzung der Wehrkraft schlichtweg vergessen, ihre altgedienten Soldaten in der Reserve zu katalogisieren, selbst von den kampferprobten Afghanistan-Veteranen haben sie keine Anschriften. Deshalb wollen sie die Einwohnermeldeämter anzapfen. Von den Big-Tech-Konzernen lernen, heißt siegen lernen – die hätten sich nur unterschreiben lassen müssen, wie ihre Daten verwendet werden und wofür. Das haben Meta und Co auch getan, vor Jahren schon, mit deutlich weniger ehrenhaften Zielen.

    Die Augen gerade aus – und: Abmarsch!

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  26. Digitaler Wochenrückblick 23. KW 2025

    Du, Papa, ist das ein Fake“ und schickt mir einen Link, ich sehe drauf, bin begeistert! „Ne“, sage ich, „Das ist das Endstadium des Kapitalismus!BlackRock, ein nicht unbedeutender Vermögensverwalter aus Nordamerika, „is PISSED about it“, weil UnitedHealth (größter Krankenversicherer) versagt hat. Begonnen hat die Misere, nachdem Luigi Mangione als Schadensregulierer im Dezember des letzten Jahres den knallharten Top-Manager Brian Thompson auf offener Straße zur Strecke gebracht hat, hatten wir hier besprochen.

    BlackRock verklagt UnitedHealth, sie hätten die Anleger „in die Irre geführt“. Es sei nicht absehbar gewesen, dass die negative Publicity dazu führen könne, die Verträge einzuhalten und mehr Behandlungen abzurechnen als vorher, das schmälert die Gewinne. Absurd? Dann werft selbst ein Blick drauf

    Der nordamerikanische Wirtschaftszweig Gesundheit ist nicht unbedingt Vorbild für unser Land, das bemerkt auch gerade unsere Ärzteschaft. Der Co-Vorsitzende des Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung“ Dr. Peter Bobbert macht Anleihen bei Airbus und sagt: „Wir brauchen jetzt Souveränität, Unabhängigkeit und einen echten europäischen ‘Airbus-Moment’ in der KI-Entwicklung.“ Klingt ansprechend, hat nur einen Haken, denn den Airbus konnten wir selbst entwerfen und in die Lüfte steigen lassen, bei der Digitalisierung stürzen wir ungebremst in ein Loch, weil Politik und Entscheidungsträger damit nix anfangen können.

    Kopfzerbrechen bereitet der Ärzteschaft die Monopolisierung der KI-Systeme, die auch nicht alles können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Qualität der Daten entscheidend sei. Dem kann natürlich Abhilfe geschaffen werden, die Daten stehen demnächst – dank der elektronischen Patientenakte (ePA) – im Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) zur Verfügung. Microsoft, Google, Amazon stehen bereit, ihre KIs mit diesem einmaligen Datenschatz zu trainieren, bunt aufzupeppen und dem Wirtschaftszweig Gesundheit in Deutschland wieder zuzuführen – gegen ein angemessenes Entgelt, versteht sich.

    Damit das funktionieren kann, müssen wir das FDZ über die ePA fleißig füttern. Das hat die Gematik perfekt gelöst, denn die Kosten tragen tragen unsere Kassen, vulgo wir. Insgesamt eine Win-Win-Situation, wir stellen die Daten auf unsere Kosten, die die Big-Tech-Konzerne brauchen, um uns danach ihre KI für unsere Ärzte zu verkaufen. Eingepasst in proprietäre Praxisverwaltungssysteme der Koblenzer CGM, ebenfalls ein Monopolist. Demnächst alles mit einem Aufschlag für Kassenpatienten.

    Sollen wir uns wirklich dagegen wehren?

    Mit den bestehenden Monopolen fahren wir doch sehr gut. Unser neuer Kulturstaatsminister, Wolfram Weimer, möchte davon profitieren, er wünscht von Google oder Meta eine Art Digitalzoll, eine Abgabe von zehn Prozent auf Einkünfte aus der Werbevermarktung hält er für moderat und legitim, redet von einem „Plattform-Soli“. Fragt sich nur, warum die Amis unsere digitale Inkompetenz finanzieren sollen. Nimmt sich als Vorbild Österreich, die „nur“ fünf Prozent verlangen, sagt „Es hat aber dazu geführt, dass die Konzerne endlich einen kleinen Steuerbeitrag für die Gesellschaft leisten, also ihre gewaltige Marge etwas sinkt. Zugleich öffnet das den Wettbewerb.” – Äh, welcher Wettbewerb? Er bezieht sich auf den Koalitionsvertrag „Medienvielfalt stärken – Meinungsfreiheit sichern“, verbreitet weiterhin Regierungsmitteilungen auf Elon Musks „X“-Plattform, selbst hat der Beauftragte für Kultur und Medien zum Beispiel keinen Auftritt bei Mastodon (wie andere Regierungsbehörden), das nenne ich Einfalt, nicht Vielfalt. Und Zoll, ist das nicht das Stichwort unserer Tage? Bin gespannt, was aus Nordamerika zurückkommt.

    Souveränität gestaltet sich anders, selbst die Bundeswehr findet es mittlerweile wenig bekömmlich, dass ihre frisch bestellten milliardenschweren F35-Kampfjets nur mit einer Cloud aus Übersee betrieben werden können. Da haben Worte wie: Softwarefehler, Cyberangriff, Manipulation einen ganz anderen, sicherheitsrelevanten Wert.

    Bekomme ich von Martin Böttger einen Link zur Bundeswehr und sehe: es ist nicht die einzige Panne! Der Bundeswehr fehlen so ungefähr eine Million Reservisten, schreibt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Den Schuldigen hat die Bundeswehr bereits ausgemacht, nicht die Russen, der Datenschutz ist schuld. Und klar, für die Sicherheit muss der Datenschutz zurücktreten, eine Gesetzesänderung steht zur Debatte.

    Der Vorsitzende des Reservistenverbandes Patrick Sensburg sagt in der WAZ: „Wir haben ihre Kontaktdaten verloren“ und nennt tatsächlich als Grund strenge Datenschutzregeln! Die hatten mit der Aussetzung der Wehrkraft schlichtweg vergessen, ihre altgedienten Soldaten in der Reserve zu katalogisieren, selbst von den kampferprobten Afghanistan-Veteranen haben sie keine Anschriften. Deshalb wollen sie die Einwohnermeldeämter anzapfen. Von den Big-Tech-Konzernen lernen, heißt siegen lernen – die hätten sich nur unterschreiben lassen müssen, wie ihre Daten verwendet werden und wofür. Das haben Meta und Co auch getan, vor Jahren schon, mit deutlich weniger ehrenhaften Zielen.

    Die Augen gerade aus – und: Abmarsch!

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  27. Digitaler Wochenrückblick 23. KW 2025

    Du, Papa, ist das ein Fake“ und schickt mir einen Link, ich sehe drauf, bin begeistert! „Ne“, sage ich, „Das ist das Endstadium des Kapitalismus!BlackRock, ein nicht unbedeutender Vermögensverwalter aus Nordamerika, „is PISSED about it“, weil UnitedHealth (größter Krankenversicherer) versagt hat. Begonnen hat die Misere, nachdem Luigi Mangione als Schadensregulierer im Dezember des letzten Jahres den knallharten Top-Manager Brian Thompson auf offener Straße zur Strecke gebracht hat, hatten wir hier besprochen.

    BlackRock verklagt UnitedHealth, sie hätten die Anleger „in die Irre geführt“. Es sei nicht absehbar gewesen, dass die negative Publicity dazu führen könne, die Verträge einzuhalten und mehr Behandlungen abzurechnen als vorher, das schmälert die Gewinne. Absurd? Dann werft selbst ein Blick drauf

    Der nordamerikanische Wirtschaftszweig Gesundheit ist nicht unbedingt Vorbild für unser Land, das bemerkt auch gerade unsere Ärzteschaft. Der Co-Vorsitzende des Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung“ Dr. Peter Bobbert macht Anleihen bei Airbus und sagt: „Wir brauchen jetzt Souveränität, Unabhängigkeit und einen echten europäischen ‘Airbus-Moment’ in der KI-Entwicklung.“ Klingt ansprechend, hat nur einen Haken, denn den Airbus konnten wir selbst entwerfen und in die Lüfte steigen lassen, bei der Digitalisierung stürzen wir ungebremst in ein Loch, weil Politik und Entscheidungsträger damit nix anfangen können.

    Kopfzerbrechen bereitet der Ärzteschaft die Monopolisierung der KI-Systeme, die auch nicht alles können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Qualität der Daten entscheidend sei. Dem kann natürlich Abhilfe geschaffen werden, die Daten stehen demnächst – dank der elektronischen Patientenakte (ePA) – im Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) zur Verfügung. Microsoft, Google, Amazon stehen bereit, ihre KIs mit diesem einmaligen Datenschatz zu trainieren, bunt aufzupeppen und dem Wirtschaftszweig Gesundheit in Deutschland wieder zuzuführen – gegen ein angemessenes Entgelt, versteht sich.

    Damit das funktionieren kann, müssen wir das FDZ über die ePA fleißig füttern. Das hat die Gematik perfekt gelöst, denn die Kosten tragen tragen unsere Kassen, vulgo wir. Insgesamt eine Win-Win-Situation, wir stellen die Daten auf unsere Kosten, die die Big-Tech-Konzerne brauchen, um uns danach ihre KI für unsere Ärzte zu verkaufen. Eingepasst in proprietäre Praxisverwaltungssysteme der Koblenzer CGM, ebenfalls ein Monopolist. Demnächst alles mit einem Aufschlag für Kassenpatienten.

    Sollen wir uns wirklich dagegen wehren?

    Mit den bestehenden Monopolen fahren wir doch sehr gut. Unser neuer Kulturstaatsminister, Wolfram Weimer, möchte davon profitieren, er wünscht von Google oder Meta eine Art Digitalzoll, eine Abgabe von zehn Prozent auf Einkünfte aus der Werbevermarktung hält er für moderat und legitim, redet von einem „Plattform-Soli“. Fragt sich nur, warum die Amis unsere digitale Inkompetenz finanzieren sollen. Nimmt sich als Vorbild Österreich, die „nur“ fünf Prozent verlangen, sagt „Es hat aber dazu geführt, dass die Konzerne endlich einen kleinen Steuerbeitrag für die Gesellschaft leisten, also ihre gewaltige Marge etwas sinkt. Zugleich öffnet das den Wettbewerb.” – Äh, welcher Wettbewerb? Er bezieht sich auf den Koalitionsvertrag „Medienvielfalt stärken – Meinungsfreiheit sichern“, verbreitet weiterhin Regierungsmitteilungen auf Elon Musks „X“-Plattform, selbst hat der Beauftragte für Kultur und Medien zum Beispiel keinen Auftritt bei Mastodon (wie andere Regierungsbehörden), das nenne ich Einfalt, nicht Vielfalt. Und Zoll, ist das nicht das Stichwort unserer Tage? Bin gespannt, was aus Nordamerika zurückkommt.

    Souveränität gestaltet sich anders, selbst die Bundeswehr findet es mittlerweile wenig bekömmlich, dass ihre frisch bestellten milliardenschweren F35-Kampfjets nur mit einer Cloud aus Übersee betrieben werden können. Da haben Worte wie: Softwarefehler, Cyberangriff, Manipulation einen ganz anderen, sicherheitsrelevanten Wert.

    Bekomme ich von Martin Böttger einen Link zur Bundeswehr und sehe: es ist nicht die einzige Panne! Der Bundeswehr fehlen so ungefähr eine Million Reservisten, schreibt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Den Schuldigen hat die Bundeswehr bereits ausgemacht, nicht die Russen, der Datenschutz ist schuld. Und klar, für die Sicherheit muss der Datenschutz zurücktreten, eine Gesetzesänderung steht zur Debatte.

    Der Vorsitzende des Reservistenverbandes Patrick Sensburg sagt in der WAZ: „Wir haben ihre Kontaktdaten verloren“ und nennt tatsächlich als Grund strenge Datenschutzregeln! Die hatten mit der Aussetzung der Wehrkraft schlichtweg vergessen, ihre altgedienten Soldaten in der Reserve zu katalogisieren, selbst von den kampferprobten Afghanistan-Veteranen haben sie keine Anschriften. Deshalb wollen sie die Einwohnermeldeämter anzapfen. Von den Big-Tech-Konzernen lernen, heißt siegen lernen – die hätten sich nur unterschreiben lassen müssen, wie ihre Daten verwendet werden und wofür. Das haben Meta und Co auch getan, vor Jahren schon, mit deutlich weniger ehrenhaften Zielen.

    Die Augen gerade aus – und: Abmarsch!

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  28. Digitaler Wochenrückblick 23. KW 2025

    Du, Papa, ist das ein Fake“ und schickt mir einen Link, ich sehe drauf, bin begeistert! „Ne“, sage ich, „Das ist das Endstadium des Kapitalismus!BlackRock, ein nicht unbedeutender Vermögensverwalter aus Nordamerika, „is PISSED about it“, weil UnitedHealth (größter Krankenversicherer) versagt hat. Begonnen hat die Misere, nachdem Luigi Mangione als Schadensregulierer im Dezember des letzten Jahres den knallharten Top-Manager Brian Thompson auf offener Straße zur Strecke gebracht hat, hatten wir hier besprochen.

    BlackRock verklagt UnitedHealth, sie hätten die Anleger „in die Irre geführt“. Es sei nicht absehbar gewesen, dass die negative Publicity dazu führen könne, die Verträge einzuhalten und mehr Behandlungen abzurechnen als vorher, das schmälert die Gewinne. Absurd? Dann werft selbst ein Blick drauf

    Der nordamerikanische Wirtschaftszweig Gesundheit ist nicht unbedingt Vorbild für unser Land, das bemerkt auch gerade unsere Ärzteschaft. Der Co-Vorsitzende des Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung“ Dr. Peter Bobbert macht Anleihen bei Airbus und sagt: „Wir brauchen jetzt Souveränität, Unabhängigkeit und einen echten europäischen ‘Airbus-Moment’ in der KI-Entwicklung.“ Klingt ansprechend, hat nur einen Haken, denn den Airbus konnten wir selbst entwerfen und in die Lüfte steigen lassen, bei der Digitalisierung stürzen wir ungebremst in ein Loch, weil Politik und Entscheidungsträger damit nix anfangen können.

    Kopfzerbrechen bereitet der Ärzteschaft die Monopolisierung der KI-Systeme, die auch nicht alles können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Qualität der Daten entscheidend sei. Dem kann natürlich Abhilfe geschaffen werden, die Daten stehen demnächst – dank der elektronischen Patientenakte (ePA) – im Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) zur Verfügung. Microsoft, Google, Amazon stehen bereit, ihre KIs mit diesem einmaligen Datenschatz zu trainieren, bunt aufzupeppen und dem Wirtschaftszweig Gesundheit in Deutschland wieder zuzuführen – gegen ein angemessenes Entgelt, versteht sich.

    Damit das funktionieren kann, müssen wir das FDZ über die ePA fleißig füttern. Das hat die Gematik perfekt gelöst, denn die Kosten tragen tragen unsere Kassen, vulgo wir. Insgesamt eine Win-Win-Situation, wir stellen die Daten auf unsere Kosten, die die Big-Tech-Konzerne brauchen, um uns danach ihre KI für unsere Ärzte zu verkaufen. Eingepasst in proprietäre Praxisverwaltungssysteme der Koblenzer CGM, ebenfalls ein Monopolist. Demnächst alles mit einem Aufschlag für Kassenpatienten.

    Sollen wir uns wirklich dagegen wehren?

    Mit den bestehenden Monopolen fahren wir doch sehr gut. Unser neuer Kulturstaatsminister, Wolfram Weimer, möchte davon profitieren, er wünscht von Google oder Meta eine Art Digitalzoll, eine Abgabe von zehn Prozent auf Einkünfte aus der Werbevermarktung hält er für moderat und legitim, redet von einem „Plattform-Soli“. Fragt sich nur, warum die Amis unsere digitale Inkompetenz finanzieren sollen. Nimmt sich als Vorbild Österreich, die „nur“ fünf Prozent verlangen, sagt „Es hat aber dazu geführt, dass die Konzerne endlich einen kleinen Steuerbeitrag für die Gesellschaft leisten, also ihre gewaltige Marge etwas sinkt. Zugleich öffnet das den Wettbewerb.” – Äh, welcher Wettbewerb? Er bezieht sich auf den Koalitionsvertrag „Medienvielfalt stärken – Meinungsfreiheit sichern“, verbreitet weiterhin Regierungsmitteilungen auf Elon Musks „X“-Plattform, selbst hat der Beauftragte für Kultur und Medien zum Beispiel keinen Auftritt bei Mastodon (wie andere Regierungsbehörden), das nenne ich Einfalt, nicht Vielfalt. Und Zoll, ist das nicht das Stichwort unserer Tage? Bin gespannt, was aus Nordamerika zurückkommt.

    Souveränität gestaltet sich anders, selbst die Bundeswehr findet es mittlerweile wenig bekömmlich, dass ihre frisch bestellten milliardenschweren F35-Kampfjets nur mit einer Cloud aus Übersee betrieben werden können. Da haben Worte wie: Softwarefehler, Cyberangriff, Manipulation einen ganz anderen, sicherheitsrelevanten Wert.

    Bekomme ich von Martin Böttger einen Link zur Bundeswehr und sehe: es ist nicht die einzige Panne! Der Bundeswehr fehlen so ungefähr eine Million Reservisten, schreibt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Den Schuldigen hat die Bundeswehr bereits ausgemacht, nicht die Russen, der Datenschutz ist schuld. Und klar, für die Sicherheit muss der Datenschutz zurücktreten, eine Gesetzesänderung steht zur Debatte.

    Der Vorsitzende des Reservistenverbandes Patrick Sensburg sagt in der WAZ: „Wir haben ihre Kontaktdaten verloren“ und nennt tatsächlich als Grund strenge Datenschutzregeln! Die hatten mit der Aussetzung der Wehrkraft schlichtweg vergessen, ihre altgedienten Soldaten in der Reserve zu katalogisieren, selbst von den kampferprobten Afghanistan-Veteranen haben sie keine Anschriften. Deshalb wollen sie die Einwohnermeldeämter anzapfen. Von den Big-Tech-Konzernen lernen, heißt siegen lernen – die hätten sich nur unterschreiben lassen müssen, wie ihre Daten verwendet werden und wofür. Das haben Meta und Co auch getan, vor Jahren schon, mit deutlich weniger ehrenhaften Zielen.

    Die Augen gerade aus – und: Abmarsch!

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  29. Digitaler Wochenrückblick 23. KW 2025

    Du, Papa, ist das ein Fake“ und schickt mir einen Link, ich sehe drauf, bin begeistert! „Ne“, sage ich, „Das ist das Endstadium des Kapitalismus!BlackRock, ein nicht unbedeutender Vermögensverwalter aus Nordamerika, „is PISSED about it“, weil UnitedHealth (größter Krankenversicherer) versagt hat. Begonnen hat die Misere, nachdem Luigi Mangione als Schadensregulierer im Dezember des letzten Jahres den knallharten Top-Manager Brian Thompson auf offener Straße zur Strecke gebracht hat, hatten wir hier besprochen.

    BlackRock verklagt UnitedHealth, sie hätten die Anleger „in die Irre geführt“. Es sei nicht absehbar gewesen, dass die negative Publicity dazu führen könne, die Verträge einzuhalten und mehr Behandlungen abzurechnen als vorher, das schmälert die Gewinne. Absurd? Dann werft selbst ein Blick drauf

    Der nordamerikanische Wirtschaftszweig Gesundheit ist nicht unbedingt Vorbild für unser Land, das bemerkt auch gerade unsere Ärzteschaft. Der Co-Vorsitzende des Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung“ Dr. Peter Bobbert macht Anleihen bei Airbus und sagt: „Wir brauchen jetzt Souveränität, Unabhängigkeit und einen echten europäischen ‘Airbus-Moment’ in der KI-Entwicklung.“ Klingt ansprechend, hat nur einen Haken, denn den Airbus konnten wir selbst entwerfen und in die Lüfte steigen lassen, bei der Digitalisierung stürzen wir ungebremst in ein Loch, weil Politik und Entscheidungsträger damit nix anfangen können.

    Kopfzerbrechen bereitet der Ärzteschaft die Monopolisierung der KI-Systeme, die auch nicht alles können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Qualität der Daten entscheidend sei. Dem kann natürlich Abhilfe geschaffen werden, die Daten stehen demnächst – dank der elektronischen Patientenakte (ePA) – im Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) zur Verfügung. Microsoft, Google, Amazon stehen bereit, ihre KIs mit diesem einmaligen Datenschatz zu trainieren, bunt aufzupeppen und dem Wirtschaftszweig Gesundheit in Deutschland wieder zuzuführen – gegen ein angemessenes Entgelt, versteht sich.

    Damit das funktionieren kann, müssen wir das FDZ über die ePA fleißig füttern. Das hat die Gematik perfekt gelöst, denn die Kosten tragen tragen unsere Kassen, vulgo wir. Insgesamt eine Win-Win-Situation, wir stellen die Daten auf unsere Kosten, die die Big-Tech-Konzerne brauchen, um uns danach ihre KI für unsere Ärzte zu verkaufen. Eingepasst in proprietäre Praxisverwaltungssysteme der Koblenzer CGM, ebenfalls ein Monopolist. Demnächst alles mit einem Aufschlag für Kassenpatienten.

    Sollen wir uns wirklich dagegen wehren?

    Mit den bestehenden Monopolen fahren wir doch sehr gut. Unser neuer Kulturstaatsminister, Wolfram Weimer, möchte davon profitieren, er wünscht von Google oder Meta eine Art Digitalzoll, eine Abgabe von zehn Prozent auf Einkünfte aus der Werbevermarktung hält er für moderat und legitim, redet von einem „Plattform-Soli“. Fragt sich nur, warum die Amis unsere digitale Inkompetenz finanzieren sollen. Nimmt sich als Vorbild Österreich, die „nur“ fünf Prozent verlangen, sagt „Es hat aber dazu geführt, dass die Konzerne endlich einen kleinen Steuerbeitrag für die Gesellschaft leisten, also ihre gewaltige Marge etwas sinkt. Zugleich öffnet das den Wettbewerb.” – Äh, welcher Wettbewerb? Er bezieht sich auf den Koalitionsvertrag „Medienvielfalt stärken – Meinungsfreiheit sichern“, verbreitet weiterhin Regierungsmitteilungen auf Elon Musks „X“-Plattform, selbst hat der Beauftragte für Kultur und Medien zum Beispiel keinen Auftritt bei Mastodon (wie andere Regierungsbehörden), das nenne ich Einfalt, nicht Vielfalt. Und Zoll, ist das nicht das Stichwort unserer Tage? Bin gespannt, was aus Nordamerika zurückkommt.

    Souveränität gestaltet sich anders, selbst die Bundeswehr findet es mittlerweile wenig bekömmlich, dass ihre frisch bestellten milliardenschweren F35-Kampfjets nur mit einer Cloud aus Übersee betrieben werden können. Da haben Worte wie: Softwarefehler, Cyberangriff, Manipulation einen ganz anderen, sicherheitsrelevanten Wert.

    Bekomme ich von Martin Böttger einen Link zur Bundeswehr und sehe: es ist nicht die einzige Panne! Der Bundeswehr fehlen so ungefähr eine Million Reservisten, schreibt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Den Schuldigen hat die Bundeswehr bereits ausgemacht, nicht die Russen, der Datenschutz ist schuld. Und klar, für die Sicherheit muss der Datenschutz zurücktreten, eine Gesetzesänderung steht zur Debatte.

    Der Vorsitzende des Reservistenverbandes Patrick Sensburg sagt in der WAZ: „Wir haben ihre Kontaktdaten verloren“ und nennt tatsächlich als Grund strenge Datenschutzregeln! Die hatten mit der Aussetzung der Wehrkraft schlichtweg vergessen, ihre altgedienten Soldaten in der Reserve zu katalogisieren, selbst von den kampferprobten Afghanistan-Veteranen haben sie keine Anschriften. Deshalb wollen sie die Einwohnermeldeämter anzapfen. Von den Big-Tech-Konzernen lernen, heißt siegen lernen – die hätten sich nur unterschreiben lassen müssen, wie ihre Daten verwendet werden und wofür. Das haben Meta und Co auch getan, vor Jahren schon, mit deutlich weniger ehrenhaften Zielen.

    Die Augen gerade aus – und: Abmarsch!

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  30. Digitaler Wochenrückblick 22. KW 2025

    Im Rauschen der Nachrichten verliert sich oft der Blick auf das Wesentliche, ob in der Hosentasche oder auf dem Schreibtisch. Überall poppt etwas auf, klingelt, brummt oder bruzzelt, alles buhlt um Aufmerksamkeit.

    Früher mussten wir uns Informationen beschaffen, heute ersaufen wir im Info-Terror. Da fällt eine Meldung nicht auf, dass Microsoft letzte Woche fünf Sicherheitslücken außer der Reihe stopfen musste, weil sie bereits aktiv ausgenutzt würden. Das heißt so viel wie: Wir wissen, dass unser Haus brennt, wir schütten aber nur Wasser dahin, wo es zu sehen ist – um die Bevölkerung nicht zu verunsichern. Und es funktioniert, mit jedem Update kann es nur besser werden. Und wenn etwas nicht so funktioniert, wie es soll, dann ist der Nutzer selbst schuld, er muss gegebenenfalls geschult werden. Microsoft bietet es schließlich selbst an.

    Karim Khan zum Beispiel (der Chefankläger des Internationalen Gerichtshofs, wurde von Microsoft umfänglich geschult, er setzt jetzt auf Digitale Souveränität und hat ein neues Mailkonto in der Schweiz, nachdem er von Microsoft – sagen wir – abgeschaltet wurde. Der Internationale Gerichtshof werde deswegen in seiner Arbeit geradezu gelähmt, schreibt die Nachrichtenagentur AP dazu. So viel Erfolg hätten sie bei dieser kleinen Aktion in Redmond auch nicht erwartet, dabei war es nur ein Klick, erledigt.

    Welche weiteren Schulungsmaßnahmen geplant sind, verrät Microsoft nicht!

    Aber viel Feind, viel Ehr – die haben angefangen, die Clouds der chinesischen Universitäten abzuklemmen. Das wird ein richtiger Erfolg. Im Gegensatz zu uns reden sie nicht von Digitaler Souveränität, die machen es. Zugegeben, den Chinesen bleibt jetzt nichts anderes übrig. Aber, wer auf dem Mars und auf dem Mond im ersten Anlauf landet, der ist auf Microsoft nicht angewiesen.

    Aber fürchtet euch nicht, wir haben einen Bundesdigitalminister, der prescht mit dem klugen Satz vor: „Datenschutz darf nicht zur Innovationsbremse werden!“, nur was will der bremsen? Da ist nichts, die Innovationsbremse ist in den Köpfen tief verankert.  Besser noch, es sollen in Behörden für den Krisenfall sogar mechanische Schreibmaschinen angeschafft werden, als Rückfalloption. Ich wollte das auch nicht glauben, bis ich es gesehen habe…

    Mit Karsten Wildberger haben wir einen echten Manager, als Minister leitet er das Ministerium für unerledigte Angelegenheiten, äh, ich meinte das Digitalministerium. Er träumt vom  „digital next Germany“ und schreibt sich „Staatsmodernisierung“ auf die Fahnen – viel Glück sei ihm gewünscht, mit den Pfosten, die Schreibmaschinen anschaffen wollen. Und Menschen, die Datenschutz als Innovationsbremse empfinden, brauchen unseren besonderen Schutz – zumindest bis sie wieder feste Nahrung zu sich nehmen können.

    Wer letzte Woche Mark Zuckerberg auf dem Surfbrett mit der Nordamerikaflagge gesehen hat (und dem Hinweis, das sei nicht von einer KI gemacht), der weiß, was ich mir wünsche: keine überflüssige KI.

    Zuckerberg denkt allerdings anders darüber und saugt alles, was seine Opfer auf Facebook und Instagram absondern, in seine KI auf, ungebremst, so wie die Gematik uns erledigt hat, mit einer Opt-Out-Option. Die findet nur niemand – auch wenn die Tagesschau das vorbildlich beschreibt.

    Wer nicht widerspricht, wird am 27. Mai 2025 eingemeindet, der Widerspruch muss bis zum 26. Mai 2025 eingegangen sein. Meta gibt sich an diesem Punkt als äußerst lernwillig, für die eigene KI, in unserem Interesse natürlich. Denn sie müssten auf die Daten der EU-Bürger zurückgreifen, um auch den hiesigen Sprachen und Kulturen gerecht zu werden. Vorbildlich, absolut vorbildlich, kulturhistorisch gesehen. Würden sie es nicht tun, verlören sie Nutzer – aber für uns wäre es nicht unbedingt ein Verlust.

    Der Widerspruch ist übrigens ziemlich nutzlos, weil Meta nur die öffentlich zugänglichen Daten nimmt und dort haben sich sowieso schon ungefragt OpenAI, Google, Alibaba etc. dran bedient. Was denken denn Verbraucherschutzorganisationen, die dagegen vorgehen, gar bemängeln, der Widerspruchsbutton sei zu schwer zu finden, was mit öffentlich zugänglichen Daten passiert? Nix? Gebt mal in einer Suchmaschine eurer Wahl das Wort clearview“ ein.

    Künstliche Intelligenz fehlt scheinbar und weil Europa – vor allem Deutschland – sprudelnde Geldquellen hat, möchte sich openAI sich nicht ganz uneigennützig einbringen. Sie haben diese Woche an einem geheimen Standort in München eine Niederlassung gegründet – mit zehn Mitarbeitern, die Business-Kunden Geld aus der Tasche ziehen sollen. Auf Wunsch stehen die Server in Deutschland oder Europa, falls Firmenkunden den Amerikanern nicht vertrauen oder europäische Richtlinien im Weg stehen. Ich schätze, das wird schon für Digitale Souveränität gehalten.

    Besonders sicher soll es auch in unseren Arztpraxen zugehen, denn die Gemati (wissen schon, Gematik und Sicherheit….) orientieren sich an den „Vorgaben der obersten Sicherheitsbehörden und international anerkannten Standards“.

    Es stehen 35.000 Konnektoren als Elektroschrott bereit, die nicht mehr umgerüstet werden sollen, die müssen neu beschafft werden, alle mehrere tausend Euro das Stück. Aber weil die Datenautobahn der Gematik wie immer lahmt, warnt sogar die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), dass der Tausch nicht rechtzeitig bis zum Herbst 2025 umgesetzt werden kann. Das Problem ist schon älter und der Chaos Computer Club (CCC) hatte bereits vor drei Jahren gezeigt, wie der neue Sicherheitsschlüssel mit einer Softwarelösung aufgespielt werden kann. Aber da hat doch keiner was von und Geld ist genug da, wir müssen doch nicht immer alles für die Patientenversorgung ausgeben.

    Das schönste Zitat zur elektronischen Patientenakte (ePA) in dieser Woche kommt vom Vorsitzenden des hessischen Hausärzteverbandes Christian Sommerbrodt:  „Vom Bundesgesundheitsministerium wurde es beworben wie ein iPhone 16. Erwartet haben wir ein Nokia. Was wir bekommen haben, ist ein Telefon mit Wählscheibe.

    Keine weiteren Fragen, euer Ehren!

    Setzen, weitermachen.

     

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)