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#gorbatschow — Public Fediverse posts

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  1. 15/ Habe gerade mal nach dem #Milliardenkredit von #Strauß an die #DDR geguckt, die sie noch ein paar Jährchen länger am Leben gelassen hat.

    Dabei habe ich das hier gefunden:

    Strauß flog am 28. Dezember 1987 zusammen mit Parteifreunden mit einer Cessna Citation II 151 zu einem öffentlich nicht angekündigten Besuch nach Moskau[89], redete zweieinhalb Stunden mit Michail #Gorbatschow und zeigte sich von dessen Reformvorstellungen tief beeindruckt.[95] Gorbatschow fragte ihn bei diesem Treffen, ob er das erste Mal in der #Sowjetunion sei. Strauß antwortete: „Das zweite Mal, aber das erste Mal kam ich nur bis #Stalingrad.“

  2. 1/ „Die DDR in ihrem Endstadium war ein Land, dessen Müdigkeit und Verfall auf die in ihm lebenden Menschen abfärbte, die ihrerseits müde und verfallen durch den Tag schwappten, der ein Tag war, dessen Ende man herbeisehnte, aber niemals wirklich erwartete.“

    „Diese #Müdigkeit war keine individuelle, keine psychologische, sondern eine strukturelle Müdigkeit. Sie war nicht Ausdruck von Faulheit oder Trägheit, sondern das Ergebnis eines jahrzehntelangen Umgangs mit Forderungen, die ihrerseits entweder aus Unter- oder Überforderungen bestanden; eines Lebens unter Bedingungen, die jedes Versprechen auf Zukunft entwerteten, ehe es ausgesprochen war. Vielleicht, so könnte man sagen, war diese Gesellschaft eine, die das Prinzip Hoffnung durch das Prinzip Erschöpfung ersetzt hatte. Der Mensch, dieser geschundene, vom Produktionsplan genormte Organismus, war im Grunde nichts anderes als eine wandelnde Sollgröße. Seine Funktion bestand darin, zu funktionieren.“

    Jetzt also Müdigkeit. Eine neue These über den #Osten. Der Autor Lars Reyer ist 1977 bei #Zwickau geboren, war zur Wende also 12 Jahre alt. Er schreibt über seinen Vater.

    Mir ist ja beim Lesen von #KatjaHoyer klar geworden, dass man nicht von DER DDR sprechen darf. Es gab viele DDRen. Einmal zeitlich mit der entsprechende ausgerichteten Politik. Phasen der Entspannung und Anspannung und dann gab es individuell ganz unterschiedliche Erfahrungen. Und es gab lokale Unterschiede.

    Mit diesem Vorwort kann ich nun sagen, dass ich mit dem Autor überhaupt nicht übereinstimme. Das ist sicher auf den Altersunterschied zurückzuführen. Lars Reyer berichtet über seinen Vater, der müde und vielleicht resigniert war.

    Für mich und viele andere war die Zeit in den 80er Jahren eine Zeit der Empörung aber auch der Hoffnung. In der #Sowjetunion hatte #Gorbatschow übernommen. #Glasnost und #Perestroika zogen ein. Das war auch in den Medien dort wahrnehmbar und schwappt zum Teil auch in die kleine DDR. In der sowjetischen Politzeitschrift Neue Zeit, die es auch in der DDR gab, standen unerhörte Dinge. Der Sputnik wurde verboten, Nummern der Neuen Zeit nicht ausgeliefert. In den Studiokinos der DDR waren Filme wie Vogelscheuche zu sehen, die der sowjetischen Gesellschaft ihr Bild vor Augen hielten in Form vom Umgang von Kindern untereinander. Unglaublich! Jadup und Böl kam in die Kinos. Ein sehr kritischer Film, der jahrelang im Eisschrank gelegen hatte.

    Die Menschen äußerten ihren Unmut immer offener. Der Wahlbetrug bei den Kommunalwahlen wurde 1989 von kirchlich organisierten Gruppen zum ersten Mal nachgewiesen. Meine Schwester war bei Auszählungen in Wahllokalen dabei.

    Es gab geduldete Untergrundmusik mit kritischen Texten. (#Punk, #dieAnderenBands) Theaterstücke, in denen man Kritik am Staat finden konnte, wenn man genauer hinschaute als die Zensur.

    Die ganze Untergrundkunst in Dresden und Berlin (und sicher auch anderswo). Ausstellungen in Wohnzimmern.

    Es brodelte und blubberte überall. Es stank, aber das war Teil vom Ganzen.

    Es war klar, dass etwas passieren würde, nur nicht genau was. Bei der Armee mussten wir im Juni alle die chinesischen Propaganda-Filme sehen. Meine Kumpels waren dann auch im Oktober mit Schlagstöcken in Dresden. Ich war zum Glück schon raus.

    Wir glaubten, dass wir den weiteren Verlauf würden steuern können, wenn sich die chinesische Lösung vermeiden ließe.

    Wir lagen falsch.

    Wir waren … wir waren alles, nur nicht müde.

    Wir waren naiv.

    taz.de/!6152741

  3. 2/ Das zweite historische Datum heute ist der 07.10.1949 bzw. der 07.10.1989.

    1949 wurde die #DDR gegründet. 1989 stand ihr Ende kurz bevor. Wir feierten. Aber weit außerhalb des Stadtzentrums. Ich habe das voriges Jahr aufgeschrieben, damit ich es nicht jedes mal neu aufschreiben muss.

    Geht um #Wahlen, #Demokratie, #Gorbatschow, #Honecker usw.

    so-isser-der-ossi.de/2023/10/0

    #Republikgeburtstag

  4. @steve

    Es gab auch die Ökos. Leipzig, Bitterfeld, da gab es eine sehr aktive Ökoszene. Auch gegen Kohle. In Berlin gab es die Umweltbibliothek, die haben eine eigene Zeitung herausgegeben. Im Keller auf so ner Kurbelmaschine gedruckt. Ich müsste noch so ein zwei Ausgaben irgendwo rumliegen haben.

    de.wikipedia.org/wiki/Telegrap

    Viel lief auf dem Gelände der Kirchen. Es gab #KircheVonUnten (#KvU).

    de.wikipedia.org/wiki/Kirche_v

    Bei der Musik war es ja so, dass es verschiedene Szenen gab. Auf der einen Seite die Bands mit Einstufung, die dann in Jugendclubs, Kreiskulturhäusern und auf der Insel der Jugend spielen konnten und dann den radikaleren Untergrund, der nur auf Kirchengelände spielen und proben konnte. Guck mal in die ganzen Bücher über #Punk in der #DDR rein, die in den letzten Jahren erschienen sind.

    Beim Wikipedia-Artikel der KvU gibt es noch weitere Links zu anderen Gruppen und Personen. Speiche war ein stadtbekannter Punk. Ich stand am 8.10.89 neben ihm vor der Kirche.

    Und Ohnmachtsgefühle: Manche sind gegangen. In den 80ern. Es gab ja eine Alternative. Aber dann gab es ja auch Hoffnung. Es gab #Gorbatschow und #Glasnost. Die ganzen Künste waren progressiv. Jedes Theaterstück war interessant. Zwischen den Zeilen war immer etwas zu finden. Wir konnten dort lesen.

    Ich habe damals die Neue Zeit gelesen. Das war eine sowjetische Politikzeitung. So was hätte man Anfang der 80er unter keinen Umständen angefasst. Jetzt war es plötzlich spannend und einige Ausgaben wurden auch nicht oder verzögert ausgeliefert.

    stasi-unterlagen-archiv.de/inf

    Es köchelte überall vor sich hin. Alle in meiner Bubble waren kritisch und irgendwie dagegen. Mit unterschiedlichen Vorstellungen darüber, was danach kommen würde (wie sich erst danach herausstellte). Im Frühjahr wurden die Stimmen bei den Wahlen ausgezählt und dann jeden 7. im Monat demonstriert. All das war schon unerhört. Dann China. Die Propagandafilme kamen im DDR-Fernsehen. Das war eine direkte Drohung. Es ging trotzdem weiter und es war klar, dass es am 7.10. krachen würde. Unklar war, ob geschossen werden würde.

    Aber Du hast schon Recht: Das ist die Frage, die man jetzt stellen muss: Wie ging das damals? Wie habt Ihr das ausgehalten?

    Aber damals gab es einen Traum. Einen ziemlich klaren. Er war erst am 3. März 1990 zerstört.

    Aktuell sind die Träume und Wege in den letzten zwei Jahren zerstört worden. Mit viel Geld und Macht. Medienmacht. Vielleicht kann man aus den Scherben noch etwas basteln. Aber es ist viel mühsamer und es dauert zu lange. Das Zeitproblem gab es ja im Osten nicht so. Heute dagegen müssen wir schnell machen und mich macht es wahnsinnig, dass eine 3%-Partei einfach alles blockieren kann.

    Und dagegen kann man nun wirklich nichts machen. Seit es Drei-Parteien-Koalitionen geben muss, kann man so etwas nicht mehr verhindern.

  5. Die deutsche Einheit war nicht nur der Endpunkt des kalten Krieges. Sie war auch der Beginn einer Ära neuer Beziehungen. Die begann mit großen Hoffnungen – und führte in einen kalten Frieden.
    Ost, West und die Einheit – verpasste Chancen, neue Konflikte | DW | 02.10.2020
    #Blockkonfrontation #KalterKrieg #WarschauerPakt #Wiedervereinigung #KSZE #NATO #HelmutKohl #Gorbatschow #China #XiJinping