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#distanz — Public Fediverse posts

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  1. Ein neuer Blog-Beitrag Über Wissenschaftlichkeit zwischen Distanz und #Kritik ist online. Dabei Setze ich mich mit Monika Wohrab-Sahrs Abschliedsvorlesung zu Distanz als wissenschaftlicher Passion auseinander.

    perspektivbrocken.org/2026/06/ #Kritik #Distanz #Wissenschaft #Soziologie

  2. Kritik als Distanz. Zum epistemologischen Potenzial kritischer Wissenschaft

    In ihrer Abschiedsvorlesung plädiert Monika Wohlrab-Sahr (2026) dafür, Distanz als wissenschaftliche Grundhaltung zu verstehen. Distanz als Passion ist es, was für sie, in Anspielung auf Niklas Luhmann, Wissenschaft ausmacht. Dabei konstatiert sie, dass diese Distanznahme nicht eine einheitliche Form haben muss. Vielmehr kann diese in unterschiedlichen wissenschaftlichen Zugängen durchaus unterschiedlich aussehen – etwa in der standardisierten Sozialforschung in einer Mathematisierung des Gegenstandes liegen, in qualitativer Forschung in einer physischen Entfernung von Feld und in „befremdenden“ Metaphern, wie sie etwa bei Goffman zu finden sind (Hirschauer & Amann 1997, Goffman 1959, Laube 2022).

    Ich finde diesen Bezug auf Distanz als ein Leitmotiv der Wissenschaft durchaus treffend. Ich möchte aber eine Abgrenzung problematisieren, die sich bei Wohlrab-Sahr dabei andeutet, und die, glaube ich, ein typisches Motiv in den Sozialwissenschaften darstellt: Die Entgegenstellung von Distanz und Kritik.

    Kritik, so der Gedanke, beruht auf einer normativen Involviertheit in den Gegenstand, die dann den distanzierten (und je nach lesweise damit: objektiven) Blick auf den Gegenstand verstellt. Ich möchte demgegenüber nicht etwa eine Deckung von Distanz und Kritik behaupten, sondern eine kontextspezifische Überschneidung, Verstärkung oder Abschwächung. In diesem Verständnis, kann Kritik auch eine Form der Distanznahme sein.

    Die Gegenüberstellung von Distanz und Kritik findet sich bei Wohrab-Sahr in einer intellektuellen Biographie. Sie berichtet vom Anfang ihres Studiums der Theologie, mit weltverbesserischer Attitüde und Affinität zur Kritischen Theorie. „Ich wollte die Welt verändern und die Menschen aktivieren. Null Distanz“ (Wohrab-Sahr 2026: 192). Ihren Weg zur Soziologie und damit zur Wissenschaft beschreibt Wohrab-Sahr als eine „Distanzierung durch Forschung“ (Wohlrab-Sahr 2026: 194), als eine ‚Emanzipation von Kritik‘, wie man zuspitzend sagen könnte.

    Ich finde die beschriebene Erfahrung durchaus plausibel. Es gibt Formen von Kritik, die den Gegenstand verstellen. Es gibt ‚kritische Forschung‘, die sich als Bestätigungswissenschaft für die Unterstützung der richtigen Haltung geriert. Solche Forschung untersucht präferiert nur solche Gegenstände, bei denen man sich sicher sein kann, dass ‚richtige‘ Ergebnis zu erzielen. Allerdings gibt es solche Forschung natürlich auch bei jenen, die wollen, dass die Gesellschaft genau so bleibt, wie sich ist. Und zudem ist eine aus dieser Erfahrung abgeleitete generelle Gegenüberstellung von Kritik und Distanz eine, wie mich meine: falsche, Universalisierung.

    Denn der oben genannte Schluss „Ich wollte die Welt verändern und die Menschen aktivieren. Null Distanz.“ ist ja zugleich überzeugend und nicht überzeugend. Denn, die Welt verändern zu wollen, stellt ja durchaus eine Distanz dar – eine Distanz zum So-Sein der Gesellschaft. Und gerade dies kann eine produktive Distanz sein, denn die von Hirschauer und Amann benannte „Befremdung der eigenen Kultur“ kann sich ja auch aus einer politischen Entfremdung nähren. Während Wohlrab-Sahr ihren Weg zur Forschung als eine Überwindung der Kritik erzählt, ließe sich auch ihn ihrer Biographie fragen, inwiefern die Kritik nicht zumindest als Durchgangspunkt auch Vorbereitung einer veränderten Distanznahme war.

    Letztlich deutet sich in dieser Frage an, dass es vermutlich sinnvoll ist nicht vom „Code der Distanz“ (Wohrab-Sahr 2026: 187) zu sprechen, um die Wissenschaft oder speziell Soziologie zu charakterisieren, sondern von multiplen Distanzen, einer Intersektion von Distanzen. Kritik steht, so meine ich, niemals einfach auf der Seite der Distanz, noch ihr gegenüber, sondern ist immer durch spezifische Distanzen und Involviertheiten geprägt (und man müsste hier wohl genau so wie von Distanzen auch, genau in dieser Hinsicht, eher von Kritiken sprechen). Zu fragen ist also, wie sich Kritik zum Gegenstand verhält, und inwiefern diese auch eine epistemologische Öffnung des Gegenstands mit sich bringt. Dabei ist es ja eine Grundeinsicht kritischer Theorie, dass Kritik selbst immer im Spannungsverhältnis steht zwischen einer Kontinuität mit der Gesellschaft, aus der ihre normativen Gründe stammen, und einem Bruch mit ihr und ihren Normen. Schon Marx hat diese Verstrickung ja zu Beginn des „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“ thematisiert, wenn er betont, dass die Menschen die Geschichte zwar machen, aber „nicht aus freien Stücken“ (Marx 2017).

    Wenn davon gesprochen wird, wie eine kritische Haltung möglicherweise den Blick auf den Gegenstand verengt, lässt sich andererseits auch fragen, inwieweit auch Distanz den Gegenstand verschließen kann. Und zumindest aus der Perspektive einer qualitativen Sozialforschung, für die Wohlrab-Sahr nicht zuletzt steht, ist dies ja ein typischer Anwurf gegen die standardisierte Sozialforschung ebenso wie gegen empirieferne Makrosoziologien – dass diese in ihrer Distanz vom Gegenstand nur noch mit Zerrbildern sozialer Tatsachen umgehen und so an der sozialen Realität, die sie erfassen wollen, vorbeiforschen. Es geht hier also letztlich um eine Dialektik von Nähe und Distanz, bei der Kritik und Distanz jeweils sowohl Ressource für ein Näheverhältnis sein kann als auch für Distanz vom Gegenstand.

    Für kritische Wissenschaft, die sowohl Kritik als auch Wissenschaft ernst nimmt, kommt es darum in meiner Perspektive drauf an, spezifische Distanzen und spezifische Involviertheit fruchtbar zu machen – dies hat nicht nur ein transformatives Potential, sondern auch ein epistemisches, eben weil Kritik immer eine Spezifische Verschlingung von Distanz und Nähe impliziert.

    Literatur:

    Goffman, Ervin 1959: The Presentation of Self in Everyday Life, New York: Doubleday.

    Hirschauer, Stefan/Amann, Klaus 1997: Die Befremdung der eigenen Kultur. Ein Programm, in: Stefan Hirschauer/Klaus Amann (Hg.): Die Befremdung der eigenen Kultur, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 7-52.

    Laube, Stefan 2022: Darstellung, in: Karl Lenz/Robert Hettlage (Hg.): Goffman-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, Berlin: J. B. Metzler, S. 189-194.

    Marx, Karl: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. Kommentar von Hauke Brunkhorst, Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

    Wohlrab-Sahr, Monika 2026: Distanz als Passion – Soziologische Reflexion und Selbstversuch, in: Soziologie, 55, 2, S. 183–199.

    #Distanz #Kritik #KritischeTheorie #kritischeWissenschaft #Soziologie #Wissenschaft
  3. Welche Menschen magst du zurzeit am meisten?

    Die Frage klingt erst mal wie so ein Standard-Ding aus irgendeinem Kennenlernspiel. So nach dem Motto: „Teamplayer oder Einzelgänger?“, „Hund oder Katze?“, „Meer oder Berge?“

    In Wahrheit ist es gerade eher eine Bestandsaufnahme, die ein bisschen weh tut.

    Mein erster Impuls wäre: Im Moment habe ich am meisten Respekt vor Leuten, die […]

    meskasblog.de/?p=19818

    #alltag #beziehungen #dailyprompt #dailyprompt2132 #distanz #freundschaft #grenzen #menschen #mentalHealth #naehe #selbstfuersorge #zwischenDenZeilen

  4. #Nähe und #Distanz
    #Dauer und #Wechsel

    Zwei Gegensatzpaare, die mir beim
    #Seminar themenzentrierter #Interaktion (TZI) nach Ruth #Cohn begegneten.

    Es fand unter dem Motto
    #Bleiben oder #Gehen statt, angelehnt an ein Gedicht von Hilde Domin:

    "Man muss weggehen können
    und doch sein wie ein Baum..."

    Das Seminar war für mich überraschend vielfältig in der Methodik, sehr interessant und sehr intensiv im gegenseitigen Austausch.

    Vielen Dank an Ulrike Renker, Elke Siebert und
    @[email protected] für Konzeption, Leitung und Durchführung im Klosterhof St. Afra.

    btw: Es wäre sehr schön, man könnte im
    #FediVerse öfter etwas von #TZI lesen 😉

    https://www.ruth-cohn-institute.org/start.html

  5. @nadia_z

    Neben dem "live" fact checking im Hintergrund fehlt es mir vor allem am professionellen, distanzierten Nachhaken direkt im Gespräch, am Willen, z.B. auch einmal eine sehr unangenehme Gesprächssituation mit hohem Antwortdruck auszuhalten, und aufrecht zu erhalten.

    Auch die "Granden" der Talkshow sind hier sehr gnädig und lassen professionelle #Distanz vermissen. Wegen offenkundiger Unwahrheiten, oder dem Verbreiten "gefühlter" Wahrheiten wirklich gegrillt wird im ÖRR niemand. Das Pendel schlägt eher in die umgekehrte Richtung aus, ins Wimpernklimpern à la Miosga.

    In einem anderen Kontext (#Interview) hat Yama #Wolasmal einmal ein Lehrstück abgeliefert, wie diese professionelle Distanz aussieht und gewahrt bleibt, selbst wenn dem Interviewpartner das "Komm schon, zieh mit!" förmlich auf die Stirn geschrieben steht:

    YouTube:
    youtube.com/watch?v=BZMShih0_q

    Invidious:
    inv.nadeko.net/watch?v=BZMShih

  6. Gebloggt wie jeden Tag:

    284–2024: Abwarten

    Eine heute erlebte Lebensweisheit (ohne das Scheitern).

    Um gut voranzukommen, ist es ab und an nötig […]

    https://deremil.blogda.ch/2024/10/10/284-2024-abwarten/

  7. Gebloggt wie jeden Tag:

    245–2024: Entfernung

    In Freundschaft, Liebe, Kollegialität usw. usf.

    Unklare, ungeklärte Beziehungsdinge: Dazu gehört auch die Frage, welche Distanz zwischen Dir und mir […]

    https://deremil.blogda.ch/2024/09/01/245-entfernung/

  8. @[email protected]

    Noch eine Ergaenzung zum Punkt der Ideologie. Ich war praktisch nie auf der
    #RT Webseite und kannte eigentlich nur die kommentarlosen Live Uebertragungen von #Protesten in verschiedenen Laendern und sah das aus der #Position einer Luecke in der jeweiligen nationalen #Berichterstattung. Ich verstehe nun warum das ein Problem darstellt, wenn ich das aus der Position einer Grossmacht versuche zu verstehen, der es nicht darum geht, in den Laendern freie Meinungsaeusserung zu foerdern, sondern darum eben #kritische #Themen zu berichten, um hier den #Dissenz in der Bevoelkerung zu steigern. Das ist moeglich, weil die #ideologische #Distanz zu diesen Themen fehlt und hier eben nur #externe #Ziele verfolgt werden.

  9. "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen."

    Physisch zu anderen #Menschen auf #Distanz zu bleiben ist in dieser Zeit weiter wichtig. Die #Jahreslosung 2022 wird da in überraschender Weise aktuell. Da ist doch jemand, zu dem wir kommen und dessen #Nähe wir suchen können. #Jesus weist niemanden ab.

  10. Der #Autofahrer schaute mehrfach sehr #verwirrt #wirken(d) auf sein #Auto zurück. #Möglicherweise jemand, der zum ersten Mal außerhalb seiner eigenen #Garage sein #Eauto auftankt. Er blickte auch aus 20-30 Meter #Distanz noch #zögern​d auf sein #Auto zurück.

    #Neujahr
    #Alltagssozologie #Etankstelle

  11. Wir ignorieren die kranke Gesellschaft.

    Die Initiative baut ein Netzwerk von Covid-19-Gesundeten auf, die jetzt immun sind und sich als Plasma-Spender oder anderweitig engagieren möchten. "Vom Zero zum Hero, das ist die Devise dahinter. Und davon brauchen wir mehr in dieser Zeit."

    haller-kreisblatt.de/region/22
    #krank #gesellschaft #social #distance #soziale #distanz in #einsamkeit

  12. Politische Kommunikation trotz Pandemie - wie geht das? Vor dieser Frage stehen seit Wochen die Kommunalwahlkämpfer im Land. Unter Corona-Bedingungen versuchen sie, ihre Botschaften ans Wahlvolk zu bringen.
    Wie Corona den Kommunalwahlkampf verändert
    #Kommunalwahlen #Corona #Kandidaten #Distanz #Pandemie #Abstandsregeln #NRW