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#kirchevonunten — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #kirchevonunten, aggregated by home.social.

  1. Ej, Wahnsinn! Da jibs Mitschnitte von #AlösA-Festival in der #Erlöserkirche Rummelsburg von 1988. Ich war erst 1989 dort. Rings um das Kirchengelände standen Bauwagen mit Bauarbeitern drin. Die saßen da nur und spielten Karten. Das war für die #DDR normal. Aber: Es war Sonntag. Auch oben auf den Gleisen waren Leute. Gleisarbeiter halt. Die hatten so Walki-Talkies. Ganz normal. Aber: Es war Sonntag.

    Sehr erstaunlich, dass es diesen Film-Mitschnitt gibt. Ich habe mich damals nicht getraut zu fotografieren. Nur Stasi hat fotografiert. In Jena haben die Punks mal einem #Stasi-Fotografen die Kamera weggenommen und dann die Filme entwickelt und die Bilder an ihre Kumpels verteilt.

    Auf den Festivals in der Erlöserkirche traten die Staatsfeinde auf. Sie hatten keine Einstufung (staatliche Auftrittserlaubnis) und sangen so Dinge wie: „Und deshalb erheb ich meine Hand gegen mein Vaterland“. Kirchengelände war ein geschützter Raum. Da ging ziemlich viel.

    youtube.com/watch?v=NjmYsqTMPc

    #KircheVonUnten #KvU #PunksNotDead #Kirche #DDR #OstPunk #OstMugge

  2. Ej, Wahnsinn! Da jibs Mitschnitte von #AlösA-Festival in der #Erlöserkirche Rummelsburg von 1988. Ich war erst 1989 dort. Rings um das Kirchengelände standen Bauwagen mit Bauarbeitern drin. Die saßen da nur und spielten Karten. Das war für die #DDR normal. Aber: Es war Sonntag. Auch oben auf den Gleisen waren Leute. Gleisarbeiter halt. Die hatten so Walki-Talkies. Ganz normal. Aber: Es war Sonntag.

    Sehr erstaunlich, dass es diesen Film-Mitschnitt gibt. Ich habe mich damals nicht getraut zu fotografieren. Nur Stasi hat fotografiert. In Jena haben die Punks mal einem #Stasi-Fotografen die Kamera weggenommen und dann die Filme entwickelt und die Bilder an ihre Kumpels verteilt.

    Auf den Festivals in der Erlöserkirche traten die Staatsfeinde auf. Sie hatten keine Einstufung (staatliche Auftrittserlaubnis) und sangen so Dinge wie: „Und deshalb erheb ich meine Hand gegen mein Vaterland“. Kirchengelände war ein geschützter Raum. Da ging ziemlich viel.

    youtube.com/watch?v=NjmYsqTMPc

    #KircheVonUnten #KvU #PunksNotDead #Kirche #DDR #OstPunk #OstMugge

  3. Ej, Wahnsinn! Da jibs Mitschnitte von #AlösA-Festival in der #Erlöserkirche Rummelsburg von 1988. Ich war erst 1989 dort. Rings um das Kirchengelände standen Bauwagen mit Bauarbeitern drin. Die saßen da nur und spielten Karten. Das war für die #DDR normal. Aber: Es war Sonntag. Auch oben auf den Gleisen waren Leute. Gleisarbeiter halt. Die hatten so Walki-Talkies. Ganz normal. Aber: Es war Sonntag.

    Sehr erstaunlich, dass es diesen Film-Mitschnitt gibt. Ich habe mich damals nicht getraut zu fotografieren. Nur Stasi hat fotografiert. In Jena haben die Punks mal einem #Stasi-Fotografen die Kamera weggenommen und dann die Filme entwickelt und die Bilder an ihre Kumpels verteilt.

    Auf den Festivals in der Erlöserkirche traten die Staatsfeinde auf. Sie hatten keine Einstufung (staatliche Auftrittserlaubnis) und sangen so Dinge wie: „Und deshalb erheb ich meine Hand gegen mein Vaterland“. Kirchengelände war ein geschützter Raum. Da ging ziemlich viel.

    youtube.com/watch?v=NjmYsqTMPc

    #KircheVonUnten #KvU #PunksNotDead #Kirche #DDR #OstPunk #OstMugge

  4. Ej, Wahnsinn! Da jibs Mitschnitte von #AlösA-Festival in der #Erlöserkirche Rummelsburg von 1988. Ich war erst 1989 dort. Rings um das Kirchengelände standen Bauwagen mit Bauarbeitern drin. Die saßen da nur und spielten Karten. Das war für die #DDR normal. Aber: Es war Sonntag. Auch oben auf den Gleisen waren Leute. Gleisarbeiter halt. Die hatten so Walki-Talkies. Ganz normal. Aber: Es war Sonntag.

    Sehr erstaunlich, dass es diesen Film-Mitschnitt gibt. Ich habe mich damals nicht getraut zu fotografieren. Nur Stasi hat fotografiert. In Jena haben die Punks mal einem #Stasi-Fotografen die Kamera weggenommen und dann die Filme entwickelt und die Bilder an ihre Kumpels verteilt.

    Auf den Festivals in der Erlöserkirche traten die Staatsfeinde auf. Sie hatten keine Einstufung (staatliche Auftrittserlaubnis) und sangen so Dinge wie: „Und deshalb erheb ich meine Hand gegen mein Vaterland“. Kirchengelände war ein geschützter Raum. Da ging ziemlich viel.

    youtube.com/watch?v=NjmYsqTMPc

    #KircheVonUnten #KvU #PunksNotDead #Kirche #DDR #OstPunk #OstMugge

  5. Ej, Wahnsinn! Da jibs Mitschnitte von #AlösA-Festival in der #Erlöserkirche Rummelsburg von 1988. Ich war erst 1989 dort. Rings um das Kirchengelände standen Bauwagen mit Bauarbeitern drin. Die saßen da nur und spielten Karten. Das war für die #DDR normal. Aber: Es war Sonntag. Auch oben auf den Gleisen waren Leute. Gleisarbeiter halt. Die hatten so Walki-Talkies. Ganz normal. Aber: Es war Sonntag.

    Sehr erstaunlich, dass es diesen Film-Mitschnitt gibt. Ich habe mich damals nicht getraut zu fotografieren. Nur Stasi hat fotografiert. In Jena haben die Punks mal einem #Stasi-Fotografen die Kamera weggenommen und dann die Filme entwickelt und die Bilder an ihre Kumpels verteilt.

    Auf den Festivals in der Erlöserkirche traten die Staatsfeinde auf. Sie hatten keine Einstufung (staatliche Auftrittserlaubnis) und sangen so Dinge wie: „Und deshalb erheb ich meine Hand gegen mein Vaterland“. Kirchengelände war ein geschützter Raum. Da ging ziemlich viel.

    youtube.com/watch?v=NjmYsqTMPc

    #KircheVonUnten #KvU #PunksNotDead #Kirche #DDR #OstPunk #OstMugge

  6. @steve

    Es gab auch die Ökos. Leipzig, Bitterfeld, da gab es eine sehr aktive Ökoszene. Auch gegen Kohle. In Berlin gab es die Umweltbibliothek, die haben eine eigene Zeitung herausgegeben. Im Keller auf so ner Kurbelmaschine gedruckt. Ich müsste noch so ein zwei Ausgaben irgendwo rumliegen haben.

    de.wikipedia.org/wiki/Telegrap

    Viel lief auf dem Gelände der Kirchen. Es gab #KircheVonUnten (#KvU).

    de.wikipedia.org/wiki/Kirche_v

    Bei der Musik war es ja so, dass es verschiedene Szenen gab. Auf der einen Seite die Bands mit Einstufung, die dann in Jugendclubs, Kreiskulturhäusern und auf der Insel der Jugend spielen konnten und dann den radikaleren Untergrund, der nur auf Kirchengelände spielen und proben konnte. Guck mal in die ganzen Bücher über #Punk in der #DDR rein, die in den letzten Jahren erschienen sind.

    Beim Wikipedia-Artikel der KvU gibt es noch weitere Links zu anderen Gruppen und Personen. Speiche war ein stadtbekannter Punk. Ich stand am 8.10.89 neben ihm vor der Kirche.

    Und Ohnmachtsgefühle: Manche sind gegangen. In den 80ern. Es gab ja eine Alternative. Aber dann gab es ja auch Hoffnung. Es gab #Gorbatschow und #Glasnost. Die ganzen Künste waren progressiv. Jedes Theaterstück war interessant. Zwischen den Zeilen war immer etwas zu finden. Wir konnten dort lesen.

    Ich habe damals die Neue Zeit gelesen. Das war eine sowjetische Politikzeitung. So was hätte man Anfang der 80er unter keinen Umständen angefasst. Jetzt war es plötzlich spannend und einige Ausgaben wurden auch nicht oder verzögert ausgeliefert.

    stasi-unterlagen-archiv.de/inf

    Es köchelte überall vor sich hin. Alle in meiner Bubble waren kritisch und irgendwie dagegen. Mit unterschiedlichen Vorstellungen darüber, was danach kommen würde (wie sich erst danach herausstellte). Im Frühjahr wurden die Stimmen bei den Wahlen ausgezählt und dann jeden 7. im Monat demonstriert. All das war schon unerhört. Dann China. Die Propagandafilme kamen im DDR-Fernsehen. Das war eine direkte Drohung. Es ging trotzdem weiter und es war klar, dass es am 7.10. krachen würde. Unklar war, ob geschossen werden würde.

    Aber Du hast schon Recht: Das ist die Frage, die man jetzt stellen muss: Wie ging das damals? Wie habt Ihr das ausgehalten?

    Aber damals gab es einen Traum. Einen ziemlich klaren. Er war erst am 3. März 1990 zerstört.

    Aktuell sind die Träume und Wege in den letzten zwei Jahren zerstört worden. Mit viel Geld und Macht. Medienmacht. Vielleicht kann man aus den Scherben noch etwas basteln. Aber es ist viel mühsamer und es dauert zu lange. Das Zeitproblem gab es ja im Osten nicht so. Heute dagegen müssen wir schnell machen und mich macht es wahnsinnig, dass eine 3%-Partei einfach alles blockieren kann.

    Und dagegen kann man nun wirklich nichts machen. Seit es Drei-Parteien-Koalitionen geben muss, kann man so etwas nicht mehr verhindern.

  7. @steve

    Es gab auch die Ökos. Leipzig, Bitterfeld, da gab es eine sehr aktive Ökoszene. Auch gegen Kohle. In Berlin gab es die Umweltbibliothek, die haben eine eigene Zeitung herausgegeben. Im Keller auf so ner Kurbelmaschine gedruckt. Ich müsste noch so ein zwei Ausgaben irgendwo rumliegen haben.

    de.wikipedia.org/wiki/Telegrap

    Viel lief auf dem Gelände der Kirchen. Es gab #KircheVonUnten (#KvU).

    de.wikipedia.org/wiki/Kirche_v

    Bei der Musik war es ja so, dass es verschiedene Szenen gab. Auf der einen Seite die Bands mit Einstufung, die dann in Jugendclubs, Kreiskulturhäusern und auf der Insel der Jugend spielen konnten und dann den radikaleren Untergrund, der nur auf Kirchengelände spielen und proben konnte. Guck mal in die ganzen Bücher über #Punk in der #DDR rein, die in den letzten Jahren erschienen sind.

    Beim Wikipedia-Artikel der KvU gibt es noch weitere Links zu anderen Gruppen und Personen. Speiche war ein stadtbekannter Punk. Ich stand am 8.10.89 neben ihm vor der Kirche.

    Und Ohnmachtsgefühle: Manche sind gegangen. In den 80ern. Es gab ja eine Alternative. Aber dann gab es ja auch Hoffnung. Es gab #Gorbatschow und #Glasnost. Die ganzen Künste waren progressiv. Jedes Theaterstück war interessant. Zwischen den Zeilen war immer etwas zu finden. Wir konnten dort lesen.

    Ich habe damals die Neue Zeit gelesen. Das war eine sowjetische Politikzeitung. So was hätte man Anfang der 80er unter keinen Umständen angefasst. Jetzt war es plötzlich spannend und einige Ausgaben wurden auch nicht oder verzögert ausgeliefert.

    stasi-unterlagen-archiv.de/inf

    Es köchelte überall vor sich hin. Alle in meiner Bubble waren kritisch und irgendwie dagegen. Mit unterschiedlichen Vorstellungen darüber, was danach kommen würde (wie sich erst danach herausstellte). Im Frühjahr wurden die Stimmen bei den Wahlen ausgezählt und dann jeden 7. im Monat demonstriert. All das war schon unerhört. Dann China. Die Propagandafilme kamen im DDR-Fernsehen. Das war eine direkte Drohung. Es ging trotzdem weiter und es war klar, dass es am 7.10. krachen würde. Unklar war, ob geschossen werden würde.

    Aber Du hast schon Recht: Das ist die Frage, die man jetzt stellen muss: Wie ging das damals? Wie habt Ihr das ausgehalten?

    Aber damals gab es einen Traum. Einen ziemlich klaren. Er war erst am 3. März 1990 zerstört.

    Aktuell sind die Träume und Wege in den letzten zwei Jahren zerstört worden. Mit viel Geld und Macht. Medienmacht. Vielleicht kann man aus den Scherben noch etwas basteln. Aber es ist viel mühsamer und es dauert zu lange. Das Zeitproblem gab es ja im Osten nicht so. Heute dagegen müssen wir schnell machen und mich macht es wahnsinnig, dass eine 3%-Partei einfach alles blockieren kann.

    Und dagegen kann man nun wirklich nichts machen. Seit es Drei-Parteien-Koalitionen geben muss, kann man so etwas nicht mehr verhindern.

  8. @steve

    Es gab auch die Ökos. Leipzig, Bitterfeld, da gab es eine sehr aktive Ökoszene. Auch gegen Kohle. In Berlin gab es die Umweltbibliothek, die haben eine eigene Zeitung herausgegeben. Im Keller auf so ner Kurbelmaschine gedruckt. Ich müsste noch so ein zwei Ausgaben irgendwo rumliegen haben.

    de.wikipedia.org/wiki/Telegrap

    Viel lief auf dem Gelände der Kirchen. Es gab #KircheVonUnten (#KvU).

    de.wikipedia.org/wiki/Kirche_v

    Bei der Musik war es ja so, dass es verschiedene Szenen gab. Auf der einen Seite die Bands mit Einstufung, die dann in Jugendclubs, Kreiskulturhäusern und auf der Insel der Jugend spielen konnten und dann den radikaleren Untergrund, der nur auf Kirchengelände spielen und proben konnte. Guck mal in die ganzen Bücher über #Punk in der #DDR rein, die in den letzten Jahren erschienen sind.

    Beim Wikipedia-Artikel der KvU gibt es noch weitere Links zu anderen Gruppen und Personen. Speiche war ein stadtbekannter Punk. Ich stand am 8.10.89 neben ihm vor der Kirche.

    Und Ohnmachtsgefühle: Manche sind gegangen. In den 80ern. Es gab ja eine Alternative. Aber dann gab es ja auch Hoffnung. Es gab #Gorbatschow und #Glasnost. Die ganzen Künste waren progressiv. Jedes Theaterstück war interessant. Zwischen den Zeilen war immer etwas zu finden. Wir konnten dort lesen.

    Ich habe damals die Neue Zeit gelesen. Das war eine sowjetische Politikzeitung. So was hätte man Anfang der 80er unter keinen Umständen angefasst. Jetzt war es plötzlich spannend und einige Ausgaben wurden auch nicht oder verzögert ausgeliefert.

    stasi-unterlagen-archiv.de/inf

    Es köchelte überall vor sich hin. Alle in meiner Bubble waren kritisch und irgendwie dagegen. Mit unterschiedlichen Vorstellungen darüber, was danach kommen würde (wie sich erst danach herausstellte). Im Frühjahr wurden die Stimmen bei den Wahlen ausgezählt und dann jeden 7. im Monat demonstriert. All das war schon unerhört. Dann China. Die Propagandafilme kamen im DDR-Fernsehen. Das war eine direkte Drohung. Es ging trotzdem weiter und es war klar, dass es am 7.10. krachen würde. Unklar war, ob geschossen werden würde.

    Aber Du hast schon Recht: Das ist die Frage, die man jetzt stellen muss: Wie ging das damals? Wie habt Ihr das ausgehalten?

    Aber damals gab es einen Traum. Einen ziemlich klaren. Er war erst am 3. März 1990 zerstört.

    Aktuell sind die Träume und Wege in den letzten zwei Jahren zerstört worden. Mit viel Geld und Macht. Medienmacht. Vielleicht kann man aus den Scherben noch etwas basteln. Aber es ist viel mühsamer und es dauert zu lange. Das Zeitproblem gab es ja im Osten nicht so. Heute dagegen müssen wir schnell machen und mich macht es wahnsinnig, dass eine 3%-Partei einfach alles blockieren kann.

    Und dagegen kann man nun wirklich nichts machen. Seit es Drei-Parteien-Koalitionen geben muss, kann man so etwas nicht mehr verhindern.

  9. @steve

    Es gab auch die Ökos. Leipzig, Bitterfeld, da gab es eine sehr aktive Ökoszene. Auch gegen Kohle. In Berlin gab es die Umweltbibliothek, die haben eine eigene Zeitung herausgegeben. Im Keller auf so ner Kurbelmaschine gedruckt. Ich müsste noch so ein zwei Ausgaben irgendwo rumliegen haben.

    de.wikipedia.org/wiki/Telegrap

    Viel lief auf dem Gelände der Kirchen. Es gab #KircheVonUnten (#KvU).

    de.wikipedia.org/wiki/Kirche_v

    Bei der Musik war es ja so, dass es verschiedene Szenen gab. Auf der einen Seite die Bands mit Einstufung, die dann in Jugendclubs, Kreiskulturhäusern und auf der Insel der Jugend spielen konnten und dann den radikaleren Untergrund, der nur auf Kirchengelände spielen und proben konnte. Guck mal in die ganzen Bücher über #Punk in der #DDR rein, die in den letzten Jahren erschienen sind.

    Beim Wikipedia-Artikel der KvU gibt es noch weitere Links zu anderen Gruppen und Personen. Speiche war ein stadtbekannter Punk. Ich stand am 8.10.89 neben ihm vor der Kirche.

    Und Ohnmachtsgefühle: Manche sind gegangen. In den 80ern. Es gab ja eine Alternative. Aber dann gab es ja auch Hoffnung. Es gab #Gorbatschow und #Glasnost. Die ganzen Künste waren progressiv. Jedes Theaterstück war interessant. Zwischen den Zeilen war immer etwas zu finden. Wir konnten dort lesen.

    Ich habe damals die Neue Zeit gelesen. Das war eine sowjetische Politikzeitung. So was hätte man Anfang der 80er unter keinen Umständen angefasst. Jetzt war es plötzlich spannend und einige Ausgaben wurden auch nicht oder verzögert ausgeliefert.

    stasi-unterlagen-archiv.de/inf

    Es köchelte überall vor sich hin. Alle in meiner Bubble waren kritisch und irgendwie dagegen. Mit unterschiedlichen Vorstellungen darüber, was danach kommen würde (wie sich erst danach herausstellte). Im Frühjahr wurden die Stimmen bei den Wahlen ausgezählt und dann jeden 7. im Monat demonstriert. All das war schon unerhört. Dann China. Die Propagandafilme kamen im DDR-Fernsehen. Das war eine direkte Drohung. Es ging trotzdem weiter und es war klar, dass es am 7.10. krachen würde. Unklar war, ob geschossen werden würde.

    Aber Du hast schon Recht: Das ist die Frage, die man jetzt stellen muss: Wie ging das damals? Wie habt Ihr das ausgehalten?

    Aber damals gab es einen Traum. Einen ziemlich klaren. Er war erst am 3. März 1990 zerstört.

    Aktuell sind die Träume und Wege in den letzten zwei Jahren zerstört worden. Mit viel Geld und Macht. Medienmacht. Vielleicht kann man aus den Scherben noch etwas basteln. Aber es ist viel mühsamer und es dauert zu lange. Das Zeitproblem gab es ja im Osten nicht so. Heute dagegen müssen wir schnell machen und mich macht es wahnsinnig, dass eine 3%-Partei einfach alles blockieren kann.

    Und dagegen kann man nun wirklich nichts machen. Seit es Drei-Parteien-Koalitionen geben muss, kann man so etwas nicht mehr verhindern.

  10. @steve

    Es gab auch die Ökos. Leipzig, Bitterfeld, da gab es eine sehr aktive Ökoszene. Auch gegen Kohle. In Berlin gab es die Umweltbibliothek, die haben eine eigene Zeitung herausgegeben. Im Keller auf so ner Kurbelmaschine gedruckt. Ich müsste noch so ein zwei Ausgaben irgendwo rumliegen haben.

    de.wikipedia.org/wiki/Telegrap

    Viel lief auf dem Gelände der Kirchen. Es gab #KircheVonUnten (#KvU).

    de.wikipedia.org/wiki/Kirche_v

    Bei der Musik war es ja so, dass es verschiedene Szenen gab. Auf der einen Seite die Bands mit Einstufung, die dann in Jugendclubs, Kreiskulturhäusern und auf der Insel der Jugend spielen konnten und dann den radikaleren Untergrund, der nur auf Kirchengelände spielen und proben konnte. Guck mal in die ganzen Bücher über #Punk in der #DDR rein, die in den letzten Jahren erschienen sind.

    Beim Wikipedia-Artikel der KvU gibt es noch weitere Links zu anderen Gruppen und Personen. Speiche war ein stadtbekannter Punk. Ich stand am 8.10.89 neben ihm vor der Kirche.

    Und Ohnmachtsgefühle: Manche sind gegangen. In den 80ern. Es gab ja eine Alternative. Aber dann gab es ja auch Hoffnung. Es gab #Gorbatschow und #Glasnost. Die ganzen Künste waren progressiv. Jedes Theaterstück war interessant. Zwischen den Zeilen war immer etwas zu finden. Wir konnten dort lesen.

    Ich habe damals die Neue Zeit gelesen. Das war eine sowjetische Politikzeitung. So was hätte man Anfang der 80er unter keinen Umständen angefasst. Jetzt war es plötzlich spannend und einige Ausgaben wurden auch nicht oder verzögert ausgeliefert.

    stasi-unterlagen-archiv.de/inf

    Es köchelte überall vor sich hin. Alle in meiner Bubble waren kritisch und irgendwie dagegen. Mit unterschiedlichen Vorstellungen darüber, was danach kommen würde (wie sich erst danach herausstellte). Im Frühjahr wurden die Stimmen bei den Wahlen ausgezählt und dann jeden 7. im Monat demonstriert. All das war schon unerhört. Dann China. Die Propagandafilme kamen im DDR-Fernsehen. Das war eine direkte Drohung. Es ging trotzdem weiter und es war klar, dass es am 7.10. krachen würde. Unklar war, ob geschossen werden würde.

    Aber Du hast schon Recht: Das ist die Frage, die man jetzt stellen muss: Wie ging das damals? Wie habt Ihr das ausgehalten?

    Aber damals gab es einen Traum. Einen ziemlich klaren. Er war erst am 3. März 1990 zerstört.

    Aktuell sind die Träume und Wege in den letzten zwei Jahren zerstört worden. Mit viel Geld und Macht. Medienmacht. Vielleicht kann man aus den Scherben noch etwas basteln. Aber es ist viel mühsamer und es dauert zu lange. Das Zeitproblem gab es ja im Osten nicht so. Heute dagegen müssen wir schnell machen und mich macht es wahnsinnig, dass eine 3%-Partei einfach alles blockieren kann.

    Und dagegen kann man nun wirklich nichts machen. Seit es Drei-Parteien-Koalitionen geben muss, kann man so etwas nicht mehr verhindern.

  11. @peer

    Wow. Was Du wieder ausgegraben hast. Vielen Dank!

    Also, wenn die Kirche selbst den Staat um Hilfe bittet, ist das ja ok. Wenn der Superintendend gegen die Pfarrer handelt, ist das natürlich Mist, aber letztendlich ein innerkirchliches Problem. Manfred Stolpe war übrigens auch ganz weit oben in der Kirchenleitung und nebenbei noch IM ...

    de.wikipedia.org/wiki/Manfred_

    Dass die #Stasi mit der Umweltbibliothek ein Problem hatte, ist klar, wie da die Reglungen mit Gemeindehaus waren, weiß ich nicht. Ich war beim Frühlingsfest in der #Erlöserkirche in Rummelsburg und ich war Oktober 1989 in der #Gethsemanekirche. In beiden Kirchen war klar, dass man drinnen safe war. Die Punks haben beim Frühlingsfest fröhlich gesungen: „Deshalb erheb ich meine Hand gegen mein Vaterland.“ Rings um die Kirche standen Bauwagen mit Bauarbeitern mit Funkgeräten. Am Sonntag. Auf den S-Bahn-Gleisen standen Gleisarbeiter mit Funkgeräten und sahen uns von oben zu.

    Punks hatten in den Kirchen Proberäume, der ganze harte Kern der Opposition war in der #KircheVonUnten organisiert. Das ging irgendwie, weil die Kirche eben in dieser Hinsicht eigenständig war. Man konnte innerhalb der Kirche auftreten, was außerhalb nicht möglich war. Man brauchte eine Einstufung, die es nur von staatlichen Gremien gab.

    In der Stargarder Straße gegenüber der Kirche gab es eine konspirative Wohnung, aus der der Kircheingang überwacht wurde.

    Aber es ist niemand in die Kirchen reingekommen.

    Am 9.10. hat der Pfarrer nach dem oppositionellen Gottesdienst mit der Polizei ausgehandelt, dass wir gehen durften. Die Kirche war umstellt, aber wir konnten dann raus aus dem Kessel.

    #DDR #Opposition #Kirche