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  1. Vom Handeln wider besseres Wissen

    Man könnte das Handeln wider besseres Wissen als das Grundübel der Moderne oder gar der Aufklärung bezeichnen, denn die Aufklärung stellt den Verstand in den Mittelpunkt des Menschseins, was ihn jedoch seit je her nicht davon abhält unvernünftig zu handeln. Es werden Rohstoffe verbraucht, als stünden sie unendlich zur Verfügung. Die Grenzen des Wachstums sind spätestens seit dem ersten Bericht des Club of Rome aus dem Jahr 1972 bekannt und doch wird so gelebt und gewirtschaftet, als gäbe es sie nicht und die natürlichen Ressourcen stünden unendlich zur Verfügung.

    Das Coronavirus hat dem Planeten eine kleine Atempause verschafft. Der menschengemachte Klimawandel schreitet sichtbar voran, die Gletscher verschwinden. Das Polareis schmilzt und gleichwohl werden die Klimaziele Jahr für Jahr verfehlt. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Es werden Kriege geführt, die nur Verlierer kennen und dennoch findet niemand den Mut, sie zu beenden und denjenigen das Handwerk zu legen, die daran verdienen. Eine ohnmächtige UNO wird kaum noch von jemandem respektiert.

    Wie schön, dass das Bundesministerium der Verteidigung auf seiner Website schreibt, dass sich die UN neben der Friedenserhaltung und der Kriegsprävention auch anderen Bereichen wie dem Kampf gegen Hunger und Armut sowie dem Schutz natürlicher Ressourcen widmen. Es klingt ein bisschen aus der Zeit gefallen. Bundeskanzler Merz widmete den UN in seiner Regierungserklärung am 18. März 2026 vor dem Treffen der europäischen Regierungschefs am 19./20. März 2026 in Brüssel denn auch keine Silbe. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir aufhören, uns etwas vorzumachen, wie Jonathan Franzen mit Blick auf die Klimakatastrophe 2020 in seinem gleichlautenden Essay rhetorisch fragte. Man muss nicht an eine nahende Apokalypse glauben, um diese Frage in diesen Tagen zu verallgemeinern.

    Sapere aude, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, ist die zentrale Botschaft des großen deutschen Philosophen Immanuel Kant (22. April 1724 – 12. Februar 1804). Klar war allerdings zu seiner Zeit schon, dass der Verstand allein es nicht richten wird. Es bedurfte und bedarf eben auch Mut, um sich der rationalen Erkenntnis zu bedienen. Die KI-generierte Definition von Mut ist „die Fähigkeit, trotz Angst, Unsicherheit oder Risiken zu handeln und Herausforderungen anzunehmen, die einem wichtig sind. Es bedeutet, die Komfortzone zu verlassen, für eigene Überzeugungen einzustehen und ist eher ein überlegtes Handeln als Abwesenheit von Furcht. Mut ist trainierbar und stärkt das Selbstvertrauen.“ Alles nicht falsch, aber unvollständig.

    Die Herausforderung wird dann besonders deutlich, wenn die rationale Erkenntnis zu Konflikten mit der herrschenden Ordnung und im persönlichen Bereich zu unbequemen Ergebnissen führt. Wenn ich gerne Wiener Schnitzel esse, sollte ich mir vielleicht keinen Kälbermaststall ansehen. Spätestens dann kommt nämlich eine andere Kategorie ins Spiel, die der Moral und mit ihr die persönlichen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Ein weites Feld mit zahlreichen Tretminen. Eine beliebte Form dem auszuweichen ist die Entwicklung von Doppelmoral. Wasser predigen und Wein trinken (Heinrich Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, 1844)

    Der Autor und Dramaturg Bernd Stegemann legt den Finger in die Wunde, wenn er die herrschende „Luxusüberzeugung“ als die gängige Moral anprangert, deren Verfechter nicht bereit sind, die persönlichen Konsequenzen ihrer Moralvorstellungen zu tragen (Neue Osnabrücker Zeitung, 7. März 2026).

    Skepsis gegenüber augenfälliger Moral ist insbesondere in der Politik angebracht. Die schlimmsten Schreckensherrschaften sind im Namen hehrer Ziele etabliert worden. Von den Kreuzzügen über die Schreckensherrschaft der Jakobiner, Stalins Terrorregime, Hitlers Faschismus, die Roten Khmer, deren Terror rund 1,7 Mio. Menschen das Leben kostete, die „tugendhaften“ Taliban, Pinochets Folterknechte bis zu Putins „Spezialoperation“ in der Ukraine und Benjamin Netanjahus Vernichtungsfeldzug gegen die Palästinenser im Gaza. Die Liste wird lang und länger, wenn man ein bisschen darüber nachdenkt. Selbst die Grünen als einstige Friedenspartei (Frieden schaffen ohne Waffen) dürfen in dieser Reihe leider nicht unerwähnt bleiben, wenn sie im Chor mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann unermüdlich für die deutsche Rüstungsindustrie werben. Deutschland ist mit einem Weltmarktanteil von ca. 5,7% (2021–2025) der viertgrößte Waffenexporteur weltweit. Petra Kelly dürfte sich im Grab umdrehen.

    Als die Menschen begannen, sich aus der laut Kant selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien, begannen sie, immer perfekterer Waffen zu erfinden und sich ihrer zu bedienen, Reichtum völlig ungeniert auf Kosten anderer anzuhäufen, die Erde sich mit christlichem Ethos Untertan zu machen, Tiere als Mittel zum Zweck zu benutzen (bis 1990 galten sie im Bürgerlichen Gesetzbuch als Sachen), das Wasser und die Luft zu vergiften und die schützende Hülle um unseren Planeten herum zu zerstören.

    Was für ein Verstand ist das, der in zwei Weltkriegen mehr als 100 Millionen Tote nicht nur hinnimmt, sondern zum Zweck seines Handelns macht? Es drängt sich die Frage auf, was das Korrektiv der Moral wert ist. Der christliche Glaube hinderte die Amtskirchen jedenfalls nicht daran, sich mit dem Nationalsozialismus zu arrangieren. Der Film “The Zone of Interest” (2023) führt eindrücklich vor Augen, wie man ein paar hundert Metern von den Verbrennungsöfen entfernt „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen kann.

    Neben der Doppelmoral gibt es moralische Zwickmühlen, wie Michael J. Sandel anschaulich in seinem Buch über die Gerechtigkeit ausführt (Berlin 2013, S.34 ff.) Es gibt Situationen, die eine moralisch einwandfreie Antwort nicht zulassen. Entscheide ich mich für den Tod eines (unschuldigen) Menschen, wenn dadurch viele gerettet werden können? Keine einfach zu beantwortende Frage, wie die Beispiele von Sandel zeigen.

    Brauchen wir einen neuen Thomas Hobbes (1588 – 1679), der in seiner Zeit unter dem Eindruck permanenter Kriege in Europa seine Theorie des Menschen als des Menschen Wolf entwickelte und daraus schlussfolgerte, dass nur ein starker Staat seine Bürger voreinander und vor äußeren Feinden schützen könne (Leviathan). Da geraten schnell andere Güter in unter die Räder, die Freiheit und die Menschenwürde.

    In unsicheren Zeiten wächst die Bereitschaft, Freiheit zugunsten von vermeintlicher Sicherheit zu opfern. Autoritäre Regime und ihre Wegbereiter spielen auf diesem Klavier. Schreckliche Juristen wie Carl Schmitt und fürchterliche Philosophen wie Martin Heidegger liefern den theoretischen Überbau.

    Wahrscheinlich hilft dagegen nur eine neue transnationale und demokratische Staatstheorie (und Praxis). Der kürzlich verstorbene Jürgen Habermas mit seinem unermüdlichen Plädoyer für ein starkes demokratisches Europa als Gegenmodell zu den libertären Fantasien eines Peter Thiel kommt einem in den Sinn, während andere Talkshow Philosophen dazu anscheinend wenig bis gar nichts zu sagen haben.

    Was also tun?

    Doppelmoral als solche zu bezeichnen, wo immer sie sichtbar wird. Sich ehrlich machen. Moralische Zwickmühlen nicht leugnen, sondern transparent damit umgehen. Unausweichliche Konflikte friedlich austragen und nicht unter den Teppich kehren. Kinder und Jugendliche stärken. In Bildung und Kultur investieren. Die Freiheit der Kunst respektieren, auch wenn man nicht einer Meinung ist, sich aber Fakten nicht als Meinung verkaufen zu lassen. Nicht resignieren. Im persönlichen Bereich die Kräfte konzentrieren, also vornehmlich das zu tun, was man liebt, worin man gut ist und was anderen nicht schadet, sondern möglichst nützt. Und Vorsicht vor der wohlfeilen pauschalen Forderung nach Bürokratieabbau, die gerade auf kaum einer politischen Agenda fehlt, denn wir erinnern uns, dass nur ein starker Staat den Wolf im Zaum hält.

    Der Kampf gegen das Handeln wider besseres Wissen wird nicht ohne die Einbeziehung emotionalen Wissens auskommen. Hier dürften auch die Grenzen künstlicher Intelligenz deutlich werden, die neben dem Bürokratieabbau als Wundermittel zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben gepriesen wird. Eine KI generierte Definition des Handelns wider besseres Wissen bezeichnet es als Willensschwäche, wenn man trotz Kenntnis, dass eine Handlung falsch, unvernünftig oder schädlich ist, sich für sie entscheidet. Na, also. Das eröffnet neue Perspektiven für den Einsatz von KI im politischen Willensbildungsprozess, vielleicht auch in der internationalen Diplomatie, wenn es um Wege zur Beendigung irrsinniger Kriege geht. Frag doch einfach mal bei ChatGPT nach Wegen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten.

    Über Dr. Hanspeter Knirsch (Gastautor):

    Der Autor ist Rechtsanwalt in Emsdetten und ehemaliger Bundesvorsitzender der Deutschen Jungdemokraten. Er gehörte in seiner Funktion als Vorsitzender der Jungdemokraten dem Bundesvorstand der F.D.P. an und war gewähltes Mitglied des Landesvorstands der F.D.P. in NRW bis zu seinem Austritt anlässlich des Koalitionswechsels 1982. Mehr zum Autor lesen sie hier.

    Sie können dem Autor auch im Fediverse folgen unter: @hans.peter.knirsch

  2. Vom Handeln wider besseres Wissen

    Man könnte das Handeln wider besseres Wissen als das Grundübel der Moderne oder gar der Aufklärung bezeichnen, denn die Aufklärung stellt den Verstand in den Mittelpunkt des Menschseins, was ihn jedoch seit je her nicht davon abhält unvernünftig zu handeln. Es werden Rohstoffe verbraucht, als stünden sie unendlich zur Verfügung. Die Grenzen des Wachstums sind spätestens seit dem ersten Bericht des Club of Rome aus dem Jahr 1972 bekannt und doch wird so gelebt und gewirtschaftet, als gäbe es sie nicht und die natürlichen Ressourcen stünden unendlich zur Verfügung.

    Das Coronavirus hat dem Planeten eine kleine Atempause verschafft. Der menschengemachte Klimawandel schreitet sichtbar voran, die Gletscher verschwinden. Das Polareis schmilzt und gleichwohl werden die Klimaziele Jahr für Jahr verfehlt. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Es werden Kriege geführt, die nur Verlierer kennen und dennoch findet niemand den Mut, sie zu beenden und denjenigen das Handwerk zu legen, die daran verdienen. Eine ohnmächtige UNO wird kaum noch von jemandem respektiert.

    Wie schön, dass das Bundesministerium der Verteidigung auf seiner Website schreibt, dass sich die UN neben der Friedenserhaltung und der Kriegsprävention auch anderen Bereichen wie dem Kampf gegen Hunger und Armut sowie dem Schutz natürlicher Ressourcen widmen. Es klingt ein bisschen aus der Zeit gefallen. Bundeskanzler Merz widmete den UN in seiner Regierungserklärung am 18. März 2026 vor dem Treffen der europäischen Regierungschefs am 19./20. März 2026 in Brüssel denn auch keine Silbe. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir aufhören, uns etwas vorzumachen, wie Jonathan Franzen mit Blick auf die Klimakatastrophe 2020 in seinem gleichlautenden Essay rhetorisch fragte. Man muss nicht an eine nahende Apokalypse glauben, um diese Frage in diesen Tagen zu verallgemeinern.

    Sapere aude, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, ist die zentrale Botschaft des großen deutschen Philosophen Immanuel Kant (22. April 1724 – 12. Februar 1804). Klar war allerdings zu seiner Zeit schon, dass der Verstand allein es nicht richten wird. Es bedurfte und bedarf eben auch Mut, um sich der rationalen Erkenntnis zu bedienen. Die KI-generierte Definition von Mut ist „die Fähigkeit, trotz Angst, Unsicherheit oder Risiken zu handeln und Herausforderungen anzunehmen, die einem wichtig sind. Es bedeutet, die Komfortzone zu verlassen, für eigene Überzeugungen einzustehen und ist eher ein überlegtes Handeln als Abwesenheit von Furcht. Mut ist trainierbar und stärkt das Selbstvertrauen.“ Alles nicht falsch, aber unvollständig.

    Die Herausforderung wird dann besonders deutlich, wenn die rationale Erkenntnis zu Konflikten mit der herrschenden Ordnung und im persönlichen Bereich zu unbequemen Ergebnissen führt. Wenn ich gerne Wiener Schnitzel esse, sollte ich mir vielleicht keinen Kälbermaststall ansehen. Spätestens dann kommt nämlich eine andere Kategorie ins Spiel, die der Moral und mit ihr die persönlichen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Ein weites Feld mit zahlreichen Tretminen. Eine beliebte Form dem auszuweichen ist die Entwicklung von Doppelmoral. Wasser predigen und Wein trinken (Heinrich Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, 1844)

    Der Autor und Dramaturg Bernd Stegemann legt den Finger in die Wunde, wenn er die herrschende „Luxusüberzeugung“ als die gängige Moral anprangert, deren Verfechter nicht bereit sind, die persönlichen Konsequenzen ihrer Moralvorstellungen zu tragen (Neue Osnabrücker Zeitung, 7. März 2026).

    Skepsis gegenüber augenfälliger Moral ist insbesondere in der Politik angebracht. Die schlimmsten Schreckensherrschaften sind im Namen hehrer Ziele etabliert worden. Von den Kreuzzügen über die Schreckensherrschaft der Jakobiner, Stalins Terrorregime, Hitlers Faschismus, die Roten Khmer, deren Terror rund 1,7 Mio. Menschen das Leben kostete, die „tugendhaften“ Taliban, Pinochets Folterknechte bis zu Putins „Spezialoperation“ in der Ukraine und Benjamin Netanjahus Vernichtungsfeldzug gegen die Palästinenser im Gaza. Die Liste wird lang und länger, wenn man ein bisschen darüber nachdenkt. Selbst die Grünen als einstige Friedenspartei (Frieden schaffen ohne Waffen) dürfen in dieser Reihe leider nicht unerwähnt bleiben, wenn sie im Chor mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann unermüdlich für die deutsche Rüstungsindustrie werben. Deutschland ist mit einem Weltmarktanteil von ca. 5,7% (2021–2025) der viertgrößte Waffenexporteur weltweit. Petra Kelly dürfte sich im Grab umdrehen.

    Als die Menschen begannen, sich aus der laut Kant selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien, begannen sie, immer perfekterer Waffen zu erfinden und sich ihrer zu bedienen, Reichtum völlig ungeniert auf Kosten anderer anzuhäufen, die Erde sich mit christlichem Ethos Untertan zu machen, Tiere als Mittel zum Zweck zu benutzen (bis 1990 galten sie im Bürgerlichen Gesetzbuch als Sachen), das Wasser und die Luft zu vergiften und die schützende Hülle um unseren Planeten herum zu zerstören.

    Was für ein Verstand ist das, der in zwei Weltkriegen mehr als 100 Millionen Tote nicht nur hinnimmt, sondern zum Zweck seines Handelns macht? Es drängt sich die Frage auf, was das Korrektiv der Moral wert ist. Der christliche Glaube hinderte die Amtskirchen jedenfalls nicht daran, sich mit dem Nationalsozialismus zu arrangieren. Der Film “The Zone of Interest” (2023) führt eindrücklich vor Augen, wie man ein paar hundert Metern von den Verbrennungsöfen entfernt „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen kann.

    Neben der Doppelmoral gibt es moralische Zwickmühlen, wie Michael J. Sandel anschaulich in seinem Buch über die Gerechtigkeit ausführt (Berlin 2013, S.34 ff.) Es gibt Situationen, die eine moralisch einwandfreie Antwort nicht zulassen. Entscheide ich mich für den Tod eines (unschuldigen) Menschen, wenn dadurch viele gerettet werden können? Keine einfach zu beantwortende Frage, wie die Beispiele von Sandel zeigen.

    Brauchen wir einen neuen Thomas Hobbes (1588 – 1679), der in seiner Zeit unter dem Eindruck permanenter Kriege in Europa seine Theorie des Menschen als des Menschen Wolf entwickelte und daraus schlussfolgerte, dass nur ein starker Staat seine Bürger voreinander und vor äußeren Feinden schützen könne (Leviathan). Da geraten schnell andere Güter in unter die Räder, die Freiheit und die Menschenwürde.

    In unsicheren Zeiten wächst die Bereitschaft, Freiheit zugunsten von vermeintlicher Sicherheit zu opfern. Autoritäre Regime und ihre Wegbereiter spielen auf diesem Klavier. Schreckliche Juristen wie Carl Schmitt und fürchterliche Philosophen wie Martin Heidegger liefern den theoretischen Überbau.

    Wahrscheinlich hilft dagegen nur eine neue transnationale und demokratische Staatstheorie (und Praxis). Der kürzlich verstorbene Jürgen Habermas mit seinem unermüdlichen Plädoyer für ein starkes demokratisches Europa als Gegenmodell zu den libertären Fantasien eines Peter Thiel kommt einem in den Sinn, während andere Talkshow Philosophen dazu anscheinend wenig bis gar nichts zu sagen haben.

    Was also tun?

    Doppelmoral als solche zu bezeichnen, wo immer sie sichtbar wird. Sich ehrlich machen. Moralische Zwickmühlen nicht leugnen, sondern transparent damit umgehen. Unausweichliche Konflikte friedlich austragen und nicht unter den Teppich kehren. Kinder und Jugendliche stärken. In Bildung und Kultur investieren. Die Freiheit der Kunst respektieren, auch wenn man nicht einer Meinung ist, sich aber Fakten nicht als Meinung verkaufen zu lassen. Nicht resignieren. Im persönlichen Bereich die Kräfte konzentrieren, also vornehmlich das zu tun, was man liebt, worin man gut ist und was anderen nicht schadet, sondern möglichst nützt. Und Vorsicht vor der wohlfeilen pauschalen Forderung nach Bürokratieabbau, die gerade auf kaum einer politischen Agenda fehlt, denn wir erinnern uns, dass nur ein starker Staat den Wolf im Zaum hält.

    Der Kampf gegen das Handeln wider besseres Wissen wird nicht ohne die Einbeziehung emotionalen Wissens auskommen. Hier dürften auch die Grenzen künstlicher Intelligenz deutlich werden, die neben dem Bürokratieabbau als Wundermittel zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben gepriesen wird. Eine KI generierte Definition des Handelns wider besseres Wissen bezeichnet es als Willensschwäche, wenn man trotz Kenntnis, dass eine Handlung falsch, unvernünftig oder schädlich ist, sich für sie entscheidet. Na, also. Das eröffnet neue Perspektiven für den Einsatz von KI im politischen Willensbildungsprozess, vielleicht auch in der internationalen Diplomatie, wenn es um Wege zur Beendigung irrsinniger Kriege geht. Frag doch einfach mal bei ChatGPT nach Wegen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten.

    Über Dr. Hanspeter Knirsch (Gastautor):

    Der Autor ist Rechtsanwalt in Emsdetten und ehemaliger Bundesvorsitzender der Deutschen Jungdemokraten. Er gehörte in seiner Funktion als Vorsitzender der Jungdemokraten dem Bundesvorstand der F.D.P. an und war gewähltes Mitglied des Landesvorstands der F.D.P. in NRW bis zu seinem Austritt anlässlich des Koalitionswechsels 1982. Mehr zum Autor lesen sie hier.

    Sie können dem Autor auch im Fediverse folgen unter: @hans.peter.knirsch

  3. Vom Handeln wider besseres Wissen

    Man könnte das Handeln wider besseres Wissen als das Grundübel der Moderne oder gar der Aufklärung bezeichnen, denn die Aufklärung stellt den Verstand in den Mittelpunkt des Menschseins, was ihn jedoch seit je her nicht davon abhält unvernünftig zu handeln. Es werden Rohstoffe verbraucht, als stünden sie unendlich zur Verfügung. Die Grenzen des Wachstums sind spätestens seit dem ersten Bericht des Club of Rome aus dem Jahr 1972 bekannt und doch wird so gelebt und gewirtschaftet, als gäbe es sie nicht und die natürlichen Ressourcen stünden unendlich zur Verfügung.

    Das Coronavirus hat dem Planeten eine kleine Atempause verschafft. Der menschengemachte Klimawandel schreitet sichtbar voran, die Gletscher verschwinden. Das Polareis schmilzt und gleichwohl werden die Klimaziele Jahr für Jahr verfehlt. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Es werden Kriege geführt, die nur Verlierer kennen und dennoch findet niemand den Mut, sie zu beenden und denjenigen das Handwerk zu legen, die daran verdienen. Eine ohnmächtige UNO wird kaum noch von jemandem respektiert.

    Wie schön, dass das Bundesministerium der Verteidigung auf seiner Website schreibt, dass sich die UN neben der Friedenserhaltung und der Kriegsprävention auch anderen Bereichen wie dem Kampf gegen Hunger und Armut sowie dem Schutz natürlicher Ressourcen widmen. Es klingt ein bisschen aus der Zeit gefallen. Bundeskanzler Merz widmete den UN in seiner Regierungserklärung am 18. März 2026 vor dem Treffen der europäischen Regierungschefs am 19./20. März 2026 in Brüssel denn auch keine Silbe. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir aufhören, uns etwas vorzumachen, wie Jonathan Franzen mit Blick auf die Klimakatastrophe 2020 in seinem gleichlautenden Essay rhetorisch fragte. Man muss nicht an eine nahende Apokalypse glauben, um diese Frage in diesen Tagen zu verallgemeinern.

    Sapere aude, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, ist die zentrale Botschaft des großen deutschen Philosophen Immanuel Kant (22. April 1724 – 12. Februar 1804). Klar war allerdings zu seiner Zeit schon, dass der Verstand allein es nicht richten wird. Es bedurfte und bedarf eben auch Mut, um sich der rationalen Erkenntnis zu bedienen. Die KI-generierte Definition von Mut ist „die Fähigkeit, trotz Angst, Unsicherheit oder Risiken zu handeln und Herausforderungen anzunehmen, die einem wichtig sind. Es bedeutet, die Komfortzone zu verlassen, für eigene Überzeugungen einzustehen und ist eher ein überlegtes Handeln als Abwesenheit von Furcht. Mut ist trainierbar und stärkt das Selbstvertrauen.“ Alles nicht falsch, aber unvollständig.

    Die Herausforderung wird dann besonders deutlich, wenn die rationale Erkenntnis zu Konflikten mit der herrschenden Ordnung und im persönlichen Bereich zu unbequemen Ergebnissen führt. Wenn ich gerne Wiener Schnitzel esse, sollte ich mir vielleicht keinen Kälbermaststall ansehen. Spätestens dann kommt nämlich eine andere Kategorie ins Spiel, die der Moral und mit ihr die persönlichen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Ein weites Feld mit zahlreichen Tretminen. Eine beliebte Form dem auszuweichen ist die Entwicklung von Doppelmoral. Wasser predigen und Wein trinken (Heinrich Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, 1844)

    Der Autor und Dramaturg Bernd Stegemann legt den Finger in die Wunde, wenn er die herrschende „Luxusüberzeugung“ als die gängige Moral anprangert, deren Verfechter nicht bereit sind, die persönlichen Konsequenzen ihrer Moralvorstellungen zu tragen (Neue Osnabrücker Zeitung, 7. März 2026).

    Skepsis gegenüber augenfälliger Moral ist insbesondere in der Politik angebracht. Die schlimmsten Schreckensherrschaften sind im Namen hehrer Ziele etabliert worden. Von den Kreuzzügen über die Schreckensherrschaft der Jakobiner, Stalins Terrorregime, Hitlers Faschismus, die Roten Khmer, deren Terror rund 1,7 Mio. Menschen das Leben kostete, die „tugendhaften“ Taliban, Pinochets Folterknechte bis zu Putins „Spezialoperation“ in der Ukraine und Benjamin Netanjahus Vernichtungsfeldzug gegen die Palästinenser im Gaza. Die Liste wird lang und länger, wenn man ein bisschen darüber nachdenkt. Selbst die Grünen als einstige Friedenspartei (Frieden schaffen ohne Waffen) dürfen in dieser Reihe leider nicht unerwähnt bleiben, wenn sie im Chor mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann unermüdlich für die deutsche Rüstungsindustrie werben. Deutschland ist mit einem Weltmarktanteil von ca. 5,7% (2021–2025) der viertgrößte Waffenexporteur weltweit. Petra Kelly dürfte sich im Grab umdrehen.

    Als die Menschen begannen, sich aus der laut Kant selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien, begannen sie, immer perfekterer Waffen zu erfinden und sich ihrer zu bedienen, Reichtum völlig ungeniert auf Kosten anderer anzuhäufen, die Erde sich mit christlichem Ethos Untertan zu machen, Tiere als Mittel zum Zweck zu benutzen (bis 1990 galten sie im Bürgerlichen Gesetzbuch als Sachen), das Wasser und die Luft zu vergiften und die schützende Hülle um unseren Planeten herum zu zerstören.

    Was für ein Verstand ist das, der in zwei Weltkriegen mehr als 100 Millionen Tote nicht nur hinnimmt, sondern zum Zweck seines Handelns macht? Es drängt sich die Frage auf, was das Korrektiv der Moral wert ist. Der christliche Glaube hinderte die Amtskirchen jedenfalls nicht daran, sich mit dem Nationalsozialismus zu arrangieren. Der Film “The Zone of Interest” (2023) führt eindrücklich vor Augen, wie man ein paar hundert Metern von den Verbrennungsöfen entfernt „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen kann.

    Neben der Doppelmoral gibt es moralische Zwickmühlen, wie Michael J. Sandel anschaulich in seinem Buch über die Gerechtigkeit ausführt (Berlin 2013, S.34 ff.) Es gibt Situationen, die eine moralisch einwandfreie Antwort nicht zulassen. Entscheide ich mich für den Tod eines (unschuldigen) Menschen, wenn dadurch viele gerettet werden können? Keine einfach zu beantwortende Frage, wie die Beispiele von Sandel zeigen.

    Brauchen wir einen neuen Thomas Hobbes (1588 – 1679), der in seiner Zeit unter dem Eindruck permanenter Kriege in Europa seine Theorie des Menschen als des Menschen Wolf entwickelte und daraus schlussfolgerte, dass nur ein starker Staat seine Bürger voreinander und vor äußeren Feinden schützen könne (Leviathan). Da geraten schnell andere Güter in unter die Räder, die Freiheit und die Menschenwürde.

    In unsicheren Zeiten wächst die Bereitschaft, Freiheit zugunsten von vermeintlicher Sicherheit zu opfern. Autoritäre Regime und ihre Wegbereiter spielen auf diesem Klavier. Schreckliche Juristen wie Carl Schmitt und fürchterliche Philosophen wie Martin Heidegger liefern den theoretischen Überbau.

    Wahrscheinlich hilft dagegen nur eine neue transnationale und demokratische Staatstheorie (und Praxis). Der kürzlich verstorbene Jürgen Habermas mit seinem unermüdlichen Plädoyer für ein starkes demokratisches Europa als Gegenmodell zu den libertären Fantasien eines Peter Thiel kommt einem in den Sinn, während andere Talkshow Philosophen dazu anscheinend wenig bis gar nichts zu sagen haben.

    Was also tun?

    Doppelmoral als solche zu bezeichnen, wo immer sie sichtbar wird. Sich ehrlich machen. Moralische Zwickmühlen nicht leugnen, sondern transparent damit umgehen. Unausweichliche Konflikte friedlich austragen und nicht unter den Teppich kehren. Kinder und Jugendliche stärken. In Bildung und Kultur investieren. Die Freiheit der Kunst respektieren, auch wenn man nicht einer Meinung ist, sich aber Fakten nicht als Meinung verkaufen zu lassen. Nicht resignieren. Im persönlichen Bereich die Kräfte konzentrieren, also vornehmlich das zu tun, was man liebt, worin man gut ist und was anderen nicht schadet, sondern möglichst nützt. Und Vorsicht vor der wohlfeilen pauschalen Forderung nach Bürokratieabbau, die gerade auf kaum einer politischen Agenda fehlt, denn wir erinnern uns, dass nur ein starker Staat den Wolf im Zaum hält.

    Der Kampf gegen das Handeln wider besseres Wissen wird nicht ohne die Einbeziehung emotionalen Wissens auskommen. Hier dürften auch die Grenzen künstlicher Intelligenz deutlich werden, die neben dem Bürokratieabbau als Wundermittel zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben gepriesen wird. Eine KI generierte Definition des Handelns wider besseres Wissen bezeichnet es als Willensschwäche, wenn man trotz Kenntnis, dass eine Handlung falsch, unvernünftig oder schädlich ist, sich für sie entscheidet. Na, also. Das eröffnet neue Perspektiven für den Einsatz von KI im politischen Willensbildungsprozess, vielleicht auch in der internationalen Diplomatie, wenn es um Wege zur Beendigung irrsinniger Kriege geht. Frag doch einfach mal bei ChatGPT nach Wegen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten.

    Über Dr. Hanspeter Knirsch (Gastautor):

    Der Autor ist Rechtsanwalt in Emsdetten und ehemaliger Bundesvorsitzender der Deutschen Jungdemokraten. Er gehörte in seiner Funktion als Vorsitzender der Jungdemokraten dem Bundesvorstand der F.D.P. an und war gewähltes Mitglied des Landesvorstands der F.D.P. in NRW bis zu seinem Austritt anlässlich des Koalitionswechsels 1982. Mehr zum Autor lesen sie hier.

    Sie können dem Autor auch im Fediverse folgen unter: @hans.peter.knirsch

  4. Vom Handeln wider besseres Wissen

    Man könnte das Handeln wider besseres Wissen als das Grundübel der Moderne oder gar der Aufklärung bezeichnen, denn die Aufklärung stellt den Verstand in den Mittelpunkt des Menschseins, was ihn jedoch seit je her nicht davon abhält unvernünftig zu handeln. Es werden Rohstoffe verbraucht, als stünden sie unendlich zur Verfügung. Die Grenzen des Wachstums sind spätestens seit dem ersten Bericht des Club of Rome aus dem Jahr 1972 bekannt und doch wird so gelebt und gewirtschaftet, als gäbe es sie nicht und die natürlichen Ressourcen stünden unendlich zur Verfügung.

    Das Coronavirus hat dem Planeten eine kleine Atempause verschafft. Der menschengemachte Klimawandel schreitet sichtbar voran, die Gletscher verschwinden. Das Polareis schmilzt und gleichwohl werden die Klimaziele Jahr für Jahr verfehlt. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Es werden Kriege geführt, die nur Verlierer kennen und dennoch findet niemand den Mut, sie zu beenden und denjenigen das Handwerk zu legen, die daran verdienen. Eine ohnmächtige UNO wird kaum noch von jemandem respektiert.

    Wie schön, dass das Bundesministerium der Verteidigung auf seiner Website schreibt, dass sich die UN neben der Friedenserhaltung und der Kriegsprävention auch anderen Bereichen wie dem Kampf gegen Hunger und Armut sowie dem Schutz natürlicher Ressourcen widmen. Es klingt ein bisschen aus der Zeit gefallen. Bundeskanzler Merz widmete den UN in seiner Regierungserklärung am 18. März 2026 vor dem Treffen der europäischen Regierungschefs am 19./20. März 2026 in Brüssel denn auch keine Silbe. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir aufhören, uns etwas vorzumachen, wie Jonathan Franzen mit Blick auf die Klimakatastrophe 2020 in seinem gleichlautenden Essay rhetorisch fragte. Man muss nicht an eine nahende Apokalypse glauben, um diese Frage in diesen Tagen zu verallgemeinern.

    Sapere aude, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, ist die zentrale Botschaft des großen deutschen Philosophen Immanuel Kant (22. April 1724 – 12. Februar 1804). Klar war allerdings zu seiner Zeit schon, dass der Verstand allein es nicht richten wird. Es bedurfte und bedarf eben auch Mut, um sich der rationalen Erkenntnis zu bedienen. Die KI-generierte Definition von Mut ist „die Fähigkeit, trotz Angst, Unsicherheit oder Risiken zu handeln und Herausforderungen anzunehmen, die einem wichtig sind. Es bedeutet, die Komfortzone zu verlassen, für eigene Überzeugungen einzustehen und ist eher ein überlegtes Handeln als Abwesenheit von Furcht. Mut ist trainierbar und stärkt das Selbstvertrauen.“ Alles nicht falsch, aber unvollständig.

    Die Herausforderung wird dann besonders deutlich, wenn die rationale Erkenntnis zu Konflikten mit der herrschenden Ordnung und im persönlichen Bereich zu unbequemen Ergebnissen führt. Wenn ich gerne Wiener Schnitzel esse, sollte ich mir vielleicht keinen Kälbermaststall ansehen. Spätestens dann kommt nämlich eine andere Kategorie ins Spiel, die der Moral und mit ihr die persönlichen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Ein weites Feld mit zahlreichen Tretminen. Eine beliebte Form dem auszuweichen ist die Entwicklung von Doppelmoral. Wasser predigen und Wein trinken (Heinrich Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, 1844)

    Der Autor und Dramaturg Bernd Stegemann legt den Finger in die Wunde, wenn er die herrschende „Luxusüberzeugung“ als die gängige Moral anprangert, deren Verfechter nicht bereit sind, die persönlichen Konsequenzen ihrer Moralvorstellungen zu tragen (Neue Osnabrücker Zeitung, 7. März 2026).

    Skepsis gegenüber augenfälliger Moral ist insbesondere in der Politik angebracht. Die schlimmsten Schreckensherrschaften sind im Namen hehrer Ziele etabliert worden. Von den Kreuzzügen über die Schreckensherrschaft der Jakobiner, Stalins Terrorregime, Hitlers Faschismus, die Roten Khmer, deren Terror rund 1,7 Mio. Menschen das Leben kostete, die „tugendhaften“ Taliban, Pinochets Folterknechte bis zu Putins „Spezialoperation“ in der Ukraine und Benjamin Netanjahus Vernichtungsfeldzug gegen die Palästinenser im Gaza. Die Liste wird lang und länger, wenn man ein bisschen darüber nachdenkt. Selbst die Grünen als einstige Friedenspartei (Frieden schaffen ohne Waffen) dürfen in dieser Reihe leider nicht unerwähnt bleiben, wenn sie im Chor mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann unermüdlich für die deutsche Rüstungsindustrie werben. Deutschland ist mit einem Weltmarktanteil von ca. 5,7% (2021–2025) der viertgrößte Waffenexporteur weltweit. Petra Kelly dürfte sich im Grab umdrehen.

    Als die Menschen begannen, sich aus der laut Kant selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien, begannen sie, immer perfekterer Waffen zu erfinden und sich ihrer zu bedienen, Reichtum völlig ungeniert auf Kosten anderer anzuhäufen, die Erde sich mit christlichem Ethos Untertan zu machen, Tiere als Mittel zum Zweck zu benutzen (bis 1990 galten sie im Bürgerlichen Gesetzbuch als Sachen), das Wasser und die Luft zu vergiften und die schützende Hülle um unseren Planeten herum zu zerstören.

    Was für ein Verstand ist das, der in zwei Weltkriegen mehr als 100 Millionen Tote nicht nur hinnimmt, sondern zum Zweck seines Handelns macht? Es drängt sich die Frage auf, was das Korrektiv der Moral wert ist. Der christliche Glaube hinderte die Amtskirchen jedenfalls nicht daran, sich mit dem Nationalsozialismus zu arrangieren. Der Film “The Zone of Interest” (2023) führt eindrücklich vor Augen, wie man ein paar hundert Metern von den Verbrennungsöfen entfernt „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen kann.

    Neben der Doppelmoral gibt es moralische Zwickmühlen, wie Michael J. Sandel anschaulich in seinem Buch über die Gerechtigkeit ausführt (Berlin 2013, S.34 ff.) Es gibt Situationen, die eine moralisch einwandfreie Antwort nicht zulassen. Entscheide ich mich für den Tod eines (unschuldigen) Menschen, wenn dadurch viele gerettet werden können? Keine einfach zu beantwortende Frage, wie die Beispiele von Sandel zeigen.

    Brauchen wir einen neuen Thomas Hobbes (1588 – 1679), der in seiner Zeit unter dem Eindruck permanenter Kriege in Europa seine Theorie des Menschen als des Menschen Wolf entwickelte und daraus schlussfolgerte, dass nur ein starker Staat seine Bürger voreinander und vor äußeren Feinden schützen könne (Leviathan). Da geraten schnell andere Güter in unter die Räder, die Freiheit und die Menschenwürde.

    In unsicheren Zeiten wächst die Bereitschaft, Freiheit zugunsten von vermeintlicher Sicherheit zu opfern. Autoritäre Regime und ihre Wegbereiter spielen auf diesem Klavier. Schreckliche Juristen wie Carl Schmitt und fürchterliche Philosophen wie Martin Heidegger liefern den theoretischen Überbau.

    Wahrscheinlich hilft dagegen nur eine neue transnationale und demokratische Staatstheorie (und Praxis). Der kürzlich verstorbene Jürgen Habermas mit seinem unermüdlichen Plädoyer für ein starkes demokratisches Europa als Gegenmodell zu den libertären Fantasien eines Peter Thiel kommt einem in den Sinn, während andere Talkshow Philosophen dazu anscheinend wenig bis gar nichts zu sagen haben.

    Was also tun?

    Doppelmoral als solche zu bezeichnen, wo immer sie sichtbar wird. Sich ehrlich machen. Moralische Zwickmühlen nicht leugnen, sondern transparent damit umgehen. Unausweichliche Konflikte friedlich austragen und nicht unter den Teppich kehren. Kinder und Jugendliche stärken. In Bildung und Kultur investieren. Die Freiheit der Kunst respektieren, auch wenn man nicht einer Meinung ist, sich aber Fakten nicht als Meinung verkaufen zu lassen. Nicht resignieren. Im persönlichen Bereich die Kräfte konzentrieren, also vornehmlich das zu tun, was man liebt, worin man gut ist und was anderen nicht schadet, sondern möglichst nützt. Und Vorsicht vor der wohlfeilen pauschalen Forderung nach Bürokratieabbau, die gerade auf kaum einer politischen Agenda fehlt, denn wir erinnern uns, dass nur ein starker Staat den Wolf im Zaum hält.

    Der Kampf gegen das Handeln wider besseres Wissen wird nicht ohne die Einbeziehung emotionalen Wissens auskommen. Hier dürften auch die Grenzen künstlicher Intelligenz deutlich werden, die neben dem Bürokratieabbau als Wundermittel zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben gepriesen wird. Eine KI generierte Definition des Handelns wider besseres Wissen bezeichnet es als Willensschwäche, wenn man trotz Kenntnis, dass eine Handlung falsch, unvernünftig oder schädlich ist, sich für sie entscheidet. Na, also. Das eröffnet neue Perspektiven für den Einsatz von KI im politischen Willensbildungsprozess, vielleicht auch in der internationalen Diplomatie, wenn es um Wege zur Beendigung irrsinniger Kriege geht. Frag doch einfach mal bei ChatGPT nach Wegen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten.

    Über Dr. Hanspeter Knirsch (Gastautor):

    Der Autor ist Rechtsanwalt in Emsdetten und ehemaliger Bundesvorsitzender der Deutschen Jungdemokraten. Er gehörte in seiner Funktion als Vorsitzender der Jungdemokraten dem Bundesvorstand der F.D.P. an und war gewähltes Mitglied des Landesvorstands der F.D.P. in NRW bis zu seinem Austritt anlässlich des Koalitionswechsels 1982. Mehr zum Autor lesen sie hier.

    Sie können dem Autor auch im Fediverse folgen unter: @hans.peter.knirsch

  5. Vom Handeln wider besseres Wissen

    Man könnte das Handeln wider besseres Wissen als das Grundübel der Moderne oder gar der Aufklärung bezeichnen, denn die Aufklärung stellt den Verstand in den Mittelpunkt des Menschseins, was ihn jedoch seit je her nicht davon abhält unvernünftig zu handeln. Es werden Rohstoffe verbraucht, als stünden sie unendlich zur Verfügung. Die Grenzen des Wachstums sind spätestens seit dem ersten Bericht des Club of Rome aus dem Jahr 1972 bekannt und doch wird so gelebt und gewirtschaftet, als gäbe es sie nicht und die natürlichen Ressourcen stünden unendlich zur Verfügung.

    Das Coronavirus hat dem Planeten eine kleine Atempause verschafft. Der menschengemachte Klimawandel schreitet sichtbar voran, die Gletscher verschwinden. Das Polareis schmilzt und gleichwohl werden die Klimaziele Jahr für Jahr verfehlt. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Es werden Kriege geführt, die nur Verlierer kennen und dennoch findet niemand den Mut, sie zu beenden und denjenigen das Handwerk zu legen, die daran verdienen. Eine ohnmächtige UNO wird kaum noch von jemandem respektiert.

    Wie schön, dass das Bundesministerium der Verteidigung auf seiner Website schreibt, dass sich die UN neben der Friedenserhaltung und der Kriegsprävention auch anderen Bereichen wie dem Kampf gegen Hunger und Armut sowie dem Schutz natürlicher Ressourcen widmen. Es klingt ein bisschen aus der Zeit gefallen. Bundeskanzler Merz widmete den UN in seiner Regierungserklärung am 18. März 2026 vor dem Treffen der europäischen Regierungschefs am 19./20. März 2026 in Brüssel denn auch keine Silbe. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir aufhören, uns etwas vorzumachen, wie Jonathan Franzen mit Blick auf die Klimakatastrophe 2020 in seinem gleichlautenden Essay rhetorisch fragte. Man muss nicht an eine nahende Apokalypse glauben, um diese Frage in diesen Tagen zu verallgemeinern.

    Sapere aude, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, ist die zentrale Botschaft des großen deutschen Philosophen Immanuel Kant (22. April 1724 – 12. Februar 1804). Klar war allerdings zu seiner Zeit schon, dass der Verstand allein es nicht richten wird. Es bedurfte und bedarf eben auch Mut, um sich der rationalen Erkenntnis zu bedienen. Die KI-generierte Definition von Mut ist „die Fähigkeit, trotz Angst, Unsicherheit oder Risiken zu handeln und Herausforderungen anzunehmen, die einem wichtig sind. Es bedeutet, die Komfortzone zu verlassen, für eigene Überzeugungen einzustehen und ist eher ein überlegtes Handeln als Abwesenheit von Furcht. Mut ist trainierbar und stärkt das Selbstvertrauen.“ Alles nicht falsch, aber unvollständig.

    Die Herausforderung wird dann besonders deutlich, wenn die rationale Erkenntnis zu Konflikten mit der herrschenden Ordnung und im persönlichen Bereich zu unbequemen Ergebnissen führt. Wenn ich gerne Wiener Schnitzel esse, sollte ich mir vielleicht keinen Kälbermaststall ansehen. Spätestens dann kommt nämlich eine andere Kategorie ins Spiel, die der Moral und mit ihr die persönlichen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Ein weites Feld mit zahlreichen Tretminen. Eine beliebte Form dem auszuweichen ist die Entwicklung von Doppelmoral. Wasser predigen und Wein trinken (Heinrich Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, 1844)

    Der Autor und Dramaturg Bernd Stegemann legt den Finger in die Wunde, wenn er die herrschende „Luxusüberzeugung“ als die gängige Moral anprangert, deren Verfechter nicht bereit sind, die persönlichen Konsequenzen ihrer Moralvorstellungen zu tragen (Neue Osnabrücker Zeitung, 7. März 2026).

    Skepsis gegenüber augenfälliger Moral ist insbesondere in der Politik angebracht. Die schlimmsten Schreckensherrschaften sind im Namen hehrer Ziele etabliert worden. Von den Kreuzzügen über die Schreckensherrschaft der Jakobiner, Stalins Terrorregime, Hitlers Faschismus, die Roten Khmer, deren Terror rund 1,7 Mio. Menschen das Leben kostete, die „tugendhaften“ Taliban, Pinochets Folterknechte bis zu Putins „Spezialoperation“ in der Ukraine und Benjamin Netanjahus Vernichtungsfeldzug gegen die Palästinenser im Gaza. Die Liste wird lang und länger, wenn man ein bisschen darüber nachdenkt. Selbst die Grünen als einstige Friedenspartei (Frieden schaffen ohne Waffen) dürfen in dieser Reihe leider nicht unerwähnt bleiben, wenn sie im Chor mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann unermüdlich für die deutsche Rüstungsindustrie werben. Deutschland ist mit einem Weltmarktanteil von ca. 5,7% (2021–2025) der viertgrößte Waffenexporteur weltweit. Petra Kelly dürfte sich im Grab umdrehen.

    Als die Menschen begannen, sich aus der laut Kant selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien, begannen sie, immer perfekterer Waffen zu erfinden und sich ihrer zu bedienen, Reichtum völlig ungeniert auf Kosten anderer anzuhäufen, die Erde sich mit christlichem Ethos Untertan zu machen, Tiere als Mittel zum Zweck zu benutzen (bis 1990 galten sie im Bürgerlichen Gesetzbuch als Sachen), das Wasser und die Luft zu vergiften und die schützende Hülle um unseren Planeten herum zu zerstören.

    Was für ein Verstand ist das, der in zwei Weltkriegen mehr als 100 Millionen Tote nicht nur hinnimmt, sondern zum Zweck seines Handelns macht? Es drängt sich die Frage auf, was das Korrektiv der Moral wert ist. Der christliche Glaube hinderte die Amtskirchen jedenfalls nicht daran, sich mit dem Nationalsozialismus zu arrangieren. Der Film “The Zone of Interest” (2023) führt eindrücklich vor Augen, wie man ein paar hundert Metern von den Verbrennungsöfen entfernt „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen kann.

    Neben der Doppelmoral gibt es moralische Zwickmühlen, wie Michael J. Sandel anschaulich in seinem Buch über die Gerechtigkeit ausführt (Berlin 2013, S.34 ff.) Es gibt Situationen, die eine moralisch einwandfreie Antwort nicht zulassen. Entscheide ich mich für den Tod eines (unschuldigen) Menschen, wenn dadurch viele gerettet werden können? Keine einfach zu beantwortende Frage, wie die Beispiele von Sandel zeigen.

    Brauchen wir einen neuen Thomas Hobbes (1588 – 1679), der in seiner Zeit unter dem Eindruck permanenter Kriege in Europa seine Theorie des Menschen als des Menschen Wolf entwickelte und daraus schlussfolgerte, dass nur ein starker Staat seine Bürger voreinander und vor äußeren Feinden schützen könne (Leviathan). Da geraten schnell andere Güter in unter die Räder, die Freiheit und die Menschenwürde.

    In unsicheren Zeiten wächst die Bereitschaft, Freiheit zugunsten von vermeintlicher Sicherheit zu opfern. Autoritäre Regime und ihre Wegbereiter spielen auf diesem Klavier. Schreckliche Juristen wie Carl Schmitt und fürchterliche Philosophen wie Martin Heidegger liefern den theoretischen Überbau.

    Wahrscheinlich hilft dagegen nur eine neue transnationale und demokratische Staatstheorie (und Praxis). Der kürzlich verstorbene Jürgen Habermas mit seinem unermüdlichen Plädoyer für ein starkes demokratisches Europa als Gegenmodell zu den libertären Fantasien eines Peter Thiel kommt einem in den Sinn, während andere Talkshow Philosophen dazu anscheinend wenig bis gar nichts zu sagen haben.

    Was also tun?

    Doppelmoral als solche zu bezeichnen, wo immer sie sichtbar wird. Sich ehrlich machen. Moralische Zwickmühlen nicht leugnen, sondern transparent damit umgehen. Unausweichliche Konflikte friedlich austragen und nicht unter den Teppich kehren. Kinder und Jugendliche stärken. In Bildung und Kultur investieren. Die Freiheit der Kunst respektieren, auch wenn man nicht einer Meinung ist, sich aber Fakten nicht als Meinung verkaufen zu lassen. Nicht resignieren. Im persönlichen Bereich die Kräfte konzentrieren, also vornehmlich das zu tun, was man liebt, worin man gut ist und was anderen nicht schadet, sondern möglichst nützt. Und Vorsicht vor der wohlfeilen pauschalen Forderung nach Bürokratieabbau, die gerade auf kaum einer politischen Agenda fehlt, denn wir erinnern uns, dass nur ein starker Staat den Wolf im Zaum hält.

    Der Kampf gegen das Handeln wider besseres Wissen wird nicht ohne die Einbeziehung emotionalen Wissens auskommen. Hier dürften auch die Grenzen künstlicher Intelligenz deutlich werden, die neben dem Bürokratieabbau als Wundermittel zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben gepriesen wird. Eine KI generierte Definition des Handelns wider besseres Wissen bezeichnet es als Willensschwäche, wenn man trotz Kenntnis, dass eine Handlung falsch, unvernünftig oder schädlich ist, sich für sie entscheidet. Na, also. Das eröffnet neue Perspektiven für den Einsatz von KI im politischen Willensbildungsprozess, vielleicht auch in der internationalen Diplomatie, wenn es um Wege zur Beendigung irrsinniger Kriege geht. Frag doch einfach mal bei ChatGPT nach Wegen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten.

    Über Dr. Hanspeter Knirsch (Gastautor):

    Der Autor ist Rechtsanwalt in Emsdetten und ehemaliger Bundesvorsitzender der Deutschen Jungdemokraten. Er gehörte in seiner Funktion als Vorsitzender der Jungdemokraten dem Bundesvorstand der F.D.P. an und war gewähltes Mitglied des Landesvorstands der F.D.P. in NRW bis zu seinem Austritt anlässlich des Koalitionswechsels 1982. Mehr zum Autor lesen sie hier.

    Sie können dem Autor auch im Fediverse folgen unter: @hans.peter.knirsch

  6. Os bastidores da Teoria Crítica

    Uma viagem inédita aos arquivos originais da Escola de Frankfurt revela os rascunhos, cartas e anotações dos pensadores que forjaram este movimento intelectual – mostrando o processo criativo por trás das grandes teorias. Leia um trecho e concorra a um exemplar

    outraspalavras.net/blog/os-bas

  7. Os bastidores da Teoria Crítica

    Uma viagem inédita aos arquivos originais da Escola de Frankfurt revela os rascunhos, cartas e anotações dos pensadores que forjaram este movimento intelectual – mostrando o processo criativo por trás das grandes teorias. Leia um trecho e concorra a um exemplar

    outraspalavras.net/blog/os-bas

  8. Os bastidores da Teoria Crítica

    Uma viagem inédita aos arquivos originais da Escola de Frankfurt revela os rascunhos, cartas e anotações dos pensadores que forjaram este movimento intelectual – mostrando o processo criativo por trás das grandes teorias. Leia um trecho e concorra a um exemplar

    outraspalavras.net/blog/os-bas

  9. Os bastidores da Teoria Crítica

    Uma viagem inédita aos arquivos originais da Escola de Frankfurt revela os rascunhos, cartas e anotações dos pensadores que forjaram este movimento intelectual – mostrando o processo criativo por trás das grandes teorias. Leia um trecho e concorra a um exemplar

    outraspalavras.net/blog/os-bas

  10. Relevant

    Das A und O politischer Diskurskämpfe ist das Agendasetting. Das ist das Ressort, in dem die demokratischen Kräfte im Kampf gegen die AfD am schlimmsten versagen. Ob es nun mehr “die Politik” ist, oder mehr “die Medien”, ist einerseits die Frage nach der Henne und dem Ei. Da ich in meinem Berufsleben mehr “der Politik” angehört habe, über ihr Handwerk also mehr weiss, bin ich darüber am meisten entsetzt. Nach den Regeln repräsentativer – also faktisch: bürgerlicher – Demokratie, müsste sie die Öffentlichkeit führen. Faktisch aber lässt sie sich treiben von den gegenwärtigen konzerneigenen Triebkräften der Aufmerksamkeitsökonomie. Die müssen von Politiker*inne*n selbstverständlich aufmerksam zur Kenntnis genommen – und im optimalen Falle: bespielt – werden. Was aber heute – nicht nur hier, sondern weitgehend global – zu sehen ist, ist vor allem ideen- und wehrlos, arm und billig. Finde ich.

    Gerade weil das so ist, will ich nicht aufhören mit Hinweisen auf Alternativen. Heute mit einem sichtlichen Übergewicht des insgesamt politisch furchtbar irrlichternden overton-magazins.

    Darum fange ich lieber mit dem besten Text des Wochenendes an. Der war nämlich in der FAZ, und ist dort digital eingemauert. Der ist vom Medienredakteur der Sonntagsausgabe, der sich seit Jahren intellektuell positiv vom missionarischen Kreuzzügler der Milliardärsverlegerinteressen Hanfeld abhebt, Harald Staun: “Was den Fortschrittsvisionen von Musk, Thiel und Altman fehlt – Marskolonien, fliegende Autos, ewiges Leben: Die futuristisch klingenden Projekte von Musk, Thiel oder Altman sind nur aufgewärmte Fortschrittsentwürfe von gestern. Was ihnen fehlt: die Fähigkeit, die Gegenwart als veränderbar zu begreifen.” Meine Freund*inn*e*n wissen, dass ich über diverse Paywallbohrer verfüge. Ich konnte den Text lesen, und stelle ihn gerne ganz individuell, unkommerziell und nur “zum privaten Gebrauch” zur Verfügung. Es lohnt sich.

    Und nun schalte ich um zu den bösen “Alternativmedien”. In diesem Fall steckt meines Wissens kein Russe dahinter, sondern ein paar Frankfurter Irrlichter aus dem Westend-Verlag. Die waren so schlau, dem verrenteten Ex-Telepolis-Chef Florian Rötzer ein publizistisches Exil anzubieten. Und Rötzer brachte ein paar Autor*inn*en mit, die das Lesen verdienen. Stephan Schleim z.B.: “Ist der Cannabis-Konsum nach der Entkriminalisierung angestiegen? – Nach einer Zwischenevaluation änderte sich der Konsum kaum, aber die Kriminalität ist stark gesunken. Drogenpolitische Schlussfolgerungen.”

    Ich persönlich bin 100% Nichtraucher. Diese Debatte ist für mich relevant, weil es um Genuss- versus Verbotskultur und Kriminalisierung versus Entkriminalisierung geht. Schauen Sie mal auf Schleims Schaubild und beachten Sie die Kurve der 12-17-jährigen. Insbesondere, wenn Sie am Verbieten von Smartphones und asozialen Medien irgendwas richtig finden. Beachten Sie die Legalisierung 2012. Was ändert sich bei dieser Altersgruppe? Nichts. Weil es sie nicht interessiert. Ist für ihre Lebenspraxis komplett egal. Platter Symbolismus für die, die es für ihr eigenes Wohlbefinden nötig haben.

    Die damit einhergehenden Gefahren sind selbstverständlich dennoch nicht zu leugnen, aber nicht kinder- oder jugendspezifisch. Florian Rötzer: Studie: Kognitive Beeinträchtigungen nehmen zu, vor allem bei den jüngeren Menschen – In den USA breitet sich vor allem bei den Unter-40-Jährigen eine kognitive Beeinträchtigung oder Störung (cognitive disability) aus. Darunter werden ernsthafte Konzentrations-, Gedächtnis- und Entscheidungsprobleme verstanden.” “Jüngere” sind in diesem Zusammenhang unter 40, also eindeutig Erwachsene, und sehr, sehr häufig Eltern.

    Zum Trump-Netanjahu -Deal schreibt Moshe Zuckermann, für Netanyahu und seine Freunde wahrscheinlich ein lupenreiner “Antisemit”: Der Trump-Netanjahu-Deal – Donald Trump und Benjamin Netanjahu haben einen Plan zur Beendigung des Gazakrieges erstellt. Obwohl er von vielen in der Welt bejubelt wird, birgt er große Schwierigkeiten in sich.” Auch diesen Autor hatte Rötzer zu overton mitgebracht.

    Wie auch den Ex-Bundeswehroffizier Jürgen Hübschen: Vorsicht vor den Heißspornen ohne sicherheitspolitischen Sachverstand! – Ein paar kurze persönliche Anmerkungen zur Kriegsrhetorik – und ein dringender Rat.”

    Nicht vollständig zu folgen bereit bin ich Kurt Hackbarth/Jacobin mit seiner nahezu widerspruchsfreien Eloge auf Claudia Sheinbaum. Da über sie als politisch erfolgreiche Linke aber hierzulande absichtsvoll null berichtet wird, bleibt die Lektüre ihrer starken Seiten umso aufschlussreicher. Immerhin blamierte sich diese Dame gegenüber dem “mächtigsten Mann der Welt” weit weniger, als die speichelleckenden und auf Schleimspuren rodelnden sieben EU-Zwerge. Kurt Hackbarth: Sheinbaums erstes Amtsjahr war ein Triumph – Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum zeigt: Der Ausbau von Infrastruktur und Sozialstaat ist ein Erfolgsmodell. 3.000 Kilometer neue Eisenbahnschienen, 1,8 Millionen neue Wohnungen und Zustimmungswerte um 80 Prozent sprechen für sich.”

  11. Relevant

    Das A und O politischer Diskurskämpfe ist das Agendasetting. Das ist das Ressort, in dem die demokratischen Kräfte im Kampf gegen die AfD am schlimmsten versagen. Ob es nun mehr “die Politik” ist, oder mehr “die Medien”, ist einerseits die Frage nach der Henne und dem Ei. Da ich in meinem Berufsleben mehr “der Politik” angehört habe, über ihr Handwerk also mehr weiss, bin ich darüber am meisten entsetzt. Nach den Regeln repräsentativer – also faktisch: bürgerlicher – Demokratie, müsste sie die Öffentlichkeit führen. Faktisch aber lässt sie sich treiben von den gegenwärtigen konzerneigenen Triebkräften der Aufmerksamkeitsökonomie. Die müssen von Politiker*inne*n selbstverständlich aufmerksam zur Kenntnis genommen – und im optimalen Falle: bespielt – werden. Was aber heute – nicht nur hier, sondern weitgehend global – zu sehen ist, ist vor allem ideen- und wehrlos, arm und billig. Finde ich.

    Gerade weil das so ist, will ich nicht aufhören mit Hinweisen auf Alternativen. Heute mit einem sichtlichen Übergewicht des insgesamt politisch furchtbar irrlichternden overton-magazins.

    Darum fange ich lieber mit dem besten Text des Wochenendes an. Der war nämlich in der FAZ, und ist dort digital eingemauert. Der ist vom Medienredakteur der Sonntagsausgabe, der sich seit Jahren intellektuell positiv vom missionarischen Kreuzzügler der Milliardärsverlegerinteressen Hanfeld abhebt, Harald Staun: “Was den Fortschrittsvisionen von Musk, Thiel und Altman fehlt – Marskolonien, fliegende Autos, ewiges Leben: Die futuristisch klingenden Projekte von Musk, Thiel oder Altman sind nur aufgewärmte Fortschrittsentwürfe von gestern. Was ihnen fehlt: die Fähigkeit, die Gegenwart als veränderbar zu begreifen.” Meine Freund*inn*e*n wissen, dass ich über diverse Paywallbohrer verfüge. Ich konnte den Text lesen, und stelle ihn gerne ganz individuell, unkommerziell und nur “zum privaten Gebrauch” zur Verfügung. Es lohnt sich.

    Und nun schalte ich um zu den bösen “Alternativmedien”. In diesem Fall steckt meines Wissens kein Russe dahinter, sondern ein paar Frankfurter Irrlichter aus dem Westend-Verlag. Die waren so schlau, dem verrenteten Ex-Telepolis-Chef Florian Rötzer ein publizistisches Exil anzubieten. Und Rötzer brachte ein paar Autor*inn*en mit, die das Lesen verdienen. Stephan Schleim z.B.: “Ist der Cannabis-Konsum nach der Entkriminalisierung angestiegen? – Nach einer Zwischenevaluation änderte sich der Konsum kaum, aber die Kriminalität ist stark gesunken. Drogenpolitische Schlussfolgerungen.”

    Ich persönlich bin 100% Nichtraucher. Diese Debatte ist für mich relevant, weil es um Genuss- versus Verbotskultur und Kriminalisierung versus Entkriminalisierung geht. Schauen Sie mal auf Schleims Schaubild und beachten Sie die Kurve der 12-17-jährigen. Insbesondere, wenn Sie am Verbieten von Smartphones und asozialen Medien irgendwas richtig finden. Beachten Sie die Legalisierung 2012. Was ändert sich bei dieser Altersgruppe? Nichts. Weil es sie nicht interessiert. Ist für ihre Lebenspraxis komplett egal. Platter Symbolismus für die, die es für ihr eigenes Wohlbefinden nötig haben.

    Die damit einhergehenden Gefahren sind selbstverständlich dennoch nicht zu leugnen, aber nicht kinder- oder jugendspezifisch. Florian Rötzer: Studie: Kognitive Beeinträchtigungen nehmen zu, vor allem bei den jüngeren Menschen – In den USA breitet sich vor allem bei den Unter-40-Jährigen eine kognitive Beeinträchtigung oder Störung (cognitive disability) aus. Darunter werden ernsthafte Konzentrations-, Gedächtnis- und Entscheidungsprobleme verstanden.” “Jüngere” sind in diesem Zusammenhang unter 40, also eindeutig Erwachsene, und sehr, sehr häufig Eltern.

    Zum Trump-Netanjahu -Deal schreibt Moshe Zuckermann, für Netanyahu und seine Freunde wahrscheinlich ein lupenreiner “Antisemit”: Der Trump-Netanjahu-Deal – Donald Trump und Benjamin Netanjahu haben einen Plan zur Beendigung des Gazakrieges erstellt. Obwohl er von vielen in der Welt bejubelt wird, birgt er große Schwierigkeiten in sich.” Auch diesen Autor hatte Rötzer zu overton mitgebracht.

    Wie auch den Ex-Bundeswehroffizier Jürgen Hübschen: Vorsicht vor den Heißspornen ohne sicherheitspolitischen Sachverstand! – Ein paar kurze persönliche Anmerkungen zur Kriegsrhetorik – und ein dringender Rat.”

    Nicht vollständig zu folgen bereit bin ich Kurt Hackbarth/Jacobin mit seiner nahezu widerspruchsfreien Eloge auf Claudia Sheinbaum. Da über sie als politisch erfolgreiche Linke aber hierzulande absichtsvoll null berichtet wird, bleibt die Lektüre ihrer starken Seiten umso aufschlussreicher. Immerhin blamierte sich diese Dame gegenüber dem “mächtigsten Mann der Welt” weit weniger, als die speichelleckenden und auf Schleimspuren rodelnden sieben EU-Zwerge. Kurt Hackbarth: Sheinbaums erstes Amtsjahr war ein Triumph – Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum zeigt: Der Ausbau von Infrastruktur und Sozialstaat ist ein Erfolgsmodell. 3.000 Kilometer neue Eisenbahnschienen, 1,8 Millionen neue Wohnungen und Zustimmungswerte um 80 Prozent sprechen für sich.”

  12. Zwei Jahrzehnte lang betrügt Jürgen Harksen Anleger um Millionenbeträge. Als der Druck seiner Gläubiger zu groß wird, flieht er 1993 nach Südafrika. Am 30. Oktober 2002 wurde er nach Deutschland ausgeliefert.
    Jürgen Harksen: Ein "Finanzgenie" prellt Hamburgs High-Society
  13. Rudi Dutschke war ein begnadeter Redner. Jetzt lässt sich auf sechs CDs nachhören, wie er 1968 seine Zu­hö­re­r:in­nen in den Bann schlug.
    Dutschke-Reden auf CD: Das raue Timbre der Revolte
  14. Auch ohne Livepräsenz ist rund um die Frankfurter Buchmesse schon einiges los. Dennoch vermisst man die persönlichen Begegnungen.
    Ein T-Shirt sorgt für eine Debatte: Plappern mit Jürgen Habermas
  15. Auch ohne Livepräsenz ist rund um die Frankfurter Buchmesse schon einiges los. Dennoch vermisst man die persönlichen Begegnungen.
    Ein T-Shirt sorgt für eine Debatte: Plappern mit Jürgen Habermas
  16. Legal – Illegal – Scheißegal …

    Opportunismus und die Herrschaft des Rechts

    „Außenpolitik wird nicht überzeugender dadurch, dass wir Völkerrechtsbrüche nicht so nennen“ (Frank-Walter Steinmeier zum Iran-Krieg der USA und Israels)

    Die Rede des Bundespräsidenten auf der 75-Jahr-Feier des Auswärtigen Amtes am 24. März 2026 fiel deutlich aus. Der Überfall der USA und Israels sei nach seinem „Dafürhalten völkerrechtswidrig“. Es gebe wenig Zweifel daran, dass die Begründung mit einem unmittelbar bevorstehenden Angriff auf die USA nicht trage. Der Krieg sei ein „politisch verhängnisvoller Fehler“ und „ein wirklich vermeidbarer, unnötiger Krieg, wenn sein Ziel denn war, den Iran auf dem Weg zur Atombombe zu stoppen“.

    Frank Steinmeiers klare Haltung war eine Ohrfeige für die Bundesregierung. Eine im Iran-Krieg eher leise grüne Oppositionsfraktion konnte sich mitgemeint fühlen.

    „Komplex“

    Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU, versicherte dagegen ernsthaft, dass die Prüfung der rechtlichen Einordnung dieses Krieges durch die zuständige Bundesregierung auch drei Wochen nach Beginn der Bombardements noch nicht abgeschlossen sei. Für die CDU ist die Lage wie zuvor schon bei Trumps Überfall auf Venezuela „komplex“.

    Weniger „komplex“ argumentierte Israels Botschafter Ron Prosor in der FAZ. Er machte sich gar nicht erst die Mühe, den Völkerrechtsbruch zu leugnen. „Wir müssen aufhören, in alten Schablonen zu denken. Klugheit bedeutet heute, den Mut zu haben, das Richtige zu tun, statt nur das Richtige zu wollen.“

    Das Völkerrecht als „alte Schablone“. Bei den Spontis hieß das kurz und knapp Legal-Illegal-Scheißegal. Im Kern gab Prosor der Kritik Steinmeiers so recht.

    Schon zum Beginn der Kampfhandlungen hatten die US-Dienste bestritten, dass ein Angriff des Iran unmittelbar bevorstehe. Damit war die Voraussetzung des Artikels 51 der UN Charta zur Durchbrechung des Gewaltverbots des nicht gegeben. Wie beim Irak-Krieg 2022 handelt es sich um einen vom internationalen Recht nicht gedeckten Präemptivschlag. Vom Griff nach der Atombombe war der Iran, so die IAEO, noch Jahre entfernt. Steinmeier verwies zu Recht darauf, dass es unter dem Atomabkommen von 2015 eine höhere Sicherheit gegen eine iranische Bombe gehabt habe als heute. Doch das JCPOA wurde 2018 von Trump gekündigt.

    ius ad bellum

    Die Lage im Nahen Osten ist kompliziert. Die Völkerrechtswidrigkeit des US-israelischen Angriffskrieges gegen Iran hingegen ist evident. Das sieht eine Mehrheit der Staaten so, in Europa etwa Spanien. Wenn in Deutschland das Offensichtliche nicht ausgesprochen werden soll, stellt sich die Frage nach dem Warum. Die Völkerrechtswidrigkeit des Iran-Krieges ist keine akademische Frage. Sie hat handfeste politische Konsequenzen.

    Verstößt der US-israelische Angriff gegen das Völkerrecht, hat der Iran nach Artikel 51 das Recht auf Selbstverteidigung – solange der Sicherheitsrat nicht eigene Maßnahmen ergreift, diesen Angriff abzuwenden. Davon ist nicht auszugehen, denn die angreifenden USA haben im Sicherheitsrat Vetorecht. Wenn sie den Krieg beenden wollten, müsste sie den Angriff nur einstellen.

    Die Feststellung, dass der Iran als angegriffener Staat das Recht auf Selbstverteidigung hat, ist unbequem und bitter. Denn das Recht auf Selbstverteidigung wird durch ein brutales, terroristisches Regime wahrgenommen. Dennoch hat der souveräne Iran das ius ad bellum. Wie die von rassistischen und rechtsextremen Kräften abhängige Regierung von Netanjahu nach dem Terroranschlag vom 7. Oktober das Recht und die Pflicht hatte, die Gefahr durch die Hamas zu beenden.

    Doch wie in Gaza suspendiert das Recht zum Krieg nicht das Recht im Krieg. Das ius in bello verbietet Angriffe auf zivile Infrastruktur, auf Schulen und Hospitäler, auf Kraftwerke in der Ukraine, wie auch auf Gasfelder, ob im Iran oder in Qatar.

    Bündnis der Mittelmächte

    Die Kriege in der Ukraine wie im Iran können sofort beendet werden. Putin und Trump müssen ihren völkerrechtswidrigen Angriff stoppen. Doch was in der Ukraine gilt, trifft auch im Iran zu. Weder Putin noch Trump werden wegen des Verstoßes gegen internationales Recht ihre Kriege beenden. Erst wenn die politischen und ökonomischen Konsequenzen die Fortsetzung dieser Kriege nicht mehr lohnend erscheinen lassen, werden sie umkehren.

    Hierzu kann internationaler Druck beitragen. Internationaler Druck aber baut sich nicht auf, wenn der Eindruck entsteht, Deutschland sei in der Ukraine klar auf der Seite des Völkerrechts. In Iran wie in Venezuela aber sei der Angriff der USA zu „komplex“. Bündnispartner gegen Putin wird Deutschland nicht finden und halten, wenn der Eindruck entsteht, im Falle der USA gelte ein anderes Völkerrecht. Treffend kritisierte Friedrich Merz Trumps „Massive Eskalation mit offenem Ausgang“ im Iran, drückte sich aber bei der FAZ um eine völkerrechtliche Bewertung.

    Putin und Trump betreiben einen gewaltsamen, fossil getriebenen Imperialismus. Trumps und Putins Recht des Stärkeren will Europa die Herrschaft des Rechts entgegensetzen. Die Herrschaft des Rechts soll getragen werden von einem breiten Bündnis von Mittelmächten. So forderte es Kanadas Premierminister Mark Carney auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026. Ein Bündnis der Mittelmächte aber wird nicht auf Opportunismus gegründet. Legal-Illegal-Scheißegal untergraben die Herrschaft des Rechts. Doppelte Standards blockieren breite internationale Koalitionen.

    Steinmeier hat recht: „Außenpolitik wird nicht überzeugender dadurch, dass wir Völkerrechtsbrüche nicht so nennen.“

    Dieser Beitrag ist eine Übernahme von der Homepage des Autors, mit seiner freundlichen Genehmigung. Einige Links wurden nachträglich eingefügt.

    Über Jürgen Trittin:

    Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.

  17. Os bastidores da Teoria Crítica

    Uma viagem inédita aos arquivos originais da Escola de Frankfurt revela os rascunhos, cartas e anotações dos pensadores que forjaram este movimento intelectual – mostrando o processo criativo por trás das grandes teorias. Leia um trecho e concorra a um exemplar

    outraspalavras.net/blog/os-bas

  18. Aylin Tezel – „Unbroken“ (2021)

    Manchmal taucht eine Serie auf, die so intensiv, so anders, so kompromisslos daherkommt, dass wir glauben: Das könnte ein Wendepunkt sein. Und dann… bleibt es still. „Unbroken“, erschienen bereits 2021, war so ein Fall. Eine sechsteilige Miniserie, die auf ZDFneo kurz aufflammte, für Staunen sorgte – und bis heute keine echte Nachfolgerin im Programm gefunden hat. Sie blieb ein Solitär, der seitdem einsam in der Mediathek leuchtet. (ZDFneo)

  19. Aylin Tezel – „Unbroken“ (2021)

    Manchmal taucht eine Serie auf, die so intensiv, so anders, so kompromisslos daherkommt, dass wir glauben: Das könnte ein Wendepunkt sein. Und dann… bleibt es still. „Unbroken“, erschienen bereits 2021, war so ein Fall. Eine sechsteilige Miniserie, die auf ZDFneo kurz aufflammte, für Staunen sorgte – und bis heute keine echte Nachfolgerin im Programm gefunden hat. Sie blieb ein Solitär, der seitdem einsam in der Mediathek leuchtet. (ZDFneo)

  20. Aylin Tezel – „Unbroken“ (2021)

    Manchmal taucht eine Serie auf, die so intensiv, so anders, so kompromisslos daherkommt, dass wir glauben: Das könnte ein Wendepunkt sein. Und dann… bleibt es still. „Unbroken“, erschienen bereits 2021, war so ein Fall. Eine sechsteilige Miniserie, die auf ZDFneo kurz aufflammte, für Staunen sorgte – und bis heute keine echte Nachfolgerin im Programm gefunden hat. Sie blieb ein Solitär, der seitdem einsam in der Mediathek leuchtet. (ZDFneo)

  21. Aylin Tezel – „Unbroken“ (2021)

    Manchmal taucht eine Serie auf, die so intensiv, so anders, so kompromisslos daherkommt, dass wir glauben: Das könnte ein Wendepunkt sein. Und dann… bleibt es still. „Unbroken“, erschienen bereits 2021, war so ein Fall. Eine sechsteilige Miniserie, die auf ZDFneo kurz aufflammte, für Staunen sorgte – und bis heute keine echte Nachfolgerin im Programm gefunden hat. Sie blieb ein Solitär, der seitdem einsam in der Mediathek leuchtet. (ZDFneo)

  22. Aylin Tezel – „Unbroken“ (2021)

    Manchmal taucht eine Serie auf, die so intensiv, so anders, so kompromisslos daherkommt, dass wir glauben: Das könnte ein Wendepunkt sein. Und dann… bleibt es still. „Unbroken“, erschienen bereits 2021, war so ein Fall. Eine sechsteilige Miniserie, die auf ZDFneo kurz aufflammte, für Staunen sorgte – und bis heute keine echte Nachfolgerin im Programm gefunden hat. Sie blieb ein Solitär, der seitdem einsam in der Mediathek leuchtet. (ZDFneo)

  23. Lange herrschte unter Linken der Irrglaube, die Religion werde bald überholt sein. Tatsächlich gewinnt sie an gesellschaftlicher Bedeutung. Sozialismus und Religion: Weniger Befremden – mehr Respekt