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#stephanschleim — Public Fediverse posts

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  1. Die “Autismus”-Pandemie

    Eine gefährliche Falle für die bürgerliche Demokratie

    Gestern korrespondierte ich mal wieder mit einem guten politischen Freund über die grassierende sinkende Medienqualität. Ich erwähnte einen US-Korrespondenten der SZ, und zwar einen Gutwilligen, der eine landesweite Mobilisierung für millionenstarke Anti-Trump-Demos nicht bemerkt hatte, und eine Woche vorher von einem gemeinsamen Freund darauf hingewiesen werden musste. Hier in Beuel kannte ich das Thema schon einen Monat lang. Ich mache dem Kollegen keinen Vorwurf – obwohl: objektiv ist es schon einer. Die Arbeitsverdichtung ist weit fortgeschritten, die Verlegerclans sparen die Redaktionen nieder, die Allgemeinbildung wird nicht besser … Und der Gute ist ja kein Einzelfall, sondern Repräsentant eines verbreiteten Problems. Die Kolleg*inn*en beim MDR-Altpapier protokollieren es jeden Werktag. Und machen das immerhin gut. Aber wer kennt die?

    Beginnen wir lieber mit der guten Nachricht

    Auch die ist schon fragil, denn in Spanien wollen, wie überall im EU-Europa, trumpfreundliche Faschist*inn*en Wahlen gewinnen und die aktuelle Regierung ablösen. Jedenfalls macht die Regierung offenbar fast alles anders, als der Rest der EU, wie Antón Gómez-Reino Varela/IPG-Journal schreibt: Vielfalt oder Niedergang – Gegen den europäischen Trend will Spanien eine halbe Million Migranten legalisieren. Der Schritt ist wirtschaftlich motiviert – und zukunftsweisend.” Ob das erfolgreich ist, weiss ich nicht. Richtig ist es. Freilich gibt es einen Stolperstein, den Spanien allein nicht in der Hand hat: der Klimawandel und die Wüstenbildung in Spanien. Mitverursacher: die industrielle Landwirtschaft. Das ist EU-Politik, und die macht es nicht besser sondern schlimmer. Auch das von ihm richtig beschriebene Landflucht-Problem ist kein spanischer Sonderfall. Im herrschenden Immobilienkapitalismus ist Grunderwerb für Individuen weitgehend unmöglich geworden, und Grundbewirtschaftung wird es – überall, wo Privatbesitz an Grund und Boden grassiert.

    Fast schon komisch-satirisch ein anderer Text an gleicher Stelle Emily Chamlee-Wright, die, so ihre Autorinnennotiz “klassisch liberale Ideen fördern” will: Positiv bleiben – Technische Revolutionen haben stets Arbeitsplätze vernichtet – und zugleich Fortschritt bewirkt. Auch KI wird den Menschen nicht überflüssig machen.”

    An einer Stelle heisst es bei ihr: “Unzählige Einzelpersonen und Unternehmen erproben, wie man Werkzeuge, Instrumente, Fertigkeiten und Ideen neu miteinander kombinieren kann. Diese neuen Kombinationen sind nicht vorhersehbar, denn ihre Entwicklung ist in erster Linie keine technische Frage, sondern eine des Entdeckens. Welche neuen Kombinationen erfolgreich sind, erweist sich erst im Marktprozess.” Ich musste sehr lachen. Den staatsmonpolistischen Kapitalismus kennt die Frau “Präsidentin” offenbar nicht, hat sie vielleicht noch nie gehört. Ich habe sogleich Beueler Garagen überprüft, ob dort “unzählige Einzelpersonen”, jugendliche Daniel Düsentriebs, es wild mit dem Erfinden treiben, um in Kürze so reich zu werden, wie die angeblichen Idole Elon Musk und Mark Zuckerberg. Autogaragen sind die Garagen schon lange nicht mehr, die Autos parken alle auf dem Gehweg und nehmen den Rollatoren den Platz weg. Aber in den Garagen ist heute alles ruhig.

    Näher an der Wirklichkeit ist da “Der neue Davos Man” von Cord Jakobeit – “Nach der neoliberalen Globalisierung kommt die ‘Tech-Brobalisierung’. Auch hier offenbart sich Europas massive Abhängigkeit von den USA.” In seinem gezeichneten Bild wird die Abkapselung dieser “Bro’s” von der realen Welt da draussen spürbar.

    Sind die Herrschenden nun “krank” oder “normal”?

    Der Kampf um diese Definition bringt uns dem Kern der Sache schon näher. Krankheiten – fragen Sie nach bei Friedrich Merz und seinen “Wirtschaftsräten” und “Familienunternehmen” – angebliche und wirkliche, rücken ins Zentrum der gesellschaftspolitischen Machtkämpfe. Mann kann darüber zwar sachlich argumentieren – aber die Instrumentalisierungsoptionen liegen quasi alle vor der Haustür von Parteien, Medien und Lobbys.

    Für die Analyse ist nicht ganz nebensächlich, ob zuerst die Henne oder das Ei da war. Mein Vorschlag: versuchen wirs mal mit der aussterbenden Dialektik.

    Im Wissenschaftsteil der oft allzu doktrinären Jungen Welt fand ich diese Orchidee von Felix Bartels, die in einigen Tagen in einem “linksradikalen” Paywallarchiv beerdigt wird: Psychiatrie: Gib ihm das Tablet – Virtueller Autismus. Digitale Medien und ihre Wirkung auf die Kindesentwicklung”. Im Prinzip richtig beobachtet und nicht zu bestreiten. In Rechnung zu stellen ist, dass Körper und Gehirne von Kindern noch mitten in der Konstruktion und Verdrahtung, also im Guten wie im Schlechten beeinflussbarer sind, als bei uns erwachsenen Geriatrie-Patient*inn*en. Die Neuimplementierung von Informations- und Kommunikationstechniken gefährdet uns Erwachsene dennoch in gleicher Weise und ähnlichem Ausmass. Zeigen Sie mir den allseitig gebildeten Erwachsenen, dessen Medienkompetenz perfekt-medienkritisch und spielerisch-souverän mit den asozialen Netzwerken und den bestehenden KI/AI-Konsumangeboten umzugehen weiss. Ich kenne noch keinen.

    So kommt es dann, wie es kommen muss. Wie erwähnt: das können Sie hier weiterlesen, vorwärts oder rückwärts, egal.

    Noch Beiträge zur Versachlichung des Krankheitsdiskurses gefällig?

    Zu den modischen Klassifizierungen von Krankheiten ist Stephan Schleim der Autor meiner Wahl. Z.B. seine Textreihe zu “ADHS” halte ich für uns Laien für aussergewöhnlich aufschlussreich:

    ADHS-Diagnosen: Versechsfachung bei jungen Frauen, Verdreifachung bei den Männern – Seit der COVID-Pandemie explodieren die psychiatrischen Diagnosen förmlich”

    Was bedeuten die stark ansteigenden Diagnosezahlen für ADHS? – Vor allem bei erwachsenen Frauen stieg die Häufigkeit in den letzten Jahren auf bis das Sechsfache”

    ADHS in den Medien: Was läuft schief? Beispiel Quarks – Die gesellschaftlichen Folgen von zu viel Aufmerksamkeit für die Aufmerksamkeitsstörung.”

    An Schleims Argumentationsführung gefällt mir, dass er individuelle Schicksale nicht verniedlicht, aber immer den Weg zur gesellschaftlichen/sozialen Bedingtheit sucht. Das steht im einzelnen dann jedem sachlich-fachlichen Streit offen. Und unterscheidet sich damit wohltuend von PR-Moden und ideologischen Propagandafeldzügen der Herrschenden.

    Mein Tipp: ziehen Sie Ihre Schlüsse selbst.

  2. Die “Autismus”-Pandemie

    Eine gefährliche Falle für die bürgerliche Demokratie

    Gestern korrespondierte ich mal wieder mit einem guten politischen Freund über die grassierende sinkende Medienqualität. Ich erwähnte einen US-Korrespondenten der SZ, und zwar einen Gutwilligen, der eine landesweite Mobilisierung für millionenstarke Anti-Trump-Demos nicht bemerkt hatte, und eine Woche vorher von einem gemeinsamen Freund darauf hingewiesen werden musste. Hier in Beuel kannte ich das Thema schon einen Monat lang. Ich mache dem Kollegen keinen Vorwurf – obwohl: objektiv ist es schon einer. Die Arbeitsverdichtung ist weit fortgeschritten, die Verlegerclans sparen die Redaktionen nieder, die Allgemeinbildung wird nicht besser … Und der Gute ist ja kein Einzelfall, sondern Repräsentant eines verbreiteten Problems. Die Kolleg*inn*en beim MDR-Altpapier protokollieren es jeden Werktag. Und machen das immerhin gut. Aber wer kennt die?

    Beginnen wir lieber mit der guten Nachricht

    Auch die ist schon fragil, denn in Spanien wollen, wie überall im EU-Europa, trumpfreundliche Faschist*inn*en Wahlen gewinnen und die aktuelle Regierung ablösen. Jedenfalls macht die Regierung offenbar fast alles anders, als der Rest der EU, wie Antón Gómez-Reino Varela/IPG-Journal schreibt: Vielfalt oder Niedergang – Gegen den europäischen Trend will Spanien eine halbe Million Migranten legalisieren. Der Schritt ist wirtschaftlich motiviert – und zukunftsweisend.” Ob das erfolgreich ist, weiss ich nicht. Richtig ist es. Freilich gibt es einen Stolperstein, den Spanien allein nicht in der Hand hat: der Klimawandel und die Wüstenbildung in Spanien. Mitverursacher: die industrielle Landwirtschaft. Das ist EU-Politik, und die macht es nicht besser sondern schlimmer. Auch das von ihm richtig beschriebene Landflucht-Problem ist kein spanischer Sonderfall. Im herrschenden Immobilienkapitalismus ist Grunderwerb für Individuen weitgehend unmöglich geworden, und Grundbewirtschaftung wird es – überall, wo Privatbesitz an Grund und Boden grassiert.

    Fast schon komisch-satirisch ein anderer Text an gleicher Stelle Emily Chamlee-Wright, die, so ihre Autorinnennotiz “klassisch liberale Ideen fördern” will: Positiv bleiben – Technische Revolutionen haben stets Arbeitsplätze vernichtet – und zugleich Fortschritt bewirkt. Auch KI wird den Menschen nicht überflüssig machen.”

    An einer Stelle heisst es bei ihr: “Unzählige Einzelpersonen und Unternehmen erproben, wie man Werkzeuge, Instrumente, Fertigkeiten und Ideen neu miteinander kombinieren kann. Diese neuen Kombinationen sind nicht vorhersehbar, denn ihre Entwicklung ist in erster Linie keine technische Frage, sondern eine des Entdeckens. Welche neuen Kombinationen erfolgreich sind, erweist sich erst im Marktprozess.” Ich musste sehr lachen. Den staatsmonpolistischen Kapitalismus kennt die Frau “Präsidentin” offenbar nicht, hat sie vielleicht noch nie gehört. Ich habe sogleich Beueler Garagen überprüft, ob dort “unzählige Einzelpersonen”, jugendliche Daniel Düsentriebs, es wild mit dem Erfinden treiben, um in Kürze so reich zu werden, wie die angeblichen Idole Elon Musk und Mark Zuckerberg. Autogaragen sind die Garagen schon lange nicht mehr, die Autos parken alle auf dem Gehweg und nehmen den Rollatoren den Platz weg. Aber in den Garagen ist heute alles ruhig.

    Näher an der Wirklichkeit ist da “Der neue Davos Man” von Cord Jakobeit – “Nach der neoliberalen Globalisierung kommt die ‘Tech-Brobalisierung’. Auch hier offenbart sich Europas massive Abhängigkeit von den USA.” In seinem gezeichneten Bild wird die Abkapselung dieser “Bro’s” von der realen Welt da draussen spürbar.

    Sind die Herrschenden nun “krank” oder “normal”?

    Der Kampf um diese Definition bringt uns dem Kern der Sache schon näher. Krankheiten – fragen Sie nach bei Friedrich Merz und seinen “Wirtschaftsräten” und “Familienunternehmen” – angebliche und wirkliche, rücken ins Zentrum der gesellschaftspolitischen Machtkämpfe. Mann kann darüber zwar sachlich argumentieren – aber die Instrumentalisierungsoptionen liegen quasi alle vor der Haustür von Parteien, Medien und Lobbys.

    Für die Analyse ist nicht ganz nebensächlich, ob zuerst die Henne oder das Ei da war. Mein Vorschlag: versuchen wirs mal mit der aussterbenden Dialektik.

    Im Wissenschaftsteil der oft allzu doktrinären Jungen Welt fand ich diese Orchidee von Felix Bartels, die in einigen Tagen in einem “linksradikalen” Paywallarchiv beerdigt wird: Psychiatrie: Gib ihm das Tablet – Virtueller Autismus. Digitale Medien und ihre Wirkung auf die Kindesentwicklung”. Im Prinzip richtig beobachtet und nicht zu bestreiten. In Rechnung zu stellen ist, dass Körper und Gehirne von Kindern noch mitten in der Konstruktion und Verdrahtung, also im Guten wie im Schlechten beeinflussbarer sind, als bei uns erwachsenen Geriatrie-Patient*inn*en. Die Neuimplementierung von Informations- und Kommunikationstechniken gefährdet uns Erwachsene dennoch in gleicher Weise und ähnlichem Ausmass. Zeigen Sie mir den allseitig gebildeten Erwachsenen, dessen Medienkompetenz perfekt-medienkritisch und spielerisch-souverän mit den asozialen Netzwerken und den bestehenden KI/AI-Konsumangeboten umzugehen weiss. Ich kenne noch keinen.

    So kommt es dann, wie es kommen muss. Wie erwähnt: das können Sie hier weiterlesen, vorwärts oder rückwärts, egal.

    Noch Beiträge zur Versachlichung des Krankheitsdiskurses gefällig?

    Zu den modischen Klassifizierungen von Krankheiten ist Stephan Schleim der Autor meiner Wahl. Z.B. seine Textreihe zu “ADHS” halte ich für uns Laien für aussergewöhnlich aufschlussreich:

    ADHS-Diagnosen: Versechsfachung bei jungen Frauen, Verdreifachung bei den Männern – Seit der COVID-Pandemie explodieren die psychiatrischen Diagnosen förmlich”

    Was bedeuten die stark ansteigenden Diagnosezahlen für ADHS? – Vor allem bei erwachsenen Frauen stieg die Häufigkeit in den letzten Jahren auf bis das Sechsfache”

    ADHS in den Medien: Was läuft schief? Beispiel Quarks – Die gesellschaftlichen Folgen von zu viel Aufmerksamkeit für die Aufmerksamkeitsstörung.”

    An Schleims Argumentationsführung gefällt mir, dass er individuelle Schicksale nicht verniedlicht, aber immer den Weg zur gesellschaftlichen/sozialen Bedingtheit sucht. Das steht im einzelnen dann jedem sachlich-fachlichen Streit offen. Und unterscheidet sich damit wohltuend von PR-Moden und ideologischen Propagandafeldzügen der Herrschenden.

    Mein Tipp: ziehen Sie Ihre Schlüsse selbst.

  3. Die “Autismus”-Pandemie

    Eine gefährliche Falle für die bürgerliche Demokratie

    Gestern korrespondierte ich mal wieder mit einem guten politischen Freund über die grassierende sinkende Medienqualität. Ich erwähnte einen US-Korrespondenten der SZ, und zwar einen Gutwilligen, der eine landesweite Mobilisierung für millionenstarke Anti-Trump-Demos nicht bemerkt hatte, und eine Woche vorher von einem gemeinsamen Freund darauf hingewiesen werden musste. Hier in Beuel kannte ich das Thema schon einen Monat lang. Ich mache dem Kollegen keinen Vorwurf – obwohl: objektiv ist es schon einer. Die Arbeitsverdichtung ist weit fortgeschritten, die Verlegerclans sparen die Redaktionen nieder, die Allgemeinbildung wird nicht besser … Und der Gute ist ja kein Einzelfall, sondern Repräsentant eines verbreiteten Problems. Die Kolleg*inn*en beim MDR-Altpapier protokollieren es jeden Werktag. Und machen das immerhin gut. Aber wer kennt die?

    Beginnen wir lieber mit der guten Nachricht

    Auch die ist schon fragil, denn in Spanien wollen, wie überall im EU-Europa, trumpfreundliche Faschist*inn*en Wahlen gewinnen und die aktuelle Regierung ablösen. Jedenfalls macht die Regierung offenbar fast alles anders, als der Rest der EU, wie Antón Gómez-Reino Varela/IPG-Journal schreibt: Vielfalt oder Niedergang – Gegen den europäischen Trend will Spanien eine halbe Million Migranten legalisieren. Der Schritt ist wirtschaftlich motiviert – und zukunftsweisend.” Ob das erfolgreich ist, weiss ich nicht. Richtig ist es. Freilich gibt es einen Stolperstein, den Spanien allein nicht in der Hand hat: der Klimawandel und die Wüstenbildung in Spanien. Mitverursacher: die industrielle Landwirtschaft. Das ist EU-Politik, und die macht es nicht besser sondern schlimmer. Auch das von ihm richtig beschriebene Landflucht-Problem ist keijn spanischer Sonderfall. Im herrschenden Immobilienkapitalismus ist Grunderwerb für Individuen weitgehend unmöglich geworden, und Grundbewirtschaftung wird es – überall, wo Privatbesitz an Grund und Boden grassiert.

    Fast schon komisch-satirisch ein anderer Text an gleicher Stelle Emily Chamlee-Wright, die, so ihre Autorinnennotiz “klassisch liberale Ideen fördern” will: Positiv bleiben – Technische Revolutionen haben stets Arbeitsplätze vernichtet – und zugleich Fortschritt bewirkt. Auch KI wird den Menschen nicht überflüssig machen.”

    An einer Stelle heisst es bei ihr: “Unzählige Einzelpersonen und Unternehmen erproben, wie man Werkzeuge, Instrumente, Fertigkeiten und Ideen neu miteinander kombinieren kann. Diese neuen Kombinationen sind nicht vorhersehbar, denn ihre Entwicklung ist in erster Linie keine technische Frage, sondern eine des Entdeckens. Welche neuen Kombinationen erfolgreich sind, erweist sich erst im Marktprozess.” Ich musste sehr lachen. Den staatsmonpolistischen Kapitalismus kennt die Frau “Präsidentin” offenbar nicht, hat sie vielleicht noch nie gehört. Ich habe sogleich Beueler Garagen überprüft, ob dort “unzählige Einzelpersonen”, jugendliche Daniel Düsentriebs, es wild mit dem Erfinden treiben, um in Kürze so reich zu werden, wie die angeblichen Idole Elon Musk und Mark Zuckerberg. Autogaragen sind die Garagen schon lange nicht mehr, die Autos parken alle auf dem Gehweg und nehmen den Rollatoren den Platz weg. Aber in den Garagen ist heute alles ruhig.

    Näher an der Wirklichkeit ist da “Der neue Davos Man” von Cord Jakobeit – “Nach der neoliberalen Globalisierung kommt die ‘Tech-Brobalisierung’. Auch hier offenbart sich Europas massive Abhängigkeit von den USA.” In seinem gezeichneten Bild wird die Abkapselung dieser “Bro’s” von der realen Welt da draussen spürbar.

    Sind die Herrschenden nun “krank” oder “normal”?

    Der Kampf um diese Deifinition bringt uns dem Kern der Sache schon näher. Krankheiten – fragen Sie nach bei Friedrich Merz und seinen “Wirtschaftsräten” und “Familienunternehmen” – angebliche und wirkliche, rücken ins Zentrum der gesellschaftspolitischen Machtkämpfe. Mann kann darüber zwar sachlich argumentieren – aber die Instrumentalisierungsoptionen liegen quasi alle vor der Haustür von Parteien, Medien und Lobbys.

    Für die Analyse ist nicht ganz nebensächlich, ob zuerst die Henne oder das Ei da war. Mein Vorschlag: versuchen wirs mal mit der aussterbenden Dialektik.

    Im Wissenschaftsteil der oft allzu doktrinären Jungen Welt fand ich diese Orchidee von Felix Bartels, die in einigen Tagen in einem “linksradikalen” Paywallarchiv beerdigt wird: Psychiatrie: Gib ihm das Tablet – Virtueller Autismus. Digitale Medien und ihre Wirkung auf die Kindesentwicklung”. Im Prinzip richtig beobachtet und nicht zu bestreiten. In Rechnung zu stellen ist, dass Körper und Gehirne von Kindern noch mitten in der Konstruktion und Verdrahtung, also im Guten wie im Schlechten beeinflussbarer sind, als bei uns erwachsenen Geriatrie-Patient*inn*en. Die Neuimplementierung von Informations- und Kommunikationstechniken gefährdet uns Erwachsene dennoch in gleicher Weise und ähnlichem Ausmass. Zeigen Sie mir den allseitig gebildeten Erwachsenen, dessen Medienkompetenz perfekt-medienkritisch und spielerisch-souverän mit den asozialen Netzwerken und den bestehenden KI/AI-Konsumangeboten umzugehen weiss. Ich kenne noch keinen.

    So kommt es dann, wie es kommen muss. Wie erwähnt: das können Sie hier weiterlesen, vorwärts oder rückwärts, egal.

    Noch Beiträge zur Versachlichung des Krankheitsdiskurses gefällig?

    Zu den modischen Klassifizierungen von Krankheiten ist Stephan Schleim der Autor meiner Wahl. Z.B. seine Textreihe zu “ADHS” halte ich für uns Laien für aussergewöhnlich aufschlussreich:

    ADHS-Diagnosen: Versechsfachung bei jungen Frauen, Verdreifachung bei den Männern – Seit der COVID-Pandemie explodieren die psychiatrischen Diagnosen förmlich”

    Was bedeuten die stark ansteigenden Diagnosezahlen für ADHS? – Vor allem bei erwachsenen Frauen stieg die Häufigkeit in den letzten Jahren auf bis das Sechsfache”

    ADHS in den Medien: Was läuft schief? Beispiel Quarks – Die gesellschaftlichen Folgen von zu viel Aufmerksamkeit für die Aufmerksamkeitsstörung.”

    An Schleims Argumentationsführung gefällt mir, dass er individuelle Schicksale nicht verniedlicht, aber immer den Weg zur gesellschaftlichen/sozialen Bedingtheit sucht. Das steht im einzelnen dann jedem sachlich-fachlichen Streit offen. Und unterscheidet sich damit wohltuend von PR-Moden und ideologischen Propagandafeldzügen der Herrschenden.

    Mein Tipp: ziehen Sie Ihre Schlüsse selbst.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  4. Die kranke Republik

    Die Herrschenden machen die Beherrschten krank – und danach jammern und wehklagen sie selbst

    Die deutsche herrschende Klasse ist zweifellos auch die herrschende Klasse unter den herrschenden Klassen der EU. Doch diese ist zweifellos schlecht damit beraten, sich das bieten zu lassen. Der potenzielle EU-interne Rivale Frankreich hat keine Kraft mehr zu rivalisieren, nur noch seine Atomwaffen. Die Deutschen haben die EU im Wettbewerb der Grossmächte zielsicher ins Stadium der Lächerlichkeit bugsiert. Wenn es irgendwo auf der Welt um was Wichtiges geht, vorzugsweise Krieg und Frieden, müssen sie an den Kindertisch.

    Niemand hat dafür Mitleid verdient. Ich zähle mich nicht zu den Herrschenden, sondern zu denen, die ihnen “in unserem Land die Macht abnehmen wollen” (Jungdemokraten-Bundeshauptausschuss 1980 im “Haus Steineck” in Bad Godesberg, direkt neben dem “Weinhäuschen” mit der guten österreichischen Küche, und in Anwesenheit des damaligen FDP-Generalsekretärs Günter Verheugen).

    Die herrschenden deutschen Milliardär*inn*e*n und ihre leitenden Angestellten summen nun schon seit Jahren das klassisch-deutsche Untergangslied. Sie glauben, mit dem Auspressen der Beherrschten, der Arbeitenden, der Alten und der Kranken noch nicht fertig zu sein. Für den Vortrag dieser Lieder unterhalten sie eine grosse Zahl von Pausenclowns in den Medien, die sie entweder besitzen oder politisch beherrschen. Insbesondere an Sonn- und Feiertagen bestimmen die Medien des über die angebliche “Brandmauer” Brücken bauenden Springerkonzerns die Agenda. Die Nachrichtensender der nominell “uns” gehörenden Medien lesen dann brav aus ihnen vor. Als sei das Information. Die Mehrheit hat sich längst daran sattgehört, und lenkt sich davon ab.

    Die Mehrheit wird krank

    Während diese Medien uns weismachen wollen, wir seien faul, werden wir krank. Wie bei allen anderen Entwicklungstendenzen hat die Corona-Pandemie das verstärkt und beschleunigt. Das schafft auch niemand mehr wegzudiskutieren.

    Hier dazu die AOK-Untersuchungen.. Hier Untersuchungen der Barmer, bei der auch ich versichert bin. Hier die bundesweite 2024er Statistik der häufigsten Erkrankungen. Und hier eine Untersuchung im Auftrag der DAK zum internationalen Vergleich, die klar aussagt, dass Vergleiche aufgrund zu unterschiedlicher Datenbasis objektiv nicht möglich sind. Aber kennen Sie ein deutsches Medium, dass sich daran stört?

    Die öffentlichen Deutungskämpfe um Gesundheit und Krankheit sind schlichte Symptome der aktuellen Klassenkämpfe. Wem es schlecht geht und wer scheisse aussieht, die/der hat was falsch gemacht. Und soll nicht auf dumme Gedanken kommen.

    Um doch auf solche Gedanken zu kommen, empfehle ich den Blog-Kollegen Stephan Schleim. Der beschäftigt sich mit diesen Dingen wissenschaftlich. Als Buddy von Florian Rötzer ist er mit ihm zu overton gewandert, und bleibt dort so lesenswert, wie er immer war. Der Grund ist seine abwägende Tonalität, die bei overton, nunja, nicht die Regel ist. Hier schreibt er über den heissen Scheiss aller Krankheiten ADHS:

    In nur wenigen Jahren verdoppelte bis versechsfachte sich die Häufigkeit der ADHS-Diagnosen – Seit der COVID-Pandemie explodieren die psychiatrischen Diagnosen förmlich.”

    und der zweite Teil:

    Warum wird ADHS immer häufiger und auch bei Frauen diagnostiziert? – Man liest es regelmäßig in den Medien: Psychologisch-psychiatrische Störungen werden immer häufiger diagnostiziert. Die Mengen der verschriebenen Medikamente steigen rasant. Die Wartelisten für eine Therapie sind lang. Man brauche mehr Therapeutinnen und Therapeuten.”

    Danke. Möge es unsere Gesellschaft zum Denken anregen.

    Meine Empfehlung zur Ablenkung

    Und für das lange bingewatchingkompatible Wochenende. Das ZDF hat eine neue Staffel “Sketch-History” produzieren lassen, 10 Folgen. Schön billig in Bulgarien. Am besten gefallen mir die Scherze über Talkshows, Stichwort: “Lanzelot”. Und am Sonntag gibt es einen brandneuen “Barnaby”. Beides macht garantiert nicht krank. Ausser Sie verzehren dazu Ungesundes.

  5. Die kranke Republik

    Die Herrschenden machen die Beherrschten krank – und danach jammern und wehklagen sie selbst

    Die deutsche herrschende Klasse ist zweifellos auch die herrschende Klasse unter den herrschenden Klassen der EU. Doch diese ist zweifellos schlecht damit beraten, sich das bieten zu lasen. Der potenzielle EU-interne Rivale Frankreich hat keine Kraft mehr zu rivalisieren, nur noch seine Atomwaffen. Die Deutschen haben die EU im Wettbewerb der Grossmächte zielsicher ins Stadium der Lächerlichkeit bugsiert. Wenn es irgendwo auf der Welt um was Wichtiges geht, vorzugsweise Krieg und Frieden, müssen sie an den Kindertisch.

    Niemand hat dafür Mitleid verdient. Ich zähle mich nicht zu den Herrschenden, sondern zu denen, die ihnen “in unserem Land die Macht abnehmen wollen” (Jungdemokraten-Bundeshauptausschuss 1980 im “Haus Steineck” in Bad Godesberg, direkt neben dem “Weinhäuschen” mit der guten österreichischen Küche, und in Anwesenheit des damaligen FDP-Generalsekretärs Günter Verheugen).

    Die herrschenden deutschen Milliardär*inn*e*n und ihre leitenden Angestellten summen nun schon seit Jahren das klassisch-deutsche Untergangslied. Sie glauben, mit dem Auspressen der Beherrschten, der Arbeitenden, der Alten und der Kranken noch nicht fertig zu sein. Für den Vortrag dieser Lieder unterhalten sie eine grosse Zahl von Pausenclowns in den Medien, die sie entweder besitzen oder politisch beherrschen. Insbesondere an Sonn- und Feiertagen bestimmen die Medien des über die angebliche “Brandmauer” Brücken bauenden Springerkonzerns die Agenda. Die Nachrichtensender der nominell “uns” gehörenden Medien lesen dann brav aus ihnen vor. Als sei das Information. Die Mehrheit hat sich längst daran sattgehhört, und lenkt sich davon ab.

    Die Mehrheit wird krank

    Während diese Medien uns weismachen wollen, wir seien faul, werden wir krank. Wie bei allen anderen Entwicklungstendenzen hat die Corona-Pandemie das verstärkt und beschleunigt. Das schafft auch niemand mehr wegzudiskutieren.

    Hier dazu die AOK-Untersuchungen.. Hier Untersuchungen der Barmer, bei der auch ich versichert bin. Hier die bundesweite 2024er Statistik der häufigsten Erkrankungen. Und hier eine Untersuchung im Auftrag der DAK zum internationalen Vergleich, die klar aussagt, dass Vergleiche aufgrund zu unterschiedlicher Datenbasis objektiv nicht möglich sind. Aber kennen Sie ein deutsches Medium, dass sich daran stört?

    Die öffentlichen Deutungskämpfe um Gesundheit und Krankheit sind schlichte Symptome der aktuellen Klassenkämpfe. Wem es schlecht geht und wer scheisse aussieht, die/der hat was falsch gemacht. Und soll nicht auf dumme Gedanken kommen.

    Um doch auf solche Gedanken zu kommen, empfehle ich den Blog-Kollegen Stephan Schleim. Der beschäftigt sich mit diesen Dingen wissenschaftlich. Als Buddy von Florian Rötzer ist er mit ihm zu overton gewandert, und bleibt dort so lesenswert, wie er immer war. Der Grund ist seine abwägende Tonalität, die bei overton, nunja, nicht die Regel ist. Hier schreibt er über den heissen Scheiss aller Krankheiten ADHS:

    In nur wenigen Jahren verdoppelte bis versechsfachte sich die Häufigkeit der ADHS-Diagnosen – Seit der COVID-Pandemie explodieren die psychiatrischen Diagnosen förmlich.”

    und der zweite Teil:

    Warum wird ADHS immer häufiger und auch bei Frauen diagnostiziert? – Man liest es regelmäßig in den Medien: Psychologisch-psychiatrische Störungen werden immer häufiger diagnostiziert. Die Mengen der verschriebenen Medikamente steigen rasant. Die Wartelisten für eine Therapie sind lang. Man brauche mehr Therapeutinnen und Therapeuten.”

    Danke. Möge es unsere Gesellschaft zum Denken anregen.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  6. Die kranke Republik

    Die Herrschenden machen die Beherrschten krank – und danach jammern und wehklagen sie selbst

    Die deutsche herrschende Klasse ist zweifellos auch die herrschende Klasse unter den herrschenden Klassen der EU. Doch diese ist zweifellos schlecht damit beraten, sich das bieten zu lasen. Der potenzielle EU-interne Rivale Frankreich hat keine Kraft mehr zu rivalisieren, nur noch seine Atomwaffen. Die Deutschen haben die EU im Wettbewerb der Grossmächte zielsicher ins Stadium der Lächerlichkeit bugsiert. Wenn es irgendwo auf der Welt um was Wichtiges geht, vorzugsweise Krieg und Frieden, müssen sie an den Kindertisch.

    Niemand hat dafür Mitleid verdient. Ich zähle mich nicht zu den Herrschenden, sondern zu denen, die ihnen “in unserem Land die Macht abnehmen wollen” (Jungdemokraten-Bundeshauptausschuss 1980 im “Haus Steineck” in Bad Godesberg, direkt neben dem “Weinhäuschen” mit der guten österreichischen Küche, und in Anwesenheit des damaligen FDP-Generalsekretärs Günter Verheugen).

    Die herrschenden deutschen Milliardär*inn*e*n und ihre leitenden Angestellten summen nun schon seit Jahren das klassisch-deutsche Untergangslied. Sie glauben, mit dem Auspressen der Beherrschten, der Arbeitenden, der Alten und der Kranken noch nicht fertig zu sein. Für den Vortrag dieser Lieder unterhalten sie eine grosse Zahl von Pausenclowns in den Medien, die sie entweder besitzen oder politisch beherrschen. Insbesondere an Sonn- und Feiertagen bestimmen die Medien des über die angebliche “Brandmauer” Brücken bauenden Springerkonzerns die Agenda. Die Nachrichtensender der nominell “uns” gehörenden Medien lesen dann brav aus ihnen vor. Als sei das Information. Die Mehrheit hat sich längst daran sattgehhört, und lenkt sich davon ab.

    Die Mehrheit wird krank

    Während diese Medien uns weismachen wollen, wir seien faul, werden wir krank. Wie bei allen anderen Entwicklungstendenzen hat die Corona-Pandemie das verstärkt und beschleunigt. Das schafft auch niemand mehr wegzudiskutieren.

    Hier dazu die AOK-Untersuchungen.. Hier Untersuchungen der Barmer, bei der auch ich versichert bin. Hier die bundesweite 2024er Statistik der häufigsten Erkrankungen. Und hier eine Untersuchung im Auftrag der DAK zum internationalen Vergleich, die klar aussagt, dass Vergleiche aufgrund zu unterschiedlicher Datenbasis objektiv nicht möglich sind. Aber kennen Sie ein deutsches Medium, dass sich daran stört?

    Die öffentlichen Deutungskämpfe um Gesundheit und Krankheit sind schlichte Symptome der aktuellen Klassenkämpfe. Wem es schlecht geht und wer scheisse aussieht, die/der hat was falsch gemacht. Und soll nicht auf dumme Ideen kommen.

    Um doch auf solche Ideen zu kommen, empfehle ich den Blog-Kollegen Stephan Schleim. Der beschäftigt sich mit diesen Dingen wissenschaftlich. Als Buddy von Florian Rötzer ist er mit ihm zu overton gewandert, und bleibt dort so lesenswert, wie er immer war. Der Grund ist seine abwägende Tonalität, die bei overton, nunja, nicht die Regel ist. Hier schreibt er über den heissen Scheiss aller Krankheiten ADHS:

    In nur wenigen Jahren verdoppelte bis versechsfachte sich die Häufigkeit der ADHS-Diagnosen – Seit der COVID-Pandemie explodieren die psychiatrischen Diagnosen förmlich.”

    und der zweite Teil:

    Warum wird ADHS immer häufiger und auch bei Frauen diagnostiziert? – Man liest es regelmäßig in den Medien: Psychologisch-psychiatrische Störungen werden immer häufiger diagnostiziert. Die Mengen der verschriebenen Medikamente steigen rasant. Die Wartelisten für eine Therapie sind lang. Man brauche mehr Therapeutinnen und Therapeuten.”

    Danke. Möge es unsere Gesellschaft zum Denken anregen.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  7. Die kranke Republik

    Die Herrschenden machen die Beherrschten krank – und danach jammern und wehklagen sie selbst

    Die deutsche herrschende Klasse ist zweifellos auch die herrschende Klasse unter den herrschenden Klassen der EU. Doch diese ist zweifellos schlecht damit beraten, sich das bieten zu lassen. Der potenzielle EU-interne Rivale Frankreich hat keine Kraft mehr zu rivalisieren, nur noch seine Atomwaffen. Die Deutschen haben die EU im Wettbewerb der Grossmächte zielsicher ins Stadium der Lächerlichkeit bugsiert. Wenn es irgendwo auf der Welt um was Wichtiges geht, vorzugsweise Krieg und Frieden, müssen sie an den Kindertisch.

    Niemand hat dafür Mitleid verdient. Ich zähle mich nicht zu den Herrschenden, sondern zu denen, die ihnen “in unserem Land die Macht abnehmen wollen” (Jungdemokraten-Bundeshauptausschuss 1980 im “Haus Steineck” in Bad Godesberg, direkt neben dem “Weinhäuschen” mit der guten österreichischen Küche, und in Anwesenheit des damaligen FDP-Generalsekretärs Günter Verheugen).

    Die herrschenden deutschen Milliardär*inn*e*n und ihre leitenden Angestellten summen nun schon seit Jahren das klassisch-deutsche Untergangslied. Sie glauben, mit dem Auspressen der Beherrschten, der Arbeitenden, der Alten und der Kranken noch nicht fertig zu sein. Für den Vortrag dieser Lieder unterhalten sie eine grosse Zahl von Pausenclowns in den Medien, die sie entweder besitzen oder politisch beherrschen. Insbesondere an Sonn- und Feiertagen bestimmen die Medien des über die angebliche “Brandmauer” Brücken bauenden Springerkonzerns die Agenda. Die Nachrichtensender der nominell “uns” gehörenden Medien lesen dann brav aus ihnen vor. Als sei das Information. Die Mehrheit hat sich längst daran sattgehört, und lenkt sich davon ab.

    Die Mehrheit wird krank

    Während diese Medien uns weismachen wollen, wir seien faul, werden wir krank. Wie bei allen anderen Entwicklungstendenzen hat die Corona-Pandemie das verstärkt und beschleunigt. Das schafft auch niemand mehr wegzudiskutieren.

    Hier dazu die AOK-Untersuchungen.. Hier Untersuchungen der Barmer, bei der auch ich versichert bin. Hier die bundesweite 2024er Statistik der häufigsten Erkrankungen. Und hier eine Untersuchung im Auftrag der DAK zum internationalen Vergleich, die klar aussagt, dass Vergleiche aufgrund zu unterschiedlicher Datenbasis objektiv nicht möglich sind. Aber kennen Sie ein deutsches Medium, dass sich daran stört?

    Die öffentlichen Deutungskämpfe um Gesundheit und Krankheit sind schlichte Symptome der aktuellen Klassenkämpfe. Wem es schlecht geht und wer scheisse aussieht, die/der hat was falsch gemacht. Und soll nicht auf dumme Gedanken kommen.

    Um doch auf solche Gedanken zu kommen, empfehle ich den Blog-Kollegen Stephan Schleim. Der beschäftigt sich mit diesen Dingen wissenschaftlich. Als Buddy von Florian Rötzer ist er mit ihm zu overton gewandert, und bleibt dort so lesenswert, wie er immer war. Der Grund ist seine abwägende Tonalität, die bei overton, nunja, nicht die Regel ist. Hier schreibt er über den heissen Scheiss aller Krankheiten ADHS:

    In nur wenigen Jahren verdoppelte bis versechsfachte sich die Häufigkeit der ADHS-Diagnosen – Seit der COVID-Pandemie explodieren die psychiatrischen Diagnosen förmlich.”

    und der zweite Teil:

    Warum wird ADHS immer häufiger und auch bei Frauen diagnostiziert? – Man liest es regelmäßig in den Medien: Psychologisch-psychiatrische Störungen werden immer häufiger diagnostiziert. Die Mengen der verschriebenen Medikamente steigen rasant. Die Wartelisten für eine Therapie sind lang. Man brauche mehr Therapeutinnen und Therapeuten.”

    Danke. Möge es unsere Gesellschaft zum Denken anregen.

    Meine Empfehlung zur Ablenkung

    Und für das lange bingewatchingkompatible Wochenende. Das ZDF hat eine neue Staffel “Sketch-History” produzieren lassen, 10 Folgen. Schön billig in Bulgarien. Am besten gefallen mir die Scherze über Talkshows, Stichwort: “Lanzelot”. Und am Sonntag gibt es einen brandneuen “Barnaby”. Beides macht garantiert nicht krank. Ausser Sie verzehren dazu Ungesundes.

  8. Die kranke Republik

    Die Herrschenden machen die Beherrschten krank – und danach jammern und wehklagen sie selbst

    Die deutsche herrschende Klasse ist zweifellos auch die herrschende Klasse unter den herrschenden Klassen der EU. Doch diese ist zweifellos schlecht damit beraten, sich das bieten zu lasen. Der potenzielle EU-interne Rivale Frankreich hat keine Kraft mehr zu rivalisieren, nur noch seine Atomwaffen. Die Deutschen haben die EU im Wettbewerb der Grossmächte zielsicher ins Stadium der Lächerlichkeit bugsiert. Wenn es irgendwo auf der Welt um was Wichtiges geht, vorzugsweise Krieg und Frieden, müssen sie an den Kindertisch.

    Niemand hat dafür Mitleid verdient. Ich zähle mich nicht zu den Herrschenden, sondern zu denen, die ihnen “in unserem Land die Macht abnehmen wollen” (Jungdemokraten-Bundeshauptausschuss 1980 im “Haus Steineck” in Bad Godesberg, direkt neben dem “Weinhäuschen” mit der guten österreichischen Küche, und in Anwesenheit des damaligen FDP-Generalsekretärs Günter Verheugen).

    Die herrschenden deutschen Milliardär*inn*e*n und ihre leitenden Angestellten summen nun schon seit Jahren das klassisch-deutsche Untergangslied. Sie glauben, mit dem Auspressen der Beherrschten, der Arbeitenden, der Alten und der Kranken noch nicht fertig zu sein. Für den Vortrag dieser Lieder unterhalten sie eine grosse Zahl von Pausenclowns in den Medien, die sie entweder besitzen oder politisch beherrschen. Insbesondere an Sonn- und Feiertagen bestimmen die Medien des über die angebliche “Brandmauer” Brücken bauenden Springerkonzerns die Agenda. Die Nachrichtensender der nominell “uns” gehörenden Medien lesen dann brav aus ihnen vor. Als sei das Information. Die Mehrheit hat sich längst daran sattgehhört, und lenkt sich davon ab.

    Die Mehrheit wird krank

    Während diese Medien uns weismachen wollen, wir seien faul, werden wir krank. Wie bei allen anderen Entwicklungstendenzen hat die Corona-Pandemie das verstärkt und beschleunigt. Das schafft auch niemand mehr wegzudiskutieren.

    Hier dazu die AOK-Untersuchungen.. Hier Untersuchungen der Barmer, bei der auch ich versichert bin. Hier die bundesweite 2024er Statistik der häufigsten Erkrankungen. Und hier eine Untersuchung im Auftrag der DAK zum internationalen Vergleich, die klar aussagt, dass Vergleiche aufgrund zu unterschiedlicher Datenbasis objektiv nicht möglich sind. Aber kennen Sie ein deutsches Medium, dass sich daran stört?

    Die öffentlichen Deutungskämpfe um Gesundheit und Krankheit sind schlichte Symptome der aktuellen Klassenkämpfe. Wem es schlecht geht und wer scheisse aussieht, die/der hat was falsch gemacht. Und soll nicht auf dumme Gedanken kommen.

    Um doch auf solche Gedanken zu kommen, empfehle ich den Blog-Kollegen Stephan Schleim. Der beschäftigt sich mit diesen Dingen wissenschaftlich. Als Buddy von Florian Rötzer ist er mit ihm zu overton gewandert, und bleibt dort so lesenswert, wie er immer war. Der Grund ist seine abwägende Tonalität, die bei overton, nunja, nicht die Regel ist. Hier schreibt er über den heissen Scheiss aller Krankheiten ADHS:

    In nur wenigen Jahren verdoppelte bis versechsfachte sich die Häufigkeit der ADHS-Diagnosen – Seit der COVID-Pandemie explodieren die psychiatrischen Diagnosen förmlich.”

    und der zweite Teil:

    Warum wird ADHS immer häufiger und auch bei Frauen diagnostiziert? – Man liest es regelmäßig in den Medien: Psychologisch-psychiatrische Störungen werden immer häufiger diagnostiziert. Die Mengen der verschriebenen Medikamente steigen rasant. Die Wartelisten für eine Therapie sind lang. Man brauche mehr Therapeutinnen und Therapeuten.”

    Danke. Möge es unsere Gesellschaft zum Denken anregen.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  9. Relevant

    Das A und O politischer Diskurskämpfe ist das Agendasetting. Das ist das Ressort, in dem die demokratischen Kräfte im Kampf gegen die AfD am schlimmsten versagen. Ob es nun mehr “die Politik” ist, oder mehr “die Medien”, ist einerseits die Frage nach der Henne und dem Ei. Da ich in meinem Berufsleben mehr “der Politik” angehört habe, über ihr Handwerk also mehr weiss, bin ich darüber am meisten entsetzt. Nach den Regeln repräsentativer – also faktisch: bürgerlicher – Demokratie, müsste sie die Öffentlichkeit führen. Faktisch aber lässt sie sich treiben von den gegenwärtigen konzerneigenen Triebkräften der Aufmerksamkeitsökonomie. Die müssen von Politiker*inne*n selbstverständlich aufmerksam zur Kenntnis genommen – und im optimalen Falle: bespielt – werden. Was aber heute – nicht nur hier, sondern weitgehend global – zu sehen ist, ist vor allem ideen- und wehrlos, arm und billig. Finde ich.

    Gerade weil das so ist, will ich nicht aufhören mit Hinweisen auf Alternativen. Heute mit einem sichtlichen Übergewicht des insgesamt politisch furchtbar irrlichternden overton-magazins.

    Darum fange ich lieber mit dem besten Text des Wochenendes an. Der war nämlich in der FAZ, und ist dort digital eingemauert. Der ist vom Medienredakteur der Sonntagsausgabe, der sich seit Jahren intellektuell positiv vom missionarischen Kreuzzügler der Milliardärsverlegerinteressen Hanfeld abhebt, Harald Staun: “Was den Fortschrittsvisionen von Musk, Thiel und Altman fehlt – Marskolonien, fliegende Autos, ewiges Leben: Die futuristisch klingenden Projekte von Musk, Thiel oder Altman sind nur aufgewärmte Fortschrittsentwürfe von gestern. Was ihnen fehlt: die Fähigkeit, die Gegenwart als veränderbar zu begreifen.” Meine Freund*inn*e*n wissen, dass ich über diverse Paywallbohrer verfüge. Ich konnte den Text lesen, und stelle ihn gerne ganz individuell, unkommerziell und nur “zum privaten Gebrauch” zur Verfügung. Es lohnt sich.

    Und nun schalte ich um zu den bösen “Alternativmedien”. In diesem Fall steckt meines Wissens kein Russe dahinter, sondern ein paar Frankfurter Irrlichter aus dem Westend-Verlag. Die waren so schlau, dem verrenteten Ex-Telepolis-Chef Florian Rötzer ein publizistisches Exil anzubieten. Und Rötzer brachte ein paar Autor*inn*en mit, die das Lesen verdienen. Stephan Schleim z.B.: “Ist der Cannabis-Konsum nach der Entkriminalisierung angestiegen? – Nach einer Zwischenevaluation änderte sich der Konsum kaum, aber die Kriminalität ist stark gesunken. Drogenpolitische Schlussfolgerungen.”

    Ich persönlich bin 100% Nichtraucher. Diese Debatte ist für mich relevant, weil es um Genuss- versus Verbotskultur und Kriminalisierung versus Entkriminalisierung geht. Schauen Sie mal auf Schleims Schaubild und beachten Sie die Kurve der 12-17-jährigen. Insbesondere, wenn Sie am Verbieten von Smartphones und asozialen Medien irgendwas richtig finden. Beachten Sie die Legalisierung 2012. Was ändert sich bei dieser Altersgruppe? Nichts. Weil es sie nicht interessiert. Ist für ihre Lebenspraxis komplett egal. Platter Symbolismus für die, die es für ihr eigenes Wohlbefinden nötig haben.

    Die damit einhergehenden Gefahren sind selbstverständlich dennoch nicht zu leugnen, aber nicht kinder- oder jugendspezifisch. Florian Rötzer: Studie: Kognitive Beeinträchtigungen nehmen zu, vor allem bei den jüngeren Menschen – In den USA breitet sich vor allem bei den Unter-40-Jährigen eine kognitive Beeinträchtigung oder Störung (cognitive disability) aus. Darunter werden ernsthafte Konzentrations-, Gedächtnis- und Entscheidungsprobleme verstanden.” “Jüngere” sind in diesem Zusammenhang unter 40, also eindeutig Erwachsene, und sehr, sehr häufig Eltern.

    Zum Trump-Netanjahu -Deal schreibt Moshe Zuckermann, für Netanyahu und seine Freunde wahrscheinlich ein lupenreiner “Antisemit”: Der Trump-Netanjahu-Deal – Donald Trump und Benjamin Netanjahu haben einen Plan zur Beendigung des Gazakrieges erstellt. Obwohl er von vielen in der Welt bejubelt wird, birgt er große Schwierigkeiten in sich.” Auch diesen Autor hatte Rötzer zu overton mitgebracht.

    Wie auch den Ex-Bundeswehroffizier Jürgen Hübschen: Vorsicht vor den Heißspornen ohne sicherheitspolitischen Sachverstand! – Ein paar kurze persönliche Anmerkungen zur Kriegsrhetorik – und ein dringender Rat.”

    Nicht vollständig zu folgen bereit bin ich Kurt Hackbarth/Jacobin mit seiner nahezu widerspruchsfreien Eloge auf Claudia Sheinbaum. Da über sie als politisch erfolgreiche Linke aber hierzulande absichtsvoll null berichtet wird, bleibt die Lektüre ihrer starken Seiten umso aufschlussreicher. Immerhin blamierte sich diese Dame gegenüber dem “mächtigsten Mann der Welt” weit weniger, als die speichelleckenden und auf Schleimspuren rodelnden sieben EU-Zwerge. Kurt Hackbarth: Sheinbaums erstes Amtsjahr war ein Triumph – Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum zeigt: Der Ausbau von Infrastruktur und Sozialstaat ist ein Erfolgsmodell. 3.000 Kilometer neue Eisenbahnschienen, 1,8 Millionen neue Wohnungen und Zustimmungswerte um 80 Prozent sprechen für sich.”

  10. Relevant

    Das A und O politischer Diskurskämpfe ist das Agendasetting. Das ist das Ressort, in dem die demokratischen Kräfte im Kampf gegen die AfD am schlimmsten versagen. Ob es nun mehr “die Politik” ist, oder mehr “die Medien”, ist einerseits die Frage nach der Henne und dem Ei. Da ich in meinem Berufsleben mehr “der Politik” angehört habe, über ihr Handwerk also mehr weiss, bin ich darüber am meisten entsetzt. Nach den Regeln repräsentativer – also faktisch: bürgerlicher – Demokratie, müsste sie die Öffentlichkeit führen. Faktisch aber lässt sie sich treiben von den gegenwärtigen konzerneigenen Triebkräften der Aufmerksamkeitsökonomie. Die müssen von Politiker*inne*n selbstverständlich aufmerksam zur Kenntnis genommen – und im optimalen Falle: bespielt – werden. Was aber heute – nicht nur hier, sondern weitgehend global – zu sehen ist, ist vor allem ideen- und wehrlos, arm und billig. Finde ich.

    Gerade weil das so ist, will ich nicht aufhören mit Hinweisen auf Alternativen. Heute mit einem sichtlichen Übergewicht des insgesamt politisch furchtbar irrlichternden overton-magazins.

    Darum fange ich lieber mit dem besten Text des Wochenendes an. Der war nämlich in der FAZ, und ist dort digital eingemauert. Der ist vom Medienredakteur der Sonntagsausgabe, der sich seit Jahren intellektuell positiv vom missionarischen Kreuzzügler der Milliardärsverlegerinteressen Hanfeld abhebt, Harald Staun: “Was den Fortschrittsvisionen von Musk, Thiel und Altman fehlt – Marskolonien, fliegende Autos, ewiges Leben: Die futuristisch klingenden Projekte von Musk, Thiel oder Altman sind nur aufgewärmte Fortschrittsentwürfe von gestern. Was ihnen fehlt: die Fähigkeit, die Gegenwart als veränderbar zu begreifen.” Meine Freund*inn*e*n wissen, dass ich über diverse Paywallbohrer verfüge. Ich konnte den Text lesen, und stelle ihn gerne ganz individuell, unkommerziell und nur “zum privaten Gebrauch” zur Verfügung. Es lohnt sich.

    Und nun schalte ich um zu den bösen “Alternativmedien”. In diesem Fall steckt meines Wissens kein Russe dahinter, sondern ein paar Frankfurter Irrlichter aus dem Westend-Verlag. Die waren so schlau, dem verrenteten Ex-Telepolis-Chef Florian Rötzer ein publizistisches Exil anzubieten. Und Rötzer brachte ein paar Autor*inn*en mit, die das Lesen verdienen. Stephan Schleim z.B.: “Ist der Cannabis-Konsum nach der Entkriminalisierung angestiegen? – Nach einer Zwischenevaluation änderte sich der Konsum kaum, aber die Kriminalität ist stark gesunken. Drogenpolitische Schlussfolgerungen.”

    Ich persönlich bin 100% Nichtraucher. Diese Debatte ist für mich relevant, weil es um Genuss- versus Verbotskultur und Kriminalisierung versus Entkriminalisierung geht. Schauen Sie mal auf Schleims Schaubild und beachten Sie die Kurve der 12-17-jährigen. Insbesondere, wenn Sie am Verbieten von Smartphones und asozialen Medien irgendwas richtig finden. Beachten Sie die Legalisierung 2012. Was ändert sich bei dieser Altersgruppe? Nichts. Weil es sie nicht interessiert. Ist für ihre Lebenspraxis komplett egal. Platter Symbolismus für die, die es für ihr eigenes Wohlbefinden nötig haben.

    Die damit einhergehenden Gefahren sind selbstverständlich dennoch nicht zu leugnen, aber nicht kinder- oder jugendspezifisch. Florian Rötzer: Studie: Kognitive Beeinträchtigungen nehmen zu, vor allem bei den jüngeren Menschen – In den USA breitet sich vor allem bei den Unter-40-Jährigen eine kognitive Beeinträchtigung oder Störung (cognitive disability) aus. Darunter werden ernsthafte Konzentrations-, Gedächtnis- und Entscheidungsprobleme verstanden.” “Jüngere” sind in diesem Zusammenhang unter 40, also eindeutig Erwachsene, und sehr, sehr häufig Eltern.

    Zum Trump-Netanjahu -Deal schreibt Moshe Zuckermann, für Netanyahu und seine Freunde wahrscheinlich ein lupenreiner “Antisemit”: Der Trump-Netanjahu-Deal – Donald Trump und Benjamin Netanjahu haben einen Plan zur Beendigung des Gazakrieges erstellt. Obwohl er von vielen in der Welt bejubelt wird, birgt er große Schwierigkeiten in sich.” Auch diesen Autor hatte Rötzer zu overton mitgebracht.

    Wie auch den Ex-Bundeswehroffizier Jürgen Hübschen: Vorsicht vor den Heißspornen ohne sicherheitspolitischen Sachverstand! – Ein paar kurze persönliche Anmerkungen zur Kriegsrhetorik – und ein dringender Rat.”

    Nicht vollständig zu folgen bereit bin ich Kurt Hackbarth/Jacobin mit seiner nahezu widerspruchsfreien Eloge auf Claudia Sheinbaum. Da über sie als politisch erfolgreiche Linke aber hierzulande absichtsvoll null berichtet wird, bleibt die Lektüre ihrer starken Seiten umso aufschlussreicher. Immerhin blamierte sich diese Dame gegenüber dem “mächtigsten Mann der Welt” weit weniger, als die speichelleckenden und auf Schleimspuren rodelnden sieben EU-Zwerge. Kurt Hackbarth: Sheinbaums erstes Amtsjahr war ein Triumph – Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum zeigt: Der Ausbau von Infrastruktur und Sozialstaat ist ein Erfolgsmodell. 3.000 Kilometer neue Eisenbahnschienen, 1,8 Millionen neue Wohnungen und Zustimmungswerte um 80 Prozent sprechen für sich.”

  11. Nach diesen abstrusen Kategorien wird hierzulande der öffentliche Diskurs über den Ukrainekrieg bestimmt. Die, die auf jeden Fall verlieren, die Toten auf beiden Seiten, interessieren dabei nicht. Als Person. Als statistische (Spekulations-)Grösse werden sie dagegen gerne genommen. Die Gut-und-Böse-Einteilung wird ferner dadurch erschüttert, das weder EU-Europa geschlossen, noch “die Welt” hinter den “Guten” steht. Hier das Wasser für dieserart Billigwein. Jörg Kronauer/Junge Welt: “Globale Geschäfte mit Öl und Gas: Fragmentierter Welthandel – Die EU fällt […]

    https://extradienst.net/2022/07/27/wer-gewinnt-wer-verliert/