#filosofaxen — Public Fediverse posts
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Filosofaxen – Tretmühlen der Fitness – Von Dr. Eduard Kaeser
#Artikel #Bewegung #Filosofaxen #Fitness #kaeserTechnotopiaBlogspot #LeibKörper #WissenWir leben in einer Zeit der Heteromobilität, der Fremdbewegtheit. Selbst wenn wir heute Fussgängerzonen in den Städten einrichten, ein dichtes Wanderwegnetz durch die Landschaften legen, in unseren Freizeitbeschäftigungen dem Gehen eine zentrale Stellung einräumen, müssen diese Massnahmen im Kontext der Heteromobilität gesehen werden, d.h. als das Einrichten von pedestrischen Reservaten in einer zunehmend nicht-pedestrischen Ökologie. Das Entspannungs-, Erholungs-, Sammlungs-, Innere-Aufrüstungspotential des Gehens findet seinen Absatz in Kursen, Seminarien und Ratgebern für unsere vom Konsumalltag verödeten, ausgereizten Körper. Eine boomende Ertüchtigungsindustrie vermarktet das Kompensationsbedürfnis nach Eigenbewegung, vom Aerobic-Kurs, über den Hometrainer, Walking, Jogging und Biking bis zu Bungie-jumping oder Canyoning. Man bewegt sich nicht, man verschafft sich die Ware Bewegung…,..
https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2013/05/tretmuhlen-der-fitness.html
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«Ich esse keine Menschen!» Filosofaxen
Widerwilligkeit als eine Wurzel der Menschenrechte
Vor siebzig Jahren trug das britische Komikerduo Flanders and Swann ein Lied vor mit dem Titel The Reluctant Cannibal («Der widerwillige Kannibale»). Ein junger Kannibale sagt eines Tages am Familientisch, als gerade ein frischer «Leckerbissen» angerichtet wird: «Ich esse keine Menschen. Menschen zu essen ist schlecht!» Sofort entsteht grosse Aufregung. Der Vater ist erzürnt: «Bist du verrückt geworden? Menschen haben doch schon immer Menschen gegessen. Was soll man denn sonst essen?
https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2026/02/i-dont-eat-people-reluctance-as-root-of.html
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Leben als Rechenprozess
Die Analogie von Organismus und Computer – Von Filosofaxen
Eine tiefverwurzelte Intuition lässt uns den Unterschied zwischen natürlicher und künstlicher Intelligenz als den Unterschied zwischen Lebens- und Rechenprozess empfinden. Wir sagen, KI-Systeme würden stur «mechanische» Regeln befolgen, und wir perpetuieren da-mit einen alten Gegensatz, der das philosophische Denken der Neuzeit tief prägt: den Gegensatz zwischen Lebewesen und Maschine, Organismus und Mechanismus. Tatsächlich aber weisen Entwicklungen in der KI-Forschung schon seit längerem darauf hin, dass – um es vorsichtig zu formulieren – die Grenze zwischen Lebens- und Rechenprozessen verschwimmt. Der Grundgedanke dazu stammt von zwei genialen Pionieren der Computertheorie. Alan Turing und John von Neumann schufen die konzeptuellen Voraussetzungen da-für, Wachstum, Selbstreplikation, Evolution als Rechenprozesse zu betrachten,
https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2026/02/eduard-kaeser-leben-als-rechenprozess.html
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Die Rückkehr zur Horde
Über den Prozess der Entzivilisierung – Von Filosofaxen
Man kann moderne Zivilisiertheit grob auf vier Grundpfeiler stellen: Individualität, Rationalität, Diversität und Universalität. Sie alle gründen in der Achtung vor etwas: der individuellen Person, der Vernunft des Anderen, der Meinungsvielfalt, den universellen Werten. Neuerdings setzt sich allerdings ein politischer Stil durch, der an diesen Pfeilern der Achtung rüttelt. Ihn auf die Psychologie von Charakterlumpen zurückzuführen, trifft sicher auf einige heutige Regierungsführer zu, wäre indes verharmlosend. Der Stil speist sich aus einer tieferen Quelle: der Verachtung fundamentaler geistiger Errungenschaften der aufgeklärten Moderne.
https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2026/02/die-ruckkehr-zur-horde-uber-den-prozess.html
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Szientismus à la Chinoise – Von Filosofaxen
Man spricht heute viel vom globalen KI-Wettrüsten zwischen China und den USA. Doch unbemerkt vollzieht sich ein viel tieferer Eingriff in das Fundament des Menschlichen. Die eigentliche geopolitische Front des 21. Jahrhunderts befindet sich im Erbgut selbst. Gentechnologie wird zur neuen Arena eines globalen Machtkampfs.
Wohl zum ersten Mal machte ein «Skandal» das Wettrüsten sichtbar. 2018 führten der chinesische Biophysiker He Jiankui und sein Team technische Eingriffe in das Genom eines menschlichen Embryos durch, um ihn immun gegen HIV zu machen. Das Experiment war fachlich umstritten, aber es führte dazu, dass sich eine ethische Front bildete.
https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2025/12/szientismus-la-chinoise-uber.html
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Der Jargon der Unvermeidlichkeit – Von Filosofaxen
Kaum etwas fördert geistige Trägheit stärker als der Jargon der Unvermeidlichkeit. Wir begegnen ihm überall, in ökonomischen Analysen, unternehmerischen Prognosen, politischen Reden, technologischen Visionen, im Alltagsgespräch. Notorisch geworden durch den neoliberalen Urschrei «Es gibt keine Alternative», suggeriert uns dieser Jargon immer wieder, dass eine übermenschliche «Notwendigkeit» unser Geschick leite und bestimme.
Wir kennen ihn heute bis zum Überdruss aus der KI-Branche. Deren Propheten benutzen die Unvermeidlichkeitsrhetorik dazu, den Weg für ihre bevorzugten Ziele freizumachen. In Bedenken über Nachhaltigkeit oder in politischen Leitplanken sehen sie nichts als Hindernisse des ohnehin unaufhaltbaren Laufs der Dinge, https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2025/
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Filosofaxen: Verschwörungstheoretiker in der Wissenschaft
Ein wissenschaftliches Paper stellt eine starke, jedoch fragwürdige Behauptung auf, die – wenn sie wahr wäre – unser Verständnis der Realität revolutionieren würde. Weinstein ist jedoch auch Symptom einer zunehmend bedenklicheren Tendenz. Erstens darf man annehmen, dass er als «Hofphilosoph» des nonkonformistischen Investors Peter Thiel dessen Abneigung gegen die akademische Welt teilt. Weinstein ist zweitens Mitbegründer des sogenannten «Intellectual Dark Web», eines losen Verbunds von furchtlosen «alternativen» Denkern, die sich gerne als Personae non gratae im akademischen Klub aufführen. Weinstein hat drittens mit dem Begriff des «verteilten Komplexes der Ideenunterdrückung» («Distributed Idea Suppression Complex»; DISC) ein verschwörungtheoretisches Narrativ geschaffen: Es existiert angeblich ein geheimes akademisches Establishment, das unkonventionelle Ideen marginalisiert, unterdrückt oder zum Schweigen bringt. Das Narrativ ist eine unübertreffliche Immunisierungsstrategie. Wer es kritisiert, bestätigt es gerade. – https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2025/
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0 : 1 Filosofaxen 2025
Die Angst des Logikers vor dem Widerspruch – Vom Zwang des Binären
Logik hasst den Widerspruch. Entweder ist eine Aussage wahr oder falsch, ein Drittes gibt es nicht – tertium non datur. Ein viel zitierter Grund für den logischen Bann des Dritten lautet, dass man aus einer logischen Kontradiktion sowohl eine Behauptung wie ihr Gegenteil – also Beliebiges – schliessen könne : ex falso quodlibet (in der Kurzform). Nun leben wir im Zeitalter des Bullshits, dessen Logik sich einen feuchten Kehricht um Widersprüchlichkeit kümmert. Ein Schlag windiger Politiker bevorzugt sie sogar als Argumentationsstil: Was ich sage, ist wahr, und wenn ich im gleichen Satz das Gegenteil sage, ist das auch wahr – logic sucks…,.. https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2025/
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Filosofaxen: Sterbliche Computer – Leben als Rechenprozess
Eine tiefverwurzelte Intuition lässt uns den Unterschied zwischen natürlicher und künstlicher Intelligenz als den Unterschied zwischen Lebens- und Rechenprozess empfinden. Wir sagen, KI-Systeme würden stur «mechanische» Regeln befolgen, und wir perpetuieren damit einen alten Gegensatz, der das philosophische Denken der Neuzeit tief prägt: den Gegensatz zwischen Lebewesen und Maschine, Organismus und Mechanismus. Tatsächlich aber weisen Entwicklungen in der KI-Forschung schon seit längerem darauf hin, dass – um es vorsichtig zu formulieren – die Grenze zwischen Lebens- und Rechenprozessen verschwimmt.
Die Konvergenz von Biologie und Computerwissenschaften hat eine fast hundertjährige Geschichte. Sie liegt in einem genialen theoretischen Entwurf des Mathematikers Alan Turing begründet. Er konzipierte in den 1930er Jahren eine ideale Maschine, die all das simulieren kann, was wir in einem herkömmlichen Sinn «rechnen» nennen – und weit mehr, nämlich jeden Vorgang, der automatisch, algorithmengesteuert abläuft. Man nennt diese Maschine «universelle Turingmaschine».
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Das Roadkill ist das Tier am falschen Ort, zur falschen Zeit. Also «Abfall» der Strasse.
Filosofaxen: Eine Zoologie des Roadkills
Der holländische Zoologe Bram Koese errichtete eine denkwürdige Installation entlang einer Landstrasse. Ihm fielen die zahlreichen Roadkills während der Stosszeiten auf, in denen Pendler die Staus auf den grossen Strassen zu umfahren suchen. Und er begann die toten Tiere während eines Jahres aufzulisten. 35 Säuger, 90 Vögel, 515 Amphibien. Schockiert von seinem Fund, informierte er die Gemeindeverwaltung. Sie zeigte sich unbeeindruckt. Daraufhin organisierte er mit Nachbarn und Freunden eine zivile Guerillaaktion. Sie stellten am Strassenrand 640 Grabkreuze auf, für jedes Roadkill, mit Todesdatum und Angabe der Spezies. Eine traurige Parade von weissen Kreuzen, die sich vier Kilometer lang bis zum Horizont hinzog. Ein Memento für die zahllos angehäuften Tode. Natürlich waren viele Strassenbenutzer über diese «Wokeness» nicht amüsiert und rissen die Mahnmale nieder.
Die Sichtbarmachung des Massensterben am Strassenrand ist ein nachwirkender symbolischer Akt. Auch den Tieren gebührt ein Memento mori. Und das Sichtbarmachen ist ein Denkbarmachen.
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