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#zeremonie — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #zeremonie, aggregated by home.social.

  1. @derspiegel_de

    "#Polyamorie, also eine #Beziehung mit mehreren Menschen, ist in #Deutschland erlaubt. Die #Polygamie, also eine #Ehe für mehrere Personen, ist jedoch verboten. Entsprechend handelte es sich bei der #Zeremonie nicht um eine offizielle #Hochzeit."

    Was auch immer in der #Kirche passiert ­— es ist NIE eine offizielle Hochzeit, sondern eine rein private Veranstaltung, die man nennen kann wie man will. Eine offizielle Hochzeit findet nur vor einem/r Standesbeamten statt!

  2. Wieviel Metal steckt in der Vergangenheit? Oder: Über Opfer, Horror und Geschichte

    Die Druiden, die gebildete #Philosophen​klasse der alten #Kelten, haben nichts aufgeschrieben. Sie hätten es tun können – einige Kelten waren gebildet und schrieben in gallischer Sprache entweder mit dem griechischen oder dem römischen Alphabet –, aber sie taten es aus Prinzip und Gewohnheit nicht.

    Nun, eigentlich wissen wir nicht genau, warum sie es nicht taten, weil sie es uns nicht gesagt haben, weil kein einziger Druide jemals etwas aufgeschrieben hat. Julius #Caesar, der damit beschäftigt war, #Gallien (das heutige #Frankreich) zu unterwerfen und zu überfallen, meinte, dass die #Druiden nichts aufschrieben, weil sie dachten, dass das Aufschreiben von Dingen das Gedächtnis schwächt.

    Es dauerte 19 oder 20 Jahre #Ausbildung, um Druide zu werden, wodurch sie über umfassende Kenntnisse in #Recht, #Zeremonie​n, #Konfliktlösung und der Bewegung der #Himmelskörper verfügten.

    Wahrscheinlich lernten sie auch, wie man Menschen opfert, aber darüber sind sich #Historiker weniger sicher. Wahrscheinlich opferten sie Menschen, indem sie sie unter anderem in riesigen Statuen aus Stroh oder Weidengeflecht lebendig verbrannten, aber das wissen wir nicht mit Sicherheit.

    Die meisten zeitgenössischen Schriften über Druiden wurden von ihren Feinden verfasst, die nach einer moralischen #Rechtfertigung für die Eroberung Galliens suchten. Ich habe allerdings meine eigene Theorie, warum sie nie etwas aufgeschrieben haben. Eine Theorie, mit der ich mich vielleicht irre. Ich glaube, sie haben nichts aufgeschrieben, weil das Festhalten von Gesetzen und bewährten Praktiken auf Papier diese unveränderlich macht.

    Ich bin mir sicher, dass sich die Lehren der Druiden in den Jahrhunderten oder Jahrtausenden, in denen sie lebten, verändert haben. Obwohl sie wahrscheinlich über ein Gedächtnis verfügten, das uns, die wir uns auf das Schreiben verlassen, in Erstaunen versetzen würde, kann ich mir nicht vorstellen, dass es zwischen den Generationen keine subtilen oder radikalen Veränderungen gab – und ich vermute, dass dies beabsichtigt war. Ich vermute, dass die Druiden keine Angst hatten, hier und da Veränderungen zuzulassen und sich den Umständen anzupassen.

    Einige Historiker vermuten zum Beispiel, dass die Kelten schon vor der Erklärung Roms, sie seien böse #Barbaren, die einer ordentlichen Eroberung bedürften, von #Menschenopfer​n abrückten.

    Es ist möglich, dass die #Kelten, als überwältigende Legionen aus dem Süden in Gallien und #Britannien einfielen, aus Verzweiflung begannen, sich wieder ihren alten Bräuchen zuzuwenden. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Wir wissen nicht viel darüber, was sie dachten, weil sie nichts aufgeschrieben haben.

    Wir wissen nicht, ob sie Menschen lebendig in Weidenmännern verbrannten. Wir wissen nicht, ob die Iren ihrem #König die Brustwarzen abschnitten und ihm dann an #Samhain die Kehle durchschnitten, wenn er seine Arbeit schlecht machte. Wir wissen nicht, ob heilige #Frauen in einen ekstatischen Zustand verfielen, eine von ihnen zerfleischten und mit dem zerteilten Körper ihrer Freundin in den Händen herummarschierten. Wir wissen nicht, ob die Kelten dreißig Meter tiefe Löcher gruben, nur um Menschen zu fesseln und hineinzuwerfen. Wir wissen nicht, ob „Woodhenge” (man stelle sich Stonehenge vor, nur aus Holz) durch die Opferung eines dreijährigen Jungen geheiligt wurde.

    Die vielleicht wichtigste Frage, die mir beim Studium der Geschichte für meinen #Podcast bleibt, ist: „Wieviel Metal war die Vergangenheit?” Hat Lady #Bathory zur Hautpflege in Jungfrauenblut gebadet? Haben #Astrologen in europäischen Städten des Spätmittelalters #Kinder geopfert, wurden bei schwarzen Messen Unschuldige getötet? Haben irische Könige bei ihrer Krönung wirklich mit Pferden gevögelt? Gab es im mittelalterlichen #Irland #Nudistenkulte, die in Höhlen lebten?

    Wenn man über #Europa hinausblickt, werden diese Fragen noch fragwürdiger. Was haben die Menschen getrieben? Wo liegen die Grenzen menschlichen Verhaltens?

    Denn wenn wir diese Fragen stellen, wirken zwei konkurrierende gesellschaftliche Kräfte. Zunächst einmal sollte man sich bewusst machen, dass es meist diejenigen waren, die diese Anschuldigungen erhoben, die sie auch niederschrieben. Es sind Gerichtsakten, päpstliche Untersuchungen und #Kriegspropaganda, die alle Übel der antiken und mittelalterlichen Welt katalogisieren.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes "How Metal Is the Past? or: on sacrifice and horror and history" von @margaret / Margaret Killjoy vom 29. Okktober 2025

    #Geschichte #History #Geschichtsschreibung #Anarchismus #Wickerman @anarchism

  3. Wieviel Metal steckt in der Vergangenheit? Oder: Über Opfer, Horror und Geschichte

    Die Druiden, die gebildete #Philosophen​klasse der alten #Kelten, haben nichts aufgeschrieben. Sie hätten es tun können – einige Kelten waren gebildet und schrieben in gallischer Sprache entweder mit dem griechischen oder dem römischen Alphabet –, aber sie taten es aus Prinzip und Gewohnheit nicht.

    Nun, eigentlich wissen wir nicht genau, warum sie es nicht taten, weil sie es uns nicht gesagt haben, weil kein einziger Druide jemals etwas aufgeschrieben hat. Julius #Caesar, der damit beschäftigt war, #Gallien (das heutige #Frankreich) zu unterwerfen und zu überfallen, meinte, dass die #Druiden nichts aufschrieben, weil sie dachten, dass das Aufschreiben von Dingen das Gedächtnis schwächt.

    Es dauerte 19 oder 20 Jahre #Ausbildung, um Druide zu werden, wodurch sie über umfassende Kenntnisse in #Recht, #Zeremonie​n, #Konfliktlösung und der Bewegung der #Himmelskörper verfügten.

    Wahrscheinlich lernten sie auch, wie man Menschen opfert, aber darüber sind sich #Historiker weniger sicher. Wahrscheinlich opferten sie Menschen, indem sie sie unter anderem in riesigen Statuen aus Stroh oder Weidengeflecht lebendig verbrannten, aber das wissen wir nicht mit Sicherheit.

    Die meisten zeitgenössischen Schriften über Druiden wurden von ihren Feinden verfasst, die nach einer moralischen #Rechtfertigung für die Eroberung Galliens suchten. Ich habe allerdings meine eigene Theorie, warum sie nie etwas aufgeschrieben haben. Eine Theorie, mit der ich mich vielleicht irre. Ich glaube, sie haben nichts aufgeschrieben, weil das Festhalten von Gesetzen und bewährten Praktiken auf Papier diese unveränderlich macht.

    Ich bin mir sicher, dass sich die Lehren der Druiden in den Jahrhunderten oder Jahrtausenden, in denen sie lebten, verändert haben. Obwohl sie wahrscheinlich über ein Gedächtnis verfügten, das uns, die wir uns auf das Schreiben verlassen, in Erstaunen versetzen würde, kann ich mir nicht vorstellen, dass es zwischen den Generationen keine subtilen oder radikalen Veränderungen gab – und ich vermute, dass dies beabsichtigt war. Ich vermute, dass die Druiden keine Angst hatten, hier und da Veränderungen zuzulassen und sich den Umständen anzupassen.

    Einige Historiker vermuten zum Beispiel, dass die Kelten schon vor der Erklärung Roms, sie seien böse #Barbaren, die einer ordentlichen Eroberung bedürften, von #Menschenopfer​n abrückten.

    Es ist möglich, dass die #Kelten, als überwältigende Legionen aus dem Süden in Gallien und #Britannien einfielen, aus Verzweiflung begannen, sich wieder ihren alten Bräuchen zuzuwenden. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Wir wissen nicht viel darüber, was sie dachten, weil sie nichts aufgeschrieben haben.

    Wir wissen nicht, ob sie Menschen lebendig in Weidenmännern verbrannten. Wir wissen nicht, ob die Iren ihrem #König die Brustwarzen abschnitten und ihm dann an #Samhain die Kehle durchschnitten, wenn er seine Arbeit schlecht machte. Wir wissen nicht, ob heilige #Frauen in einen ekstatischen Zustand verfielen, eine von ihnen zerfleischten und mit dem zerteilten Körper ihrer Freundin in den Händen herummarschierten. Wir wissen nicht, ob die Kelten dreißig Meter tiefe Löcher gruben, nur um Menschen zu fesseln und hineinzuwerfen. Wir wissen nicht, ob „Woodhenge” (man stelle sich Stonehenge vor, nur aus Holz) durch die Opferung eines dreijährigen Jungen geheiligt wurde.

    Die vielleicht wichtigste Frage, die mir beim Studium der Geschichte für meinen #Podcast bleibt, ist: „Wieviel Metal war die Vergangenheit?” Hat Lady #Bathory zur Hautpflege in Jungfrauenblut gebadet? Haben #Astrologen in europäischen Städten des Spätmittelalters #Kinder geopfert, wurden bei schwarzen Messen Unschuldige getötet? Haben irische Könige bei ihrer Krönung wirklich mit Pferden gevögelt? Gab es im mittelalterlichen #Irland #Nudistenkulte, die in Höhlen lebten?

    Wenn man über #Europa hinausblickt, werden diese Fragen noch fragwürdiger. Was haben die Menschen getrieben? Wo liegen die Grenzen menschlichen Verhaltens?

    Denn wenn wir diese Fragen stellen, wirken zwei konkurrierende gesellschaftliche Kräfte. Zunächst einmal sollte man sich bewusst machen, dass es meist diejenigen waren, die diese Anschuldigungen erhoben, die sie auch niederschrieben. Es sind Gerichtsakten, päpstliche Untersuchungen und #Kriegspropaganda, die alle Übel der antiken und mittelalterlichen Welt katalogisieren.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes "How Metal Is the Past? or: on sacrifice and horror and history" von @margaret / Margaret Killjoy vom 29. Okktober 2025

    #Geschichte #History #Geschichtsschreibung #Anarchismus #Wickerman @anarchism

  4. Wieviel Metal steckt in der Vergangenheit? Oder: Über Opfer, Horror und Geschichte

    Die Druiden, die gebildete #Philosophen​klasse der alten #Kelten, haben nichts aufgeschrieben. Sie hätten es tun können – einige Kelten waren gebildet und schrieben in gallischer Sprache entweder mit dem griechischen oder dem römischen Alphabet –, aber sie taten es aus Prinzip und Gewohnheit nicht.

    Nun, eigentlich wissen wir nicht genau, warum sie es nicht taten, weil sie es uns nicht gesagt haben, weil kein einziger Druide jemals etwas aufgeschrieben hat. Julius #Caesar, der damit beschäftigt war, #Gallien (das heutige #Frankreich) zu unterwerfen und zu überfallen, meinte, dass die #Druiden nichts aufschrieben, weil sie dachten, dass das Aufschreiben von Dingen das Gedächtnis schwächt.

    Es dauerte 19 oder 20 Jahre #Ausbildung, um Druide zu werden, wodurch sie über umfassende Kenntnisse in #Recht, #Zeremonie​n, #Konfliktlösung und der Bewegung der #Himmelskörper verfügten.

    Wahrscheinlich lernten sie auch, wie man Menschen opfert, aber darüber sind sich #Historiker weniger sicher. Wahrscheinlich opferten sie Menschen, indem sie sie unter anderem in riesigen Statuen aus Stroh oder Weidengeflecht lebendig verbrannten, aber das wissen wir nicht mit Sicherheit.

    Die meisten zeitgenössischen Schriften über Druiden wurden von ihren Feinden verfasst, die nach einer moralischen #Rechtfertigung für die Eroberung Galliens suchten. Ich habe allerdings meine eigene Theorie, warum sie nie etwas aufgeschrieben haben. Eine Theorie, mit der ich mich vielleicht irre. Ich glaube, sie haben nichts aufgeschrieben, weil das Festhalten von Gesetzen und bewährten Praktiken auf Papier diese unveränderlich macht.

    Ich bin mir sicher, dass sich die Lehren der Druiden in den Jahrhunderten oder Jahrtausenden, in denen sie lebten, verändert haben. Obwohl sie wahrscheinlich über ein Gedächtnis verfügten, das uns, die wir uns auf das Schreiben verlassen, in Erstaunen versetzen würde, kann ich mir nicht vorstellen, dass es zwischen den Generationen keine subtilen oder radikalen Veränderungen gab – und ich vermute, dass dies beabsichtigt war. Ich vermute, dass die Druiden keine Angst hatten, hier und da Veränderungen zuzulassen und sich den Umständen anzupassen.

    Einige Historiker vermuten zum Beispiel, dass die Kelten schon vor der Erklärung Roms, sie seien böse #Barbaren, die einer ordentlichen Eroberung bedürften, von #Menschenopfer​n abrückten.

    Es ist möglich, dass die #Kelten, als überwältigende Legionen aus dem Süden in Gallien und #Britannien einfielen, aus Verzweiflung begannen, sich wieder ihren alten Bräuchen zuzuwenden. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Wir wissen nicht viel darüber, was sie dachten, weil sie nichts aufgeschrieben haben.

    Wir wissen nicht, ob sie Menschen lebendig in Weidenmännern verbrannten. Wir wissen nicht, ob die Iren ihrem #König die Brustwarzen abschnitten und ihm dann an #Samhain die Kehle durchschnitten, wenn er seine Arbeit schlecht machte. Wir wissen nicht, ob heilige #Frauen in einen ekstatischen Zustand verfielen, eine von ihnen zerfleischten und mit dem zerteilten Körper ihrer Freundin in den Händen herummarschierten. Wir wissen nicht, ob die Kelten dreißig Meter tiefe Löcher gruben, nur um Menschen zu fesseln und hineinzuwerfen. Wir wissen nicht, ob „Woodhenge” (man stelle sich Stonehenge vor, nur aus Holz) durch die Opferung eines dreijährigen Jungen geheiligt wurde.

    Die vielleicht wichtigste Frage, die mir beim Studium der Geschichte für meinen #Podcast bleibt, ist: „Wieviel Metal war die Vergangenheit?” Hat Lady #Bathory zur Hautpflege in Jungfrauenblut gebadet? Haben #Astrologen in europäischen Städten des Spätmittelalters #Kinder geopfert, wurden bei schwarzen Messen Unschuldige getötet? Haben irische Könige bei ihrer Krönung wirklich mit Pferden gevögelt? Gab es im mittelalterlichen #Irland #Nudistenkulte, die in Höhlen lebten?

    Wenn man über #Europa hinausblickt, werden diese Fragen noch fragwürdiger. Was haben die Menschen getrieben? Wo liegen die Grenzen menschlichen Verhaltens?

    Denn wenn wir diese Fragen stellen, wirken zwei konkurrierende gesellschaftliche Kräfte. Zunächst einmal sollte man sich bewusst machen, dass es meist diejenigen waren, die diese Anschuldigungen erhoben, die sie auch niederschrieben. Es sind Gerichtsakten, päpstliche Untersuchungen und #Kriegspropaganda, die alle Übel der antiken und mittelalterlichen Welt katalogisieren.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes "How Metal Is the Past? or: on sacrifice and horror and history" von @margaret / Margaret Killjoy vom 29. Okktober 2025

    #Geschichte #History #Geschichtsschreibung #Anarchismus #Wickerman @anarchism

  5. Wieviel Metal steckt in der Vergangenheit? Oder: Über Opfer, Horror und Geschichte

    Die Druiden, die gebildete #Philosophen​klasse der alten #Kelten, haben nichts aufgeschrieben. Sie hätten es tun können – einige Kelten waren gebildet und schrieben in gallischer Sprache entweder mit dem griechischen oder dem römischen Alphabet –, aber sie taten es aus Prinzip und Gewohnheit nicht.

    Nun, eigentlich wissen wir nicht genau, warum sie es nicht taten, weil sie es uns nicht gesagt haben, weil kein einziger Druide jemals etwas aufgeschrieben hat. Julius #Caesar, der damit beschäftigt war, #Gallien (das heutige #Frankreich) zu unterwerfen und zu überfallen, meinte, dass die #Druiden nichts aufschrieben, weil sie dachten, dass das Aufschreiben von Dingen das Gedächtnis schwächt.

    Es dauerte 19 oder 20 Jahre #Ausbildung, um Druide zu werden, wodurch sie über umfassende Kenntnisse in #Recht, #Zeremonie​n, #Konfliktlösung und der Bewegung der #Himmelskörper verfügten.

    Wahrscheinlich lernten sie auch, wie man Menschen opfert, aber darüber sind sich #Historiker weniger sicher. Wahrscheinlich opferten sie Menschen, indem sie sie unter anderem in riesigen Statuen aus Stroh oder Weidengeflecht lebendig verbrannten, aber das wissen wir nicht mit Sicherheit.

    Die meisten zeitgenössischen Schriften über Druiden wurden von ihren Feinden verfasst, die nach einer moralischen #Rechtfertigung für die Eroberung Galliens suchten. Ich habe allerdings meine eigene Theorie, warum sie nie etwas aufgeschrieben haben. Eine Theorie, mit der ich mich vielleicht irre. Ich glaube, sie haben nichts aufgeschrieben, weil das Festhalten von Gesetzen und bewährten Praktiken auf Papier diese unveränderlich macht.

    Ich bin mir sicher, dass sich die Lehren der Druiden in den Jahrhunderten oder Jahrtausenden, in denen sie lebten, verändert haben. Obwohl sie wahrscheinlich über ein Gedächtnis verfügten, das uns, die wir uns auf das Schreiben verlassen, in Erstaunen versetzen würde, kann ich mir nicht vorstellen, dass es zwischen den Generationen keine subtilen oder radikalen Veränderungen gab – und ich vermute, dass dies beabsichtigt war. Ich vermute, dass die Druiden keine Angst hatten, hier und da Veränderungen zuzulassen und sich den Umständen anzupassen.

    Einige Historiker vermuten zum Beispiel, dass die Kelten schon vor der Erklärung Roms, sie seien böse #Barbaren, die einer ordentlichen Eroberung bedürften, von #Menschenopfer​n abrückten.

    Es ist möglich, dass die #Kelten, als überwältigende Legionen aus dem Süden in Gallien und #Britannien einfielen, aus Verzweiflung begannen, sich wieder ihren alten Bräuchen zuzuwenden. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Wir wissen nicht viel darüber, was sie dachten, weil sie nichts aufgeschrieben haben.

    Wir wissen nicht, ob sie Menschen lebendig in Weidenmännern verbrannten. Wir wissen nicht, ob die Iren ihrem #König die Brustwarzen abschnitten und ihm dann an #Samhain die Kehle durchschnitten, wenn er seine Arbeit schlecht machte. Wir wissen nicht, ob heilige #Frauen in einen ekstatischen Zustand verfielen, eine von ihnen zerfleischten und mit dem zerteilten Körper ihrer Freundin in den Händen herummarschierten. Wir wissen nicht, ob die Kelten dreißig Meter tiefe Löcher gruben, nur um Menschen zu fesseln und hineinzuwerfen. Wir wissen nicht, ob „Woodhenge” (man stelle sich Stonehenge vor, nur aus Holz) durch die Opferung eines dreijährigen Jungen geheiligt wurde.

    Die vielleicht wichtigste Frage, die mir beim Studium der Geschichte für meinen #Podcast bleibt, ist: „Wieviel Metal war die Vergangenheit?” Hat Lady #Bathory zur Hautpflege in Jungfrauenblut gebadet? Haben #Astrologen in europäischen Städten des Spätmittelalters #Kinder geopfert, wurden bei schwarzen Messen Unschuldige getötet? Haben irische Könige bei ihrer Krönung wirklich mit Pferden gevögelt? Gab es im mittelalterlichen #Irland #Nudistenkulte, die in Höhlen lebten?

    Wenn man über #Europa hinausblickt, werden diese Fragen noch fragwürdiger. Was haben die Menschen getrieben? Wo liegen die Grenzen menschlichen Verhaltens?

    Denn wenn wir diese Fragen stellen, wirken zwei konkurrierende gesellschaftliche Kräfte. Zunächst einmal sollte man sich bewusst machen, dass es meist diejenigen waren, die diese Anschuldigungen erhoben, die sie auch niederschrieben. Es sind Gerichtsakten, päpstliche Untersuchungen und #Kriegspropaganda, die alle Übel der antiken und mittelalterlichen Welt katalogisieren.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes "How Metal Is the Past? or: on sacrifice and horror and history" von @margaret / Margaret Killjoy vom 29. Okktober 2025

    #Geschichte #History #Geschichtsschreibung #Anarchismus #Wickerman @anarchism

  6. Wieviel Metal steckt in der Vergangenheit? Oder: Über Opfer, Horror und Geschichte

    Die Druiden, die gebildete #Philosophen​klasse der alten #Kelten, haben nichts aufgeschrieben. Sie hätten es tun können – einige Kelten waren gebildet und schrieben in gallischer Sprache entweder mit dem griechischen oder dem römischen Alphabet –, aber sie taten es aus Prinzip und Gewohnheit nicht.

    Nun, eigentlich wissen wir nicht genau, warum sie es nicht taten, weil sie es uns nicht gesagt haben, weil kein einziger Druide jemals etwas aufgeschrieben hat. Julius #Caesar, der damit beschäftigt war, #Gallien (das heutige #Frankreich) zu unterwerfen und zu überfallen, meinte, dass die #Druiden nichts aufschrieben, weil sie dachten, dass das Aufschreiben von Dingen das Gedächtnis schwächt.

    Es dauerte 19 oder 20 Jahre #Ausbildung, um Druide zu werden, wodurch sie über umfassende Kenntnisse in #Recht, #Zeremonie​n, #Konfliktlösung und der Bewegung der #Himmelskörper verfügten.

    Wahrscheinlich lernten sie auch, wie man Menschen opfert, aber darüber sind sich #Historiker weniger sicher. Wahrscheinlich opferten sie Menschen, indem sie sie unter anderem in riesigen Statuen aus Stroh oder Weidengeflecht lebendig verbrannten, aber das wissen wir nicht mit Sicherheit.

    Die meisten zeitgenössischen Schriften über Druiden wurden von ihren Feinden verfasst, die nach einer moralischen #Rechtfertigung für die Eroberung Galliens suchten. Ich habe allerdings meine eigene Theorie, warum sie nie etwas aufgeschrieben haben. Eine Theorie, mit der ich mich vielleicht irre. Ich glaube, sie haben nichts aufgeschrieben, weil das Festhalten von Gesetzen und bewährten Praktiken auf Papier diese unveränderlich macht.

    Ich bin mir sicher, dass sich die Lehren der Druiden in den Jahrhunderten oder Jahrtausenden, in denen sie lebten, verändert haben. Obwohl sie wahrscheinlich über ein Gedächtnis verfügten, das uns, die wir uns auf das Schreiben verlassen, in Erstaunen versetzen würde, kann ich mir nicht vorstellen, dass es zwischen den Generationen keine subtilen oder radikalen Veränderungen gab – und ich vermute, dass dies beabsichtigt war. Ich vermute, dass die Druiden keine Angst hatten, hier und da Veränderungen zuzulassen und sich den Umständen anzupassen.

    Einige Historiker vermuten zum Beispiel, dass die Kelten schon vor der Erklärung Roms, sie seien böse #Barbaren, die einer ordentlichen Eroberung bedürften, von #Menschenopfer​n abrückten.

    Es ist möglich, dass die #Kelten, als überwältigende Legionen aus dem Süden in Gallien und #Britannien einfielen, aus Verzweiflung begannen, sich wieder ihren alten Bräuchen zuzuwenden. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Wir wissen nicht viel darüber, was sie dachten, weil sie nichts aufgeschrieben haben.

    Wir wissen nicht, ob sie Menschen lebendig in Weidenmännern verbrannten. Wir wissen nicht, ob die Iren ihrem #König die Brustwarzen abschnitten und ihm dann an #Samhain die Kehle durchschnitten, wenn er seine Arbeit schlecht machte. Wir wissen nicht, ob heilige #Frauen in einen ekstatischen Zustand verfielen, eine von ihnen zerfleischten und mit dem zerteilten Körper ihrer Freundin in den Händen herummarschierten. Wir wissen nicht, ob die Kelten dreißig Meter tiefe Löcher gruben, nur um Menschen zu fesseln und hineinzuwerfen. Wir wissen nicht, ob „Woodhenge” (man stelle sich Stonehenge vor, nur aus Holz) durch die Opferung eines dreijährigen Jungen geheiligt wurde.

    Die vielleicht wichtigste Frage, die mir beim Studium der Geschichte für meinen #Podcast bleibt, ist: „Wieviel Metal war die Vergangenheit?” Hat Lady #Bathory zur Hautpflege in Jungfrauenblut gebadet? Haben #Astrologen in europäischen Städten des Spätmittelalters #Kinder geopfert, wurden bei schwarzen Messen Unschuldige getötet? Haben irische Könige bei ihrer Krönung wirklich mit Pferden gevögelt? Gab es im mittelalterlichen #Irland #Nudistenkulte, die in Höhlen lebten?

    Wenn man über #Europa hinausblickt, werden diese Fragen noch fragwürdiger. Was haben die Menschen getrieben? Wo liegen die Grenzen menschlichen Verhaltens?

    Denn wenn wir diese Fragen stellen, wirken zwei konkurrierende gesellschaftliche Kräfte. Zunächst einmal sollte man sich bewusst machen, dass es meist diejenigen waren, die diese Anschuldigungen erhoben, die sie auch niederschrieben. Es sind Gerichtsakten, päpstliche Untersuchungen und #Kriegspropaganda, die alle Übel der antiken und mittelalterlichen Welt katalogisieren.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes "How Metal Is the Past? or: on sacrifice and horror and history" von @margaret / Margaret Killjoy vom 29. Okktober 2025

    #Geschichte #History #Geschichtsschreibung #Anarchismus #Wickerman @anarchism

  7. Am 16. Januar 1920 fand in Virginia eine ungewöhnliche „Trauerfeier“ statt – der #Verstorben​e war weder Mensch noch Tier. Die #Zeremonie markierte den Anfang eines fast 14 Jahre andauernden Umstands in den #USA. Lesen Sie mehr im Artikel des Tages dwds.de/wb/jmdn.%2C%20etw.%20z

  8. Zahlreiche EU-Vertreter wollen Putins Amtseinführung fernbleiben

    Heute beginnen für Wladimir Putin mit der Amtseinführung offiziell sechs weitere Jahre als Russlands Präsident. Eine Teilnahme an der Zeremonie halten die EU-Staaten unterschiedlich: Viele, auch Deutschland, wollen nicht dabei sein.

    ➡️ tagesschau.de/ausland/europa/p

    #Putin #Amtseinführung #Zeremonie

  9. Ich wohnte heute einer #Zeremonie bei, bei der eine #Schwarzkäferlarve das Hirn einer #Heuschrecke aß. Dabei fraß sie sich durch den Rücken hoch bis ins leckere weich. Ich weiß nicht wie ich heute Schlafen soll, ganz im Gegensatz zu der zufriedenen und satten #Zophoba.

  10. Bei der feierlichen Zeremonie warnte Bundespräsident Steinmeier vor zunehmendem Antisemitismus und mahnte zur Wachsamkeit.
    Orthodoxe Rabbinerordination in Hannover
  11. Beerdigungen sind wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus in Afrika eingeschränkt. Menschen können nicht so Abschied von Toten nehmen wie üblich. Ein neuer Trend: virtuelle Trauerfeiern.
    Uganda: Wie die Corona-Pandemie Trauerrituale verändert | DW | 08.08.2021
    #Afrika #COVID-19 #Beerdigungen #Uganda #Traditionen #Trauer #Zeremonie #Bestattung
  12. Wie die Amtseinführung von Joe Biden am 20. Januar aussehen wird, ist noch offen. So glanzvoll wie sonst wird die Zeremonie in Corona-Zeiten aber wohl nicht ablaufen. Das ist auch dem designierten Präsidenten klar.
    Biden plant bescheiden | DW | 05.12.2020
    #JoeBiden #Amtseinführung #Corona-Pandemie #Washington #Kapitol #Zeremonie