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#stefanreinecke — Public Fediverse posts

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  1. Balken im Strategenauge

    Stefan Reinecke, das ist leider keine Übertreibung, gehört innerhalb der taz-Redaktion gewiss zu den intellektuellen Leuchttürmen. Ihm verdanke ich diesen Hinweis auf eine Rede der Grünen-Chefin Franziska Brantner in Oxford: Aufrüstung in Europa: Wer begrenzt die deutsche Macht? – Deutschland rüstet auf, in Europa weckt das Ängste. Grünen-Chefin Franziska Brantner fordert daher eine neue deutsche Staatsräson. Eine analytische Einordnung.” Die Frage der Schlagzeile ist richtig gestellt. Aber was ist mir der Antwort?

    Zunächst mal ist die taz – zum wievielten Mal? – daran gescheitert, einen Link zum Originaldokument zu setzen. Den bekommen Sie wie immer hier, und der Titel lautet anders: “The Lonelier Continent: Europe and the Burden of its Own Defence”. Zu deutsch: “Der einsame Kontinent: Europa und die Last seiner eigenen Verteidigung”. Heulen Sie auch gleich? Warten Sie noch einen Moment, ich gebe Ihnen mehr Gründe.

    Der Balken im Auge von Brantner und dem sie überaus wohlwollend interpretierenden Reinecke steht hier: “Hinzu komme, so Brantner, dass nur eine solide europäische Einbettung Berlins das Schlimmste verhindern könne, sollte die AfD in die Nähe der Macht kommen.”

    Denn die bittere Realisten-Frage, die hier bei Roland Appel nur ganz am Schluss anklingt, ohne ausgeführt zu werden: “Wo ergreifen (Europas) Faschist*inn*en zuerst die Macht?” Oder ist auch diese Frage schon falsch gestellt, weil sie mit Italien zu beantworten ist? 2027 sind Präsidentschaftswahlen in Frankreich, Parlamentswahlen in Spanien. Im UK würden sie erst 2029 wählen. Aber wer glaubt, dass die Demontage Keir Stamers so lange dauert?

    Die nächste Bundestagswahl wäre erst 2029. Oder wird die auch vorverlegt? Wer weiss das schon?

    Roland gibt einer Mehrheitsmeinung des europäischen Polit-Establishments Ausdruck, wenn er schreibt: “Das bedeutet, eine Öffnung für ein Mehr an ökonomischer und militärischer Zusammenarbeit der EU mit Kanada, Australien und Neuseeland, aber auch mit Großbritannien anzustreben und zu stabilisieren.”

    Wer das, wie Reinecke/Brantner u.v.a. der AfD nicht in die Hand geben, sondern es “einbetten” will, die*der muss zuvor in Frankreich RN, in Spanien Vox und PP sowie im UK “Reform UK” irgendwie “einbetten”. In Frankreich und UK inklusive der Atomwaffen. Durchdachte Vorstellungen solcher “Einbettung” kann ich öffentlich bisher nirgends entdecken. Sie?

    Das sieht alles bitter wahrscheinlich aus, muss aber nicht so kommen. Auch hier hat Roland nur angedeutet, was innenpolitisch geschehen müsste, um dieses Blatt zu wenden. Es kann sich ja sogar in den USA wenden. In Europa ist jedoch kein Regierender ausser Pedro Sanchez zu erkennen, der das Problem erkannt hat und im Rahmen seiner Möglichkeiten handelt. Der einzige Regierungschef eines Nato-Mitgliedes, der öffentliche Widerworte gegen Trump wagt.

    Was tun (Inland)?

    Die Parteien Grüne, SPD und Linke hatten bereits historisch versagt, als sie noch über eine Parlamentsmehrheit verfügten. Was ist ihnen heute noch zuzutrauen? Weiss ich auch nicht.

    Theoretisch wäre ihre Aufgabe: gemeinsamer Diskurs über die Notwendigkeiten von Klima-, Gerechtigkeits- und Friedenspolitik. Verabredung einer wirkungsvollen Arbeitsteilung. Ebendies mit Klimabewegung, netzpolitischen demokratischen Basisbewegungen, die bereits über funktionierende Diskursräume und Medien verfügen, sowie den Gewerkschaften. Ohne diese, das wäre in Anbetracht der schwächlichen Parteien sowieso lächerlich, sie billig zu instrumentalisieren.

    Ich weiss, wie weit die gegenwärtige deutsche Realität davon weg ist. Wenn die Parteien überleben wollen, müssen sie ungefähr so handeln. Wenn sie sich dazu als unfähig erweisen, gleicht das Selbstmordabsichten. Sakramente dürfen sie dafür nicht erwarten.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  2. Balken im Strategenauge

    Stefan Reinecke, das ist leider keine Übertreibung, gehört innerhalb der taz-Redaktion gewiss zu den intellektuellen Leuchttürmen. Ihm verdanke ich diesen Hinweis auf eine Rede der Grünen-Chefin Franziska Brantner in Oxford: Aufrüstung in Europa: Wer begrenzt die deutsche Macht? – Deutschland rüstet auf, in Europa weckt das Ängste. Grünen-Chefin Franziska Brantner fordert daher eine neue deutsche Staatsräson. Eine analytische Einordnung.” Die Frage der Schlagzeile ist richtig gestellt. Aber was ist mit der Antwort?

    Zunächst mal ist die taz – zum wievielten Mal? – daran gescheitert, einen Link zum Originaldokument zu setzen. Den bekommen Sie wie immer hier, und der Titel lautet anders: “The Lonelier Continent: Europe and the Burden of its Own Defence”. Zu deutsch: “Der einsame Kontinent: Europa und die Last seiner eigenen Verteidigung”. Heulen Sie auch gleich? Warten Sie noch einen Moment, ich gebe Ihnen mehr Gründe.

    Der Balken im Auge von Brantner und dem sie überaus wohlwollend interpretierenden Reinecke steht hier: “Hinzu komme, so Brantner, dass nur eine solide europäische Einbettung Berlins das Schlimmste verhindern könne, sollte die AfD in die Nähe der Macht kommen.”

    Denn die bittere Realisten-Frage, die hier bei Roland Appel nur ganz am Schluss anklingt, ohne ausgeführt zu werden: “Wo ergreifen (Europas) Faschist*inn*en zuerst die Macht?” Oder ist auch diese Frage schon falsch gestellt, weil sie mit Italien zu beantworten ist? 2027 sind Präsidentschaftswahlen in Frankreich, Parlamentswahlen in Spanien. Im UK würden sie erst 2029 wählen. Aber wer glaubt, dass die Demontage Keir Stamers so lange dauert?

    Die nächste Bundestagswahl wäre erst 2029. Oder wird die auch vorverlegt? Wer weiss das schon?

    Roland gibt einer Mehrheitsmeinung des europäischen Polit-Establishments Ausdruck, wenn er schreibt: “Das bedeutet, eine Öffnung für ein Mehr an ökonomischer und militärischer Zusammenarbeit der EU mit Kanada, Australien und Neuseeland, aber auch mit Großbritannien anzustreben und zu stabilisieren.”

    Wer das, wie Reinecke/Brantner u.v.a. der AfD nicht in die Hand geben, sondern es “einbetten” will, die*der muss zuvor in Frankreich RN, in Spanien Vox und PP sowie im UK “Reform UK” irgendwie “einbetten”. In Frankreich und UK inklusive der Atomwaffen. Durchdachte Vorstellungen solcher “Einbettung” kann ich öffentlich bisher nirgends entdecken. Sie?

    Das sieht alles bitter wahrscheinlich aus, muss aber nicht so kommen. Auch hier hat Roland nur angedeutet, was innenpolitisch geschehen müsste, um dieses Blatt zu wenden. Es kann sich ja sogar in den USA wenden. In Europa ist jedoch kein Regierender ausser Pedro Sanchez zu erkennen, der das Problem erkannt hat und im Rahmen seiner Möglichkeiten handelt. Der einzige Regierungschef eines Nato-Mitgliedes, der öffentliche Widerworte gegen Trump wagt.

    Was tun (Inland)?

    Die Parteien Grüne, SPD und Linke hatten bereits historisch versagt, als sie noch über eine Parlamentsmehrheit verfügten. Was ist ihnen heute noch zuzutrauen? Weiss ich auch nicht.

    Theoretisch wäre ihre Aufgabe: gemeinsamer Diskurs über die Notwendigkeiten von Klima-, Gerechtigkeits- und Friedenspolitik. Verabredung einer wirkungsvollen Arbeitsteilung. Ebendies mit Klimabewegung, netzpolitischen demokratischen Basisbewegungen, die bereits über funktionierende Diskursräume und Medien verfügen, sowie den Gewerkschaften. Ohne diese, das wäre in Anbetracht der schwächlichen Parteien sowieso lächerlich, sie billig zu instrumentalisieren.

    Ich weiss, wie weit die gegenwärtige deutsche Realität davon weg ist. Wenn die Parteien überleben wollen, müssen sie ungefähr so handeln. Wenn sie sich dazu als unfähig erweisen, gleicht das Selbstmordabsichten. Sakramente dürfen sie dafür nicht erwarten.

  3. Balken im Strategenauge

    Stefan Reinecke, das ist leider keine Übertreibung, gehört innerhalb der taz-Redaktion gewiss zu den intellektuellen Leuchttürmen. Ihm verdanke ich diesen Hinweis auf eine Rede der Grünen-Chefin Franziska Brantner in Oxford: Aufrüstung in Europa: Wer begrenzt die deutsche Macht? – Deutschland rüstet auf, in Europa weckt das Ängste. Grünen-Chefin Franziska Brantner fordert daher eine neue deutsche Staatsräson. Eine analytische Einordnung.” Die Frage der Schlagzeile ist richtig gestellt. Aber was ist mit der Antwort?

    Zunächst mal ist die taz – zum wievielten Mal? – daran gescheitert, einen Link zum Originaldokument zu setzen. Den bekommen Sie wie immer hier, und der Titel lautet anders: “The Lonelier Continent: Europe and the Burden of its Own Defence”. Zu deutsch: “Der einsame Kontinent: Europa und die Last seiner eigenen Verteidigung”. Heulen Sie auch gleich? Warten Sie noch einen Moment, ich gebe Ihnen mehr Gründe.

    Der Balken im Auge von Brantner und dem sie überaus wohlwollend interpretierenden Reinecke steht hier: “Hinzu komme, so Brantner, dass nur eine solide europäische Einbettung Berlins das Schlimmste verhindern könne, sollte die AfD in die Nähe der Macht kommen.”

    Denn die bittere Realisten-Frage, die hier bei Roland Appel nur ganz am Schluss anklingt, ohne ausgeführt zu werden: “Wo ergreifen (Europas) Faschist*inn*en zuerst die Macht?” Oder ist auch diese Frage schon falsch gestellt, weil sie mit Italien zu beantworten ist? 2027 sind Präsidentschaftswahlen in Frankreich, Parlamentswahlen in Spanien. Im UK würden sie erst 2029 wählen. Aber wer glaubt, dass die Demontage Keir Stamers so lange dauert?

    Die nächste Bundestagswahl wäre erst 2029. Oder wird die auch vorverlegt? Wer weiss das schon?

    Roland gibt einer Mehrheitsmeinung des europäischen Polit-Establishments Ausdruck, wenn er schreibt: “Das bedeutet, eine Öffnung für ein Mehr an ökonomischer und militärischer Zusammenarbeit der EU mit Kanada, Australien und Neuseeland, aber auch mit Großbritannien anzustreben und zu stabilisieren.”

    Wer das, wie Reinecke/Brantner u.v.a. der AfD nicht in die Hand geben, sondern es “einbetten” will, die*der muss zuvor in Frankreich RN, in Spanien Vox und PP sowie im UK “Reform UK” irgendwie “einbetten”. In Frankreich und UK inklusive der Atomwaffen. Durchdachte Vorstellungen solcher “Einbettung” kann ich öffentlich bisher nirgends entdecken. Sie?

    Das sieht alles bitter wahrscheinlich aus, muss aber nicht so kommen. Auch hier hat Roland nur angedeutet, was innenpolitisch geschehen müsste, um dieses Blatt zu wenden. Es kann sich ja sogar in den USA wenden. In Europa ist jedoch kein Regierender ausser Pedro Sanchez zu erkennen, der das Problem erkannt hat und im Rahmen seiner Möglichkeiten handelt. Der einzige Regierungschef eines Nato-Mitgliedes, der öffentliche Widerworte gegen Trump wagt.

    Was tun (Inland)?

    Die Parteien Grüne, SPD und Linke hatten bereits historisch versagt, als sie noch über eine Parlamentsmehrheit verfügten. Was ist ihnen heute noch zuzutrauen? Weiss ich auch nicht.

    Theoretisch wäre ihre Aufgabe: gemeinsamer Diskurs über die Notwendigkeiten von Klima-, Gerechtigkeits- und Friedenspolitik. Verabredung einer wirkungsvollen Arbeitsteilung. Ebendies mit Klimabewegung, netzpolitischen demokratischen Basisbewegungen, die bereits über funktionierende Diskursräume und Medien verfügen, sowie den Gewerkschaften. Ohne diese, das wäre in Anbetracht der schwächlichen Parteien sowieso lächerlich, sie billig zu instrumentalisieren.

    Ich weiss, wie weit die gegenwärtige deutsche Realität davon weg ist. Wenn die Parteien überleben wollen, müssen sie ungefähr so handeln. Wenn sie sich dazu als unfähig erweisen, gleicht das Selbstmordabsichten. Sakramente dürfen sie dafür nicht erwarten.

  4. Der lange Abschied von Amerika – Essay von Stefan Reinecke

    Europa muss sich von den USA abkoppeln. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat das schon vor fast zehn Jahren vorgeschlagen. In Berlin fand man das nach 2017 eher lästig und klammerte sich an die Rolle des Musterschülers der USA. Das Ende des Westens mag sich für manche Bundesdeutsche anfühlen, als würde ihnen ihre zweite Haut abgezogen. Vielleicht werden erst Jüngere kühl, ohne Affekte und bohrenden Abschiedsschmerz die transatlantische Trennung vollziehen und erkennen, was die USA sind – ein unberechenbarer Konkurrent in der neuen, gewalttätigen Weltordnung. – https://taz.de/Stefan-Reinecke/!a46/

    #Amerika #Artikel #Essay #Politik #StefanReinecke #tazDe #Wissen
  5. "Vielleicht werden erst Jüngere kühl, ohne Affekte und bohrenden Abschiedsschmerz die transatlantische Trennung vollziehen und erkennen, was die USA sind – ein unberechenbarer Konkurrent in der neuen, gewalttätigen Weltordnung"

    /by #StefanReinecke
    /via @tazgetroete

    taz.de/Deutschland-und-die-USA

    #Cologne #USPol #ICE #NATO

  6. Interessiert Sie noch “Die Linke”?

    Mich nicht mehr wirklich, es ist zu deprimierend, und nicht mehr wirklich wichtig. Aber Sie sehen das vielleicht anders? Dann hätte ich folgende Vorschläge für Sie.
    Robert Misik/taz: “Wagenknecht versus AfD: Verachtung des Proletariats – Eine Wagenknecht-Partei könnte die AfD schwächen und ‘Die Linke’ wieder aufblühen lassen. So zumindest […]

    https://extradienst.net/2023/08/12/interessiert-sie-noch-die-linke/

  7. Interessiert Sie noch “Die Linke”?

    Mich nicht mehr wirklich, es ist zu deprimierend, und nicht mehr wirklich wichtig. Aber Sie sehen das vielleicht anders? Dann hätte ich folgende Vorschläge für Sie.
    Robert Misik/taz: “Wagenknecht versus AfD: Verachtung des Proletariats – Eine Wagenknecht-Partei könnte die AfD schwächen und ‘Die Linke’ wieder aufblühen lassen. So zumindest […]

    https://extradienst.net/2023/08/12/interessiert-sie-noch-die-linke/