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#flachenschutz — Public Fediverse posts

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  1. RE: hessen.social/@bundlangenegels

    Wieder wurde der Antrag des Magistrats von allen Fraktionen gleich zu Beginn einstimmig in die 3. Lesung verschoben.

    Man ist sich der Brisanz der Machbarkeitsstudie durchaus bewusst.

    Allerdings ist aufgeschoben nicht aufgehoben...

    Schön wäre, wenn man einfach zugeben würde, dass der Schutz des Landschaftsschutzgebiet im Langener Norden im überrragenen öffentlichen Interesse ist, und man den dahinterstehenden Antrag der Stadt einstimmig ablehnt.

    #Langen #Flächenschutz #Boden #BUND

  2. RE: hessen.social/@bundlangenegels

    Wieder wurde der Antrag des Magistrats von allen Fraktionen gleich zu Beginn einstimmig in die 3. Lesung verschoben.

    Man ist sich der Brisanz der Machbarkeitsstudie durchaus bewusst.

    Allerdings ist aufgeschoben nicht aufgehoben...

    Schön wäre, wenn man einfach zugeben würde, dass der Schutz des Landschaftsschutzgebiet im Langener Norden im überrragendem öffentlichen Interesse ist, und man den dahinterstehenden Antrag der Stadt einstimmig ablehnt.

    #Langen #Flächenschutz #Boden #BUND

  3. @mainz_de
    Das ist schön. das finden wir gut.
    Leider wird an anderen Stellen unverdrossen in viel größerem Maßstab versiegelt bzw. Versiegelung geplant.
    #BiotechCampus
    #EbersheimNord
    #HechtsheimSüd
    #ZweiterStandortUnimedizin (dafür ist allerdings das Land zuständig)
    Das Land #RheinlandPfalz möchte bis 2030 auf unter 1 ha Flächenneuinanspruchnahme pro Tag sein. 2021 waren wir in RLP bei 8,6 ha ...
    Ist ja noch Zeit ...? 😠
    #Flächenschutz ist #Bodenschutz ist #Biodiversitätsschutz ist #Klimaschutz ist #regionaleLandwirtschaft.
    openpetition.de/petition/onlin

  4. @mainz_de
    Das ist schön. das finden wir gut.
    Leider wird an anderen Stellen unverdrossen in viel größerem Maßstab versiegelt bzw. Versiegelung geplant.
    #BiotechCampus
    #EbersheimNord
    #HechtsheimSüd
    #ZweiterStandortUnimedizin (dafür ist allerdings das Land zuständig)
    Das Land #RheinlandPfalz möchte bis 2030 auf unter 1 ha Flächenneuinanspruchnahme pro Tag sein. 2021 waren wir in RLP bei 8,6 ha ...
    Ist ja noch Zeit ...? 😠
    #Flächenschutz ist #Bodenschutz ist #Biodiversitätsschutz ist #Klimaschutz ist #regionaleLandwirtschaft.
    openpetition.de/petition/onlin

  5. @mainz_de
    Das ist schön. das finden wir gut.
    Leider wird an anderen Stellen unverdrossen in viel größerem Maßstab versiegelt bzw. Versiegelung geplant.
    #BiotechCampus
    #EbersheimNord
    #HechtsheimSüd
    #ZweiterStandortUnimedizin (dafür ist allerdings das Land zuständig)
    Das Land #RheinlandPfalz möchte bis 2030 auf unter 1 ha Flächenneuinanspruchnahme pro Tag sein. 2021 waren wir in RLP bei 8,6 ha ...
    Ist ja noch Zeit ...? 😠
    #Flächenschutz ist #Bodenschutz ist #Biodiversitätsschutz ist #Klimaschutz ist #regionaleLandwirtschaft.
    openpetition.de/petition/onlin

  6. @mainz_de
    Das ist schön. das finden wir gut.
    Leider wird an anderen Stellen unverdrossen in viel größerem Maßstab versiegelt bzw. Versiegelung geplant.
    #BiotechCampus
    #EbersheimNord
    #HechtsheimSüd
    #ZweiterStandortUnimedizin (dafür ist allerdings das Land zuständig)
    Das Land #RheinlandPfalz möchte bis 2030 auf unter 1 ha Flächenneuinanspruchnahme pro Tag sein. 2021 waren wir in RLP bei 8,6 ha ...
    Ist ja noch Zeit ...? 😠
    #Flächenschutz ist #Bodenschutz ist #Biodiversitätsschutz ist #Klimaschutz ist #regionaleLandwirtschaft.
    openpetition.de/petition/onlin

  7. Politikcheck: Wohnungsbau und Stadtgrün: Wie baut Berlin die Zukunft?

    Rund ein Jahr läuft nun die Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ des BUND Berlin. Kurz vor den anstehenden Berliner Wahlen zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen am 20. September traten am 1. September führende Politiker der vier großen demokratischen Parteien auf Einladung der Kampagne auf die Bühne des bUm in Berlin-Kreuzberg zur Diskussion über ihre politischen Ziele beim Schutz von Freiflächen und Stadtnatur. Das Interesse war riesig. Bereits Wochen vor der Veranstaltung war sie restlos ausgebucht. Rund 180 Menschen saßen schließlich im Saal.

    Für die SPD war deren Spitzenkandidat Steffen Krach vor Ort, auch der Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf war da, die CDU entsandte von vornherein ihren Umweltpolitiker Danny Freymark statt des Spitzenkandidaten, bei der Linke sagte Spitzenkandidatin Elif Eralp kurzfristig ab; stattdessen kam der Klima- und Stadtentwicklungsexperte Michael Efler.

    „Die ganze Stadt stöhnt unter der Hitze. Wir wissen alle vom Artensterben. Wir wissen, dass das grundlegende Probleme sind. Aber im Wahlkampf oder überhaupt in der tagtäglichen Politik spielt es das keine Rolle“, kritisierte Andreas Faensen-Thiebes, Vorstandsmitglied des BUND Berlin, in seiner Begrüßung. „Langfristig zählen unsere natürlichen Grundlagen. Wenn wir die nicht erhalten, können wir unsere Rentenpolitik an den Nagel hängen“, unterstrich er.

    Andreas Faensen-Thiebes freute sich, „dass wir mit dieser Veranstaltung wenigstens einmal dazu kommen, was die natürlichen Grundlagen für unsere Stadt, nämlich unsere grünen Freiflächen, für unsere Lebensqualität, für unsere Artenvielfalt, für unser Stadtklima bedeuten und wie wir sie erhalten wollen“. Und das trotz der Herausforderungen einer Stadt mit wachsender Bevölkerung.

    „Schön, dass es heute mal nicht ums nur Mieten geht und ums Bauen an sich“, sagte Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins (BMV) in seiner Begrüßung. Der BMV unterstützt die Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“. Mit Grün verbinde er Teilhabe, so Bartels

    „Früher gab es nicht nur in Kreuzberg, sondern überall in der Stadt diese Leerstellen. Und die Leerstellen waren Teil der Partizipation“, sagte Sebastian Bartels. Man habe es sich „schön gemacht in den Nachkriegsbrachen“ und einen „Kommunikationsort mit der Hausgemeinschaft“ gestaltet. „Wir wollen, dass  im Grunde dort gebaut wird, wo es schon versiegelt ist.“

    Bartels kritisierte, dass bei Bauvorhaben viel zu oft „Partizipation ausgespielt wird“. Die meisten Bürger forderten schließlich nicht, dass gar nichts gemacht wird, sondern setzten sich für eine maßvolle Bebauung ein und  machten Alternativvorschläge. Als Beispiel führt er das jahrelange Tauziehen am Schlosspark Pankow mit der Bürgerinitiative Grüner Kiez Pankow an.

    Durch die Diskussion führt Ricarda Pätzold, Stadtentwicklungsexpertin am Deutschen Institut für Urbanistik. Neben den bekannten Folgen der langanhaltenden Hitzeperioden mit oft bisher ungekannten Temperaturspitzen für Natur und Menschen machte sie auf einen Befund des Arztes und Psychiaters Mazda Adli aufmerksam, der das Buch „Stress in the City“ veröffentlicht hatte. „Mit jedem Grad mehr steigt das Risiko zwischenmenschlicher Konflikte um vier Prozent, zitiert sie. „Also Abkühlung ist dringend geboten“, so Pätzold.

    Um die ausführliche und teilweise detaillierte Diskussion greifbarer zu machen, folgend ein schlaglichtartiger Überblick der Antworten der Kandidaten auf ausgewählte Themen. Besprochen worden ist an dem Abend noch viel mehr.

    Die drei wichtigsten schnellen Hitzeschutzmaßnahmen

    Danny Freymark (CDU)

    Er nennt als konkrete Maßnahmen Sonnensegel auf Spielplätzen, mehr Trinkbrunnen und kühle Räume, die man besuchen kann, – „gerne auch Orte der Begegnung“.

    Michael Efler (Linke)

    Für ihn wäre das „eine sehr konsequente Umsetzung des Baumentscheides“, eine „konsequente Fokussierung auf die vulnerablen Gruppen“, also die Ausstattung aller Krankenhäuser, Pflegeheime, Altenheime mit Klimaanlagen sowie die „Entsiegelung, gerne von Verkehrsflächen und Autobahninfrastruktur, die wir nicht mehr brauchen“.

    Werner Graf (Grüne)

    „Ich wäre im Augenblick schon glücklich, wenn Sie vor allem die Bäume nicht mehr fällen würden“, sagt er und verweist auf Vorhaben an der Torstraße in Mitte. Er forderte ein Baumfällmoratorium bis zum Antritt eines neuen Senats. Zudem müssten Leute geschützt werden, die akut von der Hitze betroffen sind. Und schließlich müsste Berlin „mit der  Entsiegelung sehr stark vorankommen“ Das ginge sehr gut und oft mit wenig Geld über die Bezirke.

    Steffen Krach (SPD)

    Er nutzt seine Redezeit, um zunächst Werner Graf zu widersprechen: „Die Regierung ist schon noch gewählt und ist im Amt.“ Von einem entsprechenden Fällmoratorium hält er also nichts. Dennoch sagte er: „An der Torstraße sollte jetzt keine Bäume mehr gefällt werden. Dieses absurde Verkehrsprojekt von Frau Bonde sollte gestoppt werden, weil es wirklich niemand will.“ Berlin müsse den Weg von Athen oder Paris gehen, die in kurzer Zeit sehr viel grüner geworden sind. Mit Bezug auf den Baumentscheid will er am Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof, am Gendarmenmarkt und am  Alexanderplatz „entsiegeln und deutlich mehr Bäume pflanzen“.

    Bauen und Schutz des Stadtgrüns

    Werner Graf (Grüne)

    Die Grünen seien „stark für verbindliche Quoten“ bei den Themen Stadtnatur und Bauen. „Auch über die Bauordnung kann man noch vieles machen“, so Werner Graf. Es müsse auch mehr Verbindlichkeit bei der Frage, wie viele Grünflächen pro Bewohner geben und wie nah sie sein müssen. „Aus jedem Fenster sollte man eigentlich drei Bäume sehen“, brachte er das auf den Punkt. „Wir dürfen aber auch bei dem ganzen Teil die Biodiversität auch nicht vergessen. Wir müssen auch so bauen und auch so in Zukunft auch bauen, dass dort auch Tiere mitnisten können, dass dort auch für Wildbienen auch Platz mit vorgesorgt ist“, unterstrich er.

    Michael Efler (Linke)

    Bei der Flächennutzungsplanung oder der Bauleitplanung müssten die Aspekte der Stadtnatur „konsequent“ mitgedacht werden. „Wir brauchen auch ortsnahen Ausgleich“ fordert er mit Blick auf das Bauprojekt auf dem ehemaligen RIAS-Gelände in Britz, wo unter anderem 880 Wohnungen entstehen sollen. Die schwarz-rote Koalition hatte am Montag im Bauausschuss für die entsprechende Flächennutzungsplan-Änderung . „Da soll tatsächlich der Ausgleich für die Versiegelung in Brandenburg geschaffen werden. Da könnte man sagen, so was ist wirklich absurd, so was brauchen wir nicht“, so Efler.

    Danny Freymark (CDU)

    Der CDU-Politiker antwortete eher allgemein: „Egal in welcher Regierungskonstellation, Umwelt, klimapolitische Aspekte, Naturschutzaspekte haben eine immer eine stärkere Rolle gespielt.“ Wer hätte vor dreieinhalb Jahren vermutet, dass SPD und CDU dem ersten Klimaanpassungsgesetz Deutschlands zustimmen, würden. Man habe sich „von guten Argumenten überzeugen lassen“, heißt es etwas treuherzig von Freymark. Schließlich konnte so ein entsprechendes Volksbegehren aus dem Wahlkampf gehalten werden.  Die nächste Regierungskonstellation müsse das weitermachen, so Freymark weiter.

    Steffen Krach (SPD)

    Abermals widersprach Krach Aussagen. Diesmal nannte er die Kritik von Michael Efler am Naturausgleich in Brandenburg für ein Projekt in Berlin „populistisch“. „Der Klimaschutz endet doch nicht an der Landesgrenze“, die Zusammenarbeit der beiden Bundesländer sei „super“. In Berlin gebe es noch „ausreichend Flächen“ für Wohnungsbau. Man müsse „wirklich nachverdichten“, um nicht noch weiter zu versiegeln. Zudem müsse man „deutlich höher bauen“. Für den Bedarf von 20.000 Wohnungen pro Jahr müsse man „manchmal schwierige Entscheidungen treffen“. „Was wir aber natürlich machen können, ist in diesen ganzen Projekten, und in Teilen wird es auch schon gemacht, dass wir die Begrünung mitdenken“, so Krach weiter.

    Wohnraum schaffen

    Werner Graf (Grüne)

    „Wenn das Grau wächst, muss das Grün mitwachsen. Deshalb ist es für uns zentral, dass wir zu einer Netto-Null-Versiegelung kommen“, sagte Werner Graf. Deshalb sei es auch wichtig, die Flächen in Berlin auszugleichen. Es sei „nicht sinnvoll“, wenn dies in Brandenburg geschehe, widerspricht der Grünen-Politiker wiederum Steffen Krach. Denn es werde „heißer und heißer“ in Berlin, es gehe darum, „dass wir hier gut leben können“. Das Tempelhofer Feld habe in guten Wochen 200.000 Besucher. „Wir brauchen das ja auch zur Naherholung. Wir brauchen es zur Abkühlung. Wir brauchen es für die Menschen“, so Graf. Er verwies auf die zwei Millionen Quadratmeter leerstehende Berufsflächen, die umgebaut werden müssten. Man sei auch gegen Abriss von Bestandsgebäuden, da Abriss und Neubau enorm viel CO2 verbrauchten.

    Michael Efler (Linke)

    Der Bedarf an neuem Wohnraum sei unbestritten. „Aber wir müssen das nicht in erster Linie durch Bauen schaffen, sondern wir müssen erst mal schauen, was haben wir schon“, so der Linke Politiker und verwies auf „wahrscheinlich mehrere 10.000 illegale Ferienwohnungen“ und das „Geschäftsmodell des möblierten Wohnens“. Da könne noch „einiges an Regulierung“ gemacht werden, um diese Räume „zurückzuholen in den normalen Wohnungsbereich“. Man habe viele Ideen, trotzdem bleibe am Ende des Tages immer noch ein Neubaubedarf übrig. „Das Tempelhofer Feld wird selbstverständlich nicht bebaut“, sagte Efler.

    Danny Freymark (CDU)

    Der CDU-Politiker sprach den sogenannten Lock-In-Effekt von Mieterinnen und Mietern in Berlin an. Menschen, die wegen Veränderungen der Lebenssituation in viel zu großen Wohnungen leben, aber wegen der Mietpreise keine Möglichkeit haben, sich zu verkleinern. „Das müssen wir ändern“, so Freymark. Es gehe auch darum, nicht alle Innenhöfe zuzubauen. „Das ist weder umwelt- noch naturschutzpolitisch irgendwie sinnvoll und es verärgert die Leute zunehmend“, sagte er. Deswegen sei die Bebauung des Tempelhofer Felds aus der Perpsektive der Außenbezirke eine attraktive Option. „Einmal, weil die sozialen Wohnungen in der Innenstadt fehlen und weil die Biotope oder zusammenhängende Umweltflächen in den Außenbezirken auch wichtig sind.“

    Welche Modelle keine Lösung sind

    Steffen Krach (SPD)

    Ein Verbot des besonders flächenfressenden Baus von Ein- und Zweifamilienhäusern ist für den SPD-Politiker kein Beitrag zur Problemlösung. Genauso lehnt er ein Abrissmoratorium ab. Laut seiner jahrelangen Erfahrungen als Aufsichtsratschef einer Wohnungsbaugesellschaft und eines Krankenhauses sei die Sanierung im Bestand oft nicht klimafreundlicher als Neubau. „Gerade bei Krankenhäusern zum Beispiel ist der Abriss und der Neubau immer deutlich klimafreundlicher und auch bei vielen Wohnungen“, so Krach. „Die einfachen Antworten sind nicht immer die besten Antworten“, unterstrich er.

    Hochhäuser über 60 Meter sind trotz hoher Bau- und Betriebskosten für Krach hingegen eine gute Möglichkeit, um mehr Wohnraum auf der Fläche zu schaffen. Er finde es „auch nicht schlecht, wenn es ab Stockwerk x irgendwann es höhere Preise gibt“. Denn man wolle ja gemischt bauen. „Wir wollen 30 Prozent Sozialquote oder bei städtisch geförderten Wohnungen 50 Prozent.“

    Michael Efler (Linke)

    Gerade das höher bauen ist für den Linke-Politiker die Maßnahme, die mit Vorsicht zu genießen ist. „Wenn man ein paar Stockwerke aufstockt – gar kein Thema. Aber wenn man jetzt zum Beispiel die Stadt mit ganz vielen Hochhäusern und Wolkenkratzern zustellen wollte, dann ist das auch nicht die Lösung“, so Efler. Er nennt als Begründung den irrsinnigen Energieaufwand für Hochhäuser. „Wir brauchen wahnsinnig viel Beton, wir brauchen sehr, sehr viel Material und wir haben auch eine höhere Verschattung, wir haben sehr viel Fallwinde und wir versiegeln dann auch wieder ganz, ganz viel Flächen. Und Alex, sehen wir ja gerade viele Hochhausplanungen und auch in diesen Hochhäusern haben wir auch keinen bezahlbaren Wohnraum.“ Die Grenze zieht er bei rund 60 Metern Höhe.

    Werner Graf (Grüne)

    Als „nur in Teilen richtig“ bezeichnet der Grünen-Kandidat die Ausführungen Eflers zu Hochhäusern. Und verweist auf das in der Nachbarschaft stark umstrittene Projekt WoHo Berlin am Anhalter Bahnhof. Mit 98 Metern Höhe wäre es das höchste Holzhybridhaus Deutschlands. „Dort entstehen sehr viele Sozialwohnungen, auch deutlich über dem Schnitt, die sonst bei den Neubauprojekten mit entstehen“, so Graf. Es dürfe nicht immer gleich ein Hochhaus werden, „aber prinzipiell lieber mal ein, zwei Stockwerke drauf – das ist sinnvoll“.

    Die Aufstockung von Bestandsgebäuden klinge „erst so schön nett und schnell“, allerdings sei das konkret „Sisyphus-Arbeit – da wird man auf die Dauer skaliert nicht viele Wohnungen rausbringen und die sind auch nicht günstig“. Beim Abriss müsse man aber „wirklich sehr hart werden“. Es werde viel zu viel abgerissen und neu gebaut. Unter den Begleitumständen litten auch Mieterinnen und Mieter.

    Danny Freymark (CDU)

    Die Aufstockung von Bestandsgebäuden sieht er zwiespältig. „Wir haben das in Hohenschönhausen bei der Wowoge erlebt. Die haben zweimal um zwei Geschosse aufgestockt“, berichtete er. „Zwei Jahre Baulärm ohne Ende, Riesenprobleme, superteuer“, listete er die Nachteile auf. Der Vorteil sei die Nachrüstung der Gebäude mit Aufzügen gewesen, so dass die Wohnungen nun barrierefrei erreichbar seien. Freymark will weniger mit Verboten, sondern mit finanziellen Förderungen arbeiten. „Fördern wir, wenn jemand nicht abreißt, weil er vielleicht mehr Kosten hat, weil eine ordentliche, gute Sanierung mit dem, was er sich eigentlich wünscht, vielleicht teurer ist als ein Neubau?“ Ebenso bei der Aufstockung. „Wir wissen, das wären schmerzhafte anderthalb Jahre, aber sie haben danach eine barrierefreie Wohnung, Dachbegrünung und zwei Grad weniger.“

    Tempelhofer Feld

    Steffen Krach (SPD)

    Er verstehe die Diskussion über eine Randbebauung des Tempelhofer Felds überhaupt nicht, erklärte der SPD-Mann. „Wenn wir mal einmal anfangen mit der Randbebauung, dann ist die Versuchung relativ groß, dass man es immer weiter nachverdächtigt. Das halte ich für falsch, denn wenn es einmal weg ist, ist es für immer weg.“

    Michael Efler (Linke)

    Das Tempelhofer Feld sei „einer meiner  Lieblingsorte in Berlin“. Die Linke stehe zum Volksentscheid. „Im Übrigen heißt das nicht, dass alles jetzt so bleiben muss, wie es ist.“ Die Aufenthaltsqualität ließe sich durchaus im Rahmen des bestehenden Gesetzes verbessern, auch hier und da äume pflanzen. Großflächig bewalden sollte man es jedoch auf keinen Fall, denn so“würde man die Kaltdurchentstehungsfunktion einschränken“. Es freue ihn ja, wenn die SPD jetzt im Wahlprogramm sage, dass sie das Tempelhofer Feld nicht bebauen will. „Aber so ganz hundertprozentig klar ist es auch nicht. Es lässt sich aus den Hintertüchern offen: Solange genügend andere Flächen zur Verfügung stehen, heißt es da“, merkte er an. Seit dem Volksentscheid von 2014 seien es vor allem SPD-Politikerinnen und Politiker gewesen, die immer wieder eine Debatte über den Bebauungsfeld vorangetrieben haben.

    Danny Freymark (CDU)

    Die CDU-Fraktion habe „eine etwas andere Auffassung. Die will eben die Randbebauung“, so Freymark. Er wiederholte die bereits genannte Argumentation, dass die Nachverdichtungen im Osten die Bestrebungen, das Tempelhofer Feld zu bebauen, vergrößerten. Er räumte ein, dass so die Stadt „ein wenig gegeneinander“ ausgespielt werde. „Als Umweltpolitiker finde ich es großartig, eine zusammenhängende Freifläche zu haben. Wer weiß, wofür wir die noch brauchen? Als Hohenschenhausener und Lichtenberger sage ich, wenn die Innenhöfe nicht in dieser Stringenz bebaut werden würden, dann könnte ich mich beim Tempelhofer Feld damit zufrieden geben, dass man da Kompromisse macht oder gar nicht baut.“ Die CDU-Fraktion wolle eben bauen, „weil die Wohnungsnot so groß ist und weil wirklich Zehntausende in dieser Stadt nahezu wohnungslos wären, wenn sie nicht irgendwo Unterschlupf haben oder irgendwie kreativ sind“.

    Werner Graf (Grüne)

    „Ich finde es schon schwierig, das gegeneinander auszuspielen“, wandte sich Werner Graf direkt an den CDU-Politiker. Was Freymark nicht sage, dass rund um das Feld „sehr enorm“ verdichtet werde und nennt die Bauprojekte an der Bockbrauerei, in der Oderstraße, die Neue Mitte Tempelhof und das Dragoner-Areal. „Dann aber das Tempelhofer Feld von innen gegen außen auszuspielen, das finde ich nicht redlich, das muss ich einmal so deutlich sagen.“ Gerade die Wiesen auf dem Tempelhofer Feld seien für den Artenschutz und die Biodiversität „wirklich, wirklich wichtig“. Werde der Rand bebaut, dräng alles auf die Felder in die Mitte rein. Und entweder man schaffe das abod er man verlagere das auf die Wiesen und mache dann die Biodiversität kaputt. „Und deshalb ist das Feld auch ohne eine Bepflanzung und Bäume da so wichtig.“

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  8. Politikcheck: Wohnungsbau und Stadtgrün: Wie baut Berlin die Zukunft?

    Rund ein Jahr läuft nun die Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ des BUND Berlin. Kurz vor den anstehenden Berliner Wahlen zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen am 20. September traten am 1. September führende Politiker der vier großen demokratischen Parteien auf Einladung der Kampagne auf die Bühne des bUm in Berlin-Kreuzberg zur Diskussion über ihre politischen Ziele beim Schutz von Freiflächen und Stadtnatur. Das Interesse war riesig. Bereits Wochen vor der Veranstaltung war sie restlos ausgebucht. Rund 180 Menschen saßen schließlich im Saal.

    Für die SPD war deren Spitzenkandidat Steffen Krach vor Ort, auch der Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf war da, die CDU entsandte von vornherein ihren Umweltpolitiker Danny Freymark statt des Spitzenkandidaten, bei der Linke sagte Spitzenkandidatin Elif Eralp kurzfristig ab; stattdessen kam der Klima- und Stadtentwicklungsexperte Michael Efler.

    „Die ganze Stadt stöhnt unter der Hitze. Wir wissen alle vom Artensterben. Wir wissen, dass das grundlegende Probleme sind. Aber im Wahlkampf oder überhaupt in der tagtäglichen Politik spielt es das keine Rolle“, kritisierte Andreas Faensen-Thiebes, Vorstandsmitglied des BUND Berlin, in seiner Begrüßung. „Langfristig zählen unsere natürlichen Grundlagen. Wenn wir die nicht erhalten, können wir unsere Rentenpolitik an den Nagel hängen“, unterstrich er.

    Andreas Faensen-Thiebes freute sich, „dass wir mit dieser Veranstaltung wenigstens einmal dazu kommen, was die natürlichen Grundlagen für unsere Stadt, nämlich unsere grünen Freiflächen, für unsere Lebensqualität, für unsere Artenvielfalt, für unser Stadtklima bedeuten und wie wir sie erhalten wollen“. Und das trotz der Herausforderungen einer Stadt mit wachsender Bevölkerung.

    „Schön, dass es heute mal nicht ums nur Mieten geht und ums Bauen an sich“, sagte Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins (BMV) in seiner Begrüßung. Der BMV unterstützt die Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“. Mit Grün verbinde er Teilhabe, so Bartels

    „Früher gab es nicht nur in Kreuzberg, sondern überall in der Stadt diese Leerstellen. Und die Leerstellen waren Teil der Partizipation“, sagte Sebastian Bartels. Man habe es sich „schön gemacht in den Nachkriegsbrachen“ und einen „Kommunikationsort mit der Hausgemeinschaft“ gestaltet. „Wir wollen, dass  im Grunde dort gebaut wird, wo es schon versiegelt ist.“

    Bartels kritisierte, dass bei Bauvorhaben viel zu oft „Partizipation ausgespielt wird“. Die meisten Bürger forderten schließlich nicht, dass gar nichts gemacht wird, sondern setzten sich für eine maßvolle Bebauung ein und  machten Alternativvorschläge. Als Beispiel führt er das jahrelange Tauziehen am Schlosspark Pankow mit der Bürgerinitiative Grüner Kiez Pankow an.

    Durch die Diskussion führt Ricarda Pätzold, Stadtentwicklungsexpertin am Deutschen Institut für Urbanistik. Neben den bekannten Folgen der langanhaltenden Hitzeperioden mit oft bisher ungekannten Temperaturspitzen für Natur und Menschen machte sie auf einen Befund des Arztes und Psychiaters Mazda Adli aufmerksam, der das Buch „Stress in the City“ veröffentlicht hatte. „Mit jedem Grad mehr steigt das Risiko zwischenmenschlicher Konflikte um vier Prozent, zitiert sie. „Also Abkühlung ist dringend geboten“, so Pätzold.

    Um die ausführliche und teilweise detaillierte Diskussion greifbarer zu machen, folgend ein schlaglichtartiger Überblick der Antworten der Kandidaten auf ausgewählte Themen. Besprochen worden ist an dem Abend noch viel mehr.

    Die drei wichtigsten schnellen Hitzeschutzmaßnahmen

    Danny Freymark (CDU)

    Er nennt als konkrete Maßnahmen Sonnensegel auf Spielplätzen, mehr Trinkbrunnen und kühle Räume, die man besuchen kann, – „gerne auch Orte der Begegnung“.

    Michael Efler (Linke)

    Für ihn wäre das „eine sehr konsequente Umsetzung des Baumentscheides“, eine „konsequente Fokussierung auf die vulnerablen Gruppen“, also die Ausstattung aller Krankenhäuser, Pflegeheime, Altenheime mit Klimaanlagen sowie die „Entsiegelung, gerne von Verkehrsflächen und Autobahninfrastruktur, die wir nicht mehr brauchen“.

    Werner Graf (Grüne)

    „Ich wäre im Augenblick schon glücklich, wenn Sie vor allem die Bäume nicht mehr fällen würden“, sagt er und verweist auf Vorhaben an der Torstraße in Mitte. Er forderte ein Baumfällmoratorium bis zum Antritt eines neuen Senats. Zudem müssten Leute geschützt werden, die akut von der Hitze betroffen sind. Und schließlich müsste Berlin „mit der  Entsiegelung sehr stark vorankommen“ Das ginge sehr gut und oft mit wenig Geld über die Bezirke.

    Steffen Krach (SPD)

    Er nutzt seine Redezeit, um zunächst Werner Graf zu widersprechen: „Die Regierung ist schon noch gewählt und ist im Amt.“ Von einem entsprechenden Fällmoratorium hält er also nichts. Dennoch sagte er: „An der Torstraße sollte jetzt keine Bäume mehr gefällt werden. Dieses absurde Verkehrsprojekt von Frau Bonde sollte gestoppt werden, weil es wirklich niemand will.“ Berlin müsse den Weg von Athen oder Paris gehen, die in kurzer Zeit sehr viel grüner geworden sind. Mit Bezug auf den Baumentscheid will er am Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof, am Gendarmenmarkt und am  Alexanderplatz „entsiegeln und deutlich mehr Bäume pflanzen“.

    Bauen und Schutz des Stadtgrüns

    Werner Graf (Grüne)

    Die Grünen seien „stark für verbindliche Quoten“ bei den Themen Stadtnatur und Bauen. „Auch über die Bauordnung kann man noch vieles machen“, so Werner Graf. Es müsse auch mehr Verbindlichkeit bei der Frage, wie viele Grünflächen pro Bewohner geben und wie nah sie sein müssen. „Aus jedem Fenster sollte man eigentlich drei Bäume sehen“, brachte er das auf den Punkt. „Wir dürfen aber auch bei dem ganzen Teil die Biodiversität auch nicht vergessen. Wir müssen auch so bauen und auch so in Zukunft auch bauen, dass dort auch Tiere mitnisten können, dass dort auch für Wildbienen auch Platz mit vorgesorgt ist“, unterstrich er.

    Michael Efler (Linke)

    Bei der Flächennutzungsplanung oder der Bauleitplanung müssten die Aspekte der Stadtnatur „konsequent“ mitgedacht werden. „Wir brauchen auch ortsnahen Ausgleich“ fordert er mit Blick auf das Bauprojekt auf dem ehemaligen RIAS-Gelände in Britz, wo unter anderem 880 Wohnungen entstehen sollen. Die schwarz-rote Koalition hatte am Montag im Bauausschuss für die entsprechende Flächennutzungsplan-Änderung . „Da soll tatsächlich der Ausgleich für die Versiegelung in Brandenburg geschaffen werden. Da könnte man sagen, so was ist wirklich absurd, so was brauchen wir nicht“, so Efler.

    Danny Freymark (CDU)

    Der CDU-Politiker antwortete eher allgemein: „Egal in welcher Regierungskonstellation, Umwelt, klimapolitische Aspekte, Naturschutzaspekte haben eine immer eine stärkere Rolle gespielt.“ Wer hätte vor dreieinhalb Jahren vermutet, dass SPD und CDU dem ersten Klimaanpassungsgesetz Deutschlands zustimmen, würden. Man habe sich „von guten Argumenten überzeugen lassen“, heißt es etwas treuherzig von Freymark. Schließlich konnte so ein entsprechendes Volksbegehren aus dem Wahlkampf gehalten werden.  Die nächste Regierungskonstellation müsse das weitermachen, so Freymark weiter.

    Steffen Krach (SPD)

    Abermals widersprach Krach Aussagen. Diesmal nannte er die Kritik von Michael Efler am Naturausgleich in Brandenburg für ein Projekt in Berlin „populistisch“. „Der Klimaschutz endet doch nicht an der Landesgrenze“, die Zusammenarbeit der beiden Bundesländer sei „super“. In Berlin gebe es noch „ausreichend Flächen“ für Wohnungsbau. Man müsse „wirklich nachverdichten“, um nicht noch weiter zu versiegeln. Zudem müsse man „deutlich höher bauen“. Für den Bedarf von 20.000 Wohnungen pro Jahr müsse man „manchmal schwierige Entscheidungen treffen“. „Was wir aber natürlich machen können, ist in diesen ganzen Projekten, und in Teilen wird es auch schon gemacht, dass wir die Begrünung mitdenken“, so Krach weiter.

    Wohnraum schaffen

    Werner Graf (Grüne)

    „Wenn das Grau wächst, muss das Grün mitwachsen. Deshalb ist es für uns zentral, dass wir zu einer Netto-Null-Versiegelung kommen“, sagte Werner Graf. Deshalb sei es auch wichtig, die Flächen in Berlin auszugleichen. Es sei „nicht sinnvoll“, wenn dies in Brandenburg geschehe, widerspricht der Grünen-Politiker wiederum Steffen Krach. Denn es werde „heißer und heißer“ in Berlin, es gehe darum, „dass wir hier gut leben können“. Das Tempelhofer Feld habe in guten Wochen 200.000 Besucher. „Wir brauchen das ja auch zur Naherholung. Wir brauchen es zur Abkühlung. Wir brauchen es für die Menschen“, so Graf. Er verwies auf die zwei Millionen Quadratmeter leerstehende Berufsflächen, die umgebaut werden müssten. Man sei auch gegen Abriss von Bestandsgebäuden, da Abriss und Neubau enorm viel CO2 verbrauchten.

    Michael Efler (Linke)

    Der Bedarf an neuem Wohnraum sei unbestritten. „Aber wir müssen das nicht in erster Linie durch Bauen schaffen, sondern wir müssen erst mal schauen, was haben wir schon“, so der Linke Politiker und verwies auf „wahrscheinlich mehrere 10.000 illegale Ferienwohnungen“ und das „Geschäftsmodell des möblierten Wohnens“. Da könne noch „einiges an Regulierung“ gemacht werden, um diese Räume „zurückzuholen in den normalen Wohnungsbereich“. Man habe viele Ideen, trotzdem bleibe am Ende des Tages immer noch ein Neubaubedarf übrig. „Das Tempelhofer Feld wird selbstverständlich nicht bebaut“, sagte Efler.

    Danny Freymark (CDU)

    Der CDU-Politiker sprach den sogenannten Lock-In-Effekt von Mieterinnen und Mietern in Berlin an. Menschen, die wegen Veränderungen der Lebenssituation in viel zu großen Wohnungen leben, aber wegen der Mietpreise keine Möglichkeit haben, sich zu verkleinern. „Das müssen wir ändern“, so Freymark. Es gehe auch darum, nicht alle Innenhöfe zuzubauen. „Das ist weder umwelt- noch naturschutzpolitisch irgendwie sinnvoll und es verärgert die Leute zunehmend“, sagte er. Deswegen sei die Bebauung des Tempelhofer Felds aus der Perpsektive der Außenbezirke eine attraktive Option. „Einmal, weil die sozialen Wohnungen in der Innenstadt fehlen und weil die Biotope oder zusammenhängende Umweltflächen in den Außenbezirken auch wichtig sind.“

    Welche Modelle keine Lösung sind

    Steffen Krach (SPD)

    Ein Verbot des besonders flächenfressenden Baus von Ein- und Zweifamilienhäusern ist für den SPD-Politiker kein Beitrag zur Problemlösung. Genauso lehnt er ein Abrissmoratorium ab. Laut seiner jahrelangen Erfahrungen als Aufsichtsratschef einer Wohnungsbaugesellschaft und eines Krankenhauses sei die Sanierung im Bestand oft nicht klimafreundlicher als Neubau. „Gerade bei Krankenhäusern zum Beispiel ist der Abriss und der Neubau immer deutlich klimafreundlicher und auch bei vielen Wohnungen“, so Krach. „Die einfachen Antworten sind nicht immer die besten Antworten“, unterstrich er.

    Hochhäuser über 60 Meter sind trotz hoher Bau- und Betriebskosten für Krach hingegen eine gute Möglichkeit, um mehr Wohnraum auf der Fläche zu schaffen. Er finde es „auch nicht schlecht, wenn es ab Stockwerk x irgendwann es höhere Preise gibt“. Denn man wolle ja gemischt bauen. „Wir wollen 30 Prozent Sozialquote oder bei städtisch geförderten Wohnungen 50 Prozent.“

    Michael Efler (Linke)

    Gerade das höher bauen ist für den Linke-Politiker die Maßnahme, die mit Vorsicht zu genießen ist. „Wenn man ein paar Stockwerke aufstockt – gar kein Thema. Aber wenn man jetzt zum Beispiel die Stadt mit ganz vielen Hochhäusern und Wolkenkratzern zustellen wollte, dann ist das auch nicht die Lösung“, so Efler. Er nennt als Begründung den irrsinnigen Energieaufwand für Hochhäuser. „Wir brauchen wahnsinnig viel Beton, wir brauchen sehr, sehr viel Material und wir haben auch eine höhere Verschattung, wir haben sehr viel Fallwinde und wir versiegeln dann auch wieder ganz, ganz viel Flächen. Und Alex, sehen wir ja gerade viele Hochhausplanungen und auch in diesen Hochhäusern haben wir auch keinen bezahlbaren Wohnraum.“ Die Grenze zieht er bei rund 60 Metern Höhe.

    Werner Graf (Grüne)

    Als „nur in Teilen richtig“ bezeichnet der Grünen-Kandidat die Ausführungen Eflers zu Hochhäusern. Und verweist auf das in der Nachbarschaft stark umstrittene Projekt WoHo Berlin am Anhalter Bahnhof. Mit 98 Metern Höhe wäre es das höchste Holzhybridhaus Deutschlands. „Dort entstehen sehr viele Sozialwohnungen, auch deutlich über dem Schnitt, die sonst bei den Neubauprojekten mit entstehen“, so Graf. Es dürfe nicht immer gleich ein Hochhaus werden, „aber prinzipiell lieber mal ein, zwei Stockwerke drauf – das ist sinnvoll“.

    Die Aufstockung von Bestandsgebäuden klinge „erst so schön nett und schnell“, allerdings sei das konkret „Sisyphus-Arbeit – da wird man auf die Dauer skaliert nicht viele Wohnungen rausbringen und die sind auch nicht günstig“. Beim Abriss müsse man aber „wirklich sehr hart werden“. Es werde viel zu viel abgerissen und neu gebaut. Unter den Begleitumständen litten auch Mieterinnen und Mieter.

    Danny Freymark (CDU)

    Die Aufstockung von Bestandsgebäuden sieht er zwiespältig. „Wir haben das in Hohenschönhausen bei der Wowoge erlebt. Die haben zweimal um zwei Geschosse aufgestockt“, berichtete er. „Zwei Jahre Baulärm ohne Ende, Riesenprobleme, superteuer“, listete er die Nachteile auf. Der Vorteil sei die Nachrüstung der Gebäude mit Aufzügen gewesen, so dass die Wohnungen nun barrierefrei erreichbar seien. Freymark will weniger mit Verboten, sondern mit finanziellen Förderungen arbeiten. „Fördern wir, wenn jemand nicht abreißt, weil er vielleicht mehr Kosten hat, weil eine ordentliche, gute Sanierung mit dem, was er sich eigentlich wünscht, vielleicht teurer ist als ein Neubau?“ Ebenso bei der Aufstockung. „Wir wissen, das wären schmerzhafte anderthalb Jahre, aber sie haben danach eine barrierefreie Wohnung, Dachbegrünung und zwei Grad weniger.“

    Tempelhofer Feld

    Steffen Krach (SPD)

    Er verstehe die Diskussion über eine Randbebauung des Tempelhofer Felds überhaupt nicht, erklärte der SPD-Mann. „Wenn wir mal einmal anfangen mit der Randbebauung, dann ist die Versuchung relativ groß, dass man es immer weiter nachverdächtigt. Das halte ich für falsch, denn wenn es einmal weg ist, ist es für immer weg.“

    Michael Efler (Linke)

    Das Tempelhofer Feld sei „einer meiner  Lieblingsorte in Berlin“. Die Linke stehe zum Volksentscheid. „Im Übrigen heißt das nicht, dass alles jetzt so bleiben muss, wie es ist.“ Die Aufenthaltsqualität ließe sich durchaus im Rahmen des bestehenden Gesetzes verbessern, auch hier und da äume pflanzen. Großflächig bewalden sollte man es jedoch auf keinen Fall, denn so“würde man die Kaltdurchentstehungsfunktion einschränken“. Es freue ihn ja, wenn die SPD jetzt im Wahlprogramm sage, dass sie das Tempelhofer Feld nicht bebauen will. „Aber so ganz hundertprozentig klar ist es auch nicht. Es lässt sich aus den Hintertüchern offen: Solange genügend andere Flächen zur Verfügung stehen, heißt es da“, merkte er an. Seit dem Volksentscheid von 2014 seien es vor allem SPD-Politikerinnen und Politiker gewesen, die immer wieder eine Debatte über den Bebauungsfeld vorangetrieben haben.

    Danny Freymark (CDU)

    Die CDU-Fraktion habe „eine etwas andere Auffassung. Die will eben die Randbebauung“, so Freymark. Er wiederholte die bereits genannte Argumentation, dass die Nachverdichtungen im Osten die Bestrebungen, das Tempelhofer Feld zu bebauen, vergrößerten. Er räumte ein, dass so die Stadt „ein wenig gegeneinander“ ausgespielt werde. „Als Umweltpolitiker finde ich es großartig, eine zusammenhängende Freifläche zu haben. Wer weiß, wofür wir die noch brauchen? Als Hohenschenhausener und Lichtenberger sage ich, wenn die Innenhöfe nicht in dieser Stringenz bebaut werden würden, dann könnte ich mich beim Tempelhofer Feld damit zufrieden geben, dass man da Kompromisse macht oder gar nicht baut.“ Die CDU-Fraktion wolle eben bauen, „weil die Wohnungsnot so groß ist und weil wirklich Zehntausende in dieser Stadt nahezu wohnungslos wären, wenn sie nicht irgendwo Unterschlupf haben oder irgendwie kreativ sind“.

    Werner Graf (Grüne)

    „Ich finde es schon schwierig, das gegeneinander auszuspielen“, wandte sich Werner Graf direkt an den CDU-Politiker. Was Freymark nicht sage, dass rund um das Feld „sehr enorm“ verdichtet werde und nennt die Bauprojekte an der Bockbrauerei, in der Oderstraße, die Neue Mitte Tempelhof und das Dragoner-Areal. „Dann aber das Tempelhofer Feld von innen gegen außen auszuspielen, das finde ich nicht redlich, das muss ich einmal so deutlich sagen.“ Gerade die Wiesen auf dem Tempelhofer Feld seien für den Artenschutz und die Biodiversität „wirklich, wirklich wichtig“. Werde der Rand bebaut, dräng alles auf die Felder in die Mitte rein. Und entweder man schaffe das abod er man verlagere das auf die Wiesen und mache dann die Biodiversität kaputt. „Und deshalb ist das Feld auch ohne eine Bepflanzung und Bäume da so wichtig.“

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  9. Kröten schlucken am Pankower Tor

    „Wir betrachten als BUND die stadtweite Stadtentwicklung. Wir sind Interessenvertreter für Natur- und Artenschutz“, sagt Dirk Schäuble, Naturschutzreferent des BUND Berlin. „Wir könnten uns leicht machen und sagen: Was interessieren uns Wohnungen? Wir sorgen uns um den Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Aber nein, wir haben uns die Mühe gemacht: Wir haben uns mit der Architektenkammer zusammengesetzt und an Ideen gearbeitet.“

    Die Debatte ist äußerst lebendig im Vereinsheim der Kleingartenanlage Feuchter Winkel in Berlin-Pankow. Dorthin haben am späten Nachmittag des 25. Juni BUND und NABU Berlin geladen, zur Dialogveranstaltung: „Welche Bedeutung hat der Artenschutz am Pankower Tor?“ Mehrere Dutzend Interessierte sind an diesem sehr heißen Sommertag gekommen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzscheutz jetzt!“ des BUND Berlin statt.

    Foto: BUND Berlin/Aruna Reddig

    2000 Wohneinheiten, Schule, Kitas, ein Möbelfachmarkt mit Stellplätzen für 450 Pkw und auch ein Stadtteilpark und eine Zentralbibliothek sollen auf den Flächen des ehemaligen Güterbahnhofs Pankow entstehen. Bauen soll das alles das Immobilienunternehmen des Möbelmarkt-Unternehmers Kurt Krieger – und zwar seit sehr langer Zeit.

    Nach langen Jahren deutlich unterschiedlichen Vorstellungen von Investor und Land Berlin über die Entwicklung des Geländes hat sich inzwischen der Naturschutz als sehr hohe Hürde für die Baupläne erwiesen, namentlich insbesondere die Kreuzkröte, Seit brachfallen des Geländes hat sich hier bundesweit einer der größten Population der sehr stark bedrohten Art entwickelt – wenn nicht die Größte.

    „Letztendlich haben wir den Eindruck, dass stadtweit dieses ‚Bauen, Bauen, Bauen‘ gerade so in den Köpfen festgesetzt ist, so BUND-Naturschutzexperte Dirk Schäuble weiter. Nicht nur  in Pankow, sondern seit Jahren predigten Senatoren, dass das Bauen auf der Grünen Wiese die einzige Lösung wäre. „Das ist es nicht.“

    „Die Vision ist verloren gegangen: Wie kann so eine Stadtentwicklung grau, grün, blau alles mitgedacht werden? Sie wollen in Pankow Wohnungsbau. Sie haben einen Vorhabenträger, der bereit ist, Kompromisse einzugehen. Aber wir müssen die Interessen des Naturschutzes vertreten. Wir müssen darauf achten, dass die Gesetze berücksichtigt werden“, sagt Schäuble.

    Es ist eine Replik auf Aussagen des Pankower Stadtentwicklungsstadtrats Cornelius Bechtler (Grüne), der sich dem Dialog stellt. „Es ist ein Austausch von Positionen, die nur als schwer anschlussfähig sind. Sie haben Ihre Perspektive. Ich finde es sehr gut verständlich und nachvollziehbar, dass die Umwelt- und Naturschützer eine Diskussion darüber führen, wie wir das Wohnungsproblem lösen wollen“, sagte er zuvor.

    Jedoch bestünden auf der Seite des Naturschutzes Vorstellungen, „die mit der Realität nichts zu tun haben“. Zum Beispiel das Thema Zweckentfremdung von Wohnraum. Er könne ganz viel darüber erzählen, wie schwer es für die sieben zuständigen Kolleginnen und Kollegen mit Eigentümern kämpfen, die den Rechtsweg komplett ausschöpfen.

    Foto: BUND Berlin/Aruna Reddig

    Oder auch die Umnutzung der zwei Millionen Quadratmeter leerstehender Büroflächen. Das entspreche allerdings nur 20.000 Wohnungen – so viele, wie laut Senatsplänen eigentlich jährlich in Berlin neu entstehen sollten.

    „Mit regulatorischen Mitteln, mit Gesetzen, werden wir den Wohnungsmarkt nicht in den Griff kriegen. Diesen Kampf werden wir nicht gewinnen“, so Bechtlers Überzeugung. Von daher brauche es die sieben allein in Pankow neu geplanten Stadtquartiere, von denen das Pankower Tor eines ist.

    „Die brauchen wir, um überhaupt eine Chance zu haben, dass Menschen sich mit einem durchschnittlichen Gehalt das Leben in Berlin überhaupt noch leisten können. Da geht es vor allem auch darum, den städtischen Wohnungsbestand stark auszuweiten“, so Bechtler weiter.

    Die Zeit für Grundsatzdiskussionen ist nach Bechtlers Ansicht sowieso schon vorbei. Der Entwurf des entsprechenden Bebauungsplans 3-60a  ist inzwischen veröffentlicht worden. Bis 10. August 2026 kann sich die Öffentlichkeit mit Stellungnahmen und Einwänden beteiligen.

    „Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, obwohl ich natürlich auch diese Ambivalenz spüre, ich bin sehr überzeugt, dass das ein richtiger Standort ist für ein neues Stadtquartier“, unterstreicht der Grünen-Politiker. Die Fläche gehöre der Firma Krieger, die auch eigene Interessen habe wie die Errichtung des Möbelmarkts. Das Vorhaben abtrennen zu wollen, um den Weg frei zu machen für den sofortigen Wohnungsbau, sei „absolut unredlich“, so Bechtler.

    Genau das ist der Vorschlag des NABU Berlin, der seit Jahren auf dem Tisch liegt. Denn die Laichgewässer, in denen sich die Kreuzkröten fortpflanzen, liegen vor allem in diesem Bereich westlich der Brücke am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf, auf der aus der Prenzlauer Promenade zur A114 wird.

    Stattdessen wird östlich der Brücke an einem Ersatzhabitat für die Kreuzkröte gearbeitet, wie Rainer Altenkamp, Erster Vorsitzender des NABU Berlin erläutert. Dafür ist bereits eine Kleingartenanlage abgeräumt werden. Das sei eines dieser Ergebnisse, „weil die pragmatische Lösung nicht verfolgt wurde“, so Altenkamp. „Das sind eben immer diese Folgeprobleme, die immer größer werden.“

    Ziel sei es, dass eine Fläche entsteht, „die so groß ist, dass sie eine dauerhaft sich selbst erhaltene Population langfristig trägt.“ Das bezweifelt Altenkamp. Mit nur 5,5 Hektar sei die Fläche zu klein im Vergleich zu den rund zehn Hektar Kernlebensraum, auf denen sich die Kröten derzeit bewegen. Es geht dabei nicht nur um die Laichgewässer, die vegetationsfrei sein müssen und nur zeitweise wasser führen dürfen. Sondern auch um den Landlebensraum aus lockerem Boden, in dem die Tiere 90 Prozent der Lebenszeit eingegraben verbringen.

    Zusammen mit der Stiftung Naturschutz hat der NABU auch bereits auf den derzeitigen Flächen Gewässerflächen von Bewuchs befreit und auch wieder freigeschoben. Der Eigentümer musste auch eine entsprechende Maßnahme des Naturschutzamts Pankow dulden, nachdem der NABU den Weg in der zweiten Gerichtsinstanz dafür freigemacht hatte. Das Land Berlin wollte nach der verlorenen ersten Instanz den Rechtsweg nicht weiter beschreiten.

    „Die Jungtiere, die so daumengroß sind, die gehen super gerne in Schotter. Es gibt Zahlen von der Deutschen Bahn, als die Lärmschutzwände errichtet wurden. Das waren über 4000 Jungtiere, die im Frühjahr aus der Überwinterung auf die Fläche eingewandert sind“, erläutet Susanne Bengsch, Leitung Koordinierungsstelle Fauna der Stiftung Naturschutz Berlin.

    Verbreitungsgebiet der Kreuzkröte. Grafik: Osade (Public domain)

    Wie Altenkamp betont Bengsch die Bedeutung Deutschlands für den Erhalt der insgesamt stark bedrohten Art. Deutschland liegt in der Mitte des kontinentaleuropäischen Lebensraums, der sich in einem Streifen von der Iberischen Halbinsel bis südlich der Ostsee erstreckt.

    Früher habe es überall Lebensräume für die Kreuzkröte gegeben, nämlich in den Überflutungsflächen unregulierter Flüsse. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie verschwunden. Zudem sei diese Art sehr „konkurrenzschwach“. In dauerhaft wasserführenden Gewässern siedelten sich andere Amphibienarten an, die den Laich auffräßen, so Altenkamp. „Sehr oft sind Ersatzflächen oder Umsiedlung gescheitert, weil entweder die Ersatzfläche ungeeignet war“, sagt der NABU-Mann „Oder der Ursprungszustand war geeignet, aber die Fläche war innerhalb weniger Jahre zugewachsen.“

    „Es wird gelegentlich berichtet, dass die Kreuzkröte ein Privathobby des NABU wäre. Das ist nicht so. Es gibt einen rechtlichen Rahmen in Deutschland und EU, die Kreuzkröte ist in Deutschland streng geschützt, nach EU-Recht“, unterstreicht Altenkamp.

    David Sommer als Vertreter des Investors in der Runde belässt es weitgehend bei allgemeinen Einlassungen. Es habe für den städtebaulichen Wettbewerb eine „Riesenausschreibung“ gegeben, an dem „sämtliche Behörden, als auch der NABU, beteiligt waren“. Man müsse „sehr, sehr viele Sachen“ in einem Vorhaben wie diesem mit berücksichtigen, die „viel Platz“ benötigen würden. Soll wohl heißen, dass man genug gegeben hat.

    Typischer Laichplatz einer Kreuzkröte, hier in einem Steinbruch. Foto: Michael Linnenbach (CC BY-SA 4.0) Schließlich meldet sich in der Diskussion auch ein „Normalbürger“, wie er sich sieht, zu Wort. Er sagt, dass die langen Verzögerungen bei vielen „Frust“ ausgelöst haben über den. Und spricht zunächst ein „Kompliment“ für die Sachlichkeit in der Darstellung der Dringlichkeit zur Erhaltung des Habitats aus. „Aber was nicht stattgefunden hat, ist die Frage, wie kann ich diese Frage abwägen gegenüber ganz zwingenden anderen Notwendigkeiten, die diese Stadt hat“, sagt er schließlich. „Das große Ziel des Ausgleichs zwischen der Kreuzkröte und den Bürgern werden Sie hier nie finden. Der Druck ist viel zu stark auf diese Stadt“, konstatiert er. „Ich habe kein Problem, wenn Naturschutzverbände ihre Interessen vertreten. Ich habe auch kein Problem, wenn Gerichte bemüht werden. Ich habe aber ein ernsthaftes Problem, wenn aus der Verwaltung heraus Vorhaben behindert werden. Das findet momentan statt„, sagt Grünen-Mann Cornelius Bechtler dazu. „Es geht nicht um Wohnungsbau oder Kreuzkröte. Es geht maximal darum, dass der Wohnungsbau oder der Möbelmarkt oder die Parkplätze etwas kleiner ausfallen“, entgegnet Rainer Altenkamp vom NABU. Und unterstreicht. „Dass die Naturschutzbehörden das tun, wozu sie rechtlich verpflichtet sind, kann man ihnen nicht zum Vorruf machen. Es ist Aufgabe der Naturschutzbehörden, das zu tun. Wir haben hier einen singulären Fall mit einer Population, die es nur in Berlin gibt.“ Schließlich geht es noch um die Perspektive der Kleingärten, die einigen der Teilnehmenden zu kruz gekommen sind. Moderatorin Andrea Gerbode vom Vorstand des BUND Berlin sagt: „Es war heute sehr auf das Thema Artenschutz ausgerichtet. Die Kleingärten sind für uns eine wichtige Flächenkulisse.“ Ganz zu Beginn der Veranstaltung hatte Andrea Gerbode bereits betont, dass die BUND-Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ nicht nur deren „Wertigkeit für Biodiversität, für Klimaschutz, für Lebensqualität“ betone, sondern „natürlich auch immer Lösungsvorschläge oder wie in diesem Fall Kompromissvorschläge“ beinhalte. „Das ist der rote Faden der Kampagne“, aufzuzeigen, wo bebaut werden kann. „160.000 Wohnungen könnten in Berlin geschaffen werden durch Umwandlung, durch konsequente Umsetzung des Zweckentfremdungsverbotes, durch Bebauung auf versiegelten Flächen“, sagt Gerbode. Das sei ungefähr das Doppelte der geplanten 24 Stadtquartiere.

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  10. Baupoker um Mariendorfer Dreifaltigkeitsfriedhof

    Das Interesse ist groß. Über 50 Menschen versammeln sich am letzten Maidonnerstag vor dem historischen Tor des Dreifaltigkeitsfriedhofs III an der Eisenacher Straße in Mariendorf. Sie folgen der Einladung der Bürgerinitiative Mariendorf-Nord und des BUND Berlin im Rahmen seiner Kampagne „Grüne Flächen schützen – Hitzeschutz jetzt!“. Denn Teile des Friedhofs sollen bebaut werden. „Campus Schätzelberg“ hat der Investor das Bauvorhaben getauft. 260 Wohnungen sowie Trägerwohnungen für soziale Zwecke sollen hier entstehen.

    Der BUND Berlin und die Bürgerinitiative Mariendorf Nord lehnen das Vorhaben in der geplanten Form ab. Es geht hier nicht um ein pauschales Nein zum Wohnungsbau. Es geht um die Frage, wo wir bauen und wie wir bauen. Und ob wir in Zeiten von Klimakrise, Artensterben und dem Verlust von Grün- und Erholungsflächen endlich bereit sind, Stadtentwicklung wirklich neu zu denken. Der BUND Berlin hat auch nahegelegene Alternativflächen ausfindig gemacht, wo die Wohnungen ohne Naturvernichtung entstehen könnten. Dazu später mehr.

    „Wir haben praktisch hier drei Grünanlagen, die zusammengehören und hier in diesem ganz überbauten Umfeld eine grüne Lunge bilden. Den Heilig-Kreuz-Friedhof, den Dreifaltigkeitsfriedhof sowie den naturbelassenen Park Schätzelberg“, erläutert Marco Albus von der Bürgerinitiative dem Publikum.

    Foto: BUND Berlin/Aruna Reddig

    Die Flächen sind von vielen einheimische Baumarten geprägt, beispielsweise Ahorn, Feldahorn und Stieleiche, „Hier sehen wir eigentlich noch einen recht klimaresilienten Wald, der sich noch in dem frischen Grün präsentiert, während auf der Fläche des Heilig-Kreuz-Friedhofs den Einfluss des Klimawandels mit verdorrten Nadelbäumen sehen“, so Albus weiter.

    Der hohe ökologische Wert von Friedhofsflächen sei schon sehr lange bekannt, erläutert Mitstreiterin Christiane Nastarowitz-Bien von der Bürgerinitiative. Bereits vor 20 Jahren habe das sogenannte Friedhofsgutachten das herausgearbeitet.

    „Dazu gehören insbesondere die Altbäume mit Nisthöhlen, die wir hier in größerer Menge haben – gerade auch in dieser Lindenallee, vor der wir vorhin gestanden haben“, so Nastarowitz-Bien weiter. Die solle zwar im Prinzip erhalten bleiben. „Das glauben wir aber nicht, weil die direkt an die Baugrube grenzen würde. Das hält kein Baum aus“, sagt Nastarowitz-Bien. „Und die nistenden Vögel werden es sicherlich auch nicht so schick finden.“

    Ein wichtiger Aspekt sei auch das Thema Mikroklima, sagt Marco Albus. „Man hat das auch vorher an der Straße gemerkt, dass es dort deutlich wärmer als hier im Grünen.“ Zwar nehme die Niederschlagsmenge pro Jahr kontinuierlich ab. „Aber wenn der Niederschlag kommt, dann  meist als Starkregen. Dafür brauchen wir die hohe Versickerungsleistung des unversiegelten Bodens.“

    Wohnungen und Stadtnatur nicht gegeneinander ausspielen

    „Wir brauchen definitiv Wohnungen. Aber was wir unseres Erachtens nicht machen sollten, ist, verschiedene gemeinnützige Zwecke gegeneinander auszuspielen. Also preiswerte Wohnungen gegen Naturschutz“, unterstreicht Christiane Nastarowitz-Bien. „Klimaschutz ist kein nice to have, wo wir uns mal darum kümmern, wenn wir keine anderen Sorgen haben.“ Sie kommt auch noch auf den sozialen Aspekt zu sprechen: „Es ist eben tatsächlich ein Erholungsgebiet für viele, die hier  in den kleinen Wohnungen wohnen und eben keinen eigenen Garten vor der Tür haben, sondern dort spazieren gehen können.“

    Der Rundgang führt um den betroffenen Friedhof selbst herum. Der zuständige Evangelische Friedhofsverband Berlin-Stadtmitte hatte das Betreten für die Veranstaltung im Vorfeld untersagt.

    Fraktionen erläutern ihre Positionen zur Bebauung

    Vertreter*innen aller demokratischen Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg waren vor Ort. Ralf Olschewski von der CDU meldet sich als Erster zu Wort, um seine Position zum Bauvorhaben darzulegen: „Wir haben vor rund 15 Jahren für uns als CDU hier festgelegt, dass wir Friedhofsflächen generell nicht bebauen wollen. So, damit haben wir eine relativ einfache Position an dieser Stelle.“

    Friedhofsflächen seien eine gewachsene Grünanlage. Die meisten Flächen seien uralt. „Sie haben alte Baumbestände. Es wäre aus unserer Sicht nicht sehr klug, hier irgendwas abzuholzen, um woanders was Neues aufzuforsten„, erläutert Olschewski.

    Vor rund elf Jahren habe es das erste Projekt auf der Fläche gegeben, das nur rund ein Drittel so groß gewesen sei, berichtet der CDU-Mann. „50 Prozent ein sogenannter Sozialbaustein und 50 Prozent Wohnungen. Dem haben wir damals auch zugestimmt, dem haben damals alle zugestimmt.“ Heute handele es sich um ein anderes Projekt. 28.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, von denen 2000 Quadratmeter der Sozialbaustein seien. „Brauchen wir Wohnungen? Das ist überhaupt keine Frage. Aber nicht an dieser Stelle. Das ist die Position der CDU-Fraktion“, sagt Olschewski.

    Christine Scherzinger, die für das BSW in der BVV sitzt, spricht von einer „klaren Positionierung“ zu Grünflächen, ähnlich der CDU. „Wir sagen: Friedhofsflächen nicht.“ Es handele sich um eine Naherholungsfläche, eine soziale Komponente, die „wichtig für den Kiez“ sei. Am Anfang habe die ehemalige Linke-Politikerin das Projekt gut gefunden mit dem Sozialbaustein als Teil des kleinen Campus. Angesichts des Wachstums des Projekts sei der Anteil geringer geworden.

    „Das ist ein wahnsinnig schwieriges, kompliziertes Thema“, leitet Grünen-Fraktionschef Bertram von Boxberg seine Rechtfertigung dafür ein, warum Grüne als auch SPD für das Projekt sind. Die Linke hat sich im Verlauf als sehr wankelmütig in dieser Frage erwiesen.

    Die Friedhöfe brauchten viel weniger Flächen als früher, unter anderem wegen dem Trend zur Urnenbestattung, so von Boxberg. Allerdings sei der Unterhalt der nicht benötigten Flächen teuer und das Land Berlin sei nicht bereit, die Kosten zu tragen. Also habe man mit dem Friedhofsentwicklungsplan von 2006 die Möglichkeit geschaffen, nicht benötigte Flächen zu identifizieren und umzuwidmen. Über den Verkauf dieser Flächen für Bauprojekte hätten die Träger die Möglichkeit, Einnahmen zu generieren und Unterhaltskosten zu sparen.

    Foto: BUND Belrin/Aruna Reddig

    „Natürlich sind wir als Grüne für Grünflächen, natürlich sind wir für die Biodiversität. Aber wir brauchen Wohnraum„, so von Boxberg weiter. Die geplanten Räume für Betreutes Wohnen von 30 bis 40 Menschen würden „unglaublich gebraucht in Berlin“. Weil es die Förderung für dieses Betreute Wohnen nicht mehr gebe, habe der Investor zur Finanzierung die Flächen für die Mietwohnungen erhöhen müssen. Im Zuge dessen sei das Projekt „ausgeufert“.

    Jan Rauchfuß, Stadtentwicklungsexperte der SPD-Fraktion im Bezirksparlament, stößt ins gleiche Horn. Man halte auch andere Flächen für geeigneter, deswegen sei das Bezirksamt beauftragt worden, sechs alternative Flächen explizit zu prüfen. Es sei ausdrücklich dargestellt worden, „dass keine dieser Flächen in Frage kommt“.

    Diese Prüfung war kein originäres Anliegen der Bezirksverordneten, sondern eine Folge des Einwohnerantrags, für den die Bürgerinitiative Mariendorf Nord über 1200 Unterschriften sammeln konnte. Die klaren Forderungen lauten, den dem Projekt zugrundeliegenden Bebauungsplan 7-85VE grundlegend zu überarbeiten oder das Verfahren einzustellen, sollte dies nicht geschehen. Zudem soll geprüft werden, ob das Vorhaben nicht auf einer anderen Fläche im Bezirk realisiert werden kann.

    Jan Rauchfuß von der SPD kommt auf die direkt angrenzende Autohandelsfläche an der Ullsteinstraße zu sprechen. Da sei die Antwort klar: „Das ist ein privater Eigentümer mit einem bestehenden Gewerbe, da kommen die nicht drauf.“ Bezeichnenderweise gehört auch diese Fläche der evangelischen Kirche. Allerdings nicht dem Evangelischen Friedhofsverband Berlin-Stadtmitte, sondern der Kirchengemeinde vor dem Halleschen Tor.

    „Das heißt, die Gemeinden kommen gar nicht überein, weil die nicht gemeinsam wirtschaften“, sagt Rauchfuß. Die finanzielle Not, die den Friedhofsverband dazu bewogen habe, diese Fläche zu veräußern, werde nicht dadurch gelindert, dass an der Ullsteinstraße jemand anders eine Fläche verkaufe.

    Rauchfuß äußert die Befürchtung, dass sich ein „Spekulationskreislauf“ bilde, wenn wieder ein neuer Eigentümer die Fläche übernehme. Laut den Aussagen des SPD-Manns ist die Friedhofsfläche bereits verkauft. Allerdings, so der Kenntnisstand des BUND Berlin, wird der Kaufvertrag erst mit Erlangung des Baurechts wirksam.

    „Das Planungsrecht kann man ändern und es ist auch notwendig, dass man in so einem Fall was ändert„, bekräftigt Matthias Bauer, Bürgerdeputierter der Linke in der BVV. „Wenn wir von Klimakrise reden, dann müssen wir sagen: Solche Flächen müssen erhalten bleiben, gerade wenn wir solche Alternativen haben.“ Allerdings legt die Linksfraktion im Bezirk so eine klare Linie in dem Fall nicht durchgehend an den Tag.

    Teilnehmende des Rundgangs sehen die Sache allerdings genauso. „Einen Schrottplatz kann man an den Stadtrand verlagern„, sagt ein Anwohner. Ein Mitglied der Kirchengemeinde vor dem Halleschen Tor erklärt in Bezug auf die christliche Haltung zur Bewahrung der Schöpfung, dass sich durchaus die verschiedenen Eigentümer der Evangelischen Kirche einigen können sollten.

    Foto: BUND Berlin/Aruna Reddig

    Und auch Dirk Schäuble, Naturschutzreferent des BUND Berlin, hält dagegen: „Wir fordern natürlich, dass Grünflächen erhalten werden aufgrund verschiedener nachvollziehbarer ökologischer Gründe, aber auch aus Erholungsgründen.“

    Der BUND Berlin habe sofort oder schnell verfügbare Potenziale ermittelt für 160.000 Wohnungen durch Neubau oder die Umwandlung von Gebäuden, unter anderem leerstehende Büroräume, versiegelte Flächen, Zweckentfremdung.

    Bezirksamt bestätigt, dass Alternativen für den Wohnungsbau gibt

    Auch interpretiert er die Ergebnisse der Prüfung von Alternativflächen durch das Bezirksamt anders als SPD-Mann Rauchfuß. Das Bezirksamt habe festgestellt, dass dort Potenzial für Wohnungsbau vorhanden ist, aktuell aber die Planungsgrundlage fehle und es Besitzer gebe, die nicht ganz klar sind.

    „Wenn die Politik entscheidet, was sie möchte, dann setzt sie ihm das vor. Bei allem Respekt für den Friedhofsverband und für den Vorhabenträger. Aber letztendlich entscheidet die Politik, die Politik vertreten Sie als Volksvertreter“, sagt Schäuble. Er fordert: „Wir brauchen eine andere Vision, wie Stadtentwicklung funktionieren muss. Es kann nicht sein, dass wir grüne Flächen als Vorzugsvariante nehmen.“

    Jan Rauchfuß von der SPD ist skeptisch. Eine Änderung des Flächennutzungsplan von Gewerbe zu Wohnen sei „sehr, sehr, sehr kompliziert“. Er versichert: „Wir sind dabei, und wir wollen das auch, aber meine die Befürchtung ist, dass es etwas komplizierter sein und ein bisschen länger dauern könnte.“

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  11. Der Emmauswald – einen größeren hat Neukölln nicht

    Fast vier Hektar groß ist der Emmauswald (PDF-Steckbrief hier) und damit der größte Wald Neuköllns. Knapp außerhalb der Ringbahn und nördlich der in diesem Abschnitt im Tunnel geführten A100 gelegen, ist er eine grüne Oase mitten im dicht bebauten Bezirksnorden.

    Doch er ist bedroht, das Tochterunternehmen Buwog des Wohnkonzerns Vonovia möchte auf dem Areal und einer angrenzenden Freifläche rund 580 Wohnungen errichten, drei Viertel davon Eigentumswohnungen, der Rest Sozialwohnungen.

    „Der Emmauswald ist eine der Flächen, die wir im Rahmen der Kampagne in den letzten und nächsten Monaten aufsuchen werden“, sagt am sonnigen Donnerstagnachmittag Andrea Gerbode, Vorstandsmitglied des BUND Berlin. „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt“ – so lautet der Name der Kampagne, die den weiter anhaltenden Flächenfraß in Berlin möglichst beenden soll.

    „Diese Flächen stehen exemplarisch für viele Flächen in der Stadt, die gefährdet sind durch Bebauung. Ob nun Wohnbebauung, Gewerbe, Infrastruktur, soziale Infrastruktur, Verkehr“, sagt Gerbode. Sie ist dabei umringt von an die 50 Teilnehmenden der Tour über das Areal.

    „Es sind viele Flächen, die auf dem Radar stehen. Mittlerweile sind es ja auch 24 Stadtquartiere, die gebaut werden sollen“, ruft Gerbode in Erinnerung. Gestartet worden ist die Kampagne auf dem Tempelhofer Feld. Nächste Station war Späthsfelde. Der Emmauswald ist der dritte Stopp – in den nächsten Monaten folgen weitere.

    Bindeglied all dieser Flächen sei nicht nur der Umstand, dass sie bebaut werden sollen, sondern dass sie auch sehr strukturreich sein. Dieser Abwechslungsreichtum macht sie besonders wertvoll für die Artenvielfalt.

    Alle Fotos: BUND Berlin/Rick Heger

    Einfach nur gegen Wohnungsbau ist der BUND Berlin nicht. „Wir zeigen auch Alternativen auf; nämlich wo kann bebaut oder nachverdichtet werden kann“, so Gerbode. Dazu gehören bereits versiegelte Flächen oder die Umwandlung nicht mehr benötigter Gewerbeflächen zu Wohnungen.

    Andrea Gerbode hat zwei Ämter, sie ist auch Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN). “ Seit Jahren müssen wir beobachten, wie Flächen salamitaktikmäßig verloren gehen“, sagt sie allgemein für die Berliner Naturschutzverbände gesprochen.

    „Wir arbeiten uns mühsam in Stellungnahmen an jedem Planvorhaben ab und wir haben natürlich auch einen gewissen Schutz, wie hier zum Beispiel nach dem Landeswaldgesetz oder besonders geschützte Biotope. Aber in der Abwägung fallen die Flächen doch immer wieder hinten runter“, schildert sie die bitteren Alltagserfahrungen. Deshalb sei die Idee entstanden, „dass wir diese Gesamtheit der Flächen auch noch mal in dieser Kampagne vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus thematisieren möchten“.

    Mit auf der Tour ist auch Jochen Biedermann. Der Grünen-Politiker ist Neuköllner Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr. Bis 2023 habe der Bezirk die Aufstellung eines Bebauungsplans für das ehemalige Friedhofsareal betrieben. Als sich 2023 allerdings zeigte, dass es in der Bezirksverordnetenversammlung nicht die nötige Mehrheit für den Beschluss des B-Plans, sei es in seinen Augen sinnlos gewesen, die Arbeit daran fortzuführen. „Die Reaktion der Senatsverwaltung für Stadtentwicklungwar, diesen Bebauungsplan an sich zu ziehen und zu sagen: Dann machen wir es halt statt dem Bezirk“, berichtet Biedermann.

    „Die Senatsverwaltung kann den Bebauungsplan offensichtlich auch nicht schnell fertigstellen“, so Biedermann. „Seit Ende 2023 ist ja schon einige Zeit vergangen“, unterstreicht der Stadtrat. Ganz raus aus dem Verfahren ist der Bezirk allerdings nicht. „Wir sind über das Umwelt- und Naturschutzamt immer noch zumindest mit Stellungnahmen daran beteiligt und bringen uns da natürlich auch kritisch ein“, so der Grünen-Politiker.

    „Ich bin aber nach wie vor der Meinung über die Frage, ob hier bebaut werden soll oder nicht, sollte vor Ort, sollte lokal entschieden werden und deswegen sollte auch die Zuständigkeit für diesen Bebauungsplan meiner Ansicht nach wieder zurück an den Bezirk Neukölln gehen“, unterstreicht er.

    Dass noch nicht die Bagger angerollt sind, liegt vor allem am starken Engagement von Anwohnenden gegen die Bebauung. Der Widerstand organisiert sich in der Initiative „Emmauswald bleibt“. Deren Mitglieder Alina und Judith führen die Gruppe tiefer ins Gelände zu einer rund 250 Jahre alten knorrigen Eiche. „Seit fast vier Jahren sind wir dabei, den schönen Emmi zu schützen“, sagen sie.

    „Nach der letzten Zählung, die 2010 war, gibt es hier über 800 Bäume“, berichten sie. „Das ist ein Schatz, auf dem wir uns hier befinden.“ Bis in die 1980er Jahre ist hier noch bestattet worden.

    2022 sei die Initiative mit Mitgliedern des Bezirksparlaments ins Gespräch gekommen. „Glücklicherweise sind wir da auf total offene Ohren gestoßen und haben damals vor allem mit der CDU und mit den Grünen und den Linken ganz, ganz viel gewuppt, ganz viele Gespräche geführt“, berichten Alina und Judith.

    2024 stellten die Berliner Forsten offiziell fest, dass das Gelände „Waldeigenschaft“ habe. „Das war für uns mega, weil das einfach nochmal die Bedeutung des Waldes hervorgestellt hat – und es war auch medienwirksam“, sagen die beiden Aktivistinnen. „Die Leute haben sich noch mehr für den Wald interessiert, weil wir ihn ja jetzt auch deklarieren konnten als Neuköllner Wald.“

    Bei dem Versuch, die Bebauung voranzutreiben stellte die Stadtentwicklungsverwaltung jedoch fest, dass unter anderem die vorbeiführende A100 ein Problem ist. Denn laut einem lange existierenden Bundesgesetz muss Bebauung einen relativ großen Abstand zu Autobahnen halten, selbst wenn diese – wie in diesem Fall – in einem Tunnel verläuft. Es wurde umgeplant – die Hälfte des Emmauswaldes soll nach der aktuellen Vorstellung nicht bebaut werden, der Rest dafür umso höher und dichter.

    „Und der Rest, da wo wir jetzt stehen, da wo auch diese alte Eiche steht, leider auch der ökologisch etwas wertvollere Teil des Waldes, der wird bebaut“, berichten Alina und Judith über den Plan. „Die Eigentumswohnungen sollen natürlich schön im Waldteil platziert werden. Und die Sozialwohnungen sollen an die vielbefahrene Straße“, kritisieren sie.

    Dass etwas mit den Prioritäten in Berlin nicht stimmt, verdeutlichen sie an einem Beispiel: „Pro Einwohner in Neukölln gibt es fast zehn Quadratmeter Parkplatzfläche, aber nur fünf Quadratmeter Grünfläche.“

    „Redet mit den Leuten, erzählt ihnen vom Wald und nutzt einfach eure Stimme, um für die Menschen und für die Tiere aufzustehen, die das vielleicht nicht machen können“, fordern die beiden. „Das ist das, was uns wirklich mega ankotzt, ist das, wenn wir die Wohnungsnot gegen Klimaschutz ausspielen. Das sind beides super, super wichtige Sachen und ich bin davon überzeugt, dass die Zeiten der einfachen Lösungen vorbei sind.“

    Wie wertvoll die Fläche ist, hatte zuvor Janna Einöder, Referentin für Stadtgrün des NABU Berlin erläutert. „Wir merken es hier sofort: Der Wald gibt uns schon ein bisschen Kühle, wir hören ein paar Tiere, ich glaube den Habicht haben wir eben gehört, ein paar Meisen habe ich schon gehört, hier seht ihr eine fantastisch blühende Weide und so weiter und so fort“, sagte sie nach nur wenigen Schritten in das Areal. Es gebe auch noch sehr, sehr viele weitere Tiere und Pflanzenarten, die man vielleicht jetzt nicht sieht und hört.

    „Friedhofsflächen sind sowieso extrem ökologisch wertvolle Flächen in Berlin“, unterstreicht die Naturschützerin. „Zum Glück haben wir noch sehr viele davon.“ So wichtig und so ökologisch wertvoll seien die Friedhöfe, weil sie „durch ihre Art und Weise für die Natur einfach sehr störungsarm sind“.

    „Sie haben sehr, sehr viele Strukturen, zum Beispiel Baumalleen, Strauchpflanzungen, natürlich die Grabbepflanzung auch, alte Gemäuer, man denkt vielleicht an Mausoleen“, führt Einöder aus. „Und immer da, wo viele Strukturen sind, finden eben auch viele Arten Platz. Und auf dieser Fläche hier im Emmauswald war nicht nur ein Friedhof, sondern ist eben jetzt ein Wald entstanden.“

    Janna Einöder ist wirklich begeistert: „Man kann diese schiere Power für das Stadtklima zum einen fühlen, aber auch sehen.“ Die Wirkung von Bäumen auf das Stadtklima sei bekanntlich enorm. Nicht nur wegen der Kühlung, sondern weil dort, wo sie wachsen auch Regenwasser versickern kann.

    Und schließlich diene der Emmauswald auch der Erholung. „Und genau aus diesem Grund ist diese Fläche eben sehr wichtig für uns alle, für Mensch und Natur“, sagt Einöder und appelliert: „Aus dem Grund müssen wir uns unbedingt einsetzen, dass diese tolle und einzigartige Fläche erhalten bleibt für die Bürger in Neukölln, aber eben auch für Berlin und uns alle.“

    Was man sich im Bezirk durchaus vorstellen kann wäre eine Bebauung nur der an den Mariendorfer Weg angrenzenden Grasfläche, berichtet Stadtrat Jochen Biedermann. Die BVV habe das im Februar auf Antrag der Grünen mit SPD und CDU zusammen auch noch mal bestätigt. Das Bezirksparlament sei schon seit mehreren Jahren sehr durchgehend konsistent: keine Bebauung hier auf dem Wald. „Deswegen geht es im Kern um die Frage, wie sich die Senatsverwaltung, also die SPD-geführte Verwaltung verhält“, so Biedermann.

    Es sei eine seiner ersten Amtshandlungen als Stadtrat 2016 gewesen, überhaupt den Sozialwohnungsanteil von 25 Prozent festzuschreiben. „Grundsätzlich wäre es mir natürlich lieber, mit öffentlichen Wohnungsbauunternehmen zusammenzuarbeiten, als mit privaten Investoren, die dann bauen und dann im Zweifelsfall weiter veräußern“, sagt er.

    „Wir haben hier einen Wald, wir haben hier eine dicht besiedelte Stadt drumherum, wir haben hier eine immer heißer werdende Stadt. Deswegen können wir diese Fläche gar nicht bebauen, sondern können höchstens gucken, was wir drumherum erreichen können“, stellt Julian Schwarze fest. Er ist Stadtentwicklungs-Experte der Grünen im Abgeordnetenhaus. „Aber genau diese Antwort, die wird so ignoriert. Und das ist ein ziemliches Desaster.“

    Rational kann er sich gar nicht richtig erklären, warum insbesondere die SPD derart verbissen versucht, Bauprojekte durchzupeitschen, obwohl die objektiven Voraussetzungen für eine Umsetzung einfach nicht gegeben sind. Allein schon, dass man sich bereits mehrfach die Zielzahl von 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr in Berlin gegeben habe, obwohl die Gesamtumstände so waren, „dass man froh sein kann, wenn man über 10.000 Wohnungen kommt“.

    „Es geht ja nicht darum, zu sagen: es darf nicht mehr gebaut werden. Wenn, dann muss das Richtige gebaut werden“, sagt Julian Schwarze.

    Andreas Faensen-Thiebes verweist in der Diskussion auf die Bodenschutz-Konzeption des Senats, derzufolge bis 2045 das Ziel der Netto-Null-Versiegelung erreicht sein soll. Es soll also kein einziger zusätzlicher Quadratmeter Boden mehr asphaltiert oder betoniert werden dürfen, außer eine mindestens gleich große Fläche wird dafür entsiegelt.

    „Wenn man das erreichen will, muss man heute damit anfangen“, sagt Faensen-Thiebes. Denn Boden zu entsiegeln inklusive all der Einbauten unterhalb der Erdoberfläche sei extrem teuer und aufwändig. „Deswegen ist das einzige Mittel, wie man das Ziel erreichen kann, heute schon anders bauen, nicht mehr auf der Fläche bauen“, so der Naturschützer. „Das ist ein ganz eindeutiges Paradigma, das auf den Beschlüssen des Senats basiert.“

    #A100 #Artenschutz #Bauen #Boden #Buwog #Emmauswald #Flächenschutz #Grüne #GrüneFlächenRettenHitzeschutzJetzt #Naturschutz #Neukölln #SPD #Stadtentwicklung #Stadtnatur #Vonovia #Wald #Wohnungsbau
  12. Der Emmauswald – einen größeren hat Neukölln nicht

    Fast vier Hektar groß ist der Emmauswald (PDF-Steckbrief hier) und damit der größte Wald Neuköllns. Knapp außerhalb der Ringbahn und nördlich der in diesem Abschnitt im Tunnel geführten A100 gelegen, ist er eine grüne Oase mitten im dicht bebauten Bezirksnorden.

    Doch er ist bedroht, das Tochterunternehmen Buwog des Wohnkonzerns Vonovia möchte auf dem Areal und einer angrenzenden Freifläche rund 580 Wohnungen errichten, drei Viertel davon Eigentumswohnungen, der Rest Sozialwohnungen.

    „Der Emmauswald ist eine der Flächen, die wir im Rahmen der Kampagne in den letzten und nächsten Monaten aufsuchen werden“, sagt am sonnigen Donnerstagnachmittag Andrea Gerbode, Vorstandsmitglied des BUND Berlin. „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt“ – so lautet der Name der Kampagne, die den weiter anhaltenden Flächenfraß in Berlin möglichst beenden soll.

    „Diese Flächen stehen exemplarisch für viele Flächen in der Stadt, die gefährdet sind durch Bebauung. Ob nun Wohnbebauung, Gewerbe, Infrastruktur, soziale Infrastruktur, Verkehr“, sagt Gerbode. Sie ist dabei umringt von an die 50 Teilnehmenden der Tour über das Areal.

    „Es sind viele Flächen, die auf dem Radar stehen. Mittlerweile sind es ja auch 24 Stadtquartiere, die gebaut werden sollen“, ruft Gerbode in Erinnerung. Gestartet worden ist die Kampagne auf dem Tempelhofer Feld. Nächste Station war Späthsfelde. Der Emmauswald ist der dritte Stopp – in den nächsten Monaten folgen weitere.

    Bindeglied all dieser Flächen sei nicht nur der Umstand, dass sie bebaut werden sollen, sondern dass sie auch sehr strukturreich sein. Dieser Abwechslungsreichtum macht sie besonders wertvoll für die Artenvielfalt.

    Alle Fotos: BUND Berlin/Rick Heger

    Einfach nur gegen Wohnungsbau ist der BUND Berlin nicht. „Wir zeigen auch Alternativen auf; nämlich wo kann bebaut oder nachverdichtet werden kann“, so Gerbode. Dazu gehören bereits versiegelte Flächen oder die Umwandlung nicht mehr benötigter Gewerbeflächen zu Wohnungen.

    Andrea Gerbode hat zwei Ämter, sie ist auch Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN). “ Seit Jahren müssen wir beobachten, wie Flächen salamitaktikmäßig verloren gehen“, sagt sie allgemein für die Berliner Naturschutzverbände gesprochen.

    „Wir arbeiten uns mühsam in Stellungnahmen an jedem Planvorhaben ab und wir haben natürlich auch einen gewissen Schutz, wie hier zum Beispiel nach dem Landeswaldgesetz oder besonders geschützte Biotope. Aber in der Abwägung fallen die Flächen doch immer wieder hinten runter“, schildert sie die bitteren Alltagserfahrungen. Deshalb sei die Idee entstanden, „dass wir diese Gesamtheit der Flächen auch noch mal in dieser Kampagne vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus thematisieren möchten“.

    Mit auf der Tour ist auch Jochen Biedermann. Der Grünen-Politiker ist Neuköllner Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr. Bis 2023 habe der Bezirk die Aufstellung eines Bebauungsplans für das ehemalige Friedhofsareal betrieben. Als sich 2023 allerdings zeigte, dass es in der Bezirksverordnetenversammlung nicht die nötige Mehrheit für den Beschluss des B-Plans, sei es in seinen Augen sinnlos gewesen, die Arbeit daran fortzuführen. „Die Reaktion der Senatsverwaltung für Stadtentwicklungwar, diesen Bebauungsplan an sich zu ziehen und zu sagen: Dann machen wir es halt statt dem Bezirk“, berichtet Biedermann.

    „Die Senatsverwaltung kann den Bebauungsplan offensichtlich auch nicht schnell fertigstellen“, so Biedermann. „Seit Ende 2023 ist ja schon einige Zeit vergangen“, unterstreicht der Stadtrat. Ganz raus aus dem Verfahren ist der Bezirk allerdings nicht. „Wir sind über das Umwelt- und Naturschutzamt immer noch zumindest mit Stellungnahmen daran beteiligt und bringen uns da natürlich auch kritisch ein“, so der Grünen-Politiker.

    „Ich bin aber nach wie vor der Meinung über die Frage, ob hier bebaut werden soll oder nicht, sollte vor Ort, sollte lokal entschieden werden und deswegen sollte auch die Zuständigkeit für diesen Bebauungsplan meiner Ansicht nach wieder zurück an den Bezirk Neukölln gehen“, unterstreicht er.

    Dass noch nicht die Bagger angerollt sind, liegt vor allem am starken Engagement von Anwohnenden gegen die Bebauung. Der Widerstand organisiert sich in der Initiative „Emmauswald bleibt“. Deren Mitglieder Alina und Judith führen die Gruppe tiefer ins Gelände zu einer rund 250 Jahre alten knorrigen Eiche. „Seit fast vier Jahren sind wir dabei, den schönen Emmi zu schützen“, sagen sie.

    „Nach der letzten Zählung, die 2010 war, gibt es hier über 800 Bäume“, berichten sie. „Das ist ein Schatz, auf dem wir uns hier befinden.“ Bis in die 1980er Jahre ist hier noch bestattet worden.

    2022 sei die Initiative mit Mitgliedern des Bezirksparlaments ins Gespräch gekommen. „Glücklicherweise sind wir da auf total offene Ohren gestoßen und haben damals vor allem mit der CDU und mit den Grünen und den Linken ganz, ganz viel gewuppt, ganz viele Gespräche geführt“, berichten Alina und Judith.

    2024 stellten die Berliner Forsten offiziell fest, dass das Gelände „Waldeigenschaft“ habe. „Das war für uns mega, weil das einfach nochmal die Bedeutung des Waldes hervorgestellt hat – und es war auch medienwirksam“, sagen die beiden Aktivistinnen. „Die Leute haben sich noch mehr für den Wald interessiert, weil wir ihn ja jetzt auch deklarieren konnten als Neuköllner Wald.“

    Bei dem Versuch, die Bebauung voranzutreiben stellte die Stadtentwicklungsverwaltung jedoch fest, dass unter anderem die vorbeiführende A100 ein Problem ist. Denn laut einem lange existierenden Bundesgesetz muss Bebauung einen relativ großen Abstand zu Autobahnen halten, selbst wenn diese – wie in diesem Fall – in einem Tunnel verläuft. Es wurde umgeplant – die Hälfte des Emmauswaldes soll nach der aktuellen Vorstellung nicht bebaut werden, der Rest dafür umso höher und dichter.

    „Und der Rest, da wo wir jetzt stehen, da wo auch diese alte Eiche steht, leider auch der ökologisch etwas wertvollere Teil des Waldes, der wird bebaut“, berichten Alina und Judith über den Plan. „Die Eigentumswohnungen sollen natürlich schön im Waldteil platziert werden. Und die Sozialwohnungen sollen an die vielbefahrene Straße“, kritisieren sie.

    Dass etwas mit den Prioritäten in Berlin nicht stimmt, verdeutlichen sie an einem Beispiel: „Pro Einwohner in Neukölln gibt es fast zehn Quadratmeter Parkplatzfläche, aber nur fünf Quadratmeter Grünfläche.“

    „Redet mit den Leuten, erzählt ihnen vom Wald und nutzt einfach eure Stimme, um für die Menschen und für die Tiere aufzustehen, die das vielleicht nicht machen können“, fordern die beiden. „Das ist das, was uns wirklich mega ankotzt, ist das, wenn wir die Wohnungsnot gegen Klimaschutz ausspielen. Das sind beides super, super wichtige Sachen und ich bin davon überzeugt, dass die Zeiten der einfachen Lösungen vorbei sind.“

    Wie wertvoll die Fläche ist, hatte zuvor Janna Einöder, Referentin für Stadtgrün des NABU Berlin erläutert. „Wir merken es hier sofort: Der Wald gibt uns schon ein bisschen Kühle, wir hören ein paar Tiere, ich glaube den Habicht haben wir eben gehört, ein paar Meisen habe ich schon gehört, hier seht ihr eine fantastisch blühende Weide und so weiter und so fort“, sagte sie nach nur wenigen Schritten in das Areal. Es gebe auch noch sehr, sehr viele weitere Tiere und Pflanzenarten, die man vielleicht jetzt nicht sieht und hört.

    „Friedhofsflächen sind sowieso extrem ökologisch wertvolle Flächen in Berlin“, unterstreicht die Naturschützerin. „Zum Glück haben wir noch sehr viele davon.“ So wichtig und so ökologisch wertvoll seien die Friedhöfe, weil sie „durch ihre Art und Weise für die Natur einfach sehr störungsarm sind“.

    „Sie haben sehr, sehr viele Strukturen, zum Beispiel Baumalleen, Strauchpflanzungen, natürlich die Grabbepflanzung auch, alte Gemäuer, man denkt vielleicht an Mausoleen“, führt Einöder aus. „Und immer da, wo viele Strukturen sind, finden eben auch viele Arten Platz. Und auf dieser Fläche hier im Emmauswald war nicht nur ein Friedhof, sondern ist eben jetzt ein Wald entstanden.“

    Janna Einöder ist wirklich begeistert: „Man kann diese schiere Power für das Stadtklima zum einen fühlen, aber auch sehen.“ Die Wirkung von Bäumen auf das Stadtklima sei bekanntlich enorm. Nicht nur wegen der Kühlung, sondern weil dort, wo sie wachsen auch Regenwasser versickern kann.

    Und schließlich diene der Emmauswald auch der Erholung. „Und genau aus diesem Grund ist diese Fläche eben sehr wichtig für uns alle, für Mensch und Natur“, sagt Einöder und appelliert: „Aus dem Grund müssen wir uns unbedingt einsetzen, dass diese tolle und einzigartige Fläche erhalten bleibt für die Bürger in Neukölln, aber eben auch für Berlin und uns alle.“

    Was man sich im Bezirk durchaus vorstellen kann wäre eine Bebauung nur der an den Mariendorfer Weg angrenzenden Grasfläche, berichtet Stadtrat Jochen Biedermann. Die BVV habe das im Februar auf Antrag der Grünen mit SPD und CDU zusammen auch noch mal bestätigt. Das Bezirksparlament sei schon seit mehreren Jahren sehr durchgehend konsistent: keine Bebauung hier auf dem Wald. „Deswegen geht es im Kern um die Frage, wie sich die Senatsverwaltung, also die SPD-geführte Verwaltung verhält“, so Biedermann.

    Es sei eine seiner ersten Amtshandlungen als Stadtrat 2016 gewesen, überhaupt den Sozialwohnungsanteil von 25 Prozent festzuschreiben. „Grundsätzlich wäre es mir natürlich lieber, mit öffentlichen Wohnungsbauunternehmen zusammenzuarbeiten, als mit privaten Investoren, die dann bauen und dann im Zweifelsfall weiter veräußern“, sagt er.

    „Wir haben hier einen Wald, wir haben hier eine dicht besiedelte Stadt drumherum, wir haben hier eine immer heißer werdende Stadt. Deswegen können wir diese Fläche gar nicht bebauen, sondern können höchstens gucken, was wir drumherum erreichen können“, stellt Julian Schwarze fest. Er ist Stadtentwicklungs-Experte der Grünen im Abgeordnetenhaus. „Aber genau diese Antwort, die wird so ignoriert. Und das ist ein ziemliches Desaster.“

    Rational kann er sich gar nicht richtig erklären, warum insbesondere die SPD derart verbissen versucht, Bauprojekte durchzupeitschen, obwohl die objektiven Voraussetzungen für eine Umsetzung einfach nicht gegeben sind. Allein schon, dass man sich bereits mehrfach die Zielzahl von 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr in Berlin gegeben habe, obwohl die Gesamtumstände so waren, „dass man froh sein kann, wenn man über 10.000 Wohnungen kommt“.

    „Es geht ja nicht darum, zu sagen: es darf nicht mehr gebaut werden. Wenn, dann muss das Richtige gebaut werden“, sagt Julian Schwarze.

    Andreas Faensen-Thiebes verweist in der Diskussion auf die Bodenschutz-Konzeption des Senats, derzufolge bis 2045 das Ziel der Netto-Null-Versiegelung erreicht sein soll. Es soll also kein einziger zusätzlicher Quadratmeter Boden mehr asphaltiert oder betoniert werden dürfen, außer eine mindestens gleich große Fläche wird dafür entsiegelt.

    „Wenn man das erreichen will, muss man heute damit anfangen“, sagt Faensen-Thiebes. Denn Boden zu entsiegeln inklusive all der Einbauten unterhalb der Erdoberfläche sei extrem teuer und aufwändig. „Deswegen ist das einzige Mittel, wie man das Ziel erreichen kann, heute schon anders bauen, nicht mehr auf der Fläche bauen“, so der Naturschützer. „Das ist ein ganz eindeutiges Paradigma, das auf den Beschlüssen des Senats basiert.“

    #A100 #Artenschutz #Bauen #Boden #Buwog #Emmauswald #Flächenschutz #Grüne #GrüneFlächenRettenHitzeschutzJetzt #Naturschutz #Neukölln #SPD #Stadtentwicklung #Stadtnatur #Vonovia #Wald #Wohnungsbau
  13. Der Emmauswald – einen größeren hat Neukölln nicht

    Fast vier Hektar groß ist der Emmauswald (PDF-Steckbrief hier) und damit der größte Wald Neuköllns. Knapp außerhalb der Ringbahn und nördlich der in diesem Abschnitt im Tunnel geführten A100 gelegen, ist er eine grüne Oase mitten im dicht bebauten Bezirksnorden.

    Doch er ist bedroht, das Tochterunternehmen Buwog des Wohnkonzerns Vonovia möchte auf dem Areal und einer angrenzenden Freifläche rund 580 Wohnungen errichten, drei Viertel davon Eigentumswohnungen, der Rest Sozialwohnungen.

    „Der Emmauswald ist eine der Flächen, die wir im Rahmen der Kampagne in den letzten und nächsten Monaten aufsuchen werden“, sagt am sonnigen Donnerstagnachmittag Andrea Gerbode, Vorstandsmitglied des BUND Berlin. „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt“ – so lautet der Name der Kampagne, die den weiter anhaltenden Flächenfraß in Berlin möglichst beenden soll.

    „Diese Flächen stehen exemplarisch für viele Flächen in der Stadt, die gefährdet sind durch Bebauung. Ob nun Wohnbebauung, Gewerbe, Infrastruktur, soziale Infrastruktur, Verkehr“, sagt Gerbode. Sie ist dabei umringt von an die 50 Teilnehmenden der Tour über das Areal.

    „Es sind viele Flächen, die auf dem Radar stehen. Mittlerweile sind es ja auch 24 Stadtquartiere, die gebaut werden sollen“, ruft Gerbode in Erinnerung. Gestartet worden ist die Kampagne auf dem Tempelhofer Feld. Nächste Station war Späthsfelde. Der Emmauswald ist der dritte Stopp – in den nächsten Monaten folgen weitere.

    Bindeglied all dieser Flächen sei nicht nur der Umstand, dass sie bebaut werden sollen, sondern dass sie auch sehr strukturreich sein. Dieser Abwechslungsreichtum macht sie besonders wertvoll für die Artenvielfalt.

    Alle Fotos: BUND Berlin/Rick Heger

    Einfach nur gegen Wohnungsbau ist der BUND Berlin nicht. „Wir zeigen auch Alternativen auf; nämlich wo kann bebaut oder nachverdichtet werden kann“, so Gerbode. Dazu gehören bereits versiegelte Flächen oder die Umwandlung nicht mehr benötigter Gewerbeflächen zu Wohnungen.

    Andrea Gerbode hat zwei Ämter, sie ist auch Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN). “ Seit Jahren müssen wir beobachten, wie Flächen salamitaktikmäßig verloren gehen“, sagt sie allgemein für die Berliner Naturschutzverbände gesprochen.

    „Wir arbeiten uns mühsam in Stellungnahmen an jedem Planvorhaben ab und wir haben natürlich auch einen gewissen Schutz, wie hier zum Beispiel nach dem Landeswaldgesetz oder besonders geschützte Biotope. Aber in der Abwägung fallen die Flächen doch immer wieder hinten runter“, schildert sie die bitteren Alltagserfahrungen. Deshalb sei die Idee entstanden, „dass wir diese Gesamtheit der Flächen auch noch mal in dieser Kampagne vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus thematisieren möchten“.

    Mit auf der Tour ist auch Jochen Biedermann. Der Grünen-Politiker ist Neuköllner Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr. Bis 2023 habe der Bezirk die Aufstellung eines Bebauungsplans für das ehemalige Friedhofsareal betrieben. Als sich 2023 allerdings zeigte, dass es in der Bezirksverordnetenversammlung nicht die nötige Mehrheit für den Beschluss des B-Plans, sei es in seinen Augen sinnlos gewesen, die Arbeit daran fortzuführen. „Die Reaktion der Senatsverwaltung für Stadtentwicklungwar, diesen Bebauungsplan an sich zu ziehen und zu sagen: Dann machen wir es halt statt dem Bezirk“, berichtet Biedermann.

    „Die Senatsverwaltung kann den Bebauungsplan offensichtlich auch nicht schnell fertigstellen“, so Biedermann. „Seit Ende 2023 ist ja schon einige Zeit vergangen“, unterstreicht der Stadtrat. Ganz raus aus dem Verfahren ist der Bezirk allerdings nicht. „Wir sind über das Umwelt- und Naturschutzamt immer noch zumindest mit Stellungnahmen daran beteiligt und bringen uns da natürlich auch kritisch ein“, so der Grünen-Politiker.

    „Ich bin aber nach wie vor der Meinung über die Frage, ob hier bebaut werden soll oder nicht, sollte vor Ort, sollte lokal entschieden werden und deswegen sollte auch die Zuständigkeit für diesen Bebauungsplan meiner Ansicht nach wieder zurück an den Bezirk Neukölln gehen“, unterstreicht er.

    Dass noch nicht die Bagger angerollt sind, liegt vor allem am starken Engagement von Anwohnenden gegen die Bebauung. Der Widerstand organisiert sich in der Initiative „Emmauswald bleibt“. Deren Mitglieder Alina und Judith führen die Gruppe tiefer ins Gelände zu einer rund 250 Jahre alten knorrigen Eiche. „Seit fast vier Jahren sind wir dabei, den schönen Emmi zu schützen“, sagen sie.

    „Nach der letzten Zählung, die 2010 war, gibt es hier über 800 Bäume“, berichten sie. „Das ist ein Schatz, auf dem wir uns hier befinden.“ Bis in die 1980er Jahre ist hier noch bestattet worden.

    2022 sei die Initiative mit Mitgliedern des Bezirksparlaments ins Gespräch gekommen. „Glücklicherweise sind wir da auf total offene Ohren gestoßen und haben damals vor allem mit der CDU und mit den Grünen und den Linken ganz, ganz viel gewuppt, ganz viele Gespräche geführt“, berichten Alina und Judith.

    2024 stellten die Berliner Forsten offiziell fest, dass das Gelände „Waldeigenschaft“ habe. „Das war für uns mega, weil das einfach nochmal die Bedeutung des Waldes hervorgestellt hat – und es war auch medienwirksam“, sagen die beiden Aktivistinnen. „Die Leute haben sich noch mehr für den Wald interessiert, weil wir ihn ja jetzt auch deklarieren konnten als Neuköllner Wald.“

    Bei dem Versuch, die Bebauung voranzutreiben stellte die Stadtentwicklungsverwaltung jedoch fest, dass unter anderem die vorbeiführende A100 ein Problem ist. Denn laut einem lange existierenden Bundesgesetz muss Bebauung einen relativ großen Abstand zu Autobahnen halten, selbst wenn diese – wie in diesem Fall – in einem Tunnel verläuft. Es wurde umgeplant – die Hälfte des Emmauswaldes soll nach der aktuellen Vorstellung nicht bebaut werden, der Rest dafür umso höher und dichter.

    „Und der Rest, da wo wir jetzt stehen, da wo auch diese alte Eiche steht, leider auch der ökologisch etwas wertvollere Teil des Waldes, der wird bebaut“, berichten Alina und Judith über den Plan. „Die Eigentumswohnungen sollen natürlich schön im Waldteil platziert werden. Und die Sozialwohnungen sollen an die vielbefahrene Straße“, kritisieren sie.

    Dass etwas mit den Prioritäten in Berlin nicht stimmt, verdeutlichen sie an einem Beispiel: „Pro Einwohner in Neukölln gibt es fast zehn Quadratmeter Parkplatzfläche, aber nur fünf Quadratmeter Grünfläche.“

    „Redet mit den Leuten, erzählt ihnen vom Wald und nutzt einfach eure Stimme, um für die Menschen und für die Tiere aufzustehen, die das vielleicht nicht machen können“, fordern die beiden. „Das ist das, was uns wirklich mega ankotzt, ist das, wenn wir die Wohnungsnot gegen Klimaschutz ausspielen. Das sind beides super, super wichtige Sachen und ich bin davon überzeugt, dass die Zeiten der einfachen Lösungen vorbei sind.“

    Wie wertvoll die Fläche ist, hatte zuvor Janna Einöder, Referentin für Stadtgrün des NABU Berlin erläutert. „Wir merken es hier sofort: Der Wald gibt uns schon ein bisschen Kühle, wir hören ein paar Tiere, ich glaube den Habicht haben wir eben gehört, ein paar Meisen habe ich schon gehört, hier seht ihr eine fantastisch blühende Weide und so weiter und so fort“, sagte sie nach nur wenigen Schritten in das Areal. Es gebe auch noch sehr, sehr viele weitere Tiere und Pflanzenarten, die man vielleicht jetzt nicht sieht und hört.

    „Friedhofsflächen sind sowieso extrem ökologisch wertvolle Flächen in Berlin“, unterstreicht die Naturschützerin. „Zum Glück haben wir noch sehr viele davon.“ So wichtig und so ökologisch wertvoll seien die Friedhöfe, weil sie „durch ihre Art und Weise für die Natur einfach sehr störungsarm sind“.

    „Sie haben sehr, sehr viele Strukturen, zum Beispiel Baumalleen, Strauchpflanzungen, natürlich die Grabbepflanzung auch, alte Gemäuer, man denkt vielleicht an Mausoleen“, führt Einöder aus. „Und immer da, wo viele Strukturen sind, finden eben auch viele Arten Platz. Und auf dieser Fläche hier im Emmauswald war nicht nur ein Friedhof, sondern ist eben jetzt ein Wald entstanden.“

    Janna Einöder ist wirklich begeistert: „Man kann diese schiere Power für das Stadtklima zum einen fühlen, aber auch sehen.“ Die Wirkung von Bäumen auf das Stadtklima sei bekanntlich enorm. Nicht nur wegen der Kühlung, sondern weil dort, wo sie wachsen auch Regenwasser versickern kann.

    Und schließlich diene der Emmauswald auch der Erholung. „Und genau aus diesem Grund ist diese Fläche eben sehr wichtig für uns alle, für Mensch und Natur“, sagt Einöder und appelliert: „Aus dem Grund müssen wir uns unbedingt einsetzen, dass diese tolle und einzigartige Fläche erhalten bleibt für die Bürger in Neukölln, aber eben auch für Berlin und uns alle.“

    Was man sich im Bezirk durchaus vorstellen kann wäre eine Bebauung nur der an den Mariendorfer Weg angrenzenden Grasfläche, berichtet Stadtrat Jochen Biedermann. Die BVV habe das im Februar auf Antrag der Grünen mit SPD und CDU zusammen auch noch mal bestätigt. Das Bezirksparlament sei schon seit mehreren Jahren sehr durchgehend konsistent: keine Bebauung hier auf dem Wald. „Deswegen geht es im Kern um die Frage, wie sich die Senatsverwaltung, also die SPD-geführte Verwaltung verhält“, so Biedermann.

    Es sei eine seiner ersten Amtshandlungen als Stadtrat 2016 gewesen, überhaupt den Sozialwohnungsanteil von 25 Prozent festzuschreiben. „Grundsätzlich wäre es mir natürlich lieber, mit öffentlichen Wohnungsbauunternehmen zusammenzuarbeiten, als mit privaten Investoren, die dann bauen und dann im Zweifelsfall weiter veräußern“, sagt er.

    „Wir haben hier einen Wald, wir haben hier eine dicht besiedelte Stadt drumherum, wir haben hier eine immer heißer werdende Stadt. Deswegen können wir diese Fläche gar nicht bebauen, sondern können höchstens gucken, was wir drumherum erreichen können“, stellt Julian Schwarze fest. Er ist Stadtentwicklungs-Experte der Grünen im Abgeordnetenhaus. „Aber genau diese Antwort, die wird so ignoriert. Und das ist ein ziemliches Desaster.“

    Rational kann er sich gar nicht richtig erklären, warum insbesondere die SPD derart verbissen versucht, Bauprojekte durchzupeitschen, obwohl die objektiven Voraussetzungen für eine Umsetzung einfach nicht gegeben sind. Allein schon, dass man sich bereits mehrfach die Zielzahl von 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr in Berlin gegeben habe, obwohl die Gesamtumstände so waren, „dass man froh sein kann, wenn man über 10.000 Wohnungen kommt“.

    „Es geht ja nicht darum, zu sagen: es darf nicht mehr gebaut werden. Wenn, dann muss das Richtige gebaut werden“, sagt Julian Schwarze.

    Andreas Faensen-Thiebes verweist in der Diskussion auf die Bodenschutz-Konzeption des Senats, derzufolge bis 2045 das Ziel der Netto-Null-Versiegelung erreicht sein soll. Es soll also kein einziger zusätzlicher Quadratmeter Boden mehr asphaltiert oder betoniert werden dürfen, außer eine mindestens gleich große Fläche wird dafür entsiegelt.

    „Wenn man das erreichen will, muss man heute damit anfangen“, sagt Faensen-Thiebes. Denn Boden zu entsiegeln inklusive all der Einbauten unterhalb der Erdoberfläche sei extrem teuer und aufwändig. „Deswegen ist das einzige Mittel, wie man das Ziel erreichen kann, heute schon anders bauen, nicht mehr auf der Fläche bauen“, so der Naturschützer. „Das ist ein ganz eindeutiges Paradigma, das auf den Beschlüssen des Senats basiert.“

    #A100 #Artenschutz #Bauen #Boden #Buwog #Emmauswald #Flächenschutz #Grüne #GrüneFlächenRettenHitzeschutzJetzt #Naturschutz #Neukölln #SPD #Stadtentwicklung #Stadtnatur #Vonovia #Wald #Wohnungsbau
  14. Der Emmauswald – einen größeren hat Neukölln nicht

    Fast vier Hektar groß ist der Emmauswald (PDF-Steckbrief hier) und damit der größte Wald Neuköllns. Knapp außerhalb der Ringbahn und nördlich der in diesem Abschnitt im Tunnel geführten A100 gelegen, ist er eine grüne Oase mitten im dicht bebauten Bezirksnorden.

    Doch er ist bedroht, das Tochterunternehmen Buwog des Wohnkonzerns Vonovia möchte auf dem Areal und einer angrenzenden Freifläche rund 580 Wohnungen errichten, drei Viertel davon Eigentumswohnungen, der Rest Sozialwohnungen.

    „Der Emmauswald ist eine der Flächen, die wir im Rahmen der Kampagne in den letzten und nächsten Monaten aufsuchen werden“, sagt am sonnigen Donnerstagnachmittag Andrea Gerbode, Vorstandsmitglied des BUND Berlin. „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt“ – so lautet der Name der Kampagne, die den weiter anhaltenden Flächenfraß in Berlin möglichst beenden soll.

    „Diese Flächen stehen exemplarisch für viele Flächen in der Stadt, die gefährdet sind durch Bebauung. Ob nun Wohnbebauung, Gewerbe, Infrastruktur, soziale Infrastruktur, Verkehr“, sagt Gerbode. Sie ist dabei umringt von an die 50 Teilnehmenden der Tour über das Areal.

    „Es sind viele Flächen, die auf dem Radar stehen. Mittlerweile sind es ja auch 24 Stadtquartiere, die gebaut werden sollen“, ruft Gerbode in Erinnerung. Gestartet worden ist die Kampagne auf dem Tempelhofer Feld. Nächste Station war Späthsfelde. Der Emmauswald ist der dritte Stopp – in den nächsten Monaten folgen weitere.

    Bindeglied all dieser Flächen sei nicht nur der Umstand, dass sie bebaut werden sollen, sondern dass sie auch sehr strukturreich sein. Dieser Abwechslungsreichtum macht sie besonders wertvoll für die Artenvielfalt.

    Alle Fotos: BUND Berlin/Rick Heger

    Einfach nur gegen Wohnungsbau ist der BUND Berlin nicht. „Wir zeigen auch Alternativen auf; nämlich wo kann bebaut oder nachverdichtet werden kann“, so Gerbode. Dazu gehören bereits versiegelte Flächen oder die Umwandlung nicht mehr benötigter Gewerbeflächen zu Wohnungen.

    Andrea Gerbode hat zwei Ämter, sie ist auch Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN). “ Seit Jahren müssen wir beobachten, wie Flächen salamitaktikmäßig verloren gehen“, sagt sie allgemein für die Berliner Naturschutzverbände gesprochen.

    „Wir arbeiten uns mühsam in Stellungnahmen an jedem Planvorhaben ab und wir haben natürlich auch einen gewissen Schutz, wie hier zum Beispiel nach dem Landeswaldgesetz oder besonders geschützte Biotope. Aber in der Abwägung fallen die Flächen doch immer wieder hinten runter“, schildert sie die bitteren Alltagserfahrungen. Deshalb sei die Idee entstanden, „dass wir diese Gesamtheit der Flächen auch noch mal in dieser Kampagne vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus thematisieren möchten“.

    Mit auf der Tour ist auch Jochen Biedermann. Der Grünen-Politiker ist Neuköllner Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr. Bis 2023 habe der Bezirk die Aufstellung eines Bebauungsplans für das ehemalige Friedhofsareal betrieben. Als sich 2023 allerdings zeigte, dass es in der Bezirksverordnetenversammlung nicht die nötige Mehrheit für den Beschluss des B-Plans, sei es in seinen Augen sinnlos gewesen, die Arbeit daran fortzuführen. „Die Reaktion der Senatsverwaltung für Stadtentwicklungwar, diesen Bebauungsplan an sich zu ziehen und zu sagen: Dann machen wir es halt statt dem Bezirk“, berichtet Biedermann.

    „Die Senatsverwaltung kann den Bebauungsplan offensichtlich auch nicht schnell fertigstellen“, so Biedermann. „Seit Ende 2023 ist ja schon einige Zeit vergangen“, unterstreicht der Stadtrat. Ganz raus aus dem Verfahren ist der Bezirk allerdings nicht. „Wir sind über das Umwelt- und Naturschutzamt immer noch zumindest mit Stellungnahmen daran beteiligt und bringen uns da natürlich auch kritisch ein“, so der Grünen-Politiker.

    „Ich bin aber nach wie vor der Meinung über die Frage, ob hier bebaut werden soll oder nicht, sollte vor Ort, sollte lokal entschieden werden und deswegen sollte auch die Zuständigkeit für diesen Bebauungsplan meiner Ansicht nach wieder zurück an den Bezirk Neukölln gehen“, unterstreicht er.

    Dass noch nicht die Bagger angerollt sind, liegt vor allem am starken Engagement von Anwohnenden gegen die Bebauung. Der Widerstand organisiert sich in der Initiative „Emmauswald bleibt“. Deren Mitglieder Alina und Judith führen die Gruppe tiefer ins Gelände zu einer rund 250 Jahre alten knorrigen Eiche. „Seit fast vier Jahren sind wir dabei, den schönen Emmi zu schützen“, sagen sie.

    „Nach der letzten Zählung, die 2010 war, gibt es hier über 800 Bäume“, berichten sie. „Das ist ein Schatz, auf dem wir uns hier befinden.“ Bis in die 1980er Jahre ist hier noch bestattet worden.

    2022 sei die Initiative mit Mitgliedern des Bezirksparlaments ins Gespräch gekommen. „Glücklicherweise sind wir da auf total offene Ohren gestoßen und haben damals vor allem mit der CDU und mit den Grünen und den Linken ganz, ganz viel gewuppt, ganz viele Gespräche geführt“, berichten Alina und Judith.

    2024 stellten die Berliner Forsten offiziell fest, dass das Gelände „Waldeigenschaft“ habe. „Das war für uns mega, weil das einfach nochmal die Bedeutung des Waldes hervorgestellt hat – und es war auch medienwirksam“, sagen die beiden Aktivistinnen. „Die Leute haben sich noch mehr für den Wald interessiert, weil wir ihn ja jetzt auch deklarieren konnten als Neuköllner Wald.“

    Bei dem Versuch, die Bebauung voranzutreiben stellte die Stadtentwicklungsverwaltung jedoch fest, dass unter anderem die vorbeiführende A100 ein Problem ist. Denn laut einem lange existierenden Bundesgesetz muss Bebauung einen relativ großen Abstand zu Autobahnen halten, selbst wenn diese – wie in diesem Fall – in einem Tunnel verläuft. Es wurde umgeplant – die Hälfte des Emmauswaldes soll nach der aktuellen Vorstellung nicht bebaut werden, der Rest dafür umso höher und dichter.

    „Und der Rest, da wo wir jetzt stehen, da wo auch diese alte Eiche steht, leider auch der ökologisch etwas wertvollere Teil des Waldes, der wird bebaut“, berichten Alina und Judith über den Plan. „Die Eigentumswohnungen sollen natürlich schön im Waldteil platziert werden. Und die Sozialwohnungen sollen an die vielbefahrene Straße“, kritisieren sie.

    Dass etwas mit den Prioritäten in Berlin nicht stimmt, verdeutlichen sie an einem Beispiel: „Pro Einwohner in Neukölln gibt es fast zehn Quadratmeter Parkplatzfläche, aber nur fünf Quadratmeter Grünfläche.“

    „Redet mit den Leuten, erzählt ihnen vom Wald und nutzt einfach eure Stimme, um für die Menschen und für die Tiere aufzustehen, die das vielleicht nicht machen können“, fordern die beiden. „Das ist das, was uns wirklich mega ankotzt, ist das, wenn wir die Wohnungsnot gegen Klimaschutz ausspielen. Das sind beides super, super wichtige Sachen und ich bin davon überzeugt, dass die Zeiten der einfachen Lösungen vorbei sind.“

    Wie wertvoll die Fläche ist, hatte zuvor Janna Einöder, Referentin für Stadtgrün des NABU Berlin erläutert. „Wir merken es hier sofort: Der Wald gibt uns schon ein bisschen Kühle, wir hören ein paar Tiere, ich glaube den Habicht haben wir eben gehört, ein paar Meisen habe ich schon gehört, hier seht ihr eine fantastisch blühende Weide und so weiter und so fort“, sagte sie nach nur wenigen Schritten in das Areal. Es gebe auch noch sehr, sehr viele weitere Tiere und Pflanzenarten, die man vielleicht jetzt nicht sieht und hört.

    „Friedhofsflächen sind sowieso extrem ökologisch wertvolle Flächen in Berlin“, unterstreicht die Naturschützerin. „Zum Glück haben wir noch sehr viele davon.“ So wichtig und so ökologisch wertvoll seien die Friedhöfe, weil sie „durch ihre Art und Weise für die Natur einfach sehr störungsarm sind“.

    „Sie haben sehr, sehr viele Strukturen, zum Beispiel Baumalleen, Strauchpflanzungen, natürlich die Grabbepflanzung auch, alte Gemäuer, man denkt vielleicht an Mausoleen“, führt Einöder aus. „Und immer da, wo viele Strukturen sind, finden eben auch viele Arten Platz. Und auf dieser Fläche hier im Emmauswald war nicht nur ein Friedhof, sondern ist eben jetzt ein Wald entstanden.“

    Janna Einöder ist wirklich begeistert: „Man kann diese schiere Power für das Stadtklima zum einen fühlen, aber auch sehen.“ Die Wirkung von Bäumen auf das Stadtklima sei bekanntlich enorm. Nicht nur wegen der Kühlung, sondern weil dort, wo sie wachsen auch Regenwasser versickern kann.

    Und schließlich diene der Emmauswald auch der Erholung. „Und genau aus diesem Grund ist diese Fläche eben sehr wichtig für uns alle, für Mensch und Natur“, sagt Einöder und appelliert: „Aus dem Grund müssen wir uns unbedingt einsetzen, dass diese tolle und einzigartige Fläche erhalten bleibt für die Bürger in Neukölln, aber eben auch für Berlin und uns alle.“

    Was man sich im Bezirk durchaus vorstellen kann wäre eine Bebauung nur der an den Mariendorfer Weg angrenzenden Grasfläche, berichtet Stadtrat Jochen Biedermann. Die BVV habe das im Februar auf Antrag der Grünen mit SPD und CDU zusammen auch noch mal bestätigt. Das Bezirksparlament sei schon seit mehreren Jahren sehr durchgehend konsistent: keine Bebauung hier auf dem Wald. „Deswegen geht es im Kern um die Frage, wie sich die Senatsverwaltung, also die SPD-geführte Verwaltung verhält“, so Biedermann.

    Es sei eine seiner ersten Amtshandlungen als Stadtrat 2016 gewesen, überhaupt den Sozialwohnungsanteil von 25 Prozent festzuschreiben. „Grundsätzlich wäre es mir natürlich lieber, mit öffentlichen Wohnungsbauunternehmen zusammenzuarbeiten, als mit privaten Investoren, die dann bauen und dann im Zweifelsfall weiter veräußern“, sagt er.

    „Wir haben hier einen Wald, wir haben hier eine dicht besiedelte Stadt drumherum, wir haben hier eine immer heißer werdende Stadt. Deswegen können wir diese Fläche gar nicht bebauen, sondern können höchstens gucken, was wir drumherum erreichen können“, stellt Julian Schwarze fest. Er ist Stadtentwicklungs-Experte der Grünen im Abgeordnetenhaus. „Aber genau diese Antwort, die wird so ignoriert. Und das ist ein ziemliches Desaster.“

    Rational kann er sich gar nicht richtig erklären, warum insbesondere die SPD derart verbissen versucht, Bauprojekte durchzupeitschen, obwohl die objektiven Voraussetzungen für eine Umsetzung einfach nicht gegeben sind. Allein schon, dass man sich bereits mehrfach die Zielzahl von 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr in Berlin gegeben habe, obwohl die Gesamtumstände so waren, „dass man froh sein kann, wenn man über 10.000 Wohnungen kommt“.

    „Es geht ja nicht darum, zu sagen: es darf nicht mehr gebaut werden. Wenn, dann muss das Richtige gebaut werden“, sagt Julian Schwarze.

    Andreas Faensen-Thiebes verweist in der Diskussion auf die Bodenschutz-Konzeption des Senats, derzufolge bis 2045 das Ziel der Netto-Null-Versiegelung erreicht sein soll. Es soll also kein einziger zusätzlicher Quadratmeter Boden mehr asphaltiert oder betoniert werden dürfen, außer eine mindestens gleich große Fläche wird dafür entsiegelt.

    „Wenn man das erreichen will, muss man heute damit anfangen“, sagt Faensen-Thiebes. Denn Boden zu entsiegeln inklusive all der Einbauten unterhalb der Erdoberfläche sei extrem teuer und aufwändig. „Deswegen ist das einzige Mittel, wie man das Ziel erreichen kann, heute schon anders bauen, nicht mehr auf der Fläche bauen“, so der Naturschützer. „Das ist ein ganz eindeutiges Paradigma, das auf den Beschlüssen des Senats basiert.“

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          #A100 #Artenschutz #Bauen #Boden #Buwog #Emmauswald #Flächenschutz #Grüne #GrüneFlächenRettenHitzeschutzJetzt #Naturschutz #Neukölln #SPD #Stadtentwicklung #Stadtnatur #Vonovia #Wald #Wohnungsbau
  15. A100: Ein paar Stunden Fahrradautobahn

    Am 18. Oktober gehörte die A100 zwischen Sonnenallee und Treptower Park den Menschen – auf dem Fahrrad und zu Fuß. Mindestens 1000 Menschen kamen und unterstützten die Forderung unseres Bündnisses A100 wegbassen: „Wir setzen der A100-Irrfahrt ein ENDE“

    Wir dokumentieren folgend die Rede unserer BUND-Verkehrsexpertin Katharina Wolf:

    Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitstreiter*innen, mein Name ist Katharina und ich spreche heute zum einen für die Clubcommission, die sich für die Interessen der Berliner Clubszene einsetzt und zum anderen für den Bund für Umwelt und Naturschutz Berlin, der sich für den Umwelt- und Klimaschutz in der Stadt einsetzt.

    Aber ALLE wir, ihr, wir stehen heute hier, weil wir eine nachhaltige Vision für Berlin teilen:

    • Wir brauchen eine nachhaltige Mobilitätswende.
    • Wir brauchen eine Stärkung der Clubkultur.
    • Wir brauchen eine klimaverträgliche Stadtentwicklungspolitik.

    Wir brauchen Investitionen in die Zukunft:

    • In autofreie Kieze, sichere Radwege und bezahlbaren Nahverkehr.
    • In lebendige Kulturorte, kulturelle Freiräume und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

    Kurzum eine Stadt, die Menschen, Kultur und Umwelt schützt – anstatt sie dem Profit einiger weniger unterzuordnen.

    Clubs werden immer weiter aus der Stadt verdrängt. Vom Weiterbau der A100 durch Friedrichshain sind 20 Clubs und Kulturstätten bedroht. Dabei ist die Berliner Clubszene ein prägender Teil der DNA dieser Stadt. Sie ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor, ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen und ein fester Bestandteil des Berliner Images.

    Und wir alle wissen: Clubs sind mehr als nur Entertainment, sie sind Räume der Begegnung, verbinden Menschen und stärken die Demokratie. Sie setzen sich ein für Toleranz und Respekt. Sie sind Schutzräume – für queere Menschen, für marginalisierte Personen und für Subkulturen, die hier einen Platz finden.

    In Clubs entstehen Ideen, Netzwerke und ein solidarisches Miteinander. Sie sind Treiber für einen gesellschaftlichen Wandel, den wir so dringend benötigen! Die Berliner Clubkultur ist sogar IMMATERIELLES Weltkulturerbe! Kurz gesagt: Clubs sind Kultur! Clubs sind systemrelevant! Für den sozialen Zusammenhalt, für die Wirtschaft und für die kulturelle Vielfalt unserer Stadt. Auf der Tanzfläche wachsen Liebe, Gemeinschaft, Empathie, Kreativität und Mut. Auf Beton wachsen nur Lärm, Abgase, Stau, Stress und Unzufriedenheit.

    Der 17. Abschnitt bringt nur eine weitere Schneise aus Beton, die Nachbarschaften zerstört, grüne Flächen versiegelt, Lebensqualität vernichtet und unzählige Kulturorte bedroht.

    Und deswegen frage ich euch:
    Können wir auf Berliner Clubs verzichten? – Nein!
    Können wir auf den 17. Bauabschnitt der A100 verzichten? – Ja!
    Die Antworten auf die Fragen könnten nicht klarer sein.

    Berlin braucht wirklich keine weitere Autobahn, Berlin braucht endlich eine ökologische Verkehrswende! Allein der aktuelle Abschnitt, auf dem wir gerade stehen, bringt unendliches Leid in die angrenzenden Kieze. Er lässt die Straßen in Alt-Treptow, Kreuzberg und Friedrichshain im Verkehrschaos versinken. Und die Verkehrsverwaltung versucht verzweifelt die Situation in den Griff zu bekommen. Was ihr aber – Oh Wunder – nicht gelingt.

    Mit dem 16. Abschnitt muss endlich Schluss sein, mit einer autogerechten Stadt aus dem letzten Jahrhundert. Die Situation wird sich durch den Weiterbau nicht verbessern! Wer Straßen sät, erntet Verkehr!

    Weltweit wird über den Abriss oder die Umnutzung innerstädtischer Autobahnen nachgedacht. Städte wie Seoul, Paris oder Utrecht machen es vor. Um gegen die Klimakrise vorzugehen ist es dringend notwendig: Autos zu reduzieren, den Ausstoß von CO2-Emissionen signifikant zu senken, Flächen zu entsiegeln und die Bewohnbarkeit der Städte sicherzustellen.

    Der Verkehrssektor ist immer noch der einzige, in dem die Emissionen weltweit weiterhin steigen anstatt zu sinken. Das kann doch nicht wahr sein! Wenn es nach CDU und SPD geht, soll die milliardenteure Stadtverwüstung fortgesetzt werden. Denn die Planungen für den 17. Bauabschnitt sind in vollem Gange, auch wenn das vielleicht in den Medien nicht so rüberkommt.

    Mit der Verlängerung bis zum Prenzlauer Berg wird den Bewohner*innen ein jahrelanger Baustellen-Horror beschert. Ob das nun durch den Tunnelbau unter der Bahnhofsstraße ist oder die Spreequerung, bei der noch niemand weiß wie die überhaupt gelingen soll. Fakt ist: Autobahnen zerstören Ökosysteme, gefährden Wasserhaushalte, befeuern Hitzeinseln und gefährden die Gesundheit der Menschen.

    Ist das Fortschritt? – Nein! Ist das absurder Wahnsinn? – Ja! Aber zum Glück gibt es Widerstand gegen diesen Wahnsinn!

    Das Bündnis A100 Wegbassen ist ein breites Bündnis aus Klimaaktivist*innen, Anwohnenden, Clubbetreibenden, stadtpolitischen und queerfeministischen Initiativen, Kulturschaffenden, Umweltverbänden und vielen engagierten Bürger*innen.

    Gemeinsam fordern wir:

    • Einen sofortigen Stopp der Planung des Weiterbaus der A100
    • Eine sofortige Verbesserung der Verkehrssituation in den angrenzenden Kiezen
    • Eine Sperrung oder Teilsperrung des aktuellen Abschnitts – mindestens bis der West-Teil der Elsenbrücke fertig gestellt ist
    • Eine klimagerechte Stadtentwicklung, die den Menschen in den Fokus stellt und nicht Autos
    • Einen Ausstieg aus dem fossilen Denken und mehr Klimaschutz
    • Eine aktive Förderung von Kultur, statt ihrer Verdrängung
    • Sichere Orte für Clubs – mit Perspektiven, Sicherheit und politischer Anerkennung

    Und an dieser Stelle ein ganz fettes DANKE an alle hinter A100 Wegbassen, die diese Demo organisiert haben! Ihr habt die Bahn für ALLE eröffnet. Ihr macht diese kreativen Räume möglich – für Kultur, für Widerstand, für eine nachhaltigere Zukunft! Wir brauchen kein weiteres Milliardengrab für fossile Infrastruktur. Die 1,2 Milliarden Euro für den Autobahnweiterbau sollten besser für nachhaltige Mobilität, Kulturförderung und klimagerechte Stadtentwicklung eingesetzt werden – für eine Stadt, in der wir alle gut leben können.

    Daher: Lasst uns laut sein für das, was uns verbindet: Für unsere Kieze. Für unsere Kultur. Für unser Klima.

    Wir sagen: Bis hierhin – und keinen Meter weiter! Bis hierhin – und keinen Meter weiter!
    Danke.

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    #A100 #Autobahn #Autoverkehr #Berlin #Flächenschutz #Gewässerschutz #Klimaschutz #Mobilitätswende #Verkehrswende

  16. Artenvielfalt, Kleingärten, Verkehr und Wasser in Späthsfelde

    Teil der Diskussions- und Informationsveranstaltung des BUND Berlin zum Dreieck Späthsfelde im Rahmen der Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ war auch ein kleiner Rundgang durch das Gebiet. Vier Stationen widmeten sich den Themen Artenvielfalt, Kleingärten, Verkehr und Wasser.

    Lebensraum für Amphibien

    Station Eins des Rundgangs durch Späthsfelde ist eine eingezäunte Grünfläche an der Chris-Gueffroy-Allee. Nur der Schilfbewuchs verrät, dass sich hier ein Gewässer befindet. Es ist einer von mehreren Teichen, die als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme beim Bau der Teltowkanalautobahn A113 angelegt worden sind. „Wir haben hier mindestens vier verschiedene Amphibienarten, von denen wir wissen“, sagt Nadine Gamrath von der Stiftung Naturschutz Berlin. Dazu gehörten die „typischen Arten“ Teichfrosch und Teichmolch. „Die kommen hier auch in den Kleingärten vor.“

    Zusätzlich kommen in diesem Kleingewässer, das als Ersatz-Laichhabitat angelegt worden ist, Knoblauchkröten vor. „Darüber sind wir sehr glücklich, weil Knoblauchkröten zu den streng geschützten Arten gehören“, sagt Gamrath. „Das ist etwas Besonderes.“ Zudem seien auf Flächen auf der anderen Straßenseite der Chris-Gueffroy-Allee Einzeltiere der Erdkröte nachgewiesen worden.

    Amphibien leben sehr versteckt

    Da Amphibien sehr versteckt lebten sei es sehr wahrscheinlich, dass noch weitere Arten vorkommen, die einfach noch nicht nachgewiesen sind.

    Jeder kann mit dem Artenfinder der Stiftung Naturschutz Berlin seinen Beitrag für den Naturschutz leisten. Fünf einfache Schritte – entdecken, fotografieren/Ton aufnehmen, bestimmen, erfassen und von Expert*innen bestätigen lassen – sorgen dafür, dass auch Laien bei der Dokumentation mithelfen können, die Ergebnisse aber auch fachlich valide sind.

    Gerade Kleingärten, die nur rund drei Prozent der Fläche Berlins ausmachen, seien ein wichtiger Lebensraum für Amphibien, erläutert Gamrath. „Sie haben ganz verschiedene Strukturen. Hecken sieht man ganz oft. Holzstapel, alles mögliche. Und damit bilden sie ein kleines Mosaik an Lebensräumen für verschiedenen Arten“, sagt die Expertin. „Gartenteiche können eine wichtige Rolle spielen.“ Allerdings nur, wenn keine Fische in ihnen leben, da sie den Amphibienlaich fressen.“

    Amphibien sind als sehr sensible Arten aus unterschiedlichen Gründen stark gefährdet. Der Klimawandel spielt eine Rolle, aber auch die Zerschneidung von Naturflächen durch Bebauung oder Verkehrswege. Die Tiere wandern viel zwischen ihrem Landhabitat und ihren Gewässern oder auch zwischen verschiedenen Gewässern. Daher ist es besonders wichtig, relativ große Grünflächen in der Stadt zu erhalten“, sagt Nadine Gamrath.

    Kleingärten in Gefahr

    Nur wenige Schritte weiter berichtet Ramona Schneider, 1. Vorsitzende der Gartenfreunde Treptow, von der Situation der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner in Späthsfelde. Station Zwei ist ein Weg in der Kleingartenkolonie Baumfreunde. „Weiter vorne ist die Siedlung X, nebenan die Kleingartenanlage Pritzer Allee. Gegenüber ist dann Gemütlichkeit 3, Harmonie, Holunderbusch weiter hinten“, sagt Schneider.

    Genau an der Stelle, wo der Weg verläuft soll nach Vorstellungen des Senats eine vierspurige neue Hauptstraße verlaufen. Einst als Südost-Verbindung (SOV) bezeichnet, wird sie nun „Verkehrliche Lösung Späthsfelde“ genannt. Von der Autobahn-Ausfahrt Späthstraße mindestens bis zur Kreuzung Baumschulenstraße und Königsheideweg soll sie führen und den Haken abschneiden, den Späthstraße und Neue Späthstraße derzeit machen.

    „Wenn es dazu kommt, dann sind hier keine Gärten mehr von der Kolonie Baumfreunde. Die fallen alle dem Bau zum Opfer. Auch in den Anlagen Britzer Allee und Lerchenhöhe würden wegfallen“, berichtet Schneider. „Also müssen wir alle zusammenhalten und kämpfen, dass wir alle unsere Gärten behalten können“, sagt sie.

    Kleingärten als sozialer Ort

    Eine Planierung der Kleingärten wäre „überhaupt nicht akzeptabel“, sagt Schneider. „Denn für viele ist ihr Garten so ein bisschen ihre kleine Heimat. Man kennt sich. Und wenn das jetzt auseinandergerissen wird, ist eine große Lücke für viele“, führt sie aus und fügt an: „Das würde mir genauso gehen.“ Weitere Kleingärten würden für den geplanten Wohnungsbau wegfallen.

    „Wir reden hier ja auch von Klimaerwärmung. Wir reden von Umwelt. Wir reden von Erhalt der Natur. Und dafür kämpfen wir auch im Bezirksverband. Wir lassen hier keinen allein. Wir kämpfen gemeinsam und ziehen an einem Strang“, sagt Schreiner. Unklar sei zudem, ob die Pächterinnen und Pächter auch noch für die Beräumung ihrer Grundstücke zahlen müssten.

    Autolawine schon jetzt

    An Station Drei, einen Steinwurf von der Kreuzung Späthstraße/Baumschulenstraße/Königsheideweg entfernt, referiert Harald Moritz vom Fußverkehrs-Fachverband FUSS e.V. über die aktuelle Verkehrssituation und die Senatsplanungen. Zwischen 23.000 und 26.000 Kraftfahrzeuge täglich seien bei den letzten Zählungen auf der Baumschulenstraße registriert worden, berichtet er.

    „Wir haben aber ein großes Verkehrssicherheitsproblem, gerade für Radfahrer und Fußgänger, da es für sie in dem ganzen Gebiet eigentlich gar keine Infrastruktur gibt. Der Nahverkehr steht natürlich mit den Buslinien auch im Stau“, sagt Moritz. Die Kreuzung Chris-Geffroy-Allee und Spätstraße sei im Jahr 2024 auch ein Unfallschwerpunkt gewesen.

    50-Meter-Schneise durch Kleingärten

    Für den Fall, dass tatsächlich 4000 Wohnungen in Späthsfelde gebaut werden sollen, würde auf der neuen Straßenverbindung auch eine Straßenbahntrasse angeordnet. „Die Planer gehen von einer 50 Meter breiten Trasse für Autospuren, Rad- und Fußgängerwege, Tramgleise und das sogenannte Straßenbegleitgrün aus“, sagt Moritz.

    Moritz rechnet vor: 2000 Wohnungen mit durchschnittlich je zwei Bewohnern entsprechen statistisch 12.000 Wegen pro Tag, wenn man durschnittlich drei Wegen pro Bewohner und Tag zugrundelegt. In Treptow-Köpenick werden 26 Prozent aller Wege mit dem Auto zurückgelegt, berlinweit 22 Prozent. Moritz rechnet mit einem Autoverkehrsanteil von einem Viertel der Wege, was 3000 zusätzlichen Autofahrten pro Tag entspräche. Bei 4000 Wohnungen müssten die Zahlen verdoppelt werden.

    Die Straßen sind voll

    „Die Baumschulstraße verträgt auf keinen Fall noch mehr Verkehr“, sagt Moritz. Von daher werde auf die SOV verwiesen.  „Über die haben wir vor 30 Jahren schon gesprochen. Und in 30 Jahren werden wir immer noch drüber reden“, so der Experte. Angesichts der Finanznöte und zahlreicher anderer kostspieliger Straßenbauprojekte des Senats, Ost- und Westumfahrung Köpenick oder TVO, glaubt er nicht an eine absehbare Realisierung. Und unterstreicht: „Ich halte die TVO so oder so für verkehrt.“

    „Man könnte etwas gegen die Belastung in der Baumschulenstraße machen. Man macht es aber nicht“, stellt er fest. Allein schon dadurch, die Freigabezeit für Rechtsabbieger von der Minna-Todenhagen-Brücke auf die B96a Richtung Innenstadt zu reduzieren.

    Auf dem größten Gewässer Berlins

    Zur Wassersituation in Späthsfelde referiert am Königsheideweg schließlich Christian Schweer vom Wassernetz Berlin. Es ist die vierte und letzte Station des Rundgangs. Ein paar Meter tiefer liegt das „Grundwasser Untere Spree“, das größte Gewässer Berlins, „und gleichzeitig ein Gewässer, auf das auch die EU achtet, dass das gut geschützt ist“, wie Schweer erläutert.

    Angesichts der geringen Niederschläge in Berlin – weniger als in Barcelona oder Neapel – sei insbesondere die Schwammfunktion des Bodens als Wasserspeicher sehr wichtig, so Schweer. „Wenn uns das Wasser fehlt, dann fehlt uns auch irgendwann das Trinkwasser“, sagt er.

    Es betrifft aber auch die grundwasserabhängigen Lebensräume. Dazu zählt der angrenzende Wald Königsheide, aber auch die Teiche im Gebiet, die eigentlich von Grundwasser gespeist werden.

    Auch im Grundwasser ist Leben

    „Wo Wasser ist, ist Leben. Da ist die Vielfalt, da sind zum Beispiel bedrohte Amphibien. Was die wenigsten aber wissen, dass das Grundwasser auch selbst lebt. Und das ist so wichtig, weil das Grundwasser-Ökosystem dafür sorgt, dass das Wasser rein bleibt. Das ist wie eine biologische Kläranlage.“, erläutert Schweer.

    Genauso wichtig sei, dass der Boden Wasser weiter durchsickern lasse. „Wir haben hier vor allen Dingen sehr kleine Lücken, die schnell verstopfen. Die Tiere im Grundwasser sorgen mit den Mikroorganismen dafür, dass das Wasser versickern kann, dass es sich weiter bewegen kann, aber auch wieder aufsteigen kann. Und auch, dass die ganzen krankmachenden Keime, die wir auch im Wasser haben, in Schach gehalten werden“, sagt Schweer.

    Aufwändige Suche nach Leben

    Die Suche nach Leben im Grundwasser ist aufwändig, berichtet der Experte. Zehn bis 15 Untersuchungen seien manchmal nötig, um fündig zu werden. Das ist in Späthsfelde inzwischen gelungen. „Solange wir auch nicht wissen, wie es unseren Tieren geht, wenn wir jetzt hier noch weiter versiegeln“, fordert Schweer. Zumal Versiegelung zu einer weiteren Erwärmung des Grundwassers führt – eine Gefahr für das besonders empfindliche Leben im Boden.

    Rückstände aus der Industriegeschichte in Oberschöneweide finden sich auch in Späthsfelde im Grundwasser, darunter Zyanide und Lösungsmittel. „Wir haben selbst bei Untersuchungen festgestellt, dass es Kupfer ein Problem gibt. Und was schon auch erschreckend war, dass wir selbst Mikroplastik unten in 25 Metern Tiefe gefunden haben“, berichtet Schweer. „Also man merkt, da ist schon einiges im Argen.“

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  17. Das Dreieck Späthsfelde ist zu wertvoll für Bebauung

    Das Interesse ist groß. Rund 60 Interessierte versammeln sich am späten Dienstagnachmittag zur Informations- und Diskussionveranstaltung unter dem Titel „Wie wertvoll ist das Dreieck Späthsfelde?“ an den Späth’schen Baumschulen in Treptow-Köpenick.

    Seit der Wende ist Späthsfelde immer wieder im Gespräch für unterschiedliche Bebauungen, sogar ein Hafen war hier einst vorgesehen, erinnert Andrea Gerbode, 1. Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN), bei der Begrüßung der rund 60 Interessierten vor der Späth-Villa.

    Doch nun konkretisieren sich die Senatspläne für eine Bebauung der rund eine Million Quadratmeter großen Fläche mit Kleingärten, Wiesen, Feldern, einem Arboretum und der Späth’schen Baumschule. 2000 bis 4000 Wohnungen und Gewerbeflächen sollen laut den Vorstellungen der Stadtentwicklungsverwaltung entstehen. Als „Dreieck Späthsfelde“ ist es inzwischen eines der 24 neuen Stadtquartiere. Mit einer 2021 erlassenen Vorkaufsrechtsverordnung will sich der Senat die Flächen sichern. Werden Grundstücke verkauft, hat das Land somit nun das Erstzugriffsrecht.

    Hier ein Steckbrief (PDF) des Dreiecks Späthsfelde

     

    „Als Naturschutzverbände haben wir uns auch schon damals positioniert gegen eine Bebauung. Und wenn man gegen etwas ist, ist man natürlich auch für etwas: nämlich für den Erhalt dieser strukturreichen Flächen“, sagt Andrea Gerbode. Sie seien eingebettet in historische Relikte der ursprünglichen Landschaft, wie der Königsheide oder dem Heidekampgraben. Mit dem Bau der Teltowkanalautobahn A113 habe es auch schon eine „erhebliche Inanspruchnahme von Lebensräumen“ gegeben.

    140 Hitzetote in Berlin allein 2025

    Die Informations- und Diskussionsveranstaltung in Späthsfelde ist Teil der BUND-Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt“, sagt Verena Fehlenberg, Stadtnaturschutz-Referentin des BUND Berlin. „Wir hatten zwischen 2022 und 2024 über 600 Hitzetote und selbst in diesem Sommer gingen laut einer Londoner Studie in Berlin 140 Hitzetote auf das Konto erhöhter Temperaturen infolge der Klimakrise“, sagt sie.

    „Gleichzeitig verschwinden die grünen Freiflächen in Berlin“, sagt Fehlenberg. Beispielsweise Parks, Gewässerufer, Friedhöfe,  Bahnrandflächen, Wald und auch Kleingärten. „Auch die Senatsumweltverwaltung beschreibt, dass der Verlust von grünen Flächen in Berlin und die Versiegelung ursächlich ist für den Artenschwund in Berlin“, so die Expertin weiter. So steht es zum Beispiel in der aktuellen Fassung der Berliner Strategie für biologische Vielfalt.

    „Wir haben außerdem das Problem, dass sich immer mehr Menschen immer weniger Grün teilen müssen. Das führt zu Stress“, unterstreicht Fehlenberg.

    Neuer Wohnraum ja – aber nicht so

    „Natürlich brauchen wir bezahlbaren Wohnraum in Berlin“, stellt sie klar. Sie kritisiert allerdings die Art und Weise, wie gebaut wird. Selten werde nach Alternativflächen gesucht, die weniger Naturzerstörung verursachen würden. Auch werde nicht unbedingt flächensparend gebaut. „Wir haben circa 1,7 Millionen Quadratmeter Bürofläche, die leer steht“, nennt sie eines der Potenziale, um ohne Neuversiegelung Wohnraum zu schaffen. Also alles Potenziale, die man erstmal nutzen könnte.

    „Bisher war es so, dass der Neubau nicht wirklich dazu beigetragen hat, dass die Mieten gesunken sind. Ganz im Gegenteil, die Mieten sind weiter gestiegen“, spricht Fehlenberg auch die soziale Komponente der Wohnraumversorgung an.

    Treptow-Köpenicker Stadträtin ist gegen Senatspläne

    „Seit 2021 beschäftige ich mich intensiv auch mit dem Dreieck Späthsfelde und das durchaus sehr kritisch“, sagt Claudia Leistner, Stadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt in Treptow-Köpenick. Es gebe durchaus viel Wohnungsbau im Bezirk, so die Grünen-Politikerin. „Wir haben in diesem Jahr die 300.000 Einwohnerinnen- und Einwohnermarke geknackt.“

    „Das Dreieck Späthsfelde sehe ich aus vielerlei Gründen kritisch. Und das habe ich dem Senat auch immer wieder sehr deutlich gemacht, dass ich das kritisch sehe. Zum einen ist das hier aus meiner Sicht kein klassisches Entwicklungsgebiet. Wir haben hier die gewachsenen Kleingärtenanlagen“, sagt Claudia Leistner.

    „Wir verlieren Kleingartenanlagen, die für die Menschen nicht nur eine ökologische Funktion erfüllen, sondern die ja auch eine ganz wesentliche soziale Funktion erfüllen“, so die Stadträtin. „Wir als Bezirk setzen uns dafür ein, dass die Kleingartenanlagen erhalten bleiben. Nicht nur hier, sondern auch an anderer Stelle.“

    Freiflächen sind wertvoll

    Man setze sich im Bezirk „sehr intensiv mit dem Thema Freiflächen“ auseinander, sagt Leistner. Aktuell werde die „Strategie Grün“ erarbeitet. Wenn immer mehr Wohnungsbau entstehe, brauche es die Freiflächen für die Erholung der Menschen, aber auch als Hitzeschutz. Ebenso angesichts zunehmender Starkregenereignisse und längerer Trockenperioden.

    Die Späth’schen Baumschulen seien ein „Wahrzeichen des Bezirks“, zudem sei die Verkehrsanbindung „sehr schwierig“ – die Späth- und Baumschulenstraße sind überlastet. „Und dafür gibt es bisher aus meiner Sicht auch ehrlicherweise keine Lösung. Und auch nicht eine Lösung, die ich bisher in den Plänen gesehen habe, die seitens des Senats gezeigt werden. Und das haben wir auch immer in den Gesprächen deutlich gemacht, dass wir das sehr kritisch sehen“, so Leistner weiter.

    „Auch wenn wir eine kritische Haltung zu dem Gebiet haben, halte ich es für richtig, dass wir uns als Bezirk mit einbringen, damit wir auch gehört werden, damit wir unsere Haltung mit einbringen können“, sagt Claudia Leistner.

    Die Stadträtin skizziert schließlich die Vision des Bezirks Treptow-Köpenick für Späthsfelde: „Wir sehen die Möglichkeit zum einen darin, dass man diese Flächen nutzt als potenzielle Ausgleichsflächen, nämlich für Wohnungsbau an anderer Stelle. Wir sehen durchaus auch eine gewerbliche Entwicklung, aber entlang der Autobahn. Das ist auch so in unserem Wirtschaftsflächenkonzept hinterlegt.“

    Verkehrslösung muss Mobilitätsgesetz entsprechen

    Man habe immer gesagt: „Eine verkehrliche Anbindung muss dem Mobilitätsgesetz entsprechen. Das heißt, es muss ausreichend Platz für Rad- und Fußverkehr sein und sie muss vor allem das Gebiet entlasten. Es kann nicht sein, dass das Gebiet immer weiter belastet wird.“

    Die Späth’schen Baumschulen seien „wirklich ein kulturelles, ökologisches Highlight hier bei uns im Bezirk. Wir als Bezirk stellen uns dahinter und sagen: Die müssen erhalten bleiben.“

    Leistners Fazit: „Ich glaube, dass es sinnvoll ist, Wohnungsbau woanders entstehen zu lassen.“

    Gebrochene Senatsversprechen

    Gert Schoppa, Präsident des Landesverbands Berlin der Gartenfreunde, drückt zunächst seine Freude aus, dass die Position des Bezirks Treptow-Köpenick und der Kleingärtner ähnlich sein. „Denn ich habe immer erklärt, dass wir uns nirgendwo in der Stadt gegen eine Entwicklung in dieser Stadt stellen.“

    „Es muss sozial und ökologisch gerecht zugehen“, sagt Schoppa. Der zweite Entwurf der Voruntersuchungen der Senatsstadtentwicklungsverwaltung entspreche jedoch „in keiner Art und Weise dem, was uns noch letztes Jahr zum Tag des Gartens an gleicher Stelle vom zuständigen Stadtentwicklungssenator zugesichert und versprochen wurde“. Senator Christian Gaebler (SPD) hatte zugesichert, dass die Kleingärten nicht angetastet werden.

    Unsichere Kleingärtensicherung

    Schoppa kommt auf das Kleingärtensicherungsgesetz zu sprechen, dessen Entwurf vom Senat bereits beschlossen und bereits dem Rat der Bürgermeister vorgelegt worden ist. Die Bezirksbürgermeisterinnen und -bürgermeister teilten die Forderung der Gartenfreude, „eine unglückliche Formulierung im Gesetzentwurf nochmal zu präzisieren“.

    Das Gesetz soll Kleingartenflächen in Eigentum des Landes weitgehend vor Bebauung schützen, mit der Ausnahme von Flächen mit „fortgeschrittenen Planungen“, was einen weiten Auslegungsraum ermöglicht. Der Kleingartenverband fordert eine Präzisierung, dass es dabei nur um Flächen mit so konkreten Bauplänen gehen darf, dass eine Öffentlichkeitsbeteiligung laut Baugesetzbuch vorgeschrieben ist. „Das ist hier noch nicht der Fall im Späth’schen Dreieck“, sagt Schoppa. „Aber die Verwaltung ist nun auf die Idee gekommen, das vielleicht noch zu ergänzen mit der Bemerkung, es trifft auch nicht zu auf alle die Flächen, wo es Vorkaufsrechtsverordnungen gibt“, so Schoppa weiter. Die gibt es für Späthsfelde bekanntlich seit 2021.

    „Es geht hier natürlich um Ökologie, es geht um Naturschutz, es geht um viel Biodiversität in diesem Gebiet. Aber es geht vor allen Dingen eben auch um die sozialen Strukturen, die nicht zerstört werden dürfen. Denn der Mensch gehört zur Natur und zur Umwelt dazu“, sagt Gert Schoppa.

    Teil zwei des Berichts finden Sie hier!

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  18. Tempelhofer Feld: Symbol für Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung in Berlin

    Die Auftakt-Veranstaltung zur BUND-Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ gegen die Bebauung von Freiflächen in Berlin am Freitagnachmittag ist auf reges Interesse gestoßen. Thema war der Wert des Tempelhofer Feldes. Die Veranstaltung fand unter freiem Himmel auf den Flächen des Gemeinschaftsgartens Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld statt. Zahlreiche Interessierte verfolgten die Informationsbeiträge und die Podiumsdiskussion und konnten sich mit eigenen Fragen in die Diskussion einbringen.

    Zu Gast waren die Stadtentwicklungsexperten der Grünen- und der SPD-Fraktion, Julian Schwarze und Mathias Schulz, zudem Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Prof. Dr. Aletta Bonn, Berliner Landesbeauftrage für Naturschutz und Landschaftspflege sowie Andrea Gerbode, Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN). Moderiert wurde die Runde von Tilmann Heuser, ehemaliger Geschäftsführer des BUND Berlin und Tempelhofer-Feld-Experte. Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Gabi Jung, Geschäftsführerin des BUND Berlin.

    Naturschutz nachrangig bei Planungen

    „Wir als Naturschutzverbände müssen bei der Beteiligung von Planvorhaben immer wieder feststellen, dass die Ziele des Natur- und Umweltschutzes, so wie sie ja eigentlich im Landschaftsprogramm vorgesehen sind, in der Planung weggewogen werden“, sagte Andrea Gerbode, Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz.

    Dass auch das Konzept der sogenannten Ausgleichsflächen letztlich nicht den Verlust an grünen Fleiflächen durch Bauprojekte kompensieren kann, erläuterte Gerbode am Beispiel des St.-Thomas-Friedhofs an der Hermannstraße. Der sei umgewidmet worden zu einer Grünfläche als Ausgleichsmaßnahme für den Bau des kürzlich eröffneten 16. Bauabschnitts der A100 zum Treptower Park.

    Flächenverlust bedroht Artenvielfalt

    „Aber im Ergebnis haben wir natürlich einen Flächenverlust. Wir haben einen Verlust an Biodiversität. Und wir haben natürlich keinen Ausgleich, sondern einfach nur eine Umwidmung einer Fläche“, verdeutlichte Gerbode. Und kam auf die Folgen zu sprechen: „Dieser Flächenverlust ist natürlich der Hauptgrund, warum Wildtiere und Pflanzen in Berlin aussterben. Davon betroffen sind und auf der Rote Liste stehen 75 Prozent der Amphibienarten, 40 Prozent aller Bienen- und Wespenarten und 30 Prozent aller Pilzarten.“

    Tempelhofer Feld – auch ein Symbol für direkte Demokratie

    „Das Tempelhofer Feld an sich ist mehr als eine Grünfläche. Und das ist auch das, worüber ich heute sprechen möchte“, sagte Anita Möller vom Vorstand der Initiative 100% Tempelhofer Feld e.V. „Es ist nämlich auch ein Symbol für die direkte Demokratie, für die Bürgerbeteiligung und für das Bürgerengagement in dieser Stadt. Und auch für das Vertrauen in Politik. 2014 haben wir den Volksentscheid gehabt, in dem eine klare Mehrheit gesagt hat, das Feld bleibt unbebaut“, führte sie aus.

    „Seitdem sehen wir aber immer wieder das gleiche politische Muster: Der Volksentscheid wird relativiert und ignoriert. Es gibt Beteiligungsverfahren, Dialogwerkstätten, Ideenwettbewerb. Jedes Mal wird sich pro Feld ausgesprochen. Und trotzdem gibt es den Reflex einer ständigen Bebauung“, so Möller weiter.

    Feld ist noch wertvoller geworden

    „Die Zeit ist aber seit 2014 nicht stehen geblieben. Das Feld ist einfach noch wertvoller geworden. Es ist beliebter denn je. Die Besucherzahlen haben sich verdreifacht. Und an Tagen wie heute und auch ohne Events sind hier bis zu 90.000 Menschen“, berichtete Möller

    „Eine Teilbebauung ist nicht möglich, weil dann zerstört man das gesamte System des Tempelhofer Feldes“, unterstrich sie. „Das Hauptproblem, das wir haben, ist, dass der Volksentscheid unterlaufen wird. Und das ist ein Angriff auf die Glaubwürdigkeit der Politik.“

    SPD will Bebaaung weiter prüfen

    Als einzige Person auf der Bühne sprach sich der SPD-Politiker Mathias Schulz für die Prüfung einer Teilbebauung des Tempelhofer Feldes aus. „Wir reden nicht über eine großflächige Randbebauung, wie das möglicherweise mal vor zehn oder noch länger Jahren der Fall gewesen ist. Ich finde, der Begriff Randbebauung löst auch ein Fehlbild, ehrlicherweise, aus“, sagte Schulz.

    „Ich glaube auch, dass es irreal ist, dass das Feld einen relevanten Beitrag zur Entspannung der Wohnungsmarktsituation beiträgt, weil niemand darüber vorschlägt, hier 15.000 Wohnungen zu bauen“, so Schulz weiter. „Das würde ich auch nicht machen, weil ich es falsch finde. Aber da, wo es einen S-Bahnhof gibt, mit einer hohen Verdichtung, heute bereits in Tempelhof, mit einer guten Anbindung an den Verkehr, kann man über einen untergeordneten Beitrag möglicherweise etwas von Kompromiss reden.“

    Im Verlauf der Diskussion ordnete Schulz das Tempelhofer Feld als eine langfristige Option für möglichen Wohnungsbau ein. „Wir haben hohe Flächenreserven in der Stadt, deswegen reden wir hier auch ja nicht, dass hier der nächste Bagger rollen soll, das ist ja völlig verrückt. Wir reden über Perspektiven von 15, 20 Jahren, noch länger hinaus.“ Es handele sich um „Perspektiven – da bin ich wahrscheinlich gar nicht mehr im Abgeordnetenhaus, wo hier überhaupt mal eine Realisierungsoption sein könnte.“

    Senat muss Bürgerbeteiligung sicherstellen

    Zudem erklärte er, dass nun der Senat am Zuge sei, die versprochene Bürgerbeteiligung bei einer Entscheidung über mögliche Wohnungsbaupläne zu gewährleisten. „Die Frage, ob was gemacht wird, ist ja gar nicht entschieden. Auch der Ideenwettbewerb war nicht dafür da, überhaupt zu entscheiden. Die Bürgerbeteiligung muss jetzt noch kommen, das ist vereinbart worden und dabei warte ich auch ein bisschen auf den Senat, was er dann Vorschläge macht. Das ist aber das, was vereinbart ist, dass wir natürlich den Volksentscheid, den es gibt, respektieren. Wir haben immer gesagt, wir werden das nicht mal eben im Parlament beschließen. Das ist auch nicht das, was vereinbart ist und deswegen warte ich auf den Vorschlag vom Senat, wie er das lösen möchte. Jetzt sind nur die Ziele da, was man sich vorstellen kann, ob das kommt, ist offen“, so Schulz wörtlich.

    Grüne stabil gegen Bebauung

    „Wir lehnen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes ab und sprechen uns für die 100-Prozent-Variante des bisherigen Gesetzentwurfes aus“, unterstrich Julian Schwarze gleich zu Beginn seines Redebeitrags. Er ist stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus. „Es kann natürlich sein, dass in 10 Jahren, in 15 Jahren, in 5 Monaten die Stadtgesellschaft zusammen sagt, hier müssen wir einen Halbsatz ändern, weil da irgendwie was ermöglicht werden muss im Sinne einer Grünflächennutzung“, erklärte er.

    Zur Debatte um eine Teil- oder Vollbepflanzung des Feldes mit Bäumen stellte er allerdings klar: „Es ist auch ein Naturraum, der in der Wiesenlandschaft nicht funktioniert, wenn ich da einen Wald draufpflanze. Und das hätte auch einen Effekt auf das Stadtklima. Weil es sich zwar als Wiesenfläche, wenn es wie heute sehr heiß ist, aufheizt, aber dann halt auch sehr schnell wieder abkühlt. Und das Tempelhofer Feld auch eine Frischluftschneise für die Stadt ist, die ich auch zerschneide, wenn ich an die Ränder Wohngebäude hinstelle.“

    Großprojekte tragen wenig zum aktuellen Bedarf bei

    „Es wird überall gebaut, es gibt große Baufelder, aber es wird so gut wie nichts fertig. Das ist jetzt auch gar kein Vorwurf, es ist einfach nur eine Feststellung“, sagte Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins und führte als Beispiel das geplante Stadtquartier Blankenburger Süden an. „Ein großes Baufeld, das schon seit vielen Jahren in der Planung, in der Mache, in der Bürgerbeteiligung ist, da sollen 2029 die ersten Wohnungen bezugsfertig sein.“ Bis dahin vergingen also immer noch über vier Jahre. „Daran sieht man, dass die großen Baufelder in Berlin jetzt aktuell bei dem Bedarf, den wir haben, wenig nützen. Ich sage nicht gar nichts, aber sie nützen wenig.“

    „Wir müssen eben in der Bestandsentwicklung weiterkommen. Also dort müssen die Lücken geschlossen werden, da muss der Abriss verhindert werden von leistbarem Wohnraum, da müssen versiegelte Flächen bebaut werden. Ja, die müssen tatsächlich auch gebaut werden, weil da jetzt Autos stehen und die nützen niemandem.“ Es gehe um ein Potenzial von zehntausenden Wohnungen in umnutzbaren Gewerbegebäuden allein innerhalb des S-Bahn-Rings. „Abriss muss verhindert werden, da entsteht nämlich nichts, was Sie und ich mir leisten könnten.“

    „Wir brauchen diese symbolische Bebauung nicht“, so Bartels Fazit. „Unser Blick richtet sich eher so, oder meiner, wie Sie möchten, auf das riesige Gebäude.“

    Naturkühlschrank Tempelhofer Feld

    „Das Tempelhofer Feld ist tatsächlich die kälteste Fläche in ganz Berlin nachts und natürlich nicht tagsüber. Da ist dann so etwas wie ein Tiergarten, der bewaldet ist, wesentlich kühler. Deswegen unterstützen wir das als Fachbeirat auch, dass die Ränder tatsächlich Aufenthaltsqualität durch Gestaltung durch Grünflächen und vielleicht auch blaue Flächen haben können“, sagte Prof. Dr. Aletta Bonn, Berliner Landesbeauftrage für Naturschutz und Landschaftspflege.

    Die kühlende Funktion des Feldes würde verloren gehen, wenn man hier Bäume pflanzen würde. Man braucht offene Flächen und auch Brachen. Bonn sehe den häufig negativ konnotierten Begriff Brache als sehr positiv an. „Ich zähle schon die ganze Zeit, wie viele Schmetterlingsarten ich hier sehe. Das ist einfach fantastisch. Das würde man sonst nicht haben.“

    „Was mich auch fasziniert und weswegen ich gerne Berlinerin bin und was mich wirklich anrührt, ist, dass die Berliner für ihre Grünflächen eingestanden haben“, sagte sie mit Bezug auf den Volksentscheid zum Tempelhofer Feld. „Deswegen verstehe ich absolut das Argument, dass man sagt, wenn man daran rüttelt, das wäre ein absoluter Vertrauensverlust in die Politik.“

    Der Central Park Berlins

    „Man würde auch in New York nicht sagen, beim Central Park, naja, da könnte man so ein paar Häuser hinbauen. Dieses Tafelsilber sollten wir nicht zerstören. Das Tempelhofer Feld ist sowas wie der Central Park von Berlin“, verdeutlichte Bonn. „Und man sollte darauf stolz sein und das auch international feiern und auch wie hier gemeinsam Grünflächen gestalten wird und wie hier zum Beispiel auch positive Impulse rausgehen.“

    Prof. Dr. Aletta Bonn thematisierte auch ein weiteres großes Versiegelungsprojekt in der Stadt: den geplanten Bau der Hochleistungsstraße TVO durch die Wuhlheide: „Möchte man noch einen Hitzedolch in die Stadt bauen? Möchte man noch mehr Autos in der Stadt haben? Trägt das zur Gesundheit, zur langfristigen, resilienten, gesunden Stadtentwicklung bei?“, fragte sie.

    Leerstelle Flughafengebäude

    Mehrere Redner*innen sprachen auch auch das in großen Teilen ungenutzte und unsanierte Bestandsgebäude des Flughafens Tempelhofs im Speziellen und im Allgemeinen die äußerst geringe Quote an Umnutzungen von Bestandsgebäuden.

    „Da fehlt es unseres Erachtens nach schon an maßgeschneiderten Förderprogrammen. Die Bezirke müssten tatsächlich auf die Eigentümer zugehen. Aber auch der Senat müsste erstmal Förderprogramme auflegen“, sagte Sebastian Bartels vom Berliner Mieterverein. „Klar, Geld ist knapp, aber es wäre für einen guten Zweck. Denn was dort entstehen könnte, wäre dann nicht mehr auf der grünen Wiese nötig. Und insofern könnte man sogar diese Fördermittel binden oder knüpfen an eben sozial leistbare Mieten.“

    Praktisch erläutert Grünen-Politiker Julian Schwarze, warum Umnutzungen nicht nur beim Tempelhofer Flughafengebäude nicht energisch angegangen werden: „Weil es einfacher ist, eine freie Fläche zu bebauen, als einen Bestand umzubauen oder mit einzelnen Lösungen in komplizierte Umgebungen reinzugehen ist es für viele immer reizvoller zu sagen, da kann ich vom Reißbrett planen, da steht nicht irgendwas im Wege, da ist nicht irgendein altes Gebäude, mit dem ich mich befassen muss.“ Es sei „sehr viel sinnvoller, den Bestand umzubauen“ und er frage sich auch „seit einer Weile, warum über das Tempelhofer Feld immer schön diskutiert wird und das Gebäude dann immer so stiefmütterlich an die Seite geschoben wird“.

    In seinen Augen ein großer Fehler: „Das wird hinten raus nur noch teurer und in der Situation, in der wir jetzt sind, ist es noch fataler, diese Ressourcen nicht anzugehen und zu überlegen: Was geht?. Vielleicht ist sogar auch als Modellprojekt zu sehen, wie kombinieren wir das mit einem Denkmalschutz, der dem Klimawandel gerecht wird und nicht umgekehrt.“

    Für SPD-Politiker Mathias Schulz liegt die unterlassene Nutzbarmachung vor allem am Berliner Geldmangel. „Das betrifft mehrere Großprojekte des Landes, das ICC ist auch so ein Ding, was hier an rumsteht, weil das Land kein Geld dafür hat, um es zu sanieren.“ Er sei gespannt, was im laufenden Wettbewerbsverfahren für eine private Beteiligung am ICC herauskomme. Für das Flughafengebäude sei ein Finanzierungsbedarf von über zwei Milliarden Euro für Sanierung und Herrichtung ermittelt worden. Dabei sei nur ein Bruchteil der Flächen im Gebäude überhaupt nutzbar.

    Bauausstellung als Chance für eine resiliente Stadt

    Aletta Bonn sieht in der für das Jahr 2034 ins Auge gefassten Internationalen Bauausstellung (IBA) eine große Chance, dieses Defizit in der Berliner Stadtentwicklung anzugehen.  Am Donnerstag habe es dazu einen Workshop der Senatsstadtentwicklungsverwaltung gegeben. Man solle zum Beispiel im Rahmen der IBA einen Architekturwettbewerb für eine Nutzung des Flughafengebäudes andenken, schlägt sie vor, – „da gibt es dann ja auch Gelder“.

    „Auf der grünen Wiese bauen, das ist ja einfach, das kann jeder, kann jede IBA“, sagte Bonn. „Wir wollen was Besonderes machen in Berlin, wir gehen in die Flächen, die eben gerade schwierig sind, wo es zum Beispiel Umweltgerechtigkeitsprobleme, Klimaprobleme gibt und so weiter“, schwebt ihr als generelle Ausrichtung der IBA vor. „Das heißt ja nicht immer, dass man irgendwas neu baut. Man kann umbauen und man kann aber auch Grünflächen, blau-grüne Infrastruktur bauen, damit unsere Stadt zukunftsresilient und vor allen Dingen auch absolut lebendig und lebenswert bleibt, auch bei einem sich erhitzenden Klima.“

    Für SPD-Mann Mathias Schulz wäre eine Bauausstellung „eine wunderbare Chance“, wenn man sie richtig aufsetzt. Die Transformation der Stadt müsse eine „zentrale Rolle“ bei so einer IBA spielen. „Die Flächen, die versiegelt sind, die untergenutzt sind und so weiter und so mehr, die müssen angeschaut werden, wie wir da Stadt weiterentwickeln können“, unterstrich er. „Und das betrifft nicht nur Parkplatzflächen, das betrifft möglicherweise sogar ganze Straßen und auch ehemalige Autobahnen in der Stadt.“ Man könne „ruhig mutiger vorausdenken: Diese ehemalige A104 braucht eigentlich kein Mensch und da können wir uns durchaus Stadt weiterentwickeln und ein neues Stadtquartier entwickeln, wo wir auf versiegelten Flächen Wohnungen errichten. Der Rest wird begrünt und Freiraum sein.“

    Gemeinschaftsgärten nicht dauerhaft gesichert

    „Es gibt keinen anderen Ort in der Großstadt, in der Metropole, wo man sagt, ich gehe aufs Feld“, sagte zum Abschluss der Veranstaltung Kristin Hensel, Sprecherin des Vereins Allmende-Kontor. Bis auf die drei derzeit auf dem Feld existierenden seien keine weiteren Allmendegärten entstanden. „Würden mehr und mehr diese Flächen oder auch Almendegärten oder Gärten allgemein in der ganzen Stadt entstehen, glaube ich, wir wären also eine zufriedenere Stadt„, so Hensel weiter.

    „Die urbanen Gärten, auch hier auf dieser Fläche, sind nach wie vor temporär. Wir haben zwar Wurzeln geschlagen, aber wir haben immer noch nur Jahresverträge. Also wir sind hier ebenfalls nicht gesichert“, berichtete sie. „Wir halten auf unserem Vereinskonto immer Rücklagen für einen möglichen Rückbau. Das ist der Zustand von urbanen Gärten, die in keinen Flächenkataster geführt sind, die immer nur temporär sind und die als erste sozusagen verschwinden, wenn irgendwelche Interessen kommen.“

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  19. Tempelhofer Feld: Symbol für Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung in Berlin

    Die Auftakt-Veranstaltung zur BUND-Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ gegen die Bebauung von Freiflächen in Berlin am Freitagnachmittag ist auf reges Interesse gestoßen. Thema war der Wert des Tempelhofer Feldes. Die Veranstaltung fand unter freiem Himmel auf den Flächen des Gemeinschaftsgartens Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld statt. Zahlreiche Interessierte verfolgten die Informationsbeiträge und die Podiumsdiskussion und konnten sich mit eigenen Fragen in die Diskussion einbringen.

    Zu Gast waren die Stadtentwicklungsexperten der Grünen- und der SPD-Fraktion, Julian Schwarze und Mathias Schulz, zudem Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Prof. Dr. Aletta Bonn, Berliner Landesbeauftrage für Naturschutz und Landschaftspflege sowie Andrea Gerbode, Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN). Moderiert wurde die Runde von Tilmann Heuser, ehemaliger Geschäftsführer des BUND Berlin und Tempelhofer-Feld-Experte. Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Gabi Jung, Geschäftsführerin des BUND Berlin.

    Naturschutz nachrangig bei Planungen

    „Wir als Naturschutzverbände müssen bei der Beteiligung von Planvorhaben immer wieder feststellen, dass die Ziele des Natur- und Umweltschutzes, so wie sie ja eigentlich im Landschaftsprogramm vorgesehen sind, in der Planung weggewogen werden“, sagte Andrea Gerbode, Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz.

    Dass auch das Konzept der sogenannten Ausgleichsflächen letztlich nicht den Verlust an grünen Fleiflächen durch Bauprojekte kompensieren kann, erläuterte Gerbode am Beispiel des St.-Thomas-Friedhofs an der Hermannstraße. Der sei umgewidmet worden zu einer Grünfläche als Ausgleichsmaßnahme für den Bau des kürzlich eröffneten 16. Bauabschnitts der A100 zum Treptower Park.

    Flächenverlust bedroht Artenvielfalt

    „Aber im Ergebnis haben wir natürlich einen Flächenverlust. Wir haben einen Verlust an Biodiversität. Und wir haben natürlich keinen Ausgleich, sondern einfach nur eine Umwidmung einer Fläche“, verdeutlichte Gerbode. Und kam auf die Folgen zu sprechen: „Dieser Flächenverlust ist natürlich der Hauptgrund, warum Wildtiere und Pflanzen in Berlin aussterben. Davon betroffen sind und auf der Rote Liste stehen 75 Prozent der Amphibienarten, 40 Prozent aller Bienen- und Wespenarten und 30 Prozent aller Pilzarten.“

    Tempelhofer Feld – auch ein Symbol für direkte Demokratie

    „Das Tempelhofer Feld an sich ist mehr als eine Grünfläche. Und das ist auch das, worüber ich heute sprechen möchte“, sagte Anita Möller vom Vorstand der Initiative 100% Tempelhofer Feld e.V. „Es ist nämlich auch ein Symbol für die direkte Demokratie, für die Bürgerbeteiligung und für das Bürgerengagement in dieser Stadt. Und auch für das Vertrauen in Politik. 2014 haben wir den Volksentscheid gehabt, in dem eine klare Mehrheit gesagt hat, das Feld bleibt unbebaut“, führte sie aus.

    „Seitdem sehen wir aber immer wieder das gleiche politische Muster: Der Volksentscheid wird relativiert und ignoriert. Es gibt Beteiligungsverfahren, Dialogwerkstätten, Ideenwettbewerb. Jedes Mal wird sich pro Feld ausgesprochen. Und trotzdem gibt es den Reflex einer ständigen Bebauung“, so Möller weiter.

    Feld ist noch wertvoller geworden

    „Die Zeit ist aber seit 2014 nicht stehen geblieben. Das Feld ist einfach noch wertvoller geworden. Es ist beliebter denn je. Die Besucherzahlen haben sich verdreifacht. Und an Tagen wie heute und auch ohne Events sind hier bis zu 90.000 Menschen“, berichtete Möller

    „Eine Teilbebauung ist nicht möglich, weil dann zerstört man das gesamte System des Tempelhofer Feldes“, unterstrich sie. „Das Hauptproblem, das wir haben, ist, dass der Volksentscheid unterlaufen wird. Und das ist ein Angriff auf die Glaubwürdigkeit der Politik.“

    SPD will Bebaaung weiter prüfen

    Als einzige Person auf der Bühne sprach sich der SPD-Politiker Mathias Schulz für die Prüfung einer Teilbebauung des Tempelhofer Feldes aus. „Wir reden nicht über eine großflächige Randbebauung, wie das möglicherweise mal vor zehn oder noch länger Jahren der Fall gewesen ist. Ich finde, der Begriff Randbebauung löst auch ein Fehlbild, ehrlicherweise, aus“, sagte Schulz.

    „Ich glaube auch, dass es irreal ist, dass das Feld einen relevanten Beitrag zur Entspannung der Wohnungsmarktsituation beiträgt, weil niemand darüber vorschlägt, hier 15.000 Wohnungen zu bauen“, so Schulz weiter. „Das würde ich auch nicht machen, weil ich es falsch finde. Aber da, wo es einen S-Bahnhof gibt, mit einer hohen Verdichtung, heute bereits in Tempelhof, mit einer guten Anbindung an den Verkehr, kann man über einen untergeordneten Beitrag möglicherweise etwas von Kompromiss reden.“

    Im Verlauf der Diskussion ordnete Schulz das Tempelhofer Feld als eine langfristige Option für möglichen Wohnungsbau ein. „Wir haben hohe Flächenreserven in der Stadt, deswegen reden wir hier auch ja nicht, dass hier der nächste Bagger rollen soll, das ist ja völlig verrückt. Wir reden über Perspektiven von 15, 20 Jahren, noch länger hinaus.“ Es handele sich um „Perspektiven – da bin ich wahrscheinlich gar nicht mehr im Abgeordnetenhaus, wo hier überhaupt mal eine Realisierungsoption sein könnte.“

    Senat muss Bürgerbeteiligung sicherstellen

    Zudem erklärte er, dass nun der Senat am Zuge sei, die versprochene Bürgerbeteiligung bei einer Entscheidung über mögliche Wohnungsbaupläne zu gewährleisten. „Die Frage, ob was gemacht wird, ist ja gar nicht entschieden. Auch der Ideenwettbewerb war nicht dafür da, überhaupt zu entscheiden. Die Bürgerbeteiligung muss jetzt noch kommen, das ist vereinbart worden und dabei warte ich auch ein bisschen auf den Senat, was er dann Vorschläge macht. Das ist aber das, was vereinbart ist, dass wir natürlich den Volksentscheid, den es gibt, respektieren. Wir haben immer gesagt, wir werden das nicht mal eben im Parlament beschließen. Das ist auch nicht das, was vereinbart ist und deswegen warte ich auf den Vorschlag vom Senat, wie er das lösen möchte. Jetzt sind nur die Ziele da, was man sich vorstellen kann, ob das kommt, ist offen“, so Schulz wörtlich.

    Grüne stabil gegen Bebauung

    „Wir lehnen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes ab und sprechen uns für die 100-Prozent-Variante des bisherigen Gesetzentwurfes aus“, unterstrich Julian Schwarze gleich zu Beginn seines Redebeitrags. Er ist stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus. „Es kann natürlich sein, dass in 10 Jahren, in 15 Jahren, in 5 Monaten die Stadtgesellschaft zusammen sagt, hier müssen wir einen Halbsatz ändern, weil da irgendwie was ermöglicht werden muss im Sinne einer Grünflächennutzung“, erklärte er.

    Zur Debatte um eine Teil- oder Vollbepflanzung des Feldes mit Bäumen stellte er allerdings klar: „Es ist auch ein Naturraum, der in der Wiesenlandschaft nicht funktioniert, wenn ich da einen Wald draufpflanze. Und das hätte auch einen Effekt auf das Stadtklima. Weil es sich zwar als Wiesenfläche, wenn es wie heute sehr heiß ist, aufheizt, aber dann halt auch sehr schnell wieder abkühlt. Und das Tempelhofer Feld auch eine Frischluftschneise für die Stadt ist, die ich auch zerschneide, wenn ich an die Ränder Wohngebäude hinstelle.“

    Großprojekte tragen wenig zum aktuellen Bedarf bei

    „Es wird überall gebaut, es gibt große Baufelder, aber es wird so gut wie nichts fertig. Das ist jetzt auch gar kein Vorwurf, es ist einfach nur eine Feststellung“, sagte Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins und führte als Beispiel das geplante Stadtquartier Blankenburger Süden an. „Ein großes Baufeld, das schon seit vielen Jahren in der Planung, in der Mache, in der Bürgerbeteiligung ist, da sollen 2029 die ersten Wohnungen bezugsfertig sein.“ Bis dahin vergingen also immer noch über vier Jahre. „Daran sieht man, dass die großen Baufelder in Berlin jetzt aktuell bei dem Bedarf, den wir haben, wenig nützen. Ich sage nicht gar nichts, aber sie nützen wenig.“

    „Wir müssen eben in der Bestandsentwicklung weiterkommen. Also dort müssen die Lücken geschlossen werden, da muss der Abriss verhindert werden von leistbarem Wohnraum, da müssen versiegelte Flächen bebaut werden. Ja, die müssen tatsächlich auch gebaut werden, weil da jetzt Autos stehen und die nützen niemandem.“ Es gehe um ein Potenzial von zehntausenden Wohnungen in umnutzbaren Gewerbegebäuden allein innerhalb des S-Bahn-Rings. „Abriss muss verhindert werden, da entsteht nämlich nichts, was Sie und ich mir leisten könnten.“

    „Wir brauchen diese symbolische Bebauung nicht“, so Bartels Fazit. „Unser Blick richtet sich eher so, oder meiner, wie Sie möchten, auf das riesige Gebäude.“

    Naturkühlschrank Tempelhofer Feld

    „Das Tempelhofer Feld ist tatsächlich die kälteste Fläche in ganz Berlin nachts und natürlich nicht tagsüber. Da ist dann so etwas wie ein Tiergarten, der bewaldet ist, wesentlich kühler. Deswegen unterstützen wir das als Fachbeirat auch, dass die Ränder tatsächlich Aufenthaltsqualität durch Gestaltung durch Grünflächen und vielleicht auch blaue Flächen haben können“, sagte Prof. Dr. Aletta Bonn, Berliner Landesbeauftrage für Naturschutz und Landschaftspflege.

    Die kühlende Funktion des Feldes würde verloren gehen, wenn man hier Bäume pflanzen würde. Man braucht offene Flächen und auch Brachen. Bonn sehe den häufig negativ konnotierten Begriff Brache als sehr positiv an. „Ich zähle schon die ganze Zeit, wie viele Schmetterlingsarten ich hier sehe. Das ist einfach fantastisch. Das würde man sonst nicht haben.“

    „Was mich auch fasziniert und weswegen ich gerne Berlinerin bin und was mich wirklich anrührt, ist, dass die Berliner für ihre Grünflächen eingestanden haben“, sagte sie mit Bezug auf den Volksentscheid zum Tempelhofer Feld. „Deswegen verstehe ich absolut das Argument, dass man sagt, wenn man daran rüttelt, das wäre ein absoluter Vertrauensverlust in die Politik.“

    Der Central Park Berlins

    „Man würde auch in New York nicht sagen, beim Central Park, naja, da könnte man so ein paar Häuser hinbauen. Dieses Tafelsilber sollten wir nicht zerstören. Das Tempelhofer Feld ist sowas wie der Central Park von Berlin“, verdeutlichte Bonn. „Und man sollte darauf stolz sein und das auch international feiern und auch wie hier gemeinsam Grünflächen gestalten wird und wie hier zum Beispiel auch positive Impulse rausgehen.“

    Prof. Dr. Aletta Bonn thematisierte auch ein weiteres großes Versiegelungsprojekt in der Stadt: den geplanten Bau der Hochleistungsstraße TVO durch die Wuhlheide: „Möchte man noch einen Hitzedolch in die Stadt bauen? Möchte man noch mehr Autos in der Stadt haben? Trägt das zur Gesundheit, zur langfristigen, resilienten, gesunden Stadtentwicklung bei?“, fragte sie.

    Leerstelle Flughafengebäude

    Mehrere Redner*innen sprachen auch auch das in großen Teilen ungenutzte und unsanierte Bestandsgebäude des Flughafens Tempelhofs im Speziellen und im Allgemeinen die äußerst geringe Quote an Umnutzungen von Bestandsgebäuden.

    „Da fehlt es unseres Erachtens nach schon an maßgeschneiderten Förderprogrammen. Die Bezirke müssten tatsächlich auf die Eigentümer zugehen. Aber auch der Senat müsste erstmal Förderprogramme auflegen“, sagte Sebastian Bartels vom Berliner Mieterverein. „Klar, Geld ist knapp, aber es wäre für einen guten Zweck. Denn was dort entstehen könnte, wäre dann nicht mehr auf der grünen Wiese nötig. Und insofern könnte man sogar diese Fördermittel binden oder knüpfen an eben sozial leistbare Mieten.“

    Praktisch erläutert Grünen-Politiker Julian Schwarze, warum Umnutzungen nicht nur beim Tempelhofer Flughafengebäude nicht energisch angegangen werden: „Weil es einfacher ist, eine freie Fläche zu bebauen, als einen Bestand umzubauen oder mit einzelnen Lösungen in komplizierte Umgebungen reinzugehen ist es für viele immer reizvoller zu sagen, da kann ich vom Reißbrett planen, da steht nicht irgendwas im Wege, da ist nicht irgendein altes Gebäude, mit dem ich mich befassen muss.“ Es sei „sehr viel sinnvoller, den Bestand umzubauen“ und er frage sich auch „seit einer Weile, warum über das Tempelhofer Feld immer schön diskutiert wird und das Gebäude dann immer so stiefmütterlich an die Seite geschoben wird“.

    In seinen Augen ein großer Fehler: „Das wird hinten raus nur noch teurer und in der Situation, in der wir jetzt sind, ist es noch fataler, diese Ressourcen nicht anzugehen und zu überlegen: Was geht?. Vielleicht ist sogar auch als Modellprojekt zu sehen, wie kombinieren wir das mit einem Denkmalschutz, der dem Klimawandel gerecht wird und nicht umgekehrt.“

    Für SPD-Politiker Mathias Schulz liegt die unterlassene Nutzbarmachung vor allem am Berliner Geldmangel. „Das betrifft mehrere Großprojekte des Landes, das ICC ist auch so ein Ding, was hier an rumsteht, weil das Land kein Geld dafür hat, um es zu sanieren.“ Er sei gespannt, was im laufenden Wettbewerbsverfahren für eine private Beteiligung am ICC herauskomme. Für das Flughafengebäude sei ein Finanzierungsbedarf von über zwei Milliarden Euro für Sanierung und Herrichtung ermittelt worden. Dabei sei nur ein Bruchteil der Flächen im Gebäude überhaupt nutzbar.

    Bauausstellung als Chance für eine resiliente Stadt

    Aletta Bonn sieht in der für das Jahr 2034 ins Auge gefassten Internationalen Bauausstellung (IBA) eine große Chance, dieses Defizit in der Berliner Stadtentwicklung anzugehen.  Am Donnerstag habe es dazu einen Workshop der Senatsstadtentwicklungsverwaltung gegeben. Man solle zum Beispiel im Rahmen der IBA einen Architekturwettbewerb für eine Nutzung des Flughafengebäudes andenken, schlägt sie vor, – „da gibt es dann ja auch Gelder“.

    „Auf der grünen Wiese bauen, das ist ja einfach, das kann jeder, kann jede IBA“, sagte Bonn. „Wir wollen was Besonderes machen in Berlin, wir gehen in die Flächen, die eben gerade schwierig sind, wo es zum Beispiel Umweltgerechtigkeitsprobleme, Klimaprobleme gibt und so weiter“, schwebt ihr als generelle Ausrichtung der IBA vor. „Das heißt ja nicht immer, dass man irgendwas neu baut. Man kann umbauen und man kann aber auch Grünflächen, blau-grüne Infrastruktur bauen, damit unsere Stadt zukunftsresilient und vor allen Dingen auch absolut lebendig und lebenswert bleibt, auch bei einem sich erhitzenden Klima.“

    Für SPD-Mann Mathias Schulz wäre eine Bauausstellung „eine wunderbare Chance“, wenn man sie richtig aufsetzt. Die Transformation der Stadt müsse eine „zentrale Rolle“ bei so einer IBA spielen. „Die Flächen, die versiegelt sind, die untergenutzt sind und so weiter und so mehr, die müssen angeschaut werden, wie wir da Stadt weiterentwickeln können“, unterstrich er. „Und das betrifft nicht nur Parkplatzflächen, das betrifft möglicherweise sogar ganze Straßen und auch ehemalige Autobahnen in der Stadt.“ Man könne „ruhig mutiger vorausdenken: Diese ehemalige A104 braucht eigentlich kein Mensch und da können wir uns durchaus Stadt weiterentwickeln und ein neues Stadtquartier entwickeln, wo wir auf versiegelten Flächen Wohnungen errichten. Der Rest wird begrünt und Freiraum sein.“

    Gemeinschaftsgärten nicht dauerhaft gesichert

    „Es gibt keinen anderen Ort in der Großstadt, in der Metropole, wo man sagt, ich gehe aufs Feld“, sagte zum Abschluss der Veranstaltung Kristin Hensel, Sprecherin des Vereins Allmende-Kontor. Bis auf die drei derzeit auf dem Feld existierenden seien keine weiteren Allmendegärten entstanden. „Würden mehr und mehr diese Flächen oder auch Almendegärten oder Gärten allgemein in der ganzen Stadt entstehen, glaube ich, wir wären also eine zufriedenere Stadt„, so Hensel weiter.

    „Die urbanen Gärten, auch hier auf dieser Fläche, sind nach wie vor temporär. Wir haben zwar Wurzeln geschlagen, aber wir haben immer noch nur Jahresverträge. Also wir sind hier ebenfalls nicht gesichert“, berichtete sie. „Wir halten auf unserem Vereinskonto immer Rücklagen für einen möglichen Rückbau. Das ist der Zustand von urbanen Gärten, die in keinen Flächenkataster geführt sind, die immer nur temporär sind und die als erste sozusagen verschwinden, wenn irgendwelche Interessen kommen.“

    #100THF #AlettaBonn #Artenschutz #Artenvielfalt #Bebauung #Berlin #Biodiversität #BLN #Bürgerbeteiligung #Flächenschutz #Grüne #GrüneFlächenRettenHitzeschutzJetzt_ #Grünflächen #JulianSchwarze #Klimakrise #Klimaschutz #mathiasSchulz #SPD #Stadtentwicklung #Stadtnatur #TempelhoferFeld #Versiegelung #Volksentscheid

  20. Tempelhofer Feld: Symbol für Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung in Berlin

    Die Auftakt-Veranstaltung zur BUND-Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ gegen die Bebauung von Freiflächen in Berlin am Freitagnachmittag ist auf reges Interesse gestoßen. Thema war der Wert des Tempelhofer Feldes. Die Veranstaltung fand unter freiem Himmel auf den Flächen des Gemeinschaftsgartens Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld statt. Zahlreiche Interessierte verfolgten die Informationsbeiträge und die Podiumsdiskussion und konnten sich mit eigenen Fragen in die Diskussion einbringen.

    Zu Gast waren die Stadtentwicklungsexperten der Grünen- und der SPD-Fraktion, Julian Schwarze und Mathias Schulz, zudem Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Prof. Dr. Aletta Bonn, Berliner Landesbeauftrage für Naturschutz und Landschaftspflege sowie Andrea Gerbode, Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN). Moderiert wurde die Runde von Tilmann Heuser, ehemaliger Geschäftsführer des BUND Berlin und Tempelhofer-Feld-Experte. Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Gabi Jung, Geschäftsführerin des BUND Berlin.

    Naturschutz nachrangig bei Planungen

    „Wir als Naturschutzverbände müssen bei der Beteiligung von Planvorhaben immer wieder feststellen, dass die Ziele des Natur- und Umweltschutzes, so wie sie ja eigentlich im Landschaftsprogramm vorgesehen sind, in der Planung weggewogen werden“, sagte Andrea Gerbode, Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz.

    Dass auch das Konzept der sogenannten Ausgleichsflächen letztlich nicht den Verlust an grünen Fleiflächen durch Bauprojekte kompensieren kann, erläuterte Gerbode am Beispiel des St.-Thomas-Friedhofs an der Hermannstraße. Der sei umgewidmet worden zu einer Grünfläche als Ausgleichsmaßnahme für den Bau des kürzlich eröffneten 16. Bauabschnitts der A100 zum Treptower Park.

    Flächenverlust bedroht Artenvielfalt

    „Aber im Ergebnis haben wir natürlich einen Flächenverlust. Wir haben einen Verlust an Biodiversität. Und wir haben natürlich keinen Ausgleich, sondern einfach nur eine Umwidmung einer Fläche“, verdeutlichte Gerbode. Und kam auf die Folgen zu sprechen: „Dieser Flächenverlust ist natürlich der Hauptgrund, warum Wildtiere und Pflanzen in Berlin aussterben. Davon betroffen sind und auf der Rote Liste stehen 75 Prozent der Amphibienarten, 40 Prozent aller Bienen- und Wespenarten und 30 Prozent aller Pilzarten.“

    Tempelhofer Feld – auch ein Symbol für direkte Demokratie

    „Das Tempelhofer Feld an sich ist mehr als eine Grünfläche. Und das ist auch das, worüber ich heute sprechen möchte“, sagte Anita Möller vom Vorstand der Initiative 100% Tempelhofer Feld e.V. „Es ist nämlich auch ein Symbol für die direkte Demokratie, für die Bürgerbeteiligung und für das Bürgerengagement in dieser Stadt. Und auch für das Vertrauen in Politik. 2014 haben wir den Volksentscheid gehabt, in dem eine klare Mehrheit gesagt hat, das Feld bleibt unbebaut“, führte sie aus.

    „Seitdem sehen wir aber immer wieder das gleiche politische Muster: Der Volksentscheid wird relativiert und ignoriert. Es gibt Beteiligungsverfahren, Dialogwerkstätten, Ideenwettbewerb. Jedes Mal wird sich pro Feld ausgesprochen. Und trotzdem gibt es den Reflex einer ständigen Bebauung“, so Möller weiter.

    Feld ist noch wertvoller geworden

    „Die Zeit ist aber seit 2014 nicht stehen geblieben. Das Feld ist einfach noch wertvoller geworden. Es ist beliebter denn je. Die Besucherzahlen haben sich verdreifacht. Und an Tagen wie heute und auch ohne Events sind hier bis zu 90.000 Menschen“, berichtete Möller

    „Eine Teilbebauung ist nicht möglich, weil dann zerstört man das gesamte System des Tempelhofer Feldes“, unterstrich sie. „Das Hauptproblem, das wir haben, ist, dass der Volksentscheid unterlaufen wird. Und das ist ein Angriff auf die Glaubwürdigkeit der Politik.“

    SPD will Bebaaung weiter prüfen

    Als einzige Person auf der Bühne sprach sich der SPD-Politiker Mathias Schulz für die Prüfung einer Teilbebauung des Tempelhofer Feldes aus. „Wir reden nicht über eine großflächige Randbebauung, wie das möglicherweise mal vor zehn oder noch länger Jahren der Fall gewesen ist. Ich finde, der Begriff Randbebauung löst auch ein Fehlbild, ehrlicherweise, aus“, sagte Schulz.

    „Ich glaube auch, dass es irreal ist, dass das Feld einen relevanten Beitrag zur Entspannung der Wohnungsmarktsituation beiträgt, weil niemand darüber vorschlägt, hier 15.000 Wohnungen zu bauen“, so Schulz weiter. „Das würde ich auch nicht machen, weil ich es falsch finde. Aber da, wo es einen S-Bahnhof gibt, mit einer hohen Verdichtung, heute bereits in Tempelhof, mit einer guten Anbindung an den Verkehr, kann man über einen untergeordneten Beitrag möglicherweise etwas von Kompromiss reden.“

    Im Verlauf der Diskussion ordnete Schulz das Tempelhofer Feld als eine langfristige Option für möglichen Wohnungsbau ein. „Wir haben hohe Flächenreserven in der Stadt, deswegen reden wir hier auch ja nicht, dass hier der nächste Bagger rollen soll, das ist ja völlig verrückt. Wir reden über Perspektiven von 15, 20 Jahren, noch länger hinaus.“ Es handele sich um „Perspektiven – da bin ich wahrscheinlich gar nicht mehr im Abgeordnetenhaus, wo hier überhaupt mal eine Realisierungsoption sein könnte.“

    Senat muss Bürgerbeteiligung sicherstellen

    Zudem erklärte er, dass nun der Senat am Zuge sei, die versprochene Bürgerbeteiligung bei einer Entscheidung über mögliche Wohnungsbaupläne zu gewährleisten. „Die Frage, ob was gemacht wird, ist ja gar nicht entschieden. Auch der Ideenwettbewerb war nicht dafür da, überhaupt zu entscheiden. Die Bürgerbeteiligung muss jetzt noch kommen, das ist vereinbart worden und dabei warte ich auch ein bisschen auf den Senat, was er dann Vorschläge macht. Das ist aber das, was vereinbart ist, dass wir natürlich den Volksentscheid, den es gibt, respektieren. Wir haben immer gesagt, wir werden das nicht mal eben im Parlament beschließen. Das ist auch nicht das, was vereinbart ist und deswegen warte ich auf den Vorschlag vom Senat, wie er das lösen möchte. Jetzt sind nur die Ziele da, was man sich vorstellen kann, ob das kommt, ist offen“, so Schulz wörtlich.

    Grüne stabil gegen Bebauung

    „Wir lehnen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes ab und sprechen uns für die 100-Prozent-Variante des bisherigen Gesetzentwurfes aus“, unterstrich Julian Schwarze gleich zu Beginn seines Redebeitrags. Er ist stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus. „Es kann natürlich sein, dass in 10 Jahren, in 15 Jahren, in 5 Monaten die Stadtgesellschaft zusammen sagt, hier müssen wir einen Halbsatz ändern, weil da irgendwie was ermöglicht werden muss im Sinne einer Grünflächennutzung“, erklärte er.

    Zur Debatte um eine Teil- oder Vollbepflanzung des Feldes mit Bäumen stellte er allerdings klar: „Es ist auch ein Naturraum, der in der Wiesenlandschaft nicht funktioniert, wenn ich da einen Wald draufpflanze. Und das hätte auch einen Effekt auf das Stadtklima. Weil es sich zwar als Wiesenfläche, wenn es wie heute sehr heiß ist, aufheizt, aber dann halt auch sehr schnell wieder abkühlt. Und das Tempelhofer Feld auch eine Frischluftschneise für die Stadt ist, die ich auch zerschneide, wenn ich an die Ränder Wohngebäude hinstelle.“

    Großprojekte tragen wenig zum aktuellen Bedarf bei

    „Es wird überall gebaut, es gibt große Baufelder, aber es wird so gut wie nichts fertig. Das ist jetzt auch gar kein Vorwurf, es ist einfach nur eine Feststellung“, sagte Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins und führte als Beispiel das geplante Stadtquartier Blankenburger Süden an. „Ein großes Baufeld, das schon seit vielen Jahren in der Planung, in der Mache, in der Bürgerbeteiligung ist, da sollen 2029 die ersten Wohnungen bezugsfertig sein.“ Bis dahin vergingen also immer noch über vier Jahre. „Daran sieht man, dass die großen Baufelder in Berlin jetzt aktuell bei dem Bedarf, den wir haben, wenig nützen. Ich sage nicht gar nichts, aber sie nützen wenig.“

    „Wir müssen eben in der Bestandsentwicklung weiterkommen. Also dort müssen die Lücken geschlossen werden, da muss der Abriss verhindert werden von leistbarem Wohnraum, da müssen versiegelte Flächen bebaut werden. Ja, die müssen tatsächlich auch gebaut werden, weil da jetzt Autos stehen und die nützen niemandem.“ Es gehe um ein Potenzial von zehntausenden Wohnungen in umnutzbaren Gewerbegebäuden allein innerhalb des S-Bahn-Rings. „Abriss muss verhindert werden, da entsteht nämlich nichts, was Sie und ich mir leisten könnten.“

    „Wir brauchen diese symbolische Bebauung nicht“, so Bartels Fazit. „Unser Blick richtet sich eher so, oder meiner, wie Sie möchten, auf das riesige Gebäude.“

    Naturkühlschrank Tempelhofer Feld

    „Das Tempelhofer Feld ist tatsächlich die kälteste Fläche in ganz Berlin nachts und natürlich nicht tagsüber. Da ist dann so etwas wie ein Tiergarten, der bewaldet ist, wesentlich kühler. Deswegen unterstützen wir das als Fachbeirat auch, dass die Ränder tatsächlich Aufenthaltsqualität durch Gestaltung durch Grünflächen und vielleicht auch blaue Flächen haben können“, sagte Prof. Dr. Aletta Bonn, Berliner Landesbeauftrage für Naturschutz und Landschaftspflege.

    Die kühlende Funktion des Feldes würde verloren gehen, wenn man hier Bäume pflanzen würde. Man braucht offene Flächen und auch Brachen. Bonn sehe den häufig negativ konnotierten Begriff Brache als sehr positiv an. „Ich zähle schon die ganze Zeit, wie viele Schmetterlingsarten ich hier sehe. Das ist einfach fantastisch. Das würde man sonst nicht haben.“

    „Was mich auch fasziniert und weswegen ich gerne Berlinerin bin und was mich wirklich anrührt, ist, dass die Berliner für ihre Grünflächen eingestanden haben“, sagte sie mit Bezug auf den Volksentscheid zum Tempelhofer Feld. „Deswegen verstehe ich absolut das Argument, dass man sagt, wenn man daran rüttelt, das wäre ein absoluter Vertrauensverlust in die Politik.“

    Der Central Park Berlins

    „Man würde auch in New York nicht sagen, beim Central Park, naja, da könnte man so ein paar Häuser hinbauen. Dieses Tafelsilber sollten wir nicht zerstören. Das Tempelhofer Feld ist sowas wie der Central Park von Berlin“, verdeutlichte Bonn. „Und man sollte darauf stolz sein und das auch international feiern und auch wie hier gemeinsam Grünflächen gestalten wird und wie hier zum Beispiel auch positive Impulse rausgehen.“

    Prof. Dr. Aletta Bonn thematisierte auch ein weiteres großes Versiegelungsprojekt in der Stadt: den geplanten Bau der Hochleistungsstraße TVO durch die Wuhlheide: „Möchte man noch einen Hitzedolch in die Stadt bauen? Möchte man noch mehr Autos in der Stadt haben? Trägt das zur Gesundheit, zur langfristigen, resilienten, gesunden Stadtentwicklung bei?“, fragte sie.

    Leerstelle Flughafengebäude

    Mehrere Redner*innen sprachen auch auch das in großen Teilen ungenutzte und unsanierte Bestandsgebäude des Flughafens Tempelhofs im Speziellen und im Allgemeinen die äußerst geringe Quote an Umnutzungen von Bestandsgebäuden.

    „Da fehlt es unseres Erachtens nach schon an maßgeschneiderten Förderprogrammen. Die Bezirke müssten tatsächlich auf die Eigentümer zugehen. Aber auch der Senat müsste erstmal Förderprogramme auflegen“, sagte Sebastian Bartels vom Berliner Mieterverein. „Klar, Geld ist knapp, aber es wäre für einen guten Zweck. Denn was dort entstehen könnte, wäre dann nicht mehr auf der grünen Wiese nötig. Und insofern könnte man sogar diese Fördermittel binden oder knüpfen an eben sozial leistbare Mieten.“

    Praktisch erläutert Grünen-Politiker Julian Schwarze, warum Umnutzungen nicht nur beim Tempelhofer Flughafengebäude nicht energisch angegangen werden: „Weil es einfacher ist, eine freie Fläche zu bebauen, als einen Bestand umzubauen oder mit einzelnen Lösungen in komplizierte Umgebungen reinzugehen ist es für viele immer reizvoller zu sagen, da kann ich vom Reißbrett planen, da steht nicht irgendwas im Wege, da ist nicht irgendein altes Gebäude, mit dem ich mich befassen muss.“ Es sei „sehr viel sinnvoller, den Bestand umzubauen“ und er frage sich auch „seit einer Weile, warum über das Tempelhofer Feld immer schön diskutiert wird und das Gebäude dann immer so stiefmütterlich an die Seite geschoben wird“.

    In seinen Augen ein großer Fehler: „Das wird hinten raus nur noch teurer und in der Situation, in der wir jetzt sind, ist es noch fataler, diese Ressourcen nicht anzugehen und zu überlegen: Was geht?. Vielleicht ist sogar auch als Modellprojekt zu sehen, wie kombinieren wir das mit einem Denkmalschutz, der dem Klimawandel gerecht wird und nicht umgekehrt.“

    Für SPD-Politiker Mathias Schulz liegt die unterlassene Nutzbarmachung vor allem am Berliner Geldmangel. „Das betrifft mehrere Großprojekte des Landes, das ICC ist auch so ein Ding, was hier an rumsteht, weil das Land kein Geld dafür hat, um es zu sanieren.“ Er sei gespannt, was im laufenden Wettbewerbsverfahren für eine private Beteiligung am ICC herauskomme. Für das Flughafengebäude sei ein Finanzierungsbedarf von über zwei Milliarden Euro für Sanierung und Herrichtung ermittelt worden. Dabei sei nur ein Bruchteil der Flächen im Gebäude überhaupt nutzbar.

    Bauausstellung als Chance für eine resiliente Stadt

    Aletta Bonn sieht in der für das Jahr 2034 ins Auge gefassten Internationalen Bauausstellung (IBA) eine große Chance, dieses Defizit in der Berliner Stadtentwicklung anzugehen.  Am Donnerstag habe es dazu einen Workshop der Senatsstadtentwicklungsverwaltung gegeben. Man solle zum Beispiel im Rahmen der IBA einen Architekturwettbewerb für eine Nutzung des Flughafengebäudes andenken, schlägt sie vor, – „da gibt es dann ja auch Gelder“.

    „Auf der grünen Wiese bauen, das ist ja einfach, das kann jeder, kann jede IBA“, sagte Bonn. „Wir wollen was Besonderes machen in Berlin, wir gehen in die Flächen, die eben gerade schwierig sind, wo es zum Beispiel Umweltgerechtigkeitsprobleme, Klimaprobleme gibt und so weiter“, schwebt ihr als generelle Ausrichtung der IBA vor. „Das heißt ja nicht immer, dass man irgendwas neu baut. Man kann umbauen und man kann aber auch Grünflächen, blau-grüne Infrastruktur bauen, damit unsere Stadt zukunftsresilient und vor allen Dingen auch absolut lebendig und lebenswert bleibt, auch bei einem sich erhitzenden Klima.“

    Für SPD-Mann Mathias Schulz wäre eine Bauausstellung „eine wunderbare Chance“, wenn man sie richtig aufsetzt. Die Transformation der Stadt müsse eine „zentrale Rolle“ bei so einer IBA spielen. „Die Flächen, die versiegelt sind, die untergenutzt sind und so weiter und so mehr, die müssen angeschaut werden, wie wir da Stadt weiterentwickeln können“, unterstrich er. „Und das betrifft nicht nur Parkplatzflächen, das betrifft möglicherweise sogar ganze Straßen und auch ehemalige Autobahnen in der Stadt.“ Man könne „ruhig mutiger vorausdenken: Diese ehemalige A104 braucht eigentlich kein Mensch und da können wir uns durchaus Stadt weiterentwickeln und ein neues Stadtquartier entwickeln, wo wir auf versiegelten Flächen Wohnungen errichten. Der Rest wird begrünt und Freiraum sein.“

    Gemeinschaftsgärten nicht dauerhaft gesichert

    „Es gibt keinen anderen Ort in der Großstadt, in der Metropole, wo man sagt, ich gehe aufs Feld“, sagte zum Abschluss der Veranstaltung Kristin Hensel, Sprecherin des Vereins Allmende-Kontor. Bis auf die drei derzeit auf dem Feld existierenden seien keine weiteren Allmendegärten entstanden. „Würden mehr und mehr diese Flächen oder auch Almendegärten oder Gärten allgemein in der ganzen Stadt entstehen, glaube ich, wir wären also eine zufriedenere Stadt„, so Hensel weiter.

    „Die urbanen Gärten, auch hier auf dieser Fläche, sind nach wie vor temporär. Wir haben zwar Wurzeln geschlagen, aber wir haben immer noch nur Jahresverträge. Also wir sind hier ebenfalls nicht gesichert“, berichtete sie. „Wir halten auf unserem Vereinskonto immer Rücklagen für einen möglichen Rückbau. Das ist der Zustand von urbanen Gärten, die in keinen Flächenkataster geführt sind, die immer nur temporär sind und die als erste sozusagen verschwinden, wenn irgendwelche Interessen kommen.“

    #100THF #AlettaBonn #Artenschutz #Artenvielfalt #Bebauung #Berlin #Biodiversität #BLN #Bürgerbeteiligung #Flächenschutz #Grüne #GrüneFlächenRettenHitzeschutzJetzt_ #Grünflächen #JulianSchwarze #Klimakrise #Klimaschutz #mathiasSchulz #SPD #Stadtentwicklung #Stadtnatur #TempelhoferFeld #Versiegelung #Volksentscheid

  21. Tempelhofer Feld: Symbol für Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung in Berlin

    Die Auftakt-Veranstaltung zur BUND-Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ gegen die Bebauung von Freiflächen in Berlin am Freitagnachmittag ist auf reges Interesse gestoßen. Thema war der Wert des Tempelhofer Feldes. Die Veranstaltung fand unter freiem Himmel auf den Flächen des Gemeinschaftsgartens Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld statt. Zahlreiche Interessierte verfolgten die Informationsbeiträge und die Podiumsdiskussion und konnten sich mit eigenen Fragen in die Diskussion einbringen.

    Zu Gast waren die Stadtentwicklungsexperten der Grünen- und der SPD-Fraktion, Julian Schwarze und Mathias Schulz, zudem Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Prof. Dr. Aletta Bonn, Berliner Landesbeauftrage für Naturschutz und Landschaftspflege sowie Andrea Gerbode, Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN). Moderiert wurde die Runde von Tilmann Heuser, ehemaliger Geschäftsführer des BUND Berlin und Tempelhofer-Feld-Experte. Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Gabi Jung, Geschäftsführerin des BUND Berlin.

    Naturschutz nachrangig bei Planungen

    „Wir als Naturschutzverbände müssen bei der Beteiligung von Planvorhaben immer wieder feststellen, dass die Ziele des Natur- und Umweltschutzes, so wie sie ja eigentlich im Landschaftsprogramm vorgesehen sind, in der Planung weggewogen werden“, sagte Andrea Gerbode, Vorsitzende der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz.

    Dass auch das Konzept der sogenannten Ausgleichsflächen letztlich nicht den Verlust an grünen Fleiflächen durch Bauprojekte kompensieren kann, erläuterte Gerbode am Beispiel des St.-Thomas-Friedhofs an der Hermannstraße. Der sei umgewidmet worden zu einer Grünfläche als Ausgleichsmaßnahme für den Bau des kürzlich eröffneten 16. Bauabschnitts der A100 zum Treptower Park.

    Flächenverlust bedroht Artenvielfalt

    „Aber im Ergebnis haben wir natürlich einen Flächenverlust. Wir haben einen Verlust an Biodiversität. Und wir haben natürlich keinen Ausgleich, sondern einfach nur eine Umwidmung einer Fläche“, verdeutlichte Gerbode. Und kam auf die Folgen zu sprechen: „Dieser Flächenverlust ist natürlich der Hauptgrund, warum Wildtiere und Pflanzen in Berlin aussterben. Davon betroffen sind und auf der Rote Liste stehen 75 Prozent der Amphibienarten, 40 Prozent aller Bienen- und Wespenarten und 30 Prozent aller Pilzarten.“

    Tempelhofer Feld – auch ein Symbol für direkte Demokratie

    „Das Tempelhofer Feld an sich ist mehr als eine Grünfläche. Und das ist auch das, worüber ich heute sprechen möchte“, sagte Anita Möller vom Vorstand der Initiative 100% Tempelhofer Feld e.V. „Es ist nämlich auch ein Symbol für die direkte Demokratie, für die Bürgerbeteiligung und für das Bürgerengagement in dieser Stadt. Und auch für das Vertrauen in Politik. 2014 haben wir den Volksentscheid gehabt, in dem eine klare Mehrheit gesagt hat, das Feld bleibt unbebaut“, führte sie aus.

    „Seitdem sehen wir aber immer wieder das gleiche politische Muster: Der Volksentscheid wird relativiert und ignoriert. Es gibt Beteiligungsverfahren, Dialogwerkstätten, Ideenwettbewerb. Jedes Mal wird sich pro Feld ausgesprochen. Und trotzdem gibt es den Reflex einer ständigen Bebauung“, so Möller weiter.

    Feld ist noch wertvoller geworden

    „Die Zeit ist aber seit 2014 nicht stehen geblieben. Das Feld ist einfach noch wertvoller geworden. Es ist beliebter denn je. Die Besucherzahlen haben sich verdreifacht. Und an Tagen wie heute und auch ohne Events sind hier bis zu 90.000 Menschen“, berichtete Möller

    „Eine Teilbebauung ist nicht möglich, weil dann zerstört man das gesamte System des Tempelhofer Feldes“, unterstrich sie. „Das Hauptproblem, das wir haben, ist, dass der Volksentscheid unterlaufen wird. Und das ist ein Angriff auf die Glaubwürdigkeit der Politik.“

    SPD will Bebaaung weiter prüfen

    Als einzige Person auf der Bühne sprach sich der SPD-Politiker Mathias Schulz für die Prüfung einer Teilbebauung des Tempelhofer Feldes aus. „Wir reden nicht über eine großflächige Randbebauung, wie das möglicherweise mal vor zehn oder noch länger Jahren der Fall gewesen ist. Ich finde, der Begriff Randbebauung löst auch ein Fehlbild, ehrlicherweise, aus“, sagte Schulz.

    „Ich glaube auch, dass es irreal ist, dass das Feld einen relevanten Beitrag zur Entspannung der Wohnungsmarktsituation beiträgt, weil niemand darüber vorschlägt, hier 15.000 Wohnungen zu bauen“, so Schulz weiter. „Das würde ich auch nicht machen, weil ich es falsch finde. Aber da, wo es einen S-Bahnhof gibt, mit einer hohen Verdichtung, heute bereits in Tempelhof, mit einer guten Anbindung an den Verkehr, kann man über einen untergeordneten Beitrag möglicherweise etwas von Kompromiss reden.“

    Im Verlauf der Diskussion ordnete Schulz das Tempelhofer Feld als eine langfristige Option für möglichen Wohnungsbau ein. „Wir haben hohe Flächenreserven in der Stadt, deswegen reden wir hier auch ja nicht, dass hier der nächste Bagger rollen soll, das ist ja völlig verrückt. Wir reden über Perspektiven von 15, 20 Jahren, noch länger hinaus.“ Es handele sich um „Perspektiven – da bin ich wahrscheinlich gar nicht mehr im Abgeordnetenhaus, wo hier überhaupt mal eine Realisierungsoption sein könnte.“

    Senat muss Bürgerbeteiligung sicherstellen

    Zudem erklärte er, dass nun der Senat am Zuge sei, die versprochene Bürgerbeteiligung bei einer Entscheidung über mögliche Wohnungsbaupläne zu gewährleisten. „Die Frage, ob was gemacht wird, ist ja gar nicht entschieden. Auch der Ideenwettbewerb war nicht dafür da, überhaupt zu entscheiden. Die Bürgerbeteiligung muss jetzt noch kommen, das ist vereinbart worden und dabei warte ich auch ein bisschen auf den Senat, was er dann Vorschläge macht. Das ist aber das, was vereinbart ist, dass wir natürlich den Volksentscheid, den es gibt, respektieren. Wir haben immer gesagt, wir werden das nicht mal eben im Parlament beschließen. Das ist auch nicht das, was vereinbart ist und deswegen warte ich auf den Vorschlag vom Senat, wie er das lösen möchte. Jetzt sind nur die Ziele da, was man sich vorstellen kann, ob das kommt, ist offen“, so Schulz wörtlich.

    Grüne stabil gegen Bebauung

    „Wir lehnen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes ab und sprechen uns für die 100-Prozent-Variante des bisherigen Gesetzentwurfes aus“, unterstrich Julian Schwarze gleich zu Beginn seines Redebeitrags. Er ist stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus. „Es kann natürlich sein, dass in 10 Jahren, in 15 Jahren, in 5 Monaten die Stadtgesellschaft zusammen sagt, hier müssen wir einen Halbsatz ändern, weil da irgendwie was ermöglicht werden muss im Sinne einer Grünflächennutzung“, erklärte er.

    Zur Debatte um eine Teil- oder Vollbepflanzung des Feldes mit Bäumen stellte er allerdings klar: „Es ist auch ein Naturraum, der in der Wiesenlandschaft nicht funktioniert, wenn ich da einen Wald draufpflanze. Und das hätte auch einen Effekt auf das Stadtklima. Weil es sich zwar als Wiesenfläche, wenn es wie heute sehr heiß ist, aufheizt, aber dann halt auch sehr schnell wieder abkühlt. Und das Tempelhofer Feld auch eine Frischluftschneise für die Stadt ist, die ich auch zerschneide, wenn ich an die Ränder Wohngebäude hinstelle.“

    Großprojekte tragen wenig zum aktuellen Bedarf bei

    „Es wird überall gebaut, es gibt große Baufelder, aber es wird so gut wie nichts fertig. Das ist jetzt auch gar kein Vorwurf, es ist einfach nur eine Feststellung“, sagte Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins und führte als Beispiel das geplante Stadtquartier Blankenburger Süden an. „Ein großes Baufeld, das schon seit vielen Jahren in der Planung, in der Mache, in der Bürgerbeteiligung ist, da sollen 2029 die ersten Wohnungen bezugsfertig sein.“ Bis dahin vergingen also immer noch über vier Jahre. „Daran sieht man, dass die großen Baufelder in Berlin jetzt aktuell bei dem Bedarf, den wir haben, wenig nützen. Ich sage nicht gar nichts, aber sie nützen wenig.“

    „Wir müssen eben in der Bestandsentwicklung weiterkommen. Also dort müssen die Lücken geschlossen werden, da muss der Abriss verhindert werden von leistbarem Wohnraum, da müssen versiegelte Flächen bebaut werden. Ja, die müssen tatsächlich auch gebaut werden, weil da jetzt Autos stehen und die nützen niemandem.“ Es gehe um ein Potenzial von zehntausenden Wohnungen in umnutzbaren Gewerbegebäuden allein innerhalb des S-Bahn-Rings. „Abriss muss verhindert werden, da entsteht nämlich nichts, was Sie und ich mir leisten könnten.“

    „Wir brauchen diese symbolische Bebauung nicht“, so Bartels Fazit. „Unser Blick richtet sich eher so, oder meiner, wie Sie möchten, auf das riesige Gebäude.“

    Naturkühlschrank Tempelhofer Feld

    „Das Tempelhofer Feld ist tatsächlich die kälteste Fläche in ganz Berlin nachts und natürlich nicht tagsüber. Da ist dann so etwas wie ein Tiergarten, der bewaldet ist, wesentlich kühler. Deswegen unterstützen wir das als Fachbeirat auch, dass die Ränder tatsächlich Aufenthaltsqualität durch Gestaltung durch Grünflächen und vielleicht auch blaue Flächen haben können“, sagte Prof. Dr. Aletta Bonn, Berliner Landesbeauftrage für Naturschutz und Landschaftspflege.

    Die kühlende Funktion des Feldes würde verloren gehen, wenn man hier Bäume pflanzen würde. Man braucht offene Flächen und auch Brachen. Bonn sehe den häufig negativ konnotierten Begriff Brache als sehr positiv an. „Ich zähle schon die ganze Zeit, wie viele Schmetterlingsarten ich hier sehe. Das ist einfach fantastisch. Das würde man sonst nicht haben.“

    „Was mich auch fasziniert und weswegen ich gerne Berlinerin bin und was mich wirklich anrührt, ist, dass die Berliner für ihre Grünflächen eingestanden haben“, sagte sie mit Bezug auf den Volksentscheid zum Tempelhofer Feld. „Deswegen verstehe ich absolut das Argument, dass man sagt, wenn man daran rüttelt, das wäre ein absoluter Vertrauensverlust in die Politik.“

    Der Central Park Berlins

    „Man würde auch in New York nicht sagen, beim Central Park, naja, da könnte man so ein paar Häuser hinbauen. Dieses Tafelsilber sollten wir nicht zerstören. Das Tempelhofer Feld ist sowas wie der Central Park von Berlin“, verdeutlichte Bonn. „Und man sollte darauf stolz sein und das auch international feiern und auch wie hier gemeinsam Grünflächen gestalten wird und wie hier zum Beispiel auch positive Impulse rausgehen.“

    Prof. Dr. Aletta Bonn thematisierte auch ein weiteres großes Versiegelungsprojekt in der Stadt: den geplanten Bau der Hochleistungsstraße TVO durch die Wuhlheide: „Möchte man noch einen Hitzedolch in die Stadt bauen? Möchte man noch mehr Autos in der Stadt haben? Trägt das zur Gesundheit, zur langfristigen, resilienten, gesunden Stadtentwicklung bei?“, fragte sie.

    Leerstelle Flughafengebäude

    Mehrere Redner*innen sprachen auch auch das in großen Teilen ungenutzte und unsanierte Bestandsgebäude des Flughafens Tempelhofs im Speziellen und im Allgemeinen die äußerst geringe Quote an Umnutzungen von Bestandsgebäuden.

    „Da fehlt es unseres Erachtens nach schon an maßgeschneiderten Förderprogrammen. Die Bezirke müssten tatsächlich auf die Eigentümer zugehen. Aber auch der Senat müsste erstmal Förderprogramme auflegen“, sagte Sebastian Bartels vom Berliner Mieterverein. „Klar, Geld ist knapp, aber es wäre für einen guten Zweck. Denn was dort entstehen könnte, wäre dann nicht mehr auf der grünen Wiese nötig. Und insofern könnte man sogar diese Fördermittel binden oder knüpfen an eben sozial leistbare Mieten.“

    Praktisch erläutert Grünen-Politiker Julian Schwarze, warum Umnutzungen nicht nur beim Tempelhofer Flughafengebäude nicht energisch angegangen werden: „Weil es einfacher ist, eine freie Fläche zu bebauen, als einen Bestand umzubauen oder mit einzelnen Lösungen in komplizierte Umgebungen reinzugehen ist es für viele immer reizvoller zu sagen, da kann ich vom Reißbrett planen, da steht nicht irgendwas im Wege, da ist nicht irgendein altes Gebäude, mit dem ich mich befassen muss.“ Es sei „sehr viel sinnvoller, den Bestand umzubauen“ und er frage sich auch „seit einer Weile, warum über das Tempelhofer Feld immer schön diskutiert wird und das Gebäude dann immer so stiefmütterlich an die Seite geschoben wird“.

    In seinen Augen ein großer Fehler: „Das wird hinten raus nur noch teurer und in der Situation, in der wir jetzt sind, ist es noch fataler, diese Ressourcen nicht anzugehen und zu überlegen: Was geht?. Vielleicht ist sogar auch als Modellprojekt zu sehen, wie kombinieren wir das mit einem Denkmalschutz, der dem Klimawandel gerecht wird und nicht umgekehrt.“

    Für SPD-Politiker Mathias Schulz liegt die unterlassene Nutzbarmachung vor allem am Berliner Geldmangel. „Das betrifft mehrere Großprojekte des Landes, das ICC ist auch so ein Ding, was hier an rumsteht, weil das Land kein Geld dafür hat, um es zu sanieren.“ Er sei gespannt, was im laufenden Wettbewerbsverfahren für eine private Beteiligung am ICC herauskomme. Für das Flughafengebäude sei ein Finanzierungsbedarf von über zwei Milliarden Euro für Sanierung und Herrichtung ermittelt worden. Dabei sei nur ein Bruchteil der Flächen im Gebäude überhaupt nutzbar.

    Bauausstellung als Chance für eine resiliente Stadt

    Aletta Bonn sieht in der für das Jahr 2034 ins Auge gefassten Internationalen Bauausstellung (IBA) eine große Chance, dieses Defizit in der Berliner Stadtentwicklung anzugehen.  Am Donnerstag habe es dazu einen Workshop der Senatsstadtentwicklungsverwaltung gegeben. Man solle zum Beispiel im Rahmen der IBA einen Architekturwettbewerb für eine Nutzung des Flughafengebäudes andenken, schlägt sie vor, – „da gibt es dann ja auch Gelder“.

    „Auf der grünen Wiese bauen, das ist ja einfach, das kann jeder, kann jede IBA“, sagte Bonn. „Wir wollen was Besonderes machen in Berlin, wir gehen in die Flächen, die eben gerade schwierig sind, wo es zum Beispiel Umweltgerechtigkeitsprobleme, Klimaprobleme gibt und so weiter“, schwebt ihr als generelle Ausrichtung der IBA vor. „Das heißt ja nicht immer, dass man irgendwas neu baut. Man kann umbauen und man kann aber auch Grünflächen, blau-grüne Infrastruktur bauen, damit unsere Stadt zukunftsresilient und vor allen Dingen auch absolut lebendig und lebenswert bleibt, auch bei einem sich erhitzenden Klima.“

    Für SPD-Mann Mathias Schulz wäre eine Bauausstellung „eine wunderbare Chance“, wenn man sie richtig aufsetzt. Die Transformation der Stadt müsse eine „zentrale Rolle“ bei so einer IBA spielen. „Die Flächen, die versiegelt sind, die untergenutzt sind und so weiter und so mehr, die müssen angeschaut werden, wie wir da Stadt weiterentwickeln können“, unterstrich er. „Und das betrifft nicht nur Parkplatzflächen, das betrifft möglicherweise sogar ganze Straßen und auch ehemalige Autobahnen in der Stadt.“ Man könne „ruhig mutiger vorausdenken: Diese ehemalige A104 braucht eigentlich kein Mensch und da können wir uns durchaus Stadt weiterentwickeln und ein neues Stadtquartier entwickeln, wo wir auf versiegelten Flächen Wohnungen errichten. Der Rest wird begrünt und Freiraum sein.“

    Gemeinschaftsgärten nicht dauerhaft gesichert

    „Es gibt keinen anderen Ort in der Großstadt, in der Metropole, wo man sagt, ich gehe aufs Feld“, sagte zum Abschluss der Veranstaltung Kristin Hensel, Sprecherin des Vereins Allmende-Kontor. Bis auf die drei derzeit auf dem Feld existierenden seien keine weiteren Allmendegärten entstanden. „Würden mehr und mehr diese Flächen oder auch Almendegärten oder Gärten allgemein in der ganzen Stadt entstehen, glaube ich, wir wären also eine zufriedenere Stadt„, so Hensel weiter.

    „Die urbanen Gärten, auch hier auf dieser Fläche, sind nach wie vor temporär. Wir haben zwar Wurzeln geschlagen, aber wir haben immer noch nur Jahresverträge. Also wir sind hier ebenfalls nicht gesichert“, berichtete sie. „Wir halten auf unserem Vereinskonto immer Rücklagen für einen möglichen Rückbau. Das ist der Zustand von urbanen Gärten, die in keinen Flächenkataster geführt sind, die immer nur temporär sind und die als erste sozusagen verschwinden, wenn irgendwelche Interessen kommen.“

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    #100THF #AlettaBonn #Artenschutz #Artenvielfalt #Bebauung #Berlin #Biodiversität #BLN #Bürgerbeteiligung #Flächenschutz #Grüne #GrüneFlächenRettenHitzeschutzJetzt_ #Grünflächen #JulianSchwarze #Klimakrise #Klimaschutz #mathiasSchulz #SPD #Stadtentwicklung #Stadtnatur #TempelhoferFeld #Versiegelung #Volksentscheid

  22. Das sind richtig gute Nachrichten, danke liebes @destatis! Die flächen- und ressourcenintensiven #Einfamilienhäuser (oftmals auf wertvoller #Natur- #Ackerfläche, oder #Grünlandumbruch) sind echt aus der Zeit gefallen! So viel Schaden für so wenig Wohnungen/Menschen!!! Dazu erhöhen sie ganz überwiegend den #Auto-Pendel-Anteil weil idR schlecht angebunden! Umso besser dass das abnimmt, #WinWinWin. #Suffizienz #Ressourcenschutz #Flächenschutz #Flächeneffizienz #lessismore #VerbietetDasBauen #BestandsanierungVorNeubau #Gebäudebestand

  23. Das sind richtig gute Nachrichten, danke liebes @destatis! Die flächen- und ressourcenintensiven #Einfamilienhäuser (oftmals auf wertvoller #Natur- #Ackerfläche, oder #Grünlandumbruch) sind echt aus der Zeit gefallen! So viel Schaden für so wenig Wohnungen/Menschen!!! Dazu erhöhen sie ganz überwiegend den #Auto-Pendel-Anteil weil idR schlecht angebunden! Umso besser dass das abnimmt, #WinWinWin. #Suffizienz #Ressourcenschutz #Flächenschutz #Flächeneffizienz #lessismore #VerbietetDasBauen #BestandsanierungVorNeubau #Gebäudebestand

  24. Stadtgrün: Aufregung um den Gendarmenmarkt

    Zur Eröffnung des Gendarmenmarkts im März nach zweijährigen Bauarbeiten setzte ein wahrer Shitstorm ein. Betonwüste, kein Grün, keine Bäume. Erstaunlich, mit welcher Vehemenz manchmal Dinge die Öffentlichkeit auf einmal beschäftigen, die eigentlich jahrelang absehbar waren. Die Planungen waren keine Geheimsache, dauerten berlinüblich weit über ein Jahrzehnt.

    „Es ist gut, dass von vielen Menschen vehement mehr Begrünung in Berlin eingefordert wird. Mehr Bäume, Grün und Entsiegelung sind nicht nur ein Beitrag zur Klimaanpassung. Mehr Bäume und Grün können auch die Biodiversität erhöhen. Denn sie sind Lebensraum für viele Arten und können zu deren Erhalt beitragen“, sagt Gabi Jung, Geschäftsführerin des BUND Berlin.

    Allerdings sagt sie auch, dass es „zu kurz geblickt“ sei, das alles jetzt am Gendarmenmarkt festmachen zu wollen, schließlich soll dieser Platz auch für Veranstaltungen geeignet sein. „Und auch solche Orte brauchen wir in Berlin“, unterstreicht Gabi Jung.

    „Man muss das ganze größer betrachten. Es gibt allein In Mitte viele Bereiche, wo entsiegelt werden müsste. Zum Beispiel im Bereich vor dem Humboldt-Forum, in der überbreiten Leipziger Straße oder auch in der Spandauer Straße zwischen dem Fernsehturm und dem Marx-Engels-Forum“, so Jung weiter. Nicht nur dort gebe es viel mehr Potenzial, um einen in der Stadt spürbaren Unterschied zu machen.

    Vorteile gibt es nicht nur bei der Klimaanpassung – also mehr Schatten und Kühlung durch Verdunstung. „Mehr Begrünung und Entsiegelung können auch für eine bessere Vernetzung bestehender Biotope wie kleine Parks sorgen. Sie sind dann sogenannte Trittstein-Biotope, die es Arten ermöglichen, zwischen den verschiedenen grünen Inseln in der Großstadt zu wandern“, sagt Gabi Jung. Das sei ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität in Berlin. Diese Zielsetzung war übrigens auch eine der wichtigen Triebfedern bei der Konzeption der 20 Grünen Hauptwege durch Berlin vor über 20 Jahren, an der der BUND Berlin intensiv beteiligt war.

    „Wichtig ist der Erhalt von älteren Bäumen. Bis neue Bäume Funktionen wie Schatten erfüllen, vergehen 30 Jahre; bis zu Naturschutzfunktionen wie Bruthöhlen 60 bis 80 Jahre“, unterstreicht Gabi Jung noch ein wichtiges Anliegen des BUND Berlin. Viel zu oft werden im Zuge von Umgestaltungsmaßnahmen vitale ältere Bäume abgeholzt und durch Neupflanzungen „kompensiert“. Doch wichtige Funktionen sind dadurch über Jahrzehnte verloren.

    Zu loben ist am Gendarmenmarkt der Umgang mit dem Regenwasser. Es soll gespeichert und versickert werden, anstatt in der Mischwasser-Kanalisation zu landen. „Das ist ein Beitrag zur Schwammstadt Berlin und reduziert auch die Überläufe in die Berliner Gewässer, die regelmäßig für Fischsterben sorgen“, lobt Gabi Jung. „Wegen der hohen Kosten der am Gendarmenmarkt gewählten Lösung kann das aber nicht die Standardlösung sein. Technisch einfachere und preiswertere Lösungen wie tieferliegende Baumscheiben oder Rigolen, also letztlich Gräben, in denen das Regenwasser versickern kann, sind im Regelfall das Mittel der Wahl“, so die Geschäftsführerin des BUND Berlin.

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    #Artenschutz #Bäume #Baumfällungen #Biodiversität #Flächenschutz #Gendarmenmarkt #GrünBerlin #Grundwasserschutz #Grünflächen #HumboldtForum #Klimakrise #LeipzigerStraße #Stadtnatur #Versiegelung #Wasser

  25. @destatis Das ist spannend, aber erstmal gar nicht so schlimm wie bisweilen von #spdbeton und anderen kolportiert, sondern eher #gooodnews! Denn jeder Neubau braucht Ressourcen, versiegelt wertvolle Flächen, schadet #Biodiversität u.v.a. Daher der Grundsatz #SanierungVorNeubau!
    #Flächenschutz #KeineEinfamilienhäuser #Suffizienz #Gebäudebestand

  26. @destatis Das ist spannend, aber erstmal gar nicht so schlimm wie bisweilen von #spdbeton und anderen kolportiert, sondern eher #gooodnews! Denn jeder Neubau braucht Ressourcen, versiegelt wertvolle Flächen, schadet #Biodiversität u.v.a. Daher der Grundsatz #SanierungVorNeubau!
    #Flächenschutz #KeineEinfamilienhäuser #Suffizienz #Gebäudebestand

  27. @destatis Das ist spannend, aber erstmal gar nicht so schlimm wie bisweilen von #spdbeton und anderen kolportiert, sondern eher #gooodnews! Denn jeder Neubau braucht Ressourcen, versiegelt wertvolle Flächen, schadet #Biodiversität u.v.a. Daher der Grundsatz #SanierungVorNeubau!
    #Flächenschutz #KeineEinfamilienhäuser #Suffizienz #Gebäudebestand

  28. 🌲📚 Heute haben wir wieder einen Kinderbuchklassiker in unserem Adventskalender. Über eine Wiese, wo man bleiben möchte, aber wenn man bleibt, bleibt von der Wiese kaum etwas übrig. bundheidelberg #klimaschutz #naturschutz #adventskalender #bücher#somanybooks #flächenschutz #wiese #versiegelung

  29. 🌲📚 Heute haben wir wieder einen Kinderbuchklassiker in unserem Adventskalender. Über eine Wiese, wo man bleiben möchte, aber wenn man bleibt, bleibt von der Wiese kaum etwas übrig. bundheidelberg #klimaschutz #naturschutz #adventskalender #bücher#somanybooks #flächenschutz #wiese #versiegelung

  30. 🌲📚 Heute haben wir wieder einen Kinderbuchklassiker in unserem Adventskalender. Über eine Wiese, wo man bleiben möchte, aber wenn man bleibt, bleibt von der Wiese kaum etwas übrig. bundheidelberg #klimaschutz #naturschutz #adventskalender #bücher#somanybooks #flächenschutz #wiese #versiegelung

  31. 🌲📚 Heute haben wir wieder einen Kinderbuchklassiker in unserem Adventskalender. Über eine Wiese, wo man bleiben möchte, aber wenn man bleibt, bleibt von der Wiese kaum etwas übrig. bundheidelberg #klimaschutz #naturschutz #adventskalender #bücher#somanybooks #flächenschutz #wiese #versiegelung

  32. 🌲📚 Heute haben wir wieder einen Kinderbuchklassiker in unserem Adventskalender. Über eine Wiese, wo man bleiben möchte, aber wenn man bleibt, bleibt von der Wiese kaum etwas übrig. bundheidelberg #klimaschutz #naturschutz #adventskalender #bücher#somanybooks #flächenschutz #wiese #versiegelung

  33. 😟 Petition zu einem wichtigen Thema:

    👉 Der industrielle Abbau von Kohle, Sand, Kies, Gips, Basalt und anderen Gesteinen darf nicht mehr dazu führen, dass Menschen enteignet und die Natur auf Kosten künftiger Generationen unwiederbringlich zerstört wird. Wir fordern eine Reform!

    👉 openpetition.de/petition/onlin

    #LutzerathBleibt #flächenschutz

  34. 😟 Petition zu einem wichtigen Thema:

    👉 Der industrielle Abbau von Kohle, Sand, Kies, Gips, Basalt und anderen Gesteinen darf nicht mehr dazu führen, dass Menschen enteignet und die Natur auf Kosten künftiger Generationen unwiederbringlich zerstört wird. Wir fordern eine Reform!

    👉 openpetition.de/petition/onlin

    #LutzerathBleibt #flächenschutz

  35. 😟 Petition zu einem wichtigen Thema:

    👉 Der industrielle Abbau von Kohle, Sand, Kies, Gips, Basalt und anderen Gesteinen darf nicht mehr dazu führen, dass Menschen enteignet und die Natur auf Kosten künftiger Generationen unwiederbringlich zerstört wird. Wir fordern eine Reform!

    👉 openpetition.de/petition/onlin

    #LutzerathBleibt #flächenschutz

  36. 😟 Petition zu einem wichtigen Thema:

    👉 Der industrielle Abbau von Kohle, Sand, Kies, Gips, Basalt und anderen Gesteinen darf nicht mehr dazu führen, dass Menschen enteignet und die Natur auf Kosten künftiger Generationen unwiederbringlich zerstört wird. Wir fordern eine Reform!

    👉 openpetition.de/petition/onlin

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  37. 😟 Petition zu einem wichtigen Thema:

    👉 Der industrielle Abbau von Kohle, Sand, Kies, Gips, Basalt und anderen Gesteinen darf nicht mehr dazu führen, dass Menschen enteignet und die Natur auf Kosten künftiger Generationen unwiederbringlich zerstört wird. Wir fordern eine Reform!

    👉 openpetition.de/petition/onlin

    #LutzerathBleibt #flächenschutz

  38. Die deutsche Sprache kennt viele Redewendungen zum Thema Boden.

    Zum Tag des Bodens wollen wir euch nochmal dieses wichtoge Thema näherbringen und euch motivieren für die Erde einzutreten und Boden zu retten.

    Böden sind lebensnotwendig und sichern unsere Lebensgrundlagen. Setze auch du ein Zeichen und unterschreibe noch schnell unseren Volksantrag „Ländle leben lassen“. Denn über Jahrtausende gewachsene Böden können nicht eben mal wieder in Ordnung gebracht werden.

    Was zerstört ist, ist verloren!
    ---
    #LändleLebenLassen #Volksantrag #TagdesBodens #bundbw #bundjugendbw #flächenschutz BUND Baden-Württemberg

  39. Die deutsche Sprache kennt viele Redewendungen zum Thema Boden.

    Zum Tag des Bodens wollen wir euch nochmal dieses wichtoge Thema näherbringen und euch motivieren für die Erde einzutreten und Boden zu retten.

    Böden sind lebensnotwendig und sichern unsere Lebensgrundlagen. Setze auch du ein Zeichen und unterschreibe noch schnell unseren Volksantrag „Ländle leben lassen“. Denn über Jahrtausende gewachsene Böden können nicht eben mal wieder in Ordnung gebracht werden.

    Was zerstört ist, ist verloren!
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    #LändleLebenLassen #Volksantrag #TagdesBodens #bundbw #bundjugendbw #flächenschutz BUND Baden-Württemberg

  40. Die deutsche Sprache kennt viele Redewendungen zum Thema Boden.

    Zum Tag des Bodens wollen wir euch nochmal dieses wichtoge Thema näherbringen und euch motivieren für die Erde einzutreten und Boden zu retten.

    Böden sind lebensnotwendig und sichern unsere Lebensgrundlagen. Setze auch du ein Zeichen und unterschreibe noch schnell unseren Volksantrag „Ländle leben lassen“. Denn über Jahrtausende gewachsene Böden können nicht eben mal wieder in Ordnung gebracht werden.

    Was zerstört ist, ist verloren!
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  41. Die deutsche Sprache kennt viele Redewendungen zum Thema Boden.

    Zum Tag des Bodens wollen wir euch nochmal dieses wichtoge Thema näherbringen und euch motivieren für die Erde einzutreten und Boden zu retten.

    Böden sind lebensnotwendig und sichern unsere Lebensgrundlagen. Setze auch du ein Zeichen und unterschreibe noch schnell unseren Volksantrag „Ländle leben lassen“. Denn über Jahrtausende gewachsene Böden können nicht eben mal wieder in Ordnung gebracht werden.

    Was zerstört ist, ist verloren!
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