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CW: Bildungs-DOGE in Sachsen, Demotermine im April
Schulen am Limit! Was die Maßnahmen des Kultusministeriums #Sachsen für Schüler*innen und Eltern bedeuten
Liebe Eltern,
das Sächsische #Kultusministerium hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur „Verbesserung der Unterrichtsversorgung“ beschlossen.
Was auf den ersten Blick positiv klingt, bedeutet in Wirklichkeit drastische Einschnitte für Lehrer*innen – und somit auch für Ihre Kinder.
Wir Lehrkräfte lehnen diese Maßnahmen in der vorliegenden Form entschieden ab. Denn sie gefährden nicht nur unsere Arbeitsbedingungen, sondern auch die Qualität der #Bildung in Sachsens Schulen.
Übrigens kritisieren auch der #Landeselternrat und der #Landesschülerrat die Ankündigungen des Kultusministeriums.
Was bedeutet das Maßnahmenpaket für Ihre Kinder?
Mehr Arbeitsverdichtung = weniger Zeit für Ihre Kinder
Das Kultusministerium will die „Effizienz“ steigern – also mehr Arbeit aus weniger Lehrer*innen herausholen. Statt neue Lehrkräfte zu gewinnen, sollen Überstunden und Arbeitsverdichtung die Lücken füllen.
Die angekündigten Entlastungen sind weitgehend leere Versprechungen, im Gegenteil: Der Haushaltsentwurf der Landesregierung kürzt an den Schulen an allen Ecken und Enden und wird die Probleme verschärfen, statt für Entlastung zu sorgen.
Weniger statt mehr Lehrkräfte
Viele Lehrerinnen und Lehrer sind bereits jetzt an der Überlastungsgrenze.
Die Folgen: Mehr Langzeiterkrankungen, frühere Renteneintritte, weniger junge Lehrkräfte, weil die Attraktivität des Berufs leidet. Hinzu kommt, dass Lehrkräfte im Referendariat und im Seiteneinstieg durch die Kürzungen schlechter ausgebildet werden und damit mehr Abbrüche drohen.
Einmal eingeführt – für immer verschlechtert?
Die Maßnahmen haben keine Auslauffrist. Das heißt: Wenn die Schülerzahlen zurückgehen, bleiben die Belastungen bestehen. Ein klares Indiz für ein verdecktes Stellenkürzungsprogramm – auf Kosten der Zukunft unserer Kinder.
Bildung braucht gute Bedingungen!
Starke Schulen brauchen mehr Zeit!
Mehr Unterricht bedeutet nicht automatisch mehr Bildung, wenn den Lehrkräften die Zeit für die Vor- und Nachbereitung fehlt. Schule ist mehr als Unterricht! Die Klärung individueller Probleme, die Zusammenarbeit im Kollegium und die Elternarbeit finden außerhalb des Unterrichts statt. Auch dafür braucht es mehr Zeit.
Seit Jahren fordern wir als Lehrkräfte mehr Investitionen und bessere Rahmenbedingungen für eine hohe Bildungsqualität. Stattdessen wird nur der Mangel verwaltet.
Allen Beteiligten ist klar: Jetzt muss gehandelt werden. Aber nicht so!
Wir fordern:
· Verhandlungen auf Augenhöhe: Kultusministerium, Gewerkschaften, Eltern, Schüler*innen
· Mehr Anreize für freiwillige Mehrarbeit statt einer Politik der Daumenschrauben
· Reduktion der außerunterrichtlichen Aufgaben
· Mehr (unbefristete) Schulassistentinnen und -assistenten zur Entlastung
· Mehr Schulsozialarbeit an allen Schularten
· Klare Prioritätensetzung: Was führt zu mehr #Bildungsqualität, worauf können wir aktuell verzichten
Für eine starke Schule. Für Ihre Kinder. Für unser aller Zukunft.
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Die Bildungsgewerkschaft #GEW Sachsen ruft zu Kundgebungen gegen das Maßnahmenpaket auf:
· #Leipzig: 8. April um 16 Uhr vor dem LaSuB Leipzig (Nonnenstr. 17a)
· #Chemnitz: 9. April um 16 Uhr am Karl-Marx-Monument
· #Dresden: 10. April um 16 Uhr vor dem SMK (Carolaplatz)
Weitere Informationen:
https://www.gew-sachsen.de/schulen-am-limit
#schulenamlimit #bildungskrise #fediLZ #fedieltern
[Anm.: habe geschlechtergerechte Sprache ergänzt, denn in Sachsen gibt es offiziell ein binär-, inter,- und transfeindliches "#Genderverbot", das als amtlich-diskriminierende Sprachregelung in weite Teile der Gesellschaft hinein wirkt] -
#Städtetag bereit, auf frühkindliche #Bildung zu verzichten – ver.di warnt vor #Experimenten mit der #Bildung von Kindern
ver.di spricht sich vehement gegen die Möglichkeit eines Experimentierens im Bereich der Frühkindlichen Bildung aus. Die Gewerkschaft der pädagogischen #Fachkräfte in #Kitas und #Grundschulbetreuung ist hochgradig alarmiert, dass der Städtetag sich offensichtlich nur noch für eine Garantie für sichere #Versorgung und #Betreuung in seinem Vorschlag für einen sogenannten #Zukunftsparagrafen für die Kitas ausspricht. Benjamin Lachat, Sozialdezernent beim Städtetag, hat heute bei der #Forderung nach #Experimentierklauseln und #Flexibilisierung, erklärt, bei #Wohl, #Schutz und #Sicherheit der Kinder dürfe es keinerlei Abstriche geben. Von Bildung ist keine Rede mehr.Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter: „Frühkindliche Bildung ist die notwendige #Bedingung für #Chancengerechtigkeit und damit ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Wir dürfen ein #Rollback zu den #Kindergärten des letzten Jahrhunderts nicht zu lassen, nur, weil aktuell #Rechtsansprüche nicht überall gewährleistet werden können. #Kindertagesstätten ohne frühkindliche Bildung wären ein #Offenbarungseid für die #Landespolitik.“
Das #Kultusministerium warnt zwar heute zu Recht vor Abstrichen, ist aber offensichtlich bereit, Experimentierklauseln zu zustimmen.
Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „Keine #Experimente mit der #Bildung unserer #Kinder. Das muss die oberste Regel sein. Die nun auch drohende erneute Verlängerung der möglichen Absenkung von Standards, die erst wegen #Corona und dann wegen dem #Fachkräftemangel jeweils befristet umgesetzt wurden, zeigt: was einmal abgesenkt wurde, bekommen wir so schnell nicht mehr hoch. Jetzt muss Schluss sein mit den ständigen Aufweichungen der Standards.“
Sabine Leber-Hoischen, Erzieherin in #Mannheim und Vorsitzende der #Landesfachgruppe #Erziehung, #Bildung und #Soziale_Arbeit bei ver.di Baden-Württemberg: „Die strukturellen Probleme des Fachkräftemangels bekommen wir nur mit einem an die vorhandenen Fachkräfte vorübergehend angepassten pädagogischen Angebot hin. Wie #Pädagogik im frühkindlichen Bereich geht, wissen unsere Fachkräfte. Dazu braucht es aber ausreichend gut ausgebildete #Beschäftigte in den Einrichtungen und nicht die Verlagerung der Verantwortung auf einzelne Träger, Einrichtungen #und Teams. Unzureichende Rahmenbedingungen bekommen wir so nicht in den Griff. Außerdem darf es nicht der Beliebigkeit ausgesetzt sein, welchem Kind im Land welche #Bildungsqualität zu Teil wird.“
ver.di befürchtet, dass das Land Baden-Württemberg es damit zulässt, dass frühkindliche Bildung nur noch in privilegierten Einrichtungen stattfinden kann und der Orientierungsplan dann nur noch auf dem Papier gelten würde.
ver.di fordert die Landesregierung deshalb auf, gemeinsam mit den Trägern Verantwortung für Bildungsgerechtigkeit in diesem Land zu übernehmen und mit allen Beteiligten Lösungen auf den Weg zu bringen, die uns nicht noch Jahre an #Bildungslücken und #Fachkräfteflucht bescheren. Dazu gehören #Investitionen und Lösungen, die langfristig zielführend sind.
Wir stehen jetzt schon an der Grenze zu einer institutionellen #Kindeswohlgefährdung durch zu knappe personelle Besetzungen wegen hohen #Krankenstände|n, vielen offenen Stellen und unzureichenden #Betreuungsschlüssel|n. Eine weitere Aufweichung der Bedingungen, so ver.di, können wir uns nicht leisten, wenn wir nicht auch noch die Fachkräfte vergraulen wollen, die bis jetzt die #Einrichtungen am Laufen halten.ver.di hatte dazu erst im vergangenen Monat alarmierende #Ergebnisse einer #Befragung von Beschäftigten in Kitas vorgestellt. Darin war ein Drittel der Befragten bereits auf dem #Absprung, #Stellenanteile zu reduzieren oder das #Berufsfeld ganz zu verlassen.
Binder: „Das sollten wir gesamtgesellschaftlich ernst nehmen und die so wichtigen Standards nicht noch weiter aufweichen – zumal für dieses Kita-Jahr ja bereits Absenkungen möglich sind, was wir vehement abgelehnt haben.“
Quelle: #verdi PM, 15. März 2023