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#volksfront — Public Fediverse posts

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  1. Vor 90 Jahren: Volksfront in Frankreich: Einheit gegen Faschismus - für Brot, Frieden und Freiheit!

    Durch den Sieg der Faschisten in Deutschland übermütig geworden, unternahmen am 6. Februar 1934 die verschiedenen faschistischen Gruppen – die „Action francaise“ mit ihren „Camelots du roi“, einer Art SA sowie die „Feuerkreuzler“ des ehemaligen Oberstleutnant de La Roque – in Paris einen Putsch mit dem Ziel, die bestehende, durch Korruptionsskandale zahlreicher ihrer Minister rettungslos kompromittierte Regierung zu stürzen und an ihrer Stelle eine faschistische Regierung einzusetzen.

    6. Februar 1934: 30.000 Anhänger faschistischer Organisationen und reaktionärer Veteranenverbände haben sich auf der Place de la Concorde zusammengerottet. Gegen Abend versuchen sie über die Seine-Brücken zur Nationalversammlung, die im Palais Bourbon tagt, vorzudringen. Sie beginnen die Polizei, die die Seine-Brücken besetzt hält, zu beschiessen. Die erwidert das Feuer. Die Erstürmung des Parlaments mißlingt .

    Der Putschversuch vom 6. Februar ist ein Weckruf, er alarmiert das französische Proletariat. Gewarnt durch das Wüten des faschistischen Terrors in Deutschland und entschlossen, dem Faschismus in Frankreich den Weg zu verlegen, wächst der Wunsch nach einheitlichem Handeln vor allem bei der Mitgliedschaft der Arbeiterparteien.

    12. Februar 1934: Gegen die faschistischen Umtriebe ruft die CGT zum Generalstreik „gegen die Bedrohung durch den Faschismus und die Verteidigung politischer Freiheiten“ auf. Der Erfolg des Streiks übertrifft die optimistischsten Erwartungen: Landesweit beteiligen sich viereinhalb Millionen Streikende, allein im Raum Paris eine Million. Die drei Citroen-Werke werden ab Nachmittag zu 100% bestreikt, es erscheinen keine Zeitungen, Bus, Bahn und Metro stellen ihren Betrieb ein, die Baustellen liegen verlassen da, am Abend fallen sämtliche Theatervorstellungen aus.

    Nachmittags, Place de la Nation: Die riesigen Säulen auf dem Place de la Nation ragen mit den Statuen ihrer toten Könige an der Spitze in den trüben Februarhimmel. Der sonst so belebte Platz liegt still da, nur von Ferne hört man Musikfetzen, Bruchstücke skandierter Sprechchöre.

    (...)

    Weiterlesen im neuen Text von Wolfgang Hänisch in unserem Blog.

    #OurHistory #Frankreich #Antifaschisimus #Antifa #Faschismus #Gewerkschaften #Paris #Renault #Citroen #Betriebsbesetzung #Commune #Streiks #Volksfront #PCF #CGT #Sozialisten #Kommunisten #solidaritat

  2. Der Schwur von Buchenwald

    Seit die militärische Niederlage des deutschen #Faschismus absehbar war, diskutierten die #Häftlinge verschiedener #Konzentrationslager und faschistischer #Haftstätten, welche politischen und gesellschaftlichen #Konsequenzen im antifaschistisch–demokratischen #Neubeginn gezogen werden müssten. Die Fehler aus der Weimarer Zeit, die Spaltung der #Antifaschisten sollten vermieden werden, eine #Orientierung, die ihre Basis in der Gemeinsamkeit des Überlebenskampfes hatte, sollte als politische Richtschnur gelten, um ein faschistisches #Terrorregime in Zukunft zu verhindern. Aus den Tagen der Befreiung sind solche politischen Botschaften, z.B. das #Manifest von #Mauthausen oder das Manifest der deutschen #Volksfront (Hermann Brill) bekannt.

    Eine besondere Bedeutung hat in dieser Reihe der „Schwur von Buchenwald“. Er entstand als Appell zum #Totengedenken am 19. April 1945 in# Buchenwald. Er formuliert so prägnant wie kein anderer Text das Gemeinsame.

    „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

    Diesen Schwur der Überlebenden nahmen auch jene auf, die in den verschiedenen Ländern für einen antifaschistischen Neuanfang kämpften. Er blieb Orientierungshilfe in den Folgejahren im Kalten Krieg, als Konfrontation statt antifaschistischer Erneuerung dominierte. Auch heutige Generationen von Antifaschisten übernahmen die Verantwortung aus diesem Schwur. Er ist keine parteipolitische Botschaft, sondern eine Richtschnur für antifaschistisches Handeln über politische, weltanschauliche und religiöse Grenzen hinweg.

    Der Schwur von Buchenwald

    Kameraden! Wir Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und seinen Außenkommandos von der Nazi-Bestie und ihren Helfershelfern ermordeten 51 000 Gefangenen!
    - 51 000 erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet, abgespritzt.
    - 51 000 Väter-Brüder-Söhne starben einen qualvollen Tod, weil sie Kämpfer gegen das faschistische Mordregime waren.
    - 51 000 Mütter und Frauen und Hunderttausende Kinder klagen an!
    - Wir lebend Gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialität, sahen in ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen.
    - Wenn uns eins am Leben hielt, dann war es der Gedanke: Es kommt der Tag der Rache!

    Heute sind wir frei!
    - Wir danken den verbündeten Armeen der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt den Frieden und das Leben erkämpfen.
    - Wir gedenken an dieser Stelle des großen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue, demokratische, friedliche Welt, F. D. Roosevelt. Ehre seinem Andenken!
    - Wir Buchenwalder, Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, Slowaken und Deutsche, Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslawen und Ungarn, kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen Verbrecher, für unsere eigene Befreiung.
    - Uns beseelte eine Idee: Unsere Sache ist gerecht – Der Sieg muß unser sein!
    - Wir führten in vielen Sprachen den gleichen harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf, und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende. Noch wehen Hitlerfahnen! Noch leben die Mörder unserer Kameraden! Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum!
    - Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens:
    - Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!
    - Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.
    - Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig. Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und sprecht mir nach:
    ,WIR SCHWÖREN! ,

    Buchenwald/Weimar 19.April 1945

    trueten.de/archives/13182-Der-