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#redballoon — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #redballoon, aggregated by home.social.

  1. Opening the door at midnight to feed my stray only to find a single red balloon floating around? Nope, not ominous at all...
    #scary #horror #dragonthewhitestray #stray #redballoon #midureads

  2. King der Woche ist Holly, der neueste Roman und schauen wir mal genauer auf 2021 und die spezielle Zeit. #RedBalloon: Quarantäne, Maske, Impfung, alles zu diesem Zeitpunkt beherrschende Themen. Überfüllte Krankenhäuser und so viele Tote. Und alle versuchen trotzdem so normal wie möglich zu leben.
    King zeigt diese Zeit und das wirkt einerseits ein wenig banal. Hey, es ist doch erst zwei Jahre her und wir wissen das doch alles noch und ganz bestimmt haben wir kein verstärktes Interesse, das alles wieder mitzuerleben, oder? Andererseits verbindet King die Zeit aber so elegant mit den Themen des Romans, mit der Frage nach Gesundheit und Vitalität, mit Hollys persönlichen Problemen mit ihrer kontrollverrückten Mutter, die einerseits dafür gesorgt hat, dass Holly als Hypochonderin Hygiene, Impfungen und Masken quasi zur Religion erhebt, die aber andererseits als Trump-Anhängerin nicht an "diese Grippe" glaubt, bis sie daran stirbt.
    Hollys Auseinandersetzung mit ihrer Mutter, die ja schon nicht mehr lebt, als der Roman beginnt, ist annähernd genauso wichtiges Thema, wie die Suche nach eventuellen Serienmördern.
    Auch sonst ist Corona und das Leugnen der Seuche ein wichtiger Punkt - im speziellen auch darin, den Geisteszustand von Figuren zu beurteilen, die im Roman vorkommen. Kaum eine Figur, die sich durch Impfgegnertum oder ähnliche Ignoranz auszeichnet, kommt einigermaßen sympathisch in diesem Roman weg. Was natürlich auch dazu führt, dass in den Kritiken zum Roman einige Gläubige der Verschwörungsmythen wild schäumend auflaufen, und beschwören, wie sehr ihnen ihr ehemaliger Lieblingsautor das Herz gebrochen hat. (Was allerdings auch nur zeigt, dass sie frühere Bücher nie besonders genau gelesen haben.) Sehet meine Krokodilstränen ...

  3. King der Woche ist Holly, der neueste Roman und schauen wir mal genauer auf 2021 und die spezielle Zeit. #RedBalloon: Quarantäne, Maske, Impfung, alles zu diesem Zeitpunkt beherrschende Themen. Überfüllte Krankenhäuser und so viele Tote. Und alle versuchen trotzdem so normal wie möglich zu leben.
    King zeigt diese Zeit und das wirkt einerseits ein wenig banal. Hey, es ist doch erst zwei Jahre her und wir wissen das doch alles noch und ganz bestimmt haben wir kein verstärktes Interesse, das alles wieder mitzuerleben, oder? Andererseits verbindet King die Zeit aber so elegant mit den Themen des Romans, mit der Frage nach Gesundheit und Vitalität, mit Hollys persönlichen Problemen mit ihrer kontrollverrückten Mutter, die einerseits dafür gesorgt hat, dass Holly als Hypochonderin Hygiene, Impfungen und Masken quasi zur Religion erhebt, die aber andererseits als Trump-Anhängerin nicht an "diese Grippe" glaubt, bis sie daran stirbt.
    Hollys Auseinandersetzung mit ihrer Mutter, die ja schon nicht mehr lebt, als der Roman beginnt, ist annähernd genauso wichtiges Thema, wie die Suche nach eventuellen Serienmördern.
    Auch sonst ist Corona und das Leugnen der Seuche ein wichtiger Punkt - im speziellen auch darin, den Geisteszustand von Figuren zu beurteilen, die im Roman vorkommen. Kaum eine Figur, die sich durch Impfgegnertum oder ähnliche Ignoranz auszeichnet, kommt einigermaßen sympathisch in diesem Roman weg. Was natürlich auch dazu führt, dass in den Kritiken zum Roman einige Gläubige der Verschwörungsmythen wild schäumend auflaufen, und beschwören, wie sehr ihnen ihr ehemaliger Lieblingsautor das Herz gebrochen hat. (Was allerdings auch nur zeigt, dass sie frühere Bücher nie besonders genau gelesen haben.) Sehet meine Krokodilstränen ...

  4. Was passiert denn in Holly - King der Woche, #RedBalloon - so? Wir haben Sommer 2021 und das ist wichtig, denn Corona hat alles im Griff und Hollys Mutter ist gerade daran gestorben - war halt auch nicht geimpft. Außerdem ist eine junge Frau verschwunden und die Mutter will Holly unbedingt engagieren, obwohl die eigentlich Pause machen will - unter anderem, weil ihr Partner gerade Corona hat und keine Hilfe sein wird.
    Nebenbei bekommen wir immer mal mit, wie Menschen schon vor Jahren gekidnappt wurden und werden so langsam hingeführt, was mit ihnen passiert. Letztlich ist Holly also ein klassischer Thriller, denn wir wissen, wer die Täter sind und sind immer wieder bei Holly, die so langsam aber sicher das Puzzle zusammenbaut. Doch was wird sein, wenn sie ihnen auf die Spur kommt?
    Der Roman ist definitiv zu neu, um noch mehr zu spoilern. :)

  5. Was passiert denn in Holly - King der Woche, #RedBalloon - so? Wir haben Sommer 2021 und das ist wichtig, denn Corona hat alles im Griff und Hollys Mutter ist gerade daran gestorben - war halt auch nicht geimpft. Außerdem ist eine junge Frau verschwunden und die Mutter will Holly unbedingt engagieren, obwohl die eigentlich Pause machen will - unter anderem, weil ihr Partner gerade Corona hat und keine Hilfe sein wird.
    Nebenbei bekommen wir immer mal mit, wie Menschen schon vor Jahren gekidnappt wurden und werden so langsam hingeführt, was mit ihnen passiert. Letztlich ist Holly also ein klassischer Thriller, denn wir wissen, wer die Täter sind und sind immer wieder bei Holly, die so langsam aber sicher das Puzzle zusammenbaut. Doch was wird sein, wenn sie ihnen auf die Spur kommt?
    Der Roman ist definitiv zu neu, um noch mehr zu spoilern. :)

  6. King der Woche, #RedBalloon, und was könnte es sonst sein, als Holly? Stephen King hat einen neuen Roman herausgebracht und die Hauptfigur ist die Titelheldin Holly Gibney, die wir schon aus einigen Romanen und einer Novelle kennen. Sie gehörte zum Inventar der Bill-Hodges-Trilogie, die aus Mr. Mercedes, Finder's Keepers und End of Watch besteht. Außerdem tauchte sie in The Outsider auf und die Novelle If it bleeds hat sie genauso im Mittelpunkt wie der neue Roman.
    Erwartet hätte man wohl wieder etwas Übersinnliches, denn nach der Telepathie aus End of Watch und den beiden Outsidern, die danach kamen, hat sie sich ja ein bisschen darauf eingeschossen. Stattdessen geht es dieses Mal um Kannibalismus - und das auf die unterhaltsamere Art.
    Aber neben dem Fall - oder besser den Fällen, denn irgendwann bekommt man dann ja wieder Hunger - geht es auch um 2021, um Hollys Mutter, die an Corona stirbt, um Masken, Desinfektion und Impfungen. Und dann auch ganz stark um den Alterungsprozess. (Vor zehn Jahren setzte sich King mehrfach mit dem Sterben selbst auseinander, hier aber mehr als bisher um die Frage, was Alter mit einem Menschen macht, oder auch mit mehreren. Und ja, abgeschwächt war das auch schon in Fairytale ein Thema.)

  7. King der Woche, #RedBalloon, und was könnte es sonst sein, als Holly? Stephen King hat einen neuen Roman herausgebracht und die Hauptfigur ist die Titelheldin Holly Gibney, die wir schon aus einigen Romanen und einer Novelle kennen. Sie gehörte zum Inventar der Bill-Hodges-Trilogie, die aus Mr. Mercedes, Finder's Keepers und End of Watch besteht. Außerdem tauchte sie in The Outsider auf und die Novelle If it bleeds hat sie genauso im Mittelpunkt wie der neue Roman.
    Erwartet hätte man wohl wieder etwas Übersinnliches, denn nach der Telepathie aus End of Watch und den beiden Outsidern, die danach kamen, hat sie sich ja ein bisschen darauf eingeschossen. Stattdessen geht es dieses Mal um Kannibalismus - und das auf die unterhaltsamere Art.
    Aber neben dem Fall - oder besser den Fällen, denn irgendwann bekommt man dann ja wieder Hunger - geht es auch um 2021, um Hollys Mutter, die an Corona stirbt, um Masken, Desinfektion und Impfungen. Und dann auch ganz stark um den Alterungsprozess. (Vor zehn Jahren setzte sich King mehrfach mit dem Sterben selbst auseinander, hier aber mehr als bisher um die Frage, was Alter mit einem Menschen macht, oder auch mit mehreren. Und ja, abgeschwächt war das auch schon in Fairytale ein Thema.)

  8. Heute keine Liste bei #RedBalloon, sondern das, was ich gestern bei IT vergessen habe. Ich könnte zumindest kurz über die Verfilmungen sprechen.
    Es gibt ja bekanntermaßen zwei, die alte Fernsehminiserie mit Frank'N'Furter, sry, mit Tim Curry als Pennywise und die neuen Kinofilme von Andrés Muschietti mit Bill Skarsgård in der Rolle des lieblichen Clowns. Zu allererst: Beide Pennywises sind wunderbar. Tolle Darstellungen, Schauspieler, die sich die Seele aus dem Leib spielen.
    So, jetzt habe ich alles positive ... nein, so böse ist es auch wieder nicht.
    Die alte Fernsehserie von 1990 hält sich sehr brav an das Buch - allerdings so brav, dass es eben auch nie so richtig zünden mag. Alles hängt an Tim Curry, wenn der gerade nicht da ist, ist es ein bisschen langweilig. Und die Tricks sind eben Fernsehen Ende der 80er. Tja ...
    Der 2017er erste Teil von der Kino-Duologie warder erfolgreichste Kinohorrofilm aller Zeiten. Kann also so schlecht nciht sein, oder? Ich habe dabei harte Bauchschmerzen. Einerseits als Film natürlich gut. Für meine Verhältnisse viel zu viele Jumpscares, aber sicherlich ein guter Horrorfilm. Nur halt leider nicht IT. Einerseits gab es Änderungen, die Quatsch waren. Mikes ganzen Familienverhältnisse zum Beispiel. Das blöde Bild bei Stan Uris im Haus. Nee, unnötig. Aber zwei dinge haben mich wirklich gestört. Ich kam damit klar, dass man alles um ungefähr eine 27-jährige Schlafpause von Pennywise in Richtung Heute verschoben hat. Musste nicht sein, war aber auch nicht total blöd. Aber die Loser zwei bis drei Jahre älter zu machen, war wahnsinnig unnötig. So wurde die ganze Kindheitsdynamik zerstört. Nein, die Loser sind eben noch nicht auf der Highschool. Abgesehen davon, dass die Sexualisierung von Bev hier gar nicht mehr unschuldig war. Hat mir nicht gefallen.
    Die andere Seite: Die Kids trennen sich, lassen Bill im Regen stehen und nehmen den Kampf erst auf, als Pennywise Bev entführt. Wenn ich bei Drehbuchguru Blake Snyder in Save the Cat nachschaue, dann weiß ich, warum das passiert. Es ist schlicht die immer gleiche Hollywooddramaturgie, die hier auf IT angewendet wird. Aber das hat halt mit IT nichts zu tun. Und Bev als Mamsell in Distress ist schlicht eine Unverschämtheit.
    Die Kritiken, dass der Film zu witzig für einen Horrorfilm wäre, haben mich hingegen aufgeregt. IT ist ein wahnsinnig witziger Roman. Wenn die Filme nicht lustig wären, wäre das völlig vertan gewesen. Der zweite Film, von dem viele sagen, dass er deutlich schlechter sei, hat mir viel besser gefallen. Nicht, weil alles toll gewesen wäre, aber er trifft die Mischung zwischen Horror und Witz deutlich besser. Ist manchmal etwas irrwitzig und hat ein paar gar köstliche Anspielungen. Aus dem zweiten Film bin ich viel zufriedener heraus gegangen.
    Die beste Szene aller Filme ist natürlich das Cameo von Stephen King als Verkäufer imSecond Hand Clothes Second Hand Rose, in dem King selbst seinem Self Insert Bill Denborough vorwirft, er könnte keine guten Enden schreiben. Damit ende ich jetzt auch hier.

  9. Heute keine Liste bei #RedBalloon, sondern das, was ich gestern bei IT vergessen habe. Ich könnte zumindest kurz über die Verfilmungen sprechen.
    Es gibt ja bekanntermaßen zwei, die alte Fernsehminiserie mit Frank'N'Furter, sry, mit Tim Curry als Pennywise und die neuen Kinofilme von Andrés Muschietti mit Bill Skarsgård in der Rolle des lieblichen Clowns. Zu allererst: Beide Pennywises sind wunderbar. Tolle Darstellungen, Schauspieler, die sich die Seele aus dem Leib spielen.
    So, jetzt habe ich alles positive ... nein, so böse ist es auch wieder nicht.
    Die alte Fernsehserie von 1990 hält sich sehr brav an das Buch - allerdings so brav, dass es eben auch nie so richtig zünden mag. Alles hängt an Tim Curry, wenn der gerade nicht da ist, ist es ein bisschen langweilig. Und die Tricks sind eben Fernsehen Ende der 80er. Tja ...
    Der 2017er erste Teil von der Kino-Duologie warder erfolgreichste Kinohorrofilm aller Zeiten. Kann also so schlecht nciht sein, oder? Ich habe dabei harte Bauchschmerzen. Einerseits als Film natürlich gut. Für meine Verhältnisse viel zu viele Jumpscares, aber sicherlich ein guter Horrorfilm. Nur halt leider nicht IT. Einerseits gab es Änderungen, die Quatsch waren. Mikes ganzen Familienverhältnisse zum Beispiel. Das blöde Bild bei Stan Uris im Haus. Nee, unnötig. Aber zwei dinge haben mich wirklich gestört. Ich kam damit klar, dass man alles um ungefähr eine 27-jährige Schlafpause von Pennywise in Richtung Heute verschoben hat. Musste nicht sein, war aber auch nicht total blöd. Aber die Loser zwei bis drei Jahre älter zu machen, war wahnsinnig unnötig. So wurde die ganze Kindheitsdynamik zerstört. Nein, die Loser sind eben noch nicht auf der Highschool. Abgesehen davon, dass die Sexualisierung von Bev hier gar nicht mehr unschuldig war. Hat mir nicht gefallen.
    Die andere Seite: Die Kids trennen sich, lassen Bill im Regen stehen und nehmen den Kampf erst auf, als Pennywise Bev entführt. Wenn ich bei Drehbuchguru Blake Snyder in Save the Cat nachschaue, dann weiß ich, warum das passiert. Es ist schlicht die immer gleiche Hollywooddramaturgie, die hier auf IT angewendet wird. Aber das hat halt mit IT nichts zu tun. Und Bev als Mamsell in Distress ist schlicht eine Unverschämtheit.
    Die Kritiken, dass der Film zu witzig für einen Horrorfilm wäre, haben mich hingegen aufgeregt. IT ist ein wahnsinnig witziger Roman. Wenn die Filme nicht lustig wären, wäre das völlig vertan gewesen. Der zweite Film, von dem viele sagen, dass er deutlich schlechter sei, hat mir viel besser gefallen. Nicht, weil alles toll gewesen wäre, aber er trifft die Mischung zwischen Horror und Witz deutlich besser. Ist manchmal etwas irrwitzig und hat ein paar gar köstliche Anspielungen. Aus dem zweiten Film bin ich viel zufriedener heraus gegangen.
    Die beste Szene aller Filme ist natürlich das Cameo von Stephen King als Verkäufer imSecond Hand Clothes Second Hand Rose, in dem King selbst seinem Self Insert Bill Denborough vorwirft, er könnte keine guten Enden schreiben. Damit ende ich jetzt auch hier.

  10. IT ist King der Wochen und irgendwie ist mir der Stoff ausgegangen. #RedBalloon Na ja, dann erzähl ich nur kurz eine Geschichte. Ich habe IT zum ersten Mal gelesen, als ich zwölf war. Könnte ich auch schon dreizehn gewesen sein? Nein, sehr sicher zwölf, vielleicht sogar schon mit elf. Bis ich achtzehn war, hatte ich dieses Buch dann so oft gelesen, dass ich mit einem Kumpel gewettet habe, er könne mir einen Satz vorlesen, egal von wo, und ich würde ihm sagen, worum es geht, und was danach passiert. (Das alles natürlich mit dem Disclaimer, dass der Satz schon irgendwie zehn Wörter haben müsste, ich also eine Chance haben müsste.) Ich habe diese Wette locker gewonnen.
    Ich nehme die Wette auch jetzt an. Ich habe im Moment meine Kopie des Buches verliehen. Ich kann also nicht nachschauen. Wenn mich jemand herausfordern möchte?^^
    Es sind nur 1500 Seiten, so schwer ist es ja auch nicht. (Ich nehme den Mund echt voll, oder?)

  11. IT ist King der Wochen und irgendwie ist mir der Stoff ausgegangen. #RedBalloon Na ja, dann erzähl ich nur kurz eine Geschichte. Ich habe IT zum ersten Mal gelesen, als ich zwölf war. Könnte ich auch schon dreizehn gewesen sein? Nein, sehr sicher zwölf, vielleicht sogar schon mit elf. Bis ich achtzehn war, hatte ich dieses Buch dann so oft gelesen, dass ich mit einem Kumpel gewettet habe, er könne mir einen Satz vorlesen, egal von wo, und ich würde ihm sagen, worum es geht, und was danach passiert. (Das alles natürlich mit dem Disclaimer, dass der Satz schon irgendwie zehn Wörter haben müsste, ich also eine Chance haben müsste.) Ich habe diese Wette locker gewonnen.
    Ich nehme die Wette auch jetzt an. Ich habe im Moment meine Kopie des Buches verliehen. Ich kann also nicht nachschauen. Wenn mich jemand herausfordern möchte?^^
    Es sind nur 1500 Seiten, so schwer ist es ja auch nicht. (Ich nehme den Mund echt voll, oder?)

  12. King der Wochen ist IT bei #RedBalloon und ich wollte ja noch über die Themen sprechen. Über Freundschaft als Mittelpunkt des Buches habe ich schon geschrieben. Auch über Bevs Privatthema. Da werde ich mich mal nicht weiter mit beschäftigen. Was haben wir sonst noch so?
    Ein wichtiger Punkt ist Kindheit und wie wir unsere Kindheit vergessen. die Verlierer vergessen auf magische Weise quasi ihre ganze Kindheit und erinnern sich sehr lebendig daran zurück, als sie von Mike angerufen werden. (Der hat mehr Erinnerungen an Es, weiß aber auch nicht alles.) Wenn man bedenkt, dass King in etwa im Alter der erwachenen Loser war, als er den Roman geschrieben hat, kann man das Buch durchaus als kleine Klage darüber verstehen, dass er seine eigene Kindheit nicht so behalten hat, wie er es sich wünscht. Und natürlich ist es auch eine Beschreibung dessen, was uns allen passiert - vieles aus unserer Kindheit geht eben verloren. Daneben erforscht #StephenKing insgesamt das Thema Erinnerung, auch das Thema kollektive Erinnerung, speziell in seinen Zwischenspielen.
    Ich habe schon die These gehört - sie hat den einen ganz leichten Geruch des weiten Herholens an sich -, dass IT in den Karrieren der Loser auch deren allgemeines gesellschaftliches Vorkommen spiegelt. Bill und Ben werden berühmt, der eine als Schriftsteller, der andere als Architekt. Richie ist als Radiomoderator eine lokale Berühmtheit. Das sind die drei supererfolgreichen Loser. Eddie hat einen sehr erfolgreichen Limousinenservice in einer großen Stadt - auch er ist irgendwo zwischen wohlhabend und reich, wie alle Loser, die Derry verlassen haben, aber schon zwei Stufen tiefer, Stan Uris ist - uh, das jüdische Klischee - Unternehmensberater und damit sehr erfolgreich, und Beverly ist erfolgreiche Designerin. Beverly ist hier ein bisschen rauszunehmen, weil sie eine Version ihres gewalttätigen Vaters heiratet und insgesamt unglücklich ist. Ihr finanzieller Erfolg wird überschattet.
    Am Ende ist Mike, der einzige schwarze Loser, der arme Bibliothekar. Der Jude Stan und der polnischstämmige Eddie sind in der gesellschaftlichen Leiter auch deutlich niedriger, als die klassisch weißen Männer der Gruppe. Ist das ein Zufall?
    Um das abzuschließen - weitere Themen sind natürlich Fantasie und ihre Macht, aber auch die Strukturen von Städten, wie sie mit ihrer Geschichte umgehen und wie bei manchen Dingen weggeschaut wird. Habt ihr noch mehr?

  13. King der Wochen ist IT bei #RedBalloon und ich wollte ja noch über die Themen sprechen. Über Freundschaft als Mittelpunkt des Buches habe ich schon geschrieben. Auch über Bevs Privatthema. Da werde ich mich mal nicht weiter mit beschäftigen. Was haben wir sonst noch so?
    Ein wichtiger Punkt ist Kindheit und wie wir unsere Kindheit vergessen. die Verlierer vergessen auf magische Weise quasi ihre ganze Kindheit und erinnern sich sehr lebendig daran zurück, als sie von Mike angerufen werden. (Der hat mehr Erinnerungen an Es, weiß aber auch nicht alles.) Wenn man bedenkt, dass King in etwa im Alter der erwachenen Loser war, als er den Roman geschrieben hat, kann man das Buch durchaus als kleine Klage darüber verstehen, dass er seine eigene Kindheit nicht so behalten hat, wie er es sich wünscht. Und natürlich ist es auch eine Beschreibung dessen, was uns allen passiert - vieles aus unserer Kindheit geht eben verloren. Daneben erforscht #StephenKing insgesamt das Thema Erinnerung, auch das Thema kollektive Erinnerung, speziell in seinen Zwischenspielen.
    Ich habe schon die These gehört - sie hat den einen ganz leichten Geruch des weiten Herholens an sich -, dass IT in den Karrieren der Loser auch deren allgemeines gesellschaftliches Vorkommen spiegelt. Bill und Ben werden berühmt, der eine als Schriftsteller, der andere als Architekt. Richie ist als Radiomoderator eine lokale Berühmtheit. Das sind die drei supererfolgreichen Loser. Eddie hat einen sehr erfolgreichen Limousinenservice in einer großen Stadt - auch er ist irgendwo zwischen wohlhabend und reich, wie alle Loser, die Derry verlassen haben, aber schon zwei Stufen tiefer, Stan Uris ist - uh, das jüdische Klischee - Unternehmensberater und damit sehr erfolgreich, und Beverly ist erfolgreiche Designerin. Beverly ist hier ein bisschen rauszunehmen, weil sie eine Version ihres gewalttätigen Vaters heiratet und insgesamt unglücklich ist. Ihr finanzieller Erfolg wird überschattet.
    Am Ende ist Mike, der einzige schwarze Loser, der arme Bibliothekar. Der Jude Stan und der polnischstämmige Eddie sind in der gesellschaftlichen Leiter auch deutlich niedriger, als die klassisch weißen Männer der Gruppe. Ist das ein Zufall?
    Um das abzuschließen - weitere Themen sind natürlich Fantasie und ihre Macht, aber auch die Strukturen von Städten, wie sie mit ihrer Geschichte umgehen und wie bei manchen Dingen weggeschaut wird. Habt ihr noch mehr?

  14. King der Wochen ist IT bei #RedBalloon und hier ist mal Zeit für ein spannendes Detail: Jeder Schreibratgeber sagt: Konflikt, Konflikt, Konflikt! Und schaut man sich den Club der Verlierer an, so gibt es keinen Moment eines wirklichen Konfliktes innerhalb der Gruppe. Meine Güte, es gibt ein präpubertäres Love Triangle und trotzdem gibt es keinen Konflikt. (Ich glaub, ich hab da einen Wiederholungsfehler)
    Das ist nicht nur eine Frage von Freundschaft, es ist vor allem einer Frage von Zusammenarbeit. IT/Pennywise ist allein, und wie lange es schon alleine ist, und auch die menschlichen Antagonisten, die Jungs um Henry Bower, halten nicht wirklich zusammen. Sie verbindet keine Freundschaft, sondern allenfalls Bewunderung und einiges an Angst.
    Die Verlierer sind eine Gruppe von Außenseitern. Alle wissen, wie es ist, angegriffen und gemobbt zu werden. Und was machen sie mit Richie, dessen Klappe nie so richtig weiß, was sie tut? Sie sagen ihm mit einem schnellen "Piep, Piep Ritchie!", dass er die Klappe halten soll, weil sein Witz zu weit ging.
    Ich mag den Kontrast sehr, der sich da zu den "normalen" YA-Büchern auftut. Ich lese viel zu viele Texte, in denen sich Leute anbitchen, weil den Schreibenden einfach die Konflikt-Doktrin ins Hirn gehämmert wurde. Ich mag meine Geschichten auch ohne solche Konflikte ganz gern.

  15. Weiter mit IT, King der Woche, #RedBalloon, es ist noch so viel zu erzählen: Heute ist ja der Tag für die ShortKings, das ist eine einfache Sache, denn IT ist voll mit eigenen Kurzgeschichten. Ich erwähnte irgendwo oben die Geschichte um den Tod von Edward Corchoran - könnte man wunderbar auch als alleinstehende Horrorkurzgeschichte veröffentlichen. Die ganzen sechzig Seiten am Anfang des Buches, einerseits der Tod von Georgie, so ikonisch mit Pennywise im Abfluss, aber auch der Tod von Adrian Mellon.
    Noch eindrücklicher in diese Kategorie gehören die Zwischenspiele, in denen Mike aus der Geschichte von Derry erzählt. Zwei sind für mich besonders:
    Das Massaker an der Bradley-Bande in 1929, das Mike vom Apotheker Norbert Keene erzählt bekommt, der auch zweimal an wichtigen Punkten der 1958-Zeitebene vorkommt. Er erzählt mit einem gewissen Stolz, wie die sogenannte Bradley-Bande in Derry Munition bestellt, sie wieder abholen will und dann ihre Autos so voll Blei gepumpt werden, dass man sie nicht mehr als Autos erkennen kann.
    Noch eindrücklicher: Etwa 1930 gab es eine Art Vereinshaus der kleinen schwarzen Kompanie vom Militärstützpunkt in Derry - in der auch Mikes Vater diente. Er erzählt Mike kurz vor seinem Tod - er wird vom Krebs aufgefressen - davon, wie eine Gruppe von reichen weißen Einwohnern der Stadt sich Kutten überzieht und das "Black Spot" - so heißt der kleine Club - anzündet. Da gibt es ganz viel unangenehme Geschichte, gemischt mit den Erfolgen der schwarzen Soldaten, die die ihnen zugewiesene Hütte erst mal sanieren müssen. Und es gibt die Geschichte zwischen dem Teenagersohn und dem sterbenden Vater, die einem das Herz bricht.

  16. Ja, IT als King der Wochen, ich weiß, liest schon lange keiner mehr. #RedBalloon Aber, hier ist eine gute Möglichkeit, mal in die Themen zu schauen. Und ein Buch von weit über tausend Seiten hat natürlich mehr als ein Thema. Was die meisten, die sich mit #StephenKing nicht so richtig beschäftigt haben, nicht verstehen, ist, dass sein Thema nie Horror ist. Und in IT ist es natürlich auch nicht Pennywise und seine Art für Angst zu Sorgen. ES kann sich in alles verwandeln, was seinen Opfern die meiste Angst macht. Jo, schnell verstanden, unkompliziert. Reicht nicht für ein Thema.
    Bei IT ist das erste Thema unbedingt Freundschaft.
    Einerseits wie Kinder ohne Ansehen der Person einfach einig sind, sich zusammenschließen und wirklich Freunde sind, andererseits auch wie alte Freunde in ihren Dreißigern wieder zusammen kommen und einfach da anschließen, wo sie zwanzig Jahre vorher aufgehört haben. Die alten Rollen einnehmen, die alten Witze machen und wissen, dass sie sich immer noch aufeinander verlassen können.
    Vor ein paar Tagen habe ich die Gruppe ein bisschen sortiert, also nach Wichtigkeit und nach eigener Geschichte. Letztlich ist für King hier aber nicht die Einzelperson wichtig. Noch nicht mal Bill als eigentlicher Anführer der Gruppe. Alle sieben sind wichtig. Alle sieben werden gebraucht und geliebt.

  17. Freitag, eine Liste bitte zu IT, dem King der Wochen - ja, ich mach nächste Woche weiter. #RedBalloon
    Lieblingsmomente, fünf Stück - sind natürlich nicht genug, könnte sein, dass ich das Buch wirklich mag.
    Das Date: Richie, Ben und Beverly gehen ins Kino. Und hinterher setzen sie sich erfolgreich gegen Henry Bowers und seine Schlägertruppe zur Wehr.
    Ich mag auch böse Szenen und wahrscheinlich ist keine so böse, wie die Kurzgeschichte rund um Edward Corchoran, den das Monster aus der schwarzen Lagune fängt. Noch im Sterben tastet Edward nach dem Reißverschluss, denn das muss doch ein Anzug sein, eine Maske, das muss doch ...?
    Beverly besucht Frau Kersh: Die erwachsenen Verlierer machen sich einzeln auf den Weg durch Derry, um ein Gefühl für die Stadt zu bekommen. Bev geht nach Hause, aber in der Wohnung von früher wohnt jetzt Frau Kersh. Und die nette ältere Dame entpuppt sich als eine Verkörperung von Pennywise.
    Die apokalyptische Steinschlacht. Der Club der Verlierer bekommt mit Mike das letzte Mitglied und besiegen Henry und vier weitere ältere Jungs in einer blutigen Schlacht.
    Der Tag, an dem sich unter anderem Ben und Beverly im unterirdischen Clubhouse verstecken und Belch Huggins oben drauf sitzt und ... es ist sehr süß und ein bisschen eklig und witzig.

  18. Weiter mit IT, King der Woche, #RedBalloon, es ist noch so viel zu erzählen: Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Club der Verlierer. Die große Frage muss doch eigentlich immer sein, wer denn nun die Hauptfigur ist? Oder sollte #StephenKing es geschafft haben, sieben gleichberechtigte Figuren zu erschaffen? Nein, hat er nicht. Stan ist wie schon erwähnt immer ein bisschen am Rande. Das gleiche gilt auch für Eddie - der hauptsächlich dafür da ist, zu spiegeln, wie toll Big Bill ist und als dessen Schatten mitläuft - und in gewisser Weise auch für Mike - der kommt als Letzter zur Gruppe und ist auch in 1985 ein wenig Außenseiter, weil er ja in Derry geblieben ist und sich an deutlich mehr erinnert, als seine Freunde.
    Damit bleiben vier Hauptpersonen. Aufsteigend ist da Richie, der nicht so oft im Mittelpunkt steht und wenig Entwicklung hat, also auch ein wenig hinter den anderen zurück steht. Und das das "Love Triangle" - weil Ben in Bev verschossen ist und diese in Bill - und von denen ist eigentlich Bill als erster zu nennen. Er hat viel von einem Klischeehelden - er kann halt nur nicht so gut reden, ist aber der größte und hübscheste und überhaupt - und auch wenn er der erste ist, den wir im Buch antreffen - schließlich hat er das legendäre Papierboot gefaltet - er steht ein bisschen hinter Ben und Bev zurück. Bev hat die in sich stringenteste eigene Geschichte - das schaue ich mir morgen mal an - und Ben ist immer wieder der, in dem sich am meisten abspielt. Seine zarte Liebe für Bev, seine Schüchternheit, sein Selbstbewusstsein, wenn etwas gebaut werden muss, er ist der eigentlich Held - zumindest für mich. Vielleicht würden andere die Liste ja ganz anders aufbauen.

  19. Weiter mit IT, King der Woche, #RedBalloon, es ist noch so viel zu erzählen: Heute der Club der Verlierer und ja, es gibt Spoiler! CN Suizid.
    Eigentlich kann man so eine Gruppe nicht zusammenstellen, wie #StephenKing das hier macht. Das ist doch Kitsch: Sieben Kinder, jedes Kind hat eine andere Schwäche, dass es zum Außenseiter macht. Bill Denbrough stottert, Ben Hanscom ist dick, Mike Hanlon schwarz, Stan Uris Jude, Richie Tozier Brillenträger und mit Sicherheit neurodivergent und hochbegabt, Eddie Kasprak hat psychosomatisches Asthma und Beverly Marsh ist ein Mädchen - ja, das war billig, Bev ist außerdem arm und ihr Vater schlägt sie.
    Mit so einer Konstellation könnte man sehr schön Betroffenheitskino machen, was anstatt dessen passiert: Jedes menschliche Wesen, dass sich schon mal als Außenseiter gefühlt hat, kann absolut mit diesen sieben Freunden mitfühlen und sie werden zu den Freunden der Lesenden.
    Außerdem sind sie alle sieben ziemlich vollständige Persönlichkeiten. Wir bekommen mit einer Ausnahme von allen auch Innensichten und eigene Abenteuer und sie sind daher auch alle runde Charaktere. Die Ausnahme ist Stan Uris, der den Anruf am Anfang des Buches nicht gut aufnimmt und sich aus dem Club mithilfe von Rasiermesser und Handgelenk abmeldet. Stans Perspektive haben wir nie. Somit bleibt er ein zwar durchaus geliebter Mitverlierer, aber es gibt eine gewisse Distanz.
    Zu ihren Schwächen haben die Verlierer auch alle noch Stärken und Charakter: Bill ist der Anführer mit schneller Reaktion und Entscheidung, Ben ist der Erbauer, Mike kennt sich in Derry am besten aus, auch in der Geschichte. Richie macht den Alleinunterhalter und bringt die nötigen Sprüche, Stan ist ordnungsliebend und penibel, wenn das nötig ist. Eddie hat einen Kompass im Gehirn und Bev ist nicht nur die Scharfschützin, sondern auch ein Stück weit der Zusammenhalt des Teams. Alle werden gebraucht. Ein Hoch auf die Verlierer!

  20. Weiter mit IT, King der Woche, #RedBalloon, es ist noch so viel zu erzählen: Heute mal ein Blick auf Pennywise himself. Achtung, hartes Spoilerterritorium.
    Was #StephenKing da gebastelt hat, ist ein unbegreifliches Wesen von Lovecraft'scher Dimension, von dem man trotzdem in der Popkultur nur den Clown in Erinnerung hat. Ohne in die absoluten Tiefen des Wesens von Es einzusteigen - will ja nicht die Totenlichter sehen -, der wichtige Punkt ist, Pennywise ist eine von vielen Masken, quasi eine Lieblingsmaske - Bob Gray, genannt Pennywise, der tanzende Clown -, aber Es verwandelt sich ansonsten gern in das, wovor seine Opfer die meiste Angst haben.
    Das liegt an seinem Diätplan. Es ernährt sich nicht von dem Fleisch der Kinder, die es annagt, Es ernährt sich von der Angst. Am liebsten von der Angst von Kindern, weil die einfach würziger ist, einfach so ein Stück leckerer.
    Und so ist Seine Taktik nicht immer gleich. Einen kleinen Jungen, wie George Denbrough lockt es als Clown an, um am Ende ein Maul voller sehr langer Zähne zu zeigen. Bei älteren Kindern verwandelt es sich in Dinge, die diese oft aus dem Kino kennen, eine Mumie, ein Leprakranker, in 1985 auch mal der weiße Hai. Dann ist es meistens auch nicht weit mit einer Form des Anlockens, da ist Es dann ein Monster und will töten.
    Dabei können Erwachsene Es oft gar nicht sehen, oder sie erinnern sich schlecht an Es, wenn sie Es gesehen haben. Kinder können Es immer sehen und begreifen oft ganz intuitiv, dass Es etwas Böses ist.
    Verwandelt Es sich in etwas, dann ist es in gewisser Weise an die Regeln gebunden, die dieses Bild bestimmen. Als Vampir könnte Es dann zum Beispiel nicht in die Sonne. Nein, es würde auch nicht glitzern.

  21. IT, der King der Woche bei #RedBalloon, ist nicht nur ein echter Ziegelstein von einem Buch, der Roman ist auch ein Beispiel an Struktur, die einerseits fesselt, andererseits aber so ein reiches Bild liefert und niemals eintönig wird. Es beginnt mit zwei kurzgeschichtenartigen Kapiteln, dem Tod von George Denbrogh in 1957 und dem von Adrian Mellon in 1985. Beide beginnen eine Fressphase von dem Wesen, das wir Es nennen. In beiden tritt Es als Clown Pennywise in Erscheinung.
    Dann ruft ein gewisser Mike Hanlon sechs Kindheitsfreunde an. Das passiert 1985. In diesen sechs Unterkapiteln wechselt #StephenKing zwischen den Hauptfiguren als Perspektivfiguren und anderen (Rand-)Figuren, aus deren Sicht wir sehen, was passiert. Nicht bei allen spielt der eigentliche Anruf eine Rolle - bei Ben Hanscom zum Beispiel ist der Anruf schon eine kleine Weile her.
    Dann folgt das erste Zwischenspiel. Diese Zwischenspiele sind immer aus den Notizen von Mike Hanlon, der in 1985 der Bibliothekar von Derry ist und eine Menge über die Lokalgeschichte herausgefunden hat, die erstaunlich oft blutig und mörderisch ist.
    Und so haben auch die folgenden Kapitel immer eine sich wiederholende Struktur - wie die Anrufe - und wechseln oft zwischen 1958 und 1985 hin und her. Dabei fällt King nie in die Falle, dass er sich wirklich wiederholt - will heißen, er bringt in die Struktur immer so viel Abwechslung, dass es nie vorhersehbar wird. Die Erwachsenen, die Mike angerufen hat, reisen größtenteils nach Derry und erinnern sich an 1958 und dann wechselt es dorthin und wir erleben ihren Sommer, der so viel Freundschaft und Spaß und ein unvorstellbares Monster bringt.

  22. Ja, Es ist King der Woche bei #RedBalloon. So sehr ich das Buch liebe, so blöd ist es bei diesem Titel darüber zu schreiben. Ich stelle jetzt um auf IT, damit es immer so ein bisschen aus dem Text heraussticht. Heute die kurze Inhaltsangabe:
    Unter Derry in Main lebt ein uraltes und von Grund auf böses Wesen. Ein Es, dass keinen wirklichen Namen hat, dass sich selbst die Form geben kann, die aus den Ängsten seiner Opfer stammt. Die Lieblingsform aber ist Bob Gray, genannt Pennywise, der tanzende Clown.
    Alle 27 Jahre wacht dieses Es auf und frisst und Es ernährt sich von Ängsten und Verzweiflung. Am liebsten von der Todesangst der Kinder, die Es ermordet.
    1957 ist es der kleine Georgie Denbrough, den Es sich als Erstes schnappt. Und damit aber einen Fehler macht, denn Georgies großer Bruder Bill und seine bald sieben Freunde, alle elf Jahre alt, nehmen den Kampf auf.

  23. Es musste so kommen, King der Woche(n) ist Es / It bei #RedBalloon. Die Pluralendung in Klammern stellt in Frage, ob ich mit einer Woche mit diesem Buch klar komme - nicht, weil es so viel komplizierter wäre als beispielsweise The Stand oder Under the Dome, sondern einfach weil es mein Lieblingsbuch ist und ich so viel darüber weiß.
    Heute geht es ja nur um die Entstehung: #StephenKing schrieb im Verlauf von mehreren Jahren an diesem Buch, dass je nach Ausgabe irgendwas zwischen 1100 und 1500 Seiten hat. Mit dem Buch war von Anfang an die Idee verbunden, damit die klassischen Horrorfiguren beiseite zu legen. In It sollten alle möglichen Wesen auftauchen, die King in den 50ern schon im Kino gesehen hatte und damit sollte es dann auch gut sein. Das hat er nicht unbedingt durchgehalten. Es gibt auch später noch vampir- und zombiehafte Wesen und natürlich die Outsider, die er selbst geschaffen hat. Und Geister, eine Menge Geister ...
    Derry, die Stadt, in der Es spielt, wird schon vorher erwähnt, war aber nie Schauplatz, dafür wird es später noch einige Male für Romane und Kurzgeschichten Kulisse bilden. Derry ist nicht die typische Maine'sche Kleinstadt wie Castle Rock oder Salem's Lot, sondern ziemlich unverschlüsselt Bangor, die drittgrößte Stadt des Staates. Die Flüsschen Penobscot und Kenduskeag kommen vor und Bangor hat sogar eine dieser riesigen Plastikstatuen von Sagenfigur Paul Bunyan, wie sie im Roman vorkommen.
    Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, sowohl 1958, als auch 1985. Die Hauptfiguren sind in 58 elf bis zwölf Jahre alt. Sai King selbst war übrigens im Sommer 58 nur zehn Jahre alt, ist also einen Hauch jünger als die Kids aus dem Club der Verlierer.
    Jedes Kapitel in diesem Buch hat einen Teil eines Gedichtes vorstehen, außerdem je einen Satz aus einem Rocksong. Rock'n'Roll spielt auch anderweitig noch eine Rolle.
    Insgesamt ist der Roman groß angelegt, ambitioniert und bestimmt kein Roman über einen Horrorclown. Aber das erkläre ich im Laufe der Tage.

  24. Die Liste am Freitag bei #RedBalloon: Die "besondere" Kurzgeschichte aus jeder der fünf Sammlungen - passt ja, im nächsten Jahr kommt dann die sechste Sammlung raus und da #StephenKing so langsam auf die achtzig zu geht, muss man befürchten, dass es die letzte ist.
    Bei der Nachtschicht muss es Die letzte Sprosse sein. Eine von zwei eher literarischen Kurzgeschichten, eine Geschichte, die mich jedes mal packt und mir hin und wieder auch ein Tränchen hervorlockt.
    Aus Skeleton Crew: Nona! Oh, Nona, diese unwiderstehbare junge Frau, die unseren Helden zu schrecklichen Taten anstiftet. Eine Geschichte, die in einer Gruft in Castle Rock endet, muss doch gut sein, oder? (Ja, manchmal liebe auch ich Horror absolut.)
    Nightmares and Dreamscaes ist bei mir die Nummer 5 der Sammlungen, aber immerhin gibt es Popsy! Ein professioneller Kidnapper hat einen kleinen Jungen entführt und der droht ihm immer mit seinem Popsy. Dem Entführer ist das so lange egal, bis Popsy auf dem Dach landet. Und der Kleine hat auch ganz außergewöhnlich lange Zähne. Hihi.
    Aus Everything's eventual: Unbedingt die Geschichte um Alfie Zimmer, der eigentlich suizidal ist, aber noch diese Sammlung von Klosprüchen hat, von der er nicht will, dass man sie bei seinen Sachen findet. Und letztlich könnten Sprüche wie der Titel der Geschichte "All that you love will be carried away", aber auch "Poopie doopie you so loopy", ihm das Leben retten. "Nobody here even if there is".
    Im Basar der bösen Träume ist es dann nicht Blockade Billy - eine Geschichte, der ich mich nie entziehen kann, sondern die verrückte Geschichte von den immer wahnsinniger werdenden Feuerwerken zum 4. Juli: Feuerwerksrausch - eine Geschichte die gleichermaßen schräg-witzig ist, wie sie die Vorurteile und Marotten von einer Schicht beschreibt, die in den USA gerne als White Trash bezeichnet werden.
    Ach ja, Kurzgeschichten. ;) Jetzt schreib ich mal an meiner eigenen weiter ...

  25. Die letzten drei Storys aus der Nachtschicht, dem King der Woche, sind heute dran. #RedBalloon
    Der Mann, der Blumen liebte / the Man who loved flowers: Ja, es gibt Geschichten, bei denen ich das Gefühl habe, die sind nur da. Wie hier, als jemand Blumen kauft, ganz charmant ist und in einem Nebensatz schon von einem Serienkiller gesprochen wird. Und dann ist er sich sicher, endlich siene Frau norma gefunden zu haben, die allerdings schon lange tot ist. Na ja, der Rest ist Schweigen.
    Einen auf den Weg / One for the Road: Die letzte Horrorgeschichte im Wortsinne in dieser Ssammlung. Ein Mann kommt in der Nähe von Salem's Lot aus dem Schneesturm in eine Kneipe und bittet um Hilfe. Er ist steckengeblieben, Frau und Kind sind noch im Auto und auch wenn die beiden einzigen Anwesenden das Schlimmste befürchten, versuchen sie ihr Glück. Sie finden das Auto, da ist auch ein Kind, aber ist es noch ein Kind oder schon ein kleiner Vampir? Wenn es um klassische Monster geht, sind Vampire irgendwie genau Kings Ding. perfekte Kombination.
    Die Frau im Zimmer / The Woman in the Room: Stark autobiographische Geschichte von einem Mann, der darüber nachdenkt, seiner an Krebs sterbenden Mutter einen schnelleren Tod durch Tabletten zu ermöglichen. Sehr vieles aus der Konstellation des Protagonisten mit Bruder und Mutter sind sehr parallel zu dem Krebstod von Ruth Pilsbury King, begleitet vom Adoptivsohn David und leiblichen Sohn Stephen. Irgendwie entzieht sich diese Geschichte immer meiner Wertung.
    Damit haben wir eine wietere Kurzgeschichtensammlung hinter uns, nächste Woche gibt es dann ... was längeres ...

  26. Schauen wir noch mal schnell in die Nachtschicht herein, den King der Woche bei #RedBalloon:
    Kleiner Abstieg: Der Rasenmähermann / The Lawnmower Man - ja, die Geschichte ist ein kleiner Reinfall. Harold Parkette bestellt jemand zum Mähen seines Rasens. Aber der Typ, der kommt, rennt nackt hinter seinem Mäher her und frisst das Gras. Und weil Parkette das nicht okay findet, wird der rasenmähende Satyr - denn das ist der Mann -, ihn leider seinem Gott Pan opfern müssen. Nun ja ...
    Ich weiß, was du brauchst / I know what you need: Elizabeth lernt jemanden kennen, der offenbar immer weiß, was sie braucht. Ed. Mit der Zeit wird klar, dass Ed eine Art übersinnlicher Stalker ist, der durch schwarze Magie tief in ihre Psyche schauen kann.
    Beide Geschichten sind nicht so wirklich ausgegoren. Ein bisschen zu viel surreale Idee und zu wenig immanente Logik.
    Kinder des Mais / Children of the Corn: Nein, ursprünglich hieß die Geschichte auf Deutsch nicht Kinder des Zorns, das kam erst mit den allgemein als sehr durchschnittlich besprochenen Filmen. Ein Ehepaar kommt in eine verlassen wirkende Stadt. Irgendwo im Mais ist ihnen ein Mensch vors Auto gefallen, war aber schon ein bisschen länger tot. Jetzt wollen sie hier jemanden finden, der hier verantwortlich ist, aber es gibt nur noch Kinder, die eine wilde evangelikale Religion durchsetzen und die einen Gott hinter den Reihen anbeten, der irgendwo im Mais wohnt.
    Die Geschichte ist eine größere Idee, die der junge King aber noch nicht so ganz bewältigt bekommt. Sehr viel creepy Stimmung, einiges an gut verstandener Verzweiflung. Die beste von den drei Geschichten.

  27. Pet Sematary ist der King der Woche bei #RedBalloon und ganz offenbar müssen wir über Zombies sprechen, oder? Wir haben hier nämlich einen Zombieroman vor der Zeit der Zombiefilme und -romane vor uns. Tiere und Menschen kommen zurück von den Toten. Das ist nicht nur christliche Mythologie, das ist sonst gern mit Voodoo und dem dortigen Zombiemythos verbunden. Hier wird Voodoo durch den Wendigo-Mythos der amerikanischen Ureinwohner ersetzt.
    Das hat aber mit modernen Zombiemedien nichts zu tun, weil es nicht um eine Art um sich greifende Seuche handelt. Einen solchen Zombieroman hat King auch geschrieben, aber der heißt Puls / Cell und wird durch Handys übertragen.
    Mit dem Zombie hat King hier einen traditionellen Untotenmythos aufgegriffen, der eigentlich immer mit dem anderen wichtigen Untoten, den Vampiren, konkurriert. Aber die hatte er ja in Salem's Lot schon durchgekaut. Pun sowas von intended. Ein Art Vampir kommt dann noch mal in Dr. Sleep vor und auch die Outsider, die hier und da vorkommen, haben teilweise vampirhafte Züge.
    Dem Zurückholen von toten Menschen hat #StephenKing sich auch noch mal gewidmet. Das Buch heißt passenderweise Revival.

  28. Pet Sematary ist der King der Woche bei #RedBalloon und ganz offenbar müssen wir über Zombies sprechen, oder? Wir haben hier nämlich einen Zombieroman vor der Zeit der Zombiefilme und -romane vor uns. Tiere und Menschen kommen zurück von den Toten. Das ist nicht nur christliche Mythologie, das ist sonst gern mit Voodoo und dem dortigen Zombiemythos verbunden. Hier wird Voodoo durch den Wendigo-Mythos der amerikanischen Ureinwohner ersetzt.
    Das hat aber mit modernen Zombiemedien nichts zu tun, weil es nicht um eine Art um sich greifende Seuche handelt. Einen solchen Zombieroman hat King auch geschrieben, aber der heißt Puls / Cell und wird durch Handys übertragen.
    Mit dem Zombie hat King hier einen traditionellen Untotenmythos aufgegriffen, der eigentlich immer mit dem anderen wichtigen Untoten, den Vampiren, konkurriert. Aber die hatte er ja in Salem's Lot schon durchgekaut. Pun sowas von intended. Ein Art Vampir kommt dann noch mal in Dr. Sleep vor und auch die Outsider, die hier und da vorkommen, haben teilweise vampirhafte Züge.
    Dem Zurückholen von toten Menschen hat #StephenKing sich auch noch mal gewidmet. Das Buch heißt passenderweise Revival.

  29. Die letzte Geschichte in Different Seasons - dem King der Woche bei #RedBalloon - ist die Atemtechnik. Dabei nutzt #StephenKing eine relativ lange Rahmenhandlung, um darin eine Kurzgeschichte zu erzählen, denn mehr ist die Atemtechnik selbst eigentlich nicht.
    In der Rahmenhandlung erzählt uns der inzwischen schon über siebzigjährige David Adley, wie er vor einigen Jahren in den Club eingeladen wurde. Sein Vorgesetzter lud ihn etwas geheimnisvoll ein und seitdem ist er dabei. Der Club ist ein Gentleman's CLub in New York, für den noch nicht mal Beiträge bezahlt werden müssen. Es gibt eine großartige Bibliothek, immer gute Drinks, einen billardraum und einen riesigen Kamin, an dem Geschichten erzählt werden. "Die Geschichte zählt, nicht der Erzähler." Allerdings scheint der Club auch eine Art Tor zwischen den Dimensionen zu sein, denn in der Bibliothek findet man Bücher von Verlagen und Autoren, die sonst nicht zu finden sind. Und Stevens, der immer zuvorkommende Butler und Barmixer, ist scheinbar schon immer da und altert nicht. Kleinigkeiten.
    Immer zu Weihnachten werden die gruseligeren Geschichten erzählt und eine davon ist die Geschichte von Sandra Stansfield, die in den Dreißiger Jahren unverheiratet schwanger wird. Ihr Arzt Emlyn MacCarron erzählt, wie sie bei ihm auftaucht, von ihm lernt, dass sie Vitamine für Schwangere nehmen soll und auch mit der Atemtechnik vertraut gemacht wird, die zu dem Zeitpunkt noch recht unbekannt ist. Am Tag der Geburt gibt es einen schrecklichen Unfall, bei dem Sandra stirbt, ja, enthauptet wird. Aber ihr Körper macht mit der Atemtechnik weiter, weil sie einen offenbar übersinnlichen Willen hat.
    Ich muss zugeben, für mich ist die eigentliche Geschichte nur die Zugabe, ich mag den Winter von Different Seasons wegen des Clubs. Das Ding ist einfach so ein Ideal, mit der lederschweren Bibliothek, dem Kamin, in den immer ein Pulver geworfen wird, bevor Geschichten erzählt werden, damit die Flammen in verschiedenen Farben aufleuchten - manchmal auch in welchen, die nicht zum Regenbogen gehören. Ach, das ist alles zu cool und ich würde gerne noch mehr Geschichten über den Club lesen.