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#johanneskopp — Public Fediverse posts

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  1. Lächerliche Hilflosigkeit

    Die Infantino-Gegner machen die gleichen Fehler wie die europäische Aussenpolitik

    “Die größten Abstriche sind im Bereich ‘Global Europe’, also bei der internationalen Zusammenarbeit, Entwicklungspolitik und humanitärer Hilfe geplant”. Das schreibt der fachkundige Eric Bonse in der taz. Und dass das aber dem Blackrock-Nerz und u.a. “Niederlande, Schweden und Österreich” bei weitem noch nicht genug ist. So macht mann sich in der Welt da draussen Freund*inn*e*n.

    Der deutsche “Antisemitismus”-Diskurs ist, um es mal “neutral” zu formulieren, schon ein Alleinstellungsmerkmal in der Welt. Mit negativem Unterton, und dennoch sachlich zutreffend, können Sie es auch “deutscher Sonderweg” nennen. Daran hat auch der Friedenspreis des deutschen Buchhandels nicht wirklich was geändert – im besten Falle beeinflusst … Liesse sich historisch begründen, sagt/schreibt trotzdem keine*r. In Irland dagegen ist die öffentliche Meinung besonders “propalästinensisch”.

    Ebendieses Irland wird vom oben zitierten Kollegen Bonse für sein haushaltspolitisches Stümpertum im EU-Vorsitz angemessen kritisiert.

    “Und nun zum Sport”

    Die allseits respektierten Kollegen Thomas Kistner und Johannes Aumüller legten gestern in der SZ-Paywall ausführlich dar, wie sich der Fifa-Mafioso Gianni Infantino das eine oder andere Milliönchen zusätzlich auf seine persönlichen Konten geschoben haben soll. Pfui bä, wie kann er nur? Wer hätte das gedacht? Antwort: fast alle!

    Und was macht der erfahrene Patriarch/”Don” der “Familie”? Ziemlich genau das:

    “Machtkampf in der Fifa: Große Bescherung – Vor der Sitzung des Fifa-Rats dürfen sich die Nationalverbände über Ausschüttungen in Rekordhöhe freuen. Präsident Infantino kämpft um seinen Posten.” (Johannes Kopp/taz).

    Dä. Statt 7 bekommen die Nationalverbände jetzt 22.000.000. Infantinos Gehaltsplus wäre also nur Trinkgeld. Das soll ein Skandal sein? Da lachen die Fussballoligarchen abends im Puff drüber.

    Die europäische Uefa, die so sauber tut, und ungestört von EU-gesetzlicher Einflussnahme das gleiche treiben darf, wie der Don Infantino, müsste also in einen Wettbewrb der Mafiosi eintreten: wer bietet mehr? Tut sie aber nicht. Weil sie nichts abgeben will. Wie die EU.

    Stattdessen steckt sie sich einen Jahresumsatz von derzeit gut 5.000.000.000 in die eigenen Bilanzen. Und mit wem macht sie solche Deals? Mit ebender US-Vermarktungsagentur, die schon das Uefa-Vermarktungsjuwel Champions League (der Herren) an die Trump-Buddys des Ellison-Clans (“Paramount+”) für vier verhökert hat, und das jetzt auch mit dem Länderspielpausen-Ärgernis Nations League (der Herren) tun soll.

    Gibt es darüber schon irgendwo Aufregung in irgendeinem Superduper-“Investigativ”-Medium? Oder gar im EU-Parlament? Ach egal … die dürfen ja gar keine Gesetze geben. Das koordiniert Irland (s.o.), der steuervermeidende Lieblingsstandort aller IT-Oligarchen.

    Eine gute Seite könnte das Ganze haben: im Weissen Haus lachen sie sich tot.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  2. So kontrovers diskutieren unsere Leser den Streit um die Personalie Eva Weber

    Der Streit zwischen den Regierungspartnern CSU und SPD um den Umgang mit Alt-Oberbürgermeisterin Eva Weber wird unter unseren…
    #Augsburg #Deutschland #Deutsch #DE #Schlagzeilen #Headlines #Nachrichten #News #Europe #Europa #EU #Bayern #CSU #evaweber #EvaWebers #Facebook #Germany #GüntherSilberbauer #JohannaEser-Weidel #JohannesKopp #SPD #UniversitätBayreuth
    europesays.com/de/1283644/

  3. Performance

    Die Aufmerksamkeitsökonomie überdreht, diese Feder wird brechen – und bricht jetzt schon zahllose Menschen

    Warnhinweis: dieser Text schlägt einen grossen Bogen und endet zwar bei zwei starken Frauen, aber ohne Happyend. Johannes Kopp/taz meditiert über “Martina Voss-Tecklenburg: Immer weiter performen – Ex-Bundestrainerin Voss-Tecklenburg hat erstmals über ihre psychische Erkrankung gesprochen. Ihr Fall zeigt die Gnadenlosigkeit des Leistungssports.” Bundestrainer*innen im Fussball übertreffen gelegentlich in ihrer Medienwahrnehmung gewählte Bundeskanzler*innen. Weswegen Letztere sich so gerne zusammen mit ihnen sehen lassen.

    Ob das nach gestern Abend noch eine gute Idee ist? In der Spiegel-Paywall heisst es dazu: “DFB-Pleite in Wien: Wie das Land, so die Nationalelf – Die deutsche Nationalmannschaft hat eines ihrer schlechtesten Jahre hinter sich, es gibt wenig Hoffnung, dass sich das im EM-Sommer ändert. Das Team passt sich damit perfekt der allgemeinen Gemütslage im Land an.” Ich neige gewöhnlich nicht zu den Ansichten dieses dubiosen Mediums. Hier mache ich mal eine Ausnahme.

    Warum bringen die jungen Multimillionäre nun schon seit Jahren nicht die Leistung, für die sie grosszügig bezahlt werden? So ein 20-jähriger steht schon von Kleinkindsbeinen an unter dem Druck seiner ehrgeizigen Eltern. Nicht nur soll er es “einmal besser haben”, sondern insbesondere sie selbst. Eine schöne Kindheit ist das nicht. Die Kinder sind ja nicht doof – sie wissen, womit sie beladen sind. Darum scheitern die meisten im Leistungssport. Die Öffentlichkeit sieht nur einen mikroskopischen Ausschnitt der sozialen Wirklichkeit des kommerzialisierten Sports.

    Die Übeltäter sind die zahlenden Medien und die korrupten Sportorganisationen. Wenn deren System aber so wurmstichig ist, wie im Bezug auf den DFB jedes Kind und auf die DFL jede*r Fan weiss, geht das an den 20-jährigen Jungunternehmern nicht vorbei. Sie wissen genau: selbst ohne Verletzung ist ihre Karriere in 15 Jahren vorbei. Bis dahin muss für alle gesorgt sein: Eltern, Kinder, geschiedene und verehelichte Spielerfrauen, Berater*innen, Mediziner*innen, Psycho-Klempner*innen u.v.m. Das macht Stress und erzeugt Gier. Die wenigsten Charaktere sind dem gewachsen.

    Und nun soll die Nation von diesen reichen Deppen im nächsten Jahr bei Laune gehalten werden? Mit einem EM-Sommermärchen? Verzweifelt betet die Entertainmentbranche das herbei. Und je mehr sie beten, umso ferner wird das Ziel. Die versagenden Jungmillionäre sind intelligent genug, das präziser und früher als alle Andern zu begreifen.

    Das Land hat eine von Panne zu Panne taumelnde Regierung, die sich selbst ihr gefährlichster Gegner ist. Der Deutsche Fussballbund (DFB) und die Deutsche Fussball-Liga (DFL) sind getreue Repräsentanten ebendieses Landes. Statt vor dem heranwachsenden Faschismus fürchtet es sich vor ein paar tausend dunkelhäutigen Migranten*inn*en. Die sich selbst lobenden “Demokratien” bauen Mauern um sich selbst, und merken nicht, dass sie sich weltweit mit ihrer angeblichen Werteleitung immer mehr isolieren.

    Die Despot*inn*en dieser Welt lachen sich – kaum noch heimlich – ins Fäustchen.

    Aufmerksamkeitsökonomie treibt Demokratien an den Abgrund

    Warum ist die Qualität von Politik und Management in unserem reichen Land so schlecht geworden? In den letzten Jahren habe ich mich über kaum eine Frage so ausgelassen wie diese. Ich war viele Jahre dabei und habe mehr gesehen, als ich wissen wollte.

    Ich fasse es heute so zusammen. Stresssituationen, wie sie z.B. in der heutigen Ampelkoalition für alle sichtbar sind, hat es immer gegeben. So wie Kriege oder Massenmorde, über die in früheren Mediensystemen nur weniger zu erfahren war. Der Umgang mit Krisen war früher nicht nur anders, sondern auch besser.

    Ich erinnere mich an eine tiefe Krise und Kontroverse in den Jungdemokraten 1977. Der Kern des Bundesvorstandes trat zurück. Tage- und nächtelang wurden Sitzungen abgehalten und die Gegenseite beschimpft und persönlich verletzt. Nichts davon war besser als heute. Aber es geriet nicht in Massenmedien. Es war eine interne – und alle Beteiligten aussgerwöhnlich belastende – Angelegenheit. Warum spaltete sich die Organisation nicht (wie z.B. heute “Die Linke” oder demnächst die Ampel)? Weil mehr Zeit zum Nachdenken und Diskutieren war. Es war die Zeit von Festnetztelefonen und elektrischer Schreibmaschine. Das bedeutete praktisch: vor dem nächsten Angriff gegen die Andern war – konservativ geschätzt – 20mal mehr Zeit zum Nachdenken.

    Koalitionen gingen damals ungefähr so. Wer die Mehrheit bilden will, setzt sich zusammen, redet miteinander – lieber einmal mehr als weniger. Dabei legen alle auf den Tisch, was sie wollen, Dann wird gedealt, und zwar so, dass jede*r einen Erfolg mitnimmt. Dieser Erfolg wird in der anschliessenden Amtszeit so gut wie möglich vermarktet. Angriffe und Beschwerden gegen Koalitionspartner*innen werden zuerst intern vorgetragen, und nur bei feindlicher Nichtbefassung an nahestehende Medien durchgestochen.

    Dass das alles heute nicht so ist, so meine steile These, dürfte den einen oder anderen Krieg, und damit nicht wenige Todesopfer, beschleunigt herbeigeführt haben. Weil alles “ganz oben” in der Weltpolitik angekommen ist. Wo nichts mehr zählt, als eine gute Medienperformance. Die bei Bedarf auch diktatorisch herbeigeführt wird.

    Wo endet das?

    So lange es menschliche Gesellschaften gibt, endet nichts. Es geht immer weiter. Und nie immer in eine Richtung. Es ist beeinflussbar. Wenn die Mehrheit der Menschen so zurückhaltend und desinteressiert, so deprimiert und deklassiert verharrt, dann ungefähr da, wo sie in Indien, dem grlössten Land der Welt, schon sind. Arundhati Roy/Blätter: »Wir sind zu Nazis geworden« – Indiens Weg in den Faschismus”. Die wertegeleitete deutsche Aussenpolitik nimmt das ganz schmerzfrei zur Kenntnis. Jedenfalls tritt sie öffentlich so auf. Wo soll das enden?

    Die deutsche Gegenwart überbringt Ihnen die starke Annika Schneider/DLF: “Nahezu faktenfrei: Mediendiskurse zur Migration seit 2015” (Audio 7 min). Aus gesundheitlichen Mediendiätsgründen höre ich mir die morgendliche Radioprimetime (6-9 h) nicht mehr an, und weiss darum nicht, ob der DLF diesen Beitrag auch an vielgehörten Sendeplätzen eingesetzt hat. Seine Homepage hat er jedenfalls nicht damit aufgemacht, eine Schriftfassung auch nicht online gestellt. Gehört habe ich es nachmittags in der Nische @mediares. Ausser mir und ein paar Dutzend was-mit-Medien-Nasen hört das niemand.

    Der Intendant Raue und die Programmdirektorin Teichmann könnten bei Gelegenheit mal erklären, wie sie sich die Existenzrettung ihres Senders vorstellen, wenn die ersten AfD/CDU-Landesregierungen ihn killen wollen.

  4. Willi Lippens – Pelé 2:1

    1966 war die erste TV-WM in England. Von den WMs zuvor gab es nur Erzählungen, Legenden. Sie sprachen sich auf allen Schulhöfen herum. Jeder (Mädchen nicht mitgemeint, die durften nur zugucken) wollte Pelé sein. Aber niemand schaffte es. Lag es daran, dass er ein Schwarzer war? Die biologistisch-rassistischen Theorien der Nazis waren auch über 20 Jahre danach noch “Volkswissen”. Ich freute mich, ihn endlich mal in unserem erworbenen Schwarz-Weiss-Fernseher sehen zu können. Daraus wurde nichts. […]

    https://extradienst.net/2022/12/30/willi-lippens-pele-21/

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