#heisegruppe — Public Fediverse posts
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Harald Neuber hat als telepolis-Chhefredakteur für recht viel öffentlichen Ärger gesorgt. Auch bei mir als Leser. Nun meldet der Berliner Verlag des Milliardärsehepaars Holger und Silke Friedrich: “Verstärkt wird das Führungsteam (der Berliner Zeitung) durch Harald Neuber, der als Nachrichtenchef die Ressorts ‘News’ und ‘International News’ verantwortet und Mitglied der Chefredaktion wird. Harald Neuber kommt vom Heise-Verlag und war Chefredakteur von Telepolis, einem Portal über gesellschaftliche, politische, wissenschaftliche und kulturelle Aspekte des digitalen Zeitalters. Es gehört zu den ältesten Angeboten der Netzkultur in Deutschland.” Dä.
So wächst zusammen, was zusammengehört? Denn noch mehr als Neuber sorgt Verleger Holger Friedrich für Ärger, also Aufmerksamkeit, in der was-mit-Medien-Welt. Ein politischer Kompass gehört dabei nicht zu seiner Ausrüstung. Den vermissten viele ebenso bei Neubers telepolis-Führung, insbesondere seinem konformistischen Agendasetting.
Gibt es nun wieder Hoffnung für telepolis? Das wäre wohl eine Illusion. Denn mutmasslich hat Neuber dort als leitender Angestellter nur ausgeführt, was die Heise-Gruppe wünschte. Die will ihr Kapital nicht verbrennen. Und was dabei rauskommt, wenn Medien Verluste verringern und Rendite erwirtschaften sollen, das ist aus den meisten Medien des real existierenden Kapitalismus hinreichend bekannt.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
mit Update 4.9. und 5.9.
Harald Neuber hat als telepolis-Chhefredakteur für recht viel öffentlichen Ärger gesorgt. Auch bei mir als Leser. Nun meldet der Berliner Verlag des Milliardärsehepaars Holger und Silke Friedrich: “Verstärkt wird das Führungsteam (der Berliner Zeitung) durch Harald Neuber, der als Nachrichtenchef die Ressorts ‘News’ und ‘International News’ verantwortet und Mitglied der Chefredaktion wird. Harald Neuber kommt vom Heise-Verlag und war Chefredakteur von Telepolis, einem Portal über gesellschaftliche, politische, wissenschaftliche und kulturelle Aspekte des digitalen Zeitalters. Es gehört zu den ältesten Angeboten der Netzkultur in Deutschland.” Dä.
So wächst zusammen, was zusammengehört? Denn noch mehr als Neuber sorgt Verleger Holger Friedrich für Ärger, also Aufmerksamkeit, in der was-mit-Medien-Welt. Ein politischer Kompass gehört dabei nicht zu seiner Ausrüstung. Den vermissten viele ebenso bei Neubers telepolis-Führung, insbesondere seinem konformistischen Agendasetting.
Gibt es nun wieder Hoffnung für telepolis? Das wäre wohl eine Illusion. Denn mutmasslich hat Neuber dort als leitender Angestellter nur ausgeführt, was die Heise-Gruppe wünschte. Die will ihr Kapital nicht verbrennen. Update 5.9.: Bzw. tut das, wenn schon denn schon, lieber als Trikotsponsor einer Zweitligafussballmannschaft (der Herren). Update Ende. Und was dabei rauskommt, wenn Medien Verluste verringern und Rendite erwirtschaften sollen, das ist aus den meisten Medien des real existierenden Kapitalismus hinreichend bekannt.
Update 4.9.
Bis heute mittag gibt es von heise zu dem Neuber-Wechsel keinen Mucks. Von ihm selbst auch nicht. Sein Dienstantritt bei Milliardär Friedrich ist erst am 1.11. Ist er nun suspendiert? Oder muss er seinen Arbeitsvertrag abarbeiten? Sein letzter eigener Text ist vom 17.8.
Derweil gibt es eine überraschend milde Transferbilanz von Borussia Mönchengladbach. Da wäre ich strenger gewesen. Denn sportlich geht es abwärts. Und in der Nahrungskette der europäischen und deutschen Konkurrenz ebenfalls.
Besonders misslich, dass unerwähnt bleibt, dass in den untersuchten Jahren kein einziger aus den Jugendteams zu den Profis aufgestiegen ist. Meine These: weil die Cheftrainer so unter Druck stehen, dass sie ihnen keine Chance geben. Immerhin ist die Borussia in diesem Jahr deutscher Meister der U17 geworden, und hat dabei die Konzerne aus dem süddeutschen und dem österreichischen Raum jeweils souverän 3:1 dominiert.
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Harald Neuber hat als telepolis-Chhefredakteur für recht viel öffentlichen Ärger gesorgt. Auch bei mir als Leser. Nun meldet der Berliner Verlag des Milliardärsehepaars Holger und Silke Friedrich: “Verstärkt wird das Führungsteam (der Berliner Zeitung) durch Harald Neuber, der als Nachrichtenchef die Ressorts ‘News’ und ‘International News’ verantwortet und Mitglied der Chefredaktion wird. Harald Neuber kommt vom Heise-Verlag und war Chefredakteur von Telepolis, einem Portal über gesellschaftliche, politische, wissenschaftliche und kulturelle Aspekte des digitalen Zeitalters. Es gehört zu den ältesten Angeboten der Netzkultur in Deutschland.” Dä.
So wächst zusammen, was zusammengehört? Denn noch mehr als Neuber sorgt Verleger Holger Friedrich für Ärger, also Aufmerksamkeit, in der was-mit-Medien-Welt. Ein politischer Kompass gehört dabei nicht zu seiner Ausrüstung. Den vermissten viele ebenso bei Neubers telepolis-Führung, insbesondere seinem konformistischen Agendasetting.
Gibt es nun wieder Hoffnung für telepolis? Das wäre wohl eine Illusion. Denn mutmasslich hat Neuber dort als leitender Angestellter nur ausgeführt, was die Heise-Gruppe wünschte. Die will ihr Kapital nicht verbrennen. Und was dabei rauskommt, wenn Medien Verluste verringern und Rendite erwirtschaften sollen, das ist aus den meisten Medien des real existierenden Kapitalismus hinreichend bekannt.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
mit Update 4.9. und 5.9.
Harald Neuber hat als telepolis-Chhefredakteur für recht viel öffentlichen Ärger gesorgt. Auch bei mir als Leser. Nun meldet der Berliner Verlag des Milliardärsehepaars Holger und Silke Friedrich: “Verstärkt wird das Führungsteam (der Berliner Zeitung) durch Harald Neuber, der als Nachrichtenchef die Ressorts ‘News’ und ‘International News’ verantwortet und Mitglied der Chefredaktion wird. Harald Neuber kommt vom Heise-Verlag und war Chefredakteur von Telepolis, einem Portal über gesellschaftliche, politische, wissenschaftliche und kulturelle Aspekte des digitalen Zeitalters. Es gehört zu den ältesten Angeboten der Netzkultur in Deutschland.” Dä.
So wächst zusammen, was zusammengehört? Denn noch mehr als Neuber sorgt Verleger Holger Friedrich für Ärger, also Aufmerksamkeit, in der was-mit-Medien-Welt. Ein politischer Kompass gehört dabei nicht zu seiner Ausrüstung. Den vermissten viele ebenso bei Neubers telepolis-Führung, insbesondere seinem konformistischen Agendasetting.
Gibt es nun wieder Hoffnung für telepolis? Das wäre wohl eine Illusion. Denn mutmasslich hat Neuber dort als leitender Angestellter nur ausgeführt, was die Heise-Gruppe wünschte. Die will ihr Kapital nicht verbrennen. Update 5.9.: Bzw. tut das, wenn schon denn schon, lieber als Trikotsponsor einer Zweitligafussballmannschaft (der Herren). Update Ende. Und was dabei rauskommt, wenn Medien Verluste verringern und Rendite erwirtschaften sollen, das ist aus den meisten Medien des real existierenden Kapitalismus hinreichend bekannt.
Update 4.9.
Bis heute mittag gibt es von heise zu dem Neuber-Wechsel keinen Mucks. Von ihm selbst auch nicht. Sein Dienstantritt bei Milliardär Friedrich ist erst am 1.11. Ist er nun suspendiert? Oder muss er seinen Arbeitsvertrag abarbeiten? Sein letzter eigener Text ist vom 17.8.
Derweil gibt es eine überraschend milde Transferbilanz von Borussia Mönchengladbach. Da wäre ich strenger gewesen. Denn sportlich geht es abwärts. Und in der Nahrungskette der europäischen und deutschen Konkurrenz ebenfalls.
Besonders misslich, dass unerwähnt bleibt, dass in den untersuchten Jahren kein einziger aus den Jugendteams zu den Profis aufgestiegen ist. Meine These: weil die Cheftrainer so unter Druck stehen, dass sie ihnen keine Chance geben. Immerhin ist die Borussia in diesem Jahr deutscher Meister der U17 geworden, und hat dabei die Konzerne aus dem süddeutschen und dem österreichischen Raum jeweils souverän 3:1 dominiert.
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Ein Vergleich
mit Update nachmittags
Wir dürfen davon ausgehen, dass die sich nicht (mehr) leiden können. Harald Neuber ist der Nachfolger von Florian Rötzer als Chefredakteur des bei der Heise-Gruppe angesiedelten Onlinemagazins telepolis. Rötzer wurde nicht gefeuert, sondern ging in Rente. Ob sie bei Heise drei Kreuze geschlagen haben? Das sieht heute so aus. Wie kommich auf das abseitige Thema?
Ich bin Leser von beiden, seit langem, seit Ende der 90er Jahre. Und glaube intellektuell davon profitiert zu haben. Heute mache ich mir Sorgen, ob das (für mich) noch möglich ist.
Sehr genervt bin ich, und schalte als Leser clickverweigernd davon ab, wie sich Neuber redaktionell aufbläst. Das ist so anstrengend, wie die Presenter-Dokus in der Glotze. Der Inhalt verschwindet immer mehr hinter einer aufgeblasenen Person. Und wenn die sich auch noch selbst aufbläst, weil es niemand anders macht – dann braucht die Person doch wohl eher professionelle Hilfe, als was mit Medien. Aber gut, das ist meine private Meinung.
Heute nun ist vom Kollegen Neuber ein vielsagender Text erschienen. Er als Chef tut sowas natürlich nicht unterhalb der Selbstbezeichnung Leitartikel. Aber geschenkt, darüber lässt sich hinwegsehen.
Harald Neuber/telepolis: “Europa außen vor: Wie die USA und Russland über unsere Zukunft verhandeln – Die EU setzt auf Moral, doch am Verhandlungstisch zählt Macht. Warum Europa zunehmend nur noch Zuschauer ist. Ein Telepolis-Leitartikel.”
Das ist nach meinem Empfinden einer der besseren Neuber-Texte. Ich stimme überein, weitgehend. Lobend ist zu erwähnen, dass er sich an Genscher erinnern kann, und sogar an dessen Politik. Ich teile auch seine Kritik an der nur sog. “wertebasierten Aussenpolitik”, wie sie einige Grüne propagieren, die doch nur eine heuchlerische Verpackung für blankes “Atlantiker”-tum ist (und war). Was ich bei Neuber nicht nur in diesem Text vermisse – und das hält er wohl für “unabhängigen Journalismus”, den er gegen Rötzer wendet – den eigenen Standpunkt, von dem aus er analysiert und – wertet! Was er dagegen als Telepolis-Strategie praktiziert, ist Seitensteherei. Die eigene Position enttarnt sich ausschliesslich im Agendasetting. Und das ist bei Herrn Neuber dünn geworden (Ex-Telepolis-Autor Kolonko nannte es vor einem Jahr treffend: “News-Fabrik”). Es wird verzichtbar, weil es sich immer weniger vom herrschenden Brei unterscheidet.
Neuber bejubelt nicht überprüfbare Clickzahlen. Exakt das könnte das Problem sein.
Nun zu Rötzer
Er ist als Rentner beim Westend-Verlag ins publizistische Exil geflüchtet. Dort werden auch rechte Spinner, wie der leitende Angestellte des Springer-Verlages Poschardt, verlegerisch gepampert. Warum wohl? Ein Grund könnte darin liegen, dass Online-Umfragen des overton-magazins nicht nur dominierende BSW-Sympathien dokumentieren, sondern – direkt darauf folgend – solche für die faschistische AfD. Ich wäre längst weg, wg. Allergieschock. Aber bitte, hier schreibt
Florian Rötzer/overton: “Die nächste Droge: Der Umgang mit den KI-Chatbots soll KI-Psychosen auslösen können – Ein Gespenst geht um: die KI-Psychose. Das soll eine neue psychische Erkrankung sein, die mit der zu intensiven Nutzung der intelligenten Chatbots oder generativen LLMs verbunden ist. Wenn Menschen KI-Agenten oder extra für persönliche Gespräche zugeschnittene KI-Companions als Freunde oder gar als Therapeuten sehen oder sich mit ihnen in wahnhafte Welten einspinnen, soll dies psychotische Tendenzen verstärken oder auslösen können.”
Das ist in diesem Fall sicher nicht – im Gegensatz zu Neuber oben – einer der besten Rötzer-Texte, sondern eine seiner Routine-Arbeiten, darin ebenso vielsagend. Die starke Seite ist sein Agendasetting. Er dackelt nicht dem Tagesstrom hinterher, sondern sucht nach Trüffeln, die Hinweise auf die Zukunft geben. Das schätze ich an ihm.
Und eine Fehleinschätzung vermeidet er stringent. Nicht das Medium/die Technik ist das Böse. Sondern die Gesellschaft, die es sozioökonomisch hervorbringt. Mit dieser Erkenntnis eilt er aber dem öffentlichen Diskurs nicht meilenweit voraus, um am Ende von niemandem mehr verstanden zu werden. Sondern Rötzer bleibt anschlussfähig, schreibt verständlich und nachvollziehbar. Jedenfalls für mich.
Und er hört nicht auf. Danke.
Update nachmittags
Lesen Sie zum Wirken von KI/AI ergänzend auch den wie immer anregenden
Georg Seeßlen/Jungle World: “Künstliche Intelligenz ersetzt zukünftig vielleicht nicht nur den Künstler, sondern auch den Kritiker: Kunstkrieg mit der KI – Ob etwas Kunst ist oder nicht, wird bisher gesellschaftlich ausgehandelt. Schreitet die Künstliche Intelligenz nicht nur darin voran, Kunstwerke zu verarbeiten, sondern auch darin, in ihrer totalitären Tendenz den gesellschaftlichen Aushandlungsprozess zu untergraben, wird sie zukünftig vielleicht nicht nur Kunst produzieren, sondern darüber entscheiden, was als Kunst gilt.”
Und noch eine Preisfrage hinterher. Über Gesetzgebung lamentieren, die Jahrzehnte hinterherdackelt? Das mache ich jetzt auch schon über zehn Jahre. und lasse es dieses Mal – ausnahmsweise. Stattdessen meine Preisfrage als Hausaufgabe: nennen Sie mir eine*n oder mehrere Politiker*innen mit einem Amt oder Mandat, die die hier aufgezählten Texte überhaupt lesen (können)! Als Preis winkt Ihnen eine innere Beruhigung.
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Ein Vergleich
mit Update nachmittags
Wir dürfen davon ausgehen, dass die sich nicht (mehr) leiden können. Harald Neuber ist der Nachfolger von Florian Rötzer als Chefredakteur des bei der Heise-Gruppe angesiedelten Onlinemagazins telepolis. Rötzer wurde nicht gefeuert, sondern ging in Rente. Ob sie bei Heise drei Kreuze geschlagen haben? Das sieht heute so aus. Wie kommich auf das abseitige Thema?
Ich bin Leser von beiden, seit langem, seit Ende der 90er Jahre. Und glaube intellektuell davon profitiert zu haben. Heute mache ich mir Sorgen, ob das (für mich) noch möglich ist.
Sehr genervt bin ich, und schalte als Leser clickverweigernd davon ab, wie sich Neuber redaktionell aufbläst. Das ist so anstrengend, wie die Presenter-Dokus in der Glotze. Der Inhalt verschwindet immer mehr hinter einer aufgeblasenen Person. Und wenn die sich auch noch selbst aufbläst, weil es niemand anders macht – dann braucht die Person doch wohl eher professionelle Hilfe, als was mit Medien. Aber gut, das ist meine private Meinung.
Heute nun ist vom Kollegen Neuber ein vielsagender Text erschienen. Er als Chef tut sowas natürlich nicht unterhalb der Selbstbezeichnung Leitartikel. Aber geschenkt, darüber lässt sich hinwegsehen.
Harald Neuber/telepolis: “Europa außen vor: Wie die USA und Russland über unsere Zukunft verhandeln – Die EU setzt auf Moral, doch am Verhandlungstisch zählt Macht. Warum Europa zunehmend nur noch Zuschauer ist. Ein Telepolis-Leitartikel.”
Das ist nach meinem Empfinden einer der besseren Neuber-Texte. Ich stimme überein, weitgehend. Lobend ist zu erwähnen, dass er sich an Genscher erinnern kann, und sogar an dessen Politik. Ich teile auch seine Kritik an der nur sog. “wertebasierten Aussenpolitik”, wie sie einige Grüne propagieren, die doch nur eine heuchlerische Verpackung für blankes “Atlantiker”-tum ist (und war). Was ich bei Neuber nicht nur in diesem Text vermisse – und das hält er wohl für “unabhängigen Journalismus”, den er gegen Rötzer wendet – den eigenen Standpunkt, von dem aus er analysiert und – wertet! Was er dagegen als Telepolis-Strategie praktiziert, ist Seitensteherei. Die eigene Position enttarnt sich ausschliesslich im Agendasetting. Und das ist bei Herrn Neuber dünn geworden (Ex-Telepolis-Autor Kolonko nannte es vor einem Jahr treffend: “News-Fabrik”). Es wird verzichtbar, weil es sich immer weniger vom herrschenden Brei unterscheidet.
Neuber bejubelt nicht überprüfbare Clickzahlen. Exakt das könnte das Problem sein.
Nun zu Rötzer
Er ist als Rentner beim Westend-Verlag ins publizistische Exil geflüchtet. Dort werden auch rechte Spinner, wie der leitende Angestellte des Springer-Verlages Poschardt, verlegerisch gepampert. Warum wohl? Ein Grund könnte darin liegen, dass Online-Umfragen des overton-magazins nicht nur dominierende BSW-Sympathien dokumentieren, sondern – direkt darauf folgend – solche für die faschistische AfD. Ich wäre längst weg, wg. Allergieschock. Aber bitte, hier schreibt
Florian Rötzer/overton: “Die nächste Droge: Der Umgang mit den KI-Chatbots soll KI-Psychosen auslösen können – Ein Gespenst geht um: die KI-Psychose. Das soll eine neue psychische Erkrankung sein, die mit der zu intensiven Nutzung der intelligenten Chatbots oder generativen LLMs verbunden ist. Wenn Menschen KI-Agenten oder extra für persönliche Gespräche zugeschnittene KI-Companions als Freunde oder gar als Therapeuten sehen oder sich mit ihnen in wahnhafte Welten einspinnen, soll dies psychotische Tendenzen verstärken oder auslösen können.”
Das ist in diesem Fall sicher nicht – im Gegensatz zu Neuber oben – einer der besten Rötzer-Texte, sondern eine seiner Routine-Arbeiten, darin ebenso vielsagend. Die starke Seite ist sein Agendasetting. Er dackelt nicht dem Tagesstrom hinterher, sondern sucht nach Trüffeln, die Hinweise auf die Zukunft geben. Das schätze ich an ihm.
Und eine Fehleinschätzung vermeidet er stringent. Nicht das Medium/die Technik ist das Böse. Sondern die Gesellschaft, die es sozioökonomisch hervorbringt. Mit dieser Erkenntnis eilt er aber dem öffentlichen Diskurs nicht meilenweit voraus, um am Ende von niemandem mehr verstanden zu werden. Sondern Rötzer bleibt anschlussfähig, schreibt verständlich und nachvollziehbar. Jedenfalls für mich.
Und er hört nicht auf. Danke.
Update nachmittags
Lesen Sie zum Wirken von KI/AI ergänzend auch den wie immer anregenden
Georg Seeßlen/Jungle World: “Künstliche Intelligenz ersetzt zukünftig vielleicht nicht nur den Künstler, sondern auch den Kritiker: Kunstkrieg mit der KI – Ob etwas Kunst ist oder nicht, wird bisher gesellschaftlich ausgehandelt. Schreitet die Künstliche Intelligenz nicht nur darin voran, Kunstwerke zu verarbeiten, sondern auch darin, in ihrer totalitären Tendenz den gesellschaftlichen Aushandlungsprozess zu untergraben, wird sie zukünftig vielleicht nicht nur Kunst produzieren, sondern darüber entscheiden, was als Kunst gilt.”
Und noch eine Preisfrage hinterher. Über Gesetzgebung lamentieren, die Jahrzehnte hinterherdackelt? Das mache ich jetzt auch schon über zehn Jahre. und lasse es dieses Mal – ausnahmsweise. Stattdessen meine Preisfrage als Hausaufgabe: nennen Sie mir eine*n oder mehrere Politiker*innen mit einem Amt oder Mandat, die die hier aufgezählten Texte überhaupt lesen (können)! Als Preis winkt Ihnen eine innere Beruhigung.