Die Kapitalquellen des angeblichen “Milliardärs” Trump jetzt als Buch
Wenn die FAZ online mit ihrer Furcht vor “linken Ökonominnen” aufmacht, verspricht es, ein guter Tag zu werden. Der kürzlich von Christoph Habermann rezensierte und gelobte Tom Krebs wird zitiert: „Der neoliberale Kapitalismus ist am Ende“. Und im Feuilleton wird sogar von “Sehnsucht nach dem grossen kommenden Aufstand” fantasiert. Alles Paywall. Besteht das Grosskapital also aus Hosenscheissern? Schön wärs.
Erster Beleg für mein Sarichdoch: Wael Mohya. Während meiner Herzinfarkt-Reha wurde der Kerl deutscher U17-Meister mit Borussia Mönchengladbach und stellte seinerzeit den Star inkompetenter Medien beim Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum, Lennart Karl, im direkten Duell im Halbfinale souverän in den Schatten der Wirkungslosigkeit. Gestern hat er nun als Ü17-jähriger führend den ersten Auswärtssieg seines durch 10 Verletzungsausfälle geschwächten Teams erarbeitet. So wird das gemacht.
Wechseln wir zur grossen Politik
Und bleiben beim Fussball. Hier spielen die “Profi”-Medien der Öffentlichkeit ein absurdes Theater vor. Die “gute” Uefa “kämpft” gegen den bösen Don Infantino. Obwohl sie in Wahrheit alle Brüder im neoliberal-kapitalistischen Geiste sind. Heute jammern deutsche Medien “Asien” habe sich auf Infantinos Seite geschlagen. Dabei ist der Khelaïfi-Clan längst der mächtigste Uefa-Strippenzieher – auf beiden Seiten der Barrikade. Und dass der Saud-Clan, Gastgeber der WM 2034, sich von denen nicht am Nasenring durch die Arena ziehen lässt, ist so sicher wie das آمِين in der Moschee.
Wir sind, das haben vielleicht noch nicht alle von Ihnen gemerkt, im Zentrum der globalen Kapitalmacht angekommen. Niemand auf der Welt ist reicher und mächtiger als die Feudalherren, die nicht mit kapitalistischer Ökonomie reich geworden sind, sondern damit, dass ihnen gleich ein ganzer Staat privat gehört. So lässt sich erheblich wirkungsvoller auf den Klavieren des globalen Stamokap mitspielen. Der “mächtigste Mann der Welt” hängt an ihren Strippen.
Die Demoskop*inn*en dieser Welt, und nicht wenige US-Bürger*innen sind geneigt ihnen zu glauben, erwarten, dass er am 3.11. US-amerikanischer Zeit, also bei uns am 4.11. frühmorgens, von den Wähler*innen des US-Kongresses schwer einen in die Fresse kriegt. Schön wärs. Viel Macht wird er dadurch vorläufig noch nicht verlieren. Aber ein Wirkungstreffer wäre schon eine schöne Sache und ein wichtiger Fortschritt. Denn wie er seinem Land und seiner Macht schadet, darüber erscheint jetzt ein Buch in einem durchaus mächtigen Verlag, Carly Simons Papa hat den einst gegründet, wusste ich gar nicht:
Dirk Hautkapp/WAZ: “Russische Handy-Hacker und Milliarden-Konten? Der Krimi um Trumps Schwiegersohn – Washington. Ein Enthüllungsbuch schildert dubiose Geldflüsse und geheime Schatten-Diplomatie. Jared Kushner dementiert – der Verlag weicht nicht zurück.”
Dirk Hautkapp, den ich in den Nullerjahren kennenlernen durfte, vertraue ich entschieden mehr als Jared Kushner. Wenn er nun – in der deutschen Medienlandschaft relativ allein – meldet, dass ein kapitalmächtiger Verlag mit dieser These ins Gefecht zieht … dann ist das jedenfalls politisch relevant. Und damit ein Fortschritt.
Ich sach doch: ein guter Tag.