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#discogsdienstag — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #discogsdienstag, aggregated by home.social.

fetched live
  1. DiscogsDienstag: Invisible Limits – Devil Dance

    Dienstags stelle ich ein Stück aus meiner Tonträgersammlung vor, das mir Discogs zufällig ausgewählt hat, dafür gibt es dort einen Button.

    Die Dortmunder Band Invisible Limits habe ich bereits mit ihrer Debüt-Maxi-Single „Love Is A Kind Of Mystery“ vorgestellt. Heute folgt die zweite Maxi, „Devil Dance“ (1986). Auch dieses Lied stammt aus der Feder von Keyboarder Thomas Lüdke und wurde auch von ihm gesungen. Die beiden Lieder der B-Seite, „Thoughts“ (Text: Marion und Andreas Küchenmeister) und „Fo you“ (Text: Marion Küchenmeister) wurden ebenfalls von Lüdke komponiert, allerdings von Marion Küchenmeister gesungen. Die Zeichnung auf dem Cover stammt von Bassist Ralf Peter Schauf.

    Nach „Devil Dance“ machte sich Thomas Lüdke, den ich ständig mit Thomas Lücke, dem ersten Sänger von Girl Under Glass verwechsele, selbstständig, erst als The Invincible Limit (mit seinem größten Hit „Push!“), später als The Invincible Spirit, und schlug die Richtung EBM und Elektro-Wave ein, während Invisible Limits eher Dark Wave und Synthie-Pop machten. Allein schon die Stimme von Marion Küchenmeister nimmt den Lieder einiges an Härte. Auch nahmen sie nach dem Ausstieg von Lüdke einen Gitarristen in die Band auf, erst Dirk Hempert auf der Maxi „Friends“ (1987), danach Jürgen Jäger von 1987 bis 1993.

    Thomas Lüdke nahm seinen „Devil Dance“ 1988 nochmal als „Devil Dance (Wired)“ neu auf, dafür holte er sich ebefalls einen Gitarristen, einen gewissen „Prince Phillip“, besser bekannt unter dem Namen Phillip Boa, Mastermind von Phillip Boa and the Voodooclub. Die Gitarre ist hier neben dem Intro der gravierendste Unterschied zur Original-Version.

    Dann habe ich ja nun auch die Neuauflage abgearbeitet. 😉

    Invisible Limits im Netz:

    Bandcamp (Lüdke)
    Bandcamp (Küchenmeister)
    Webseite (Lüdke)
    Webseite (Küchenmeister)

    #Discogs #DiscogsDienstag #EBM #ElectroWave #InvisibleLimits #TheInvincibleSpirit
  2. DiscogsDienstag: Invisible Limits – Devil Dance

    Dienstags stelle ich ein Stück aus meiner Tonträgersammlung vor, das mir Discogs zufällig ausgewählt hat, dafür gibt es dort einen Button.

    Die Dortmunder Band Invisible Limits habe ich bereits mit ihrer Debüt-Maxi-Single „Love Is A Kind Of Mystery“ vorgestellt. Heute folgt die zweite Maxi, „Devil Dance“ (1986). Auch dieses Lied stammt aus der Feder von Keyboarder Thomas Lüdke und wurde auch von ihm gesungen. Die beiden Lieder der B-Seite, „Thoughts“ (Text: Marion und Andreas Küchenmeister) und „Fo you“ (Text: Marion Küchenmeister) wurden ebenfalls von Lüdke komponiert, allerdings von Marion Küchenmeister gesungen. Die Zeichnung auf dem Cover stammt von Bassist Ralf Peter Schauf.

    Nach „Devil Dance“ machte sich Thomas Lüdke, den ich ständig mit Thomas Lücke, dem ersten Sänger von Girl Under Glass verwechsele, selbstständig, erst als The Invincible Limit (mit seinem größten Hit „Push!“), später als The Invincible Spirit, und schlug die Richtung EBM und Elektro-Wave ein, während Invisible Limits eher Dark Wave und Synthie-Pop machten. Allein schon die Stimme von Marion Küchenmeister nimmt den Lieder einiges an Härte. Auch nahmen sie nach dem Ausstieg von Lüdke einen Gitarristen in die Band auf, erst Dirk Hempert auf der Maxi „Friends“ (1987), danach Jürgen Jäger von 1987 bis 1993.

    Thomas Lüdke nahm seinen „Devil Dance“ 1988 nochmal als „Devil Dance (Wired)“ neu auf, dafür holte er sich ebefalls einen Gitarristen, einen gewissen „Prince Phillip“, besser bekannt unter dem Namen Phillip Boa, Mastermind von Phillip Boa and the Voodooclub. Die Gitarre ist hier neben dem Intro der gravierendste Unterschied zur Original-Version.

    Dann habe ich ja nun auch die Neuauflage abgearbeitet. 😉

    Invisible Limits im Netz:

    Bandcamp (Lüdke)
    Bandcamp (Küchenmeister)
    Webseite (Lüdke)
    Webseite (Küchenmeister)

    #Discogs #DiscogsDienstag #EBM #ElectroWave #InvisibleLimits #TheInvincibleSpirit
  3. DiscogsDienstag: New Order – Brotherhood

    Dienstags stelle ich ein Stück aus meiner Tonträgersammlung vor, das mir Discogs zufällig ausgewählt hat, dafür gibt es dort einen Button.

    New Order haben nach ihrer Transformation von Joy Division einen ordentlichen Spannungsbogen gespannt. Vom Debütalbum „Movement“, das 1981 noch im düsteren Schatten von Joy Division (ent-)stand, über den überraschenden Erfolg von „Blue Monday“ und das Album „Power, Corruption & Lies“ (1983), mit denen sie die Düsternis ablegten und sich als Pioniere der elektronischen Tanzmusik zeigten, und „Low-Life“ (1985), das endgültig die Gothic- und Darkwave-Szene mit der aufkommenden Clubkultur verband, bis zu dem Album, um das es heute gehen soll: „Brotherhood“ aus dem Jahre 1986.

    Für mich ist „Brotherhood“ ein besonderes Album, zunächst ist es für mich der Prototyp eines New Order-Albums, gleichzeitig war es vor 40 Jahren mein erstes New Order-Album und ich habe es damals sehr geliebt und oft gehört. Es betont die Vielfalt der Band und das auf ganz besondere Weise. Drummer Stephen Morris wird in der englischen Wikipedia zitiert, das Album „was kind of done in a schizophrenic mood that we were trying to do one side synthesizers and one side guitars“, was er in der Nachbetrachtung für nicht gelungen hält. Ganz im Gegensatz zu mir, denn die Reihenfolge der Songs war für mich nie ausschlaggebend. Tatsächlich hören wir auf der A-Seite mit den Songs „Paradise“, „Weirdo“, „As It Is When It Was“, „Broken Promise“ und „Way Of Life“ hauptsächlich Bernard Sumners und Gillian Gilberts Gitarren sowie Peter Hooks prägnanten Bass mit Stephan Morris‘ echtem Schlagzeug. Die Lieder bewegen sich zwischen Post-Punk und Gitarren-Wave.

    Die B-Seite wird stilecht mit „Bizarre Love Triangle“ eröffnet, das nur mit Synthesizern und Sequenzern erstellt wurde, mit Ausnahme von Gesang und Bassmelodie. „Bizarre Love Triangle“ wurde als Single veröffentlicht und war recht erfolgreich. „All Day Long“ ist ebenso ein Meisterwerk, mit klassischen Elementen, die von Richard Wagner entliehen wurden. „Angel Dust“ ist ein tanzbarer Synth-Pop-Song, der mit einem melancholischen Gesang kombiniert wird. Auch hier dominieren Synths und Sequenzer. „Every Little Counts“ zum Abschluss ist ein weiterer besonderer Song, hauptsächlich wegen Bernhard Sumners Gesang, der hier fast ein Sprechgesang ist und mehrfach durch Lachanfälle des Sängers unterbrochen wird. Musikalisch ist es ein ruhiges Lied, das durch die Kombination aus Bass-Lauf, cleane Gitarre und Synthesizer getragen wird. Am Ende hören wir, wie eine Plattennadel über die Schallplatte rutscht und kurz ein ganz anderes Lied spielt. Zusammen mit dem Video zu „Touched By The Hand Of God“ ist „Every Little Counts“ der humorvollste New Order-Moment.

    „Brotherhood“ empfinde ich als das herausragende Album von New Order, weil es die Post-Punk-Seite der Band mit der elektronischen Seite verbindet, und das ja sogar nach A- und B-Seite unterteilt. Mich interessiert, ob andere New Order-Fans das genauso sehen oder ob „Power, Corruption & Lies“, Low-Life“ oder eines der späteren Alben höher eingeschätzt werden.

    #Discogs #DiscogsDienstag #NewOrder #PostPunk #SynthPop
  4. DiscogsDienstag: New Order – Brotherhood

    Dienstags stelle ich ein Stück aus meiner Tonträgersammlung vor, das mir Discogs zufällig ausgewählt hat, dafür gibt es dort einen Button.

    New Order haben nach ihrer Transformation von Joy Division einen ordentlichen Spannungsbogen gespannt. Vom Debütalbum „Movement“, das 1981 noch im düsteren Schatten von Joy Division (ent-)stand, über den überraschenden Erfolg von „Blue Monday“ und das Album „Power, Corruption & Lies“ (1983), mit denen sie die Düsternis ablegten und sich als Pioniere der elektronischen Tanzmusik zeigten, und „Low-Life“ (1985), das endgültig die Gothic- und Darkwave-Szene mit der aufkommenden Clubkultur verband, bis zu dem Album, um das es heute gehen soll: „Brotherhood“ aus dem Jahre 1986.

    Für mich ist „Brotherhood“ ein besonderes Album, zunächst ist es für mich der Prototyp eines New Order-Albums, gleichzeitig war es vor 40 Jahren mein erstes New Order-Album und ich habe es damals sehr geliebt und oft gehört. Es betont die Vielfalt der Band und das auf ganz besondere Weise. Drummer Stephen Morris wird in der englischen Wikipedia zitiert, das Album „was kind of done in a schizophrenic mood that we were trying to do one side synthesizers and one side guitars“, was er in der Nachbetrachtung für nicht gelungen hält. Ganz im Gegensatz zu mir, denn die Reihenfolge der Songs war für mich nie ausschlaggebend. Tatsächlich hören wir auf der A-Seite mit den Songs „Paradise“, „Weirdo“, „As It Is When It Was“, „Broken Promise“ und „Way Of Life“ hauptsächlich Bernard Sumners und Gillian Gilberts Gitarren sowie Peter Hooks prägnanten Bass mit Stephan Morris‘ echtem Schlagzeug. Die Lieder bewegen sich zwischen Post-Punk und Gitarren-Wave.

    Die B-Seite wird stilecht mit „Bizarre Love Triangle“ eröffnet, das nur mit Synthesizern und Sequenzern erstellt wurde, mit Ausnahme von Gesang und Bassmelodie. „Bizarre Love Triangle“ wurde als Single veröffentlicht und war recht erfolgreich. „All Day Long“ ist ebenso ein Meisterwerk, mit klassischen Elementen, die von Richard Wagner entliehen wurden. „Angel Dust“ ist ein tanzbarer Synth-Pop-Song, der mit einem melancholischen Gesang kombiniert wird. Auch hier dominieren Synths und Sequenzer. „Every Little Counts“ zum Abschluss ist ein weiterer besonderer Song, hauptsächlich wegen Bernhard Sumners Gesang, der hier fast ein Sprechgesang ist und mehrfach durch Lachanfälle des Sängers unterbrochen wird. Musikalisch ist es ein ruhiges Lied, das durch die Kombination aus Bass-Lauf, cleane Gitarre und Synthesizer getragen wird. Am Ende hören wir, wie eine Plattennadel über die Schallplatte rutscht und kurz ein ganz anderes Lied spielt. Zusammen mit dem Video zu „Touched By The Hand Of God“ ist „Every Little Counts“ der humorvollste New Order-Moment.

    „Brotherhood“ empfinde ich als das herausragende Album von New Order, weil es die Post-Punk-Seite der Band mit der elektronischen Seite verbindet, und das ja sogar nach A- und B-Seite unterteilt. Mich interessiert, ob andere New Order-Fans das genauso sehen oder ob „Power, Corruption & Lies“, Low-Life“ oder eines der späteren Alben höher eingeschätzt werden.

    #Discogs #DiscogsDienstag #NewOrder #PostPunk #SynthPop
  5. DiscogsDienstag: Funhouse – Never Again

    Dienstags stelle ich ein Stück aus meiner Tonträgersammlung vor, das mir Discogs zufällig ausgewählt hat, dafür gibt es dort einen Button.

    Nach „The Black Album“ von The Exploding Boy vorletzte Woche steht heute eine weiteres Album aus Schweden im Focus: „Never Again“ von Funhouse. Es ist das zweite Album der Gothic-Rock-Band aus Kalmar und wurde 1996 veröffentlicht, da bestand Funhouse schon seit 10 Jahren und war zwischenzeitlich nach Malmö umgezogen.

    Funhouse werden der „Second Wave Of Gothic Rock“ zugeordnet und das zementieren sie auch auf „Never Again“. Nach dem ruhigen Intro „Whispered In The Wind“ mit Sprach- und Klassiksamples geht es gleich rein in den „Goth’n’Roll“ mit Mission-Vibes, ausgelöst durch die Gitarren-Riffs und den treibenden Rhythmus. Den Unterschied macht für mich Sänger Mikael Hartle, der auch eine der Gitarren spielt und für die Texte zuständig ist. Seine sehr angenehme Bariton-Stimme empfinde ich nicht so kratzig wie die von Wayne Hussey (The Mission). Da sehe ich gerne über musikalische Anleihen hinweg, wie bei „Sea Of Dreams“, das sich beim Basslauf von „Wasteland“ bedient. Es kommt allerdings nicht darauf an, wo sich eine Band inspirieren läßt, sondern was daraus gemacht wird. Und da leisten Funhouse sehr gute Arbeit.

    Funhouse im Netz:

    Bandcamp
    Discogs
    Facebook
    Instagram

    #Discogs #DiscogsDienstag #Funhouse #GothNRoll #GothRock #GothicRock
  6. DiscogsDienstag: Funhouse – Never Again

    Dienstags stelle ich ein Stück aus meiner Tonträgersammlung vor, das mir Discogs zufällig ausgewählt hat, dafür gibt es dort einen Button.

    Nach „The Black Album“ von The Exploding Boy vorletzte Woche steht heute eine weiteres Album aus Schweden im Focus: „Never Again“ von Funhouse. Es ist das zweite Album der Gothic-Rock-Band aus Kalmar und wurde 1996 veröffentlicht, da bestand Funhouse schon seit 10 Jahren und war zwischenzeitlich nach Malmö umgezogen.

    Funhouse werden der „Second Wave Of Gothic Rock“ zugeordnet und das zementieren sie auch auf „Never Again“. Nach dem ruhigen Intro „Whispered In The Wind“ mit Sprach- und Klassiksamples geht es gleich rein in den „Goth’n’Roll“ mit Mission-Vibes, ausgelöst durch die Gitarren-Riffs und den treibenden Rhythmus. Den Unterschied macht für mich Sänger Mikael Hartle, der auch eine der Gitarren spielt und für die Texte zuständig ist. Seine sehr angenehme Bariton-Stimme empfinde ich nicht so kratzt wie die von Wayne Hussey (The Mission). Da sehe ich gerne über musikalische Anleihen hinweg, wie bei „Sea Of Dreams“, das sich beim Basslauf von „Wasteland“ bedient. Es kommt allerdings nicht darauf an, wo sich eine Band inspirieren läßt, sondern was daraus gemacht wird. Und da leisten Funhouse sehr gute Arbeit.

    Funhouse im Netz:

    Bandcamp
    Discogs
    Facebook
    Instagram

    #Discogs #DiscogsDienstag #Funhouse #GothNRoll #GothRock #GothicRock
  7. DiscogsDienstag: My Heart Belongs To Cecilia Winter – Untitled

    Dienstags stelle ich ein Stück aus meiner Tonträgersammlung vor, das mir Discogs zufällig ausgewählt hat, dafür gibt es dort einen Button.

    Heute geht es um ein namenloses Album, das nicht Vielen bekannt sein dürfte, genau wie die Band namens My Heart Belongs To Cecilia Winter.

    „Who the f*ck is Cecilia Winter?“, diese Frage stellt sich beim Lesen des Bandnamens, wie auch das Blog Nachtkritik.de im letzten Jahr. Die Antwort blieb es schuldig und auch ich habe keine Lösung finden können, die Band hielt sich da immer bedeckt.

    Jedenfalls bin ich durch eine ehemalige Arbeitskollegin auf die Band aus der Schweiz aufmerksam gemacht worden. Das muss zwischen 2008 und 2010 gewesen sein, denn 2008 war die Debüt-EP des Trios Thom Luz (Gesang, Gitarre, Keyboards), Stephanie „Betty“ Fischer (Gesang, Bass) und Markus „Kusi“ Gerber (Schlagzeug, Bass) im Eigenvertrieb erschienen. 2010 kam dann das Album „Our Love Will Cut Through Everything“ heraus, über das ich vielleicht bei anderer Gelegenheit schreiben kann.

    Auf der EP befinden sich 5 Lieder, die ganz grob als gefühlvoller Indie-Rock und Shoegaze bezeichnet werden. Eine Prise Folk wurde auch hinzugegeben. „Folk-Dream-Pop“ habe ich u.a. gelesen. Der Opener „New Zealand“ klingt ein wenig zäh mit seinem schleppenden Rhythmus, der trockenen Gitarre und dem orgelnden Keyboard. Der zweistimmige Gesang ist schwermütig und sehr stimmungsvoll. Das folgende „Destroyer“ geht schon mehr zur Sache mit einem straighteren Rhythmus und Hall-Gitarre. Auch hier wirkt der zweistimmige Gesang sehr harmonisch. „Country Boy“ hat mit leichtem Country-Einschlag etwas von The Go-Betweens. Es wirkt fröhlich, aber irgendwie auch nur oberflächlich gehört. Bei „My End“ sind MHBTCW beim Shoegaze angekommen, die Gitarre ist deutlich verzerrter. Ich könnte als Vergleich The Raveonettes anbieten. Abschließend wird es mit „Valley Or Mountain Chain“ ruhiger. Das Keyboard klingt wie ein Glockenspiel und verleiht dem Lied eine Schlaflied-Stimmung, die sich mit einer krachigeren Instrumentierung abwechselt.

    Die EP schwankt zwischen Noise und Melancholie, zeigt aber noch nicht das volle Potential der Band, welches sich erst beim Album „Our Love Will Cut Through Everything“, das allerdings auch nicht mehr Selbstproduziert wurde, sondern mit Hilfe eines Labels.

    My Heart Belongs To Cecilia Winter machten 2012 noch ein weiteres Album, „Midnight Midnight“, das ich nicht in meiner Sammlung habe, und seit 2014 nichts mehr, Kusi Gerber stieg zum Ende des Jahres aus. Thom Luz ist heute als Regisseur bekannt, zumindest in der Theater-Bubble, mit Arbeiten u. a. in der Schweiz (Basel, Zürich) und in Deutschland (Hamburg, Berlin, München, Dresden).

    Die unten verlinkte MySpace-Seite ist nicht mehr aktuell, es können aber die Songs der ersten EP dort noch angehört werden. Bei Bandcamp gibt es aktuell nur das erste Album „Our Love Will Cut Through Everything“, das zum 10. Jubiläum seines Erscheinens 2020 nochmal als Vinyl veröffentlicht wurde.

    My Heart Belongs To Cecilia Winter im Netz:

    Bandcamp
    Discogs
    MySpace

    #Discogs #DiscogsDienstag #DreamPop #Ethereal #IndieRock #MyHeartBelongsToCeciliaWinter #Shoegaze
  8. DiscogsDienstag: My Heart Belongs To Cecilia Winter – Untitled

    Dienstags stelle ich ein Stück aus meiner Tonträgersammlung vor, das mir Discogs zufällig ausgewählt hat, dafür gibt es dort einen Button.

    Heute geht es um ein namenloses Album, das nicht Vielen bekannt sein dürfte, genau wie die Band namens My Heart Belongs To Cecilia Winter.

    „Who the f*ck is Cecilia Winter?“, diese Frage stellt sich beim Lesen des Bandnamens, wie auch das Blog Nachtkritik.de im letzten Jahr. Die Antwort blieb es schuldig und auch ich habe keine Lösung finden können, die Band hielt sich da immer bedeckt.

    Jedenfalls bin ich durch eine ehemalige Arbeitskollegin auf die Band aus der Schweiz aufmerksam gemacht worden. Das muss zwischen 2008 und 2010 gewesen sein, denn 2008 war die Debüt-EP des Trios Thom Luz (Gesang, Gitarre, Keyboards), Stephanie „Betty“ Fischer (Gesang, Bass) und Markus „Kusi“ Gerber (Schlagzeug, Bass) im Eigenvertrieb erschienen. 2010 kam dann das Album „Our Love Will Cut Through Everything“ heraus, über das ich vielleicht bei anderer Gelegenheit schreiben kann.

    Auf der EP befinden sich 5 Lieder, die ganz grob als gefühlvoller Indie-Rock und Shoegaze bezeichnet werden. Eine Prise Folk wurde auch hinzugegeben. „Folk-Dream-Pop“ habe ich u.a. gelesen. Der Opener „New Zealand“ klingt ein wenig zäh mit seinem schleppenden Rhythmus, der trockenen Gitarre und dem orgelnden Keyboard. Der zweistimmige Gesang ist schwermütig und sehr stimmungsvoll. Das folgende „Destroyer“ geht schon mehr zur Sache mit einem straighteren Rhythmus und Hall-Gitarre. Auch hier wirkt der zweistimmige Gesang sehr harmonisch. „Country Boy“ hat mit leichtem Country-Einschlag etwas von The Go-Betweens. Es wirkt fröhlich, aber irgendwie auch nur oberflächlich gehört. Bei „My End“ sind MHBTCW beim Shoegaze angekommen, die Gitarre ist deutlich verzerrter. Ich könnte als Vergleich The Raveonettes anbieten. Abschließend wird es mit „Valley Or Mountain Chain“ ruhiger. Das Keyboard klingt wie ein Glockenspiel und verleiht dem Lied eine Schlaflied-Stimmung, die sich mit einer krachigeren Instrumentierung abwechselt.

    Die EP schwankt zwischen Noise und Melancholie, zeigt aber noch nicht das volle Potential der Band, welches sich erst beim Album „Our Love Will Cut Through Everything“, das allerdings auch nicht mehr Selbstproduziert wurde, sondern mit Hilfe eines Labels.

    My Heart Belongs To Cecilia Winter machten 2012 noch ein weiteres Album, „Midnight Midnight“, das ich nicht in meiner Sammlung habe, und seit 2014 nichts mehr, Kusi Gerber stieg zum Ende des Jahres aus. Thom Luz ist heute als Regisseur bekannt, zumindest in der Theater-Bubble, mit Arbeiten u. a. in der Schweiz (Basel, Zürich) und in Deutschland (Hamburg, Berlin, München, Dresden).

    Die unten verlinkte MySpace-Seite ist nicht mehr aktuell, es können aber die Songs der ersten EP dort noch angehört werden. Bei Bandcamp gibt es aktuell nur das erste Album „Our Love Will Cut Through Everything“, das zum 10. Jubiläum seines Erscheinens 2020 nochmal als Vinyl veröffentlicht wurde.

    My Heart Belongs To Cecilia Winter im Netz:

    Bandcamp
    Discogs
    MySpace

    #Discogs #DiscogsDienstag #DreamPop #Ethereal #IndieRock #MyHeartBelongsToCeciliaWinter #Shoegaze
  9. DiscogsDienstag: The Exploding Boy – The Black Album

    The Exploding Boy sind eine schwedische Post-Punk-Band aus Stockholm, die sich nach einem Lied von The Cure benannt haben, der B-Seite von „In Between Days“ (1985). Wer schon einmal bei einem meiner GothDiscoInfernos im Chat dabei war, weiß bereits, dass ich ein Faible für schwedische Bands habe und The Exploding Boy gehören definitiv zu meinen Favotiten. In ihrer Musik vereinen sie alles, was das Genre ausmacht: Synthie-Teppiche, Gitarrenwände, schöne Gitarrenriffs und eine sehr angenehme Stimme. Das hören wir auch auf ihrem dritten Album „The Black Album“ aus dem Jahr 2011.

    Es beginnt mit dem Synthie-dominierten „Human“, bevor bei „I Am Truth“, „Torn“ und „Dark City“ die Gitarren rausgeholt werden. Beim wieder ruhigeren „Loneliness“ hören wir eine Akustikgitarre als dominantes Instrument. Das flotte „Sweet Little Lies“ bringt dann wieder die richtige Mischung aus Keyboards und Gitarren, genau wie „Talking Back“, dass jedoch ein reduziertes Tempo und Akustikgitarre mitbringt. „Get Out Of My Head“ ist im Intro noch reduzierter auf Akustikgitarre und Synth-Streicher, bevor ein wummernder Bass, düstere Gitarren und ein Synth-Piano übernehmen. „Here Comes The Rain“ ist eines der typischen TEB-Lieder, straight und vielfältig arrangiert mit einer fast New Order-mäßigen Gitarre – oder ist es der Bass? Den Abschluss bildet „The Man“, bei dem nochmal die Gitarrenwall herausgeholt wird. Die Strophen sind musikalisch auf Bass und Schlagzeug reduziert, der Refrain bricht dann richtig los.

    Die Lieder auf „The Black Album“ sind eingängig, melancholisch und schaffen es, die Vorbilder wie The Cure, Joy Division oder Echo And The Bunnymen nur anzukratzen, ohne sie vollends zu übernehmen. Besonders die Stimme von Johan Sjöblom hat in meinen Ohren eine starke Eigenständigkeit und einen hohen Wiedererkennungswert. Er veröffentlicht mittlerweile unter dem Namen SJÖBLOM, das letzte Lebenszeichen von The Exploding Boy stammt allerdings auch erst aus März 2026, die Single „Go Surrender“ ist allerdings nur ein Outtake des zweiten Albums „Afterglow“, ich hoffe dennoch, dass wir von ihnen in Zukunft noch mehr hören werden. Immerhin spielen sie in diesem Jahr einige Konzerte, u. a. am 25.07.2026 beim Amphi Festival.

    Ich empfehle auch das Vorgängeralbum „Afterglow“, das noch ein wenig stärker ist, jedoch kann auch mit „The Black Album“ gut in die Welt von The Exploding Boy eingetaucht werden.

    The Exploding Boy im Netz:

    Bandcamp
    Discogs
    Facebook
    Soundcloud

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #IndiePop #PostPunk #TheExplodingBoy
  10. DiscogsDienstag: The Exploding Boy – The Black Album

    The Exploding Boy sind eine schwedische Post-Punk-Band aus Stockholm, die sich nach einem Lied von The Cure benannt haben, der B-Seite von „In Between Days“ (1985). Wer schon einmal bei einem meiner GothDiscoInfernos im Chat dabei war, weißbereits, dass ich ein Faible für schwedische Bands habe und The Exploding Boy gehören definitiv zu meinen Favotiten. In ihrer Musik vereinen sie alles, was das Genre ausmacht: Synthie-Teppiche, Gitarrenwände, schöne Gitarrenriffs und eine sehr angenehme Stimme. Das hören wir auch auf ihrem dritten Album „The Black Album“ aus dem Jahr 2011.

    Es beginnt mit dem Synthie-dominierten „Human“, bevor bei „I Am Truth“, „Torn“ und „Dark City“ die Gitarren rausgeholt werden. Beim wieder ruhigeren „Loneliness“ hören wir eine Akustikgitarre als dominantes Instrument. Das flotte „Sweet Little Lies“ bringt dann wieder die richtige Mischung aus Keyboards und Gitarren, genau wie „Talking Back“, dass jedoch ein reduziertes Tempo und Akustikgitarre mitbringt. „Get Out Of My Head“ ist im Intro noch reduzierter auf Akustikgitarre und Synth-Streicher, bevor ein wummernder Bass, düstere Gitarren und ein Synth-Piano übernehmen. „Here Comes The Rain“ ist eines der typischen TEB-Lieder, straight und vielfältig arrangiert mit einer fast New Order-mäßigen Gitarre – oder ist es der Bass? Den Abschluss bildet „The Man“, bei dem nochmal die Gitarrenwall herausgeholt wird. Die Strophen sind musikalisch auf Bass und Schlagzeug reduziert, der Refrain bricht dann richtig los.

    Die Lieder auf „The Black Album“ sind eingängig, melancholisch und schaffen es, die Vorbilder wie The Cure, Joy Division oder Echo And The Bunnymen nur anzukratzen, ohne sie vollends zu übernehmen. Besonders die Stimme von Johan Sjöblom hat in meinen Ohren eine starke Eigenständigkeit und einen hohen Wiedererkennungswert. Er veröffentlicht mittlerweile unter dem Namen SJÖBLOM, das letzte Lebenszeichen von The Exploding Boy stammt allerdings auch erst aus März 2026, die Single „Go Surrender“ ist allerdings nur ein Outtake des zweiten Albums „Afterglow“, ich hoffe dennoch, dass wir von ihnen in Zukunft noch mehr hören werden. Immerhin spielen sie in diesem Jahr einige Konzerte, u. a. am 25.07.2026 beim Amphi Festival.

    Ich empfehle auch das Vorgängeralbum „Afterglow“, das noch ein wenig stärker ist, jedoch kann auch mit „The Black Album“ gut in die Welt von The Exploding Boy eingetaucht werden.

    The Exploding Boy im Netz:

    Bandcamp
    Discogs
    Facebook
    Soundcloud

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #IndiePop #PostPunk #TheExplodingBoy
  11. DiscogsDienstag: Busch – Bossa Nova

    Es muss nicht immer Gothic sein, manchmal geht auch Bossa Nova. So lautet allerdings nur der Titel des Albums von Busch, das ich mir in (m)einer Indie-Pop-Phase zugelegt hatte. Ich vermute, dass der Kaufimpuls im Nachtclub vom NDR entstanden ist. Den habe ich damals recht häufig gehört und dort viele Anregungen bekommen. Busch wurde 1994 von Mika Kreuder gegründet, der die erste EP noch alleine einspielte. Zwei Jahre später veröffentlichte er mit Gastmusikern, u. a. Tom Liwa (Flowerpornoes), das Album „Entsetzlich“, bei dem der Name ebensowenig Programm war wie bei „Bossa Nova“.

    „Bossa Nova“ erschien 2002 und Busch waren zu einer richtigen Band geworden. Sebastian Huthmacher (Gitarre), Ingo Hey (von Dronning Maud Land, Bass), Daniel Hambuch (Schlagzeug) und Mika Kreuder (Gesang und Gitarre) bildeten das Line-Up auf dem Album. Musikalisch habe ich Bossa Nova ja schon ausgeschlossen, es geht eher in Richtung Brit-Pop oder weiter zurückgehend The Smiths, nur garniert mit Mika Kreuders feinen deutschsprachigen Lyrik. In den Texten geht es um Marlene und Hsu, um Christian, David Copperfield und Mozart. Und oft sind die Worte der Gegensatz zur Musik, ganz wie bei den Smiths. Sind Busch deshalb die deutschen Smiths? Vielleicht. Sind sie großartig? Auf jeden Fall.

    Nach Bossa Nova war noch ein drittes Album in Planung. Dazu traten Christian Wübben (von Erdmöbel, Schlagzeug) und Volker Struckmeier (Tasteninstrumente) der Band bei. Zu dem Album kam es allerdings nicht mehr. Stattdessen macht Mika Kreuder mittlerweile unter seinem Nachnamen auch durchaus hörenswerte Musik, weiterhin mit Christian Wübben sowie mit Wolfgang Proppe (Piano, ebenfalls von Erdmöbel) und Heiner Tent (Bass).

    Busch im Netz:

    Webseite
    Bandcamp
    Discogs

    Mika Kreuder im Netz:

    Webseite
    Bandcamp
    Mastodon
    Peertube

    #Busch #Discogs #DiscogsDienstag #IndiePop #MikaKreuder
  12. DiscogsDienstag: The Cure – Charlotte Sometimes

    The Cure sind ein nahezu unerschöpflicher Quell guter Musik und da ich auch eine recht große Cure-Sammlung habe, ist es nicht verwunderlich, dass mir die Zufallssuche von Discogs mal wieder einen Tonträger von ihnen ausgegeben hat. Diesmal ist es die Maxi von „Charlotte Sometimes“, erschienen am 9. Oktober 1981 als Non-Album-Single. Ich habe allerdings „nur“ die 1986 von Metronome wiederveröffentlichte Version.

    Das Line-Up auf dieser Maxi bestand aus Robert Smith, Simon Gallup und Laurence Tolhurst und „Charlotte Sometimes“ ist eines meiner absoluten Lieblingslieder von The Cure. Es erschien zwischen den Alben „Faith“ (1980) und „Pornography“ (1981). Ein sehr schönes Video dazu wurde auch gedreht, allerdings noch nicht von Tim Pope, mit dem The Cure später lange zusammenarbeiteten, sondern von Mick Mansfield. Der Text basiert auf einem gleichnamigen Kinderbuch aus dem Jahr 1969. Gleiches gilt für die B-Seite „Splintered In Her Head“ und den Song „The Empty World“ vom Album „The Top“ (1984).

    „Charlotte Sometimes“ ist ein wunderschönes, trauriges Lied („Charlotte sometimes crying for herself, Charlotte sometimes dreams a wall around herself“), das von einer hypnotischen Bass-Linie und atmosphärischen Keyboards (gespielt von Robert) getragen wird. Die Gitarre wird eher minimalistisch eingesetzt und das Schlagzeug ist, typisch für Lol, gradlinig und kühl mit wenigen Fills.

    „Splintered In Her Head“ ist dagegen ein Song, der schon das Album „Pornography“ andeutet. Es ist experimentell, fast ungeordnet, mit einem monotonen Bass und Dschungel-Trommeln, die fast das gesamte Lied unverändert durchlaufen. Dazu liefert Robert allerlei Gitarrenparts und Keyboard-Sounds. Der Gesang ist nicht klar wie auf „Charlotte Sometimes“, sondern verzerrt. Das gesamte Lied wirkt mehr düster als melancholisch.

    Auf der Maxi bilden diese beiden Songs die A-Seite, auf der B-Seite befindet sich eine über 10 Minuten lange Live-Version von „Faith“, aufgenommen am 17. August 1981 in Sydney, Australien. „Faith“ vom gleichnamigen Album ist ebenfalls ein Klassiker von The Cure und ein Lied, das ich sehr mag.

    Über das Coverfoto habe ich herausgefunden, dass es Mary Poole darstellt, die damalige Freundin von Robert Smith und seit 1988 seine Ehefrau. Das Foto wurde stark verfremdet und ist als Originalversion auf dem Cover der Single „Pictures Of You“ (1990) zu sehen.

    #CharlotteSometimes #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothRock #PostPunk #TheCure
  13. DiscogsDienstag: The Cure – Charlotte Sometimes

    The Cure sind ein nahezu unerschöpflicher Quell guter Musik und da ich auch eine recht große Cure-Sammlung habe, ist es nicht verwunderlich, dass mir die Zufallssuche von Discogs mal wieder einen Tonträger von ihnen ausgegeben hat. Diesmal ist es die Maxi von „Charlotte Sometimes“, erschienen am 9. Oktober 1981 als Non-Album-Single. Ich habe allerdings „nur“ die 1986 von Metronome wiederveröffentlichte Version.

    Das Line-Up auf dieser Maxi bestand aus Robert Smith, Simon Gallup und Laurence Tolhurst und „Charlotte Sometimes“ ist eines meiner absoluten Lieblingslieder von The Cure. Es erschien zwischen den Alben „Faith“ (1980) und „Pornography“ (1981). Ein sehr schönes Video dazu wurde auch gedreht, allerdings noch nicht von Tim Pope, mit dem The Cure später lange zusammenarbeiteten, sondern von Mick Mansfield. Der Text basiert auf einem gleichnamigen Kinderbuch aus dem Jahr 1969. Gleiches gilt für die B-Seite „Splintered In Her Head“ und den Song „The Empty World“ vom Album „The Top“ (1984).

    „Charlotte Sometimes“ ist ein wunderschönes, trauriges Lied („Charlotte sometimes crying for herself, Charlotte sometimes dreams a wall around herself“), das von einer hypnotischen Bass-Linie und atmosphärischen Keyboards (gespielt von Robert) getragen wird. Die Gitarre wird eher minimalistisch eingesetzt und das Schlagzeug ist, typisch für Lol, gradlinig und kühl mit wenigen Fills.

    „Splintered In Her Head“ ist dagegen ein Song, der schon das Album „Pornography“ andeutet. Es ist experimentell, fast ungeordnet, mit einem monotonen Bass und Dschungel-Trommeln, die fast das gesamte Lied unverändert durchlaufen. Dazu liefert Robert allerlei Gitarrenparts und Keyboard-Sounds. Der Gesang ist nicht klar wie auf „Charlotte Sometimes“, sondern verzerrt. Das gesamte Lied wirkt mehr düster als melancholisch.

    Auf der Maxi bilden diese beiden Songs die A-Seite, auf der B-Seite befindet sich eine über 10 Minuten lange Live-Version von „Faith“, aufgenommen am 17. August 1981 in Sydney, Australien. „Faith“ vom gleichnamigen Album ist ebenfalls ein Klassiker von The Cure und ein Lied, das ich sehr mag.

    Über das Coverfoto habe ich herausgefunden, dass es Mary Poole darstellt, die damalige Freundin von Robert Smith und seit 1988 seine Ehefrau. Das Foto wurde stark verfremdet und ist als Originalversion auf dem Cover der Single „Pictures Of You“ (1990) zu sehen.

    #CharlotteSometimes #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothRock #PostPunk #TheCure
  14. DiscogsDienstag: Siouxsie And The Banshees – Spellbound – The Collection

    Nach den Singles-Collections Once Upon A Time und Twice Upon A Time stelle ich heute die dritte Kompilation von Siouxsie And The Banshees vor: „Spellbound – The Collection“ aus dem Jahr 2015. Der Untertitel lautet: „An Introduction To Siouxsie And The Banshees Selected By Siouxsie Sioux And Steven Severin“. 18 Songs haben die Sängerin und der Bassist von allen 11 Alben ausgewählt, wobei auch zwei B-Seiten dabei sind.

    Über die Band im Allgemeinen muss ich im dritten Beitrag nicht mehr viel schreiben. Siouxsie, Severin und Budgie am Schlagzeug bildeten das musikalische Grundgerüst. Verschiedene Gitarristen brachten auf jedem Album ihre persönliche Note ein. John McKay (The Scream, Join Hands), John McGeoch (Kaleidoscope, Juju, A Kiss In The Dremhouse), Robert Smith von The Cure (Hyæna), John Valentine Carruthers (Tinderbox, Through The Looking Glass) und Jon Klein (Peepshow, Superstition, The Rapture) gaben sich die Gitarre in die Hand. Auf den ersten beiden Alben „The Scream“ und „Join Hands“ trommelte Kenny Morris, der am 15.01.2026 verstorben ist, bevor Siouxsies späterer Ehemann Budgie ihn ersetzte.

    Die Kompilation beginnt gleich mit einer Überraschung für echte Fans, „Hong Kong Garden“ ist eine Version, die aus dem Film „Marie Antoinette“ stammt (2006) und ein neues Intro hat. Statt des gewohnten Xylophones sind hier Streicher zu hören. Der Song war auf dem Origninal-Album „The Scream“ (1978) nicht enthalten, nur auf der CD-Wiederveröffnetlichung (2006) als Bonus-Track. Von dem Album ist dann als nächstes „Mirage“ vertreten. Von „Join Hands“ (1979) kommt „Placebo Effect“ und aus „Kaleidoscope“ (1980) gibt es „Happy House“ und „Desert Kisses“. Das nächste Album „Juju“ (1981) ist ebenfalls doppelt dabei, mit „Spellbound“ und „Into The Light“. Im Anschluss haben wir „Cascade“ von „A Kiss In The Dreamhouse“ (1982) sowie „Tattoo“, die B-Seite von „Dear Prudence“ (1983), mit Robert Smith an der Gitarre. Vom Album „Hyæna“ (1984), an dem Smith mitgewirkt hat, ist „We Hunger“ mit von der Partie. Das darauffolgende Album „Tinderbox“ (1986) hält den Klassiker „Cities In Dust“ und „Land’s End“ bereit. Eine weitere B-Seite ist „Shooting Sun“ von der Single „This Wheel’s On Fire“ (1987). Den Abschluss bilden „Peek-A-Boo“ und „Turn To Stone“ aus „Peepshow“ (1988), „Kiss Them For Me“ und „Drifter“ aus „Superstition“ (1991) sowie „Not Forgotten“ aus dem letzten Album „The Rapture“ (1995). 1996 kam das Ende der Band aufgrund von zunehmenden Meinungsverschiedenheiten musikalischer Natur. Souxsie und Budgie kümmerten sich daraufhin hauptsächlich um ihr seit 1981 bestehendes Nebenprojekt The Creatures.

    Mein Fazit dieser Collection fällt durchweg positiv aus. Siouxsie And The Banshees habe so unfassbar viele gute Songs gemacht, dass eine relativ kleine Auwahl immer zu kurz greift. Hier haben wir mit „Hong Kong Garden“, „Happy House“, „Spellbound“, „Cities In Dust“ und „Kiss Them For Me“ absolute Klassiker, die von zum Teil nicht so beachteten Liedern ergänzt werden, so dass eine sehr stimmige Kompilation entstand, die gut in einem Zug hörbar ist. Getreu dem letzten Lied habe ich die Hoffnung, dass Siouxsie And The Banshees nicht vergessen werden, denn sie haben einen großen Beitrag – besser viele überragende Beiträge – zum Gothic-Genre geleistet.

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothRock #PostPunk #SiouxsieAndTheBanshees
  15. DiscogsDienstag: Siouxsie And The Banshees – Spellbound – The Collection

    Nach den Singles-Collections Once Upon A Time und Twice Upon A Time stelle ich heute die dritte Kompilation von Siouxsie And The Banshees vor: „Spellbound – The Collection“ aus dem Jahr 2015. Der Untertitel lautet: „An Introduction To Siouxsie And The Banshees Selected By Siouxsie Sioux And Steven Severin“. 18 Songs haben die Sängerin und der Bassist von allen 11 Alben ausgewählt, wobei auch zwei B-Seiten dabei sind.

    Über die Band im Allgemeinen muss ich im dritten Beitrag nicht mehr viel schreiben. Siouxsie, Severin und Budgie am Schlagzeug bildeten das musikalische Grundgerüst. Verschiedene Gitarristen brachten auf jedem Album ihre persönliche Note ein. John McKay (The Scream, Join Hands), John McGeoch (Kaleidoscope, Juju, A Kiss In The Dremhouse), Robert Smith von The Cure (Hyæna), John Valentine Carruthers (Tinderbox, Through The Looking Glass) und Jon Klein (Peepshow, Superstition, The Rapture) gaben sich die Gitarre in die Hand. Auf den ersten beiden Alben „The Scream“ und „Join Hands“ trommelte Kenny Morris, der am 15.01.2026 verstorben ist, bevor Siouxsies späterer Ehemann Budgie ihn ersetzte.

    Die Kompilation beginnt gleich mit einer Überraschung für echte Fans, „Hong Kong Garden“ ist eine Version, die aus dem Film „Marie Antoinette“ stammt (2006) und ein neues Intro hat. Statt des gewohnten Xylophones sind hier Streicher zu hören. Der Song war auf dem Origninal-Album „The Scream“ (1978) nicht enthalten, nur auf der CD-Wiederveröffnetlichung (2006) als Bonus-Track. Von dem Album ist dann als nächstes „Mirage“ vertreten. Von „Join Hands“ (1979) kommt „Placebo Effect“ und aus „Kaleidoscope“ (1980) gibt es „Happy House“ und „Desert Kisses“. Das nächste Album „Juju“ (1981) ist ebenfalls doppelt dabei, mit „Spellbound“ und „Into The Light“. Im Anschluss haben wir „Cascade“ von „A Kiss In The Dreamhouse“ (1982) sowie „Tattoo“, die B-Seite von „Dear Prudence“ (1983), mit Robert Smith an der Gitarre. Vom Album „Hyæna“ (1984), an dem Smith mitgewirkt hat, ist „We Hunger“ mit von der Partie. Das darauffolgende Album „Tinderbox“ (1986) hält den Klassiker „Cities In Dust“ und „Land’s End“ bereit. Eine weitere B-Seite ist „Shooting Sun“ von der Single „This Wheel’s On Fire“ (1987). Den Abschluss bilden „Peek-A-Boo“ und „Turn To Stone“ aus „Peepshow“ (1988), „Kiss Them For Me“ und „Drifter“ aus „Superstition“ (1991) sowie „Not Forgotten“ aus dem letzten Album „The Rapture“ (1995). 1996 kam das Ende der Band aufgrund von zunehmenden Meinungsverschiedenheiten musikalischer Natur. Souxsie und Budgie kümmerten sich daraufhin hauptsächlich um ihr seit 1981 bestehendes Nebenprojekt The Creatures.

    Mein Fazit dieser Collection fällt durchweg positiv aus. Siouxsie And The Banshees habe so unfassbar viele gute Songs gemacht, dass eine relativ kleine Auwahl immer zu kurz greift. Hier haben wir mit „Hong Kong Garden“, „Happy House“, „Spellbound“, „Cities In Dust“ und „Kiss Them For Me“ absolute Klassiker, die von zum Teil nicht so beachteten Liedern ergänzt werden, so dass eine sehr stimmige Kompilation entstand, die gut in einem Zug hörbar ist. Getreu dem letzten Lied habe ich die Hoffnung, dass Siouxsie And The Banshees nicht vergessen werden, denn sie haben einen großen Beitrag – besser viele überragende Beiträge – zum Gothic-Genre geleistet.

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothRock #PostPunk #SiouxsieAndTheBanshees
  16. DiscogsDienstag: The Jesus & Mary Chain – Stoned & Dethroned

    Über die schottische Band The Jesus & Mary Chain muss ich eigentlich nicht viel schreiben, sie gehören zu den Pionieren des Shoegaze, besonders mit ihren ersten beiden Alben „Psychocandy“ (1985) und „Darklands“ (1987) und im Grunde bekommt man von den Reid-Brüdern Jim und William immer, was man erwartet: Post-Punk, Noise Pop und Shoegaze mit einer Prise Rock’n’Roll, Surf-Rock und Blues. So auch auf ihrem 1994er Album „Stoned & Dethroned“, ihrem fünften Longplayer.

    Das Highlight des Albums ist für mich „Sometimes Always“ mit Gastsängerin Hope Sandoval (Mazzy Star), die zu der Zeit mit William Reid zusammen war und das Lied mit Jim Reid im Duett singt, ganz in der Tradition von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra. Ein weiterer Gastsänger war Shane MacGowan (The Pogues), der „God Help Me“ gesungen hat. Insgesamt finden sich 17 Songs auf dem Album, das eigentlich als Akustik-Album geplant war, was an einigen Stellen noch hörbar ist („Everybody I Know“). Es sind viele ruhigere Songs dabei, aber auch klassische, flotte JAMC-Stücke („She“, „Girlfriend“). Die Besetzung bestand aus Jim Reid (Gesang, Gitarren, Bass), William Reid (Gesang, Gitarren, Bass), Steve Monti von Curve (Schlagzeug) und Ben Lurie (Gitarre, Harmonika, Orgel, Bass).

    Wie so häufig bei familiären Bandprojekten haben sich auch die Reid-Brüder irgendwann zerstritten, so dass es von 1998 bis 2007 Funkstille zwischen ihnen gab. Danach traten sie jedoch wieder gemeinsam auf und veröffentlichten noch die Alben sieben und acht, „Damage and Joy“ (2017) und „Glasgow Eyes“ (2024).

    Ich habe The Jesus & Mary Chain am 02.07.1988 beim Roskilde Festival live gesehen.

    #Discogs #DiscogsDienstag #HopeSandoval #NoisePop #PostPunk #ShaneMacGowan #Shoegaze #TheJesusMaryChain
  17. DiscogsDienstag: The Jesus & Mary Chain – Stoned & Dethroned

    Über die schottische Band The Jesus & Mary Chain muss ich eigentlich nicht viel schreiben, sie gehören zu den Pionieren des Shoegaze, besonders mit ihren ersten beiden Alben „Psychocandy“ (1985) und „Darklands“ (1987) und im Grunde bekommt man von den Reid-Brüdern Jim und William immer, was man erwartet: Post-Punk, Noise Pop und Shoegaze mit einer Prise Rock’n’Roll, Surf-Rock und Blues. So auch auf ihrem 1994er Album „Stoned & Dethroned“, ihrem fünften Longplayer.

    Das Highlight des Albums ist für mich „Sometimes Always“ mit Gastsängerin Hope Sandoval (Mazzy Star), die zu der Zeit mit William Reid zusammen war und das Lied mit Jim Reid im Duett singt, ganz in der Tradition von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra. Ein weiterer Gastsänger war Shane MacGowan (The Pogues), der „God Help Me“ gesungen hat. Insgesamt finden sich 17 Songs auf dem Album, das eigentlich als Akustik-Album geplant war, was an einigen Stellen noch hörbar ist („Everybody I Know“). Es sind viele ruhigere Songs dabei, aber auch klassische, flotte JAMC-Stücke („She“, „Girlfriend“). Die Besetzung bestand aus Jim Reid (Gesang, Gitarren, Bass), William Reid (Gesang, Gitarren, Bass), Steve Monti von Curve (Schlagzeug) und Ben Lurie (Gitarre, Harmonika, Orgel, Bass).

    Wie so häufig bei familiären Bandprojekten haben sich auch die Reid-Brüder irgendwann zerstritten, so dass es von 1998 bis 2007 Funkstille zwischen ihnen gab. Danach traten sie jedoch wieder gemeinsam auf und veröffentlichten noch die Alben sieben und acht, „Damage and Joy“ (2017) und „Glasgow Eyes“ (2024).

    Ich habe The Jesus & Mary Chain am 02.07.1988 beim Roskilde Festival live gesehen.

    #Discogs #DiscogsDienstag #HopeSandoval #NoisePop #PostPunk #ShaneMacGowan #Shoegaze #TheJesusMaryChain
  18. DiscogsDienstag: Die Goldenen Zitronen – Am Tag als Thomas Anders starb

    Die Goldenen Zitronen wurden 1984 im Umfeld der Hafenstraße in Hamburg gegründet. Schorsch Kamerun (Gesang), Aldo Moro (Gitarre/Bass), Ale Sexfeind (Schlagzeug) und Ted Gaier (Gitarre/Bass) machten Fun-Punk und Polit-Punk, wurden zunehmend avangardistischer und gelten als Mitbegründer der „Hamburger Schule“. Mit ihrer Single „Am Tag als Thomas Anders starb“ erlangten sie 1986 große mediale Aufmerksamkeit. Es soll die erfolgreichste deutsche Indie-Single sein.

    Dabei handelt es sich um eine Punk-Coverversion des Schlagers „Am Tag als Conny Kramer starb“ von Juliane Werding aus dem Jahr 1972, welcher wiederum eine Coverversion des Folk-Rock-Songs „The Night They Drove Old Dixie Down“ von The Band (1969) war. Im Original ein Anti-Kriegs- bzw. Anti-Drogensong machten Die Goldenen Zitronen daraus ein Anti-Thomas-Anders-Lied, der zu der Zeit mit Modern Talking sehr erfolgreich war. Unterstützt wurden die Zitronen dabei von Rod Gonzales am Banjo, der bekanntlich heute bei den Ärzten praktiziert.

    Und auch der musikalische Partner von Thomas Anders bekommt Erwähnung auf der Single, nämlich im Lied „Zitronenmord“ auf der B-Seite. „Zitronenmord“ handelt vom mysteriösen Ableben der bekannten Hamburger Musiker Udo Lindenberg, Achim Reichel, Dieter Bohlen, Freddy Quinn und Jutta Weinhold, „sie lagen alle tot mit ’ner Zitrone im Maul da“.

    Ich habe Die Goldenen Zitronen leider nicht so intensiv verfolgt. Ich habe mal das Album „Porsche, Genscher, Hallo HSV“ von 1987 als CD besessen, aber die ist im Laufe der Zeit leider verschütt gegangen. Darauf ist ja der zweite Zitronen-Hit, „Für immer Punk“. Der lief häufig am Ende in meiner Stammdisco, bevor dann zu „Streetlife“ von Randy Crawford das Licht anging.

    Die Goldenen Zitronen sind nicht bei Fun-Punk- und Rockabilly-Songs stehen geblieben, sondern haben sich mit den Jahren weiterentwickelt. In späteren Veröffentlichungen werden sie elektronischer und entdecken No-Wave, Hip-Hop, Krautrock und Jazz für ihre Musik. Wie oben bereits erwähnt, haben sie auch auf die Bands der „Hamburger Schule“ Einfluss genommen.

    Die Goldenen Zitrone bestehen heute immer noch, von der Originalbesetzung sind Schorsch Kamerun und Ted Gaier noch dabei. Nach dem letzten Album „More Than A Feeling“ (2019) erschien 2024 zum 40. Jubiläum eine Best-Of-Compilation auf 3 LPs, darunter ist auch „Am Tag als Thomas Anders starb“.

    #DieGoldenenZitronen #Discogs #DiscogsDienstag #Punk #Rockabilly
  19. DiscogsDienstag: Die Goldenen Zitronen – Am Tag als Thomas Anders starb

    Die Goldenen Zitronen wurden 1984 im Umfeld der Hafenstraße in Hamburg gegründet. Schorsch Kamerun (Gesang), Aldo Moro (Gitarre/Bass), Ale Sexfeind (Schlagzeug) und Ted Gaier (Gitarre/Bass) machten Fun-Punk und Polit-Punk, wurden zunehmend avangardistischer und gelten als Mitbegründer der „Hamburger Schule“. Mit ihrer Single „Am Tag als Thomas Anders starb“ erlangten sie 1986 große mediale Aufmerksamkeit. Es soll die erfolgreichste deutsche Indie-Single sein.

    Dabei handelt es sich um eine Punk-Coverversion des Schlagers „Am Tag als Conny Kramer starb“ von Juliane Werding aus dem Jahr 1972, welcher wiederum eine Coverversion des Folk-Rock-Songs „The Night They Drove Old Dixie Down“ von The Band (1969) war. Im Original ein Anti-Kriegs- bzw. Anti-Drogensong machten Die Goldenen Zitronen daraus ein Anti-Thomas-Anders-Lied, der zu der Zeit mit Modern Talking sehr erfolgreich war. Unterstützt wurden die Zitronen dabei von Rod Gonzales am Banjo, der bekanntlich heute bei den Ärzten praktiziert.

    Und auch der musikalische Partner von Thomas Anders bekommt Erwähnung auf der Single, nämlich im Lied „Zitronenmord“ auf der B-Seite. „Zitronenmord“ handelt vom mysteriösen Ableben der bekannten Hamburger Musiker Udo Lindenberg, Achim Reichel, Dieter Bohlen, Freddy Quinn und Jutta Weinhold, „sie lagen alle tot mit ’ner Zitrone im Maul da“.

    Ich habe Die Goldenen Zitronen leider nicht so intensiv verfolgt. Ich habe mal das Album „Porsche, Genscher, Hallo HSV“ von 1987 als CD besessen, aber die ist im Laufe der Zeit leider verschütt gegangen. Darauf ist ja der zweite Zitronen-Hit, „Für immer Punk“. Der lief häufig am Ende in meiner Stammdisco, bevor dann zu „Streetlife“ von Randy Crawford das Licht anging.

    Die Goldenen Zitronen sind nicht bei Fun-Punk- und Rockabilly-Songs stehen geblieben, sondern haben sich mit den Jahren weiterentwickelt. In späteren Veröffentlichungen werden sie elektronischer und entdecken No-Wave, Hip-Hop, Krautrock und Jazz für ihre Musik. Wie oben bereits erwähnt, haben sie auch auf die Bands der „Hamburger Schule“ Einfluss genommen.

    Die Goldenen Zitrone bestehen heute immer noch, von der Originalbesetzung sind Schorsch Kamerun und Ted Gaier noch dabei. Nach dem letzten Album „More Than A Feeling“ (2019) erschien 2024 zum 40. Jubiläum eine Best-Of-Compilation auf 3 LPs, darunter ist auch „Am Tag als Thomas Anders starb“.

    #DieGoldenenZitronen #Discogs #DiscogsDienstag #Punk #Rockabilly
  20. DiscogsDienstag: David Bowie – Earthling

    Muss ich viel über David Bowie schreiben? Nein. Wird das dann hier ein kurzer Beitrag? Vielleicht. Meistens fällt mir erst beim Schreiben immer mehr ein, mal sehen, wie das heute wird. Wir schreiben das Jahr 1997 und David Bowie veröffentlicht sein 21. Studio-Album „Earthling“ oder „EART HL I NG“, wie es in goldenen Lettern auf dem Cover steht, 30 Jahre nach seinem selbstbetitelten Debüt. In den Credits entdecken wir neben Bowies langjährigem Weggefährten Brian Eno den Gitarristen Reeves Gabrels, der auch an den Bowie-Alben „Black Tie White Noise“ (1993), „Outside“ (1995) und „Hours“ (1999) mitgewirkt hat. Seit 1997 ist Gabrels auch Live-Gitarrist bei The Cure und ebenfalls auf dem letzten Cure-Album „Songs Of A Lost World“ (2024) zu hören. Bei Bowie spielte Gabrels Gitarre und Synthesizer und war am Songwriting beteiligt, auf „Earthling“ an sieben der neun Songs.

    Das Album „Earthlings“ vereint Drum and Bass mit Industrial- und Hard-Rock, Electronica und Jungle-Rhythmen. Das tritt schon beim grandiosen Opener „Little Wonder“, geschrieben von Bowie, Gabrels und Mark Plati, deutlich hervor. „Looking For Satellites“ aus der gleichen Feder ist dagegen ein ruhigeres Stück, bei dem das Gitarrensolo von Gabrels heraussticht. Bei „Battle for Britain (The Letter)“ dominiert wieder Drum And Bass und eine harte Gitarre, zwischendurch ist ein weirdes Klavier zu hören. Auch dieser Song wurde von dem Trio geschrieben. „Seven Years in Tibet“ ist eine Bowie/Gabrels-Komposition mit einer ruhige Strophe und einem gitarrendominierten Refrain mit fast wütendem Gesang und einer prägnanten Synth-Orgel. „Dead Man Walking“ (Bowie/Gabrels) hat wieder flotte Drum And Bass-Elemente und flimmernde Synthies. Der treibende Beat macht das Lied sehr tanzbar. Am Ende kommt ein Jazz-Piano dazu. „Telling Lies“ wurde von Bowie während der „Outside“-Sessions alleine geschrieben. Auch hier wurde ein Drum And Bass-Rhythmus verwendet, die Instrumentierung ist deutlich spärlicher als bei den anderen Songs, so dass Bowies Stimme eine tragende Rolle einnimmt. „The Last Thing You Should Do“ (Bowie/Gabrels/Plati) vereint erneut Drum And Bass mit ballernden Gitarrenwänden und diesmal spärlichem Gesang sowie sanften Keyboard-Teppichen. Der nächste Titel „I’m Afraid of Americans“ stammt vom bewährten Team Bowie/Eno und ebenfalls aus den „Outside“-Sessions. Er klingt bereits in der Album-Version so, als ob er von Trent Reznor remixt werden müßte, was er schließlich auch wurde. Sechs Remixe umfasst die Maxi-Single, davon fünf von Nine Inch Nails. Reznor tritt auch im Musikvideo zu „I’m Afraid of Americans“ auf, wo er einen Stalker spielt, der David Bowie verfolgt. Zuletzt kommt wieder eine Bowie/Gabrels-Komposition, „Law (Earthlings on Fire)“. Es ist ein Industrial-Track, fast EBM, mit kräftigen Beats und einer verzerrten Stimme. Ein würdiger Abschluss für ein sehr gutes Album.

    „Earthling“ ist ein flottes Album, sehr elektronisch und rhythmusgetragen. Der Gesang variert von Song zu Song und die Gitarre gibt hier die entsprechende Würze. Ich finde es erstaunlich, dass relativ gesetzte Musiker – Bowie war 1997 50, Brian Eno 49, Reeves Gabrels immerhin 41 Jahre alt – so frische Musik machen. Naja, Bowie war schon immer sehr wandlungsfähig, auch musikalisch und Eno schon immer experimentierfreudig. Insofern kein Wunder, nicht mal ein „Little Wonder“ (das ist übrigens mein Favorit).

    #BrianEno #DavidBowie #Discogs #DiscogsDienstag #DrumAndBass #Earthling #Electronica #IndustrialRock #ReevesGabrels
  21. DiscogsDienstag: David Bowie – Earthling

    Muss ich viel über David Bowie schreiben? Nein. Wird das dann hier ein kurzer Beitrag? Vielleicht. Meistens fällt mir erst beim Schreiben immer mehr ein, mal sehen, wie das heute wird. Wir schreiben das Jahr 1997 und David Bowie veröffentlicht sein 21. Studio-Album „Earthling“ oder „EART HL I NG“, wie es in goldenen Lettern auf dem Cover steht, 30 Jahre nach seinem selbstbetitelten Debüt. In den Credits entdecken wir neben Bowies langjährigem Weggefährten Brian Eno den Gitarristen Reeves Gabrels, der auch an den Bowie-Alben „Black Tie White Noise“ (1993), „Outside“ (1995) und „Hours“ (1999) mitgewirkt hat. Seit 1997 ist Gabrels auch Live-Gitarrist bei The Cure und ebenfalls auf dem letzten Cure-Album „Songs Of A Lost World“ (2024) zu hören. Bei Bowie spielte Gabrels Gitarre und Synthesizer und war am Songwriting beteiligt, auf „Earthling“ an sieben der neun Songs.

    Das Album „Earthlings“ vereint Drum and Bass mit Industrial- und Hard-Rock, Electronica und Jungle-Rhythmen. Das tritt schon beim grandiosen Opener „Little Wonder“, geschrieben von Bowie, Gabrels und Mark Plati, deutlich hervor. „Looking For Satellites“ aus der gleichen Feder ist dagegen ein ruhigeres Stück, bei dem das Gitarrensolo von Gabrels heraussticht. Bei „Battle for Britain (The Letter)“ dominiert wieder Drum And Bass und eine harte Gitarre, zwischendurch ist ein weirdes Klavier zu hören. Auch dieser Song wurde von dem Trio geschrieben. „Seven Years in Tibet“ ist eine Bowie/Gabrels-Komposition mit einer ruhige Strophe und einem gitarrendominierten Refrain mit fast wütendem Gesang und einer prägnanten Synth-Orgel. „Dead Man Walking“ (Bowie/Gabrels) hat wieder flotte Drum And Bass-Elemente und flimmernde Synthies. Der treibende Beat macht das Lied sehr tanzbar. Am Ende kommt ein Jazz-Piano dazu. „Telling Lies“ wurde von Bowie während der „Outside“-Sessions alleine geschrieben. Auch hier wurde ein Drum And Bass-Rhythmus verwendet, die Instrumentierung ist deutlich spärlicher als bei den anderen Songs, so dass Bowies Stimme eine tragende Rolle einnimmt. „The Last Thing You Should Do“ (Bowie/Gabrels/Plati) vereint erneut Drum And Bass mit ballernden Gitarrenwänden und diesmal spärlichem Gesang sowie sanften Keyboard-Teppichen. Der nächste Titel „I’m Afraid of Americans“ stammt vom bewährten Team Bowie/Eno und ebenfalls aus den „Outside“-Sessions. Er klingt bereits in der Album-Version so, als ob er von Trent Reznor remixt werden müßte, was er schließlich auch wurde. Sechs Remixe umfasst die Maxi-Single, davon fünf von Nine Inch Nails. Reznor tritt auch im Musikvideo zu „I’m Afraid of Americans“ auf, wo er einen Stalker spielt, der David Bowie verfolgt. Zuletzt kommt wieder eine Bowie/Gabrels-Komposition, „Law (Earthlings on Fire)“. Es ist ein Industrial-Track, fast EBM, mit kräftigen Beats und einer verzerrten Stimme. Ein würdiger Abschluss für ein sehr gutes Album.

    „Earthling“ ist ein flottes Album, sehr elektronisch und rhythmusgetragen. Der Gesang variert von Song zu Song und die Gitarre gibt hier die entsprechende Würze. Ich finde es erstaunlich, dass relativ gesetzte Musiker – Bowie war 1997 50, Brian Eno 49, Reeves Gabrels immerhin 41 Jahre alt – so frische Musik machen. Naja, Bowie war schon immer sehr wandlungsfähig, auch musikalisch und Eno schon immer experimentierfreudig. Insofern kein Wunder, nicht mal ein „Little Wonder“ (das ist übrigens mein Favorit).

    #BrianEno #DavidBowie #Discogs #DiscogsDienstag #DrumAndBass #Earthling #Electronica #IndustrialRock #ReevesGabrels
  22. DiscogsDienstag: China Crises – Wishful Thinking

    China Crises wurde 1979 von den 17-jährigen Engländern Eddie Lundon und Gary Daly gegründet. Eddie übernahm die Gitarre und den Gesang, Gary die Keyboards und ebenfalls den Gesang. Die Band besteht noch heute und wurde im Laufe der Jahre von vielen Musikern unterstützt. Das bekannteste Mitglied war vielleicht Kevin Wilkinson (1958 – 1999), der vorher Schlagzeuger bei The Waterboys war und China Crises von 1983 bis 1989 begleitete. Die Single „Whishful Thinking“ aus dem Jahr 1984 war der größte Hit von China Crises, der es in England und Irland in die Top-10 der Single-Charts schaffte, in Deutschland immerhin auf Platz 16. In Schweden belegte die Single sogar Platz 1 in den Radio-Charts.

    Obwohl Gary Daly der Hauptsänger bei China Crises ist, wurde „Whishful Thinking“ von Eddie Lundon gesungen, der das Lied auch getextet hat. Der Text ist einfach, aber tiefgründig, und passt perfekt zur träumerischen, melancholischen Musik, die von einem prägnanten Synthesizer-Riff getragen wird. Einen richtigen Refrain hat das Lied nicht, die Zeilen „And if I wish to stop it all, and if I wish to comfort the fall, It’s just wishful thinking“ muten eher wie eine aufbauende Bridge an, nach der es jedoch wieder in die Strophe geht. Alles in allem ist „Wishful Thinking“ mal wieder ein zeitloser Song aus der frühen New Wave- und Synth-Pop-Ära, den ihr hier bei eurem bevorzugten Streaming-Dienst anhören könnt. Die Single-Version ist mit 4:08 Minuten, die leider viel zu schnell vergehen, eine gute halbe Minute kürzer als die Maxi-Single und die Album-Version (4:40 Minuten).

    Die B-Seite „This Occupation“ ist übrigens nur auf dieser Single erhältlich. Es ist ein flotterer Synth-Pop-Song, der nicht die melancholische Stimmung von „Wishful Thinking“ verbreitet, dafür eher in Richtung Heaven 17 geht.

    #ChinaCrises #Discogs #DiscogsDienstag #NewWave #SynthPop #SynthiePop #WhishfulThinking
  23. DiscogsDienstag: China Crises – Wishfull Thinking

    China Crises wurde 1979 von den 17-jährigen Engländern Eddie Lundon und Gary Daly gegründet. Eddie übernahm die Gitarre und den Gesang, Gary die Keyboards und ebenfalls den Gesang. Die Band besteht noch heute und wurde im Laufe der Jahre von vielen Musikern unterstützt. Das bekannteste Mitglied war vielleicht Kevin Wilkinson (1958 – 1999), der vorher Schlagzeuger bei The Waterboys war und China Crises von 1983 bis 1989 begleitete. Die Single „Whishful Thinking“ aus dem Jahr 1984 war der größte Hit von China Crises, der es in England und Irland in die Top-10 der Single-Charts schaffte, in Deutschland immerhin auf Platz 16. In Schweden belegte die Single sogar Platz 1 in den Radio-Charts.

    Obwohl Gary Daly der Hauptsänger bei China Crises ist, wurde „Whishful Thinking“ von Eddie Lundon gesungen, der das Lied auch getextet hat. Der Text ist einfach, aber tiefgründig, und passt perfekt zur träumerischen, melancholischen Musik, die von einem prägnanten Synthesizer-Riff getragen wird. Einen richtigen Refrain hat das Lied nicht, die Zeilen „And if I wish to stop it all, and if I wish to comfort the fall, It’s just wishful thinking“ muten eher wie eine aufbauende Bridge an, nach der es jedoch wieder in die Strophe geht. Alles in allem ist „Wishful Thinking“ mal wieder ein zeitloser Song aus der frühen New Wave- und Synth-Pop-Ära, den ihr hier bei eurem bevorzugten Streaming-Dienst anhören könnt. Die Single-Version ist mit 4:08 Minuten, die leider viel zu schnell vergehen, eine gute halbe Minute kürzer als die Maxi-Single und die Album-Version (4:40 Minuten).

    Die B-Seite „This Occupation“ ist übrigens nur auf dieser Single erhältlich. Es ist ein flotterer Synth-Pop-Song, der nicht die melancholische Stimmung von „Wishful Thinking“ verbreitet, dafür eher in Richtung Heaven 17 geht.

    #ChinaCrises #Discogs #DiscogsDienstag #NewWave #SynthPop #SynthiePop #WhishfulThinking
  24. DiscogsDienstag: The Cure – Bloodflowers

    Heute geht es um das mit „Songs Of A Lost World“ beste Spätwerk von The Cure: „Bloodflowers“. Das elfte Studioalbum der Band wurde 2000 unter Mitwirkung von Robert Smith (Gesang, Gitarre, Keyboards), Simon Gallup (Bass), Perry Bamonte (Gitarre), Roger O’Donnell (Keyboards) und Jason Cooper (Drums) veröffentlicht. Es gilt als Abschluss einer inoffiziellen Trilogie, zu der auch „Pornography“ (1982) und „Disintegration“ (1989) gehören. Nach den poppigeren Elementen der Vorgänger „Wish“ (1992) und „Wild Mood Swings“ (1996) wendete The Cure sich hier wieder düsteren, melancholischen Klängen zu.

    Auf dem Album bleibt nur das wunderschöne „There Is No If…“ unter der 4-Minuten-Marke, alle anderen Songs sind zum Teil deutlich länger und bestehen aus ausgedehnten Instrumental-Parts, die von Roberts melancholischen und fast zerbrechlichen Stimme unterbrochen werden. Die Texte wirken sehr persönlich, wie bei „There Is No If…“, dass Robert mit 19 Jahren geschrieben haben soll, wahrscheinlich für seine Mary. Zwanzig Jahre später schrieb er „39“, das vom Thema her seine eigene kreative Ausgebranntheit behandeln könnte. Glücklicherweise konnte er das Feuer immer wieder neu entzünden.

    Hervorheben kann ich eigentlich nur „There Is No If…“ (das ich jetzt auch schon dreimal erwähnt habe), weil es ein großartiges Liebeslied Marke Robert Smith ist und den Titelsong „Bloodflowers“ wegen der traurigen Schönheit und dem epischen Aufbau des Songs. Im Grunde sind jedoch alle Lieder großartig und machen das Album zu einem Gesamtwerk, dass auch in Gänze gehört werden kann. Zum Tanz fordert uns „Bloodflowers“ (das Album) allerdings nicht auf und es gab auch keine Single-Auskopplung.

    The Cure zeigen hier eine musikalische Weiterentwicklung, ohne die bewährten Muster von „Pornography“ und „Disintegration“ zu vernachlässigen, sondern sich darauf zurückzubesinnen. 2002 wurden alle drei Alben auf den „Trilogy“-Konzerten gespielt, eine fast vierstündige Aufnahme von den Konzerten am 11. und 12. November 2002 im Berliner Tempodrom wurde 2003 als DVD veröffentlicht. Das zeigt, was für einen Stellenwert „Bloodflowers“ in der Cure-Diskografie auch für Robert Smith hat.

    #Bloodflowers #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk #TheCure
  25. DiscogsDienstag: The Cure – Bloodflowers

    Heute geht es um das mit „Songs Of A Lost World“ beste Spätwerk von The Cure: „Bloodflowers“. Das elfte Studioalbum der Band wurde 2000 unter Mitwirkung von Robert Smith (Gesang, Gitarre, Keyboards), Simon Gallup (Bass), Perry Bamonte (Gitarre), Roger O’Donnell (Keyboards) und Jason Cooper (Drums) veröffentlicht. Es gilt als Abschluss einer inoffiziellen Trilogie, zu der auch „Pornography“ (1982) und „Disintegration“ (1989) gehören. Nach den poppigeren Elementen der Vorgänger „Wish“ (1992) und „Wild Mood Swings“ (1996) wendete The Cure sich hier wieder düsteren, melancholischen Klängen zu.

    Auf dem Album bleibt nur das wunderschöne „There Is No If…“ unter der 4-Minuten-Marke, alle anderen Songs sind zum Teil deutlich länger und bestehen aus ausgedehnten Instrumental-Parts, die von Roberts melancholischen und fast zerbrechlichen Stimme unterbrochen werden. Die Texte wirken sehr persönlich, wie bei „There Is No If…“, dass Robert mit 19 Jahren geschrieben haben soll, wahrscheinlich für seine Mary. Zwanzig Jahre später schrieb er „39“, das vom Thema her seine eigene kreative Ausgebranntheit behandeln könnte. Glücklicherweise konnte er das Feuer immer wieder neu entzünden.

    Hervorheben kann ich eigentlich nur „There Is No If…“ (das ich jetzt auch schon dreimal erwähnt habe), weil es ein großartiges Liebeslied Marke Robert Smith ist und den Titelsong „Bloodflowers“ wegen der traurigen Schönheit und dem epischen Aufbau des Songs. Im Grunde sind jedoch alle Lieder großartig und machen das Album zu einem Gesamtwerk, dass auch in Gänze gehört werden kann. Zum Tanz fordert uns „Bloodflowers“ (das Album) allerdings nicht auf und es gab auch keine Single-Auskopplung.

    The Cure zeigen hier eine musikalische Weiterentwicklung, ohne die bewährten Muster von „Pornography“ und „Disintegration“ zu vernachlässigen, sondern sich darauf zurückzubesinnen. 2002 wurden alle drei Alben auf den „Trilogy“-Konzerten gespielt, eine fast vierstündige Aufnahme von den Konzerten am 11. und 12. November 2002 im Berliner Tempodrom wurde 2003 als DVD veröffentlicht. Das zeigt, was für einen Stellenwert „Bloodflowers“ in der Cure-Diskografie auch für Robert Smith hat.

    #Bloodflowers #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk #TheCure
  26. DiscogsDienstag: The The – Soul Mining

    Der englische Singer/Songwriter und Multiinstumentalist Matt Johnson gründete sein Projekt The The bereits 1979, veröffentlichte das erste Album Burning Blue Soul 1981 jedoch unter seinem eigenen Namen. 1983 erschien dann das erste Album von The The, Soul Mining. Musikalisch ist das Album gar nicht so leicht zu greifen, ist es Post-Punk? Ist es New Wave? Ist es Art Pop? Oder doch Synth-Pop wegen der eingesetzten Synthesizern? Tatsächlich spielt das alles rein.

    Ich bezeichne es hauptsächlich als Post-Punk, weil dies einerseits die Ära beschreibt, in der Matt Johnson seine musikalische Karriere gestartet hat und weil es andererseits ein gutes Beispiel ist, wie unterschiedliche Einflüsse in die Musik hineinspielen. Die Klänge sind eher düster und melancholisch, ohne depressiv zu sein. Das Album zeigt ebenfalls das Hitpotential, das The The haben, wenngleich der große Erfolg nie gelungen ist. Einige Songs haben es aber geschafft, größere und nachhaltige Aufmerksamkeit zu bekommen. Auf Soul Mining war dies vor allem This Is The Day, das auch als Vorabsingle veröffentlicht wurde und in den britischen Charts Platz 71 erreichte. Noch drei Plätze darüber landete die Single-Version von Uncertain Smile, meinem Favorit auf dem Album. Hier ist allerdings eine Neuaufnahme zu hören.

    Soul Mining ist ein zeitloses Album, das Genre-Grenzen überwindet, vielfältig instrumentiert ist mit z. B. Akkordeon, Geige, Cello, Mundharmonika, Klavier sowie allerlei Percussions und von Johnsons markanter Stimme getragen wird.

    #Discogs #DiscogsDienstag #MattJohnson #NewWave #PostPunk #SynthPop #TheThe
  27. DiscogsDienstag: The The – Soul Mining

    Der englische Singer/Songwriter und Multiinstumentalist Matt Johnson gründete sein Projekt The The bereits 1979, veröffentlichte das erste Album Burning Blue Soul 1981 jedoch unter seinem eigenen Namen. 1983 erschien dann das erste Album von The The, Soul Mining. Musikalisch ist das Album gar nicht so leicht zu greifen, ist es Post-Punk? Ist es New Wave? Ist es Art Pop? Oder doch Synth-Pop wegen der eingesetzten Synthesizern? Tatsächlich spielt das alles rein.

    Ich bezeichne es hauptsächlich als Post-Punk, weil dies einerseits die Ära beschreibt, in der Matt Johnson seine musikalische Karriere gestartet hat und weil es andererseits ein gutes Beispiel ist, wie unterschiedliche Einflüsse in die Musik hineinspielen. Die Klänge sind eher düster und melancholisch, ohne depressiv zu sein. Das Album zeigt ebenfalls das Hitpotential, das The The haben, wenngleich der große Erfolg nie gelungen ist. Einige Songs haben es aber geschafft, größere und nachhaltige Aufmerksamkeit zu bekommen. Auf Soul Mining war dies vor allem This Is The Day, das auch als Vorabsingle veröffentlicht wurde und in den britischen Charts Platz 71 erreichte. Noch drei Plätze darüber landete die Single-Version von Uncertain Smile, meinem Favorit auf dem Album. Hier ist allerdings eine Neuaufnahme zu hören.

    Soul Mining ist ein zeitloses Album, das Genre-Grenzen überwindet, vielfältig instrumentiert ist mit z. B. Akkordeon, Geige, Cello, Mundharmonika, Klavier sowie allerlei Percussions und von Johnsons markanter Stimme getragen wird.

    #Discogs #DiscogsDienstag #MattJohnson #NewWave #PostPunk #SynthPop #TheThe
  28. DiscogsDienstag: The Indie Scene 77 – 86 | The Story Of British Independent Music

    Dieser Artikel sollte ursprünglich ein Video werden, denn ich sehe in letzter Zeit häufiger kurze und lange Videos, in denen Tonträger in die Kamera gehalten werden. Allerdings fehlen mir dafür Erfahrung, Equipment und Mut. Ein weiterer Nachteil ist, dass ich aus urheberrechtlichen Beschränkungen keine Musik anspielen könnte. Also war die nächste Idee, ein GothDiscoInferno-Special zu machen, in dem ich über die Musik spreche und einige Lieder spiele. Allerdings fehlen mir dafür Erfahrung, Equipment und Mut. Also nutze ich den Dienstag, um über die Sampler Serie „The Indie Scene 77 – 86 | The Story Of British Independent Music“ zu schreiben, schließlich ist sie auch Teil meiner Sammlung.

    Die Sampler habe sich zum Teil seit 35 Jahren und die letzten fehlenden Teile habe ich erst kürzlich ergänzt, Discogs sei Dank. Die Serie beschreibt auf zehn CDs die Geschichte der britischen Independent-Musik von 1977 bis 1986 und damit den Weg vom Punk über Post-Punk zu den unterschiedlichen Entwicklungen. Los geht’s:

    The Indie Scene 77

    Es beginnt wie gesagt 1977, als der Punk-Rock dominierte und die britische Jugend zur „No Future“-Gereration machte. Ein Jahr zuvor hatten die Sex Pistols die Bühne betreten und viele junge Fans inspiriert, ebenfalls eine Punk-Band zu gründen. Ein prominentes Beispiel waren Bernhard Sumner und Peter Hook, die auf einen Konzert von Johnny Rotten und Co. beschlossen, auch Musik zu machen, was schlussendlich zu Joy Division und New Order führte (und noch weiteren Nebenprojekten). Auch andere bekannte Namen sind auf dem ersten Sampler zu finden, wenn auch noch nicht mit ihrer endgültigen Band, wie z. B. Joe Strummer, der vor The Clash bei The 101ers spielte und sang. Die erste Single Keys To My Heart wurde 1976 veröffentlicht, als Strummer bereits The Clash gegründet hatte.

    Weitere bekannte Namen sind Buzzcocks und The Stranglers, die beide erfolgreich den Post-Punk mitgestalteten und heute noch/wieder aktiv sind. Aus den USA kamen Bands wie die Ramones, The Heartbreakers mit Johnny Thunders (ex-New York Dolls) und Dead Boys mit Stiv Bators, der später The Lords Of The New Church gründete, auf die Insel. Interessant sind auch zwei Bands, die später andere musikalische Wege einschlugen, Johnny And The Self Abusers, die eine Single (Saints And Sinners) herausbrachten und dann zu Simple Minds wurden, und Tubeway Army, die zwar ihren Namen behielten, aber bald nach ihrem Punk-Debüt That’s Too Bad die Gitarren in Synthesizer eintauschten und Pioniere von New Wave und Synthie-Pop wurden.

    The Indie Scene 78

    Auf dem 78er-Sampler stechen für mich zwei Songs ganz klar heraus, weil sie zu den ersten Post-Punk-Klassikern gehörten: Teenage Kicks von The Undertones und Ever Fallen In Love von Buzzcocks. Hohe Bekanntheit hat auch das Lied Warm Leatherette von The Normal, hinter dem Daniel Miller stand, der Gründer des Indie-Labels Mute Records, das bis 2002 „independent“ blieb und von dem zahlreiche weitere Bands im Verlauf dieser Sampler-Reihe zu hören sind.

    Hier gibt es noch Joy Division mit Glass, das 1978 auf einem Factory Sampler veröffentlicht wurde, The Stranglers mit ihrer fünten Single 5 Minutes und Tubeway Army mit Bombers, ihrer auch noch punkigen zweiten Single, die schon den Numan-typischen Gesang hat. Mit The Fall, Lene Lovich und Teardrop Explodes sind auch noch weitere bekanntere Künstler dabei.

    The Indie Scene 79

    1979 war ein Jahr, das zumindest auf diesem Sampler sehr facettenreich war. Wir erleben Punk mit The Damned (Love Song), Post-Punk mit Joy Division (Novelty, B-Seite von Transmission) und The Teardrop Explodes, Synthwave mit Fad Gadget (Back To Nature) und Tubeway Army (Are ‚Friends‘ Electric?) sowie Ska/2-Tone mit Madness, The Beat und The Selecter. Auch Songs mit Funk-Elementen sind dabei, wie von The Regrets (7 Teen) und The Passions (Hunted).

    Herausragend sind noch Cabaret Voltaire mit Nag Nag Nag und The Go-Betweens, die aus Australien kommend die britische Indie-Szene mit ihrem melodisch-poppigen Post-Punk bereicherten.

    „Punk Is Dead“ scheint das Jahresfazit zu lauten, denn bis auf The Damned entwickelten alle Bands neue Spielarten, sei es melodisch, düster, elektronisch oder poppig. Es ist interessant, diese Transformation der Musik zu erleben.

    The Indie Scene 80

    The Indie Scene 80 kassiert mein Vorjahresfazit gleich wieder ein, denn es kamen die Dead Kennedys mit ihrer ersten Single Califonia Uber Alles in die britischen Indie-Charts und die sind ja definitiv noch Punk. Daneben sind einige Hochkaräter dabei, nämlich Echo & The Bunnymen (Pictures On My Wall), Joy Division (These Days, B-Seite von Love Will Tear Us Apart), Bauhaus (Dark Entries), Cabaret Voltaire, D.A.F. (Kebabträume), Fad Gadget (Ricky’s Hand) und The Fall (Totally Wired).

    Einige Musiker kamen erst später zu Ruhm und Ehre wie Pete Burns, hier mit Nightmares In Wax und deren einzigen Single Birth Of A Nation vertreten, wurde mit Dead Or Alive erfolgreich. Bei den Q Tips sang ein gewisser Paul Young, der unter eigenem Namen und unter anderem auch einer Coverversion von Love Will Teart Us Apart zu einem der Pop-Stars der Achtziger wurde. Genau wie der Sänger von den Frantic Elevators, Mick Hucknall, später als Simply Red bekannt.

    Eines meiner Highlights dieser Ausgabe ist Gathering Dust von Modern English, das 1983 auch von This Mortal Coil gecovert wurde. Und es bleibt die von Spizz Energi aufgeworfene Frage: Where’s Captain Kirk?

    The Indie Scene 81

    Wir machen einen Exkurs in die Gegenwart. Im Jahre 2022 brachte Netflix eine Serie über Wednesday Addams heraus. In Episode 4 wird eine Schulfeier (Raben-Tanz) gezeigt, auf der Jenna Ortega als Titelheldin zum Song Goo Goo Muck von The Cramps einen interessanten Tanz performte, zu dem sie u.a. Siouxsie Sioux, Lene Lovich und Archivmaterial von Goths in den Tanzclubs der 1980er-Jahre inspiriert hatten. Die Tanzszene ging bei TikTok viral, allerdings nicht mit der Originalmusik sondern mit einer Sped-Up-Version von Lady Gagas „Bloody Mary“. Goo Goo Muck bekam nach 41 Jahren trotzdem Beachtung, so stiegen z. B. die Streams alleine bei Spotify um 9.500%.

    Zurück ins Jahr 1981. Damals kam ein großer Hit aus der Indie-Szene, nämlich It’s My Party von Dave Stewart & Barbara Gaskin. Die Single wurde Platz 1 in England und Platz 3 in Deutschland und Österreich. Mit diesem Erfolg kann kein anderes Lied auf dieser Compilation mithalten, trotzdem finden wir einige interessante Songs. Is Vic There? von Department S erreichte immerhin Platz 22 in den britischen Single-Charts. In der deutschen Wikipedia wird ohne Quelle erwähnt, dass dieses Lied als Vorlage für Kaltes Klares Wasser von Malaria! gedient hätte. Eine gewisse Ähnlichkeit konnte ich feststellen, aber keine weiteren Belege finden.

    The Southern Death Cult ist mit Fatman vertreten. Die Gothic-Rock-Band um Sänger Ian Astbury ist vielleicht Rekordhalterin im Namenswechsel, denn die Nachfolgecombo nannt Astbury Death Cult, was kurz darauf auf The Cult verkürzt wurde. Angeblich, weil man mit dem „Death“ im Namen Probleme beim erwünschten Erfolg in den USA vermutete. The Southern Death Cult trat mit Bands wie Sex Gang Children, UK Decay und Bauhaus auf und trennte sich 1983.

    The Birthday Party mit Nick Cave konnten mit ihrer Goth-Hymne Release The Bats nur die Indie-Charts stürmen, die Fledermäuse landeten dort auf Platz 3. Die Australier waren 1980 nach England gekommen. Im selben Jahr hatte Pete Burns Nightmares In Wax in Dead Or Alive umbenannt und als erste Single unter diesem Namen I’m Falling veröffentlicht. A Flock Of Seagulls debütierten mit (It’s Not Me) Talking und der auffälligen Frisur ihres Sängern Mike Score, musikalisch besticht das Wave-Gitarrenspiel des damals 19-jährigen Paul Reynolds, das er später noch perfektionierte. Die Virgin Prunes sind mit einem Song ihrer zweiten EP vertrete, In The Greylight.

    The Indie Scene 82

    1982 war laut Booklet-Text für die Indie-Labels eine schwere Zeit, denn die großen Plattenfirmen erkannten das Potential auch und begannen, ihre eigenen „Indie-Labels“ zu gründen. Natürlich mit mehr Budget und den damit verbundenen besseren Vertriebsmöglichkeiten und Radioeinsätzen. Dennoch brachte das Jahr einige brilliante Indie-Produktionen hervor, wie Night & Day von Everything But The Girl, eine Coverversion der Cole Porter-Ballade (1932), das immerhin in den UK-Single-Charts auf Platz 92 kam. In den Indie-Charts auf Platz 1 landete New Order mit Temptation, das außerdem in den UK-Single-Charts auf Platz 29 stieg. Saturday Night Special, die fünfte Single von Fad Gadget, kam dagegen nur in den Indie-Charts aus Platz 22.

    Aus den USA kamen Wall Of Voodoo mit ihrer Single On Interstate 15. Sie bereicherten die Szene mit ihrem Cowpunk, einem Post-Punk mit Country-Elementen und waren damit vielleicht auch Inspiration für Fields Of The Nephilim. Ihr Sänger Stan Ridgeway verließ die Band 1983 und startete eine Solo-Karriere, die 1986 mit dem Hit Camouflage ihren Höhepnkt erreichte.

    Stiv Bators (The Dead Boys) hatte 1981 mit ehemaligen Mitgliedern von u. a. The Damned und Sham 69 die Supergroup The Lords Of The New Church gegründet. Mit Open Your Eyes veröffentlichten sie ihre zweite Single, die Platz 27 in den US-Billboard-Charts erreichte sowie Platz 7 in den UK-Indie-Charts. The Lords Of The New Church vereinten in ihren Songs Punk, Post-Punk, Garage- und Gothic-Rock und haben bis zur ihrer Trennung 1989 noch einige weitere Szene-Klassiker geschaffen.

    Aprospos „Szene-Klassiker“, der Pagan Lovesong von Virgin Prunes fällt auch in diese Kategorie und der bekannteste Song der Toy Dolls, Nellie The Elephant, die vielleicht den Fun-Punk erfunden haben. Das Lied ist übrigens eine Coverversion eine Kinderliedes aus dem Jahr 1956.

    The Indie Scene 83

    1983 wurde die Indie-Szene von einer Maxi-Single überstrahlt, die bis heute die erfolgreichste 12-Inch aller Zeiten ist: Blue Monday von New Order. Dabei hat ist die Plattenfirma Factory Records fast bankrott gegangen, weil das Cover in Form einer Floppy-Disk ausgeschnitten war, was sehr kostspielig war. In den Indie-Charts belegte Blue Monday natürlich den 1. Platz, in den UK-Single-Charts Platz 9. Ein weiterer Chartstürmer in diesem Jahr war Everything Counts von Depeche Mode, das in den UK-Single-Charts sogar auf Platz 6 kam, in Deutschland auf 23. Der ehemalige Depeche Mode-Mastermind Vince Clarke war gleich mit zwei Bands vertreten, Yazoo (Nobody’s Diary aus der Feder von Alison Moyet) und The Assembly (Never Never), seinem kurzlebigen Projekt mit Feargal Sharkey, dem ehemaligen Sänger von The Undertones. Nobody’s Diary schaffte Platz 3 in den UK-Single-Charts (Deutschland 18), Never Never lag jeweils einen Platz dahinter.

    Außerdem erwähnenswert finde ich das A-Capella-Stück It’s A Fine Day von Jane, einem One-Hit-Wonder. Das Lied wurde auch gecovert und remixed, das Original besteht aber wirklich nur aus der Stimme von Jane Lancaster, die ansonsten nicht musikalisch tätig war. Wall Of Voodoo hatten mit Mexican Radio ihren größten Hit, der ihnen auch den Status „One-Hit-Wonder“ einbrachte, weil er als einzige ihrer Singles in die US-Top100 kam.

    Great Expectations war die zweite Single von New Model Army, die als eine der wenigen Bands ihre Karriere bis heute fortgesetzt haben. Für The Birthday Party war dagegen kurz nach Veröffentlichung der EP The Bad Seed mit dem Song Sonny’s Burning Schluss, Nick Cave gründete u. a. mit Blixa Bargeld (Einstürzende Neubauten) Nick Cave And The Bad Seeds, andere Birthday Party-Mitglieder schufen Crime & The City Solution und These Immortal Souls.

    The Indie Scene 84

    New Model Army schafften es 1984 mit ihrer dritten Single The Price auf Platz 1 der UK-Indie-Charts und 98 der UK-Single-Charts. Nick Cave war 1983 nach West-Berlin und coverte 1984 In The Ghetto von Elvis Presley. Ob die Songauswahl mit seinem Wohnortwechsel zusammenhing? Sandy Shaw, die 1967 mit Puppet On A String den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann und ihre Karriere eigentlich 1969 beendete, coverte Hand In Glove von The Smiths.

    Anne Clark schuf mit ihrer ersten Singleauskopplung Our Darkness in dem Jahr ebenso einen Synthie-Pop-Klassiker wie Depeche Mode mit Master & Servant. Mit ihrer zweiten Single Spiritwalker (aus dem Debütalbum Dreamtime) schafften The Cult einen Klassiker des Gothic-Rock.

    Ansonsten finden sich auf diesem Sampler unbekanntere Bands, z. B. die Folk-Punk-Band The Man They Could’t Hang mit The Green Fields of France (No Mans Land), einer Coverversion eines Anti-Kriegs-Liedes aus dem Jahr 1976 von Eric Bogle, der auch den bekannten Folksong And the Band Played Waltzing Matilda geschrieben hat, der u. a. von Joan Baez, The Dubliners und The Pogues gespielt wurde. Ein bekannter Name findet sich allerdings auch noch in einer der Bands, Float Up CP war eine der Bands in der Neneh Cherry sang, bevor sie ihre erfolgreiche Solo-Karriere startete. Leider ist der Song Joy’s Adress nur bei YouTube verfügbar. Der Song vereint Post-Punk mit Ska-, Jazz- und Soul-Elementen.

    The Indie Scene 85

    Die Indie-Szene im Jahr 1985 brachte einige meiner Lieblingslieder hervor, die damals in meiner Stammdisco (Baumgarten, Bistensee) regelmäßig gespielt wurden. Love And Rockets (Bauhaus ohne Peter Murphy) waren mit ihrer Coverversion von Ball Of Confusion (The Temptations) genauso dabei wie The Fall mit Cruiser’s Creek, Billy Bragg mit A New England und The Woodentops mit It Will Come. Hach, diese Erinnerungen.

    Und auch The Man They Couldn’t Hang sind wieder dabei mit Ironmasters, diesmal eine Eigenkomposition, sowie Sonic Youth feat. Lydia Lunch mit Death Valley ’69, einem Song über Charles Manson, und Johnny Thunders & Patti PaladiKittie Whiten mit der Coverversion Crawfish, im Original von Elvis Presley und Kittie White.

    The Indie Scene 86

    Im Jahre 1986 endet unsere Reise durch die britische Independent-Musik, nicht ohne noch ein paar Highlights zu liefern. Pulp ist eine Band, die viele mit der Brit-Pop-Ära in Verbindung bringen, tatsächlich wurde sie schon 1978 von dem damals 15-jährigen Jarvis Cocker und Peter Dalton gegründet. Übrigens war auch Simon Hinkler Mitglied bei Pulp, bevor er bei The Mission einstieg. Das war allerdings vor der Single Little Girl (With Blue Eyes).

    Billy Bragg wird nochmal berücksichtigt, mit seinem wunderschönen Song Levi Stubbs‘ Tears und auch Vince Clarke mit Sometimes von Erasure. The Primitives mochte ich damals auch gerne, ich war sogar ein wenig in Sängerin Tracy Tracy verschossen. Das war Really Stupid, schließlich ist sie blond. 😉

    All About Eve haben auch eine schöne weibliche Stimme zu bieten, Julianne Regan, die vorher Bassisten von Gene Loves Jezebel, Backgroundsängrin bei The Mission und auch mal mit der ehemaligen Schlagzeugerin von Xmal Deutschland, Manuela Zwingmann, in einer Band namens The Swarm war. Zusammen mit Tim Bricheno, der später zu The Sisters Of Mercy ging, gründete sie All About Eve. In The Clouds heißt ihr Beitrag auf dieser Compilation.

    Abschließend möchte ich noch Lee Remick von The Go-Betweens erwähnen, ein Re-Release ihrer ersten Single aus dem Jahr 1978 und Velveteen eine tolle Ballade der Gothic-Rock-Band The Rose Of Avalanche, die zu der Zeit Vorgruppe von The Mission waren und sich 2019 nach 27 Jahren Pause wieder zusammenfanden und 2026 in GB touren.

    Ich hoffe, dass dieser längere DiscogsDienstag interessant war, ich habe natürlich meine persönliche Brille aufgehabt, es waren noch viel mehr Bands und Lieder dabei, als ich hier erwähnt habe. In den Überschriften sind die Discogs-Seiten der CDs verlinkt, dort sind die vollständigen Tracklisten nachzulesen.

    Und falls die Frage aufkommt, warum einige wichtige Bands nicht vorkommen wie The Cure, Siouxsie And The Banshees oder The Sisters of Mercy, das liegt daran, dass die bei Major-Labels untergekommen sind. The Cure waren bei Fiction Records, einem Sub-Label von Polydor, Siouxsie And The Banshees wurden gleich von Polydor unter Vertrag genommen und Mercyful Release von The Sisters Of Mercy wurde zwar von Andrew Eldritch gegründet, aber 1984 von WEA übernommen. Hier hätten zumindest die ersten Singles berücksichtigt werden können, aber ich habe die Compilations schließlich nicht zusammengestellt. 😉

    #Compilation #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothRock #IndiePop #PostPunk #Punk #Sampler
  29. DiscogsDienstag: The Indie Scene 77 – 86 | The Story Of British Independent Music

    Dieser Artikel sollte ursprünglich ein Video werden, denn ich sehe in letzter Zeit häufiger kurze und lange Videos, in denen Tonträger in die Kamera gehalten werden. Allerdings fehlen mir dafür Erfahrung, Equipment und Mut. Ein weiterer Nachteil ist, dass ich aus urheberrechtlichen Beschränkungen keine Musik anspielen könnte. Also war die nächste Idee, ein GothDiscoInferno-Special zu machen, in dem ich über die Musik spreche und einige Lieder spiele. Allerdings fehlen mir dafür Erfahrung, Equipment und Mut. Also nutze ich den Dienstag, um über die Sampler Serie „The Indie Scene 77 – 86 | The Story Of British Independent Music“ zu schreiben, schließlich ist sie auch Teil meiner Sammlung.

    Die Sampler habe sich zum Teil seit 35 Jahren und die letzten fehlenden Teile habe ich erst kürzlich ergänzt, Discogs sei Dank. Die Serie beschreibt auf zehn CDs die Geschichte der britischen Independent-Musik von 1977 bis 1986 und damit den Weg vom Punk über Post-Punk zu den unterschiedlichen Entwicklungen. Los geht’s:

    The Indie Scene 77

    Es beginnt wie gesagt 1977, als der Punk-Rock dominierte und die britische Jugend zur „No Future“-Gereration machte. Ein Jahr zuvor hatten die Sex Pistols die Bühne betreten und viele junge Fans inspiriert, ebenfalls eine Punk-Band zu gründen. Ein prominentes Beispiel waren Bernhard Sumner und Peter Hook, die auf einen Konzert von Johnny Rotten und Co. beschlossen, auch Musik zu machen, was schlussendlich zu Joy Division und New Order führte (und noch weiteren Nebenprojekten). Auch andere bekannte Namen sind auf dem ersten Sampler zu finden, wenn auch noch nicht mit ihrer endgültigen Band, wie z. B. Joe Strummer, der vor The Clash bei The 101ers spielte und sang. Die erste Single Keys To My Heart wurde 1976 veröffentlicht, als Strummer bereits The Clash gegründet hatte.

    Weitere bekannte Namen sind Buzzcocks und The Stranglers, die beide erfolgreich den Post-Punk mitgestalteten und heute noch/wieder aktiv sind. Aus den USA kamen Bands wie die Ramones, The Heartbreakers mit Johnny Thunders (ex-New York Dolls) und Dead Boys mit Stiv Bators, der später The Lords Of The New Church gründete, auf die Insel. Interessant sind auch zwei Bands, die später andere musikalische Wege einschlugen, Johnny And The Self Abusers, die eine Single (Saints And Sinners) herausbrachten und dann zu Simple Minds wurden, und Tubeway Army, die zwar ihren Namen behielten, aber bald nach ihrem Punk-Debüt That’s Too Bad die Gitarren in Synthesizer eintauschten und Pioniere von New Wave und Synthie-Pop wurden.

    The Indie Scene 78

    Auf dem 78er-Sampler stechen für mich zwei Songs ganz klar heraus, weil sie zu den ersten Post-Punk-Klassikern gehörten: Teenage Kicks von The Undertones und Ever Fallen In Love von Buzzcocks. Hohe Bekanntheit hat auch das Lied Warm Leatherette von The Normal, hinter dem Daniel Miller stand, der Gründer des Indie-Labels Mute Records, das bis 2002 „independent“ blieb und von dem zahlreiche weitere Bands im Verlauf dieser Sampler-Reihe zu hören sind.

    Hier gibt es noch Joy Division mit Glass, das 1978 auf einem Factory Sampler veröffentlicht wurde, The Stranglers mit ihrer fünten Single 5 Minutes und Tubeway Army mit Bombers, ihrer auch noch punkigen zweiten Single, die schon den Numan-typischen Gesang hat. Mit The Fall, Lene Lovich und Teardrop Explodes sind auch noch weitere bekanntere Künstler dabei.

    The Indie Scene 79

    1979 war ein Jahr, das zumindest auf diesem Sampler sehr facettenreich war. Wir erleben Punk mit The Damned (Love Song), Post-Punk mit Joy Division (Novelty, B-Seite von Transmission) und The Teardrop Explodes, Synthwave mit Fad Gadget (Back To Nature) und Tubeway Army (Are ‚Friends‘ Electric?) sowie Ska/2-Tone mit Madness, The Beat und The Selecter. Auch Songs mit Funk-Elementen sind dabei, wie von The Regrets (7 Teen) und The Passions (Hunted).

    Herausragend sind noch Cabaret Voltaire mit Nag Nag Nag und The Go-Betweens, die aus Australien kommend die britische Indie-Szene mit ihrem melodisch-poppigen Post-Punk bereicherten.

    „Punk Is Dead“ scheint das Jahresfazit zu lauten, denn bis auf The Damned entwickelten alle Bands neue Spielarten, sei es melodisch, düster, elektronisch oder poppig. Es ist interessant, diese Transformation der Musik zu erleben.

    The Indie Scene 80

    The Indie Scene 80 kassiert mein Vorjahresfazit gleich wieder ein, denn es kamen die Dead Kennedys mit ihrer ersten Single Califonia Uber Alles in die britischen Indie-Charts und die sind ja definitiv noch Punk. Daneben sind einige Hochkaräter dabei, nämlich Echo & The Bunnymen (Pictures On My Wall), Joy Division (These Days, B-Seite von Love Will Tear Us Apart), Bauhaus (Dark Entries), Cabaret Voltaire, D.A.F. (Kebabträume), Fad Gadget (Ricky’s Hand) und The Fall (Totally Wired).

    Einige Musiker kamen erst später zu Ruhm und Ehre wie Pete Burns, hier mit Nightmares In Wax und deren einzigen Single Birth Of A Nation vertreten, wurde mit Dead Or Alive erfolgreich. Bei den Q Tips sang ein gewisser Paul Young, der unter eigenem Namen und unter anderem auch einer Coverversion von Love Will Teart Us Apart zu einem der Pop-Stars der Achtziger wurde. Genau wie der Sänger von den Frantic Elevators, Mick Hucknall, später als Simply Red bekannt.

    Eines meiner Highlights dieser Ausgabe ist Gathering Dust von Modern English, das 1983 auch von This Mortal Coil gecovert wurde. Und es bleibt die von Spizz Energi aufgeworfene Frage: Where’s Captain Kirk?

    The Indie Scene 81

    Wir machen einen Exkurs in die Gegenwart. Im Jahre 2022 brachte Netflix eine Serie über Wednesday Addams heraus. In Episode 4 wird eine Schulfeier (Raben-Tanz) gezeigt, auf der Jenna Ortega als Titelheldin zum Song Goo Goo Muck von The Cramps einen interessanten Tanz performte, zu dem sie u.a. Siouxsie Sioux, Lene Lovich und Archivmaterial von Goths in den Tanzclubs der 1980er-Jahre inspiriert hatten. Die Tanzszene ging bei TikTok viral, allerdings nicht mit der Originalmusik sondern mit einer Sped-Up-Version von Lady Gagas „Bloody Mary“. Goo Goo Muck bekam nach 41 Jahren trotzdem Beachtung, so stiegen z. B. die Streams alleine bei Spotify um 9.500%.

    Zurück ins Jahr 1981. Damals kam ein großer Hit aus der Indie-Szene, nämlich It’s My Party von Dave Stewart & Barbara Gaskin. Die Single wurde Platz 1 in England und Platz 3 in Deutschland und Österreich. Mit diesem Erfolg kann kein anderes Lied auf dieser Compilation mithalten, trotzdem finden wir einige interessante Songs. Is Vic There? von Department S erreichte immerhin Platz 22 in den britischen Single-Charts. In der deutschen Wikipedia wird ohne Quelle erwähnt, dass dieses Lied als Vorlage für Kaltes Klares Wasser von Malaria! gedient hätte. Eine gewisse Ähnlichkeit konnte ich feststellen, aber keine weiteren Belege finden.

    The Southern Death Cult ist mit Fatman vertreten. Die Gothic-Rock-Band um Sänger Ian Astbury ist vielleicht Rekordhalterin im Namenswechsel, denn die Nachfolgecombo nannt Astbury Death Cult, was kurz darauf auf The Cult verkürzt wurde. Angeblich, weil man mit dem „Death“ im Namen Probleme beim erwünschten Erfolg in den USA vermutete. The Southern Death Cult trat mit Bands wie Sex Gang Children, UK Decay und Bauhaus auf und trennte sich 1983.

    The Birthday Party mit Nick Cave konnten mit ihrer Goth-Hymne Release The Bats nur die Indie-Charts stürmen, die Fledermäuse landeten dort auf Platz 3. Die Australier waren 1980 nach England gekommen. Im selben Jahr hatte Pete Burns Nightmares In Wax in Dead Or Alive umbenannt und als erste Single unter diesem Namen I’m Falling veröffentlicht. A Flock Of Seagulls debütierten mit (It’s Not Me) Talking und der auffälligen Frisur ihres Sängern Mike Score, musikalisch besticht das Wave-Gitarrenspiel des damals 19-jährigen Paul Reynolds, das er später noch perfektionierte. Die Virgin Prunes sind mit einem Song ihrer zweiten EP vertrete, In The Greylight.

    The Indie Scene 82

    1982 war laut Booklet-Text für die Indie-Labels eine schwere Zeit, denn die großen Plattenfirmen erkannten das Potential auch und begannen, ihre eigenen „Indie-Labels“ zu gründen. Natürlich mit mehr Budget und den damit verbundenen besseren Vertriebsmöglichkeiten und Radioeinsätzen. Dennoch brachte das Jahr einige brilliante Indie-Produktionen hervor, wie Night & Day von Everything But The Girl, eine Coverversion der Cole Porter-Ballade (1932), das immerhin in den UK-Single-Charts auf Platz 92 kam. In den Indie-Charts auf Platz 1 landete New Order mit Temptation, das außerdem in den UK-Single-Charts auf Platz 29 stieg. Saturday Night Special, die fünfte Single von Fad Gadget, kam dagegen nur in den Indie-Charts aus Platz 22.

    Aus den USA kamen Wall Of Voodoo mit ihrer Single On Interstate 15. Sie bereicherten die Szene mit ihrem Cowpunk, einem Post-Punk mit Country-Elementen und waren damit vielleicht auch Inspiration für Fields Of The Nephilim. Ihr Sänger Stan Ridgeway verließ die Band 1983 und startete eine Solo-Karriere, die 1986 mit dem Hit Camouflage ihren Höhepnkt erreichte.

    Stiv Bators (The Dead Boys) hatte 1981 mit ehemaligen Mitgliedern von u. a. The Damned und Sham 69 die Supergroup The Lords Of The New Church gegründet. Mit Open Your Eyes veröffentlichten sie ihre zweite Single, die Platz 27 in den US-Billboard-Charts erreichte sowie Platz 7 in den UK-Indie-Charts. The Lords Of The New Church vereinten in ihren Songs Punk, Post-Punk, Garage- und Gothic-Rock und haben bis zur ihrer Trennung 1989 noch einige weitere Szene-Klassiker geschaffen.

    Aprospos „Szene-Klassiker“, der Pagan Lovesong von Virgin Prunes fällt auch in diese Kategorie und der bekannteste Song der Toy Dolls, Nellie The Elephant, die vielleicht den Fun-Punk erfunden haben. Das Lied ist übrigens eine Coverversion eine Kinderliedes aus dem Jahr 1956.

    The Indie Scene 83

    1983 wurde die Indie-Szene von einer Maxi-Single überstrahlt, die bis heute die erfolgreichste 12-Inch aller Zeiten ist: Blue Monday von New Order. Dabei hat ist die Plattenfirma Factory Records fast bankrott gegangen, weil das Cover in Form einer Floppy-Disk ausgeschnitten war, was sehr kostspielig war. In den Indie-Charts belegte Blue Monday natürlich den 1. Platz, in den UK-Single-Charts Platz 9. Ein weiterer Chartstürmer in diesem Jahr war Everything Counts von Depeche Mode, das in den UK-Single-Charts sogar auf Platz 6 kam, in Deutschland auf 23. Der ehemalige Depeche Mode-Mastermind Vince Clarke war gleich mit zwei Bands vertreten, Yazoo (Nobody’s Diary aus der Feder von Alison Moyet) und The Assembly (Never Never), seinem kurzlebigen Projekt mit Feargal Sharkey, dem ehemaligen Sänger von The Undertones. Nobody’s Diary schaffte Platz 3 in den UK-Single-Charts (Deutschland 18), Never Never lag jeweils einen Platz dahinter.

    Außerdem erwähnenswert finde ich das A-Capella-Stück It’s A Fine Day von Jane, einem One-Hit-Wonder. Das Lied wurde auch gecovert und remixed, das Original besteht aber wirklich nur aus der Stimme von Jane Lancaster, die ansonsten nicht musikalisch tätig war. Wall Of Voodoo hatten mit Mexican Radio ihren größten Hit, der ihnen auch den Status „One-Hit-Wonder“ einbrachte, weil er als einzige ihrer Singles in die US-Top100 kam.

    Great Expectations war die zweite Single von New Model Army, die als eine der wenigen Bands ihre Karriere bis heute fortgesetzt haben. Für The Birthday Party war dagegen kurz nach Veröffentlichung der EP The Bad Seed mit dem Song Sonny’s Burning Schluss, Nick Cave gründete u. a. mit Blixa Bargeld (Einstürzende Neubauten) Nick Cave And The Bad Seeds, andere Birthday Party-Mitglieder schufen Crime & The City Solution und These Immortal Souls.

    The Indie Scene 84

    New Model Army schafften es 1984 mit ihrer dritten Single The Price auf Platz 1 der UK-Indie-Charts und 98 der UK-Single-Charts. Nick Cave war 1983 nach West-Berlin und coverte 1984 In The Ghetto von Elvis Presley. Ob die Songauswahl mit seinem Wohnortwechsel zusammenhing? Sandy Shaw, die 1967 mit Puppet On A String den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann und ihre Karriere eigentlich 1969 beendete, coverte Hand In Glove von The Smiths.

    Anne Clark schuf mit ihrer ersten Singleauskopplung Our Darkness in dem Jahr ebenso einen Synthie-Pop-Klassiker wie Depeche Mode mit Master & Servant. Mit ihrer zweiten Single Spiritwalker (aus dem Debütalbum Dreamtime) schafften The Cult einen Klassiker des Gothic-Rock.

    Ansonsten finden sich auf diesem Sampler unbekanntere Bands, z. B. die Folk-Punk-Band The Man They Could’t Hang mit The Green Fields of France (No Mans Land), einer Coverversion eines Anti-Kriegs-Liedes aus dem Jahr 1976 von Eric Bogle, der auch den bekannten Folksong And the Band Played Waltzing Matilda geschrieben hat, der u. a. von Joan Baez, The Dubliners und The Pogues gespielt wurde. Ein bekannter Name findet sich allerdings auch noch in einer der Bands, Float Up CP war eine der Bands in der Neneh Cherry sang, bevor sie ihre erfolgreiche Solo-Karriere startete. Leider ist der Song Joy’s Adress nur bei YouTube verfügbar. Der Song vereint Post-Punk mit Ska-, Jazz- und Soul-Elementen.

    The Indie Scene 85

    Die Indie-Szene im Jahr 1985 brachte einige meiner Lieblingslieder hervor, die damals in meiner Stammdisco (Baumgarten, Bistensee) regelmäßig gespielt wurden. Love And Rockets (Bauhaus ohne Peter Murphy) waren mit ihrer Coverversion von Ball Of Confusion (The Temptations) genauso dabei wie The Fall mit Cruiser’s Creek, Billy Bragg mit A New England und The Woodentops mit It Will Come. Hach, diese Erinnerungen.

    Und auch The Man They Couldn’t Hang sind wieder dabei mit Ironmasters, diesmal eine Eigenkomposition, sowie Sonic Youth feat. Lydia Lunch mit Death Valley ’69, einem Song über Charles Manson, und Johnny Thunders & Patti PaladiKittie Whiten mit der Coverversion Crawfish, im Original von Elvis Presley und Kittie White.

    The Indie Scene 86

    Im Jahre 1986 endet unsere Reise durch die britische Independent-Musik, nicht ohne noch ein paar Highlights zu liefern. Pulp ist eine Band, die viele mit der Brit-Pop-Ära in Verbindung bringen, tatsächlich wurde sie schon 1978 von dem damals 15-jährigen Jarvis Cocker und Peter Dalton gegründet. Übrigens war auch Simon Hinkler Mitglied bei Pulp, bevor er bei The Mission einstieg. Das war allerdings vor der Single Little Girl (With Blue Eyes).

    Billy Bragg wird nochmal berücksichtigt, mit seinem wunderschönen Song Levi Stubbs‘ Tears und auch Vince Clarke mit Sometimes von Erasure. The Primitives mochte ich damals auch gerne, ich war sogar ein wenig in Sängerin Tracy Tracy verschossen. Das war Really Stupid, schließlich ist sie blond. 😉

    All About Eve haben auch eine schöne weibliche Stimme zu bieten, Julianne Regan, die vorher Bassisten von Gene Loves Jezebel, Backgroundsängrin bei The Mission und auch mal mit der ehemaligen Schlagzeugerin von Xmal Deutschland, Manuela Zwingmann, in einer Band namens The Swarm war. Zusammen mit Tim Bricheno, der später zu The Sisters Of Mercy ging, gründete sie All About Eve. In The Clouds heißt ihr Beitrag auf dieser Compilation.

    Abschließend möchte ich noch Lee Remick von The Go-Betweens erwähnen, ein Re-Release ihrer ersten Single aus dem Jahr 1978 und Velveteen eine tolle Ballade der Gothic-Rock-Band The Rose Of Avalanche, die zu der Zeit Vorgruppe von The Mission waren und sich 2019 nach 27 Jahren Pause wieder zusammenfanden und 2026 in GB touren.

    Ich hoffe, dass dieser längere DiscogsDienstag interessant war, ich habe natürlich meine persönliche Brille aufgehabt, es waren noch viel mehr Bands und Lieder dabei, als ich hier erwähnt habe. In den Überschriften sind die Discogs-Seiten der CDs verlinkt, dort sind die vollständigen Tracklisten nachzulesen.

    Und falls die Frage aufkommt, warum einige wichtige Bands nicht vorkommen wie The Cure, Siouxsie And The Banshees oder The Sisters of Mercy, das liegt daran, dass die bei Major-Labels untergekommen sind. The Cure waren bei Fiction Records, einem Sub-Label von Polydor, Siouxsie And The Banshees wurden gleich von Polydor unter Vertrag genommen und Mercyful Release von The Sisters Of Mercy wurde zwar von Andrew Eldritch gegründet, aber 1984 von WEA übernommen. Hier hätten zumindest die ersten Singles berücksichtigt werden können, aber ich habe die Compilations schließlich nicht zusammengestellt. 😉

    #Compilation #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothRock #IndiePop #PostPunk #Punk #Sampler
  30. DiscogsDienstag: New Order – Decadence

    Sind Bootlegs noch ein Thema? Heutzutage gibt es ja von nahezu jedem Konzert kurze oder auch längere Handyvideos bei Youtube zu finden. Das gab es vor dem Internet natürlich noch nicht und unauthorisierte Konzertmitschnitte wurden auf Musikkassetten verkauft oder getauscht. Manche Aufnahmen wurden sogar auf Vinyl gepreßt und unter dem Ladentisch verkauft. So wie das Doppelalbum „Decadence“, das ich mal auf einem Flohmarkt erstanden habe. Darauf finden sich Liveaufnahmen von verschiedenen New Order-Konzerten aus dem Jahr 1989 sowie ein Remix und ein Soundcheck-Mitschnitt aus dem Jahr 1981 mit Liedern von Joy Division.

    Es beginnt mit einem Konzert vom 27.04.1989 aus dem Universal Amphitheatre in Universal City (Los Angeles, Kalifornien). Diese Konzert füllt die ersten drei Seiten des Albums mit den Songs „Dream Attack“, „Ceremony“, „All The Way“, „True Faith“, „Mr. Disco“, „Every Little Counts“ (alle Seite A), „Vanishing Point“, „1963“, „Round & Round“, „Temptation“, „Bizarre Love Triangle“ (alle Seite B), „Perfect Kiss“, „Blue Monday“ und „Fine Time“. Seite C schließt mit „Your Silent Face“, aufgenommen einen Tag später am gleichen Ort, das hatten sie am Vortag nämlich nicht gespielt.

    Die Seite D beeinhaltet „Touched By The Hand Of God“ (National Exhibition Centre, Birmingham, 26.03.1989), „Love Less“ (Southern Star Amphiteatre, Atlanta, 15.04.1989), „Face Up“ (Saenger Theatre, New Orleans, 16.04.1989) sowie den „Razormaid-Mix“ von „5 8 6“. Den Abschluss bildet der Soundcheck vom 09.02.1981 (Heaven, London) mit den Joy Division-Songs „Walked In Line“, „No Love Lost“, „Digital“, „Decades“ und „Atmosphere“, die jeweils instrumental angespielt werden.

    Die Musikauswahl ist ja schon mal nicht schlecht, kommen wir nun zum wichtigsten Punkt, der Soundqualität. Ich sag mal so, ich habe schon schlechtere Bootlegs gehört. Es ist eine Publikumsaufnahme und die Fans sind deutlich zu hören. Die Musik kommt auch gut rüber, der Gesang von Barney hatte damals deutliche Schwächen. Als Fan bin ich allerdings begeistert, ich habe New Order selbst 4 Jahre später auf der Loreley gesehen.

    Die 1989er Konzerte fanden im Rahmen der Technique-Tour statt, daher stammen die meisten Songs von diesem Album (nur „Run“ und „Guilty Partner“ fehlten) und auch das Cover des Bootlegs ist an das Design von Peter Saville angelehnt, nur dass die Engelsstatue gespiegelt und ein weißer Hintergrund verwendet wurde.

    #Bootleg #Discogs #DiscogsDienstag #JoyDivision #LiveAlbum #NewOrder #PostPunk #SynthWave
  31. DiscogsDienstag: New Order – Decadence

    Sind Bootlegs noch ein Thema? Heutzutage gibt es ja von nahezu jedem Konzert kurze oder auch längere Handyvideos bei Youtube zu finden. Das gab es vor dem Internet natürlich noch nicht und unauthorisierte Konzertmitschnitte wurden auf Musikkassetten verkauft oder getauscht. Manche Aufnahmen wurden sogar auf Vinyl gepreßt und unter dem Ladentisch verkauft. So wie das Doppelalbum „Decadence“, das ich mal auf einem Flohmarkt erstanden habe. Darauf finden sich Liveaufnahmen von verschiedenen New Order-Konzerten aus dem Jahr 1989 sowie ein Remix und ein Soundcheck-Mitschnitt aus dem Jahr 1981 mit Liedern von Joy Division.

    Es beginnt mit einem Konzert vom 27.04.1989 aus dem Universal Amphitheatre in Universal City (Los Angeles, Kalifornien). Diese Konzert füllt die ersten drei Seiten des Albums mit den Songs „Dream Attack“, „Ceremony“, „All The Way“, „True Faith“, „Mr. Disco“, „Every Little Counts“ (alle Seite A), „Vanishing Point“, „1963“, „Round & Round“, „Temptation“, „Bizarre Love Triangle“ (alle Seite B), „Perfect Kiss“, „Blue Monday“ und „Fine Time“. Seite C schließt mit „Your Silent Face“, aufgenommen einen Tag später am gleichen Ort, das hatten sie am Vortag nämlich nicht gespielt.

    Die Seite D beeinhaltet „Touched By The Hand Of God“ (National Exhibition Centre, Birmingham, 26.03.1989), „Love Less“ (Southern Star Amphiteatre, Atlanta, 15.04.1989), „Face Up“ (Saenger Theatre, New Orleans, 16.04.1989) sowie den „Razormaid-Mix“ von „5 8 6“. Den Abschluss bildet der Soundcheck vom 09.02.1981 (Heaven, London) mit den Joy Division-Songs „Walked In Line“, „No Love Lost“, „Digital“, „Decades“ und „Atmosphere“, die jeweils instrumental angespielt werden.

    Die Musikauswahl ist ja schon mal nicht schlecht, kommen wir nun zum wichtigsten Punkt, der Soundqualität. Ich sag mal so, ich habe schon schlechtere Bootlegs gehört. Es ist eine Publikumsaufnahme und die Fans sind deutlich zu hören. Die Musik kommt auch gut rüber, der Gesang von Barney hatte damals deutliche Schwächen. Als Fan bin ich allerdings begeistert, ich habe New Order selbst 4 Jahre später auf der Loreley gesehen.

    Die 1989er Konzerte fanden im Rahmen der Technique-Tour statt, daher stammen die meisten Songs von diesem Album (nur „Run“ und „Guilty Partner“ fehlten) und auch das Cover des Bootlegs ist an das Design von Peter Saville angelehnt, nur dass die Engelsstatue gespiegelt und ein weißer Hintergrund verwendet wurde.

    #Bootleg #Discogs #DiscogsDienstag #JoyDivision #LiveAlbum #NewOrder #PostPunk #SynthWave
  32. DiscogsDienstag: Winter Severity Index – Winter Severity Index

    Im Jahre 2009 gründeten vier junge Musikerinnen in Rom eine Post-Punk-Band. Sie nannten sich Winter Severity Index und veröffentlichten im darauffolgenden Jahr ohne Label eine selbstbetitelte EP mit 5 Songs. Das Line-Up bestand aus Simona Ferrucci (Gesang und Gitarre), Diana Salzo (Bass), Elyria (Drums) und Mushy (bürgerlich Valentina Fanigliulo, Synth). Die Erstauflage war 350 CDs, ich habe Nummer 292. 2011 gab es noch eine Neuauflage des deutschen Labels afmusic (2008 – 2018).

    Die Debüt-EP ist sehr facettenreich, der Opener „The Wiser“ lebt von einer melodiösen Gitarre, die sich wie ein roter Faden durch die EP zieht und der sich die anderen Instrumente quasi unterordnen.

    Bei „Severity“ übernimmt der Bass die Führung und das Schlagzeug treibt präzise mit. Die Gitarre tritt hier einen Schritt zurück, ohne das Melodiespiel abzulegen, was einen schönen Kontrast zum Opener schafft.

    „While We’re Living“ ist ein ruhigeres Lied, bei dem die Synthies zum ersten Mal hervorstechen. Die Gitarre beschränkt sich auf Akkorde und der Bass übernimmt die melodische Führung.

    „Blind Me“ wird vom Schlagzeug getragen, das von Bass rhythmisch unterstützt wird. Die filigrane Gitarre umspielt das Ganze melodiös.

    Zum Abschluss folgt der Bonus-Track „Motionless“, mein Favorit. Ich erinnere mich, dass ich mal irgendwo im Netz (vermutlich auf meinem gelöschten Twitter-Account) geschrieben habe, „Motionless“ sei das „Atmosphere“ (Joy Division) von Winter Severity Index. Es ist das langsamste Lied der EP und alle Instrumente scheinen sich hier auszutoben, aber wie in Zeitlupe, was das Lied sehr atmosphärisch und emotional macht.

    Die EP ist eine kurze, aber schöne Reise durch verschiedene Facetten der Dunkelheit: von der melancholischen Klarheit („The Wiser“) bis zur erdrückenden Schönheit („Motionless“). Diese Elemente zwischen Melancholie und rhythmischer Düsternis haben Winter Severity Index in ihren späteren Werken bewahrt.

    2012 verließen allerdings Diana und Elyria die Band, so dass Simona und Mushy als Duo weitermachen mussten und 2014 die EP „Survival Rate“ herausbrachten. Das erste Album von Winter Severity Index, „Slanting Ray“ entstand dann 2015 auch ohne Mushy, sie wurde durch Alessandra Romeo an den Tasten ersetzt. Simona und Alessandra haben noch zwei weitere Alben gemacht, „Human Taxonomy“ (2016) und „Disgelo“ (2022). 2025 hat sich die Band zum 15. Jubiläum in der Originalbesetzung wieder zusammengefunden und einige Konzerte gespielt. Für dieses Jahr ist eine „Reunion Tour“ in Planung.

    Winter Severity Index · Winter Severity Index #ColdWave #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #PostPunk #SynthWave #WinterSeverityIndex
  33. DiscogsDienstag: Winter Severity Index – Winter Severity Index

    Im Jahre 2009 gründeten vier junge Musikerinnen in Rom eine Post-Punk-Band. Sie nannten sich Winter Severity Index und veröffentlichten im darauffolgenden Jahr ohne Label eine selbstbetitelte EP mit 5 Songs. Das Line-Up bestand aus Simona Ferrucci (Gesang und Gitarre), Diana Salzo (Bass), Elyria (Drums) und Mushy (bürgerlich Valentina Fanigliulo, Synth). Die Erstauflage war 350 CDs, ich habe Nummer 292. 2011 gab es noch eine Neuauflage des deutschen Labels afmusic (2008 – 2018).

    Die Debüt-EP ist sehr facettenreich, der Opener „The Wiser“ lebt von einer melodiösen Gitarre, die sich wie ein roter Faden durch die EP zieht und der sich die anderen Instrumente quasi unterordnen.

    Bei „Severity“ übernimmt der Bass die Führung und das Schlagzeug treibt präzise mit. Die Gitarre tritt hier einen Schritt zurück, ohne das Melodiespiel abzulegen, was einen schönen Kontrast zum Opener schafft.

    „While We’re Living“ ist ein ruhigeres Lied, bei dem die Synthies zum ersten Mal hervorstechen. Die Gitarre beschränkt sich auf Akkorde und der Bass übernimmt die melodische Führung.

    „Blind Me“ wird vom Schlagzeug getragen, das von Bass rhythmisch unterstützt wird. Die filigrane Gitarre umspielt das Ganze melodiös.

    Zum Abschluss folgt der Bonus-Track „Motionless“, mein Favorit. Ich erinnere mich, dass ich mal irgendwo im Netz (vermutlich auf meinem gelöschten Twitter-Account) geschrieben habe, „Motionless“ sei das „Atmosphere“ (Joy Division) von Winter Severity Index. Es ist das langsamste Lied der EP und alle Instrumente scheinen sich hier auszutoben, aber wie in Zeitlupe, was das Lied sehr atmosphärisch und emotional macht.

    Die EP ist eine kurze, aber schöne Reise durch verschiedene Facetten der Dunkelheit: von der melancholischen Klarheit („The Wiser“) bis zur erdrückenden Schönheit („Motionless“). Diese Elemente zwischen Melancholie und rhythmischer Düsternis haben Winter Severity Index in ihren späteren Werken bewahrt.

    2012 verließen allerdings Diana und Elyria die Band, so dass Simona und Mushy als Duo weitermachen mussten und 2014 die EP „Survival Rate“ herausbrachten. Das erste Album von Winter Severity Index, „Slanting Ray“ entstand dann 2015 auch ohne Mushy, sie wurde durch Alessandra Romeo an den Tasten ersetzt. Simona und Alessandra haben noch zwei weitere Alben gemacht, „Human Taxonomy“ (2016) und „Disgelo“ (2022). 2025 hat sich die Band zum 15. Jubiläum in der Originalbesetzung wieder zusammengefunden und einige Konzerte gespielt. Für dieses Jahr ist eine „Reunion Tour“ in Planung.

    Winter Severity Index · Winter Severity Index #ColdWave #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #PostPunk #SynthWave #WinterSeverityIndex
  34. DiscogsDienstag: The Cure – The 13th

    Mit der ersten Singleauskopplung ihres 10. Albums „Wild Mood Swings“ (1996) beweisen The Cure zwei Tatsachen: Dass sie immer für eine musikalische Überraschung gut sind und dass sie einige ihrer besten Songs auf B-Seiten „versteckt“ haben. Immer wieder haben Robert Smith und seine Mitstreiter Songs gemacht, die nicht in ihr Konzept passten oder die Fans ein Stück weit verwirrten, bei „Wild Mood Swings“ schafften sie es mit einem ganzen Album. Und „The 13th“ setzt dem mit seinem Mariachi-Sound die Krone auf.

    Der „Swing Radio Mix“ von „The 13th“, der auch auf dem Album enthalten ist, hat eine ungewöhnliche Instrumentierung, darunter lateinamerikanische Perkussion und Blechbläser. Das Schlagzeug wurde übrigens erstmals von Jason Cooper bedient, nachdem der langjährige Drummer Boris Williams die Band nach dem Album „Wish“ zusammen mit Pearl Thompson verlassen hatte. Das weitere Line-Up bestand aus Robert Smith, Simon Gallup, Perry Bamonte (RIP) und Roger O’Donnell sowie einigen Gastmusikern an den Bläsern.

    Bei den weiteren Songs auf der Maxi finde ich es unverständlich, warum diese nicht auf dem Album erschienen sind. „It used to be me“ ist ein düsterer, atmosphärischer Track mit typischen The-Cure-Elementen: melancholische Gitarren, dichte Synthesizer-Layers und ein treibender Bass. Der Song baut sich langsam auf und hat einen fast hypnotischen Charakter. „Ocean“ ist ein ruhiger, fast ambientartiger Track mit sanften Gitarren und einem gleichmäßigen, wellenartigen Rhythmus. Der Song wirkt sehr entspannt und fast tranceartig, was gut zum Titel passt. In „Adonais“ schließlich dominieren sanfte Gitarren, sphärische Keyboards und ein ruhiger, fast meditativer Rhythmus.

    Die B-Seiten machen hier also den Reiz aus, diese sind Goth sei dank auf der Compilation „Join The Dots (B-Sides & Rarities 1978>2001 The Fiction Years)“ zu bekommen.

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk #TheCure
  35. Discogs-Dienstag: The Cure – The 13th

    Mit der ersten Singleauskopplung ihres 10. Albums „Wild Mood Swings“ (1996) beweisen The Cure zwei Tatsachen: Dass sie immer für eine musikalische Überraschung gut sind und dass sie einige ihrer besten Songs auf B-Seiten „versteckt“ haben. Immer wieder haben Robert Smith und seine Mitstreiter Songs gemacht, die nicht in ihr Konzept passten oder die Fans ein Stück weit verwirrten, bei „Wild Mood Swings“ schafften sie es mit einem ganzen Album. Und „The 13th“ setzt dem mit seinem Mariachi-Sound die Krone auf.

    Der „Swing Radio Mix“ von „The 13th“, der auch auf dem Album enthalten ist, hat eine ungewöhnliche Instrumentierung, darunter lateinamerikanische Perkussion und Blechbläser. Das Schlagzeug wurde übrigens erstmals von Jason Cooper bedient, nachdem der langjährige Drummer Boris Williams die Band nach dem Album „Wish“ zusammen mit Pearl Thompson verlassen hatte. Das weitere Line-Up bestand aus Robert Smith, Simon Gallup, Perry Bamonte (RIP) und Roger O’Donnell sowie einigen Gastmusikern an den Bläsern.

    Bei den weiteren Songs auf der Maxi finde ich es unverständlich, warum diese nicht auf dem Album erschienen sind. „It used to be me“ ist ein düsterer, atmosphärischer Track mit typischen The-Cure-Elementen: melancholische Gitarren, dichte Synthesizer-Layers und ein treibender Bass. Der Song baut sich langsam auf und hat einen fast hypnotischen Charakter. „Ocean“ ist ein ruhiger, fast ambientartiger Track mit sanften Gitarren und einem gleichmäßigen, wellenartigen Rhythmus. Der Song wirkt sehr entspannt und fast tranceartig, was gut zum Titel passt. In „Adonais“ schließlich dominieren sanfte Gitarren, sphärische Keyboards und ein ruhiger, fast meditativer Rhythmus.

    Die B-Seiten machen hier also den Reiz aus, diese sind Goth sei dank auf der Compilation „Join The Dots (B-Sides & Rarities 1978>2001 The Fiction Years)“ zu bekommen.

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk #TheCure
  36. DiscogsDienstag: Lacrimosa -Alles Lüge

    1993 war Lacrimosa noch ein Soloprojekt von Tilo Wolff, sogar die Plattenfirma Hall Of Sermon hatte er selbst gegründet, um seine Musik zu vermarkten. Nach den Alben „Angst“ (1991) und „Einsamkeit“ (1992) erschien die EP „Alles Lüge“ im Vorfeld des Albums „Satura“ (1993), ohne dass die Titel darauf berücksichtigt wurden. Die EP enthält das Titelstück in zwei Version, Original und Remix, einen Remix von „Diener eines Geistes“ vom Album „Einsamkeit“ sowie das vorher unveröffentlichte Instrumentalstück „Ruin“.

    Die EP „Alles Lüge“ ist ein typisches Beispiel für Lacrimosas frühe Phase: düster, emotional aufgeladen und experimentell. Gleichzeitig deutet insbesondere das Titelstück den künftigen Weg von Lacrimosa an: weg von der minimalistischen und klassischen Instrumentierung, hin zu gitarrenlastigerer Musik, klanglich also ein Vorgriff auf die spätere Verschmelzung von Goth-Rock, Darkwave und Industrial, die mit dem vierten Album „Inferno“ (1995) begonnen wurde. Im Vergleich zu „Angst“ und „Einsamkeit“ wirkt „Alles Lüge“ erwachsener, rockiger, aber nicht weniger leidenschaftlich – eine gelungene Balance, die den Weg für die späteren, noch ambitionierteren Werke ebnet und die Entwicklung von Tilo Wolff dokumentiert.

    Nach „Satura“ (1994) stieß dann die Finnin Anne Nurmi, vorher Sängerin und Keyboarderin bei Two Witches, dazu, die seitdem mit Tilo Wolff die einzige konstante Musikerin bei Lacrimosa ist.

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #Lacrimosa
  37. DiscogsDienstag: Lacrimosa -Alles Lüge

    1993 war Lacrimosa noch ein Soloprojekt von Tilo Wolff, sogar die Plattenfirma Hall Of Sermon hatte er selbst gegründet, um seine Musik zu vermarkten. Nach den Alben „Angst“ (1991) und „Einsamkeit“ (1992) erschien die EP „Alles Lüge“ im Vorfeld des Albums „Satura“ (1993), ohne dass die Titel darauf berücksichtigt wurden. Die EP enthält das Titelstück in zwei Version, Original und Remix, einen Remix von „Diener eines Geistes“ vom Album „Einsamkeit“ sowie das vorher unveröffentlichte Instrumentalstück „Ruin“.

    Die EP „Alles Lüge“ ist ein typisches Beispiel für Lacrimosas frühe Phase: düster, emotional aufgeladen und experimentell. Gleichzeitig deutet insbesondere das Titelstück den künftigen Weg von Lacrimosa an: weg von der minimalistischen und klassischen Instrumentierung, hin zu gitarrenlastigerer Musik, klanglich also ein Vorgriff auf die spätere Verschmelzung von Goth-Rock, Darkwave und Industrial, die mit dem vierten Album „Inferno“ (1995) begonnen wurde. Im Vergleich zu „Angst“ und „Einsamkeit“ wirkt „Alles Lüge“ erwachsener, rockiger, aber nicht weniger leidenschaftlich – eine gelungene Balance, die den Weg für die späteren, noch ambitionierteren Werke ebnet und die Entwicklung von Tilo Wolff dokumentiert.

    Nach „Satura“ (1994) stieß dann die Finnin Anne Nurmi, vorher Sängerin und Keyboarderin bei Two Witches, dazu, die seitdem mit Tilo Wolff die einzige konstante Musikerin bei Lacrimosa ist.

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #Lacrimosa
  38. DiscogsDienstag: Sweet Ermengarde – Raynham Hall

    Liebhaber:Innen des klassischen Gothic Rock werden beim Debütalbum „Raynham Hall“ von Sweet Ermengarde aus dem Jahr 2013 auf ihre Kosten kommen. Die Band aus Bochum nannte sich nach einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft und der Albumtitel referenziert auf ein Landhaus im Englischen Norfolk, das als Spukhaus bekannt ist. Mehr Gothic geht fast nicht.

    In meinem alten Weblog habe ich das Album schon 2014 vorgestellt, damals habe ich wöchentlich über Musik geschrieben, die unter Creative Commons lizensiert ist. „Raynham Hall“ hat mir so gut gefallen, dass ich mir damals die CD bei Bandcamp gekauft habe. Musikalisch orientieren sich Sweet Ermengarde an großen Vorbildern wie Fields Of The Nephilim oder The Mission. Allerdings brachte der damalige Sänger Kuba Achtelik eine hohe Eigenständigkeit mit. Seine Stimme klingt zwar dunkel und tief, imitiert jedoch nicht. Leider hat er die Band nach dem Album verlassen.

    Die meisten Songs auf dem Album stammen aus der Feder vom Bassisten Lars Kappeler, der bereits als Gitarrist bei Atomic Neon tätig war und mittlerweile auch bei den britischen Gothic Rockern von NFD für die tiefen Töne zuständig ist und bei der internationalen Gothic Band October Burns Black Gitarre spielt.

    Raynham Hall von Sweet Ermengarde

    Nach „Raynham Hall“ sind noch zwei weitere Alben erschienen, „Ex Oblivione“ mit dem Sänger Daniel Schweigler (2016) und „Sacrifice“ mit Drew Freeman am Mikrofon (2024). Diese sind ebenfalls bei Bandcamp erhältlich.

    #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #RaynhamHall #SweetErmengarde
  39. DiscogsDienstag: Sweet Ermengarde – Raynham Hall

    Liebhaber:Innen des klassischen Gothic Rock werden beim Debütalbum „Raynham Hall“ von Sweet Ermengarde aus dem Jahr 2013 auf ihre Kosten kommen. Die Band aus Bochum nannte sich nach einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft und der Albumtitel referenziert auf ein Landhaus im Englischen Norfolk, das als Spukhaus bekannt ist. Mehr Gothic geht fast nicht.

    In meinem alten Weblog habe ich das Album schon 2014 vorgestellt, damals habe ich wöchentlich über Musik geschrieben, die unter Creative Commons lizensiert ist. „Raynham Hall“ hat mir so gut gefallen, dass ich mir damals die CD bei Bandcamp gekauft habe. Musikalisch orientieren sich Sweet Ermengarde an großen Vorbildern wie Fields Of The Nephilim oder The Mission. Allerdings brachte der damalige Sänger Kuba Achtelik eine hohe Eigenständigkeit mit. Seine Stimme klingt zwar dunkel und tief, imitiert jedoch nicht. Leider hat er die Band nach dem Album verlassen.

    Die meisten Songs auf dem Album stammen aus der Feder vom Bassisten Lars Kappeler, der bereits als Gitarrist bei Atomic Neon tätig war und mittlerweile auch bei den britischen Gothic Rockern von NFD für die tiefen Töne zuständig ist und bei der internationalen Gothic Band October Burns Black Gitarre spielt.

    Raynham Hall von Sweet Ermengarde

    Nach „Raynham Hall“ sind noch zwei weitere Alben erschienen, „Ex Oblivione“ mit dem Sänger Daniel Schweigler (2016) und „Sacrifice“ mit Drew Freeman am Mikrofon (2024). Diese sind ebenfalls bei Bandcamp erhältlich.

    #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #RaynhamHall #SweetErmengarde
  40. DiscogsDienstag: Xmal Deutschland – Matador

    Heute stelle ich zum dritten Mal eine (Maxi-)Single von Xmal Deutschland vor. Nach der ersten und der letzten Singleveröffentlichung ist nun die erste Single aus dem dritten Album „Viva“ an der Reihe: „Matador“.

    Wie der Titel schon andeutet, thematisiert „Matador“ Stierkämpfe auf eine für mich sehr ambivalente Art und Weise. Einerseits geht es um den Triumph und den Ruhm des Matador, um die feierliche Spannung und gleichzeitig wird auch die blutige Grausamkeit dieser Tradition aufgegriffen. Der Text besteht aus deutschen, englischen und spanischen Fragmenten. Musikalisch sind Xmal Deutschland mit dem Album „Viva“ reifer geworden und „Matador“ ist dabei nochmal gesteigert durch die Produktion von Hugh Cornwell, dem Sänger und Gitarristen von The Stranglers. Der Song setzt auf eine dichte, treibende Rhythmussektion, eingängige Gitarrenriffs und einen markanten Basslauf, so wie wir es von früheren Liedern auch gewohnt sind. Cornwell hat „Matador“ allerdings dazu noch eine glattere Produktion verpasst, die es dynamischer und eingängiger macht. So ist das Schlagzeug z. B. im geraden 4/4-Takt auf Bass- und Snare-Drum mit Hi-Hat ausgerichtet, Toms kommen kaum zum Einsatz. Das Ergebnis ist sehr gut tanzbar und hat seine Wirkung in den Clubs nicht verfehlt. Zudem ist Xmal Deutschland mit „Matador“ der einige Einstieg in die UK Charts gelungen, allerdings nur auf Platz 92.

    In meiner Sammlung habe ich die Single als reguläre Ausgabe und als Promo-Copy sowie die Maxi-Single. Die B-Seite ist jeweils der Song „Paho“, für mich einer der besten Gothic-Rock-Songs ever, der musikalisch an frühe The Mission erinnert und leider auf keinem Album erhältlich ist. Auf der Maxi-Single ist noch „4“ vertreten, ein wunderschönes, ruhiges und morbides Stück, das es immerhin auf die CD-Version vom Album „Viva“ geschafft hat.

    Die Maxi enthält das 8-seitige Booklet „Worte“ mit den Texten von „Jahr um Jahr“, „Autumn“, „Polarlicht“, „Matador“, „Paho“ und „4“ sowie mit Zeichnungen von Anja Huwe.

    Darüber hinaus gibt es noch eine 12″-Version mit „Matador“ im „Blood & Sand“-Mix von Gavin MacKillop und den anderen beiden Songs.

    Auf dem Album „Viva“ könnt ihr euch bei folgenden Streamingdiensten zumindest die Album-Version von „Matador“ und „4“ anhören, die Extended Version von „Matador“ und „Paho“ habe ich leider nirgendwo gefunden (nur bei *hust* YouTube).

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk #XmalDeutschland
  41. DiscogsDienstag: Xmal Deutschland – Matador

    Heute stelle ich zum dritten Mal eine (Maxi-)Single von Xmal Deutschland vor. Nach der ersten und der letzten Singleveröffentlichung ist nun die erste Single aus dem dritten Album „Viva“ an der Reihe: „Matador“.

    Wie der Titel schon andeutet, thematisiert „Matador“ Stierkämpfe auf eine für mich sehr ambivalente Art und Weise. Einerseits geht es um den Triumph und den Ruhm des Matador, um die feierliche Spannung und gleichzeitig wird auch die blutige Grausamkeit dieser Tradition aufgegriffen. Der Text besteht aus deutschen, englischen und spanischen Fragmenten. Musikalisch sind Xmal Deutschland mit dem Album „Viva“ reifer geworden und „Matador“ ist dabei nochmal gesteigert durch die Produktion von Hugh Cornwell, dem Sänger und Gitarristen von The Stranglers. Der Song setzt auf eine dichte, treibende Rhythmussektion, eingängige Gitarrenriffs und einen markanten Basslauf, so wie wir es von früheren Liedern auch gewohnt sind. Cornwell hat „Matador“ allerdings dazu noch eine glattere Produktion verpasst, die es dynamischer und eingängiger macht. So ist das Schlagzeug z. B. im geraden 4/4-Takt auf Bass- und Snare-Drum mit Hi-Hat ausgerichtet, Toms kommen kaum zum Einsatz. Das Ergebnis ist sehr gut tanzbar und hat seine Wirkung in den Clubs nicht verfehlt. Zudem ist Xmal Deutschland mit „Matador“ der einige Einstieg in die UK Charts gelungen, allerdings nur auf Platz 92.

    In meiner Sammlung habe ich die Single als reguläre Ausgabe und als Promo-Copy sowie die Maxi-Single. Die B-Seite ist jeweils der Song „Paho“, für mich einer der besten Gothic-Rock-Songs ever, der musikalisch an frühe The Mission erinnert und leider auf keinem Album erhältlich ist. Auf der Maxi-Single ist noch „4“ vertreten, ein wunderschönes, ruhiges und morbides Stück, das es immerhin auf die CD-Version vom Album „Viva“ geschafft hat.

    Die Maxi enthält das 8-seitige Booklet „Worte“ mit den Texten von „Jahr um Jahr“, „Autumn“, „Polarlicht“, „Matador“, „Paho“ und „4“ sowie mit Zeichnungen von Anja Huwe.

    Darüber hinaus gibt es noch eine 12″-Version mit „Matador“ im „Blood & Sand“-Mix von Gavin MacKillop und den anderen beiden Songs.

    Auf dem Album „Viva“ könnt ihr euch bei folgenden Streamingdiensten zumindest die Album-Version von „Matador“ und „4“ anhören, die Extended Version von „Matador“ und „Paho“ habe ich leider nirgendwo gefunden (nur bei *hust* YouTube).

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk #XmalDeutschland
  42. DiscogsDienstag: Undinyx – Antarctica

    Das Album, welches ich heute vorstelle, dürfte den treuen Zuhörenden vom GothDiscoInferno bekannt sein, ansonsten hat es leider wenig Aufmerksamkeit erlangt. Die Rede ist von „Antarctica“, dem zweiten Album der Hamburger Musikerin Laura Müller alias Undinyx. Laura ist außerdem Sängerin und Gitarristin der von mir sehr geschätzten Band Grundeis. Während sie dort düsteren Post-Punk mit Shoegaze-Anklängen macht, geht ihr Soloprojekt in Richtung Dark-Wave und Ethereal. In meiner Sammlung habe ich „Antarctica“ als Musikkassette, die ich nach einem Konzert am 26.11.2024 direkt bei Laura am Merch-Stand gekauft habe, ein Bandcamp-Downloadcode war auch dabei. Über das Konzert habe ich hier schon berichtet.

    Undinyx schafft auf „Antarctica“ eine düstere, atmosphärische Klangwelt, in der Keyboards und Synthesizer die Herrschaft übernehmen, unterstützt von spärlichen Gitarren-Parts. Der Gesang ist verhallt und klagend, trägt damit in Verbindung mit den ebenfalls düsteren Texten zu der mystischen Stimmung des Albums bei. Ich kann gar keinen Song hervorheben, „Antartica“ ist gut in einem Stück zu hören.

    Die Kassette ist auf 50 Exemplare limitiert und somit bereits ausverkauft, bei Bandcamp gibt es allerdings „Antarctica“ als digitales Album:

    Antarctica von Undinyx

    Laura ist bei ihrem Solo-Projekt nicht nur für Komposition, Interpretation und Recording selbst verantwortlich, sondern kümmert sich auch um das Artwork. Nur beim Mastering ihrer Songs läßt sie sich von Denis Wanic (Suir) unterstützen.

    Das Debütalbum von Undinyx war übrigens selbstbetitelt und ist ebenfalls über Bandcamp erhältlich. Mittlerweile hat Laura Müller ein weiteres Soloprojekt gestartet. Mit Kobalin hat sie bisher den Song „Tief Fallen“ veröffentlicht, der in Richtung „Neue Neue Deutsche Welle“ geht, also flotten Post-Punk mit deutschen Texten.

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #Ethereal #PostPunk #Undinyx
  43. DiscogsDienstag: Undinyx – Antarctica

    Das Album, welches ich heute vorstelle, dürfte den treuen Zuhörenden vom GothDiscoInferno bekannt sein, ansonsten hat es leider wenig Aufmerksamkeit erlangt. Die Rede ist von „Antarctica“, dem zweiten Album der Hamburger Musikerin Laura Müller alias Undinyx. Laura ist außerdem Sängerin und Gitarristin der von mir sehr geschätzten Band Grundeis. Während sie dort düsteren Post-Punk mit Shoegaze-Anklängen macht, geht ihr Soloprojekt in Richtung Dark-Wave und Ethereal. In meiner Sammlung habe ich „Antarctica“ als Musikkassette, die ich nach einem Konzert am 26.11.2024 direkt bei Laura am Merch-Stand gekauft habe, ein Bandcamp-Downloadcode war auch dabei. Über das Konzert habe ich hier schon berichtet.

    Undinyx schafft auf „Antarctica“ eine düstere, atmosphärische Klangwelt, in der Keyboards und Synthesizer die Herrschaft übernehmen, unterstützt von spärlichen Gitarren-Parts. Der Gesang ist verhallt und klagend, trägt damit in Verbindung mit den ebenfalls düsteren Texten zu der mystischen Stimmung des Albums bei. Ich kann gar keinen Song hervorheben, „Antartica“ ist gut in einem Stück zu hören.

    Die Kassette ist auf 50 Exemplare limitiert und somit bereits ausverkauft, bei Bandcamp gibt es allerdings „Antarctica“ als digitales Album:

    Antarctica von Undinyx

    Laura ist bei ihrem Solo-Projekt nicht nur für Komposition, Interpretation und Recording selbst verantwortlich, sondern kümmert sich auch um das Artwork. Nur beim Mastering ihrer Songs läßt sie sich von Denis Wanic (Suir) unterstützen.

    Das Debütalbum von Undinyx war übrigens selbstbetitelt und ist ebenfalls über Bandcamp erhältlich. Mittlerweile hat Laura Müller ein weiteres Soloprojekt gestartet. Mit Kobalin hat sie bisher den Song „Tief Fallen“ veröffentlicht, der in Richtung „Neue Neue Deutsche Welle“ geht, also flotten Post-Punk mit deutschen Texten.

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #Ethereal #PostPunk #Undinyx
  44. DiscogsDienstag: Joy Division – Untitled Bootleg EP

    Trotz ihrer kurzen Schaffenszeit, die vor über 45 Jahren mit dem Selbstmord von Ian Curtis am 18.05.1980 endete, haben Joy Division tiefe Spuren hinterlassen und beinflussen noch heute das Post-Punk-Genre. Vielleicht haben sie dieses Genre auch begründet, denn selbst inspiriert von einem Konzert der Sex Pistols beschlossen Bernhard Sumner (Gitarre) und Peter Hook (Bass), beide damals 20 Jahre alt, eine Band zu gründen. Mit dem gleichaltrigen Ian Curtis fanden sie einen Sänger. Sie nannten sich zunächst „Stiff Kittens“, der Name wurde ihnen von Pete Shelley (Buzzcocks) vorgeschlagen.

    Mit den Buzzcocks hatten sie auch ihren ersten Auftritt am 28.05.1977 im Electric Ballroom in ihrer Heimatstadt Manchester. Kurz vor dem Gig änderten sie den Bandnamen in „Warsaw“, nach dem Lied „Warszawa“ vom David Bowie-Album „Low“. Sie wollten nicht „the Irgendwas“ genannt werden. Leider war es nicht mehr möglich, die Namensänderung auf den Plakaten und Flyern anzupassen, so dass dort noch „Stiff Kittens“ angekündigt wurden. Dies soll das Verhältnis zu den Buzzcocks nachhaltig verschlechtert haben.

    Erst nach diesem Konzert stieß Stephen Morris dazu, nachdem verschiedene Schlagzeuger ausprobiert wurden. In dieser endgültigen Besetzung ging Warsaw am 18.07.1977 in die Pennine Sound Studios in Oldham, um die ersten Demoaufnahmen zu machen, die später auf verschiedenen Bootlegs erschienen sind. Die ersten Songs, die offiziell veröffentlicht wurden, enstanden am 14.12.1977 ebenfalls in den Pennine Sound Studios. Die Single (01.06.1978) und die EP (10.10.1978) „An Ideal For Living“ wurden unter dem neuen Namen „Joy Division“ im Eigenvertrieb herausgebracht. Die erneute Namensänderung kam, um eine Verwechselung mit einer Punk-Band namens „Warsaw Pact“ zu vermeiden. Die Erstauflagen waren auf 1.000 (Single) bzw. 2.044 Einheiten (EP) limitiert, es existieren daher auch eine ganze Reihe von Bootlegs mit diesen Aufnahmen. Unter anderen der, den ich in meiner Sammlung habe und der als „SPECIAL LIMITED EDITION COLLECTORS ITEM“ betitelt ist. Er enthält außerdem zwei Aufnahmen von der „Unknown Pleasures“-Session vom April 1979 aus den Strawberry Studios in Manchester. Diese beiden Songs, „Auto-Suggestion“ und „From Safety To Where…?“, wurden im selben Jahr auf der Compilation „Earcom 2: Contradiction“ veröffentlicht sowie später auf dem Sampler „Substance“ (11.07.1980).

    Der Bootleg hat keine Angaben über den Herausgeber, auch die Schallplattenetiketten sind nur einfarbig schwarz und rot ohne weitere Aufdrucke. Auf der „schwarzen Seite“ befinden sich die Lieder „Warsaw“, „No Love Lost“ (die beiden Lieder sind auf dem Cover vertauscht) und „Auto-Suggestion“. Auf der „roten Seite“ sind „From Safety To Where…?“, „Leaders Of Men“ sowie „Failures“ zu hören.

    Die Lieder sind ein faszinierendes Stück Musikgeschichte, das den frühen Stil der Band zeigt, bevor sie zu ihrem späteren, charakteristischen Post-Punk-Sound fanden. Z. B. ist Peter Hooks Bass-Sound noch nicht so ausgereift und unverkennbar wie auf den späteren Alben und bei New Order, aber dennoch schon bemerkenswert. Noch ist er allerdings mehr rhythmisch als melodisch geprägt. Der Gesang von Ian Curtis, auch ein wesentliches Merkmal der Band ab dem Album „Unknown Pleasures“, ist hier rauer, punkiger und noch nicht so dunkel.

    Joy Division ist neben The Cure und Siouxsie And The Banshees ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Post-Punk- und Gothic-Musik aus dem Punk heraus entwickelt und viele feine Facetten gebildet hat. Leider wurden JD durch den Tod ihres Sängers Ian Curtis nach nur zwei Alben – das zweite Album „Closer“ wurde 1980 posthum veröffentlicht – Geschichte und wir werden nie erfahren, was passiert wäre, wenn es New Order nicht gegeben hätte. Allerdings möchte ich die auch nicht missen.

    #Discogs #DiscogsDienstag #JoyDivision #PostPunk #Warsaw
  45. DiscogsDienstag: Joy Division – Untitled Bootleg EP

    Trotz ihrer kurzen Schaffenszeit, die vor über 45 Jahren mit dem Selbstmord von Ian Curtis am 18.05.1980 endete, haben Joy Division tiefe Spuren hinterlassen und beinflussen noch heute das Post-Punk-Genre. Vielleicht haben sie dieses Genre auch begründet, denn selbst inspiriert von einem Konzert der Sex Pistols beschlossen Bernhard Sumner (Gitarre) und Peter Hook (Bass), beide damals 20 Jahre alt, eine Band zu gründen. Mit dem gleichaltrigen Ian Curtis fanden sie einen Sänger. Sie nannten sich zunächst „Stiff Kittens“, der Name wurde ihnen von Pete Shelley (Buzzcocks) vorgeschlagen.

    Mit den Buzzcocks hatten sie auch ihren ersten Auftritt am 28.05.1977 im Electric Ballroom in ihrer Heimatstadt Manchester. Kurz vor dem Gig änderten sie den Bandnamen in „Warsaw“, nach dem Lied „Warszawa“ vom David Bowie-Album „Low“. Sie wollten nicht „the Irgendwas“ genannt werden. Leider war es nicht mehr möglich, die Namensänderung auf den Plakaten und Flyern anzupassen, so dass dort noch „Stiff Kittens“ angekündigt wurden. Dies soll das Verhältnis zu den Buzzcocks nachhaltig verschlechtert haben.

    Erst nach diesem Konzert stieß Stephen Morris dazu, nachdem verschiedene Schlagzeuger ausprobiert wurden. In dieser endgültigen Besetzung ging Warsaw am 18.07.1977 in die Pennine Sound Studios in Oldham, um die ersten Demoaufnahmen zu machen, die später auf verschiedenen Bootlegs erschienen sind. Die ersten Songs, die offiziell veröffentlicht wurden, enstanden am 14.12.1977 ebenfalls in den Pennine Sound Studios. Die Single (01.06.1978) und die EP (10.10.1978) „An Ideal For Living“ wurden unter dem neuen Namen „Joy Division“ im Eigenvertrieb herausgebracht. Die erneute Namensänderung kam, um eine Verwechselung mit einer Punk-Band namens „Warsaw Pact“ zu vermeiden. Die Erstauflagen waren auf 1.000 (Single) bzw. 2.044 Einheiten (EP) limitiert, es existieren daher auch eine ganze Reihe von Bootlegs mit diesen Aufnahmen. Unter anderen der, den ich in meiner Sammlung habe und der als „SPECIAL LIMITED EDITION COLLECTORS ITEM“ betitelt ist. Er enthält außerdem zwei Aufnahmen von der „Unknown Pleasures“-Session vom April 1979 aus den Strawberry Studios in Manchester. Diese beiden Songs, „Auto-Suggestion“ und „From Safety To Where…?“, wurden im selben Jahr auf der Compilation „Earcom 2: Contradiction“ veröffentlicht sowie später auf dem Sampler „Substance“ (11.07.1980).

    Der Bootleg hat keine Angaben über den Herausgeber, auch die Schallplattenetiketten sind nur einfarbig schwarz und rot ohne weitere Aufdrucke. Auf der „schwarzen Seite“ befinden sich die Lieder „Warsaw“, „No Love Lost“ (die beiden Lieder sind auf dem Cover vertauscht) und „Auto-Suggestion“. Auf der „roten Seite“ sind „From Safety To Where…?“, „Leaders Of Men“ sowie „Failures“ zu hören.

    Die Lieder sind ein faszinierendes Stück Musikgeschichte, das den frühen Stil der Band zeigt, bevor sie zu ihrem späteren, charakteristischen Post-Punk-Sound fanden. Z. B. ist Peter Hooks Bass-Sound noch nicht so ausgereift und unverkennbar wie auf den späteren Alben und bei New Order, aber dennoch schon bemerkenswert. Noch ist er allerdings mehr rhythmisch als melodisch geprägt. Der Gesang von Ian Curtis, auch ein wesentliches Merkmal der Band ab dem Album „Unknown Pleasures“, ist hier rauer, punkiger und noch nicht so dunkel.

    Joy Division ist neben The Cure und Siouxsie And The Banshees ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Post-Punk- und Gothic-Musik aus dem Punk heraus entwickelt und viele feine Facetten gebildet hat. Leider wurden JD durch den Tod ihres Sängers Ian Curtis nach nur zwei Alben – das zweite Album „Closer“ wurde 1980 posthum veröffentlicht – Geschichte und wir werden nie erfahren, was passiert wäre, wenn es New Order nicht gegeben hätte. Allerdings möchte ich die auch nicht missen.

    #Discogs #DiscogsDienstag #JoyDivision #PostPunk #Warsaw
  46. DiscogsDienstag: Echo & the Bunnymen – Heaven Up Here

    Echo & the Bunnymen gehören zu den prägendsten und erfolgreichsten Bands des Post-Punk und New Wave – und sind bis heute aktiv. Doch wenden wir uns den Anfängen zu. Echo & the Bunnymen wurden 1978 in Liverpool gegründet. Ian McCulloch (Gesang, Gitarren), Will Sergeant (Gitarre) und Les Pattinson am Bass bildeten die erste Besetzung. Zunächst nutzte die Band einen Drumcomputer, der scherzhaft „Echo“ genannt wurde – ein Name, der später fälschlich als Ursprung des Bandnamens interpretiert wurde. „Echo“ wurde 1980 durch den Schlagzeuger Pete de Freitas ersetzt. Auf das Debütalbum „Crocodiles“ (1980) folgte „Heaven Up Here“ (1981), das von der britischen Musikzeitung NME (New Musical Express) mit dem NME-Award für das „Bestes Album“ und das „Best Dressed Album“ ausgezeichnet wurde. Außerdem erreichte „Heaven Up Here“ Platz 10 in den britischen Album-Charts.

    Als Produzent wurde Hugh Jones gewonnen, der im selben Jahr auch mit The Sound deren Album „From The Lions Mouth“ produzierte. Musikalisch waren sich beide Bands zu dem Zeitpunkt recht ähnlich. Während The Sound sich stärker am düsteren, rhythmischen Post-Punk orientierten, integrierten Echo & the Bunnymen bereits auf ‚Heaven Up Here‘ psychedelische Gitarrenklänge und epische Arrangements – ein Markenzeichen ihres späteren Stils. Auch wenn es sehr erfolgreich war, fehlen Hit-Songs. Die einzige Singleauskopplung „A Promise“ schaffte es immerhin auf Platz 49 der britischen Singlecharts, blieb damit allerdings hinter den späteren Klassikern „The Killing Moon“ (1984, Platz 9), „Bring On The Dancing Horses“ (1985, Platz 21) und „Lips Like Sugar“ (1987, Platz 36) zurück.

    Mit „Heaven Up Here“ schufen Echo & the Bunnymen ein zeitloses Meisterwerk: ein Album, das durch seine düstere, atmosphärische Klangwelt und die Verbindung von Post-Punk, Psychedelic und epischer Melancholie bis heute fasziniert.

    Und bis heute sind Echo & the Bunnymen, wie eingangs bereits erwähnt, aktiv. Ihr bisher letztes Album „The Stars, the Oceans & the Moon“ ist 2018 erschienen. 2026 sind die Gründungsmitglieder Ian McCulloch und Will Sergeant mit neuen Musikern in England, Brasilien und Nordamerika auf ihrer „The Very Best Of Echo & The Bunnymen 1978–2026“-Tour. Für Deutschland sind noch keine Termine bekannt.

    #Discogs #DiscogsDienstag #EchoTheBunnymen #NewWave #PostPunk
  47. DiscogsDienstag: Echo & the Bunnymen – Heaven Up Here

    Echo & the Bunnymen gehören zu den prägendsten und erfolgreichsten Bands des Post-Punk und New Wave – und sind bis heute aktiv. Doch wenden wir uns den Anfängen zu. Echo & the Bunnymen wurden 1978 in Liverpool gegründet. Ian McCulloch (Gesang, Gitarren), Will Sergeant (Gitarre) und Les Pattinson am Bass bildeten die erste Besetzung. Zunächst nutzte die Band einen Drumcomputer, der scherzhaft „Echo“ genannt wurde – ein Name, der später fälschlich als Ursprung des Bandnamens interpretiert wurde. „Echo“ wurde 1980 durch den Schlagzeuger Pete de Freitas ersetzt. Auf das Debütalbum „Crocodiles“ (1980) folgte „Heaven Up Here“ (1981), das von der britischen Musikzeitung NME (New Musical Express) mit dem NME-Award für das „Bestes Album“ und das „Best Dressed Album“ ausgezeichnet wurde. Außerdem erreichte „Heaven Up Here“ Platz 10 in den britischen Album-Charts.

    Als Produzent wurde Hugh Jones gewonnen, der im selben Jahr auch mit The Sound deren Album „From The Lions Mouth“ produzierte. Musikalisch waren sich beide Bands zu dem Zeitpunkt recht ähnlich. Während The Sound sich stärker am düsteren, rhythmischen Post-Punk orientierten, integrierten Echo & the Bunnymen bereits auf ‚Heaven Up Here‘ psychedelische Gitarrenklänge und epische Arrangements – ein Markenzeichen ihres späteren Stils. Auch wenn es sehr erfolgreich war, fehlen Hit-Songs. Die einzige Singleauskopplung „A Promise“ schaffte es immerhin auf Platz 49 der britischen Singlecharts, blieb damit allerdings hinter den späteren Klassikern „The Killing Moon“ (1984, Platz 9), „Bring On The Dancing Horses“ (1985, Platz 21) und „Lips Like Sugar“ (1987, Platz 36) zurück.

    Mit „Heaven Up Here“ schufen Echo & the Bunnymen ein zeitloses Meisterwerk: ein Album, das durch seine düstere, atmosphärische Klangwelt und die Verbindung von Post-Punk, Psychedelic und epischer Melancholie bis heute fasziniert.

    Und bis heute sind Echo & the Bunnymen, wie eingangs bereits erwähnt, aktiv. Ihr bisher letztes Album „The Stars, the Oceans & the Moon“ ist 2018 erschienen. 2026 sind die Gründungsmitglieder Ian McCulloch und Will Sergeant mit neuen Musikern in England, Brasilien und Nordamerika auf ihrer „The Very Best Of Echo & The Bunnymen 1978–2026“-Tour. Für Deutschland sind noch keine Termine bekannt.

    #Discogs #DiscogsDienstag #EchoTheBunnymen #NewWave #PostPunk
  48. DiscogsDienstag: Clan Of Xymox – Hidden Faces

    Clan Of Xymox können wir zur „first wave of gothic“, denn die Band wurde Anfang der 80er Jahre unter dem Namen Xymox in den Niederlanden gegründet. Zwischen einer EP und dem ersten Longplayer änderten sie diesen in Clan Of Xymox, vielleicht wollten sie im Plattenregal lieber vor The Cure stehen als hinter X-mal Deutschland? Gleich mir ihrer ersten Single aus dem selbstbetitelten Debütalbum gelang ihnen 1985 ein Dancefloor-Klassiker: A Day. Nach ihrem zweiten Album, Medusa, wurden sie wieder zu Xymox und brachten bis 1993 vier weitere Alben heraus. 1994 begann eine dreijährige Pause, die 1997 mit dem Erscheinen des Albums Hidden Faces beendet wurde.

    Die letzten beiden Xymox-Alben stellten einen Stilwechsel dar, was daran lag, dass die langjährigen Mitglieder Anke Wolbert und Pieter Nooten die Band 1991 verlassen hatten und Ronny Moorings als alleiniger Songwriter zurückblieb. Er orientierte sich am Manchester Rave und so erinnern die beiden Alben Metamorphosis und Headclouds leicht an New Orders Technique. Nach der Pause kam er 1997 als Clan Of Xymox mit neuer Besetzung und dem Album Hidden Faces zurück und schuf damit ein Werk, das an die alten Erfolge anknüpfen konnte und den Grundstein für den weiteren Verlauf seiner Karriere legte. Produziert wurde das Album mit David M. Allen, der schon u. a. mit The Cure, The Chameleons und The Sisters Of Mercy arbeitete. Eingängige Melodien treffen auf elektronische Beats und Gitarren, die mal wavig, mal post-punkig klingen.

    Hervorzuheben sind die ersten drei Titel Out Of The Rain, This World und Going Round ’97, welches in der Urfassung auf der ersten Xymox-EP vertreten war. Die weiteren Stücke The Child In Me, Wailing Wall, It’s A Lie, Sing A Song, Hypochrite und Special Friends bewegen sich zwischen Dark Wave, Post-Punk, Gothic Rock bis hin zum Industrial, bevor das Album mit den ruhigeren Songs Piano Piece, Your Vice, November und The Story Ends zum Abschluss kommt.

    Hidden Faces ist ein guter Einstiegspunkt für alle, die Clan Of Xymox noch nicht kennen. Darauf folgten noch 11 Studio-Alben, sowie weitere Live- und Remix-Alben. Und zwei Peel-Sessions aus dem Jahr 1985 sind auch erhältlich.

    Hidden Faces von Clan Of Xymox #ClanOfXymox #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk
  49. DiscogsDienstag: Clan Of Xymox – Hidden Faces

    Clan Of Xymox können wir zur „first wave of gothic“, denn die Band wurde Anfang der 80er Jahre unter dem Namen Xymox in den Niederlanden gegründet. Zwischen einer EP und dem ersten Longplayer änderten sie diesen in Clan Of Xymox, vielleicht wollten sie im Plattenregal lieber vor The Cure stehen als hinter X-mal Deutschland? Gleich mir ihrer ersten Single aus dem selbstbetitelten Debütalbum gelang ihnen 1985 ein Dancefloor-Klassiker: A Day. Nach ihrem zweiten Album, Medusa, wurden sie wieder zu Xymox und brachten bis 1993 vier weitere Alben heraus. 1994 begann eine dreijährige Pause, die 1997 mit dem Erscheinen des Albums Hidden Faces beendet wurde.

    Die letzten beiden Xymox-Alben stellten einen Stilwechsel dar, was daran lag, dass die langjährigen Mitglieder Anke Wolbert und Pieter Nooten die Band 1991 verlassen hatten und Ronny Moorings als alleiniger Songwriter zurückblieb. Er orientierte sich am Manchester Rave und so erinnern die beiden Alben Metamorphosis und Headclouds leicht an New Orders Technique. Nach der Pause kam er 1997 als Clan Of Xymox mit neuer Besetzung und dem Album Hidden Faces zurück und schuf damit ein Werk, das an die alten Erfolge anknüpfen konnte und den Grundstein für den weiteren Verlauf seiner Karriere legte. Produziert wurde das Album mit David M. Allen, der schon u. a. mit The Cure, The Chameleons und The Sisters Of Mercy arbeitete. Eingängige Melodien treffen auf elektronische Beats und Gitarren, die mal wavig, mal post-punkig klingen.

    Hervorzuheben sind die ersten drei Titel Out Of The Rain, This World und Going Round ’97, welches in der Urfassung auf der ersten Xymox-EP vertreten war. Die weiteren Stücke The Child In Me, Wailing Wall, It’s A Lie, Sing A Song, Hypochrite und Special Friends bewegen sich zwischen Dark Wave, Post-Punk, Gothic Rock bis hin zum Industrial, bevor das Album mit den ruhigeren Songs Piano Piece, Your Vice, November und The Story Ends zum Abschluss kommt.

    Hidden Faces ist ein guter Einstiegspunkt für alle, die Clan Of Xymox noch nicht kennen. Darauf folgten noch 11 Studio-Alben, sowie weitere Live- und Remix-Alben. Und zwei Peel-Sessions aus dem Jahr 1985 sind auch erhältlich.

    Hidden Faces von Clan Of Xymox #ClanOfXymox #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk
  50. DiscogsDienstag: Siouxsie And The Banshees – Twice Upon A Time – The Singles

    Die britische Band Siouxsie And The Banshees gehören zweifellos zur Speerspitze des Gothic-Genres. Frontfrau Siouxsie Sioux, bürgerlich Susan Janet Ballion, ist zudem mit ihrem Style ein Vorbild für viele weibliche Gothics und das bis heute. Ihre Wurzeln hatte sie in der Punk-Bewegung, sie gehörte zu einer Gruppe von Fans der Band Sex Pistols. Dazu gehörten unter anderen auch der spätere Bassist der Banshees, Steve Severin und Billy Idol. Zur ersten Besetzung der Band gehörte Sid Vicious, der hier Schlagzeug spielte bevor er Bassist bei den Sex Pistols wurde. Anders als andere Band bekamen Siouxsie And The Banshees gleich einen Plattenvertrag bei einem Major-Label, Polydor. Dort erschien 1981 die erste Singles-Collection namens „Once Upon A Time„, zu deutsch „Es war einmal“ mit den Singles der Jahre 1978 bis 1981. Elf Jahre folgte die Fortsetzung und dem Titel „Twice Upon A Time“, also zu deutsch „Es war zweimal“. Ich finde dieses Wortspiel grandios.

    Nun, „Twice Upon A Time“ erschien also 1992 mit den Singles des Jahre 1982 bis 1992 und reicht von „Fireworks“ bis „Face To Face“ aus dem Film „Batman Returns“. Auch enthalten sind die Cover-Versionen „Dear Prudence“ (The Beatles), „This Wheel’s On Fire“ (Bob Dylan) und „The Passenger“ (Iggy Pop). Und natürlich auch die Hits „Cities In Dust“ und Candyman“ vom 1986er Album „Tinderbox“. Leider fehlt der wunderschöne „Song From The Edge Of The World“, der wie „Fireworks“ und „Dear Prudence“ auf keinem Album enthalten ist. Erst 2014 tauchte der Song auf einer Neuauflage der CD „Through The Looking Glass“, auf der sonst nur Coverversionen enthalten sind, als Bonustrack auf.

    Ansonsten ist „Twice Upon A Time“ eine sehr schöne Compilation, die die Entwicklung der Band vom Post-Punk über Gothic-Rock zum Alternative Rock. Von 1982 bis 1984 begleitete Robert Smith (The Cure) die Band an der Gitarre, auf diesem Album ist er bei „Dear Prudence“, „Swimming Horses“ und „Dazzle“ zu hören. Er war einer von fünf Gitarristen, die Siouxsie And The Banshees verschlissen haben.

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk #SiouxsieAndTheBanshees
  51. DiscogsDienstag: Siouxsie And The Banshees – Twice Upon A Time – The Singles

    Die britische Band Siouxsie And The Banshees gehören zweifellos zur Speerspitze des Gothic-Genres. Frontfrau Siouxsie Sioux, bürgerlich Susan Janet Ballion, ist zudem mit ihrem Style ein Vorbild für viele weibliche Gothics und das bis heute. Ihre Wurzeln hatte sie in der Punk-Bewegung, sie gehörte zu einer Gruppe von Fans der Band Sex Pistols. Dazu gehörten unter anderen auch der spätere Bassist der Banshees, Steve Severin und Billy Idol. Zur ersten Besetzung der Band gehörte Sid Vicious, der hier Schlagzeug spielte bevor er Bassist bei den Sex Pistols wurde. Anders als andere Band bekamen Siouxsie And The Banshees gleich einen Plattenvertrag bei einem Major-Label, Polydor. Dort erschien 1981 die erste Singles-Collection namens „Once Upon A Time„, zu deutsch „Es war einmal“ mit den Singles der Jahre 1978 bis 1981. Elf Jahre folgte die Fortsetzung und dem Titel „Twice Upon A Time“, also zu deutsch „Es war zweimal“. Ich finde dieses Wortspiel grandios.

    Nun, „Twice Upon A Time“ erschien also 1992 mit den Singles des Jahre 1982 bis 1992 und reicht von „Fireworks“ bis „Face To Face“ aus dem Film „Batman Returns“. Auch enthalten sind die Cover-Versionen „Dear Prudence“ (The Beatles), „This Wheel’s On Fire“ (Bob Dylan) und „The Passenger“ (Iggy Pop). Und natürlich auch die Hits „Cities In Dust“ und Candyman“ vom 1986er Album „Tinderbox“. Leider fehlt der wunderschöne „Song From The Edge Of The World“, der wie „Fireworks“ und „Dear Prudence“ auf keinem Album enthalten ist. Erst 2014 tauchte der Song auf einer Neuauflage der CD „Through The Looking Glass“, auf der sonst nur Coverversionen enthalten sind, als Bonustrack auf.

    Ansonsten ist „Twice Upon A Time“ eine sehr schöne Compilation, die die Entwicklung der Band vom Post-Punk über Gothic-Rock zum Alternative Rock. Von 1982 bis 1984 begleitete Robert Smith (The Cure) die Band an der Gitarre, auf diesem Album ist er bei „Dear Prudence“, „Swimming Horses“ und „Dazzle“ zu hören. Er war einer von fünf Gitarristen, die Siouxsie And The Banshees verschlissen haben.

    #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk #SiouxsieAndTheBanshees
  52. DiscogsDienstag: A Split Second – Firewalker

    Heute stelle ich eines meiner persönlichen „One-Hit-Wonder“ vor, von der Band habe ich nämlich nur eine einzige Maxi-CD. Es handelt sich um die belgische Band A Split Second mit ihrem Song „Firewalker“ aus dem Jahre 1990. Gegründet wurde die Band 1986 von Mark Ickx (Gesang und Gitarre) und Peter Boone (Keybords). Aufgrund ihrer Herkunft und Musik wurden sie bald in die EBM-Schublade gesteckt, die Gitarre gibt ihnen allerdings eine Rock-Note. So konnten sie sich in EBM-Kreisen nie richtig etablieren und auch sonst blieb ihnen der kommerzielle Erfolg vergönnt. Nur einige wenige Stücke haben es zu Underground-Club-Hits geschafft, so auch „Firewalker“.

    „Firewalker“ stammt von ihrem Album „Kiss Of Fury“. Das Lied enthält einen archaischen, repetitiven Elektro-Beat und eine relativ simple Keyboard-Melodie. Der Gesang klingt entfernt und der Text beteht hauptsächlich aus einfachen Sätzen, die sich häufig wiederholen. „Firewalker“ ist somit eher ein klassisches Tanzstück, bei dem die Lyrics eine untergeordnete Rolle spielen. Dafür ist es jedoch sehr gut geeignet.

    Auf der Maxi-CD sind auch noch die Songs „Backlash“ und „Fire“, die ebenfalls vom Album „Kiss Of Fury“ stammen.

    #ASplitSecond #Discogs #DiscogsDienstag #EBM #Electro #NewBeat
  53. DiscogsDienstag: A Split Second – Firewalker

    Heute stelle ich eines meiner persönlichen „One-Hit-Wonder“ vor, von der Band habe ich nämlich nur eine einzige Maxi-CD. Es handelt sich um die belgische Band A Split Second mit ihrem Song „Firewalker“ aus dem Jahre 1990. Gegründet wurde die Band 1986 von Mark Ickx (Gesang und Gitarre) und Peter Boone (Keybords). Aufgrund ihrer Herkunft und Musik wurden sie bald in die EBM-Schublade gesteckt, die Gitarre gibt ihnen allerdings eine Rock-Note. So konnten sie sich in EBM-Kreisen nie richtig etablieren und auch sonst blieb ihnen der kommerzielle Erfolg vergönnt. Nur einige wenige Stücke haben es zu Underground-Club-Hits geschafft, so auch „Firewalker“.

    „Firewalker“ stammt von ihrem Album „Kiss Of Fury“. Das Lied enthält einen archaischen, repetitiven Elektro-Beat und eine relativ simple Keyboard-Melodie. Der Gesang klingt entfernt und der Text beteht hauptsächlich aus einfachen Sätzen, die sich häufig wiederholen. „Firewalker“ ist somit eher ein klassisches Tanzstück, bei dem die Lyrics eine untergeordnete Rolle spielen. Dafür ist es jedoch sehr gut geeignet.

    Auf der Maxi-CD sind auch noch die Songs „Backlash“ und „Fire“, die ebenfalls vom Album „Kiss Of Fury“ stammen.

    #ASplitSecond #Discogs #DiscogsDienstag #EBM #Electro #NewBeat
  54. DiscogsDienstag: Bauhaus – Dark Entries

    Zum letzten DiscogsDienstag des Jahres 2025 darf ich eine weitere Single meiner Lieblinge Bauhaus präsentieren, Dark Entries. Es war die zweite Single nach „Bela Lugosi’s Dead“ und sie erschien am 18.01.1980 als dritte Veröffentlichung des Labels Axis Records, das sich kurz darauf in 4AD umbenennen musste, weil es bereits ein gleichnamiges Label gab. Wie „Bela“ wurde auch „Dark Entries“ zu einem Genre-Klassiker des Gothic-Rock und ist deutlich Energie geladener als der Vorgänger. Eine Verbindung ist die untypische Rhythmik von Kevin Haskins am Schlagzeug, die hier jedoch mehr treibt.

    Während „Bela Lugosi’s Dead“ mit über 9 Minuten Länge, schleppendem Rhythmus und dem Text über den bekannten Dracula-Darsteller als Beginn des Gothic Rock gilt, zeigen Bauhaus bei „Dark Entries“ ihre Post-Punk-Seite. Der Gesang von Peter Murphy ist aggressiver, fast staccatoartig und passt sehr gut zum sägenden Gitarrenriff von Daniel Ash und dem unauffälligen Bass von David J.

    Die B-Seite ist das nur knapp anderthalbminütige Stück „Untitled“. Es ist eher experimentell und wirkt wie ein Demo oder Fragment. Es enthält auch nur ganz kurze, gesprochene Lyrics von Peter Murphy und ist ansonsten instrumental mit schreienden Gitarren und einem minimalen Schlagzeug, das nur eine metallisch klingende Snare auf der „1“ verwendet, was vom Bass kaum wahrnehmbar unterstützt wird.

    Das Cover der Single zeigt ein Detail aus dem Gemälde „Sleeping Venus“ (1944) des belgischen Malers Paul Delvaux und der Bandname wird darauf mit einer Art „bolle-å“ (Ringakzent) geschrieben: Båuhåus. Die Schriftart wurde von der gleichnamigen Kunst- und Designschule inspiriert, in deren Fonts allerdings keine skandinavischen Buchstaben vorkommen. Es scheint sich also nur um ein Designelement zu handeln, schließlich waren die Bandmitglieder Kunststudenten, als sie Bauhaus gründeten.

    „Dark Entries“ war von den vier vor dem Debutalbum veröffentlichen Single die in den UK Indie Charts am wenigsten erfolgreiche, ist für mich jedoch eines ihrer besten Lieder.

    #Bauhaus #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk
  55. DiscogsDienstag: Bauhaus – Dark Entries

    Zum letzten DiscogsDienstag des Jahres 2025 darf ich eine weitere Single meiner Lieblinge Bauhaus präsentieren, Dark Entries. Es war die zweite Single nach „Bela Lugosi’s Dead“ und sie erschien am 18.01.1980 als dritte Veröffentlichung des Labels Axis Records, das sich kurz darauf in 4AD umbenennen musste, weil es bereits ein gleichnamiges Label gab. Wie „Bela“ wurde auch „Dark Entries“ zu einem Genre-Klassiker des Gothic-Rock und ist deutlich Energie geladener als der Vorgänger. Eine Verbindung ist die untypische Rhythmik von Kevin Haskins am Schlagzeug, die hier jedoch mehr treibt.

    Während „Bela Lugosi’s Dead“ mit über 9 Minuten Länge, schleppendem Rhythmus und dem Text über den bekannten Dracula-Darsteller als Beginn des Gothic Rock gilt, zeigen Bauhaus bei „Dark Entries“ ihre Post-Punk-Seite. Der Gesang von Peter Murphy ist aggressiver, fast staccatoartig und passt sehr gut zum sägenden Gitarrenriff von Daniel Ash und dem unauffälligen Bass von David J.

    Die B-Seite ist das nur knapp anderthalbminütige Stück „Untitled“. Es ist eher experimentell und wirkt wie ein Demo oder Fragment. Es enthält auch nur ganz kurze, gesprochene Lyrics von Peter Murphy und ist ansonsten instrumental mit schreienden Gitarren und einem minimalen Schlagzeug, das nur eine metallisch klingende Snare auf der „1“ verwendet, was vom Bass kaum wahrnehmbar unterstützt wird.

    Das Cover der Single zeigt ein Detail aus dem Gemälde „Sleeping Venus“ (1944) des belgischen Malers Paul Delvaux und der Bandname wird darauf mit einer Art „bolle-å“ (Ringakzent) geschrieben: Båuhåus. Die Schriftart wurde von der gleichnamigen Kunst- und Designschule inspiriert, in deren Fonts allerdings keine skandinavischen Buchstaben vorkommen. Es scheint sich also nur um ein Designelement zu handeln, schließlich waren die Bandmitglieder Kunststudenten, als sie Bauhaus gründeten.

    „Dark Entries“ war von den vier vor dem Debutalbum veröffentlichen Single die in den UK Indie Charts am wenigsten erfolgreiche, ist für mich jedoch eines ihrer besten Lieder.

    #Bauhaus #DarkWave #Discogs #DiscogsDienstag #GothicRock #PostPunk
  56. DiscogsDienstag: Nuala – Energie

    Am DiscogsDienstag stelle ich einen zufällig ausgewählten Tonträger aus meiner Sammlung vor. Heute ist es die LP „Energie“ der deutschen Band Nuala, die heute nur noch wenig bekannt ist. Die Band wurde 1981 von Sünje Kesseler (Gesang), Thomas Kisser (Schlagzeug), Bernd-Dietrich Rosenwinkel (Gitarre), Andreas Unruh (Keyboard) und Arthur Koll (Bass) gegründet, wobei die Herren schon vorher gemeinsam musizierten. Als Nuala veröffentlichten sie 1981 das Debutalbum „Aufriss“ und im Jahr 1983 „Energie“. Sängerin Sünje Kessler stieg 1984 aus und war am im selben Jahr erschienenen dritten Album „Vulcano“ nicht mehr zu beteiligt. 1985 wurde der Name „Nuala“ abgelegt und die Band machte als „The Drive“ weiter, allerdings nur für ein Album („Human Drive“).

    Wie viele Bands in den frühen Achtzigern, die auf deutsch sangen, wurde auch Nuala von der Neuen Deutschen Welle (NDW) vereinnahmt. Dazu paßte, dass ihre Texte teilweise humorvoll waren. Das zeigt sich schon im Vorspann „Der dicke Butt“, in dem eine Dame, deren Stimme an Evelyn Hamann erinnert, einen Kinofilm mit Bud Spencer sehen will. Die Musik ist im Stil von Bands wie Nichts, Ideal oder Spliff ausgelegt. Die Gitarren sind punkig bis wavig, der Bass funkig und die Keyboards haben den typischen 80er-Synthie-Sound. Um auf die kommerzielle Schiene der NDW zu kommen, waren Nuala allerdings zu experimentell und irgendwie auch zu komplex. Damals war ja eher leichte Kost angesagt. Es ist unüberhörbar, dass die Musiker vor und nach Nuala Jazz-Rock gemacht haben.

    Der Humor in den Texten ist feinsinniger als bei den erfolgreichen Vertretern des Genres und auch musikalisch geht Nuala tiefer. So haben es Nuala nur auf einen der zahlreichen NDW-Sampler geschafft (der zugegebenermaßen auch recht untypisch war) und nicht mal ins CD- geschweige denn Streaming-Zeitalter. Nur auf Youtube finden sich einzelne Titel, meine Favoriten „Spinnenparanoia“ und „Du gehst mir unter die Haut“ sind leider nicht dabei. Ich habe daher das bereits erwähnte Intro „Der dicke Butt“ und das darauf folgende „Cinema brutal“ – mit Nina-Hagen-Gedächtnis-gerolltem-R – ausgewählt:

    #Discogs #DiscogsDienstag #NDW #NeueDeutscheWelle #NewWave #Nuala
  57. DiscogsDienstag: Nuala – Energie

    Am DiscogsDienstag stelle ich einen zufällig ausgewählten Tonträger aus meiner Sammlung vor. Heute ist es die LP „Energie“ der deutschen Band Nuala, die heute nur noch wenig bekannt ist. Die Band wurde 1981 von Sünje Kesseler (Gesang), Thomas Kisser (Schlagzeug), Bernd-Dietrich Rosenwinkel (Gitarre), Andreas Unruh (Keyboard) und Arthur Koll (Bass) gegründet, wobei die Herren schon vorher gemeinsam musizierten. Als Nuala veröffentlichten sie 1981 das Debutalbum „Aufriss“ und im Jahr 1983 „Energie“. Sängerin Sünje Kessler stieg 1984 aus und war am im selben Jahr erschienenen dritten Album „Vulcano“ nicht mehr zu beteiligt. 1985 wurde der Name „Nuala“ abgelegt und die Band machte als „The Drive“ weiter, allerdings nur für ein Album („Human Drive“).

    Wie viele Bands in den frühen Achtzigern, die auf deutsch sangen, wurde auch Nuala von der Neuen Deutschen Welle (NDW) vereinnahmt. Dazu paßte, dass ihre Texte teilweise humorvoll waren. Das zeigt sich schon im Vorspann „Der dicke Butt“, in dem eine Dame, deren Stimme an Evelyn Hamann erinnert, einen Kinofilm mit Bud Spencer sehen will. Die Musik ist im Stil von Bands wie Nichts, Ideal oder Spliff ausgelegt. Die Gitarren sind punkig bis wavig, der Bass funkig und die Keyboards haben den typischen 80er-Synthie-Sound. Um auf die kommerzielle Schiene der NDW zu kommen, waren Nuala allerdings zu experimentell und irgendwie auch zu komplex. Damals war ja eher leichte Kost angesagt. Es ist unüberhörbar, dass die Musiker vor und nach Nuala Jazz-Rock gemacht haben.

    Der Humor in den Texten ist feinsinniger als bei den erfolgreichen Vertretern des Genres und auch musikalisch geht Nuala tiefer. So haben es Nuala nur auf einen der zahlreichen NDW-Sampler geschafft (der zugegebenermaßen auch recht untypisch war) und nicht mal ins CD- geschweige denn Streaming-Zeitalter. Nur auf Youtube finden sich einzelne Titel, meine Favoriten „Spinnenparanoia“ und „Du gehst mir unter die Haut“ sind leider nicht dabei. Ich habe daher das bereits erwähnte Intro „Der dicke Butt“ und das darauf folgende „Cinema brutal“ – mit Nina-Hagen-Gedächtnis-gerolltem-R – ausgewählt:

    #Discogs #DiscogsDienstag #NDW #NeueDeutscheWelle #NewWave #Nuala
  58. DiscogsDienstag: Joy Division – The Peel Sessions (Dezember 1979)

    Joy Division haben im Laufe ihrer kurzen Karriere zwei Peel Sessions aufgenommen, beide im Jahr 1979 und der Zufall wollte es, dass ich die letzte Session zuerst vorstelle. Sie wurde am 26.11.1979 in den Maida Vale Studios in London aufgenommen und am 10.12.1979 gesendet. Joy Division nahmen vier Lieder auf, die sie bis dahin nur live gespielt hatten und von denen noch keine Studioaufnahmen existierten. Das hatten sie bei der ersten Peel Session auch so gehandhabt. Die Songs der zweiten Session waren „Twenty-Four Hours“, „Colony“, „Sound Of Music“ und „Love Will Tear Us Apart“. Produziert wurde die Session von ihrem Manager Tony Wilson (1950 – 2007), der auch Inhaber des legendären Labels Factory Records war. Veröffentlicht wurde die Peel Session 1987 auf dem eigenen Label von John Peel, Strange Fruit Records.

    „Love Will Tear Us Apart“ und „Twenty-Four Hours“ bilden die A-Seite der EP, „Colony“ und „Sound Of Music“ die B-Seite. „Love Will Tear Us Apart“ blieb ein Non-Album-Track, die Versionen der 7″- und 12″-Singles wurden am 08.01.1980 und Anfang März 1980 neu aufgenommen. „Twenty-Four Hours“ und „Colony“ kamen auf das zweite Album „Closer“, das in der zweiten März-Hälfte aufgenommen wurde, dabei sang Ian Curtis auch „Love Will Tear Us Apart“ neu ein. „The Sound Of Music“ schließlich schaffte es in der Aufnahme vom 08.01.1980 auf die Compilation „Still“, auf der alle unveröffentlichten Studioaufnahmen sowie das letzte Konzert von Joy Division vom 02.05.1980 und einige weitere Liveaufnahmen zu finden sind. „Still“ erschien am 09.10.1981, genau wie „Love Will Tear Us Apart“ (Juni 1980) und „Closer“ (18.07.1980) postum, denn Sänger Ian Curtis nahm sich am 18.05.1980 das Leben, am Vortag der geplanten Abreise für ihre erste USA-Tour. Er wurde nur 23 Jahre alt.

    Bernhard Sumner (Gitarre und Keyboards), Peter Hook (Bass) und Stephen Morris (Schlagzeug) machten als New Order weiter, unterstützt von Morris‘ Freundin und späteren Ehefrau Gillian Gilbert (Keyboards und Synthesizers).

    #Discogs #DiscogsDienstag #JoyDivision #PostPunk #PostPunk

  59. DiscogsDienstag: Joy Division – The Peel Sessions (Dezember 1979)

    Joy Division haben im Laufe ihrer kurzen Karriere zwei Peel Sessions aufgenommen, beide im Jahr 1979 und der Zufall wollte es, dass ich die letzte Session zuerst vorstelle. Sie wurde am 26.11.1979 in den Maida Vale Studios in London aufgenommen und am 10.12.1979 gesendet. Joy Division nahmen vier Lieder auf, die sie bis dahin nur live gespielt hatten und von denen noch keine Studioaufnahmen existierten. Das hatten sie bei der ersten Peel Session auch so gehandhabt. Die Songs der zweiten Session waren „Twenty-Four Hours“, „Colony“, „Sound Of Music“ und „Love Will Tear Us Apart“. Produziert wurde die Session von ihrem Manager Tony Wilson (1950 – 2007), der auch Inhaber des legendären Labels Factory Records war. Veröffentlicht wurde die Peel Session 1987 auf dem eigenen Label von John Peel, Strange Fruit Records.

    „Love Will Tear Us Apart“ und „Twenty-Four Hours“ bilden die A-Seite der EP, „Colony“ und „Sound Of Music“ die B-Seite. „Love Will Tear Us Apart“ blieb ein Non-Album-Track, die Versionen der 7″- und 12″-Singles wurden am 08.01.1980 und Anfang März 1980 neu aufgenommen. „Twenty-Four Hours“ und „Colony“ kamen auf das zweite Album „Closer“, das in der zweiten März-Hälfte aufgenommen wurde, dabei sang Ian Curtis auch „Love Will Tear Us Apart“ neu ein. „The Sound Of Music“ schließlich schaffte es in der Aufnahme vom 08.01.1980 auf die Compilation „Still“, auf der alle unveröffentlichten Studioaufnahmen sowie das letzte Konzert von Joy Division vom 02.05.1980 und einige weitere Liveaufnahmen zu finden sind. „Still“ erschien am 09.10.1981, genau wie „Love Will Tear Us Apart“ (Juni 1980) und „Closer“ (18.07.1980) postum, denn Sänger Ian Curtis nahm sich am 18.05.1980 das Leben, am Vortag der geplanten Abreise für ihre erste USA-Tour. Er wurde nur 23 Jahre alt.

    Bernhard Sumner (Gitarre und Keyboards), Peter Hook (Bass) und Stephen Morris (Schlagzeug) machten als New Order weiter, unterstützt von Morris‘ Freundin und späteren Ehefrau Gillian Gilbert (Keyboards und Synthesizers).

    #Discogs #DiscogsDienstag #JoyDivision #PostPunk #PostPunk

  60. DiscogsDienstag: The Cure – Boys Don’t Cry (Album)

    The Cure sind eine meiner Lieblingsbands und gern gehörte Gäste beim GothDiscoInferno. In den bisher 78 Sendungen habe ich 53 Songs von Robert Smith und Co. gespielt, mehr als von jeder anderen Band. Zum heutigen DiscogsDienstag hat mir der Zufall das Album „Boys Don’t Cry“ aus dem Jahre 1980 ausgespuckt. Es ist das erste Compilation-Album von The Cure und erschien nur wenige Monate nach dem Debütalbum „Three Imaginary Boys“. Das ist ungewöhnlich und hatte Marketinggründe. „Three Imaginary Boys“ wurde nämlich nicht in den USA veröffentlicht und anstatt das nachzuholen, wurden die besten Songs des ersten Albums ausgewählt und mit den Single-Veröffentlichungen kombiniert. Die Single „Boys Don’t Cry kam nämlich in den Staaten recht gut an. Das Resultat wurde 1980 zunächst nur in den USA, Kanada, Australien und Deutschland herausgebracht, in England erst 1984.

    So wurden das Jimi Hendrix-Cover „Foxy Lady“, „Meat Hook“, „So What“ und „It’s Not You“ durch „Boys Don’t Cry“ (Single), „Plastic Passion“ (B-Seite von „Boys Don’t Cry“), „Jumping Someone Else’s Train“ (Single), „Killing An Arab“ (Single) und den bis dahin unveröffentlichten Song „World War“ ersetzt. Auf der 1988 veröffentlichten CD wurde „Object“ mit „So What“ ersetzt, was ich persönlich schade finde, „World War“, den Robert Smith nicht gut fand, wurde komplett entfernt. Diese Version ist auch bei den Streamingdiensten zu hören.

    Die Songs wurden alle in der Ur-Besetzung mit Robert Smith (Gesang, Gitarre), Michael Dempsey (Bass) und Laurence „Lol“ Tolhurst (Drums) eingespielt. Dempsey war allerdings bereits 1979 wegen künstlerischer Differenzen mit Robert Smith ausgestiegen und wurde durch Simon Gallup ersetzt. Zusammen mit dem Keyboarder Mathieu Hartley wurde wenige Monate später „Seventeen Seconds“ mit den Hits „A Forrest“ und „Play For Today“ veröffentlicht, aber das ist eine andere Geschichte.

    „Boys Don’t Cry“ gibt einen guten Überblick über die Anfänge von The Cure und den Abschluss ihrer ersten Schaffensphase, denn das eben schon erwähnte Nachfolgealbum zeigt eine deutliche musikalische Weiterentwicklung vom Post-Punk zu Dark-Wave und Gothic-Rock. Nichtsdestotrotz waren „Jumping Someone Else’s Train“, „10.15 Saturday Night“, „Fire In Cairo“, „Killing An Arab“, „Three Imaginary Boys“ und natürlich „Boys Don’t Cry“ wichtige Meilensteine im kreativen Schaffen von The Cure.

    #BoysDonTCry #Discogs #DiscogsDienstag #PostPunk #TheCure