#danieltheweleit — Public Fediverse posts
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Der Profifussball (der Herren) hat seine Grenzen längst erreicht
Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Hätte die Bundesregierung sich in der WM-Boykottdebatte konstruktiv positioniert, hätte das in meinem Inneren tiefe Verunsicherung ausgelöst. Muss ich meine Meinung überdenken, wenn Friedrich Merz sie teilt? Keine Gefahr. Obwohl: dass die Bundesregierung ihre Position durch eine Staatssekretärin mitteilen lässt, die keine*r kennt, zeugt nicht von kollektiver Selbstsicherheit, sondern dokumentiert: “niedrig hängen!” Niedriger geht es kaum.
Das Publikum verhält sich bereits, und die Bundesregierung wird das intensiv studieren. Gestern war Live-Fussball (der Herren) im TV. Und keine*r wollte es sehen. Ausgenommen mickrige 3,1 (von 84) Mio. Das ist ein Viertel so viele, wie am Wochenende Handball sehen wollten. Dass eine Konzernbetriebsmannschaft eines Saatgutmonpolisten und in den USA vielfach verurteilten Straftäters den tapferen FC St. Pauli sportlich auseinandernimmt – das will wahrlich kein echter Fussballfan stundenlang angucken.
Ähnlich wenige wollen den nominell megaerfolgreichen Fussball der Angestellten des SAP-Milliardärs Hopp sehen. In deren Ministadion (30.000 Plätze, wie in Leverkusen) blieben letztes Wochenende 11.000 Plätze leer, obwohl die so gut spielen, wie noch nie. Nur der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum spielt noch besser als die. Und über den schreibt die FAZ, bevor es in die Bezahlmauer geht: “Die Rechnung des Max Eberl – Max Eberl schafft den Umbruch und stellt einen Kader zusammen, der das Potential hat, Saison für Saison das Champions-League-Halbfinale zu erreichen. Dafür zahlt der FC Bayern aber einen hohen Preis.” Max Eberl, das ist der beste Manager, den Borussia Mönchengladbach jemals hatte, und der, wie alle, die geradeauslaufen können, irgendwann mit einem Haufen Geld abgeworben wurde.
Der “hohe Preis”? Gähnende Langeweile in der Liga. Der neben der Hopp-Truppe “schärfste” Verfolger aus dem westfälischen Raum spielt alle zwei Wochen vor über 80.000 fussballsüchtigen Menschen, und die wollen das nicht sehen, was ihnen gezeigt wird (“Kovac-Fussball”). Wie es der Kollege Theweleit schreibt, bevor es in die Bezahlmauer geht: “Guter Fussball ist nicht so wichtig”. So kommt es dann, wie es kommt.
Was tun?
Gegen die Sucht ist der Mensch machtlos. Es gibt aber Alternativen zum von den Trump-Freunden und Konzernen servierten Trash. Bei den Herren in Deutschland ist es die zweite und dritte Liga. Und sogar die vierte, die gibt es auch in Bonn. Dort weiss noch niemand, wie es ausgeht. Und in der Frauen-Bundesliga tut sich einiges. Zwar gewinnen dort die gleichen Konzerne wie bei den Männern, aber die Verfolgerinnen rüsten nach. Sara Doorsoun kehrt mit 34 aus den USA zurück und bildet den Online-Aufmacher im FAZ-Sportteil (langes Interview mit der fachkundigen Celine Chorus, eingemauert). Die nächste Frauen-WM kommt bestimmt: nächstes Jahr in Brasilien, die TV-Sendezeiten könnten ähnlich kompliziert werden, wie dieses Jahr bei den vernachlässigbaren Herren.
Die nächste Frauen-EM ist 2029, und zwar hier. Wenn kein Krieg dazwischenkommt. Ein guter Antrieb für eine sachgerechte Politik “unserer” Regierung. Und die boykottieren wir auch nicht.
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Der Profifussball (der Herren) hat seine Grenzen längst erreicht
Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Hätte die Bundesregierung sich in der WM-Boykottdebatte konstruktiv positioniert, hätte das in meinem Inneren tiefe Verunsicherung ausgelöst. Muss ich meine Meinung überdenken, wenn Friedrich Merz sie teilt? Keine Gefahr. Obwohl: dass die Bundesregierung ihre Position durch eine Staatssekretärin mitteilen lässt, die keine*r kennt, zeugt nicht von kollektiver Selbstsicherheit, sondern dokumentiert: “niedrig hängen!” Niedriger geht es kaum.
Das Publikum verhält sich bereits, und die Bundesregierung wird das intensiv studieren. Gestern war Live-Fussball (der Herren) im TV. Und keine*r wollte es sehen. Ausgenommen mickrige 3,1 (von 84) Mio. Das ist ein Viertel so viele, wie am Wochenende Handball sehen wollten. Dass eine Konzernbetriebsmannschaft eines Saatgutmonpolisten und in den USA vielfach verurteilten Straftäters den tapferen FC St. Pauli sportlich auseinandernimmt – das will wahrlich kein echter Fussballfan stundenlang angucken.
Ähnlich wenige wollen den nominell megaerfolgreichen Fussball der Angestellten des SAP-Milliardärs Hopp sehen. In deren Ministadion (30.000 Plätze, wie in Leverkusen) blieben letztes Wochenende 11.000 Plätze leer, obwohl die so gut spielen, wie noch nie. Nur der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum spielt noch besser als die. Und über den schreibt die FAZ, bevor es in die Bezahlmauer geht: “Die Rechnung des Max Eberl – Max Eberl schafft den Umbruch und stellt einen Kader zusammen, der das Potential hat, Saison für Saison das Champions-League-Halbfinale zu erreichen. Dafür zahlt der FC Bayern aber einen hohen Preis.” Max Eberl, das ist der beste Manager, den Borussia Mönchengladbach jemals hatte, und der, wie alle, die geradeauslaufen können, irgendwann mit einem Haufen Geld abgeworben wurde.
Der “hohe Preis”? Gähnende Langeweile in der Liga. Der neben der Hopp-Truppe “schärfste” Verfolger aus dem westfälischen Raum spielt alle zwei Wochen vor über 80.000 fussballsüchtigen Menschen, und die wollen das nicht sehen, was ihnen gezeigt wird (“Kovac-Fussball”). Wie es der Kollege Theweleit schreibt, bevor es in die Bezahlmauer geht: “Guter Fussball ist nicht so wichtig”. So kommt es dann, wie es kommt.
Was tun?
Gegen die Sucht ist der Mensch machtlos. Es gibt aber Alternativen zum von den Trump-Freunden und Konzernen servierten Trash. Bei den Herren in Deutschland ist es die zweite und dritte Liga. Und sogar die vierte, die gibt es auch in Bonn. Dort weiss noch niemand, wie es ausgeht. Und in der Frauen-Bundesliga tut sich einiges. Zwar gewinnen dort die gleichen Konzerne wie bei den Männern, aber die Verfolgerinnen rüsten nach. Sara Doorsoun kehrt mit 34 aus den USA zurück und bildet den Online-Aufmacher im FAZ-Sportteil (langes Interview mit der fachkundigen Celine Chorus, eingemauert). Die nächste Frauen-WM kommt bestimmt: nächstes Jahr in Brasilien, die TV-Sendezeiten könnten ähnlich kompliziert werden, wie dieses Jahr bei den vernachlässigbaren Herren.
Die nächste Frauen-EM ist 2029, und zwar hier. Wenn kein Krieg dazwischenkommt. Ein guter Antrieb für eine sachgerechte Politik “unserer” Regierung. Und die boykottieren wir auch nicht.
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Während das Land mit “Wetterwarnungen” überschüttet wird, endet die “Winterpause” der Fussball-Bundesliga (der Herren). Am witzigsten war das im ersten Meisterjahr von Borussia Mönchengladbach 1970: die Rückrunde wurde weitgehend in Schneematsch ausgetragen, und die Borussia musste, nachdem sie ein Punktekonto von 43:9 angehäuft hatte, eine 0:1-Niederlagenserie hinnehmen, u.a. im Matsch des tiefliegenden Georg-Melches-Stadions an der Essener Hafenstrasse, dort, wo auch mal ein Messer auf den Bayern Sepp Maier geflogen sein soll. Heute Abend spielt der Fussballkonzern aus dem westfälischen Raum in Frankfurt auf, und die FAZ versucht online Appetit auf ein Digital-Abo zu machen:
“Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 12,80 €) jetzt nur 0,99 €” – wer kann dem noch widerstehen? Kleingedruckt heisst es weiter: “danach 3,20 € / Woche; ab dem zweiten Jahr 5,95 € / Woche”, und – das Wichtigste! – “bitte geben Sie Ihre Email-Adresse ein”, mann gönnt sich ja sonst nichts. Und der Köder ist Daniel Theweleit: “Unruhe beim BVB: Der komplizierte Dortmunder Balanceakt – Platz zwei und doch labil: Der BVB sucht nach der nächsten Leistungsstufe. Über die Frage, wie die erreicht werden soll, wird so offen diskutiert wie lange nicht. Wie viel Raum finden die Ideen von Matthias Sammer?” Klassischer Fussball-Gossip also.
Tja, da fällt mir das Widerstehen nicht wirklich schwer. Lese ich den Text eben hier. Und wer sich ernsthaft für den Fussballkonzern aus dem westfälischen Raum interessiert, bekommt hier aussergewöhnlich ernsthaften und kritischen Fan-Journalismus. Wer braucht da noch Paywalls? Richtig: profitabhängige Konzerne im Eigentum weniger Milliardärsfamilien.
Manchmal ist es doch schade
Die solvente FAZ leistet sich immerhin noch einen seriösen Chef für ihr Wissenschaftsressort. Joachim-Müller-Jung interviewt die Mitbegründerin des „Trump Action Trackers“ Christina Pagel. Die Frau hat wirklich Erhellendes zu sagen. Ich habs mit Hilfe eines Paywallbohrers gelesen und kann das weiterempfehlen.
Dieser Tracker ist ein klassisches Beispiel für eine emanzipatorische Nutzung der gefürchteten IT-Instrumente. Ihre Nutzung sollte sich rumsprechen, über alle Mauern und Wände hinweg. Denn nicht nur Richard Sennett weiss, nachdem Sie sich durch nervende Werbe-Popups der Ippen-Gruppe durchgeklickt haben – es wird jetzt sehr ernst, und das schneller als wir gucken können.
Interessant finde ich bei Sennett die sich intensivierende Erinnerung an den “Westfälischen Frieden” 1648. Darüber sprach vor wenigen Tagen mitten in der Nacht der Bonner Professor Michael Rohrschneider im DLF-Kulturmagazin Fazit (Audio 8 min).
Auf Betreiben o.g. Milliardärsfamilien werden öffentliche Sender genötigt, ihre Texte nicht online aufzuschreiben und nachlesbar zu machen. Das ist Prohibition von Wissen und Information zu Gunsten weniger Superreicher. Und zu Lasten von uns. Beschlossen haben das die mindergebildeten 16 deutschen Ministerpräsident*inn*en. Sie sind in unserem Zwergstaat für Mediengesetzgebung zuständig.
So entgeht den Vielen das Grundwissen des Bonner Professors, das mir mit meinen 68 Lebensjahren noch bekannt ist: Erlernen der Interessen der Gegenseite, ihr Abwägen zum Zwecke einer Kompromissfindung, die das massenhafte – und in der Gegenwart industrielle! – Morden, Verkrüppeln und Traumatisieren unterbricht – und im besten Fall beendet. Es ist erlernbar.
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Während das Land mit “Wetterwarnungen” überschüttet wird, endet die “Winterpause” der Fussball-Bundesliga (der Herren). Am witzigsten war das im ersten Meisterjahr von Borussia Mönchengladbach 1970: die Rückrunde wurde weitgehend in Schneematsch ausgetragen, und die Borussia musste, nachdem sie ein Punktekonto von 43:9 angehäuft hatte, eine 0:1-Niederlagenserie hinnehmen, u.a. im Matsch des tiefliegenden Georg-Melches-Stadions an der Essener Hafenstrasse, dort, wo auch mal ein Messer auf den Bayern Sepp Maier geflogen sein soll. Heute Abend spielt der Fussballkonzern aus dem westfälischen Raum in Frankfurt auf, und die FAZ versucht online Appetit auf ein Digital-Abo zu machen:
“Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 12,80 €) jetzt nur 0,99 €” – wer kann dem noch widerstehen? Kleingedruckt heisst es weiter: “danach 3,20 € / Woche; ab dem zweiten Jahr 5,95 € / Woche”, und – das Wichtigste! – “bitte geben Sie Ihre Email-Adresse ein”, mann gönnt sich ja sonst nichts. Und der Köder ist Daniel Theweleit: “Unruhe beim BVB: Der komplizierte Dortmunder Balanceakt – Platz zwei und doch labil: Der BVB sucht nach der nächsten Leistungsstufe. Über die Frage, wie die erreicht werden soll, wird so offen diskutiert wie lange nicht. Wie viel Raum finden die Ideen von Matthias Sammer?” Klassischer Fussball-Gossip also.
Tja, da fällt mir das Widerstehen nicht wirklich schwer. Lese ich den Text eben hier. Und wer sich ernsthaft für den Fussballkonzern aus dem westfälischen Raum interessiert, bekommt hier aussergewöhnlich ernsthaften und kritischen Fan-Journalismus. Wer braucht da noch Paywalls? Richtig: profitabhängige Konzerne im Eigentum weniger Milliardärsfamilien.
Manchmal ist es doch schade
Die solvente FAZ leistet sich immerhin noch einen seriösen Chef für ihr Wissenschaftsressort. Joachim-Müller-Jung interviewt die Mitbegründerin des „Trump Action Trackers“ Christina Pagel. Die Frau hat wirklich Erhellendes zu sagen. Ich habs mit Hilfe eines Paywallbohrers gelesen und kann das weiterempfehlen.
Dieser Tracker ist ein klassisches Beispiel für eine emanzipatorische Nutzung der gefürchteten IT-Instrumente. Ihre Nutzung sollte sich rumsprechen, über alle Mauern und Wände hinweg. Denn nicht nur Richard Sennett weiss, nachdem Sie sich durch nervende Werbe-Popups der Ippen-Gruppe durchgeklickt haben – es wird jetzt sehr ernst, und das schneller als wir gucken können.
Interessant finde ich bei Sennett die sich intensivierende Erinnerung an den “Westfälischen Frieden” 1648. Darüber sprach vor wenigen Tagen mitten in der Nacht der Bonner Professor Michael Rohrschneider im DLF-Kulturmagazin Fazit (Audio 8 min).
Auf Betreiben o.g. Milliardärsfamilien werden öffentliche Sender genötigt, ihre Texte nicht online aufzuschreiben und nachlesbar zu machen. Das ist Prohibition von Wissen und Information zu Gunsten weniger Superreicher. Und zu Lasten von uns. Beschlossen haben das die mindergebildeten 16 deutschen Ministerpräsident*inn*en. Sie sind in unserem Zwergstaat für Mediengesetzgebung zuständig.
So entgeht den Vielen das Grundwissen des Bonner Professors, das mir mit meinen 68 Lebensjahren noch bekannt ist: Erlernen der Interessen der Gegenseite, ihr Abwägen zum Zwecke einer Kompromissfindung, die das massenhafte – und in der Gegenwart industrielle! – Morden, Verkrüppeln und Traumatisieren unterbricht – und im besten Fall beendet. Es ist erlernbar.
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Der deutsche Profifussball (der Herren) will nichts dazulernen
Aus dem Alter sind die Herren raus. Wie kommichdrauf? Der Kollege Theweleit, der sich in der FAZ regelmässig digital einmauern lässt, wird dort heute mit folgendem Witz angeteasert: “Werben um Fussballkunden: Wie die Bundesliga die Gen Z erreichen will – Dass junge Menschen Fußballspiele vollständig schauen, könnte zur Ausnahme werden. Die DFL will diese Generation deshalb anders erreichen. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Journalismus und PR.” What’s the news? Das ist doch schon seit Jahrhunderten das Wesen des deutschen Fussballjournalismus: Produktpräsentation.
Die Ahnentafel der Oligarchen, von denen sich der deutsche Profifussball hat aushalten lassen, liest sich kurz: Leo Kirch – Rupert Murdoch – Len Blavatnik. Der erstgenannte Superpleitier und Finanzier von Helmut Kohl, Leo Kirch, war seinerzeit schon 40%-Teilhaber im Springerkonzern. Der Springerclan setzte Himmel und Hölle (= teure Anwaltshundertschaften) in Bewegung, um das Ungeheuer aus dem eigenen Stall zu entfernen. Und nun wollen die Fussballoligarchen wieder in Springers Arme zurück.
Darum kümmert sich Christian Seifert, 2005-2022 selbst noch Bandenführer der Deutschen Fussball-Liga (DFL), dem Kartell der 36 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga. Er machte sich mit Dyn “selbstständig”. In Wirklichkeit holte er sich sogleich den Springerkonzern als Kapitalgeber herein. Und nun, simsalabim, seinen alten Arbeitgeber DFL.
Was ist der Witz daran? Jede*r dahergelaufene und in der Regel halbwüchsige Influencer*in zieht den angeblichen Superprofis eine lange Nase, was Medienkompetenz und ihre flüssige Monetarisierung und Kapitalisierung betrifft. Eine so unübersichtliche wie zwielichtige Wachstumsbranche sich daran bereichernder Agenturen marodiert durch das grosse und kleine deutsche Kapitalwesen. Die deutschen Fussballoligarchen fürchten diese Unübersichtlichkeit und ihren Seriositätsmangel so sehr, dass sie meinen, ohne den Schutz eines supergrossen Paten nicht klarzukommen. Sie wissen halt nicht, wie es geht. Und wollen es in ihrem Alter auch nicht mehr lernen.
Das sollen Seifert und Döpfner jetzt übernehmen. Machen die gern.
Schon heute ist es schlechter Brauch, dass minderbemittelte Intriganten in DFL-Vereinen jedes Gerücht zunächst an einen Krawallmacher des Springerkonzerns durchstechen. Jenen Konzern, der politisch von einer CDU/AfD-Koalition träumt (schade um die FDP, mit der hats nicht geklappt).
Derzeit ist Hochsaison der Spielertransfer-Gerüchte. Praktischerweise gehört Springer das passende Internetportal bereits. Dort werden die Tarife gemacht. Dass das jeden Teamgeist und am Ende den Team-Sport zerstört – wen stört das, wenn Bereicherung winkt?
Wer den Fussball in die Finger kriegt, hat die grösste Massenmedienmacht
Wer die Medienmacht hat, hat es zur politischen Macht nicht mehr weit.
Demokratie ist was anderes.
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Der deutsche Profifussball (der Herren) will nichts dazulernen
Aus dem Alter sind die Herren raus. Wie kommichdrauf? Der Kollege Theweleit, der sich in der FAZ regelmässig digital einmauern lässt, wird dort heute mit folgendem Witz angeteasert: “Werben um Fussballkunden: Wie die Bundesliga die Gen Z erreichen will – Dass junge Menschen Fußballspiele vollständig schauen, könnte zur Ausnahme werden. Die DFL will diese Generation deshalb anders erreichen. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Journalismus und PR.” What’s the news? Das ist doch schon seit Jahrhunderten das Wesen des deutschen Fussballjournalismus: Produktpräsentation.
Die Ahnentafel der Oligarchen, von denen sich der deutsche Profifussball hat aushalten lassen, liest sich kurz: Leo Kirch – Rupert Murdoch – Len Blavatnik. Der erstgenannte Superpleitier und Finanzier von Helmut Kohl, Leo Kirch, war seinerzeit schon 40%-Teilhaber im Springerkonzern. Der Springerclan setzte Himmel und Hölle (= teure Anwaltshundertschaften) in Bewegung, um das Ungeheuer aus dem eigenen Stall zu entfernen. Und nun wollen die Fussballoligarchen wieder in Springers Arme zurück.
Darum kümmert sich Christian Seifert, 2005-2022 selbst noch Bandenführer der Deutschen Fussball-Liga (DFL), dem Kartell der 36 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga. Er machte sich mit Dyn “selbstständig”. In Wirklichkeit holte er sich sogleich den Springerkonzern als Kapitalgeber herein. Und nun, simsalabim, seinen alten Arbeitgeber DFL.
Was ist der Witz daran? Jede*r dahergelaufene und in der Regel halbwüchsige Influencer*in zieht den angeblichen Superprofis eine lange Nase, was Medienkompetenz und ihre flüssige Monetarisierung und Kapitalisierung betrifft. Eine so unübersichtliche wie zwielichtige Wachstumsbranche sich daran bereichernder Agenturen marodiert durch das grosse und kleine deutsche Kapitalwesen. Die deutschen Fussballoligarchen fürchten diese Unübersichtlichkeit und ihren Seriositätsmangel so sehr, dass sie meinen, ohne den Schutz eines supergrossen Paten nicht klarzukommen. Sie wissen halt nicht, wie es geht. Und wollen es in ihrem Alter auch nicht mehr lernen.
Das sollen Seifert und Döpfner jetzt übernehmen. Machen die gern.
Schon heute ist es schlechter Brauch, dass minderbemittelte Intriganten in DFL-Vereinen jedes Gerücht zunächst an einen Krawallmacher des Springerkonzerns durchstechen. Jenen Konzern, der politisch von einer CDU/AfD-Koalition träumt (schade um die FDP, mit der hats nicht geklappt).
Derzeit ist Hochsaison der Spielertransfer-Gerüchte. Praktischerweise gehört Springer das passende Internetportal bereits. Dort werden die Tarife gemacht. Dass das jeden Teamgeist und am Ende den Team-Sport zerstört – wen stört das, wenn Bereicherung winkt?
Wer den Fussball in die Finger kriegt, hat die grösste Massenmedienmacht
Wer die Medienmacht hat, hat es zur politischen Macht nicht mehr weit.
Demokratie ist was anderes.