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#celinechorus — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #celinechorus, aggregated by home.social.

  1. Wer steuert noch?

    War es Marx, der vor 150-200 Jahren vorausgesagt hat, der Kapitalismus werde sich selbst zerstören? Ich weises nicht, habe zuwenig von dem gelesen. Aber es kommt mir so vor. Hier hatte ich die Parallelen zwischen Regierung und DFB beschrieben, die nun auch dem Spiegel (Paywall) aufgefallen sind. Sie sind nicht feuilletonistisch herbeikonstruiert, weil die handelnden Personen aus ähnlichen Sozialisationsinstanzen entlaufen sind.

    So, wie sich die Bundesregierung von Medienkonzernen einwickeln, einkochen und an der Nase herumführen lässt (wie es auch die deutschgeführte EU tut), so lässt sich jetzt der DFB eine personifizierte Ich-AG von den Medien ins Bundestrainer-Amt hereinschreiben. Weil der Tuppes nicht der beste Fussballlehrer, aber der beste Entertainer ist. Die Trainingsarbeit lässt der “seine Leute” machen, die er nach Belieben oligarchisch ein- und auswechselt. Dass der gleiche Tuppes seinen BVB 2015 auf den letzten Tabellenplatz gecoacht hat, daran will sich niemand erinnern.

    Raum für Wichtigeres

    Immerhin ist in der narkotisierten deutschen Medienöffentlichkeit jetzt wieder Raum für Wichtigeres frei geworden. Stichwort: “Toxische Männlichkeit”. Die schon länger durch Fachkompetenz verhaltansauffällige FAZ-Redakteurin Celine Chorus darf schreibend darüber nachdenken (Paywall): “Vorwürfe gegen WM-Spieler: Eine Branche schweigt – Der Fußball hat ein Systemproblem: Etliche Spieler, denen sexuelle Übergriffe gegen Frauen vorgeworfen werden, spielen auf der größten Bühne, die ihr Sport zu bieten hat. Wo bleibt der Kulturwandel?”

    Zwei Einwände: erstens, klar, typisch deutsch, nach dem Ausscheiden lästern die Deutschen über die Andern. Denn zweitens, zählt die Autorin nur Skandale ausserhalb unseres Zwergstaates auf, obwohl es im Inland mehr als ausreichend “eigene” Skandale gibt. Aber es ist zweifellos ein (kleiner) Fortschritt, dass dieses Agendasetting überhaupt Eingang im Organ der herrschenden Klassen bekommt. Frau Chorus benennt Beispiele aus und in England, Frankreich, Ghana, Marokko, Kapverde, Neuseeland. Mit anderen Worten: sie sind überall. Und sie urteilt vollkommen richtig: “Aber die Unschuldsvermutung ist ein rechtliches Prinzip und entbindet die Verbände nicht davon, sich mit den Vorwürfen gegen ihre Spieler auseinanderzusetzen. Der Fußball hat längst ein Systemproblem. … Das ist das Ergebnis einer Kultur, die Leistung über alles stellt.” (steht in der FAZ!) Da sieht der DFB so schlecht aus, wie alle Genannten.

    Besser das, als garnicht. Weitermachen.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  2. Wer steuert noch?

    War es Marx, der vor 150-200 Jahren vorausgesagt hat, der Kapitalismus werde sich selbst zerstören? Ich weises nicht, habe zuwenig von dem gelesen. Aber es kommt mir so vor. Hier hatte ich die Parallelen zwischen Regierung und DFB beschrieben, die nun auch dem Spiegel (Paywall) aufgefallen sind. Sie sind nicht feuilletonistisch herbeikonstruiert, weil die handelnden Personen aus ähnlichen Sozialisationsinstanzen entlaufen sind.

    So, wie sich die Bundesregierung von Medienkonzernen einwickeln, einkochen und an der Nase herumführen lässt (wie es auch die deutschgeführte EU tut), so lässt sich jetzt der DFB eine personifizierte Ich-AG von den Medien ins Bundestrainer-Amt hereinschreiben. Weil der Tuppes nicht der beste Fussballlehrer, aber der beste Entertainer ist. Die Trainingsarbeit lässt der “seine Leute” machen, die er nach Belieben oligarchisch ein- und auswechselt. Dass der gleiche Tuppes seinen BVB 2015 auf den letzten Tabellenplatz gecoacht hat, daran will sich niemand erinnern.

    Raum für Wichtigeres

    Immerhin ist in der narkotisierten deutschen Medienöffentlichkeit jetzt wieder Raum für Wichtigeres frei geworden. Stichwort: “Toxische Männlichkeit”. Die schon länger durch Fachkompetenz verhaltansauffällige FAZ-Redakteurin Celine Chorus darf schreibend darüber nachdenken (Paywall): “Vorwürfe gegen WM-Spieler: Eine Branche schweigt – Der Fußball hat ein Systemproblem: Etliche Spieler, denen sexuelle Übergriffe gegen Frauen vorgeworfen werden, spielen auf der größten Bühne, die ihr Sport zu bieten hat. Wo bleibt der Kulturwandel?”

    Zwei Einwände: erstens, klar, typisch deutsch, nach dem Ausscheiden lästern die Deutschen über die Andern. Denn zweitens, zählt die Autorin nur Skandale ausserhalb unseres Zwergstaates auf, obwohl es im Inland mehr als ausreichend “eigene” Skandale gibt. Aber es ist zweifellos ein (kleiner) Fortschritt, dass dieses Agendasetting überhaupt Eingang im Organ der herrschenden Klassen bekommt. Frau Chorus benennt Beispiele aus und in England, Frankreich, Ghana, Marokko, Kapverde, Neuseeland. Mit anderen Worten: sie sind überall. Und sie urteilt vollkommen richtig: “Aber die Unschuldsvermutung ist ein rechtliches Prinzip und entbindet die Verbände nicht davon, sich mit den Vorwürfen gegen ihre Spieler auseinanderzusetzen. Der Fußball hat längst ein Systemproblem. … Das ist das Ergebnis einer Kultur, die Leistung über alles stellt.” (steht in der FAZ!) Da sieht der DFB so schlecht aus, wie alle Genannten.

    Besser das, als garnicht. Weitermachen.

  3. Wer steuert noch?

    War es Marx, der vor 150-200 Jahren vorausgesagt hat, der Kapitalismus werde sich selbst zerstören? Ich weises nicht, habe zuwenig von dem gelesen. Aber es kommt mir so vor. Hier hatte ich die Parallelen zwischen Regierung und DFB beschrieben, die nun auch dem Spiegel (Paywall) aufgefallen sind. Sie sind nicht feuilletonistisch herbeikonstruiert, weil die handelnden Personen aus ähnlichen Sozialisationsinstanzen entlaufen sind.

    So, wie sich die Bundesregierung von Medienkonzernen einwickeln, einkochen und an der Nase herumführen lässt (wie es auch die deutschgeführte EU tut), so lässt sich jetzt der DFB eine personifizierte Ich-AG von den Medien ins Bundestrainer-Amt hereinschreiben. Weil der Tuppes nicht der beste Fussballlehrer, aber der beste Entertainer ist. Die Trainingsarbeit lässt der “seine Leute” machen, die er nach Belieben oligarchisch ein- und auswechselt. Dass der gleiche Tuppes seinen BVB 2015 auf den letzten Tabellenplatz gecoacht hat, daran will sich niemand erinnern.

    Raum für Wichtigeres

    Immerhin ist in der narkotisierten deutschen Medienöffentlichkeit jetzt wieder Raum für Wichtigeres frei geworden. Stichwort: “Toxische Männlichkeit”. Die schon länger durch Fachkompetenz verhaltansauffällige FAZ-Redakteurin Celine Chorus darf schreibend darüber nachdenken (Paywall): “Vorwürfe gegen WM-Spieler: Eine Branche schweigt – Der Fußball hat ein Systemproblem: Etliche Spieler, denen sexuelle Übergriffe gegen Frauen vorgeworfen werden, spielen auf der größten Bühne, die ihr Sport zu bieten hat. Wo bleibt der Kulturwandel?”

    Zwei Einwände: erstens, klar, typisch deutsch, nach dem Ausscheiden lästern die Deutschen über die Andern. Denn zweitens, zählt die Autorin nur Skandale ausserhalb unseres Zwergstaates auf, obwohl es im Inland mehr als ausreichend “eigene” Skandale gibt. Aber es ist zweifellos ein (kleiner) Fortschritt, dass dieses Agendasetting überhaupt Eingang im Organ der herrschenden Klassen bekommt. Frau Chorus benennt Beispiele aus und in England, Frankreich, Ghana, Marokko, Kapverde, Neuseeland. Mit anderen Worten: sie sind überall. Und sie urteilt vollkommen richtig: “Aber die Unschuldsvermutung ist ein rechtliches Prinzip und entbindet die Verbände nicht davon, sich mit den Vorwürfen gegen ihre Spieler auseinanderzusetzen. Der Fußball hat längst ein Systemproblem. … Das ist das Ergebnis einer Kultur, die Leistung über alles stellt.” (steht in der FAZ!) Da sieht der DFB so schlecht aus, wie alle Genannten.

    Besser das, als garnicht. Weitermachen.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  4. Wer steuert noch?

    War es Marx, der vor 150-200 Jahren vorausgesagt hat, der Kapitalismus werde sich selbst zerstören? Ich weises nicht, habe zuwenig von dem gelesen. Aber es kommt mir so vor. Hier hatte ich die Parallelen zwischen Regierung und DFB beschrieben, die nun auch dem Spiegel (Paywall) aufgefallen sind. Sie sind nicht feuilletonistisch herbeikonstruiert, weil die handelnden Personen aus ähnlichen Sozialisationsinstanzen entlaufen sind.

    So, wie sich die Bundesregierung von Medienkonzernen einwickeln, einkochen und an der Nase herumführen lässt (wie es auch die deutschgeführte EU tut), so lässt sich jetzt der DFB eine personifizierte Ich-AG von den Medien ins Bundestrainer-Amt hereinschreiben. Weil der Tuppes nicht der beste Fussballlehrer, aber der beste Entertainer ist. Die Trainingsarbeit lässt der “seine Leute” machen, die er nach Belieben oligarchisch ein- und auswechselt. Dass der gleiche Tuppes seinen BVB 2015 auf den letzten Tabellenplatz gecoacht hat, daran will sich niemand erinnern.

    Raum für Wichtigeres

    Immerhin ist in der narkotisierten deutschen Medienöffentlichkeit jetzt wieder Raum für Wichtigeres frei geworden. Stichwort: “Toxische Männlichkeit”. Die schon länger durch Fachkompetenz verhaltansauffällige FAZ-Redakteurin Celine Chorus darf schreibend darüber nachdenken (Paywall): “Vorwürfe gegen WM-Spieler: Eine Branche schweigt – Der Fußball hat ein Systemproblem: Etliche Spieler, denen sexuelle Übergriffe gegen Frauen vorgeworfen werden, spielen auf der größten Bühne, die ihr Sport zu bieten hat. Wo bleibt der Kulturwandel?”

    Zwei Einwände: erstens, klar, typisch deutsch, nach dem Ausscheiden lästern die Deutschen über die Andern. Denn zweitens, zählt die Autorin nur Skandale ausserhalb unseres Zwergstaates auf, obwohl es im Inland mehr als ausreichend “eigene” Skandale gibt. Aber es ist zweifellos ein (kleiner) Fortschritt, dass dieses Agendasetting überhaupt Eingang im Organ der herrschenden Klassen bekommt. Frau Chorus benennt Beispiele aus und in England, Frankreich, Ghana, Marokko, Kapverde, Neuseeland. Mit anderen Worten: sie sind überall. Und sie urteilt vollkommen richtig: “Aber die Unschuldsvermutung ist ein rechtliches Prinzip und entbindet die Verbände nicht davon, sich mit den Vorwürfen gegen ihre Spieler auseinanderzusetzen. Der Fußball hat längst ein Systemproblem. … Das ist das Ergebnis einer Kultur, die Leistung über alles stellt.” (steht in der FAZ!) Da sieht der DFB so schlecht aus, wie alle Genannten.

    Besser das, als garnicht. Weitermachen.

  5. Frauen büssen Männermurks

    Warum nur?

    Das (zweite) Frauenteam von Borussia Mönchengladbach unterlag gestern den Spitzenreiterinnen der Regionalliga West, den Frauen aus der Stadt mit dem Colonius (ebenfalls zweites Team des Vereins), und muss nun die Liga verlassen. Nach unten. Seit den Nullerjahren spielt die erste Auswahl Zweite Liga, wenn auch nur mit grösster Mühe. Eine der Spielerinnen lernte ich persönlich kennen, als sie Praktikum bei den Grünen im NRW-Landtag machte. Danach ging es in den Fahrstuhl …

    Borussia Mönchengladbach ist mit diesem sportlichen Verlauf ein Abbild des besten Fussballclubs der Welt. Im Gegensatz zu den unermessliche Schulden anhäufenden Männern haben seine Frauen die Champions League gewonnen. Und werden zum Dank nun auseinandergenommen, wie u.a. die fachkompetente Celine Chorus/FAZ (Paywall) treffend berichtet. Alle Starspielerinnen um die 30 müssen für einen letzten Vertrag gehen, weil Barca mit der Kapitaldecke der englischen Vereine zwar mithalten könnte, das aber lieber für einen Mann ausgibt.

    Sie denken nun wieder, das sei doch “nur Fussball”

    Dann lesen Sie doch mal hier, was Männer machen, wenn “Geld keine Rolle spielt”:

    Josef Erl/heise: Missing Link: Metaverse und Geisterstädte – Warum es Social-VR-Apps schwer haben – Mit dem Aus von ‘Rec Room’ und Metas Einschnitt in ‘Horizon Worlds’ enden zwei prominente Kapitel der VR-Geschichte. Woran sind sie gescheitert?”

    Sie vernichten Werte von volkswirtschaftlicher Relevanz, und – so “nebenbei” – hunderttausende Arbeitsplätze, einfach, weil sie den Hals nicht voll kriegen und den Längsten haben wollen.

    Frau Jahnke, jetzt Sie! Sie besitzen einen Gatten, äh Verlobten, mit Fussballkompetenz. Ihr Konzept der Gartenhaltung” für Männer war ja durchaus ein konstruktiver Impuls für eine notwendige Debatte. Aber erkennen Sie nicht selbst, dass der intensiv weitergedacht werden muss?

  6. Frauen büssen Männermurks

    Warum nur?

    Das (zweite) Frauenteam von Borussia Mönchengladbach unterlag gestern den Spitzenreiterinnen der Regionalliga West, den Frauen aus der Stadt mit dem Colonius (ebenfalls zweites Team des Vereins), und muss nun die Liga verlassen. Nach unten. Seit den Nullerjahren spielt die erste Auswahl Zweite Liga, wenn auch nur mit grösster Mühe. Eine der Spielerinnen lernte ich persönlich kennen, als sie Praktikum bei den Grünen im NRW-Landtag machte. Danach ging es in den Fahrstuhl …

    Borussia Mönchengladbach ist mit diesem sportlichen Verlauf ein Abbild des besten Fussballclubs der Welt. Im Gegensatz zu den unermessliche Schulden anhäufenden Männern haben seine Frauen die Champions League gewonnen. Und werden zum Dank nun auseinandergenommen, wie u.a. die fachkompetente Celine Chorus/FAZ (Paywall) treffend berichtet. Alle Starspielerinnen um die 30 müssen für einen letzten Vertrag gehen, weil Barca mit der Kapitaldecke der englischen Vereine zwar mithalten könnte, das aber lieber für einen Mann ausgibt.

    Sie denken nun wieder, das sei doch “nur Fussball”

    Dann lesen Sie doch mal hier, was Männer machen, wenn “Geld keine Rolle spielt”:

    Josef Erl/heise: Missing Link: Metaverse und Geisterstädte – Warum es Social-VR-Apps schwer haben – Mit dem Aus von ‘Rec Room’ und Metas Einschnitt in ‘Horizon Worlds’ enden zwei prominente Kapitel der VR-Geschichte. Woran sind sie gescheitert?”

    Sie vernichten Werte von volkswirtschaftlicher Relevanz, und – so “nebenbei” – hunderttausende Arbeitsplätze, einfach, weil sie den Hals nicht voll kriegen und den Längsten haben wollen.

    Frau Jahnke, jetzt Sie! Sie besitzen einen Gatten, äh Verlobten, mit Fussballkompetenz. Ihr Konzept der Gartenhaltung” für Männer war ja durchaus ein konstruktiver Impuls für eine notwendige Debatte. Aber erkennen Sie nicht selbst, dass der intensiv weitergedacht werden muss?

  7. Niemand will das sehen

    Der Profifussball (der Herren) hat seine Grenzen längst erreicht

    Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Hätte die Bundesregierung sich in der WM-Boykottdebatte konstruktiv positioniert, hätte das in meinem Inneren tiefe Verunsicherung ausgelöst. Muss ich meine Meinung überdenken, wenn Friedrich Merz sie teilt? Keine Gefahr. Obwohl: dass die Bundesregierung ihre Position durch eine Staatssekretärin mitteilen lässt, die keine*r kennt, zeugt nicht von kollektiver Selbstsicherheit, sondern dokumentiert: “niedrig hängen!” Niedriger geht es kaum.

    Das Publikum verhält sich bereits, und die Bundesregierung wird das intensiv studieren. Gestern war Live-Fussball (der Herren) im TV. Und keine*r wollte es sehen. Ausgenommen mickrige 3,1 (von 84) Mio. Das ist ein Viertel so viele, wie am Wochenende Handball sehen wollten. Dass eine Konzernbetriebsmannschaft eines Saatgutmonpolisten und in den USA vielfach verurteilten Straftäters den tapferen FC St. Pauli sportlich auseinandernimmt – das will wahrlich kein echter Fussballfan stundenlang angucken.

    Ähnlich wenige wollen den nominell megaerfolgreichen Fussball der Angestellten des SAP-Milliardärs Hopp sehen. In deren Ministadion (30.000 Plätze, wie in Leverkusen) blieben letztes Wochenende 11.000 Plätze leer, obwohl die so gut spielen, wie noch nie. Nur der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum spielt noch besser als die. Und über den schreibt die FAZ, bevor es in die Bezahlmauer geht: “Die Rechnung des Max Eberl – Max Eberl schafft den Umbruch und stellt einen Kader zusammen, der das Potential hat, Saison für Saison das Champions-League-Halbfinale zu erreichen. Dafür zahlt der FC Bayern aber einen hohen Preis.” Max Eberl, das ist der beste Manager, den Borussia Mönchengladbach jemals hatte, und der, wie alle, die geradeauslaufen können, irgendwann mit einem Haufen Geld abgeworben wurde.

    Der “hohe Preis”? Gähnende Langeweile in der Liga. Der neben der Hopp-Truppe “schärfste” Verfolger aus dem westfälischen Raum spielt alle zwei Wochen vor über 80.000 fussballsüchtigen Menschen, und die wollen das nicht sehen, was ihnen gezeigt wird (“Kovac-Fussball”). Wie es der Kollege Theweleit schreibt, bevor es in die Bezahlmauer geht: “Guter Fussball ist nicht so wichtig”. So kommt es dann, wie es kommt.

    Was tun?

    Gegen die Sucht ist der Mensch machtlos. Es gibt aber Alternativen zum von den Trump-Freunden und Konzernen servierten Trash. Bei den Herren in Deutschland ist es die zweite und dritte Liga. Und sogar die vierte, die gibt es auch in Bonn. Dort weiss noch niemand, wie es ausgeht. Und in der Frauen-Bundesliga tut sich einiges. Zwar gewinnen dort die gleichen Konzerne wie bei den Männern, aber die Verfolgerinnen rüsten nach. Sara Doorsoun kehrt mit 34 aus den USA zurück und bildet den Online-Aufmacher im FAZ-Sportteil (langes Interview mit der fachkundigen Celine Chorus, eingemauert). Die nächste Frauen-WM kommt bestimmt: nächstes Jahr in Brasilien, die TV-Sendezeiten könnten ähnlich kompliziert werden, wie dieses Jahr bei den vernachlässigbaren Herren.

    Die nächste Frauen-EM ist 2029, und zwar hier. Wenn kein Krieg dazwischenkommt. Ein guter Antrieb für eine sachgerechte Politik “unserer” Regierung. Und die boykottieren wir auch nicht.

  8. Niemand will das sehen

    Der Profifussball (der Herren) hat seine Grenzen längst erreicht

    Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Hätte die Bundesregierung sich in der WM-Boykottdebatte konstruktiv positioniert, hätte das in meinem Inneren tiefe Verunsicherung ausgelöst. Muss ich meine Meinung überdenken, wenn Friedrich Merz sie teilt? Keine Gefahr. Obwohl: dass die Bundesregierung ihre Position durch eine Staatssekretärin mitteilen lässt, die keine*r kennt, zeugt nicht von kollektiver Selbstsicherheit, sondern dokumentiert: “niedrig hängen!” Niedriger geht es kaum.

    Das Publikum verhält sich bereits, und die Bundesregierung wird das intensiv studieren. Gestern war Live-Fussball (der Herren) im TV. Und keine*r wollte es sehen. Ausgenommen mickrige 3,1 (von 84) Mio. Das ist ein Viertel so viele, wie am Wochenende Handball sehen wollten. Dass eine Konzernbetriebsmannschaft eines Saatgutmonpolisten und in den USA vielfach verurteilten Straftäters den tapferen FC St. Pauli sportlich auseinandernimmt – das will wahrlich kein echter Fussballfan stundenlang angucken.

    Ähnlich wenige wollen den nominell megaerfolgreichen Fussball der Angestellten des SAP-Milliardärs Hopp sehen. In deren Ministadion (30.000 Plätze, wie in Leverkusen) blieben letztes Wochenende 11.000 Plätze leer, obwohl die so gut spielen, wie noch nie. Nur der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum spielt noch besser als die. Und über den schreibt die FAZ, bevor es in die Bezahlmauer geht: “Die Rechnung des Max Eberl – Max Eberl schafft den Umbruch und stellt einen Kader zusammen, der das Potential hat, Saison für Saison das Champions-League-Halbfinale zu erreichen. Dafür zahlt der FC Bayern aber einen hohen Preis.” Max Eberl, das ist der beste Manager, den Borussia Mönchengladbach jemals hatte, und der, wie alle, die geradeauslaufen können, irgendwann mit einem Haufen Geld abgeworben wurde.

    Der “hohe Preis”? Gähnende Langeweile in der Liga. Der neben der Hopp-Truppe “schärfste” Verfolger aus dem westfälischen Raum spielt alle zwei Wochen vor über 80.000 fussballsüchtigen Menschen, und die wollen das nicht sehen, was ihnen gezeigt wird (“Kovac-Fussball”). Wie es der Kollege Theweleit schreibt, bevor es in die Bezahlmauer geht: “Guter Fussball ist nicht so wichtig”. So kommt es dann, wie es kommt.

    Was tun?

    Gegen die Sucht ist der Mensch machtlos. Es gibt aber Alternativen zum von den Trump-Freunden und Konzernen servierten Trash. Bei den Herren in Deutschland ist es die zweite und dritte Liga. Und sogar die vierte, die gibt es auch in Bonn. Dort weiss noch niemand, wie es ausgeht. Und in der Frauen-Bundesliga tut sich einiges. Zwar gewinnen dort die gleichen Konzerne wie bei den Männern, aber die Verfolgerinnen rüsten nach. Sara Doorsoun kehrt mit 34 aus den USA zurück und bildet den Online-Aufmacher im FAZ-Sportteil (langes Interview mit der fachkundigen Celine Chorus, eingemauert). Die nächste Frauen-WM kommt bestimmt: nächstes Jahr in Brasilien, die TV-Sendezeiten könnten ähnlich kompliziert werden, wie dieses Jahr bei den vernachlässigbaren Herren.

    Die nächste Frauen-EM ist 2029, und zwar hier. Wenn kein Krieg dazwischenkommt. Ein guter Antrieb für eine sachgerechte Politik “unserer” Regierung. Und die boykottieren wir auch nicht.

  9. 14:319

    Equal Pay? – Haben wir gelacht …

    „Més que un club“? Das ist in erster Linie Marketing. Wie die “Echte Liebe”. Es gibt auf der Welt ein einziges Profi-Fussballteam der Frauen, das sich selbst finanziert. Das des FC Barcelona. 3 x Champions-League-Siegerinnen seit 2021, 6 x Finalistinnen seit 2019, seit 2012 10 x spanische Meisterinnen, 11 x spanische Pokalsiegerinnen. Und fussballerischer Kern der spanischen Weltmeisterinnen.

    Und die müssen nun “sparen”, weil die Männer nicht mit Geld umgehen können. Angeblich hat der Verein eine Milliarde Schulden. Die og. Gehaltssumme (in Mio.) ist mehr als das 20fache. Zum erreichen des Champions-League-Finales hat es nicht gereicht. In zwei fussballerisch berauschenden Halbfinals gegen Inter zogen sie den Kürzeren. Inter unterlag dann im Finale der Weltauswahl des Emirates Qatar 0:5. Dort spielt Geld bekanntlich “keine Rolle”, weil genug davon da ist.

    Und nun haben die Barca-Frauen nur noch 17 Spielerinnen. Von den 14 Milliönchen sollen sie eine einsparen. Die FAZ berichtet in einem Paywalltext ihrer fachlich qualifizierten Redakteurin Celine Chorus.

    Was soll Sie das interessieren, wenn Ihnen der Fussball “egal” ist? Der Vorgang macht den materiellen Kern des real existierenden Geschlechterkrieges im real existierenden Entertainment-Kapitalismus öffentlich sichtbar. Auch für alle, die nichts von ihm wissen wollen.

  10. 14:319

    Equal Pay? – Haben wir gelacht …

    „Més que un club“? Das ist in erster Linie Marketing. Wie die “Echte Liebe”. Es gibt auf der Welt ein einziges Profi-Fussballteam der Frauen, das sich selbst finanziert. Das des FC Barcelona. 3 x Champions-League-Siegerinnen seit 2021, 6 x Finalistinnen seit 2019, seit 2012 10 x spanische Meisterinnen, 11 x spanische Pokalsiegerinnen. Und fussballerischer Kern der spanischen Weltmeisterinnen.

    Und die müssen nun “sparen”, weil die Männer nicht mit Geld umgehen können. Angeblich hat der Verein eine Milliarde Schulden. Die og. Gehaltssumme (in Mio.) ist mehr als das 20fache. Zum erreichen des Champions-League-Finales hat es nicht gereicht. In zwei fussballerisch berauschenden Halbfinals gegen Inter zogen sie den Kürzeren. Inter unterlag dann im Finale der Weltauswahl des Emirates Qatar 0:5. Dort spielt Geld bekanntlich “keine Rolle”, weil genug davon da ist.

    Und nun haben die Barca-Frauen nur noch 17 Spielerinnen. Von den 14 Milliönchen sollen sie eine einsparen. Die FAZ berichtet in einem Paywalltext ihrer fachlich qualifizierten Redakteurin Celine Chorus.

    Was soll Sie das interessieren, wenn Ihnen der Fussball “egal” ist? Der Vorgang macht den materiellen Kern des real existierenden Geschlechterkrieges im real existierenden Entertainment-Kapitalismus öffentlich sichtbar. Auch für alle, die nichts von ihm wissen wollen.

  11. Aufmerksamkeitskriege

    Krieg schafft Aufmerksamkeit. Bombensicher. Aufmerksamkeit ist – neben der Anhäufung von Daten und Kapital – das, was den real existierenden Kapitalismus der Gegenwart antreibt. Wer Ausgrenzung und Abgehängtwerden fürchtet, stellt sich die Frage: wie schaffe ich Beachtung für mich (und mein Produkt, meine Leistung)? Ohne Lärm und Zuspitzung wird es nicht gelingen. Zur Not mit Penetranz. Kritik und Mobilisierung von Abneigung ist immer noch besser, als ignoriert werden.

    Zu einem echten Krieg hat der Journalist Marcus Klöckner ein Buch geschrieben, zusammen mit dem US-Wissenschaftler Marc Trachtenberg. Im Rahmen der üblichen Begleit-PR gab er der Berliner Zeitung (Raphael Schmeller) ein Interview, das ich hier trotz seines schwer zugänglichen Bescheidwissergestus glatt verlinkt hätte. Wenn es der Verlag des Milliardärs Holger Friedrich nicht digital eingemauert hätte. Jede*r bemüht sich halt so um Aufmerksamkeit, wie sie*er will.

    Bitter nötig haben diese Währung der Kölner Stadtanzeiger und das in seinem Verbreitungsgebiet koexistierende Erzbistum der Katholischen Kirche. Beider Anhängerschaft ist demoskopisch immer schwieriger aufzufinden. Also eine zünftige Rauferei inszenieren. Sogar die FAZ wurde zum Mitmachen animiert, und hat es nicht eigemauert! (Jetzt/So. aber doch – so wichtig ist es ja auch wieder nicht …)

    “Journalist verunglimpft: Das Kölner Erzbistum rastet aus – Das Erzbistum Köln nennt die Berichte eines Journalisten des ‘Stadt-Anzeigers’ ‘menschenverachtend’ und will katastrophale repräsentative Umfragewerte für Kardinal Woelki nicht wahrhaben. Ein Offenbarungseid.” Manfred Güllners Forsa macht mit, und der Deutschlandfunk auch. Wow, das ist mal ein Hochsommerspektakel, wenn objektiv mal gerade wieder überhaupt nichts passiert.

    Wie frau es richtig macht, das demonstriert eine Ersatzspielerin der gestern würdevoll aus der Fussball-EM ausgeschiedenen Schweiz, ebenfalls nach dem Prinzip viel Feind viel Ehr: “Schweizerin Alicia Lehmann: Die Frau, der 17 Millionen folgen”. Und die FAZ hat das Kapital, um mit Celine Chorus eine hinreichend intelligente Redakteurin zu beschäftigen.

    Heute nun droht für die DFB-Frauen ein ähnliches Ausscheiden gegen Frankreich. Zu wünschen ist, dass sie es ähnlich sportlich-würdevoll hinbekommen, wie die Gastgeberinnen. Spiegel-Redakteur Danial Montazeri halte ich für einen der besseren Leser eines Fussballspiels in seiner von Banausen aufgefüllten Berufssparte. Er hätte durchaus ergänzend erwähnen dürfen, dass der Bundestrainer Wück die erfahrene und von mir verehrte Linksverteidigerin Sara Doorsoun kommunikationslos aussortiert hatte, wie es zuvor auch der Weltklassetorhüterin Merle Frohms (jetzt Real Madrid) ergangen ist. Merke: Torhüter*innen machen nicht nur TV-attraktive Paraden, sondern dirigieren – im optimalen Fall für inkompetente Medien unsichtbar – die Abwehr und ihr ganzes Team vor ihnen.

    Lassen Sie sich nicht verdummen, auch beim Fussballgucken nicht.

  12. Aufmerksamkeitskriege

    Krieg schafft Aufmerksamkeit. Bombensicher. Aufmerksamkeit ist – neben der Anhäufung von Daten und Kapital – das, was den real existierenden Kapitalismus der Gegenwart antreibt. Wer Ausgrenzung und Abgehängtwerden fürchtet, stellt sich die Frage: wie schaffe ich Beachtung für mich (und mein Produkt, meine Leistung)? Ohne Lärm und Zuspitzung wird es nicht gelingen. Zur Not mit Penetranz. Kritik und Mobilisierung von Abneigung ist immer noch besser, als ignoriert werden.

    Zu einem echten Krieg hat der Journalist Marcus Klöckner ein Buch geschrieben, zusammen mit dem US-Wissenschaftler Marc Trachtenberg. Im Rahmen der üblichen Begleit-PR gab er der Berliner Zeitung (Raphael Schmeller) ein Interview, das ich hier trotz seines schwer zugänglichen Bescheidwissergestus glatt verlinkt hätte. Wenn es der Verlag des Milliardärs Holger Friedrich nicht digital eingemauert hätte. Jede*r bemüht sich halt so um Aufmerksamkeit, wie sie*er will.

    Bitter nötig haben diese Währung der Kölner Stadtanzeiger und das in seinem Verbreitungsgebiet koexistierende Erzbistum der Katholischen Kirche. Beider Anhängerschaft ist demoskopisch immer schwieriger aufzufinden. Also eine zünftige Rauferei inszenieren. Sogar die FAZ wurde zum Mitmachen animiert, und hat es nicht eigemauert!

    Journalist verunglimpft: Das Kölner Erzbistum rastet aus – Das Erzbistum Köln nennt die Berichte eines Journalisten des ‘Stadt-Anzeigers’ ‘menschenverachtend’ und will katastrophale repräsentative Umfragewerte für Kardinal Woelki nicht wahrhaben. Ein Offenbarungseid.” Manfred Güllners Forsa macht mit, und der Deutschlandfunk auch. Wow, das ist mal ein Hochsommerspektakel, wenn objektiv mal gerade wieder überhaupt nichts passiert.

    Wie frau es richtig macht, das demonstriert eine Ersatzspielerin der gestern würdevoll aus der Fussball-EM ausgeschiedenen Schweiz, ebenfalls nach dem Prinzip viel Feind viel Ehr: “Schweizerin Alicia Lehmann: Die Frau, der 17 Millionen folgen”. Und die FAZ hat das Kapital, um mit Celine Chorus eine hinreichend intelligente Redakteurin zu beschäftigen.

    Heute nun droht für die DFB-Frauen ein ähnliches Ausscheiden gegen Frankreich. Zu wünschen ist, dass sie es ähnlich sportlich-würdevoll hinbekommen, wie die Gastgeberinnen. Spiegel-Redakteur Danial Montazeri halte ich für einen der besseren Leser eines Fussballspiels in seiner von Banausen aufgefüllten Berufssparte. Er hätte durchaus ergänzend erwähnen dürfen, dass der Bundestrainer Wück die erfahrene und von mir verehrte Linksverteidigerin Sara Doorsoun kommunikationslos aussortiert hatte, wie es zuvor auch der Weltklassetorhüterin Merle Frohms (jetzt Real Madrid) ergangen ist. Merke: Torhüter*innen machen nicht nur TV-attraktive Paraden, sondern dirigieren – im optimalen Fall für inkompetente Medien unsichtbar – die Abwehr und ihr ganzes Team vor ihnen.

    Lassen Sie sich nicht verdummen, auch beim Fussballgucken nicht.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  13. Aufmerksamkeitskriege

    Krieg schafft Aufmerksamkeit. Bombensicher. Aufmerksamkeit ist – neben der Anhäufung von Daten und Kapital – das, was den real existierenden Kapitalismus der Gegenwart antreibt. Wer Ausgrenzung und Abgehängtwerden fürchtet, stellt sich die Frage: wie schaffe ich Beachtung für mich (und mein Produkt, meine Leistung)? Ohne Lärm und Zuspitzung wird es nicht gelingen. Zur Not mit Penetranz. Kritik und Mobilisierung von Abneigung ist immer noch besser, als ignoriert werden.

    Zu einem echten Krieg hat der Journalist Marcus Klöckner ein Buch geschrieben, zusammen mit dem US-Wissenschaftler Marc Trachtenberg. Im Rahmen der üblichen Begleit-PR gab er der Berliner Zeitung (Raphael Schmeller) ein Interview, das ich hier trotz seines schwer zugänglichen Bescheidwissergestus glatt verlinkt hätte. Wenn es der Verlag des Milliardärs Holger Friedrich nicht digital eingemauert hätte. Jede*r bemüht sich halt so um Aufmerksamkeit, wie sie*er will.

    Bitter nötig haben diese Währung der Kölner Stadtanzeiger und das in seinem Verbreitungsgebiet koexistierende Erzbistum der Katholischen Kirche. Beider Anhängerschaft ist demoskopisch immer schwieriger aufzufinden. Also eine zünftige Rauferei inszenieren. Sogar die FAZ wurde zum Mitmachen animiert, und hat es nicht eigemauert! (Jetzt/So. aber doch – so wichtig ist es ja auch wieder nicht …)

    “Journalist verunglimpft: Das Kölner Erzbistum rastet aus – Das Erzbistum Köln nennt die Berichte eines Journalisten des ‘Stadt-Anzeigers’ ‘menschenverachtend’ und will katastrophale repräsentative Umfragewerte für Kardinal Woelki nicht wahrhaben. Ein Offenbarungseid.” Manfred Güllners Forsa macht mit, und der Deutschlandfunk auch. Wow, das ist mal ein Hochsommerspektakel, wenn objektiv mal gerade wieder überhaupt nichts passiert.

    Wie frau es richtig macht, das demonstriert eine Ersatzspielerin der gestern würdevoll aus der Fussball-EM ausgeschiedenen Schweiz, ebenfalls nach dem Prinzip viel Feind viel Ehr: “Schweizerin Alicia Lehmann: Die Frau, der 17 Millionen folgen”. Und die FAZ hat das Kapital, um mit Celine Chorus eine hinreichend intelligente Redakteurin zu beschäftigen.

    Heute nun droht für die DFB-Frauen ein ähnliches Ausscheiden gegen Frankreich. Zu wünschen ist, dass sie es ähnlich sportlich-würdevoll hinbekommen, wie die Gastgeberinnen. Spiegel-Redakteur Danial Montazeri halte ich für einen der besseren Leser eines Fussballspiels in seiner von Banausen aufgefüllten Berufssparte. Er hätte durchaus ergänzend erwähnen dürfen, dass der Bundestrainer Wück die erfahrene und von mir verehrte Linksverteidigerin Sara Doorsoun kommunikationslos aussortiert hatte, wie es zuvor auch der Weltklassetorhüterin Merle Frohms (jetzt Real Madrid) ergangen ist. Merke: Torhüter*innen machen nicht nur TV-attraktive Paraden, sondern dirigieren – im optimalen Fall für inkompetente Medien unsichtbar – die Abwehr und ihr ganzes Team vor ihnen.

    Lassen Sie sich nicht verdummen, auch beim Fussballgucken nicht.