#prosagedicht — Public Fediverse posts
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Erinnerungen an den Hamburger Schneemann
So knackekalt war es lange nicht mehr. In Berlin, so berichten mir Freunde, machen sie sich lustig darüber, dass Hamburg keinen Schnee kann. Dafür konnte Hamburg Schneemänner. Dutzende säumten die Brücken an der Alster und um die Alster herum. Selbst Massaker Schneemann-hassender Männer (es sind immer Männer) konnten Hamburgs Liebe zu den putzigen Mitbewohnern nicht erschüttern. Sie rollten flugs neue. Schnee genug gab's ja. Seit Montag regnet es und die Schneemänner Hamburg […]https://blog.ring2.de/erinnerungen-an-den-hamburger-schneemann/
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Klar zur Wende – zur Wintersonnenwende
Wintersolistice,21. Dezember um drei Uhr drei Minuten. Seit gestern um kurz nach drei wird es wieder heller. Ich verabschiede die Momente des Jahres 2025 und beginne das, was die Azteken die "tote Zeit" nannten - die Zeit zwischen den Jahren, in der man irgendwann vergisst, welchen Wochentag wir haben. Den Glücklicheren von uns passiert das früher, die anderen haben noch Spaß mit DPD. Diese Tage zwischen den Jahren sind magisch, trotz Nebelschwaden nahe dem Gefrierpunkt und immer noch […] -
Kein Lego für Dick
Was passiert, wenn ihr den Namen Caractacus Potts hört? Vielleicht noch nix, aber was ist mit Tschitti Tschitti Bäng Bäng? Da rumpelt es im Gedächtnis und Erinnerungen springen ins Rampenlicht des Bewusstseins. Ein Auto, das Kinder befreit. Und mittendrin ein lächelnder Dick van Dyke. Die tanzende Zahnleiste aus Mary Poppins ist neulich 100 Jahre alt geworden. Und er soll immer noch lächeln und immer noch tanzen. Unbestätigte Gerüchte berichten davon, dass sich Dick darüber […] -
November Rain
Wenn man Guns n Roses 🌹 glauben darf, ist der Novemberregen ein wirbelnder Geselle, der Hochzeiten sprengen kann. Er kommt mit viel Wind und peitschenden dicken Tropfen. In Wirklichkeit nieselt der Novemberregen ungemütlich vor sich hin, überstülpt alles mit diesem grauen Schleier, der allem seine Restwärme entzieht. Man fühlt regelrecht, wie der letzte Trost entflieht. Da wünscht man sich Windstöße und klare Gitarrenriffs herbei, um die klamme Taubheit draußen wegzufegen. -
Eine Meditation über die Farbe Weiß. In Südkorea ist Weiß auch die Farbe der Trauer. Und so verbindet die Literatur-Nobelpreisträgerin des Jahres 2024 in diesem bereits 2016 erschienen Werk, Erinnerung an eine Schwester, die sie nie gekannt hat, mit dem, was sie europäischen Stadt erlebt, die im winterlichen Halbschlaf ihr begegnet. Ein knappes Werk von #HanKang, fast ein #Prosagedicht, nicht so stark wie #DieVegetarierin, aber dennoch bereichernd. #kurzrezension #buchbesprechung #fbm25 #fbm2025
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Weiße Wolken, schwarze Bora
Sønderborg, 18 Grad (zehn weniger als gestern), Wind aus West - SW, in Böen 8-9 Beaufort. Schauerwetter. Aus den weißen Wolken kommen die Gewitter, hat Waldemar immer gesagt. Und der war Seemann. Hat sie alle befahren, die Levante, die Nordadria (seiner Meinung nach die schlimmste See, weil alle sie unterschätzen). Bis nach Singapur und den Philippinen hat es ihn als Maschinist vertrieben. Seitdem weiß ich nicht nur, was "die Levante" ist, sondern achte beim Segeln auch immer besonders […] -
Downhill mit 60 Sachen
Mit den Jahren sieht man klarer, kann Wesentliches von Quatschkram unterscheiden. Es ist wie als lichte sich das Dickicht, gibt einen weiten Blick frei.
Jetzt nochmal Schwung holen, einatmen und mit Spaß downhill rollen. Garstige Wurzeln umkurvend, stolz den Kopf heben, viel lachen, tanzen, lieben — wer weiß, am Ende wachsen uns noch Flügel.
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Mein Fleisch trinkt gerne Weißwein
"Min mad drikker lige så meget hvidvin som mig for at være fordøjelig" — "Mein Essen trinkt genausoviel Weißwein wie ich, um bekömmlich zu sein"; das sagte mir mal ein mürrischer Koch mit vergilbter Schürze in der kleinen Pubküche in Marstal. Bier-Rezepte hätte er auch. Darauf habe sein Essen im Sommer aber keine Lust. Bierdurst hätte die Küche so ab Oktober, da solle ich wiederkommen. Ich hab mir das WE um den 3. Oktober freigegeben. Kurs Marstal: Bierdurst essen. -
Oma mit Haltung
Habe gerade beim Købmand im kleinen Dorf an der Ostsee (wo CDU und FDP die absolute Mehrheit und wo sie einen Politstar als berühmtesten Bürger haben, dessen Bücher vorne an der Kasse des kleinen Einkaufsladens signiert zu erwerben sind — laufen nicht so gut, sagt der Kaufmann) eine Oma gesehen, die einen großen Sticker von „Omas Gegen Rechts“ trug.
Ich habe mich gefreut und ihr gesagt, wie sehr mich das freut, sie hier zu sehen. Sie hat freundlich gelächelt und geantwortet:
》 […]
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Mittwoch
Mittwoch ist der April unter den Wochentagen. Das Schlimmste scheint vorbei, der Sommer ist nahe, aber eben noch nicht da.Ist eigentlich irgendwann irgendetwas von Rang passiert an einem Mittwoch?Der Montag ist schwarz, der Freitag bunt. Was ist denn dann der Mittwoch? Umbra?Ich kenne einen, der hat Mittwochs immer frei. Er nennt das sein kleines Wochenende. So macht man das: zerstückelt die eine Woche in zwei kurze. Dann wäre ja aber der Mittwoch ein Sonntag. Eigenwillig.
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300 x 500 Zeichen
Zwei Jahre #500Zeichen.Jubiläen machen mich immer ein bisschen idelig. 50 Jahre Schlachter Heiner mit goldenem Eichenlaub über der Eingangstür. So springt das Wort mir ins Gemüt.Und doch schleicht sich ein kleiner Stolz in die Schreibe, wandert der Blick zurück zu dem Moment, an dem man dachte, kleine Texte in 500 Zeichen zu verdichten, wäre ne knorke Idee.Inzwischen feiere ich 300 kurze Prosagedichte.
Hier alle lesen
PS vielen Dank an C., meinen bisher einzigen Supporter. Auch […]
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Zwei Jahre #500Zeichen.
Jubiläen machen mich immer ein bisschen idelig. 50 Jahre Schlachter Heiner mit goldenem Eichenlaub über der Eingangstür. So springt das Wort mir ins Gemüt.
Und doch schleicht sich ein kleiner Stolz in die Schreibe, wandert der Blick zurück zu dem Moment, an dem man dachte, kleine Texte in 500 Zeichen zu verdichten, wäre ne knorke Idee.
Inzwischen feiere ich 300 kurze Prosagedichte.
Hier lesen: https://blog.ring2.de/category/500-zeichen/
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Und dann kam Claude
Na, alter Kumpel. Wie gehts? Schlecht. Sanne hat sich von mir getrennt. Oh, wie das. Ihr wart doch das Vorzeigepaar. Sie hat sich in einen anderen verliebt, hat sie gesagt.Er heißt Claude.Sie verbringt den ganzen Tag mit ihm in ihrem Zimmer. Erst hab ich das nicht so ernst genommen. Dann meinte Claude, ich solle nicht mehr im gemeinsamen Bett schlafen, dann schmeckte ihr mein Essen nicht mehr. Claude hat bessere Rezepte. Nun hat Claude von unserer Wohnung die Schlösser ausgetauscht. -
Fischerfrühstück
Hafen Strande, lebhafter Wind aus Süd. 12 Grad Celsius, nachher solls noch regnen. Am Morgen nach dem Auswärtssieg sitze ich beim Fischerfrühstück (Fischbrötchen mit Kaffe) mit Blick auf den Hafen. Neben mir sitzen die Fischer und ratschen. Übers Wetter, den Fang und Fussball. Mit der KSV wars das nu wohl?Jo.Und der HSV hat auch verloren.Im eigenen Stadion. Wie kann das angehen?Jo.Aber mal was anneres; was ist mit Melsungen? Ach ja, denke ich, hier oben ist Fussball ja nur die […] -
Hier gibt es keine Zäune zu sehen. Die stecken nämlich in mächtigen Hecken. Drei Meter hoch aus Rhododendron oder so.
Man kann von der Straße, auf der keiner parken muss, die oberen Stockwerke sehen. Weiß, herrschaftlich, einige mit einem Türmchen.
Die Nachbarn sieht man höchstens mal vor Gericht, dafür öfter den ägyptischen Botschafter und Bekannte vom HSV.
Das Leben ist harmonisch, so wie die Windhunde, die farblich gut zum Sofa und dem Porsche passen.