#prosagedicht — Public Fediverse posts
Live and recent posts from across the Fediverse tagged #prosagedicht, aggregated by home.social.
-
„Der ist verrückt, der hasst seine Möbel Bücher“
"Du bist doch bekloppt, Deine Ebooks zu verschenken", sagt M. am Telefon. Sie mag meine Bücher. Und sie kennt mich gut. Mein erster Chef sagte immer, sagt M., "Was nix kostet, ist nix wert". Ja, ja, sage ich, das mag ja sein, er sagte aber auch, dass Prince Michael Jackson nicht das Wasser reichen könne — welch ein Narr! M. liebt Zitate. Ich liebe M. Also gebe ich ihr eins: "Bücher sind dafür da, gelesen zu werden". Meine auch. Deswegen verschenke ich Sie, damit sie gelesen werden. […]https://blog.ring2.de/der-ist-verrueckt-der-hasst-seine-moebel/
-
Mal wieder was in #500Zeichen gebloggt. Und mal wieder in Form der #EcritureAutomatique — back to the #Blogger Roots 😉
-
Mal wieder was in #500Zeichen gebloggt. Und mal wieder in Form der #EcritureAutomatique — back to the #Blogger Roots 😉
-
Tatortreiniger
Moin, Raymond Reddington hier. Ich bräuchte mal kurz Ihre Dienste. Ich war mir nicht sicher, ob der Tatortreiniger meine Anspielung versteht; auch war sie ein bisschen doof und albern. Aber etwas albernes hatte die Situation auch. Und das war gut so. Nur mit dieser Portion Nonsense ist das alles noch zu ertragen. Der Tatortreiniger lächelte wohlwollend. Klar, er hätte mich sofort verstanden. Immerhin hätte ich mich nicht mit 'Mädel' gemeldet, wie alle anderen. Nein, ein Tatort im […] -
Tatortreiniger
Moin, Raymond Reddington hier. Ich bräuchte mal kurz Ihre Dienste. Ich war mir nicht sicher, ob der Tatortreiniger meine Anspielung versteht; auch war sie ein bisschen doof und albern. Aber etwas albernes hatte die Situation auch. Und das war gut so. Nur mit dieser Portion Nonsense ist das alles noch zu ertragen. Der Tatortreiniger lächelte wohlwollend. Klar, er hätte mich sofort verstanden. Immerhin hätte ich mich nicht mit 'Mädel' gemeldet, wie alle anderen. Nein, ein Tatort im […] -
Moin Feuerpferd
"Die Tissier hat gesagt, dieses Jahr wird alles besser". "Ist die nicht längst tot?" -
Moin Feuerpferd
"Die Tissier hat gesagt, dieses Jahr wird alles besser". "Ist die nicht längst tot?" -
Erinnerungen an den Hamburger Schneemann
So knackekalt war es lange nicht mehr. In Berlin, so berichten mir Freunde, machen sie sich lustig darüber, dass Hamburg keinen Schnee kann. Dafür konnte Hamburg Schneemänner. Dutzende säumten die Brücken an der Alster und um die Alster herum. Selbst Massaker Schneemann-hassender Männer (es sind immer Männer) konnten Hamburgs Liebe zu den putzigen Mitbewohnern nicht erschüttern. Sie rollten flugs neue. Schnee genug gab's ja. Seit Montag regnet es und die Schneemänner Hamburg […]https://blog.ring2.de/erinnerungen-an-den-hamburger-schneemann/
-
Erinnerungen an den Hamburger Schneemann
So knackekalt war es lange nicht mehr. In Berlin, so berichten mir Freunde, machen sie sich lustig darüber, dass Hamburg keinen Schnee kann. Dafür konnte Hamburg Schneemänner. Dutzende säumten die Brücken an der Alster und um die Alster herum. Selbst Massaker Schneemann-hassender Männer (es sind immer Männer) konnten Hamburgs Liebe zu den putzigen Mitbewohnern nicht erschüttern. Sie rollten flugs neue. Schnee genug gab's ja. Seit Montag regnet es und die Schneemänner Hamburg […]https://blog.ring2.de/erinnerungen-an-den-hamburger-schneemann/
-
Moin Moin 2026
Das Tief, das gestern — also letztes Jahr – so richtig Anlauf nahm, fällt heute über uns her. Kalte Schauer wehen über die Überreste der Knallerei. Als Kinder sind wir bei so einem Wetter immer rausgelaufen, unsere Eltern lagen noch in Sauer, und haben nicht detonierte Böller gesucht. Das rote Feuerzeug aus der Küchenschublade hatten wir dabei und schafften es tatsächlich, einige fast aufgeweichte zur Explosion zu bringen. (Ohne uns die Finger abzureißen). Hauptsache das […] -
Moin Moin 2026
Das Tief, das gestern — also letztes Jahr – so richtig Anlauf nahm, fällt heute über uns her. Kalte Schauer wehen über die Überreste der Knallerei. Als Kinder sind wir bei so einem Wetter immer rausgelaufen, unsere Eltern lagen noch in Sauer, und haben nicht detonierte Böller gesucht. Das rote Feuerzeug aus der Küchenschublade hatten wir dabei und schafften es tatsächlich, einige fast aufgeweichte zur Explosion zu bringen. (Ohne uns die Finger abzureißen). Hauptsache das […] -
Es ist ein Ross entsprungen
Meine Omi hatte ein Lieblingsweihnachtslied (das sich übrigens schwer auf der Ukulele spielen lässt): "Es ist ein Ros` entsprungen". An beides musste ich gestern Abend, am Weihnachtsabend denken, als wir nach dem Essen und der Bescherung gemeinsam am Wohnzimmertisch meiner Schwiegermutter saßen und versuchten, dieses Lied, seinen Text und seine Melodie mit dem Strumming zweier Ukulelen überein zu bringen. Meine Schwiegermutter saß neben mir und sang fröhlich mit. Allerdings eine […] -
Es ist ein Ross entsprungen
Meine Omi hatte ein Lieblingsweihnachtslied (das sich übrigens schwer auf der Ukulele spielen lässt): "Es ist ein Ros` entsprungen". An beides musste ich gestern Abend, am Weihnachtsabend denken, als wir nach dem Essen und der Bescherung gemeinsam am Wohnzimmertisch meiner Schwiegermutter saßen und versuchten, dieses Lied, seinen Text und seine Melodie mit dem Strumming zweier Ukulelen überein zu bringen. Meine Schwiegermutter saß neben mir und sang fröhlich mit. Allerdings eine […] -
Klar zur Wende – zur Wintersonnenwende
Wintersolistice,21. Dezember um drei Uhr drei Minuten. Seit gestern um kurz nach drei wird es wieder heller. Ich verabschiede die Momente des Jahres 2025 und beginne das, was die Azteken die "tote Zeit" nannten - die Zeit zwischen den Jahren, in der man irgendwann vergisst, welchen Wochentag wir haben. Den Glücklicheren von uns passiert das früher, die anderen haben noch Spaß mit DPD. Diese Tage zwischen den Jahren sind magisch, trotz Nebelschwaden nahe dem Gefrierpunkt und immer noch […] -
Klar zur Wende – zur Wintersonnenwende
Wintersolistice,21. Dezember um drei Uhr drei Minuten. Seit gestern um kurz nach drei wird es wieder heller. Ich verabschiede die Momente des Jahres 2025 und beginne das, was die Azteken die "tote Zeit" nannten - die Zeit zwischen den Jahren, in der man irgendwann vergisst, welchen Wochentag wir haben. Den Glücklicheren von uns passiert das früher, die anderen haben noch Spaß mit DPD. Diese Tage zwischen den Jahren sind magisch, trotz Nebelschwaden nahe dem Gefrierpunkt und immer noch […] -
Kein Lego für Dick
Was passiert, wenn ihr den Namen Caractacus Potts hört? Vielleicht noch nix, aber was ist mit Tschitti Tschitti Bäng Bäng? Da rumpelt es im Gedächtnis und Erinnerungen springen ins Rampenlicht des Bewusstseins. Ein Auto, das Kinder befreit. Und mittendrin ein lächelnder Dick van Dyke. Die tanzende Zahnleiste aus Mary Poppins ist neulich 100 Jahre alt geworden. Und er soll immer noch lächeln und immer noch tanzen. Unbestätigte Gerüchte berichten davon, dass sich Dick darüber […] -
Kein Lego für Dick
Was passiert, wenn ihr den Namen Caractacus Potts hört? Vielleicht noch nix, aber was ist mit Tschitti Tschitti Bäng Bäng? Da rumpelt es im Gedächtnis und Erinnerungen springen ins Rampenlicht des Bewusstseins. Ein Auto, das Kinder befreit. Und mittendrin ein lächelnder Dick van Dyke. Die tanzende Zahnleiste aus Mary Poppins ist neulich 100 Jahre alt geworden. Und er soll immer noch lächeln und immer noch tanzen. Unbestätigte Gerüchte berichten davon, dass sich Dick darüber […] -
Bad Writing
In der Beziehung zwischen Medien und Realität gibt's Wendepunkte. Beim Siegeszug des Ton- und Farbfilms beispielsweise, oder als man mit einem hüpfenden großen R markieren musste, dass die Zeitlupe einer Torszene läuft (war das 1978 das erste Mal, dass ich das bewusst sah?). Ich weiss noch, wie fasziniert ich davon war, dass die Katastrophe an den Zwillingstürmen am 11. September wie ein Echtzeit-Actionmovie aussah. 2026 erreichen wir einen weiteren Scheitelpunkt, der alles […] -
Morgenrot
Heute morgen bin ich von einem glühenden Orange geweckt worden, das so nur der Norden zustande bringt. Das Morgenrot leuchtete über Hamburg als würde der Himmel brennen. Wetterkundige wissen, was das zu bedeuten hat. "Morgenrot god Wedder tot" - hat meine Omi immer gesagt. Und tatsächlich, nur eine Stunde später wird das Orange immer fahler, scheint nur noch blass durch die Wolken, bevor jetzt eben gerade der Regen einsetzt. Irgendwie schade und schön zugleich, dass die Sonne sich […] -
Blankeneser klaun
Meine Omi wäre stolz auf B. gewesen. B. hatte mir beim Abendbrot erzählt, dass sie am Bahnhof Blumen geklaut hat. Dabei hat sie plietsch gewartet, bis die Fahrgäste in den Zug, aber noch nicht aus dem Zug steigen konnten. Meine Omi kam aus Blankenese und hat mir von kleinauf weisgemacht, dass geklaute Blumen die schönsten sind. Eigentlich erwartete sie sogar, dass wir an ihrem Geburtstag durch die Gärten streifen oder unschuldig-guckend durch den Park schlendern (ist inzwischen wohl […] -
Œuvre
Kennt ihr das?, ein Künstler, eine Künstlerin stirbt und ihr lest davon im Internet. Dann posten Bekannte, welche Beziehung sie zu den Songs haben und ihr werdet neugierig. Bei einem guten Glas Rotwein taucht ihr in das Werk ein (oder wieder ein) und wundert euch ein wenig, warum erst der Tod euch diesem Menschen (wieder) näher brachte. Das ging mir bei Sinead O'Connor so. Und bei anderen Künstlern, von denen ich noch nie oder meist sehr lange nichts mehr gehört hatte. Gestern Abend, […] -
November Rain
Wenn man Guns n Roses 🌹 glauben darf, ist der Novemberregen ein wirbelnder Geselle, der Hochzeiten sprengen kann. Er kommt mit viel Wind und peitschenden dicken Tropfen. In Wirklichkeit nieselt der Novemberregen ungemütlich vor sich hin, überstülpt alles mit diesem grauen Schleier, der allem seine Restwärme entzieht. Man fühlt regelrecht, wie der letzte Trost entflieht. Da wünscht man sich Windstöße und klare Gitarrenriffs herbei, um die klamme Taubheit draußen wegzufegen. -
Eine Meditation über die Farbe Weiß. In Südkorea ist Weiß auch die Farbe der Trauer. Und so verbindet die Literatur-Nobelpreisträgerin des Jahres 2024 in diesem bereits 2016 erschienen Werk, Erinnerung an eine Schwester, die sie nie gekannt hat, mit dem, was sie europäischen Stadt erlebt, die im winterlichen Halbschlaf ihr begegnet. Ein knappes Werk von #HanKang, fast ein #Prosagedicht, nicht so stark wie #DieVegetarierin, aber dennoch bereichernd. #kurzrezension #buchbesprechung #fbm25 #fbm2025
-
Eine Meditation über die Farbe Weiß. In Südkorea ist Weiß auch die Farbe der Trauer. Und so verbindet die Literatur-Nobelpreisträgerin des Jahres 2024 in diesem bereits 2016 erschienen Werk, Erinnerung an eine Schwester, die sie nie gekannt hat, mit dem, was sie europäischen Stadt erlebt, die im winterlichen Halbschlaf ihr begegnet. Ein knappes Werk von #HanKang, fast ein #Prosagedicht, nicht so stark wie #DieVegetarierin, aber dennoch bereichernd. #kurzrezension #buchbesprechung #fbm25 #fbm2025
-
Erinnerungen an eine Schwüle
Auf die Hitze folgt die Schwüle. Die auch nachts nicht weichen will. Betört mit ihrem steten Druck die Ruhe-suchenden Menschen. Lustigerweise ist "schwühl" etymologisch das Gegenteil von "kühl". Auch erotisch, wie es schon 1855 in den "Die drei gerechten Kammacher" hieß: »O Thees!« rief sie und drückte sich fester an ihn; es ward ihm schwül Nach betört kommt unangenehm; so ist das Gesetz des Rock n Roll. [ frei nach G. Keller “Kammacher” 6, 240] Des Autors Ideen Wie […] -
Weiße Wolken, schwarze Bora
Sønderborg, 18 Grad (zehn weniger als gestern), Wind aus West - SW, in Böen 8-9 Beaufort. Schauerwetter. Aus den weißen Wolken kommen die Gewitter, hat Waldemar immer gesagt. Und der war Seemann. Hat sie alle befahren, die Levante, die Nordadria (seiner Meinung nach die schlimmste See, weil alle sie unterschätzen). Bis nach Singapur und den Philippinen hat es ihn als Maschinist vertrieben. Seitdem weiß ich nicht nur, was "die Levante" ist, sondern achte beim Segeln auch immer besonders […] -
Downhill mit 60 Sachen
Mit den Jahren sieht man klarer, kann Wesentliches von Quatschkram unterscheiden. Es ist wie als lichte sich das Dickicht, gibt einen weiten Blick frei.
Jetzt nochmal Schwung holen, einatmen und mit Spaß downhill rollen. Garstige Wurzeln umkurvend, stolz den Kopf heben, viel lachen, tanzen, lieben — wer weiß, am Ende wachsen uns noch Flügel.
-
Mein Fleisch trinkt gerne Weißwein
"Min mad drikker lige så meget hvidvin som mig for at være fordøjelig" — "Mein Essen trinkt genausoviel Weißwein wie ich, um bekömmlich zu sein"; das sagte mir mal ein mürrischer Koch mit vergilbter Schürze in der kleinen Pubküche in Marstal. Bier-Rezepte hätte er auch. Darauf habe sein Essen im Sommer aber keine Lust. Bierdurst hätte die Küche so ab Oktober, da solle ich wiederkommen. Ich hab mir das WE um den 3. Oktober freigegeben. Kurs Marstal: Bierdurst essen. -
Oma mit Haltung
Habe gerade beim Købmand im kleinen Dorf an der Ostsee (wo CDU und FDP die absolute Mehrheit und wo sie einen Politstar als berühmtesten Bürger haben, dessen Bücher vorne an der Kasse des kleinen Einkaufsladens signiert zu erwerben sind — laufen nicht so gut, sagt der Kaufmann) eine Oma gesehen, die einen großen Sticker von „Omas Gegen Rechts“ trug.
Ich habe mich gefreut und ihr gesagt, wie sehr mich das freut, sie hier zu sehen. Sie hat freundlich gelächelt und geantwortet:
》 […]
-
Ernst sagt
Mein Nachbar Ernst geht im Hinterhof an mir vorbei, er war gerade auf dem Ottenser Wochenmarkt was einholen. Der Biobauer von dem er sein Gemüse bezieht, wohnt öfter bei ihm. In seinem Wohnatelier, dort wo er malt, schreibt, musiziert und denkt.
Ernst hat oft Besuch. Von Filmemachern, von Fotografen und von besorgten Biobauern. Und er denkt gerne. Am liebsten um die Ecke.
Hallo Erik, sagt er, Deine Frisur sieht aus wie Depeche Mode. An seinem Gesichtsausdruck ist nicht genau abzulesen, […]
-
Mittwoch
Mittwoch ist der April unter den Wochentagen. Das Schlimmste scheint vorbei, der Sommer ist nahe, aber eben noch nicht da.Ist eigentlich irgendwann irgendetwas von Rang passiert an einem Mittwoch?Der Montag ist schwarz, der Freitag bunt. Was ist denn dann der Mittwoch? Umbra?Ich kenne einen, der hat Mittwochs immer frei. Er nennt das sein kleines Wochenende. So macht man das: zerstückelt die eine Woche in zwei kurze. Dann wäre ja aber der Mittwoch ein Sonntag. Eigenwillig.
-
Lebe Beizeiten
Eigentlich war es nun soweit. Es war eigentlich Zeit.Und doch war ALLES, was er erreicht hatte auch jetzt noch in Gefahr.
Soviel hatte er entbehrt, nicht getan, sich untersagt; in der vermeintlichen Gewissheit, es nun gut gebrauchen und geniessen zu können.
Nun war es soweit. Nun sollte es doch soweit sein.
Aber alles, an das er denken konnte, war die Angst, es wieder zu verlieren. Alles. Diese böse, diffuse Angst, die ihm unmerklich die Fähigkeit zu allem Herzhaften genommen hatte, […]
-
300 x 500 Zeichen
Zwei Jahre #500Zeichen.Jubiläen machen mich immer ein bisschen idelig. 50 Jahre Schlachter Heiner mit goldenem Eichenlaub über der Eingangstür. So springt das Wort mir ins Gemüt.Und doch schleicht sich ein kleiner Stolz in die Schreibe, wandert der Blick zurück zu dem Moment, an dem man dachte, kleine Texte in 500 Zeichen zu verdichten, wäre ne knorke Idee.Inzwischen feiere ich 300 kurze Prosagedichte.
Hier alle lesen
PS vielen Dank an C., meinen bisher einzigen Supporter. Auch […]
-
Zwei Jahre #500Zeichen.
Jubiläen machen mich immer ein bisschen idelig. 50 Jahre Schlachter Heiner mit goldenem Eichenlaub über der Eingangstür. So springt das Wort mir ins Gemüt.
Und doch schleicht sich ein kleiner Stolz in die Schreibe, wandert der Blick zurück zu dem Moment, an dem man dachte, kleine Texte in 500 Zeichen zu verdichten, wäre ne knorke Idee.
Inzwischen feiere ich 300 kurze Prosagedichte.
Hier lesen: https://blog.ring2.de/category/500-zeichen/
-
Der längste Moment
Wir setzen oft den Moment mit dem Augenblick gleich. Dabei kann der Moment viel länger sein, dich einladen, in ihm zu verweilen. Für eine kleine Weile ist Gegenwart. Ein vorbei rumpelnder Güterzug ist ein toll langer Moment. Er kündigt sich von Links kommend an, rauscht eine kleine Ewigkeit vorbei. Mit lauter Grafittis auf den Kohlewaggons. Wie eine Böe, die sich über das Wasser herankräuselnd ankündigt, bevor sie über dich herfällt und dem Zug gleich zischend weiterzieht. -
Viva
Ich frage mich, ob das immer noch so ist, dass pittoreske italienische Dörfer auf Bewohner hoffen, weil die alten verschwinden. Quasi McPomm in lebenswert. Ich träume mich dann auf den Marktplatz, an dem ich jeden Tag sitze. Ich trinke Espresso und schaue dem Dorf beim Treiben zu, trage einen Strohhut gegen die Sonne und wechsle gegen 1400 Uhr zu Weißweinschorle. Mit W. u M. gehe ich zum lokalen 4. Liga Club und im Herbst kommen die Kinder zu Besuch. La dolce vita di sempre -
Und dann kam Claude
Na, alter Kumpel. Wie gehts? Schlecht. Sanne hat sich von mir getrennt. Oh, wie das. Ihr wart doch das Vorzeigepaar. Sie hat sich in einen anderen verliebt, hat sie gesagt.Er heißt Claude.Sie verbringt den ganzen Tag mit ihm in ihrem Zimmer. Erst hab ich das nicht so ernst genommen. Dann meinte Claude, ich solle nicht mehr im gemeinsamen Bett schlafen, dann schmeckte ihr mein Essen nicht mehr. Claude hat bessere Rezepte. Nun hat Claude von unserer Wohnung die Schlösser ausgetauscht. -
Fischerfrühstück
Hafen Strande, lebhafter Wind aus Süd. 12 Grad Celsius, nachher solls noch regnen. Am Morgen nach dem Auswärtssieg sitze ich beim Fischerfrühstück (Fischbrötchen mit Kaffe) mit Blick auf den Hafen. Neben mir sitzen die Fischer und ratschen. Übers Wetter, den Fang und Fussball. Mit der KSV wars das nu wohl?Jo.Und der HSV hat auch verloren.Im eigenen Stadion. Wie kann das angehen?Jo.Aber mal was anneres; was ist mit Melsungen? Ach ja, denke ich, hier oben ist Fussball ja nur die […] -
CW: Vorort-Albtraum
Spießeralbtraum
Tornesch, 13. März. - 2 Grad Celsius, windstill.Ich bin heute Morgen früh aufgewacht. Ein Gedanke hatte mich aus meinem Traum geschubst. Ein geträumter Gedanke, der so banal und unsexy real war, dass mein unbewusstes Ich ihn verächtlich zur weiteren Erledigung nach oben schickte.
"Heute wird die Gelbe Tonne abgeholt". Bumms, ich war wach und fühlte mich sofort schlimm...
***
https://blog.ring2.de/500-zeichen/gelbe-tonne-albtraum/
#Leben #Prosagedicht #Blog -
CW: Vorort-Albtraum
Spießeralbtraum
Tornesch, 13. März. - 2 Grad Celsius, windstill.Ich bin heute Morgen früh aufgewacht. Ein Gedanke hatte mich aus meinem Traum geschubst. Ein geträumter Gedanke, der so banal und unsexy real war, dass mein unbewusstes Ich ihn verächtlich zur weiteren Erledigung nach oben schickte.
"Heute wird die Gelbe Tonne abgeholt". Bumms, ich war wach und fühlte mich sofort schlimm...
***
https://blog.ring2.de/500-zeichen/gelbe-tonne-albtraum/
#Leben #Prosagedicht #Blog -
So sein.
"Ist mir schnurzpiepegal,
was die Leudde sagen.
Ich will so sein.
Wie Nina Hagen." -
So sein.
"Ist mir schnurzpiepegal,
was die Leudde sagen.
Ich will so sein.
Wie Nina Hagen." -
Von Victoria nach Sidney
Der Wecker reißt mich aus dem süßen Nichts. 5:40 Uhr. Die Möwen stimmen ein in das Kriegsschrei unter Deck. Morgengrauen. Mein Körper verweigert sich, vergräbt sich weiter in der Wärme, die ich die ganze Nacht gehütet habe.Die Tide wartet auf niemanden, denke ich und sehe ein - ich muss jetzt raus aus der Koje. Meine Beine bewegen als erste, der Rest folgt...
***
https://blog.ring2.de/500-zeichen/von-victoria-nach-sidney/
#Logbuch #Segeln #Australien #Prosagedicht -
Lustige Geschichte, die nur im Kontext lustig ist. Im globalen und im persönlichen.
Eines Morgens ruft meine Frau aufgeregt: "Ich bekomme keine Verbindung zu #Trump mehr".
https://steadyhq.com/de/blogfrei/posts/444671bb-9bf8-4b22-9dca-bfdadc33c4bc
-
Jah Mann
Womit willst du beginnen, Skipper?
Mit dem Anfang.Mit dem Anfang?
Dem Anfang.
Der Bewegung.Jah Mann.
***
https://blog.ring2.de/500-zeichen/jah-mann/
#Prosagedicht #Musik #Kaffee -
Mein Großvater war Seemann. Die kann ja bekanntlich nichts erschüttern.
Wenn um ihn herum die Dinge hektisch wurden, beispielsweise weil er mal wieder zu lange im Schnack aufgehalten wurde beim Gemüsehöker, beim Schlachter im Dorf oder direkt vor der Gartenpforte, er also heillos zu spät zum Mittagessen kam, dann begrüßte er meine Omi und seine anwesenden Enkel mit einem herzlichen,...
***
https://blog.ring2.de/500-zeichen/ganz-ruhig/
#500Zeichen #Blankenese #Leben #Prosagedicht -
Absurde Strategie
Ich war gestern mit meinem Freund Markus Grünkohl essen in der Wassermühle in Wedel. Wie immer sprachen wir über das Leben, das Streiten, den Fussball und die Politik.Dabei kamen wir auch auf das Thema strategisches Wählen, und dass für das Verhindern einer groko (mit Absicht klein geschrieben) nicht nur die Linke in den nächsten Bundestag...
***
https://blog.ring2.de/500-zeichen/absurde-strategie/
#Politik #Fussball #Streit #Leben #Grünkohl #Restaurant #Prosagedicht -
Am Ende des Bahnsteigs
Am Ende eines nebligen Wochendes in Hamburg, zeigt sich bei der Abfahrt nach Augsburg doch noch die Sonne."Hej", rufe ich der Gruppe junger Leute zu, "gebt den Punkt wieder her, bevor ihr einsteigt."
Sie lachen. "Nee, den nehma mit". Ich mag den Akzent. Und so ganz unverdient war der ja nu auch nicht.
Geliebte Menschen (oder nette Gäste) am Ende des...
***
https://blog.ring2.de/auf-reisen/am-ende-des-bahnsteigs/
#Altona #Bahn #Prosagedicht #Reisen #SilentSunday