#vigdis-hjorth — Public Fediverse posts
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#vendredilecture toujours à Oslo, j’ai fait le plein à #PrismaticPages (la seule et très petite librairie anglaise en ville). De littérature norvégienne en anglais, recommandée par l’aimable libraire, il n’y avait que deux livres qui me paraissaient intéressants : de #ErlendLoe, « Doppler », histoire pseudo-naïve du combat d’un homme de ce nom contre ce qu’il appelle « l’intelligence » ; et « Repetition » par #VigdisHjorth, mémoire de ses 16 ans d’une femme se souvenant d’évènements à l’époque qui l’ont perturbé à jamais. J’ai encore échappé de justesse au dernier #JonFosse dont l’écriture apathique me paralyse : « Vaim », pourtant également recommandé. 1/3
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#vendredilecture toujours à Oslo, j’ai fait le plein à #PrismaticPages (la seule et très petite librairie anglaise en ville). De littérature norvégienne en anglais, recommandée par l’aimable libraire, il n’y avait que deux livres qui me paraissaient intéressants : de #ErlendLoe, « Doppler », histoire pseudo-naïve du combat d’un homme de ce nom contre ce qu’il appelle « l’intelligence » ; et « Repetition » par #VigdisHjorth, mémoire de ses 16 ans d’une femme se souvenant d’évènements à l’époque qui l’ont perturbé à jamais. J’ai encore échappé de justesse au dernier #JonFosse dont l’écriture apathique me paralyse : « Vaim », pourtant également recommandé. 1/3
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#vendredilecture toujours à Oslo, j’ai fait le plein à #PrismaticPages (la seule et très petite librairie anglaise en ville). De littérature norvégienne en anglais, recommandée par l’aimable libraire, il n’y avait que deux livres qui me paraissaient intéressants : de #ErlendLoe, « Doppler », histoire pseudo-naïve du combat d’un homme de ce nom contre ce qu’il appelle « l’intelligence » ; et « Repetition » par #VigdisHjorth, mémoire de ses 16 ans d’une femme se souvenant d’évènements à l’époque qui l’ont perturbé à jamais. J’ai encore échappé de justesse au dernier #JonFosse dont l’écriture apathique me paralyse : « Vaim », pourtant également recommandé. 1/3
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Die Tage bleiben kalt, aber der Himmel ist blau und die Magnolie regnet ihre Blätter auf den Rasen. Vor einigen Tagen war ich in Köln, ich habe mir das NS Dokumentationszentrum angesehen. Das ehemalige Gestapo Gefängnis. Die Zellen. Ich habe die Ignoranz der Nachkriegsgesellschaft vorgeführt bekommen. Es war bedrückend. Am nächsten Tag in Bonn, im Haus der Geschichte, ein weiteres Mal die Ignoranz, die Unfähigkeit oder vielleicht auch einfach die Weigerung, sich damit auseinander zu setzen, was geschehen ist. Ein kurzer Lichtblick, als die friedliche Revolution dazu geführt hat, dass die Mauer fällt und gleich danach die Baseballschläger Jahre. Selten ist mir so bewusst geworden, wie wenig die ganze NS Geschichte aufgearbeitet worden ist.
Die neuen Tabletten, in die ich leider doch einige Hoffnung gesetzt hatte, wirken nicht. Das Zittern scheint unbeeindruckt, manchmal habe ich das Gefühl, es wird noch stärker. Ich fühle mich verloren. Das Schreiben, das immer eine Art Rettungsanker für mich gewesen ist, funktioniert nicht mehr. Ich schaffe es häufig nicht aufzustehen, obwohl ich längst wach bin, jede Kleinigkeit kostet mich Kraft. Kraft, die ich nicht habe. Ich müsste alles loslassen. Vielleicht mute ich mir zu viel zu. Aus Verl habe ich mir die Unterlagen über meine Geburt schicken lassen, jetzt weiß ich immerhin, dass meine Mutter gerade erst 17 Jahre alt war, als sie mich zur Adoption frei gegeben hat. Ich habe das Protokoll der Verhandlung am Amtsgericht, in zweifacher Ausführung. Auf sehr dünnem Durchschlagpapier. Man muss sich mit dem zufrieden geben, was man hat. Mit der eigenen Durchschnittlichkeit, den Mängeln, den Lücken in der eigenen Geschichte. Vielleicht könnte ich noch weiter suchen, erfahren, wo sie jetzt lebt, ob sie überhaupt noch lebt. Vielleicht sollte ich alles was damit zu tun hat ruhen lassen. Ich bin mir selbst keine gute Ratgeberin.
Ich lese Vigdis Hjorth „Ein falsches Wort“. Auch dort geht es um Familie. Es ist bedrückend zu lesen, wie die gesamte Familie die Tatsache leugnet, verdrängt, dass der Vater seine älteste Tochter missbraucht hat. Es ist beeindruckend, wie Hjorth die Thematik Opfer oder Täter, bzw. gleichzeitig Opfer und Täter zu sein, auch in einem politischen Kontext behandelt.
#Familie #Mutter #Verdrängen #VigdisHjorth -
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Die Tage bleiben kalt, aber der Himmel ist blau und die Magnolie regnet ihre Blätter auf den Rasen. Vor einigen Tagen war ich in Köln, ich habe mir das NS Dokumentationszentrum angesehen. Das ehemalige Gestapo Gefängnis. Die Zellen. Ich habe die Ignoranz der Nachkriegsgesellschaft vorgeführt bekommen. Es war bedrückend. Am nächsten Tag in Bonn, im Haus der Geschichte, ein weiteres Mal die Ignoranz, die Unfähigkeit oder vielleicht auch einfach die Weigerung, sich damit auseinander zu setzen, was geschehen ist. Ein kurzer Lichtblick, als die friedliche Revolution dazu geführt hat, dass die Mauer fällt und gleich danach die Baseballschläger Jahre. Selten ist mir so bewusst geworden, wie wenig die ganze NS Geschichte aufgearbeitet worden ist.
Die neuen Tabletten, in die ich leider doch einige Hoffnung gesetzt hatte, wirken nicht. Das Zittern scheint unbeeindruckt, manchmal habe ich das Gefühl, es wird noch stärker. Ich fühle mich verloren. Das Schreiben, das immer eine Art Rettungsanker für mich gewesen ist, funktioniert nicht mehr. Ich schaffe es häufig nicht aufzustehen, obwohl ich längst wach bin, jede Kleinigkeit kostet mich Kraft. Kraft, die ich nicht habe. Ich müsste alles loslassen. Vielleicht mute ich mir zu viel zu. Aus Verl habe ich mir die Unterlagen über meine Geburt schicken lassen, jetzt weiß ich immerhin, dass meine Mutter gerade erst 17 Jahre alt war, als sie mich zur Adoption frei gegeben hat. Ich habe das Protokoll der Verhandlung am Amtsgericht, in zweifacher Ausführung. Auf sehr dünnem Durchschlagpapier. Man muss sich mit dem zufrieden geben, was man hat. Mit der eigenen Durchschnittlichkeit, den Mängeln, den Lücken in der eigenen Geschichte. Vielleicht könnte ich noch weiter suchen, erfahren, wo sie jetzt lebt, ob sie überhaupt noch lebt. Vielleicht sollte ich alles was damit zu tun hat ruhen lassen. Ich bin mir selbst keine gute Ratgeberin.
Ich lese Vigdis Hjorth „Ein falsches Wort“. Auch dort geht es um Familie. Es ist bedrückend zu lesen, wie die gesamte Familie die Tatsache leugnet, verdrängt, dass der Vater seine älteste Tochter missbraucht hat. Es ist beeindruckend, wie Hjorth die Thematik Opfer oder Täter, bzw. gleichzeitig Opfer und Täter zu sein, auch in einem politischen Kontext behandelt.
#Familie #Mutter #Verdrängen #VigdisHjorth -
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Die Tage bleiben kalt, aber der Himmel ist blau und die Magnolie regnet ihre Blätter auf den Rasen. Vor einigen Tagen war ich in Köln, ich habe mir das NS Dokumentationszentrum angesehen. Das ehemalige Gestapo Gefängnis. Die Zellen. Ich habe die Ignoranz der Nachkriegsgesellschaft vorgeführt bekommen. Es war bedrückend. Am nächsten Tag in Bonn, im Haus der Geschichte, ein weiteres Mal die Ignoranz, die Unfähigkeit oder vielleicht auch einfach die Weigerung, sich damit auseinander zu setzen, was geschehen ist. Ein kurzer Lichtblick, als die friedliche Revolution dazu geführt hat, dass die Mauer fällt und gleich danach die Baseballschläger Jahre. Selten ist mir so bewusst geworden, wie wenig die ganze NS Geschichte aufgearbeitet worden ist.
Die neuen Tabletten, in die ich leider doch einige Hoffnung gesetzt hatte, wirken nicht. Das Zittern scheint unbeeindruckt, manchmal habe ich das Gefühl, es wird noch stärker. Ich fühle mich verloren. Das Schreiben, das immer eine Art Rettungsanker für mich gewesen ist, funktioniert nicht mehr. Ich schaffe es häufig nicht aufzustehen, obwohl ich längst wach bin, jede Kleinigkeit kostet mich Kraft. Kraft, die ich nicht habe. Ich müsste alles loslassen. Vielleicht mute ich mir zu viel zu. Aus Verl habe ich mir die Unterlagen über meine Geburt schicken lassen, jetzt weiß ich immerhin, dass meine Mutter gerade erst 17 Jahre alt war, als sie mich zur Adoption frei gegeben hat. Ich habe das Protokoll der Verhandlung am Amtsgericht, in zweifacher Ausführung. Auf sehr dünnem Durchschlagpapier. Man muss sich mit dem zufrieden geben, was man hat. Mit der eigenen Durchschnittlichkeit, den Mängeln, den Lücken in der eigenen Geschichte. Vielleicht könnte ich noch weiter suchen, erfahren, wo sie jetzt lebt, ob sie überhaupt noch lebt. Vielleicht sollte ich alles was damit zu tun hat ruhen lassen. Ich bin mir selbst keine gute Ratgeberin.
Ich lese Vigdis Hjorth „Ein falsches Wort“. Auch dort geht es um Familie. Es ist bedrückend zu lesen, wie die gesamte Familie die Tatsache leugnet, verdrängt, dass der Vater seine älteste Tochter missbraucht hat. Es ist beeindruckend, wie Hjorth die Thematik Opfer oder Täter, bzw. gleichzeitig Opfer und Täter zu sein, auch in einem politischen Kontext behandelt.
#Familie #Mutter #Verdrängen #VigdisHjorth -
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Die Tage bleiben kalt, aber der Himmel ist blau und die Magnolie regnet ihre Blätter auf den Rasen. Vor einigen Tagen war ich in Köln, ich habe mir das NS Dokumentationszentrum angesehen. Das ehemalige Gestapo Gefängnis. Die Zellen. Ich habe die Ignoranz der Nachkriegsgesellschaft vorgeführt bekommen. Es war bedrückend. Am nächsten Tag in Bonn, im Haus der Geschichte, ein weiteres Mal die Ignoranz, die Unfähigkeit oder vielleicht auch einfach die Weigerung, sich damit auseinander zu setzen, was geschehen ist. Ein kurzer Lichtblick, als die friedliche Revolution dazu geführt hat, dass die Mauer fällt und gleich danach die Baseballschläger Jahre. Selten ist mir so bewusst geworden, wie wenig die ganze NS Geschichte aufgearbeitet worden ist.
Die neuen Tabletten, in die ich leider doch einige Hoffnung gesetzt hatte, wirken nicht. Das Zittern scheint unbeeindruckt, manchmal habe ich das Gefühl, es wird noch stärker. Ich fühle mich verloren. Das Schreiben, das immer eine Art Rettungsanker für mich gewesen ist, funktioniert nicht mehr. Ich schaffe es häufig nicht aufzustehen, obwohl ich längst wach bin, jede Kleinigkeit kostet mich Kraft. Kraft, die ich nicht habe. Ich müsste alles loslassen. Vielleicht mute ich mir zu viel zu. Aus Verl habe ich mir die Unterlagen über meine Geburt schicken lassen, jetzt weiß ich immerhin, dass meine Mutter gerade erst 17 Jahre alt war, als sie mich zur Adoption frei gegeben hat. Ich habe das Protokoll der Verhandlung am Amtsgericht, in zweifacher Ausführung. Auf sehr dünnem Durchschlagpapier. Man muss sich mit dem zufrieden geben, was man hat. Mit der eigenen Durchschnittlichkeit, den Mängeln, den Lücken in der eigenen Geschichte. Vielleicht könnte ich noch weiter suchen, erfahren, wo sie jetzt lebt, ob sie überhaupt noch lebt. Vielleicht sollte ich alles was damit zu tun hat ruhen lassen. Ich bin mir selbst keine gute Ratgeberin.
Ich lese Vigdis Hjorth „Ein falsches Wort“. Auch dort geht es um Familie. Es ist bedrückend zu lesen, wie die gesamte Familie die Tatsache leugnet, verdrängt, dass der Vater seine älteste Tochter missbraucht hat. Es ist beeindruckend, wie Hjorth die Thematik Opfer oder Täter, bzw. gleichzeitig Opfer und Täter zu sein, auch in einem politischen Kontext behandelt.
#Familie #Mutter #Verdrängen #VigdisHjorth -
Baudelaire - og så på en onsdag.
#vigdishjorth #tredivedageisandefjord -
Baudelaire - og så på en onsdag.
#vigdishjorth #tredivedageisandefjord -
2025 book sixty-four: Vigdis Hjorth: Long Live the Post Horn! ⭐️⭐️⭐️⭐️#fiction #bookstodon #bookstagram #audiobook #vigdishjorth
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2025 book sixty-four: Vigdis Hjorth: Long Live the Post Horn! ⭐️⭐️⭐️⭐️#fiction #bookstodon #bookstagram #audiobook #vigdishjorth
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2025 book sixty-four: Vigdis Hjorth: Long Live the Post Horn! ⭐️⭐️⭐️⭐️#fiction #bookstodon #bookstagram #audiobook #vigdishjorth
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2025 book sixty-four: Vigdis Hjorth: Long Live the Post Horn! ⭐️⭐️⭐️⭐️#fiction #bookstodon #bookstagram #audiobook #vigdishjorth
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2025 book sixty-four: Vigdis Hjorth: Long Live the Post Horn! ⭐️⭐️⭐️⭐️#fiction #bookstodon #bookstagram #audiobook #vigdishjorth
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Vigdis Hjorth, dans ce livre, maîtrise parfaitement la construction narrative. Du début de l'histoire où l'on suit les élucubrations de la narratrice jusqu'à la fin plus tangible, tout est mis en place pour instiller lentement mais sûrement une ambiance lourde de détresse.
Je termine ce roman en étant impressionnée. J'ai aimé, d'un bout à l'autre.
#Mereestellemorte #VigdisHjorth #helenehervieu #actessud #litteraturenorvegienne #lettresscandinaves
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Es gibt Bücher, die begeistern mich aufgrund ihrer Form, ihres Erfindungsreichtums, ihrer wunderschönen Sprache, oder ihrer Weisheit.
Und dann gibt es Bücher, wie das von Vigdis Hjorth „Die Wahrheiten meiner Mutter“, die mich nicht nur berühren, beunruhigen und bewegen, sondern mich verändern. Weil sie mir Perspektiven zeigen, die ich zuvor nicht sehen konnte, weil sie alles in Frage stellen, was ich für sicher gehalten habe.
Verrückterweise habe ich nämlich, obwohl ich schon recht lange Mutter bin und das von mehr als einem Kind, immer gedacht, es gäbe eine Möglichkeit, es richtig zu machen. Ich glaubte unbeirrbar, dass es möglich sei, die eigenen Erfahrungen so zu nutzen, dass man es besser macht. Es gäbe Mütter, die einfach alles richtig machen und die anderen, die versagen. Und ich müsste mich nur genug anstrengen, dann könnte auch ich eine gute Mutter werden. Eine, die alles richtig macht und simsalabim sind alle glücklich, die Kinder und weil die Kinder glücklich sind, ist es die Mutter auch.
Einer Freundin habe ich erst kürzlich erzählt, dass ich geglaubt habe, meine Liebe zu meinen Kindern würde genügen. Dass ich das nicht mehr glaube, sagte ich auch.
Viel früher, als man mich gefragt hatte, welche Frage, oder welche Überzeugung mich beim Schreiben umtreibe, habe ich geantwortet: „Die Unmöglichkeit einander zu verstehen“. So verrückt es sich anhört, ich habe dabei nicht an meine Kinder, nicht an meine Rolle als Mutter gedacht, nicht damals, vor sehr sehr vielen Jahren, als ich die Antwort gab, und auch später nicht. Nachdem alles mögliche geschehen war, was mich begreifen ließ, dass nichts einfach ist, dass es keine allgemeingültige Wahrheit gibt und nicht einmal die Möglichkeit, diese Tatsache in ihrer ganzen Bandbreite zu verstehen. Selbst da hatte ich mich nicht an diesen Satz erinnert, an diese Überzeugung, die ich offensichtlich gründlich vor meiner Beziehung mit meinen Kindern abgesondert hatte. Die mir jetzt auf nahezu jeder Seite bei der Lektüre von „Die Wahrheiten meiner Mutter“ entgegenschlägt.
Hätte ich auch nur ansatzweise begriffen, wie viel Macht eine Mutter hat, ich wäre niemals schwanger geworden.
„Wenn man wüsste, wenn man in jungen Jahren verstünde, wie entscheidend die Kindheit ist, würde man niemals wagen, selbst Kinder zu bekommen.“
Hjorth erzählt konsequent aus der Perspektive der verlorenen Tochter, die, als sie heimkehrt vor fest verriegelten Türen steht, die so lange gegen diese Türen rennt, bis sie tief verwundet akzeptieren muss, dass es keine Versöhnung, nicht einmal eine Aussprache mit der Mutter geben wird. Dabei erinnert sich die erzählende Tochter an die seelische Not der Mutter, sieht diese Not als Schlüssel für all die Verwundungen, die zwischen Tochter und Mutter stattgefunden haben, aber es scheint zu spät zu sein. Die Mutter ist zu keiner Auseinandersetzung bereit, sie hat sich in sich selbst verschlossen, die Erinnerung und den Kummer begraben, ist hart geworden und unversöhnlich.
„Das erste Lied, das ich jemals hörte, war Mutters Weinen an meiner Wiege.“
Was für ein Satz! Und er steht stellvertretend für die Fabel des Romans. Einer Geschichte, die mich erschüttert hat.
https://muetzenfalterin.blogda.ch/2024/01/09/vigdis-hjorth-die-wahrheiten-meiner-mutter/
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Es gibt Bücher, die begeistern mich aufgrund ihrer Form, ihres Erfindungsreichtums, ihrer wunderschönen Sprache, oder ihrer Weisheit.
Und dann gibt es Bücher, wie das von Vigdis Hjorth „Die Wahrheiten meiner Mutter“, die mich nicht nur berühren, beunruhigen und bewegen, sondern mich verändern. Weil sie mir Perspektiven zeigen, die ich zuvor nicht sehen konnte, weil sie alles in Frage stellen, was ich für sicher gehalten habe.
Verrückterweise habe ich nämlich, obwohl ich schon recht lange Mutter bin und das von mehr als einem Kind, immer gedacht, es gäbe eine Möglichkeit, es richtig zu machen. Ich glaubte unbeirrbar, dass es möglich sei, die eigenen Erfahrungen so zu nutzen, dass man es besser macht. Es gäbe Mütter, die einfach alles richtig machen und die anderen, die versagen. Und ich müsste mich nur genug anstrengen, dann könnte auch ich eine gute Mutter werden. Eine, die alles richtig macht und simsalabim sind alle glücklich, die Kinder und weil die Kinder glücklich sind, ist es die Mutter auch.
Einer Freundin habe ich erst kürzlich erzählt, dass ich geglaubt habe, meine Liebe zu meinen Kindern würde genügen. Dass ich das nicht mehr glaube, sagte ich auch.
Viel früher, als man mich gefragt hatte, welche Frage, oder welche Überzeugung mich beim Schreiben umtreibe, habe ich geantwortet: „Die Unmöglichkeit einander zu verstehen“. So verrückt es sich anhört, ich habe dabei nicht an meine Kinder, nicht an meine Rolle als Mutter gedacht, nicht damals, vor sehr sehr vielen Jahren, als ich die Antwort gab, und auch später nicht. Nachdem alles mögliche geschehen war, was mich begreifen ließ, dass nichts einfach ist, dass es keine allgemeingültige Wahrheit gibt und nicht einmal die Möglichkeit, diese Tatsache in ihrer ganzen Bandbreite zu verstehen. Selbst da hatte ich mich nicht an diesen Satz erinnert, an diese Überzeugung, die ich offensichtlich gründlich vor meiner Beziehung mit meinen Kindern abgesondert hatte. Die mir jetzt auf nahezu jeder Seite bei der Lektüre von „Die Wahrheiten meiner Mutter“ entgegenschlägt.
Hätte ich auch nur ansatzweise begriffen, wie viel Macht eine Mutter hat, ich wäre niemals schwanger geworden.
„Wenn man wüsste, wenn man in jungen Jahren verstünde, wie entscheidend die Kindheit ist, würde man niemals wagen, selbst Kinder zu bekommen.“
Hjorth erzählt konsequent aus der Perspektive der verlorenen Tochter, die, als sie heimkehrt vor fest verriegelten Türen steht, die so lange gegen diese Türen rennt, bis sie tief verwundet akzeptieren muss, dass es keine Versöhnung, nicht einmal eine Aussprache mit der Mutter geben wird. Dabei erinnert sich die erzählende Tochter an die seelische Not der Mutter, sieht diese Not als Schlüssel für all die Verwundungen, die zwischen Tochter und Mutter stattgefunden haben, aber es scheint zu spät zu sein. Die Mutter ist zu keiner Auseinandersetzung bereit, sie hat sich in sich selbst verschlossen, die Erinnerung und den Kummer begraben, ist hart geworden und unversöhnlich.
„Das erste Lied, das ich jemals hörte, war Mutters Weinen an meiner Wiege.“
Was für ein Satz! Und er steht stellvertretend für die Fabel des Romans. Einer Geschichte, die mich erschüttert hat.
https://muetzenfalterin.blogda.ch/2024/01/09/vigdis-hjorth-die-wahrheiten-meiner-mutter/
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Es gibt Bücher, die begeistern mich aufgrund ihrer Form, ihres Erfindungsreichtums, ihrer wunderschönen Sprache, oder ihrer Weisheit.
Und dann gibt es Bücher, wie das von Vigdis Hjorth „Die Wahrheiten meiner Mutter“, die mich nicht nur berühren, beunruhigen und bewegen, sondern mich verändern. Weil sie mir Perspektiven zeigen, die ich zuvor nicht sehen konnte, weil sie alles in Frage stellen, was ich für sicher gehalten habe.
Verrückterweise habe ich nämlich, obwohl ich schon recht lange Mutter bin und das von mehr als einem Kind, immer gedacht, es gäbe eine Möglichkeit, es richtig zu machen. Ich glaubte unbeirrbar, dass es möglich sei, die eigenen Erfahrungen so zu nutzen, dass man es besser macht. Es gäbe Mütter, die einfach alles richtig machen und die anderen, die versagen. Und ich müsste mich nur genug anstrengen, dann könnte auch ich eine gute Mutter werden. Eine, die alles richtig macht und simsalabim sind alle glücklich, die Kinder und weil die Kinder glücklich sind, ist es die Mutter auch.
Einer Freundin habe ich erst kürzlich erzählt, dass ich geglaubt habe, meine Liebe zu meinen Kindern würde genügen. Dass ich das nicht mehr glaube, sagte ich auch.
Viel früher, als man mich gefragt hatte, welche Frage, oder welche Überzeugung mich beim Schreiben umtreibe, habe ich geantwortet: „Die Unmöglichkeit einander zu verstehen“. So verrückt es sich anhört, ich habe dabei nicht an meine Kinder, nicht an meine Rolle als Mutter gedacht, nicht damals, vor sehr sehr vielen Jahren, als ich die Antwort gab, und auch später nicht. Nachdem alles mögliche geschehen war, was mich begreifen ließ, dass nichts einfach ist, dass es keine allgemeingültige Wahrheit gibt und nicht einmal die Möglichkeit, diese Tatsache in ihrer ganzen Bandbreite zu verstehen. Selbst da hatte ich mich nicht an diesen Satz erinnert, an diese Überzeugung, die ich offensichtlich gründlich vor meiner Beziehung mit meinen Kindern abgesondert hatte. Die mir jetzt auf nahezu jeder Seite bei der Lektüre von „Die Wahrheiten meiner Mutter“ entgegenschlägt.
Hätte ich auch nur ansatzweise begriffen, wie viel Macht eine Mutter hat, ich wäre niemals schwanger geworden.
„Wenn man wüsste, wenn man in jungen Jahren verstünde, wie entscheidend die Kindheit ist, würde man niemals wagen, selbst Kinder zu bekommen.“
Hjorth erzählt konsequent aus der Perspektive der verlorenen Tochter, die, als sie heimkehrt vor fest verriegelten Türen steht, die so lange gegen diese Türen rennt, bis sie tief verwundet akzeptieren muss, dass es keine Versöhnung, nicht einmal eine Aussprache mit der Mutter geben wird. Dabei erinnert sich die erzählende Tochter an die seelische Not der Mutter, sieht diese Not als Schlüssel für all die Verwundungen, die zwischen Tochter und Mutter stattgefunden haben, aber es scheint zu spät zu sein. Die Mutter ist zu keiner Auseinandersetzung bereit, sie hat sich in sich selbst verschlossen, die Erinnerung und den Kummer begraben, ist hart geworden und unversöhnlich.
„Das erste Lied, das ich jemals hörte, war Mutters Weinen an meiner Wiege.“
Was für ein Satz! Und er steht stellvertretend für die Fabel des Romans. Einer Geschichte, die mich erschüttert hat.
https://muetzenfalterin.blogda.ch/2024/01/09/vigdis-hjorth-die-wahrheiten-meiner-mutter/
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Brief thoughts on "Is Mother Dead," my first read from the @Thebookerprizes International long list for 2023
"...…suffering is a link that brings a magical pleasure happiness can never deliver."
https://bewilderedcreatures.com/2023/03/19/is-mother-dead-by-vigdis-hjorth/
#BookerPrizeInternational #BookerPrize #VigdisHjorth #LiteratureInTranslation
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Brief thoughts on "Is Mother Dead," my first read from the @Thebookerprizes International long list for 2023
"...…suffering is a link that brings a magical pleasure happiness can never deliver."
https://bewilderedcreatures.com/2023/03/19/is-mother-dead-by-vigdis-hjorth/
#BookerPrizeInternational #BookerPrize #VigdisHjorth #LiteratureInTranslation
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Brief thoughts on "Is Mother Dead," my first read from the @Thebookerprizes International long list for 2023
"...…suffering is a link that brings a magical pleasure happiness can never deliver."
https://bewilderedcreatures.com/2023/03/19/is-mother-dead-by-vigdis-hjorth/
#BookerPrizeInternational #BookerPrize #VigdisHjorth #LiteratureInTranslation
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Brief thoughts on "Is Mother Dead," my first read from the @Thebookerprizes International long list for 2023
"...…suffering is a link that brings a magical pleasure happiness can never deliver."
https://bewilderedcreatures.com/2023/03/19/is-mother-dead-by-vigdis-hjorth/
#BookerPrizeInternational #BookerPrize #VigdisHjorth #LiteratureInTranslation
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Dear #bookstodon - I can’t be the only on in the #fediverse who’s read ‘Will and Testament’ by #VigdisHjorth right?
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Dear #bookstodon - I can’t be the only on in the #fediverse who’s read ‘Will and Testament’ by #VigdisHjorth right?
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Hello #bookstodon ! Who has read Will and Testament by #VigdisHjorth ? It’s one of the best books I’ve read in recent memory.
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Hello #bookstodon ! Who has read Will and Testament by #VigdisHjorth ? It’s one of the best books I’ve read in recent memory.