home.social

#horspieldesmonats — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #horspieldesmonats, aggregated by home.social.

fetched live
  1. Hörspiel des Monats August 2026

    Fänggen

    von Ludwig Abraham

    Regie & Komposition:  Ludwig Abraham
    Redaktion: Katarina Agathos
    Produktion: BR
    Länge: 67:23
    Ursendung: Bayern 2, 16.06.2026

    Die Begründung der Jury

    Wir empfehlen in diesem Monat „Fänggen“ von Ludwig Abraham. Dieses Hörspiel verbindet Sprache, Geräusch und Musik zu einem fein austarierten akustischen Raum. Wir folgten gerne dem Geschehen, der Suche nach Zugehörigkeit und Glühwürmchen, den Spannungen mit der angeheirateten Familie und im Job, also der Verbindung der absoluten Gegenwart mit mystischen Elementen.

    Fänggen

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 05.09.2026 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2026-01-27, Karen Köhler: Polly, HR
    2026-01-28, Maike Wetzel: Lise Meitner oder Die Spaltung der Welt, BR
    2026-01-30, Jakob Nolte: Die Frau mit den vier Armen; DLF Kultur

    2026-02-03, Buchholz, Fallwickl, Glanz, Köhler: 10 Augenblicke (1-3/10), HR
    2026-02-03, Robert Walser: Der Gehülfe, SRF
    2026-02-06, Ursula Krechel: Die wirkliche Lämmchenhaftigkeit, DLF
    2026-02-09, Catherine Verlaguet: Der Vorgang, SR
    2026-02-10, Judith Kuckart: Die Welt zwischen den Nachrichten, SWR

    2026-03-08, Ruth Johanna Benrath, Christine Nagel: Unwandelbar.Luise, RBB
    2026-03-19, Susanna Mewe_Das heilige Herz der Clara Dorn, BR
    2026-03.25, Gesche Piening: Blaupause Scheuklappe, DLF
    2026-03-30, Werner Fritsch: Mixing Memory & Desire, SWR

    2026-04-01, Maxi Obexer: Koloniale Arten, NDR
    2026-04-02, Thomas Hettche: Liebe, HR
    2026-04-14, Yannic Han Biao Federer: Asiawochen, SWR
    2026-04-24, Daniel Kehlmann: Lichtspiel

    2026-05-11, Etty Hillesum: Etty, HR
    2026-05-18, Pascal Garnier: Der Beifahrer, HR
    2026-05-20, Dunja Arnaszus: Mörder sind blöd, MDR
    2026-05-21, Sven Stricker: Sörensen geht aufs Haus, DLF

    2026-06-07, Bettie I. Alfred: Die Riesenschnake oder ein Missverständnis, RBB
    2026-06-16, Tino Kühn: CHEAP DREAMS NEW WhiRLeD ORDER, SWR
    2026-06-22, Dinçer Güçyeter: Unser Deutschlandmärchen, DLF
    2026-06-23, Ludwig Abraham: Fänggen, BR
    2026-06-23, Tom Heithoff: Wer schwitzt, stirbt, HR
    2026-06-30, Dominik_Bernet: Grow, SRF

    2026-07-01, Arne Salasse: Der Gedanken-Knacker, HR
    2026-07- 20, Ingeborg Bachmann: Der gute Gott von Manhattan, ORF
    2026-07-23, Jô Soares: Sherlock Holmes in Ri, SWR
    2026-07-23, Tom Hillenbrand: Hologrammatica, DLF
    2026-07-30, Claudia Ott: 1001 Nacht – Staffel 2, DLF
    2026-07-31, Martin Heindel: Cronenbergs Erbe, BR

     

     

    #BR #Fänggen #HörspielDesMonats #LudwigAbraham
  2. Hörspiel des Monats August 2026

    Fänggen

    von Ludwig Abraham

    Regie & Komposition:  Ludwig Abraham
    Redaktion: Katarina Agathos
    Produktion: BR
    Länge: 67:23
    Ursendung: Bayern 2, 16.06.2026

    Die Begründung der Jury

    Wir empfehlen in diesem Monat „Fänggen“ von Ludwig Abraham. Dieses Hörspiel verbindet Sprache, Geräusch und Musik zu einem fein austarierten akustischen Raum. Wir folgten gerne dem Geschehen, der Suche nach Zugehörigkeit und Glühwürmchen, den Spannungen mit der angeheirateten Familie und im Job, also der Verbindung der absoluten Gegenwart mit mystischen Elementen.

    Fänggen

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 05.09.2026 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2026-01-27, Karen Köhler: Polly, HR
    2026-01-28, Maike Wetzel: Lise Meitner oder Die Spaltung der Welt, BR
    2026-01-30, Jakob Nolte: Die Frau mit den vier Armen; DLF Kultur

    2026-02-03, Buchholz, Fallwickl, Glanz, Köhler: 10 Augenblicke (1-3/10), HR
    2026-02-03, Robert Walser: Der Gehülfe, SRF
    2026-02-06, Ursula Krechel: Die wirkliche Lämmchenhaftigkeit, DLF
    2026-02-09, Catherine Verlaguet: Der Vorgang, SR
    2026-02-10, Judith Kuckart: Die Welt zwischen den Nachrichten, SWR

    2026-03-08, Ruth Johanna Benrath, Christine Nagel: Unwandelbar.Luise, RBB
    2026-03-19, Susanna Mewe_Das heilige Herz der Clara Dorn, BR
    2026-03.25, Gesche Piening: Blaupause Scheuklappe, DLF
    2026-03-30, Werner Fritsch: Mixing Memory & Desire, SWR

    2026-04-01, Maxi Obexer: Koloniale Arten, NDR
    2026-04-02, Thomas Hettche: Liebe, HR
    2026-04-14, Yannic Han Biao Federer: Asiawochen, SWR
    2026-04-24, Daniel Kehlmann: Lichtspiel

    2026-05-11, Etty Hillesum: Etty, HR
    2026-05-18, Pascal Garnier: Der Beifahrer, HR
    2026-05-20, Dunja Arnaszus: Mörder sind blöd, MDR
    2026-05-21, Sven Stricker: Sörensen geht aufs Haus, DLF

    2026-06-07, Bettie I. Alfred: Die Riesenschnake oder ein Missverständnis, RBB
    2026-06-16, Tino Kühn: CHEAP DREAMS NEW WhiRLeD ORDER, SWR
    2026-06-22, Dinçer Güçyeter: Unser Deutschlandmärchen, DLF
    2026-06-23, Ludwig Abraham: Fänggen, BR
    2026-06-23, Tom Heithoff: Wer schwitzt, stirbt, HR
    2026-06-30, Dominik_Bernet: Grow, SRF

    2026-07-01, Arne Salasse: Der Gedanken-Knacker, HR
    2026-07- 20, Ingeborg Bachmann: Der gute Gott von Manhattan, ORF
    2026-07-23, Jô Soares: Sherlock Holmes in Ri, SWR
    2026-07-23, Tom Hillenbrand: Hologrammatica, DLF
    2026-07-30, Claudia Ott: 1001 Nacht – Staffel 2, DLF
    2026-07-31, Martin Heindel: Cronenbergs Erbe, BR

     

     

    #BR #Fänggen #HörspielDesMonats #LudwigAbraham
  3. Hörspiel des Monats Mai 2026

    Die Hexe von Pendach

    von Julien Hebenstreit und Katharina Irmscher

    Regie: Pauline Seiberlich
    Komposition: Ulrike Haage
    Dramaturgie: Katarian Agathos
    Produktion: BR 2026
    Länge: Folge 1 Ausbruch 39:59 / Folge 2 Schweigen: 41:09 / Folge 3 Schwarzer Schnee: 35:42 / Folge 4 Der Pakt: 42:37 / Folge 5 Falke: 32:45 / Folge 6 Teufelsküsse: 43:19 / Folge 7 Brüderschwur: 34:15 / Folge 8 Mondträumerin: 46:25
    Ursendung: Bayerm2, 22.03, 29.03, 12.04, 19.04.2026

    Die Begründung der Jury

    „Die Hexe von Pendach“ ist ein außergewöhnliches Hörspiel, das es schafft, eine Hexenjagd aus dem Jahr 1700 in die Gegenwart zu holen, ohne sich an diese anzubiedern. Es geht um die immer wieder aktuellen Themen religiöser Fanatismus, gesellschaftlicher Druck und persönliche Schuld. Dabei vermischen sich die historischen Fakten mit einer überzeugenden Leistung der Sprecher*innen und dem musikalischen Arrangement zu einem faszinierenden Ganzen – eine Melange aus Kriminalroman, Geschichts- und Mystery-Erzählung. Es ist absolut zu empfehlen, das alles über Kopfhörer zu hören, die Produktion ist atmosphärisch sehr dicht und detailreich, die Inszenierung und die Dramaturgie sind klar, ungewöhnlich und immer wieder überraschend, sodass es einen unwahrscheinlichen Spaß macht, dieser Geschichte zu folgen.

    Die Hexe von Pendach – Trailder

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.06.2026 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2026-01-27, Karen Köhler: Polly, HR
    2026-01-28, Maike Wetzel: Lise Meitner oder Die Spaltung der Welt, BR
    2026-01-30, Jakob Nolte: Die Frau mit den vier Armen; DLF Kultur

    2026-02-03, Buchholz, Fallwickl, Glanz, Köhler: 10 Augenblicke (1-3/10), HR
    2026-02-03, Robert Walser:Der Gehuelfe, SRF
    2026-02-06, Ursula Krechel: Die wirkliche Lämmchenhaftigkeit, DLF
    2026-02-09, Catherine Verlaguet: Der Vorgang, SR
    2026-02-10, Judith Kuckart: Die Welt zwischen den Nachrichten, SWR

    2026-03-08, Ruth Johanna Benrath, Christine Nagel: Unwandelbar.Luise, RBB
    2026-03-19, Susanna Mewe_Das heilige Herz der Clara Dorn, BR
    2026-03.25, Gesche Piening: Blaupause Scheuklappe, DLF
    2026-03-30, Werner Fritsch: Mixing Memory & Desire, SWR

    2026-04-01, Maxi Obexer: Koloniale Arten, NDR
    2026-04-02, Thomas Hettche: Liebe, HR
    2026-04-14, Yannic Han Biao Federer: Asiawochen, SWR
    2026-04-24, Daniel Kehlmann: Lichtspiel, DLF

    #BR #DieHexeVonPendach #HörspielDesMonats #JulienHebenstreit #KatharinaIrmscher
  4. Hörspiel des Monats Mai 2026

    Die Hexe von Pendach

    von Julien Hebenstreit und Katharina Irmscher

    Regie: Pauline Seiberlich
    Komposition: Ulrike Haage
    Dramaturgie: Katarian Agathos
    Produktion: BR 2026
    Länge: Folge 1 Ausbruch 39:59 / Folge 2 Schweigen: 41:09 / Folge 3 Schwarzer Schnee: 35:42 / Folge 4 Der Pakt: 42:37 / Folge 5 Falke: 32:45 / Folge 6 Teufelsküsse: 43:19 / Folge 7 Brüderschwur: 34:15 / Folge 8 Mondträumerin: 46:25
    Ursendung: Bayerm2, 22.03, 29.03, 12.04, 19.04.2026

    Die Begründung der Jury

    „Die Hexe von Pendach“ ist ein außergewöhnliches Hörspiel, das es schafft, eine Hexenjagd aus dem Jahr 1700 in die Gegenwart zu holen, ohne sich an diese anzubiedern. Es geht um die immer wieder aktuellen Themen religiöser Fanatismus, gesellschaftlicher Druck und persönliche Schuld. Dabei vermischen sich die historischen Fakten mit einer überzeugenden Leistung der Sprecher*innen und dem musikalischen Arrangement zu einem faszinierenden Ganzen – eine Melange aus Kriminalroman, Geschichts- und Mystery-Erzählung. Es ist absolut zu empfehlen, das alles über Kopfhörer zu hören, die Produktion ist atmosphärisch sehr dicht und detailreich, die Inszenierung und die Dramaturgie sind klar, ungewöhnlich und immer wieder überraschend, sodass es einen unwahrscheinlichen Spaß macht, dieser Geschichte zu folgen.

    Die Hexe von Pendach – Trailder

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.06.2026 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2026-01-27, Karen Köhler: Polly, HR
    2026-01-28, Maike Wetzel: Lise Meitner oder Die Spaltung der Welt, BR
    2026-01-30, Jakob Nolte: Die Frau mit den vier Armen; DLF Kultur

    2026-02-03, Buchholz, Fallwickl, Glanz, Köhler: 10 Augenblicke (1-3/10), HR
    2026-02-03, Robert Walser:Der Gehuelfe, SRF
    2026-02-06, Ursula Krechel: Die wirkliche Lämmchenhaftigkeit, DLF
    2026-02-09, Catherine Verlaguet: Der Vorgang, SR
    2026-02-10, Judith Kuckart: Die Welt zwischen den Nachrichten, SWR

    2026-03-08, Ruth Johanna Benrath, Christine Nagel: Unwandelbar.Luise, RBB
    2026-03-19, Susanna Mewe_Das heilige Herz der Clara Dorn, BR
    2026-03.25, Gesche Piening: Blaupause Scheuklappe, DLF
    2026-03-30, Werner Fritsch: Mixing Memory & Desire, SWR

    2026-04-01, Maxi Obexer: Koloniale Arten, NDR
    2026-04-02, Thomas Hettche: Liebe, HR
    2026-04-14, Yannic Han Biao Federer: Asiawochen, SWR
    2026-04-24, Daniel Kehlmann: Lichtspiel, DLF

    #BR #DieHexeVonPendach #HörspielDesMonats #JulienHebenstreit #KatharinaIrmscher
  5. Hörspiel des Monats Mai 2026

    Die Hexe von Pendach

    von Julien Hebenstreit und Katharina Irmscher

    Regie: Pauline Seiberlich
    Komposition: Ulrike Haage
    Dramaturgie: Katarian Agathos
    Produktion: BR 2026
    Länge: Folge 1 Ausbruch 39:59 / Folge 2 Schweigen: 41:09 / Folge 3 Schwarzer Schnee: 35:42 / Folge 4 Der Pakt: 42:37 / Folge 5 Falke: 32:45 / Folge 6 Teufelsküsse: 43:19 / Folge 7 Brüderschwur: 34:15 / Folge 8 Mondträumerin: 46:25
    Ursendung: Bayerm2, 22.03, 29.03, 12.04, 19.04.2026

    Die Begründung der Jury

    „Die Hexe von Pendach“ ist ein außergewöhnliches Hörspiel, das es schafft, eine Hexenjagd aus dem Jahr 1700 in die Gegenwart zu holen, ohne sich an diese anzubiedern. Es geht um die immer wieder aktuellen Themen religiöser Fanatismus, gesellschaftlicher Druck und persönliche Schuld. Dabei vermischen sich die historischen Fakten mit einer überzeugenden Leistung der Sprecher*innen und dem musikalischen Arrangement zu einem faszinierenden Ganzen – eine Melange aus Kriminalroman, Geschichts- und Mystery-Erzählung. Es ist absolut zu empfehlen, das alles über Kopfhörer zu hören, die Produktion ist atmosphärisch sehr dicht und detailreich, die Inszenierung und die Dramaturgie sind klar, ungewöhnlich und immer wieder überraschend, sodass es einen unwahrscheinlichen Spaß macht, dieser Geschichte zu folgen.

    Die Hexe von Pendach – Trailder

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.06.2026 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2026-01-27, Karen Köhler: Polly, HR
    2026-01-28, Maike Wetzel: Lise Meitner oder Die Spaltung der Welt, BR
    2026-01-30, Jakob Nolte: Die Frau mit den vier Armen; DLF Kultur

    2026-02-03, Buchholz, Fallwickl, Glanz, Köhler: 10 Augenblicke (1-3/10), HR
    2026-02-03, Robert Walser:Der Gehuelfe, SRF
    2026-02-06, Ursula Krechel: Die wirkliche Lämmchenhaftigkeit, DLF
    2026-02-09, Catherine Verlaguet: Der Vorgang, SR
    2026-02-10, Judith Kuckart: Die Welt zwischen den Nachrichten, SWR

    2026-03-08, Ruth Johanna Benrath, Christine Nagel: Unwandelbar.Luise, RBB
    2026-03-19, Susanna Mewe_Das heilige Herz der Clara Dorn, BR
    2026-03.25, Gesche Piening: Blaupause Scheuklappe, DLF
    2026-03-30, Werner Fritsch: Mixing Memory & Desire, SWR

    2026-04-01, Maxi Obexer: Koloniale Arten, NDR
    2026-04-02, Thomas Hettche: Liebe, HR
    2026-04-14, Yannic Han Biao Federer: Asiawochen, SWR
    2026-04-24, Daniel Kehlmann: Lichtspiel, DLF

    #BR #DieHexeVonPendach #HörspielDesMonats #JulienHebenstreit #KatharinaIrmscher
  6. Hörspiel des Monats April 2026

    Mama Mega

    von Ava Tabita Yul

    Bearbeitung und Regie: Dunja Arnaszus
    Komposition: Peta Devlin, Thomas Wenzel
    Dramaturgie: Juliane Schmidt
    Produktion: RBB 2025
    Länge: 53:59
    Ursendung: RBB radio3, 02.11.2025

    Die Begründung der Jury

    „Mama Mega“, das Hörspiel von Dunja Arnaszus, das auf dem gleichnamigen Theaterstück von Ava Tabita Yul basiert, ist eine rasante Erzählung über Mutterschaft, Rollenbilder, Überforderung und Fürsorge, die es schafft, nicht wehleidig zu sein und am Ende zu überraschen.
    Die Abgründe werden nicht verschwiegen, aber auch nicht überdramatisiert. Stattdessen lauert die Erlösung in einem Computerspiel. Das Hörspiel macht keine falschen Versprechungen, es gibt keine Befreiung aus der Kernfamilie, aber genau die wünscht sich ja niemand. Die Satire wurde im Hörspiel wundervoll in Szene gesetzt, die Specher*innen beleuchten Angst, Erschöpfung, Enttäuschung und Resignation; die dramaturgisch präzise Umsetzung überzeugt auch formal.

    Mama Mega

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 02.05.2026 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

    2025-08-18, Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika, ORF / DLF Kultur
    2025-08-28, Felix Kubin: FLOW – Beyond Baroque and Words, BR

    2025-09-04, Caroline Wahl: Windstärke 17, HR
    2025-09-04,Dana von Suffrin: NIEWIEDERGUT, BR
    2025-09-04, Lene Albrecht: Kamina, DLF Kultur
    2025-09-04, Magda Woitzuck: Zwei Schwestern, HR
    2025-09-04, Marlen Hobrack: Schrödingers Grrrl, DLF Kultur
    2025-09-08, Fabian Saul: Die Ästhetik des Widerstands, DLF Kultur
    2025-09-08, Marcus Steinweg: Metaphysik der Leere, DLF
    2025-09-11, Lars Werner: Das Ende des Westens, rbb
    2025-09-15, Victor Sattler: Stolpertexte Folge 7 Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät, MDR
    2025-09-25, Dirk Schmidt: Crrowl, RB

    2025-10-04, Yannic Han Biao Federer: Für immer seh ich dich wieder, NDR
    2025-10-16, Bergsveinn Birgisson: Antwort auf den Brief von Helga, ORF-SF
    2025-10-20, Gesche Piening: Göttlich bleiben, BR
    2025-10-22, Jovana Reisinger: Das große Leid, das kleine Leben, DLF Kultur
    2025-10-22, Leonhard F. Seidl: Fronten, DLF Kultur
    2025-10-22, Natalie Baudy: Fairycoin, DLF Kultur
    2025-10-22, Herta Müller: Die Welt schaukelt und du willst glücklich sein, DLF
    2025-10-30, Kai Grehn: Imiona nurtu – Die Namen der Strömung, SWR
    2025-10-30, Ricarda Messner: Wo der Name wohnt, SWR

    2025-11-02, Ava Tabita Yul: Mama Mega, RBB
    2025-11-06, Amal El Ommali / Andrea Geißler: Lamyas Buch der Scharlatane, HR
    2025-11-12, Kristine Bilkau: Halbinsel, NDR
    2025-11-24, Emma Braslavsky: Die Nothing-Box, BR
    2025-11-24, Manuela Tomic: Die Sonne täuscht über das Unglück hinweg, ORF
    2025-11-24, Mudar Alhaggi: Damaskus danach, NDR
    2025-11-24, Victor Hugo: Die Arbeiter des Meeres_Teil 1 bis 3, SWR<
    2025-11-26, Gert Prokop: Timothy Truckle ermittelt Teil 9 Der Laurin oder Umzug der Engel, MDR

    2025-12-10, Erik Altorfer: Um 12 Uhr Mittags ist Zukunft. Zeit zum Essen. BR
    2025-12-13, Susanne Ayoub: Johnny, ORF
    2025-12-17, Caroline Hofer: Marillenmassaker, ORF
    2025-12-17, Laura Naumann: Die Enthauptung. DLF Kultur
    2025-12-17, Liv Strömquist: Das Orakel spricht (1-3/7), DLF Kultur
    2025-12-17, Nina Meyer und Felix Engstfeld: Dr. Dunning himself, NDR

    2026-01-12, Andreas Jungwirth: Im Visier, MDR
    2026-01-27, Karen Köhler: Polly, HR
    2026-01-28, Maike Wetzel: Lise Meitner oder Die Spaltung der Welt, BR
    2026-01-30, Jakob Nolte: Die Frau mit den vier Armen; DLF Kultur

    2026-02-03, Buchholz, Fallwickl, Glanz, Köhler: 10 Augenblicke (1-3/10), HR
    2026-02-03, Robert Walser:Der Gehuelfe, SRF
    2026-02-06, Ursula Krechel: Die wirkliche Lämmchenhaftigkeit, DLF
    2026-02-09, Catherine Verlaguet: Der Vorgang, SR
    2026-02-10, Judith Kuckart: Die Welt zwischen den Nachrichten, SWR

    #AvaTabitaYul #DunjaArnaszus #HörspielDesMonats #MamaMega #RBB
  7. Hörspiel des Monats April 2026

    Mama Mega

    von Ava Tabita Yul

    Bearbeitung und Regie: Dunja Arnaszus
    Komposition: Peta Devlin, Thomas Wenzel
    Dramaturgie: Juliane Schmidt
    Produktion: RBB 2025
    Länge: 53:59
    Ursendung: RBB radio3, 02.11.2025

    Die Begründung der Jury

    „Mama Mega“, das Hörspiel von Dunja Arnaszus, das auf dem gleichnamigen Theaterstück von Ava Tabita Yul basiert, ist eine rasante Erzählung über Mutterschaft, Rollenbilder, Überforderung und Fürsorge, die es schafft, nicht wehleidig zu sein und am Ende zu überraschen.
    Die Abgründe werden nicht verschwiegen, aber auch nicht überdramatisiert. Stattdessen lauert die Erlösung in einem Computerspiel. Das Hörspiel macht keine falschen Versprechungen, es gibt keine Befreiung aus der Kernfamilie, aber genau die wünscht sich ja niemand. Die Satire wurde im Hörspiel wundervoll in Szene gesetzt, die Specher*innen beleuchten Angst, Erschöpfung, Enttäuschung und Resignation; die dramaturgisch präzise Umsetzung überzeugt auch formal.

    Mama Mega

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 02.05.2026 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

    2025-08-18, Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika, ORF / DLF Kultur
    2025-08-28, Felix Kubin: FLOW – Beyond Baroque and Words, BR

    2025-09-04, Caroline Wahl: Windstärke 17, HR
    2025-09-04,Dana von Suffrin: NIEWIEDERGUT, BR
    2025-09-04, Lene Albrecht: Kamina, DLF Kultur
    2025-09-04, Magda Woitzuck: Zwei Schwestern, HR
    2025-09-04, Marlen Hobrack: Schrödingers Grrrl, DLF Kultur
    2025-09-08, Fabian Saul: Die Ästhetik des Widerstands, DLF Kultur
    2025-09-08, Marcus Steinweg: Metaphysik der Leere, DLF
    2025-09-11, Lars Werner: Das Ende des Westens, rbb
    2025-09-15, Victor Sattler: Stolpertexte Folge 7 Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät, MDR
    2025-09-25, Dirk Schmidt: Crrowl, RB

    2025-10-04, Yannic Han Biao Federer: Für immer seh ich dich wieder, NDR
    2025-10-16, Bergsveinn Birgisson: Antwort auf den Brief von Helga, ORF-SF
    2025-10-20, Gesche Piening: Göttlich bleiben, BR
    2025-10-22, Jovana Reisinger: Das große Leid, das kleine Leben, DLF Kultur
    2025-10-22, Leonhard F. Seidl: Fronten, DLF Kultur
    2025-10-22, Natalie Baudy: Fairycoin, DLF Kultur
    2025-10-22, Herta Müller: Die Welt schaukelt und du willst glücklich sein, DLF
    2025-10-30, Kai Grehn: Imiona nurtu – Die Namen der Strömung, SWR
    2025-10-30, Ricarda Messner: Wo der Name wohnt, SWR

    2025-11-02, Ava Tabita Yul: Mama Mega, RBB
    2025-11-06, Amal El Ommali / Andrea Geißler: Lamyas Buch der Scharlatane, HR
    2025-11-12, Kristine Bilkau: Halbinsel, NDR
    2025-11-24, Emma Braslavsky: Die Nothing-Box, BR
    2025-11-24, Manuela Tomic: Die Sonne täuscht über das Unglück hinweg, ORF
    2025-11-24, Mudar Alhaggi: Damaskus danach, NDR
    2025-11-24, Victor Hugo: Die Arbeiter des Meeres_Teil 1 bis 3, SWR<
    2025-11-26, Gert Prokop: Timothy Truckle ermittelt Teil 9 Der Laurin oder Umzug der Engel, MDR

    2025-12-10, Erik Altorfer: Um 12 Uhr Mittags ist Zukunft. Zeit zum Essen. BR
    2025-12-13, Susanne Ayoub: Johnny, ORF
    2025-12-17, Caroline Hofer: Marillenmassaker, ORF
    2025-12-17, Laura Naumann: Die Enthauptung. DLF Kultur
    2025-12-17, Liv Strömquist: Das Orakel spricht (1-3/7), DLF Kultur
    2025-12-17, Nina Meyer und Felix Engstfeld: Dr. Dunning himself, NDR

    2026-01-12, Andreas Jungwirth: Im Visier, MDR
    2026-01-27, Karen Köhler: Polly, HR
    2026-01-28, Maike Wetzel: Lise Meitner oder Die Spaltung der Welt, BR
    2026-01-30, Jakob Nolte: Die Frau mit den vier Armen; DLF Kultur

    2026-02-03, Buchholz, Fallwickl, Glanz, Köhler: 10 Augenblicke (1-3/10), HR
    2026-02-03, Robert Walser:Der Gehuelfe, SRF
    2026-02-06, Ursula Krechel: Die wirkliche Lämmchenhaftigkeit, DLF
    2026-02-09, Catherine Verlaguet: Der Vorgang, SR
    2026-02-10, Judith Kuckart: Die Welt zwischen den Nachrichten, SWR

    #AvaTabitaYul #DunjaArnaszus #HörspielDesMonats #MamaMega #RBB
  8. Hörspiel des Jahres 2025 – Verleihung in Leipzig

    Am Freitag, den 20. März 2026, um 19:00 Uhr wird im Richard-Wagner-Saal der Kongresshalle am Zoo Leipzig (Pfaffendorfer Straße 31, 04105 Leipzig) das von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (DADK) vergebene „Hörspiel des Jahres“ 2025 – „Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober“ von Sharon Otoo und Dirk Laucke – vorgestellt und geehrt.

    Das Hörspiel wird in voller Länge präsentiert. Anschließend sprechen die beiden Preisträger Sharon Otoo und Dirk Laucke gemeinsam mit der Dramaturgin Juliane Schmidt (RBB) sowie den Juroren Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel. Die Moderation übernimmt Ingrid Wenzel. Der Eintritt ist frei.

    Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober

    von Sharon On und Dirk Laucke

    Regie: Sharon On und Dirk Laucke
    Regieassistenz: Dirk Leyers
    Mit Berichten von: Sivan, Hamid Abu Arar, Asaf, Ofek und Raz Liwny, Nivi Ochana,
    Adi Miara, Amit Soussana, Eli Sharabi, Yowel Sharvit, eines Sprechers von ZAKA,
    Sethuli Nissanka, Ricarda Louk, Natalia Casarotti-Kalfa
    Sprecher*innen: Sarah Maria Sander, Ariel Nil Levy, Raschid Daniel Sidgi, Tomer Lev Tov.
    Kolja Podkowik, Sebastian Urzendowsky, Richard Barenberg, Jaron Löwenberg, Natascha
    Manthe, Natalie Piu Mukherjee, Lilou Smart, Elisabeth Degen, Şiir Eloğlu, Philipp Jacob, Levi
    Wessel
    Ton: Peter Avar und Katrin Witt
    Dramaturgie & Redaktion: Juliane Schmidt
    Bei Recherche und Übersetzung halfen: Jaron Löwenberg, Tomer Lev-Tov, Shani Arnheim, Hila
    Bitterman
    Produktion: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) 2025
    Länge: 62 Min.

    Die Begründung der Jury

    Es sind die Details. Die kleinen Momente.
    Ich muss pinkeln, sagt Sivan zu ihrem Bruder am Telefon. Geh nicht pinkeln, antwortet er. Ganze viermal schafft Fatma das Glaubensbekenntnis, erinnert sich Hamid. Beim fünften Mal stirbt seine Frau neben ihm auf dem Beifahrersitz. Yowel zieht Mor ihren Pullover an, damit er nicht friert. Obwohl er längst kalt ist, längst tot. Obwohl sie weiß, dass er tot ist, will sie nicht, dass er friert. Das Bewusstsein ist nicht dafür geschaffen, die Realität des Todes anzunehmen. Nicht so. Nach und nach vielleicht. Irgendwann. Vielleicht auch nie. Für Yowel wird Mor immer lebendig sein. Ihr Liebster, gerade einen Monat lang ihr Mann. Erschossen.

    Ein Hörspiel kann Tote nicht wieder lebendig werden lassen. Oder doch? In der Fantasie? Sharon On und Dirk Laucke lassen Zeugen des 7. Oktober 2023 berichten über das, was ihnen widerfahren ist. An diesem Tag überfällt die Terrormiliz Hamas vom Gazastreifen aus Israel. Ihr Ziel sind israelische Wohnorte, Städte und Kibbuzim, und das Supernova-Musikfestival. Die Zeugen berichten sachlich, fast karg. Sie schildern Abläufe, Vorgänge. Sivan bleibt im Schutzraum und pinkelt auf einen Kissenbezug, damit sich der Urin nicht überall verteilt. Hamid gräbt eine Grube für Baby Elias, damit es nicht von den Kugeln der Hamas getroffen wird, die über sie hinwegzischen. Yowel drückt ein letztes Mal Mors Hand.

    Klug ausgewählt und zusammengestellt sind diese Berichte. In fünf Kapiteln erleben wir diesen Tag aus verschiedenen Perspektiven. Da sind die Bewohner der Kibbuzim, die Besucher des Supernova-Festivals, der arabischer Landwirt, eine Pflegekraft aus Sri Lanka, Polizeibeamte und ein Sprecher der ZAKA, einer ehrenamtlichen Organisation zur Identifizierung von Katastrophenopfern. Die Wucht ihrer Erzählungen steigert sich ins nahezu Unerträgliche.

    I‘ve come back from hell. I returned to tell my story, sagt Eli, dessen Familie ermordet wird und der
    über ein Jahr und vier Monate in Geiselhaft ist. Mir erschienen diese 55 Tage Geiselhaft wie eine Ewigkeit, sagt Amit, die gekidnappt und von den Entführern vergewaltigt wird. Wir enden bei Natalia, der Köchin, die ihren Sohn verliert: Ich hatte die Wahl, ob ich den Rest meines Lebens im Bett bleibe oder losgehe. Sie legt auf. Als DJane. In Gedenken an ihren Sohn spielt sie am Schluss des Hörspiels sein Lied „Like a Wildflower“. Das ist kein Trost und auch keine billige Hoffnung, aber ein kraftvoller Moment, mit dem uns die Autoren aus diesem Stück entlassen.

    Was muss es für eine Arbeit gewesen sein, die Interviews mit den Betroffenen zu führen, sich deren Berichte anzuhören? Auszuwählen? Sich den schlimmen Situationen immer wieder auszusetzen, sich nicht darin zu verlieren und dennoch einen mitfühlenden Blick zu behalten? Sie geben den Opfern, den Misshandelten, Vergewaltigten, Traumatisierten, Verletzten, Toten ihre Stimme und ihre Würde zurück.

    Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch Juliane Schmidt, der Redakteurin. Für ihre dramaturgische Leistung. Und für ihren Mut.

    Sobald von israelischen Opfern die Rede ist, wird heute in deutschen Medien geradezu reflexhaft auch an die Toten in Gaza erinnert. Als müsse man abwiegeln, einen Ausgleich suchen. Das Hörspiel tut dies nicht. Und das ist wohltuend. Denn so einfach ist es nicht. Was am 7. Oktober 2023 passiert ist, ist nicht einfach nur Krieg. Es gibt Wörter, aber sie bleiben unscharf. Grausam, barbarisch, unmenschlich … Bleiben Wörter. Angesichts dessen. Straße und jubeln. Ein Mann spuckt auf sie. Warum tun Menschen das?

    Da lässt es sich leicht aus unserer Entfernung von Zweistaatenlösung reden. Sie werden nicht gehen und wir auch nicht, sagt Natalia. Aber wie soll ein Zusammenleben funktionieren? Verzeihen und vergeben? Wie genau soll das denn möglich sein? Nichts beschönigen, Fragen aufwerfen, nicht sofort eine Antwort parat haben. Genau hinschauen. Nicht anklagen und interpretieren. Einfach zeigen. Das ist so viel. Das ist das Hörspiel des Jahres.

    Laila Stieler, Sebastian Krumbiegel

    Zum Inhalt: Am frühen Morgen des 7. Oktober 2023 überfiel die Terrormiliz Hamas den Süden Israels. Ihr Ziel waren jüdische Wohnorte, Städte und Kibbuzim und das Supernova-Musikfestival. Die Hamas beschoss das Gebiet mit Raketen, feuerte auf die Gäste des Festivals, drang in Wohnhäuser und Militärstützpunkte ein, folterte, vergewaltigte und tötete – ihr Ziel waren Juden und Jüdinnen und Israelis gleich welcher Zugehörigkeit. 1200 Menschen starben, 240 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. In fünf Kapiteln erzählen Menschen von dem, was sie an diesem Tag erlebt haben, was sie mitansehen mussten, was ihnen selbst geschah oder ihren Angehörigen. Sie erzählen davon, wie sie nach diesen Erfahrungen von Gewalt, Verlust und Trauer weiterleben.
    (Kritik hier)

    Das Hörspiel des Monats / des Jahres ist eine Initiative, die gemeinsam mit ARD, DLR, ORF und SRF dieser Kunstform ein eigenes Forum gibt und reihum in Kooperation mit den Sendern seit 1977 durchgeführt wird. Eine von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingesetzte Jury wählt Monat für Monat aus den Ursendungen die nach ihrer Meinung beste Produktion. Aus 12 „Hörspielen des Monats“ wählt dieselbe Jury das „Hörspiel des Jahres“. Das Preisträgerstück war Hörspiel des Monats November 2025.

     

    #DirkLaucke #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #RBB #ShaonOn
  9. Hörspiel des Jahres 2025 – Verleihung in Leipzig

    Am Freitag, den 20. März 2026, um 19:00 Uhr wird im Richard-Wagner-Saal der Kongresshalle am Zoo Leipzig (Pfaffendorfer Straße 31, 04105 Leipzig) das von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (DADK) vergebene „Hörspiel des Jahres“ 2025 – „Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober“ von Sharon Otoo und Dirk Laucke – vorgestellt und geehrt.

    Das Hörspiel wird in voller Länge präsentiert. Anschließend sprechen die beiden Preisträger Sharon Otoo und Dirk Laucke gemeinsam mit der Dramaturgin Juliane Schmidt (RBB) sowie den Juroren Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel. Die Moderation übernimmt Ingrid Wenzel. Der Eintritt ist frei.

    Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober

    von Sharon On und Dirk Laucke

    Regie: Sharon On und Dirk Laucke
    Regieassistenz: Dirk Leyers
    Mit Berichten von: Sivan, Hamid Abu Arar, Asaf, Ofek und Raz Liwny, Nivi Ochana,
    Adi Miara, Amit Soussana, Eli Sharabi, Yowel Sharvit, eines Sprechers von ZAKA,
    Sethuli Nissanka, Ricarda Louk, Natalia Casarotti-Kalfa
    Sprecher*innen: Sarah Maria Sander, Ariel Nil Levy, Raschid Daniel Sidgi, Tomer Lev Tov.
    Kolja Podkowik, Sebastian Urzendowsky, Richard Barenberg, Jaron Löwenberg, Natascha
    Manthe, Natalie Piu Mukherjee, Lilou Smart, Elisabeth Degen, Şiir Eloğlu, Philipp Jacob, Levi
    Wessel
    Ton: Peter Avar und Katrin Witt
    Dramaturgie & Redaktion: Juliane Schmidt
    Bei Recherche und Übersetzung halfen: Jaron Löwenberg, Tomer Lev-Tov, Shani Arnheim, Hila
    Bitterman
    Produktion: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) 2025
    Länge: 62 Min.

    Die Begründung der Jury

    Es sind die Details. Die kleinen Momente.
    Ich muss pinkeln, sagt Sivan zu ihrem Bruder am Telefon. Geh nicht pinkeln, antwortet er. Ganze viermal schafft Fatma das Glaubensbekenntnis, erinnert sich Hamid. Beim fünften Mal stirbt seine Frau neben ihm auf dem Beifahrersitz. Yowel zieht Mor ihren Pullover an, damit er nicht friert. Obwohl er längst kalt ist, längst tot. Obwohl sie weiß, dass er tot ist, will sie nicht, dass er friert. Das Bewusstsein ist nicht dafür geschaffen, die Realität des Todes anzunehmen. Nicht so. Nach und nach vielleicht. Irgendwann. Vielleicht auch nie. Für Yowel wird Mor immer lebendig sein. Ihr Liebster, gerade einen Monat lang ihr Mann. Erschossen.

    Ein Hörspiel kann Tote nicht wieder lebendig werden lassen. Oder doch? In der Fantasie? Sharon On und Dirk Laucke lassen Zeugen des 7. Oktober 2023 berichten über das, was ihnen widerfahren ist. An diesem Tag überfällt die Terrormiliz Hamas vom Gazastreifen aus Israel. Ihr Ziel sind israelische Wohnorte, Städte und Kibbuzim, und das Supernova-Musikfestival. Die Zeugen berichten sachlich, fast karg. Sie schildern Abläufe, Vorgänge. Sivan bleibt im Schutzraum und pinkelt auf einen Kissenbezug, damit sich der Urin nicht überall verteilt. Hamid gräbt eine Grube für Baby Elias, damit es nicht von den Kugeln der Hamas getroffen wird, die über sie hinwegzischen. Yowel drückt ein letztes Mal Mors Hand.

    Klug ausgewählt und zusammengestellt sind diese Berichte. In fünf Kapiteln erleben wir diesen Tag aus verschiedenen Perspektiven. Da sind die Bewohner der Kibbuzim, die Besucher des Supernova-Festivals, der arabischer Landwirt, eine Pflegekraft aus Sri Lanka, Polizeibeamte und ein Sprecher der ZAKA, einer ehrenamtlichen Organisation zur Identifizierung von Katastrophenopfern. Die Wucht ihrer Erzählungen steigert sich ins nahezu Unerträgliche.

    I‘ve come back from hell. I returned to tell my story, sagt Eli, dessen Familie ermordet wird und der
    über ein Jahr und vier Monate in Geiselhaft ist. Mir erschienen diese 55 Tage Geiselhaft wie eine Ewigkeit, sagt Amit, die gekidnappt und von den Entführern vergewaltigt wird. Wir enden bei Natalia, der Köchin, die ihren Sohn verliert: Ich hatte die Wahl, ob ich den Rest meines Lebens im Bett bleibe oder losgehe. Sie legt auf. Als DJane. In Gedenken an ihren Sohn spielt sie am Schluss des Hörspiels sein Lied „Like a Wildflower“. Das ist kein Trost und auch keine billige Hoffnung, aber ein kraftvoller Moment, mit dem uns die Autoren aus diesem Stück entlassen.

    Was muss es für eine Arbeit gewesen sein, die Interviews mit den Betroffenen zu führen, sich deren Berichte anzuhören? Auszuwählen? Sich den schlimmen Situationen immer wieder auszusetzen, sich nicht darin zu verlieren und dennoch einen mitfühlenden Blick zu behalten? Sie geben den Opfern, den Misshandelten, Vergewaltigten, Traumatisierten, Verletzten, Toten ihre Stimme und ihre Würde zurück.

    Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch Juliane Schmidt, der Redakteurin. Für ihre dramaturgische Leistung. Und für ihren Mut.

    Sobald von israelischen Opfern die Rede ist, wird heute in deutschen Medien geradezu reflexhaft auch an die Toten in Gaza erinnert. Als müsse man abwiegeln, einen Ausgleich suchen. Das Hörspiel tut dies nicht. Und das ist wohltuend. Denn so einfach ist es nicht. Was am 7. Oktober 2023 passiert ist, ist nicht einfach nur Krieg. Es gibt Wörter, aber sie bleiben unscharf. Grausam, barbarisch, unmenschlich … Bleiben Wörter. Angesichts dessen. Straße und jubeln. Ein Mann spuckt auf sie. Warum tun Menschen das?

    Da lässt es sich leicht aus unserer Entfernung von Zweistaatenlösung reden. Sie werden nicht gehen und wir auch nicht, sagt Natalia. Aber wie soll ein Zusammenleben funktionieren? Verzeihen und vergeben? Wie genau soll das denn möglich sein? Nichts beschönigen, Fragen aufwerfen, nicht sofort eine Antwort parat haben. Genau hinschauen. Nicht anklagen und interpretieren. Einfach zeigen. Das ist so viel. Das ist das Hörspiel des Jahres.

    Laila Stieler, Sebastian Krumbiegel

    Zum Inhalt: Am frühen Morgen des 7. Oktober 2023 überfiel die Terrormiliz Hamas den Süden Israels. Ihr Ziel waren jüdische Wohnorte, Städte und Kibbuzim und das Supernova-Musikfestival. Die Hamas beschoss das Gebiet mit Raketen, feuerte auf die Gäste des Festivals, drang in Wohnhäuser und Militärstützpunkte ein, folterte, vergewaltigte und tötete – ihr Ziel waren Juden und Jüdinnen und Israelis gleich welcher Zugehörigkeit. 1200 Menschen starben, 240 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. In fünf Kapiteln erzählen Menschen von dem, was sie an diesem Tag erlebt haben, was sie mitansehen mussten, was ihnen selbst geschah oder ihren Angehörigen. Sie erzählen davon, wie sie nach diesen Erfahrungen von Gewalt, Verlust und Trauer weiterleben.
    (Kritik hier)

    Das Hörspiel des Monats / des Jahres ist eine Initiative, die gemeinsam mit ARD, DLR, ORF und SRF dieser Kunstform ein eigenes Forum gibt und reihum in Kooperation mit den Sendern seit 1977 durchgeführt wird. Eine von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingesetzte Jury wählt Monat für Monat aus den Ursendungen die nach ihrer Meinung beste Produktion. Aus 12 „Hörspielen des Monats“ wählt dieselbe Jury das „Hörspiel des Jahres“. Das Preisträgerstück war Hörspiel des Monats November 2025.

     

    #DirkLaucke #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #RBB #ShaonOn
  10. Hörspiel des Jahres 2025 – Verleihung in Leipzig

    Am Freitag, den 20. März 2026, um 19:00 Uhr wird im Richard-Wagner-Saal der Kongresshalle am Zoo Leipzig (Pfaffendorfer Straße 31, 04105 Leipzig) das von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (DADK) vergebene „Hörspiel des Jahres“ 2025 – „Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober“ von Sharon Otoo und Dirk Laucke – vorgestellt und geehrt.

    Das Hörspiel wird in voller Länge präsentiert. Anschließend sprechen die beiden Preisträger Sharon Otoo und Dirk Laucke gemeinsam mit der Dramaturgin Juliane Schmidt (RBB) sowie den Juroren Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel. Die Moderation übernimmt Ingrid Wenzel. Der Eintritt ist frei.

    Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober

    von Sharon On und Dirk Laucke

    Regie: Sharon On und Dirk Laucke
    Regieassistenz: Dirk Leyers
    Mit Berichten von: Sivan, Hamid Abu Arar, Asaf, Ofek und Raz Liwny, Nivi Ochana,
    Adi Miara, Amit Soussana, Eli Sharabi, Yowel Sharvit, eines Sprechers von ZAKA,
    Sethuli Nissanka, Ricarda Louk, Natalia Casarotti-Kalfa
    Sprecher*innen: Sarah Maria Sander, Ariel Nil Levy, Raschid Daniel Sidgi, Tomer Lev Tov.
    Kolja Podkowik, Sebastian Urzendowsky, Richard Barenberg, Jaron Löwenberg, Natascha
    Manthe, Natalie Piu Mukherjee, Lilou Smart, Elisabeth Degen, Şiir Eloğlu, Philipp Jacob, Levi
    Wessel
    Ton: Peter Avar und Katrin Witt
    Dramaturgie & Redaktion: Juliane Schmidt
    Bei Recherche und Übersetzung halfen: Jaron Löwenberg, Tomer Lev-Tov, Shani Arnheim, Hila
    Bitterman
    Produktion: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) 2025
    Länge: 62 Min.

    Die Begründung der Jury

    Es sind die Details. Die kleinen Momente.
    Ich muss pinkeln, sagt Sivan zu ihrem Bruder am Telefon. Geh nicht pinkeln, antwortet er. Ganze viermal schafft Fatma das Glaubensbekenntnis, erinnert sich Hamid. Beim fünften Mal stirbt seine Frau neben ihm auf dem Beifahrersitz. Yowel zieht Mor ihren Pullover an, damit er nicht friert. Obwohl er längst kalt ist, längst tot. Obwohl sie weiß, dass er tot ist, will sie nicht, dass er friert. Das Bewusstsein ist nicht dafür geschaffen, die Realität des Todes anzunehmen. Nicht so. Nach und nach vielleicht. Irgendwann. Vielleicht auch nie. Für Yowel wird Mor immer lebendig sein. Ihr Liebster, gerade einen Monat lang ihr Mann. Erschossen.

    Ein Hörspiel kann Tote nicht wieder lebendig werden lassen. Oder doch? In der Fantasie? Sharon On und Dirk Laucke lassen Zeugen des 7. Oktober 2023 berichten über das, was ihnen widerfahren ist. An diesem Tag überfällt die Terrormiliz Hamas vom Gazastreifen aus Israel. Ihr Ziel sind israelische Wohnorte, Städte und Kibbuzim, und das Supernova-Musikfestival. Die Zeugen berichten sachlich, fast karg. Sie schildern Abläufe, Vorgänge. Sivan bleibt im Schutzraum und pinkelt auf einen Kissenbezug, damit sich der Urin nicht überall verteilt. Hamid gräbt eine Grube für Baby Elias, damit es nicht von den Kugeln der Hamas getroffen wird, die über sie hinwegzischen. Yowel drückt ein letztes Mal Mors Hand.

    Klug ausgewählt und zusammengestellt sind diese Berichte. In fünf Kapiteln erleben wir diesen Tag aus verschiedenen Perspektiven. Da sind die Bewohner der Kibbuzim, die Besucher des Supernova-Festivals, der arabischer Landwirt, eine Pflegekraft aus Sri Lanka, Polizeibeamte und ein Sprecher der ZAKA, einer ehrenamtlichen Organisation zur Identifizierung von Katastrophenopfern. Die Wucht ihrer Erzählungen steigert sich ins nahezu Unerträgliche.

    I‘ve come back from hell. I returned to tell my story, sagt Eli, dessen Familie ermordet wird und der
    über ein Jahr und vier Monate in Geiselhaft ist. Mir erschienen diese 55 Tage Geiselhaft wie eine Ewigkeit, sagt Amit, die gekidnappt und von den Entführern vergewaltigt wird. Wir enden bei Natalia, der Köchin, die ihren Sohn verliert: Ich hatte die Wahl, ob ich den Rest meines Lebens im Bett bleibe oder losgehe. Sie legt auf. Als DJane. In Gedenken an ihren Sohn spielt sie am Schluss des Hörspiels sein Lied „Like a Wildflower“. Das ist kein Trost und auch keine billige Hoffnung, aber ein kraftvoller Moment, mit dem uns die Autoren aus diesem Stück entlassen.

    Was muss es für eine Arbeit gewesen sein, die Interviews mit den Betroffenen zu führen, sich deren Berichte anzuhören? Auszuwählen? Sich den schlimmen Situationen immer wieder auszusetzen, sich nicht darin zu verlieren und dennoch einen mitfühlenden Blick zu behalten? Sie geben den Opfern, den Misshandelten, Vergewaltigten, Traumatisierten, Verletzten, Toten ihre Stimme und ihre Würde zurück.

    Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch Juliane Schmidt, der Redakteurin. Für ihre dramaturgische Leistung. Und für ihren Mut.

    Sobald von israelischen Opfern die Rede ist, wird heute in deutschen Medien geradezu reflexhaft auch an die Toten in Gaza erinnert. Als müsse man abwiegeln, einen Ausgleich suchen. Das Hörspiel tut dies nicht. Und das ist wohltuend. Denn so einfach ist es nicht. Was am 7. Oktober 2023 passiert ist, ist nicht einfach nur Krieg. Es gibt Wörter, aber sie bleiben unscharf. Grausam, barbarisch, unmenschlich … Bleiben Wörter. Angesichts dessen. Straße und jubeln. Ein Mann spuckt auf sie. Warum tun Menschen das?

    Da lässt es sich leicht aus unserer Entfernung von Zweistaatenlösung reden. Sie werden nicht gehen und wir auch nicht, sagt Natalia. Aber wie soll ein Zusammenleben funktionieren? Verzeihen und vergeben? Wie genau soll das denn möglich sein? Nichts beschönigen, Fragen aufwerfen, nicht sofort eine Antwort parat haben. Genau hinschauen. Nicht anklagen und interpretieren. Einfach zeigen. Das ist so viel. Das ist das Hörspiel des Jahres.

    Laila Stieler, Sebastian Krumbiegel

    Zum Inhalt: Am frühen Morgen des 7. Oktober 2023 überfiel die Terrormiliz Hamas den Süden Israels. Ihr Ziel waren jüdische Wohnorte, Städte und Kibbuzim und das Supernova-Musikfestival. Die Hamas beschoss das Gebiet mit Raketen, feuerte auf die Gäste des Festivals, drang in Wohnhäuser und Militärstützpunkte ein, folterte, vergewaltigte und tötete – ihr Ziel waren Juden und Jüdinnen und Israelis gleich welcher Zugehörigkeit. 1200 Menschen starben, 240 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. In fünf Kapiteln erzählen Menschen von dem, was sie an diesem Tag erlebt haben, was sie mitansehen mussten, was ihnen selbst geschah oder ihren Angehörigen. Sie erzählen davon, wie sie nach diesen Erfahrungen von Gewalt, Verlust und Trauer weiterleben.
    (Kritik hier)

    Das Hörspiel des Monats / des Jahres ist eine Initiative, die gemeinsam mit ARD, DLR, ORF und SRF dieser Kunstform ein eigenes Forum gibt und reihum in Kooperation mit den Sendern seit 1977 durchgeführt wird. Eine von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingesetzte Jury wählt Monat für Monat aus den Ursendungen die nach ihrer Meinung beste Produktion. Aus 12 „Hörspielen des Monats“ wählt dieselbe Jury das „Hörspiel des Jahres“. Das Preisträgerstück war Hörspiel des Monats November 2025.

     

    #DirkLaucke #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #RBB #ShaonOn
  11. Hörspiel des Monats 2026 – Die Jury

    Auf Vorschlag des Deutschlandradios als gastgebendem Sender hat die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK) für das Hörspiel des Monats / des Jahres 2026 zwei Jurorinnen berufen:

    Olga Grjasnowa, geboren in Baku, Aserbaidschan, verbrachte längere Auslandsaufenthalte in Polen, Russland, der Türkei, den USA und Israel. Sie hat bislang einen Essay und fünf Romane veröffentlicht, zuletzt 2024 „Juli August September“. Ihre Werke wurden in 15 Sprachen übersetzt, fürs Radio und die Bühne adaptiert und verfilmt. Sie ist Professorin für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

     

    Masha Qrella, geboren in Ost-Berlin, war Mitbegründerin der Instrumentalbands Mina und Contriva, bevor sie 2002 mit „Luck“ ihre Solo-Karriere als Singer-Songwriterin begann. Seitdem veröffentlichte sie solo und im Kollektiv zahlreiche Platten, darunter 2009 „Speak Low“ mit Neuinterpretationen von Broadwayklassikern von Löwe und Weill sowie 2021 „Woanders“, eine genreübergreifende Produktion mit Texten von Thomas Brasch. Sie tourt international und komponiert für Film, Theater und Hörspiel.

    Seit 1977 werden die Hörspiele des Monats von einer unabhängigen Jury gewählt. Die Jury wird von den Sendern gemeinsam mit der Akademie bestimmt. In den Wettbewerb kommen die von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland, dem Schweizer Radio (SRF) und dem Österreichischem Rundfunk (ORF) vorgeschlagenen Produktionen. Die Jury hört und beurteilt die eingereichten Hörspiele und wählt das interessanteste / bemerkenswerteste Hörspiel des Monats. Aus den zwölf ausgewählten Hörspielen wird seit 1987 das „Hörspiel des Jahres“ gewählt und in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.

    Das Hörspiel des Jahres 2025 wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse am Freitagabend des 20. März 2026 ausgezeichnet. Juroren waren Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel.

    #DADK #DeutscheAkademieDerDarstellendenKünste #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #MashaQrella #OlgaGrjasnowa
  12. Hörspiel des Monats 2026 – Die Jury

    Auf Vorschlag des Deutschlandradios als gastgebendem Sender hat die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK) für das Hörspiel des Monats / des Jahres 2026 zwei Jurorinnen berufen:

    Olga Grjasnowa, geboren in Baku, Aserbaidschan, verbrachte längere Auslandsaufenthalte in Polen, Russland, der Türkei, den USA und Israel. Sie hat bislang einen Essay und fünf Romane veröffentlicht, zuletzt 2024 „Juli August September“. Ihre Werke wurden in 15 Sprachen übersetzt, fürs Radio und die Bühne adaptiert und verfilmt. Sie ist Professorin für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

     

    Masha Qrella, geboren in Ost-Berlin, war Mitbegründerin der Instrumentalbands Mina und Contriva, bevor sie 2002 mit „Luck“ ihre Solo-Karriere als Singer-Songwriterin begann. Seitdem veröffentlichte sie solo und im Kollektiv zahlreiche Platten, darunter 2009 „Speak Low“ mit Neuinterpretationen von Broadwayklassikern von Löwe und Weill sowie 2021 „Woanders“, eine genreübergreifende Produktion mit Texten von Thomas Brasch. Sie tourt international und komponiert für Film, Theater und Hörspiel.

    Seit 1977 werden die Hörspiele des Monats von einer unabhängigen Jury gewählt. Die Jury wird von den Sendern gemeinsam mit der Akademie bestimmt. In den Wettbewerb kommen die von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland, dem Schweizer Radio (SRF) und dem Österreichischem Rundfunk (ORF) vorgeschlagenen Produktionen. Die Jury hört und beurteilt die eingereichten Hörspiele und wählt das interessanteste / bemerkenswerteste Hörspiel des Monats. Aus den zwölf ausgewählten Hörspielen wird seit 1987 das „Hörspiel des Jahres“ gewählt und in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.

    Das Hörspiel des Jahres 2025 wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse am Freitagabend des 20. März 2026 ausgezeichnet. Juroren waren Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel.

    #DADK #DeutscheAkademieDerDarstellendenKünste #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #MashaQrella #OlgaGrjasnowa
  13. Hörspiel des Monats 2026 – Die Jury

    Auf Vorschlag des Deutschlandradios als gastgebendem Sender hat die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK) für das Hörspiel des Monats / des Jahres 2026 zwei Jurorinnen berufen:

    Olga Grjasnowa, geboren in Baku, Aserbaidschan, verbrachte längere Auslandsaufenthalte in Polen, Russland, der Türkei, den USA und Israel. Sie hat bislang einen Essay und fünf Romane veröffentlicht, zuletzt 2024 „Juli August September“. Ihre Werke wurden in 15 Sprachen übersetzt, fürs Radio und die Bühne adaptiert und verfilmt. Sie ist Professorin für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

     

    Masha Qrella, geboren in Ost-Berlin, war Mitbegründerin der Instrumentalbands Mina und Contriva, bevor sie 2002 mit „Luck“ ihre Solo-Karriere als Singer-Songwriterin begann. Seitdem veröffentlichte sie solo und im Kollektiv zahlreiche Platten, darunter 2009 „Speak Low“ mit Neuinterpretationen von Broadwayklassikern von Löwe und Weill sowie 2021 „Woanders“, eine genreübergreifende Produktion mit Texten von Thomas Brasch. Sie tourt international und komponiert für Film, Theater und Hörspiel.

    Seit 1977 werden die Hörspiele des Monats von einer unabhängigen Jury gewählt. Die Jury wird von den Sendern gemeinsam mit der Akademie bestimmt. In den Wettbewerb kommen die von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland, dem Schweizer Radio (SRF) und dem Österreichischem Rundfunk (ORF) vorgeschlagenen Produktionen. Die Jury hört und beurteilt die eingereichten Hörspiele und wählt das interessanteste / bemerkenswerteste Hörspiel des Monats. Aus den zwölf ausgewählten Hörspielen wird seit 1987 das „Hörspiel des Jahres“ gewählt und in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.

    Das Hörspiel des Jahres 2025 wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse am Freitagabend des 20. März 2026 ausgezeichnet. Juroren waren Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel.

    #DADK #DeutscheAkademieDerDarstellendenKünste #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #MashaQrella #OlgaGrjasnowa
  14. Hörspiel des Monats Dezember 2025

    NIEWIEDERGUT oder Darf jetzt wirklich ein Jude der König von Bayern sein

    von Diana von Suffrin

    Regie: Christiane Huber
    Komposition: Enik (Dominik Schäfer)
    Redaktion & Dramaturgie: Katja Huber
    Produktion: BR 2025
    Länge: 64:06
    Ursendung: Bayern2, 23.09.2025

    Die Begründung der Jury

    Das Ende des zweiten Weltkriegs in Deutschland. Die Befreiung. Kein Terror, keine Diktatur, keine Vernichtung, kein massenhaftes systematisches Morden mehr. Eine Zäsur. So wird es oft dargestellt. So stellen wir es uns mitunter vor. Aber nach den Mühen der Gebirge, kommen die Mühen der Ebenen, sagte Brecht 1949. Die Nachkriegszeit. Die Zeit nach dem Krieg. Frieden im Außen, aber innen? Noch Krieg? Wann zieht Frieden in die Köpfe ein? Wie lange dauert es, bis sich Einstellungen ändern? Bis sich Einsichten einstellen? Manche Haltung hat sich wohl nie geändert …
    Diesem merkwürdigen Zwischenzustand, dieser Zeit zwischen Noch und Schon, zwischen Krieg und Frieden, widmet sich das Hörspiel „Niewiedergut“.

    Die Autorin Dana von Suffrin porträtiert darin einen Mann und mit ihm eine Zeit, springt elegant von einer Erzählebene in die nächste und erlaubt uns, die Zwischenräume selbst zu fantasieren. Da ist Philipp Auerbach, eine barocke, widersprüchliche Persönlichkeit. Jüdischer Überlebender. Er leitet das Bayrische Landesentschädigungsamt auf eine sehr eigene, sehr unbürokratische Art, die ihm zum Verhängnis werden wird. Als Jude hat man Opfer zu sein. Als Opfer hat man dankbar, schwach und untadelig zu sein. So in etwa. Und all dies ist Auerbach nicht. Er ist sinnlich, chaotisch, laut und etwas eitel. Darf der das? Offenbar nicht. Er wird Opfer einer Kampagne, angeklagt von einem ehemaligen NS-
    Justizbeamten wegen Veruntreuung und nimmt sich in der Haft das Leben. Kurz darauf wird er rehabilitiert.

    Das Hörspiel erkundet ein bisher noch wenig erforschtes Gebiet, das Zusammenleben von Opfern und Tätern in der deutschen Nachkriegszeit. Die Stimmung der Zeit und insbesondere der tägliche Ansturm auf das Landesentschädigungsamt, die Lebensgeschichten hinter jedem Fall werden nachvollziehbar. Die Figur Auerbachs wird zum sinnlichen Erlebnis, ein schweres Thema auf überraschend unterhaltsame Art und Weise erzählt. Was besonders schwierig ist und uns deshalb besonders gut gefällt.

    Niewiedergut 01 – Sufrin, Dana von

    Niewiedergut 02 – Suffrin, Dana von

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 03.01.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Lobende Erwähnungen

    Zwei lobende Erwähnungen will die Jury für diesen besonders starken Monat aussprechen:
    Das Hörspiel-Oratorium „Imiona nurtu. Die Namen der Strömung“ ist ein Projekt, das seinesgleichen sucht. Eine eigene Form. Menschen aus ganz Europa sprechen die Namen und Geburtsdaten von in Auschwitz Ermordeten. Verwoben mit Lagergedichten des KZ Überlebenden Tadeusz Borowski, im Hintergrund der Wind der Häftlingsbaracken. Daraus entsteht ein Memento mori, das die Hörenden in eine fast meditative Stimmung gleiten lässt. Jeder Name ein Menschenleben. Manchmal blitzt eine Assoziation auf zu Geburtsjahr und -ort. Was für ein Werk. Wir wollen es auf diesem Wege würdigen.

    „Wo der Name wohnt“ ist eine gelungene Adaption des gleichnamigen Romans von Ricarda Messner, eine behutsame Reise durch die Familiengeschichte der Autorin. Die Eltern und ganz wichtig die Großeltern, die räumliche und emotionale Nähe zu diesen, der Familienalltag, der durch den Tod der Großmutter eine neue Bedeutung erhält. Die Erzählerin erinnert, assoziiert und lässt über kunstvoll gesetzte Fragmente die Biografie einer Familie entstehen. Sie wiederholt, fügt hinzu, zweifelt, recherchiert. Alltag spielt eine wichtige Rolle. Der Einkauf, das Essen, die fremde Sprache, die Räume der Wohnung, die im Zentrum der Erzählung steht. Es wird eine Reise, die von einem Berliner Mietshaus zu einem Ghetto in Riga führt. Parallel dazu eine Reise durch die deutsche Bürokratie, die der Erzählerin das Annehmen des alten Familiennamens verweigert.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

    2025-08-18, Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika, ORF / DLF Kultur
    2025-08-28, Felix Kubin: FLOW – Beyond Baroque and Words, BR

    2025-09-04, Caroline Wahl: Windstärke 17, HR
    2025-09-04,Dana von Suffrin: NIEWIEDERGUT, BR
    2025-09-04, Lene Albrecht: Kamina, DLF Kultur
    2025-09-04, Magda Woitzuck: Zwei Schwestern, HR
    2025-09-04, Marlen Hobrack: Schrödingers Grrrl, DLF Kultur
    2025-09-08, Fabian Saul: Die Ästhetik des Widerstands, DLF Kultur
    2025-09-08, Marcus Steinweg: Metaphysik der Leere, DLF
    2025-09-11, Lars Werner: Das Ende des Westens, rbb
    2025-09-15, Victor Sattler: Stolpertexte Folge 7 Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät, MDR
    2025-09-25, Dirk Schmidt: Crrowl, RB

    2025-10-04, Yannic Han Biao Federer: Für immer seh ich dich wieder, NDR
    2025-10-16, Bergsveinn Birgisson: Antwort auf den Brief von Helga, ORF-SF
    2025-10-20, Gesche Piening: Göttlich bleiben, BR
    2025-10-22, Jovana Reisinger: Das große Leid, das kleine Leben, DLF Kultur
    2025-10-22, Leonhard F. Seidl: Fronten, DLF Kultur
    2025-10-22, Natalie Baudy: Fairycoin, DLF Kultur
    2025-10-22, Herta Müller: Die Welt schaukelt und du willst glücklich sein, DLF
    2025-10-30, Kai Grehn: Imiona nurtu – Die Namen der Strömung, SWR
    2025-10-30, Ricarda Messner: Wo der Name wohnt, SWR

    2025-11-02, Ava Tabita Yul: Mama Mega, RBB
    2025-11-06, Amal El Ommali / Andrea Geißler: Lamyas Buch der Scharlatane, HR
    2025-11-12, Kristine Bilkau: Halbinsel, NDR
    2025-11-24, Emma Braslavsky: Die Nothing-Box, BR
    2025-11-24, Manuela Tomic: Die Sonne täuscht über das Unglück hinweg, ORF
    2025-11-24, Mudar Alhaggi: Damaskus danach, NDR
    2025-11-24, Victor Hugo: Die Arbeiter des Meeres_Teil 1 bis 3, SWR<
    2025-11-26, Gert Prokop: Timothy Truckle ermittelt Teil 9 Der Laurin oder Umzug der Engel, MDR

    #DianaVonSuffrin #HörspielDesMonats #NIEWIEDERGUT #oderDarfJetztWirklichEinJudeDerKönigVonBayernSein

  15. Hörspiel des Monats Dezember 2025

    NIEWIEDERGUT oder Darf jetzt wirklich ein Jude der König von Bayern sein

    von Diana von Suffrin

    Regie: Christiane Huber
    Komposition: Enik (Dominik Schäfer)
    Redaktion & Dramaturgie: Katja Huber
    Produktion: BR 2025
    Länge: 64:06
    Ursendung: Bayern2, 23.09.2025

    Die Begründung der Jury

    Das Ende des zweiten Weltkriegs in Deutschland. Die Befreiung. Kein Terror, keine Diktatur, keine Vernichtung, kein massenhaftes systematisches Morden mehr. Eine Zäsur. So wird es oft dargestellt. So stellen wir es uns mitunter vor. Aber nach den Mühen der Gebirge, kommen die Mühen der Ebenen, sagte Brecht 1949. Die Nachkriegszeit. Die Zeit nach dem Krieg. Frieden im Außen, aber innen? Noch Krieg? Wann zieht Frieden in die Köpfe ein? Wie lange dauert es, bis sich Einstellungen ändern? Bis sich Einsichten einstellen? Manche Haltung hat sich wohl nie geändert …
    Diesem merkwürdigen Zwischenzustand, dieser Zeit zwischen Noch und Schon, zwischen Krieg und Frieden, widmet sich das Hörspiel „Niewiedergut“.

    Die Autorin Dana von Suffrin porträtiert darin einen Mann und mit ihm eine Zeit, springt elegant von einer Erzählebene in die nächste und erlaubt uns, die Zwischenräume selbst zu fantasieren. Da ist Philipp Auerbach, eine barocke, widersprüchliche Persönlichkeit. Jüdischer Überlebender. Er leitet das Bayrische Landesentschädigungsamt auf eine sehr eigene, sehr unbürokratische Art, die ihm zum Verhängnis werden wird. Als Jude hat man Opfer zu sein. Als Opfer hat man dankbar, schwach und untadelig zu sein. So in etwa. Und all dies ist Auerbach nicht. Er ist sinnlich, chaotisch, laut und etwas eitel. Darf der das? Offenbar nicht. Er wird Opfer einer Kampagne, angeklagt von einem ehemaligen NS-
    Justizbeamten wegen Veruntreuung und nimmt sich in der Haft das Leben. Kurz darauf wird er rehabilitiert.

    Das Hörspiel erkundet ein bisher noch wenig erforschtes Gebiet, das Zusammenleben von Opfern und Tätern in der deutschen Nachkriegszeit. Die Stimmung der Zeit und insbesondere der tägliche Ansturm auf das Landesentschädigungsamt, die Lebensgeschichten hinter jedem Fall werden nachvollziehbar. Die Figur Auerbachs wird zum sinnlichen Erlebnis, ein schweres Thema auf überraschend unterhaltsame Art und Weise erzählt. Was besonders schwierig ist und uns deshalb besonders gut gefällt.

    Niewiedergut 01 – Sufrin, Dana von

    Niewiedergut 02 – Suffrin, Dana von

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 03.01.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Lobende Erwähnungen

    Zwei lobende Erwähnungen will die Jury für diesen besonders starken Monat aussprechen:
    Das Hörspiel-Oratorium „Imiona nurtu. Die Namen der Strömung“ ist ein Projekt, das seinesgleichen sucht. Eine eigene Form. Menschen aus ganz Europa sprechen die Namen und Geburtsdaten von in Auschwitz Ermordeten. Verwoben mit Lagergedichten des KZ Überlebenden Tadeusz Borowski, im Hintergrund der Wind der Häftlingsbaracken. Daraus entsteht ein Memento mori, das die Hörenden in eine fast meditative Stimmung gleiten lässt. Jeder Name ein Menschenleben. Manchmal blitzt eine Assoziation auf zu Geburtsjahr und -ort. Was für ein Werk. Wir wollen es auf diesem Wege würdigen.

    „Wo der Name wohnt“ ist eine gelungene Adaption des gleichnamigen Romans von Ricarda Messner, eine behutsame Reise durch die Familiengeschichte der Autorin. Die Eltern und ganz wichtig die Großeltern, die räumliche und emotionale Nähe zu diesen, der Familienalltag, der durch den Tod der Großmutter eine neue Bedeutung erhält. Die Erzählerin erinnert, assoziiert und lässt über kunstvoll gesetzte Fragmente die Biografie einer Familie entstehen. Sie wiederholt, fügt hinzu, zweifelt, recherchiert. Alltag spielt eine wichtige Rolle. Der Einkauf, das Essen, die fremde Sprache, die Räume der Wohnung, die im Zentrum der Erzählung steht. Es wird eine Reise, die von einem Berliner Mietshaus zu einem Ghetto in Riga führt. Parallel dazu eine Reise durch die deutsche Bürokratie, die der Erzählerin das Annehmen des alten Familiennamens verweigert.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

    2025-08-18, Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika, ORF / DLF Kultur
    2025-08-28, Felix Kubin: FLOW – Beyond Baroque and Words, BR

    2025-09-04, Caroline Wahl: Windstärke 17, HR
    2025-09-04,Dana von Suffrin: NIEWIEDERGUT, BR
    2025-09-04, Lene Albrecht: Kamina, DLF Kultur
    2025-09-04, Magda Woitzuck: Zwei Schwestern, HR
    2025-09-04, Marlen Hobrack: Schrödingers Grrrl, DLF Kultur
    2025-09-08, Fabian Saul: Die Ästhetik des Widerstands, DLF Kultur
    2025-09-08, Marcus Steinweg: Metaphysik der Leere, DLF
    2025-09-11, Lars Werner: Das Ende des Westens, rbb
    2025-09-15, Victor Sattler: Stolpertexte Folge 7 Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät, MDR
    2025-09-25, Dirk Schmidt: Crrowl, RB

    2025-10-04, Yannic Han Biao Federer: Für immer seh ich dich wieder, NDR
    2025-10-16, Bergsveinn Birgisson: Antwort auf den Brief von Helga, ORF-SF
    2025-10-20, Gesche Piening: Göttlich bleiben, BR
    2025-10-22, Jovana Reisinger: Das große Leid, das kleine Leben, DLF Kultur
    2025-10-22, Leonhard F. Seidl: Fronten, DLF Kultur
    2025-10-22, Natalie Baudy: Fairycoin, DLF Kultur
    2025-10-22, Herta Müller: Die Welt schaukelt und du willst glücklich sein, DLF
    2025-10-30, Kai Grehn: Imiona nurtu – Die Namen der Strömung, SWR
    2025-10-30, Ricarda Messner: Wo der Name wohnt, SWR

    2025-11-02, Ava Tabita Yul: Mama Mega, RBB
    2025-11-06, Amal El Ommali / Andrea Geißler: Lamyas Buch der Scharlatane, HR
    2025-11-12, Kristine Bilkau: Halbinsel, NDR
    2025-11-24, Emma Braslavsky: Die Nothing-Box, BR
    2025-11-24, Manuela Tomic: Die Sonne täuscht über das Unglück hinweg, ORF
    2025-11-24, Mudar Alhaggi: Damaskus danach, NDR
    2025-11-24, Victor Hugo: Die Arbeiter des Meeres_Teil 1 bis 3, SWR<
    2025-11-26, Gert Prokop: Timothy Truckle ermittelt Teil 9 Der Laurin oder Umzug der Engel, MDR

    #DianaVonSuffrin #HörspielDesMonats #NIEWIEDERGUT #oderDarfJetztWirklichEinJudeDerKönigVonBayernSein

  16. Hörspiel des Monats November 2025

    Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober

    von Sharon On und Dirk Laucke

    Regie: Sharon On und Dirk Laucke
    Mit Berichten von: Sivan, Hamid Abu Arar, Asaf, Ofek und Raz Liwny, Nivi Ochana, Adi Miara, Amit Soussana, Eli Sharabi, Yowel Sharvit, eines Sprechers von ZAKA, Sethuli Nissanka, Ricarda Louk, Natalia Casarotti-Kalfa
    Dramaturgie & Redaktion: Juliane Schmidt
    Bei Recherche und Übersetzung halfen: Jaron Löwenberg, Tomer Lev-Tov, Shani Arnheim, Hila Bitterman
    Produktion: RBB 2025
    Länge: 62 Min.
    Ursendung: RBB Radio 3, So, 05.10,2025, 16.00 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Das Thema ist aktueller als viele es wahrhaben wollen. Antisemitismus ist wieder en vogue, es sind in der medialen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit mittlerweile wieder Dinge sagbar, von denen wir gedacht hatten, dass wir sie ein für alle Mal überwunden haben. Das war ein Irrtum, und das schlimmste ist, dass sich alle, die judenfeindliche Gedanken in sich und nun eben auch wieder ohne Scheu nach außen tragen, an dieser Stelle die Hände zu reichen scheinen – Neonazis, verwirrte „Linke“, muslimische Islamisten und „ganz normale“ Leute.

    „Auch wenn es dunkel ist“ erzählt die Geschichte vom 7. Oktober 2023, als islamistische Hamas-Terroristen vom Gaza-Streifen aus Israel überfielen und dort ein Massaker anrichteten, bei dem mehr als 1200 Menschen bestialisch ermordet, vergewaltigt und verschleppt wurden. Die Bilder und Berichte gingen um die Welt, und wir alle wissen, was an diesem Tag dort passiert ist.

    Wenn uns dieses Hörspiel nun diese Geschichten aber hautnah erzählt, wenn Angehörige von Opfern dieser abscheulichen Taten zu Wort kommen, wenn wir Sprachnachrichten verzweifelter Menschen aus ihren Schutzräumen in den Kibbuzim hören, dann verfehlt das seine Wirkung nicht.

    Wir müssen uns mit diesen Zeitzeugen-Berichten beschäftigen, auch wenn es schmerzhaft ist. Wir dürfen dazu nicht schweigen, und wir müssen denen, die diese widerlichen Aktionen feiern, die bei linken, rechten oder islamistischen Demonstrationen mit roten Dreiecken den Terror der Hamas gutheißen, entschlossen entgegentreten. Genau das tut „Auch wenn es dunkel ist“. Die Zeitzeugen-Berichte, die wir hier ungefiltert hören, sprechen für sich. Danke dafür!

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.12.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

    2025-08-18, Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika, ORF / DLF Kultur
    2025-08-28, Felix Kubin: FLOW – Beyond Baroque and Words, BR

    2025-09-04, Caroline Wahl: Windstärke 17, HR
    2025-09-04,Dana von Suffrin: NIEWIEDERGUT, BR
    2025-09-04, Lene Albrecht: Kamina, DLF Kultur
    2025-09-04, Magda Woitzuck: Zwei Schwestern, HR
    2025-09-04, Marlen Hobrack: Schrödingers Grrrl, DLF Kultur
    2025-09-08, Fabian Saul: Die Ästhetik des Widerstands, DLF Kultur
    2025-09-08, Marcus Steinweg: Metaphysik der Leere, DLF
    2025-09-11, Lars Werner: Das Ende des Westens, rbb
    2025-09-15, Victor Sattler: Stolpertexte Folge 7 Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät, MDR
    2025-09-25, Dirk Schmidt: Crrowl, RB

    2025-10-04, Yannic Han Biao Federer: Für immer seh ich dich wieder, NDR
    2025-10-16, Bergsveinn Birgisson: Antwort auf den Brief von Helga, ORF-SF
    2025-10-20, Gesche Piening: Göttlich bleiben, BR
    2025-10-22, Jovana Reisinger: Das große Leid, das kleine Leben, DLF Kultur
    2025-10-22, Leonhard F. Seidl: Fronten, DLF Kultur
    2025-10-22, Natalie Baudy: Fairycoin, DLF Kultur
    2025-10-22, Herta Müller: Die Welt schaukelt und du willst glücklich sein, DLF
    2025-10-30, Kai Grehn: Imiona nurtu – Die Namen der Strömung, SWR
    2025-10-30, Ricarda Messner: Wo der Name wohnt, SWR

     

    #AuchWennEsDunkelIst #BerichteVom7Oktober #DirkLaucke #HörspielDesMonats #SharonOn

  17. Hörspiel des Monats November 2025

    Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober

    von Sharon On und Dirk Laucke

    Regie: Sharon On und Dirk Laucke
    Mit Berichten von: Sivan, Hamid Abu Arar, Asaf, Ofek und Raz Liwny, Nivi Ochana, Adi Miara, Amit Soussana, Eli Sharabi, Yowel Sharvit, eines Sprechers von ZAKA, Sethuli Nissanka, Ricarda Louk, Natalia Casarotti-Kalfa
    Dramaturgie & Redaktion: Juliane Schmidt
    Bei Recherche und Übersetzung halfen: Jaron Löwenberg, Tomer Lev-Tov, Shani Arnheim, Hila Bitterman
    Produktion: RBB 2025
    Länge: 62 Min.
    Ursendung: RBB Radio 3, So, 05.10,2025, 16.00 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Das Thema ist aktueller als viele es wahrhaben wollen. Antisemitismus ist wieder en vogue, es sind in der medialen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit mittlerweile wieder Dinge sagbar, von denen wir gedacht hatten, dass wir sie ein für alle Mal überwunden haben. Das war ein Irrtum, und das schlimmste ist, dass sich alle, die judenfeindliche Gedanken in sich und nun eben auch wieder ohne Scheu nach außen tragen, an dieser Stelle die Hände zu reichen scheinen – Neonazis, verwirrte „Linke“, muslimische Islamisten und „ganz normale“ Leute.

    „Auch wenn es dunkel ist“ erzählt die Geschichte vom 7. Oktober 2023, als islamistische Hamas-Terroristen vom Gaza-Streifen aus Israel überfielen und dort ein Massaker anrichteten, bei dem mehr als 1200 Menschen bestialisch ermordet, vergewaltigt und verschleppt wurden. Die Bilder und Berichte gingen um die Welt, und wir alle wissen, was an diesem Tag dort passiert ist.

    Wenn uns dieses Hörspiel nun diese Geschichten aber hautnah erzählt, wenn Angehörige von Opfern dieser abscheulichen Taten zu Wort kommen, wenn wir Sprachnachrichten verzweifelter Menschen aus ihren Schutzräumen in den Kibbuzim hören, dann verfehlt das seine Wirkung nicht.

    Wir müssen uns mit diesen Zeitzeugen-Berichten beschäftigen, auch wenn es schmerzhaft ist. Wir dürfen dazu nicht schweigen, und wir müssen denen, die diese widerlichen Aktionen feiern, die bei linken, rechten oder islamistischen Demonstrationen mit roten Dreiecken den Terror der Hamas gutheißen, entschlossen entgegentreten. Genau das tut „Auch wenn es dunkel ist“. Die Zeitzeugen-Berichte, die wir hier ungefiltert hören, sprechen für sich. Danke dafür!

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.12.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

    2025-08-18, Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika, ORF / DLF Kultur
    2025-08-28, Felix Kubin: FLOW – Beyond Baroque and Words, BR

    2025-09-04, Caroline Wahl: Windstärke 17, HR
    2025-09-04,Dana von Suffrin: NIEWIEDERGUT, BR
    2025-09-04, Lene Albrecht: Kamina, DLF Kultur
    2025-09-04, Magda Woitzuck: Zwei Schwestern, HR
    2025-09-04, Marlen Hobrack: Schrödingers Grrrl, DLF Kultur
    2025-09-08, Fabian Saul: Die Ästhetik des Widerstands, DLF Kultur
    2025-09-08, Marcus Steinweg: Metaphysik der Leere, DLF
    2025-09-11, Lars Werner: Das Ende des Westens, rbb
    2025-09-15, Victor Sattler: Stolpertexte Folge 7 Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät, MDR
    2025-09-25, Dirk Schmidt: Crrowl, RB

    2025-10-04, Yannic Han Biao Federer: Für immer seh ich dich wieder, NDR
    2025-10-16, Bergsveinn Birgisson: Antwort auf den Brief von Helga, ORF-SF
    2025-10-20, Gesche Piening: Göttlich bleiben, BR
    2025-10-22, Jovana Reisinger: Das große Leid, das kleine Leben, DLF Kultur
    2025-10-22, Leonhard F. Seidl: Fronten, DLF Kultur
    2025-10-22, Natalie Baudy: Fairycoin, DLF Kultur
    2025-10-22, Herta Müller: Die Welt schaukelt und du willst glücklich sein, DLF
    2025-10-30, Kai Grehn: Imiona nurtu – Die Namen der Strömung, SWR
    2025-10-30, Ricarda Messner: Wo der Name wohnt, SWR

     

    #AuchWennEsDunkelIst #BerichteVom7Oktober #DirkLaucke #HörspielDesMonats #SharonOn

  18. Hörspiel des Monats Oktober 2025

    Der Gebrauch des Menschen

    von Aleksandar Tišma

    Übersetzung: Barbara Antkowiak
    Dramaturgie, Bearbeitung und Regie: Stefan Kanis
    Komposition: Tommy Neuwirth, Mario Weise
    Produktion: MDR 2025
    Länge: Teil 1: 50:18 / Teil 2: 49:20 / Teil 3: 54:28
    Ursendung: MDR Kultur, 28.4., 5.5.,12.5.2025

    Die Begründung der Jury

    Was für ein Bogen! Was für eine Erzählung! Sie umspannt mehrere Leben. Was für eine kluge, eine interessante Adaption! Was für ein intensives, herausforderndes Stück.

    Novi Sad, im Norden Serbiens. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wechselte die Stadt mehrmals die staatliche Zuordnung. So leben hier in den 30er Jahren Juden, Serben, Ungarn und Deutsche friedlich zusammen. Die drei Jugendlichen Vera, Milenko und Sredoje lernen sich im Privatunterricht eines deutschen Fräuleins kennen, den sie mehr oder weniger von den Eltern genötigt besuchen, um die schwere Sprache zu lernen. Vera und Milenko werden schnell ein Paar, wobei der wissensdurstige Junge sich eher für die Bibliothek von Veras Vater als für seine schöne Freundin interessiert. Der Haudegen Sredoje ist mehr für körperliche Freuden zu haben. Er äugt hin und wieder nach Vera. Doch die ist ja eine Klasse für sich.

    So leicht, so heiter, so melancholisch beginnt die Geschichte und doch spüren wir schon die kommende Katastrophe. Während ihr jüdischer Vater noch auf Rettung hofft, weiß Vera schon vor ihm, dass es diese nicht gibt. Die Familie wird nach Auschwitz deportiert, wo Vera Zwangsprostituierte wird und überlebt. Sie kehrt nach Novi Sad zurück. Taumelt durch ihr neues Dasein und kann doch nicht vergessen. Da trifft sie Sredoje wieder, der als Partisan gekämpft hat und sich in der neuen Zeit ebenfalls nicht zurechtfindet.

    Was für ein Bogen! Was für eine Erzählung! Sie umspannt mehrere Leben. Schicksale, die sich nur unweit von uns entfernt ereignet haben und dennoch so weit weg scheinen, als hätten sie nichts mit uns zu tun. Daran zu erinnern, dass dies, auch dies, unsere Geschichte ist, ist nur ein Aspekt dieses sehr gelungenen Hörspiels.

    Es erzählt über drei Teile, von den 30ern bis in die 50er Jahre, die Geschichte der anfangs jugendlichen Protagonisten, fokussiert im zweiten Teil stärker auf Vera und schildert im sehr starken dritten Teil deren Heimkehr, Haltlosigkeit und das Unverständnis der anderen Überlebenden, die vergessen können, was Vera nicht vergessen kann.

    Roman-Adaptionen sind kein leichtes Unterfangen. Wie wird man der Sprache gerecht, dieser Ausdruckskraft? Wie dem Umfang? Das Hörspiel von Stefan Kanis findet in beiden Fällen kluge Lösungen, die den Hörer herausfordern. Dramaturgisch gekonnt findet hier eine Steigerung statt. Deuten sich im ersten Teil schon die künftigen Konflikte an, steigert sich die Erzählung im zweiten Teil hin zu einer möglichen Rettung, die jedoch nicht stattfindet. Der aufwühlende dritte Teil erzählt die Katastrophe nach der Katastrophe. Er ist der intensivste der drei Teile, eine Entwicklung, die fast zwangsläufig erscheint.

    Sprachlich bleibt das Stück eng an Aleksandar Tišmas Roman und dessen genialer Übersetzung (Barbara Antkowiak), verneigt sich vor deren Stil. Elegant findet Regisseur Stefan Kanis eine Ebene zwischen Drama und Erzählung. So werden wir immer wieder auf die literarische Kraft des Romans verwiesen.

    Bericht, Erzählung und Dialog wechseln einander ab, wodurch eine gewisse Distanz entsteht. Jegliches Pathos wird auf diese Weise vermieden. Umso stärker die Wucht des Erzählten. Das Stück lässt uns Raum, uns Szenen vorzustellen, die Lücken der Zeitsprünge zu füllen. Was Vera in Auschwitz erlebt haben muss, wird nur knapp angedeutet. Wir verstehen und erahnen es anhand ihrer Unfähigkeit, im Frieden anzukommen. In ihrem Innern ist immer noch Krieg, was sie mit dem ebenfalls traumatisierten Sredoje verbindet. In dieser Gemeinschaft, so versehrt sie ist, steckt ein wenig Hoffnung – mehr zu erahnen, als tatsächlich vorhanden, mehr in unserer Phantasie. Denn leicht machen es uns die Schöpfer dieses Hörspiels nicht, sie wollen, sie können nichts beschönigen. Was für eine kluge, eine interessante Adaption! Was für ein intensives, herausforderndes Stück.

    Der Gebrauch des Menschen

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 01.11.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

    2025-08-18, Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika, ORF / DLF Kultur
    2025-08-28, Felix Kubin: FLOW – Beyond Baroque and Words, BR

    2025-09-04, Caroline Wahl: Windstärke 17, HR
    2025-09-04,Dana von Suffrin: NIEWIEDERGUT, BR
    2025-09-04, Lene Albrecht: Kamina, DLF Kultur
    2025-09-04, Magda Woitzuck: Zwei Schwestern, HR
    2025-09-04, Marlen Hobrack: Schrödingers Grrrl, DLF Kultur
    2025-09-08, Fabian Saul: Die Ästhetik des Widerstands, DLF Kultur
    2025-09-08, Marcus Steinweg: Metaphysik der Leere, DLF
    2025-09-11, Lars Werner: Das Ende des Westens, rbb
    2025-09-15, Victor Sattler: Stolpertexte Folge 7 Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät, MDR
    2025-09-25, Dirk Schmidt: Crrowl, RB

    #AleksandarTišma #HörspielDesMonats #MDR #VomGebrauchDesMenschen

  19. Hörspiel des Monats Oktober 2025

    Der Gebrauch des Menschen

    von Aleksandar Tišma

    Übersetzung: Barbara Antkowiak
    Dramaturgie, Bearbeitung und Regie: Stefan Kanis
    Komposition: Tommy Neuwirth, Mario Weise
    Produktion: MDR 2025
    Länge: Teil 1: 50:18 / Teil 2: 49:20 / Teil 3: 54:28
    Ursendung: MDR Kultur, 28.4., 5.5.,12.5.2025

    Die Begründung der Jury

    Was für ein Bogen! Was für eine Erzählung! Sie umspannt mehrere Leben. Was für eine kluge, eine interessante Adaption! Was für ein intensives, herausforderndes Stück.

    Novi Sad, im Norden Serbiens. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wechselte die Stadt mehrmals die staatliche Zuordnung. So leben hier in den 30er Jahren Juden, Serben, Ungarn und Deutsche friedlich zusammen. Die drei Jugendlichen Vera, Milenko und Sredoje lernen sich im Privatunterricht eines deutschen Fräuleins kennen, den sie mehr oder weniger von den Eltern genötigt besuchen, um die schwere Sprache zu lernen. Vera und Milenko werden schnell ein Paar, wobei der wissensdurstige Junge sich eher für die Bibliothek von Veras Vater als für seine schöne Freundin interessiert. Der Haudegen Sredoje ist mehr für körperliche Freuden zu haben. Er äugt hin und wieder nach Vera. Doch die ist ja eine Klasse für sich.

    So leicht, so heiter, so melancholisch beginnt die Geschichte und doch spüren wir schon die kommende Katastrophe. Während ihr jüdischer Vater noch auf Rettung hofft, weiß Vera schon vor ihm, dass es diese nicht gibt. Die Familie wird nach Auschwitz deportiert, wo Vera Zwangsprostituierte wird und überlebt. Sie kehrt nach Novi Sad zurück. Taumelt durch ihr neues Dasein und kann doch nicht vergessen. Da trifft sie Sredoje wieder, der als Partisan gekämpft hat und sich in der neuen Zeit ebenfalls nicht zurechtfindet.

    Was für ein Bogen! Was für eine Erzählung! Sie umspannt mehrere Leben. Schicksale, die sich nur unweit von uns entfernt ereignet haben und dennoch so weit weg scheinen, als hätten sie nichts mit uns zu tun. Daran zu erinnern, dass dies, auch dies, unsere Geschichte ist, ist nur ein Aspekt dieses sehr gelungenen Hörspiels.

    Es erzählt über drei Teile, von den 30ern bis in die 50er Jahre, die Geschichte der anfangs jugendlichen Protagonisten, fokussiert im zweiten Teil stärker auf Vera und schildert im sehr starken dritten Teil deren Heimkehr, Haltlosigkeit und das Unverständnis der anderen Überlebenden, die vergessen können, was Vera nicht vergessen kann.

    Roman-Adaptionen sind kein leichtes Unterfangen. Wie wird man der Sprache gerecht, dieser Ausdruckskraft? Wie dem Umfang? Das Hörspiel von Stefan Kanis findet in beiden Fällen kluge Lösungen, die den Hörer herausfordern. Dramaturgisch gekonnt findet hier eine Steigerung statt. Deuten sich im ersten Teil schon die künftigen Konflikte an, steigert sich die Erzählung im zweiten Teil hin zu einer möglichen Rettung, die jedoch nicht stattfindet. Der aufwühlende dritte Teil erzählt die Katastrophe nach der Katastrophe. Er ist der intensivste der drei Teile, eine Entwicklung, die fast zwangsläufig erscheint.

    Sprachlich bleibt das Stück eng an Aleksandar Tišmas Roman und dessen genialer Übersetzung (Barbara Antkowiak), verneigt sich vor deren Stil. Elegant findet Regisseur Stefan Kanis eine Ebene zwischen Drama und Erzählung. So werden wir immer wieder auf die literarische Kraft des Romans verwiesen.

    Bericht, Erzählung und Dialog wechseln einander ab, wodurch eine gewisse Distanz entsteht. Jegliches Pathos wird auf diese Weise vermieden. Umso stärker die Wucht des Erzählten. Das Stück lässt uns Raum, uns Szenen vorzustellen, die Lücken der Zeitsprünge zu füllen. Was Vera in Auschwitz erlebt haben muss, wird nur knapp angedeutet. Wir verstehen und erahnen es anhand ihrer Unfähigkeit, im Frieden anzukommen. In ihrem Innern ist immer noch Krieg, was sie mit dem ebenfalls traumatisierten Sredoje verbindet. In dieser Gemeinschaft, so versehrt sie ist, steckt ein wenig Hoffnung – mehr zu erahnen, als tatsächlich vorhanden, mehr in unserer Phantasie. Denn leicht machen es uns die Schöpfer dieses Hörspiels nicht, sie wollen, sie können nichts beschönigen. Was für eine kluge, eine interessante Adaption! Was für ein intensives, herausforderndes Stück.

    Der Gebrauch des Menschen

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 01.11.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

    2025-08-18, Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika, ORF / DLF Kultur
    2025-08-28, Felix Kubin: FLOW – Beyond Baroque and Words, BR

    2025-09-04, Caroline Wahl: Windstärke 17, HR
    2025-09-04,Dana von Suffrin: NIEWIEDERGUT, BR
    2025-09-04, Lene Albrecht: Kamina, DLF Kultur
    2025-09-04, Magda Woitzuck: Zwei Schwestern, HR
    2025-09-04, Marlen Hobrack: Schrödingers Grrrl, DLF Kultur
    2025-09-08, Fabian Saul: Die Ästhetik des Widerstands, DLF Kultur
    2025-09-08, Marcus Steinweg: Metaphysik der Leere, DLF
    2025-09-11, Lars Werner: Das Ende des Westens, rbb
    2025-09-15, Victor Sattler: Stolpertexte Folge 7 Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät, MDR
    2025-09-25, Dirk Schmidt: Crrowl, RB

    #AleksandarTišma #HörspielDesMonats #MDR #VomGebrauchDesMenschen

  20. Hörspiel des Monats September 2025

    Der Afrik

    von Sven Recker

    Regie: Nicole Paulsen
    Dramaturgie: Uta-Maria Heim
    Produktion: SWR 2025
    Länge: 54:36
    Ursendung: SWR 2 Kultur, 05.07.2025

    Die Begründung der Jury

    Afrika ist das Paradies – versprechen sie. Nach Missernten und Hungersnöten verkauft das badische Dorf Pfaffenweiler um 1853 ein Waldstück an reiche Winzer. Mit dem Geld finanziert die Gemeinde ihren Ärmsten die Ausreise. Nach Algerien. Ins goldene Land. Rückkehr allerdings ausgeschlossen. Auch Franz und seine Mutter sind dabei. Elend, Krieg und Krankheit erwarten sie. Alle Bittbriefe, nach Hause zurück zu dürfen, verhallen. Der Junge verscharrt seine Mutter, die nicht lange nach der Ankunft stirbt, im trockenen Wüstenboden. Afrik, rufen sie ihn in Pfaffenweiler. Er ist zurückgekehrt, Jahrzehnte später. Als Einziger. Keiner nimmt den Außenseiter ernst, der in einer Hütte oberhalb des Dorfes vegetiert. Niemand ahnt, dass Franz einen Plan hat. Dass er Rache nehmen will. Den Weinberg in die Luft sprengen und sich selbst dazu. Bis eines Tages ein Junge auf seiner Schwelle sitzt, halb Kind, halb Tier, und so ausgegrenzt wie er selbst.

    Das Hörspiel führt uns in die Innenperspektive des erwachsenen Franz. Nahezu wahnsinnig scheint er. Begleitet von schrecklichen Erinnerungen und vom Nachtkrapp, einem schwarzen Sagenvogel, der ihm böse Dinge einflüstert. Das Überleben hat ihn einen Teil des Verstandes gekostet. Hin und wieder dringen Spott und Tratsch und Heuchelei der Pfaffenweiler zu ihm durch. Aus dem Mosaik seiner Gedanken, Stimmen, Erinnerungen setzt sich allmählich und sehr kunstvoll die Geschichte zusammen. Das Hörspiel lässt sich Zeit. Wichtiger als der dramatische Spannungsbogen sind die sozialen Umstände und das Psychogramm des Rückkehrers.

    Als enthüllt wird, dass dieser Mensch, über den die Kinder sich lustig machen, der einsam und verarmt am Rande des Dorfes lebt, dass diese fast stumme Kreatur einen ausgeklügelten Racheplan hegt, ist das ein starker Moment. Das hat Größe. Würde. Nichts ist vergessen. Dass man sie wegschickte und nicht zurückholen wollte, dass er seine Mutter im fremden Land verscharren musste. Noch stärker ist indes, dass er schließlich auf seinen Plan verzichtet. Um dieses Jungen willen, den das Schicksal ihm vor die Tür setzt. Wie die zwei Außenseiter einander näherkommen. Wie ein Gefühl und mit diesem Gefühl ein neuer Lebenssinn entsteht, das ist ergreifend erzählt.

    Die Mundart als Stilmittel ist mutig und herausfordernd. Sie führt uns tiefer ins Innere der Hauptfigur, sie charakterisiert die sozialen Umstände, sie versetzt uns sofort in jene Zeit.

    Die Themen dieses Stücks sind heutig, auch wenn es eine historische Begebenheit schildert. Deutlich wird, Auswanderung und Vertreibung, Ausgrenzung und Rache beschäftigen uns schon sehr lange und werden hier als soziale Phänomene gedeutet.
    Ein intensives Hörerlebnis, stark erzählt, zutiefst menschlich, berührend und bei aller Schwere ermutigend. Ein kleines Wunder.

    Der Afrik

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 04.10.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

    2025-08-18, Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika, ORF / DLF Kultur
    2025-08-28, Felix Kubin: FLOW – Beyond Baroque and Words, BR

    #DerAfrik #HörspielDesMonats #SvenRecker #SWR

  21. Hörspiel des Monats September 2025

    Der Afrik

    von Sven Recker

    Regie: Nicole Paulsen
    Dramaturgie: Uta-Maria Heim
    Produktion: SWR 2025
    Länge: 54:36
    Ursendung: SWR 2 Kultur, 05.07.2025

    Die Begründung der Jury

    Afrika ist das Paradies – versprechen sie. Nach Missernten und Hungersnöten verkauft das badische Dorf Pfaffenweiler um 1853 ein Waldstück an reiche Winzer. Mit dem Geld finanziert die Gemeinde ihren Ärmsten die Ausreise. Nach Algerien. Ins goldene Land. Rückkehr allerdings ausgeschlossen. Auch Franz und seine Mutter sind dabei. Elend, Krieg und Krankheit erwarten sie. Alle Bittbriefe, nach Hause zurück zu dürfen, verhallen. Der Junge verscharrt seine Mutter, die nicht lange nach der Ankunft stirbt, im trockenen Wüstenboden. Afrik, rufen sie ihn in Pfaffenweiler. Er ist zurückgekehrt, Jahrzehnte später. Als Einziger. Keiner nimmt den Außenseiter ernst, der in einer Hütte oberhalb des Dorfes vegetiert. Niemand ahnt, dass Franz einen Plan hat. Dass er Rache nehmen will. Den Weinberg in die Luft sprengen und sich selbst dazu. Bis eines Tages ein Junge auf seiner Schwelle sitzt, halb Kind, halb Tier, und so ausgegrenzt wie er selbst.

    Das Hörspiel führt uns in die Innenperspektive des erwachsenen Franz. Nahezu wahnsinnig scheint er. Begleitet von schrecklichen Erinnerungen und vom Nachtkrapp, einem schwarzen Sagenvogel, der ihm böse Dinge einflüstert. Das Überleben hat ihn einen Teil des Verstandes gekostet. Hin und wieder dringen Spott und Tratsch und Heuchelei der Pfaffenweiler zu ihm durch. Aus dem Mosaik seiner Gedanken, Stimmen, Erinnerungen setzt sich allmählich und sehr kunstvoll die Geschichte zusammen. Das Hörspiel lässt sich Zeit. Wichtiger als der dramatische Spannungsbogen sind die sozialen Umstände und das Psychogramm des Rückkehrers.

    Als enthüllt wird, dass dieser Mensch, über den die Kinder sich lustig machen, der einsam und verarmt am Rande des Dorfes lebt, dass diese fast stumme Kreatur einen ausgeklügelten Racheplan hegt, ist das ein starker Moment. Das hat Größe. Würde. Nichts ist vergessen. Dass man sie wegschickte und nicht zurückholen wollte, dass er seine Mutter im fremden Land verscharren musste. Noch stärker ist indes, dass er schließlich auf seinen Plan verzichtet. Um dieses Jungen willen, den das Schicksal ihm vor die Tür setzt. Wie die zwei Außenseiter einander näherkommen. Wie ein Gefühl und mit diesem Gefühl ein neuer Lebenssinn entsteht, das ist ergreifend erzählt.

    Die Mundart als Stilmittel ist mutig und herausfordernd. Sie führt uns tiefer ins Innere der Hauptfigur, sie charakterisiert die sozialen Umstände, sie versetzt uns sofort in jene Zeit.

    Die Themen dieses Stücks sind heutig, auch wenn es eine historische Begebenheit schildert. Deutlich wird, Auswanderung und Vertreibung, Ausgrenzung und Rache beschäftigen uns schon sehr lange und werden hier als soziale Phänomene gedeutet.
    Ein intensives Hörerlebnis, stark erzählt, zutiefst menschlich, berührend und bei aller Schwere ermutigend. Ein kleines Wunder.

    Der Afrik

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 04.10.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

    2025-08-18, Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika, ORF / DLF Kultur
    2025-08-28, Felix Kubin: FLOW – Beyond Baroque and Words, BR

    #DerAfrik #HörspielDesMonats #SvenRecker #SWR

  22. Hörspiel des Monats August 2025

    Die Erschöpften

    von Oliver Sturm

    Regie: Oliver Sturm
    Komposition: Andreas Bick
    Dramaturgie: Michael Becker (NDR), Sabine Küchler (DLF)
    Produktion: NDR/DLF 2025
    Länge: 10 Teile zwischen 29:13 und 37:07
    Ursendung: NDR ab 03.05.2025, DLF ab 06.05.2025, ARD Audiothek ab 28.04.2025

    Die Begründung der Jury

    Stellen Sie sich vor, Sie wollen in den Urlaub, aber eine staatliche Instanz befindet darüber, ob Sie überhaupt „urlaubsfähig“ sind. In Oliver Sturms Serie „Die Erschöpften“ wird eine solche Dystopie entworfen. Der Hauptheld Sven, ein typischer Jetsetter, wird vom Gesundheitsministerium für „nicht urlaubsfähig“ erklärt und muss seine „Urlaubskompetenz“ erwerben, um verreisen zu dürfen. Er findet sich in einem Sanatorium wieder, wo er natürlich nie hinwollte, und in einer Gesellschaft von lauter Spinnern, mit denen er nicht das Geringste gemein hat. Oder doch?

    Nach und nach tauchen wir in die Gemeinschaft der „Erschöpften“ ein, in ihre Biographien, ihre Liebschaften, Geheimnisse. Die Gruppendynamik, der sich unser Held anfangs noch zu entziehen sucht, wird mehr und mehr essentiell. Und die Außenwelt – die geplante Urlaubsreise, eine toxische Beziehung etc. – verliert an Bedeutung. Geschickt werden Beziehungen, Verflechtungen, Plots und Subplots miteinander verknüpft, wird die Dystopie immer wirklicher.

    Auf satirische und sehr unterhaltsame Weise gelingt es dem Autor, Fragen der Selbstoptimierung auf der einen und Achtsamkeit auf der anderen Seite ohne erhobenen Zeigefinger zu stellen.

    Wir können über beides lachen und nachdenken. Ein großartiges Ensemble, allen voran Tom Schilling, spielt die Patienten und Patientinnen komisch und so realistisch, dass die Zuhörenden sich beinahe selbst in ein Sanatorium versetzt fühlen. Eine Serie mit Suchtpotential.

    Die Erschöpften 1

    Die Erschöpften 2

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.09.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

     

     

    #DieErschöpften #DLF #HörspielDesMonats #NDR #OliverSturm

  23. Hörspiel des Monats August 2025

    Die Erschöpften

    von Oliver Sturm

    Regie: Oliver Sturm
    Komposition: Andreas Bick
    Dramaturgie: Michael Becker (NDR), Sabine Küchler (DLF)
    Produktion: NDR/DLF 2025
    Länge: 10 Teile zwischen 29:13 und 37:07
    Ursendung: NDR ab 03.05.2025, DLF ab 06.05.2025, ARD Audiothek ab 28.04.2025

    Die Begründung der Jury

    Stellen Sie sich vor, Sie wollen in den Urlaub, aber eine staatliche Instanz befindet darüber, ob Sie überhaupt „urlaubsfähig“ sind. In Oliver Sturms Serie „Die Erschöpften“ wird eine solche Dystopie entworfen. Der Hauptheld Sven, ein typischer Jetsetter, wird vom Gesundheitsministerium für „nicht urlaubsfähig“ erklärt und muss seine „Urlaubskompetenz“ erwerben, um verreisen zu dürfen. Er findet sich in einem Sanatorium wieder, wo er natürlich nie hinwollte, und in einer Gesellschaft von lauter Spinnern, mit denen er nicht das Geringste gemein hat. Oder doch?

    Nach und nach tauchen wir in die Gemeinschaft der „Erschöpften“ ein, in ihre Biographien, ihre Liebschaften, Geheimnisse. Die Gruppendynamik, der sich unser Held anfangs noch zu entziehen sucht, wird mehr und mehr essentiell. Und die Außenwelt – die geplante Urlaubsreise, eine toxische Beziehung etc. – verliert an Bedeutung. Geschickt werden Beziehungen, Verflechtungen, Plots und Subplots miteinander verknüpft, wird die Dystopie immer wirklicher.

    Auf satirische und sehr unterhaltsame Weise gelingt es dem Autor, Fragen der Selbstoptimierung auf der einen und Achtsamkeit auf der anderen Seite ohne erhobenen Zeigefinger zu stellen.

    Wir können über beides lachen und nachdenken. Ein großartiges Ensemble, allen voran Tom Schilling, spielt die Patienten und Patientinnen komisch und so realistisch, dass die Zuhörenden sich beinahe selbst in ein Sanatorium versetzt fühlen. Eine Serie mit Suchtpotential.

    Die Erschöpften 1

    Die Erschöpften 2

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.09.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-22  Antoine de Saint-Exupery: Nachtflug, ORF
    2025-07-04, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia 3, BR
    2025-07-22, Philipp Blom: Vier Stürme, ein Sturm, ORF
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

     

     

    #DieErschöpften #DLF #HörspielDesMonats #NDR #OliverSturm

  24. Hörspiel des Monats Juni 2025

    Schwebende Brücken

    von Maike Wetzel

    Regie: Kai Grehn
    Komposition: Damir Avdić
    Dramaturgie: Andrea Oetzmann
    Produktion: SWR 2025
    Länge: 84:30
    Ursendung: SWR Kultur, 06.04.2025, 22.03 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Eine Frau am Badesee, zwei kleine Kinder im Arm. Zwei Männer, die fröhlich zur Segeltour aufbrechen – und nur einer kommt zurück. Der andere, ihr Mann, bleibt draußen …

    Wie Weiterleben, wenn der nächste, vertrauteste, am meisten geliebte Mensch stirbt? Wenn seine Sachen noch im Schrank hängen, sein Geruch in der Wohnung, seine Stimme im Raum? Wenn seine Kinder nach ihm fragen? Wenn er da ist und weg? Wie weiterleben? Wie geht das?

    In Maike Wetzels Hörspiel „Schwebende Brücken“ mischen sich Erinnerungen an den verstorbenen Ehemann mit dem Alltag des Überlebens. Wie sie sich kennenlernten, eine komplizierte Beziehung führten, die Schwangerschaften, die Kinder, der Unfall. Und dazwischen immer wieder das Unfassbare, das Unbegreifliche – sein Tod, seine Beerdigung, die Ablehnung des Sohnes, die erste Party allein … Das ist so intensiv und ehrlich erzählt, so nah und geradezu intim inszeniert, dass es erschüttert und zugleich über die persönliche Katastrophe hinausweist. Autorin Maike Wetzel und Regisseur Kai Grehn schaffen es, einen Schicksalsschlag privat und zugleich allgemeingültig zu beschreiben. Anne Ratte Polle lässt durch die Trauer hindurch Trotz und Wut aufkommen.

    Weiterleben. Da gibt es Hoffnung. Und die brauchen wir gerade sehr.
    Wir gratulieren den Machern dieses außergewöhnlichen Stücks.

    Schwebende Brücken – Trailer

    Schwebende Brücken – Trailer

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 05.07.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    #HörspielDesMonats #MaikeWetzel #SchwebendeBrücken #SWR

  25. Hörspiel des Monats Juni 2025

    Schwebende Brücken

    von Maike Wetzel

    Regie: Kai Grehn
    Komposition: Damir Avdić
    Dramaturgie: Andrea Oetzmann
    Produktion: SWR 2025
    Länge: 84:30
    Ursendung: SWR Kultur, 06.04.2025, 22.03 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Eine Frau am Badesee, zwei kleine Kinder im Arm. Zwei Männer, die fröhlich zur Segeltour aufbrechen – und nur einer kommt zurück. Der andere, ihr Mann, bleibt draußen …

    Wie Weiterleben, wenn der nächste, vertrauteste, am meisten geliebte Mensch stirbt? Wenn seine Sachen noch im Schrank hängen, sein Geruch in der Wohnung, seine Stimme im Raum? Wenn seine Kinder nach ihm fragen? Wenn er da ist und weg? Wie weiterleben? Wie geht das?

    In Maike Wetzels Hörspiel „Schwebende Brücken“ mischen sich Erinnerungen an den verstorbenen Ehemann mit dem Alltag des Überlebens. Wie sie sich kennenlernten, eine komplizierte Beziehung führten, die Schwangerschaften, die Kinder, der Unfall. Und dazwischen immer wieder das Unfassbare, das Unbegreifliche – sein Tod, seine Beerdigung, die Ablehnung des Sohnes, die erste Party allein … Das ist so intensiv und ehrlich erzählt, so nah und geradezu intim inszeniert, dass es erschüttert und zugleich über die persönliche Katastrophe hinausweist. Autorin Maike Wetzel und Regisseur Kai Grehn schaffen es, einen Schicksalsschlag privat und zugleich allgemeingültig zu beschreiben. Anne Ratte Polle lässt durch die Trauer hindurch Trotz und Wut aufkommen.

    Weiterleben. Da gibt es Hoffnung. Und die brauchen wir gerade sehr.
    Wir gratulieren den Machern dieses außergewöhnlichen Stücks.

    Schwebende Brücken – Trailer

    Schwebende Brücken – Trailer

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 05.07.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    #HörspielDesMonats #MaikeWetzel #SchwebendeBrücken #SWR

  26. Hörspiel des Monats Juli 2025

    Srebrenica – Ich zählte mein Leben nur noch in Sekunden

    von Armin Smailovic und Branko Šimić

    Regie: die Autoren
    Komposition: Damir Avdić
    Dramaturgie: Barbara Gerland
    Produktion: DLF Kultur 2025
    Länge: 54:30
    Ursendung: DLF Kultur, 09.07.2025, 22.03 Uhr

    Die Begründung der Jury

    „Ein berührendes und aufwühlendes Hörspiel über das Massaker von Srebrenica im ehemaligen Jugoslawien der 1990er Jahre, bei dem mehr als 8000 Muslimische Bosniaken systematisch ermordet wurden. Es wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: der Opfer, der Täter und derjenigen, die daneben standen und nichts gemacht haben.

    Das Schreckliche ist, dass die Zuhörenden, wenn sie sich darauf einlassen, mit allen Seiten mitfühlen können. Mit den Opfern sowieso, aber auch mit den Tätern, die – als Ausführende – gezwungen waren, mitzumachen, weil sie sonst selbst Opfer geworden wären. Die dritte Perspektive, die UN-Blauhelm-Soldaten, die eigentlich als Schutztruppe gedacht waren, griffen nicht ein und schleppen diese Schmach den Rest ihres Lebens mit sich rum – einige suizidieren sich.

    Das Thema scheint bekannt und hinlänglich aufgearbeitet, aber zwei Dinge machen dieses Hörspiel außergewöhnlich und geradezu zwingend. Zum einen die Auswahl der Interviews und die Stimmen der Vortragenden. Da wird nichts ausgemalt oder dramatisiert. Zurückhaltend und nahezu nüchtern werden die grausamsten Dinge berichtet. Das macht sie nicht erträglicher, aber überhaupt hörbar. Der zweite Aspekt ist die Kompilation der verschiedenen und zum Teil konträren Erzählebenen. Dadurch werden die Zuhörenden angeregt, sich selbst ein Bild über den Wahnsinn des Krieges zu machen.

    Sind solche Gräuel jederzeit wieder möglich? Was für ein fragiles Gebilde ist die Welt, in der wir leben? Was können wir tun? Können wir Kriege verhindern? Wie  können wir überhaupt Verantwortung übernehmen?

    Srebrenica – Trailer

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 02.08.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

     

    #ArminSmailovic #BrankoŠimić #DLFKultur #HörspielDesMonats #SrebrenicaIchZählteMeinLebenNurNochInSekunden

  27. Hörspiel des Monats Juli 2025

    Srebrenica – Ich zählte mein Leben nur noch in Sekunden

    von Armin Smailovic und Branko Šimić

    Regie: die Autoren
    Komposition: Damir Avdić
    Dramaturgie: Barbara Gerland
    Produktion: DLF Kultur 2025
    Länge: 54:30
    Ursendung: DLF Kultur, 09.07.2025, 22.03 Uhr

    Die Begründung der Jury

    „Ein berührendes und aufwühlendes Hörspiel über das Massaker von Srebrenica im ehemaligen Jugoslawien der 1990er Jahre, bei dem mehr als 8000 Muslimische Bosniaken systematisch ermordet wurden. Es wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: der Opfer, der Täter und derjenigen, die daneben standen und nichts gemacht haben.

    Das Schreckliche ist, dass die Zuhörenden, wenn sie sich darauf einlassen, mit allen Seiten mitfühlen können. Mit den Opfern sowieso, aber auch mit den Tätern, die – als Ausführende – gezwungen waren, mitzumachen, weil sie sonst selbst Opfer geworden wären. Die dritte Perspektive, die UN-Blauhelm-Soldaten, die eigentlich als Schutztruppe gedacht waren, griffen nicht ein und schleppen diese Schmach den Rest ihres Lebens mit sich rum – einige suizidieren sich.

    Das Thema scheint bekannt und hinlänglich aufgearbeitet, aber zwei Dinge machen dieses Hörspiel außergewöhnlich und geradezu zwingend. Zum einen die Auswahl der Interviews und die Stimmen der Vortragenden. Da wird nichts ausgemalt oder dramatisiert. Zurückhaltend und nahezu nüchtern werden die grausamsten Dinge berichtet. Das macht sie nicht erträglicher, aber überhaupt hörbar. Der zweite Aspekt ist die Kompilation der verschiedenen und zum Teil konträren Erzählebenen. Dadurch werden die Zuhörenden angeregt, sich selbst ein Bild über den Wahnsinn des Krieges zu machen.

    Sind solche Gräuel jederzeit wieder möglich? Was für ein fragiles Gebilde ist die Welt, in der wir leben? Was können wir tun? Können wir Kriege verhindern? Wie  können wir überhaupt Verantwortung übernehmen?

    Srebrenica – Trailer

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 02.08.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 1 – Emily Pop, SWR
    2025-06-04, Hermann Kretzschmar: Aristo Games_Paralipomena 2 – I.K, SWR
    2025-06-04, Leonie Ziem: Kind aus Seide, SWR
    2025-06-05, Armin Smailovic: Branko Simic: Srebrenica, DLF Kultur
    2025-06-05, Michel Decar: Die Kobra von Kreuzberg, DLF Kultur
    2025-06-13, Sabine Ludwig: Und dann saß ich da mit meinen 7 Unterhosen in der Hand, rbb
    2025-06-17, Magda Woitzuck: Mallorca, Mord und Margaritas, hr

    2025-07-03, Albrecht Kunze: Das Ding aus keiner anderen Welt als dieser, SWR
    2025-07-03, Sven Recker: Der Afrik, SWR
    2025-07-04, Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, DLF Kultur
    2025-07-07, Raoul Schrott: Sternenhimmel der Menschheit, BR
    2025-07-27, Friedrich Ani: Die Wut der Wellen, NDR

     

    #ArminSmailovic #BrankoŠimić #DLFKultur #HörspielDesMonats #SrebrenicaIchZählteMeinLebenNurNochInSekunden

  28. Hörspiel des Monats Mai 2025

    Lélé

    von Sathyan Ramesh

    Regie: Leonhard Koppelmann
    Redaktion: Arne Salasse
    Produktion: HR 2025
    Länge: 54:30
    Ursendung: HR 2 Kultur, 30.03.2025 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Es gibt ihn noch, den Briefroman. Wir glaubten, wir hätten zu diesem Thema schon alles gesehen und gehört, und siehe, da kommt doch etwas Neues. Und zugleich etwas ganz Altes. In „Lélé“ schreiben sich beide Protagonisten tatsächlich Briefe. Und das wirkt nicht überholt oder antiquiert, sondern ganz natürlich. Denn einer der beiden sitzt im Knast. Der andere ist draußen.

    Es ist die Umkehrung des Klassikers „Frau verliebt sich in Kriminellen, der im Gefängnis sitzt“. Hier nimmt der Mann Kontakt zu einer weiblichen Inhaftierten auf. Aus purer Höflichkeit. Gerhard bedankt sich postalisch für ein besonders schönes Hundehalsband, das er auf einer Website erworben hat, die handgefertigte Waren von Häftlingen vertreibt. Helene, genannt Lélé, die das Halsband hergestellt hat, antwortet. Ebenfalls schriftlich. Daraus wird mehr. Ein Briefwechsel.

    Besonders gelungen ist, wie hier etwas scheinbar Altmodisches mit einer neuen Perspektive kombiniert wird. Darüber hinaus schafft der Autor die Porträts zweier Individualisten. Jeder auf seine Art einsam. Matthias Habich spielt Gerhard, den ehemaligen Lehrer und Witwer, mit einer guten Portion Kauzigkeit und Selbstironie. Julia Jäger spricht samtig und lässt klar die Empfindsamkeit ahnen, die unter einer harten Schale liegt. Beide machen das großartig.

    Mit Humor, Melancholie und Sehnsucht wird die Annäherung zweier Figuren geschildert, die ihre Charaktere und Lebensgeschichten nach und nach entfalten. Ihre Begegnung führt – dem Autor sei Dank – nicht zu der erwarteten Liebesgeschichte sondern zu einer anderen überraschenden Konsequenz, die an dieser Stelle nicht verraten sein soll. Hier wird eine Geschichte erzählt. Einfach eine Geschichte von zwei Menschen. Die uns berührt hat. Davon brauchen wir mehr.

    Lélé – Trailer

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 07.06.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    #HörspielDesMonats #HR #Lélé #SathyanRamesh

  29. Hörspiel des Monats Mai 2025

    Lélé

    von Sathyan Ramesh

    Regie: Leonhard Koppelmann
    Redaktion: Arne Salasse
    Produktion: HR 2025
    Länge: 54:30
    Ursendung: HR 2 Kultur, 30.03.2025 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Es gibt ihn noch, den Briefroman. Wir glaubten, wir hätten zu diesem Thema schon alles gesehen und gehört, und siehe, da kommt doch etwas Neues. Und zugleich etwas ganz Altes. In „Lélé“ schreiben sich beide Protagonisten tatsächlich Briefe. Und das wirkt nicht überholt oder antiquiert, sondern ganz natürlich. Denn einer der beiden sitzt im Knast. Der andere ist draußen.

    Es ist die Umkehrung des Klassikers „Frau verliebt sich in Kriminellen, der im Gefängnis sitzt“. Hier nimmt der Mann Kontakt zu einer weiblichen Inhaftierten auf. Aus purer Höflichkeit. Gerhard bedankt sich postalisch für ein besonders schönes Hundehalsband, das er auf einer Website erworben hat, die handgefertigte Waren von Häftlingen vertreibt. Helene, genannt Lélé, die das Halsband hergestellt hat, antwortet. Ebenfalls schriftlich. Daraus wird mehr. Ein Briefwechsel.

    Besonders gelungen ist, wie hier etwas scheinbar Altmodisches mit einer neuen Perspektive kombiniert wird. Darüber hinaus schafft der Autor die Porträts zweier Individualisten. Jeder auf seine Art einsam. Matthias Habich spielt Gerhard, den ehemaligen Lehrer und Witwer, mit einer guten Portion Kauzigkeit und Selbstironie. Julia Jäger spricht samtig und lässt klar die Empfindsamkeit ahnen, die unter einer harten Schale liegt. Beide machen das großartig.

    Mit Humor, Melancholie und Sehnsucht wird die Annäherung zweier Figuren geschildert, die ihre Charaktere und Lebensgeschichten nach und nach entfalten. Ihre Begegnung führt – dem Autor sei Dank – nicht zu der erwarteten Liebesgeschichte sondern zu einer anderen überraschenden Konsequenz, die an dieser Stelle nicht verraten sein soll. Hier wird eine Geschichte erzählt. Einfach eine Geschichte von zwei Menschen. Die uns berührt hat. Davon brauchen wir mehr.

    Lélé – Trailer

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 07.06.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    2025-05-06, Noam Brusilovsky / Ofer Waldman: Wer weiß wer kennt, rbb
    2025-05-13, Dominik Bernet: Brot weint, SRF
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 3 von 6 – Der Meisterdieb, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 4 von 6 – Zu viel Zaster, hr
    2025-05-13, Arne Salasse: Die Glitzer-Gang – Folge 5 von 6 – Totale Krise, hr
    2025-05-23, Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic, ORF

    #HörspielDesMonats #HR #Lélé #SathyanRamesh

  30. Hörspiel des Monats April 2025

    Nicht ist, sagte der Weise – musikalischens Hörspiel über Mascha Kaléko

    von Ulrike Haage

    Regie und Komposition: Ulrike Haage
    Dramaturgie: Juliane Schmidt
    Produktion: RBB 2025
    Länge: 59:20
    Ursendung: RBB Radio 3, 09.07.2025, 22.03 Uhr

    Die Begründung der Jury

    „Die Dichterin Mascha Kaleko kehrt für eine Vortragsreise 1956 nach Deutschland zurück. Sie erinnert sich an die guten Jahre in Berlin, die sie berühmt machten. Sie würde gern daran anknüpfen und kann es doch nicht. Denn der ihr zugedachte Fontane-Preis soll ihr von einem ehemaligen SS-Standartenführer übergeben werden …

    Wir reisen mit Mascha Kaleko durch innere und äußere Welten – ihre Gedanken, ihre Familie, ihre Beziehungen, die Länder, in denen sie zu Hause war – ausgewählt und komponiert in Briefen, Notizen, Gedichten und Texten. Wir erfahren ihre Rastlosigkeit, Ruhelosigkeit. Heimat gibt es nur im Singular. Aber welche ist ihre Heimat?

    eimatlosigkeit als innerer Zustand. Das Hörspiel vermag es, mehr ein Gefühl, einen Eindruck des Menschen Mascha Kaleko zu erzeugen. Es geht weniger um Fakten, das ist interessant. In ihren eindringlichsten Sequenzen stellt die Geschichte einen Bezug zum heutigen Antisemitismus her. Wir finden es wichtig, sich diesem Thema zu stellen. Und umso verdienstvoller, dass dies nicht mit erhobenem Zeigefinger passiert, sondern auf eine freche, nahezu unverschämte Mascha-Kaleko-hafte Art und Weise. Der Musik kommt hierbei eine besondere Rolle zu. Wie eine zweite Erzählebene erzeugt sie eine melancholische Grundstimmung, stellt eine besondere Nähe zur Dichterin her, kontrastiert deren manchmal ironisch freche Texte und unterstreicht die nachdenklichen, traurigen Momente. Inspirierend, engagiert und einfühlsam.“

    Nichts ist, sagte der Weise – Trailer

    Nichts ist, sagte der Weise – Trailer

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 03.05.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    #HörspielDesMonats #musikalischensHörspielüberMaschaKaléko #NichtIstSagteDerWeise #RBB #UlrikeHaage

  31. Hörspiel des Monats April 2025

    Nicht ist, sagte der Weise – musikalischens Hörspiel über Mascha Kaléko

    von Ulrike Haage

    Regie und Komposition: Ulrike Haage
    Dramaturgie: Juliane Schmidt
    Produktion: RBB 2025
    Länge: 59:20
    Ursendung: RBB Radio 3, 09.07.2025, 22.03 Uhr

    Die Begründung der Jury

    „Die Dichterin Mascha Kaleko kehrt für eine Vortragsreise 1956 nach Deutschland zurück. Sie erinnert sich an die guten Jahre in Berlin, die sie berühmt machten. Sie würde gern daran anknüpfen und kann es doch nicht. Denn der ihr zugedachte Fontane-Preis soll ihr von einem ehemaligen SS-Standartenführer übergeben werden …

    Wir reisen mit Mascha Kaleko durch innere und äußere Welten – ihre Gedanken, ihre Familie, ihre Beziehungen, die Länder, in denen sie zu Hause war – ausgewählt und komponiert in Briefen, Notizen, Gedichten und Texten. Wir erfahren ihre Rastlosigkeit, Ruhelosigkeit. Heimat gibt es nur im Singular. Aber welche ist ihre Heimat?

    eimatlosigkeit als innerer Zustand. Das Hörspiel vermag es, mehr ein Gefühl, einen Eindruck des Menschen Mascha Kaleko zu erzeugen. Es geht weniger um Fakten, das ist interessant. In ihren eindringlichsten Sequenzen stellt die Geschichte einen Bezug zum heutigen Antisemitismus her. Wir finden es wichtig, sich diesem Thema zu stellen. Und umso verdienstvoller, dass dies nicht mit erhobenem Zeigefinger passiert, sondern auf eine freche, nahezu unverschämte Mascha-Kaleko-hafte Art und Weise. Der Musik kommt hierbei eine besondere Rolle zu. Wie eine zweite Erzählebene erzeugt sie eine melancholische Grundstimmung, stellt eine besondere Nähe zur Dichterin her, kontrastiert deren manchmal ironisch freche Texte und unterstreicht die nachdenklichen, traurigen Momente. Inspirierend, engagiert und einfühlsam.“

    Nichts ist, sagte der Weise – Trailer

    Nichts ist, sagte der Weise – Trailer

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 03.05.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02, Frauen und Fiktion: Hallo, ich bin Geld, DLF Kultur
    2025-01-08, David Lindemann: Echokammer, DLF Kultur
    2025-01-13, Ulrike Haage: Nichts ist, sagt der Weise, RBB
    2025-01-18, Merzouga: Wildly tender is thy music – Lieder aus dem Moor, DLF
    2025-01-24, Helmut Peschina: Treibholz, ORF

    2025-02-01, Heiner Goebbels: Orakelmaschine, SWR
    2025-02-17, Michael Stauffer: Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, SRF

    2025-03-03, AnniKa von Trier: Spurensuche Hannah Höch, rbb
    2025-03-03, David Paquet: Sternschnupfen, SR
    2025-03-06, Anonym: 1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia Ott, DLF
    2025-03-12, Andi Unger: Es gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!, BR
    2025-03-19, C. F. Ramuz: Sturz in die Sonne, SRF
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 1 von 10 – Erwerb von Urlaubskompetenz, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 2 von 10 – Pre-Holiday-Holiday, NDR/DLF 2025
    2025-03-26, Oliver Sturm: Die Erschöpften – Folge 3 von 10 – Spaß! Spaß! Spaß!, NDR/DLF 2025
    2025-03-31, Sathyan Ramesh: Lélé, hr

    2025-04-01, Akin Emanuel Sipal: Mutter Vater Land, BR
    2025-04-03, Basil Zecchinel / Clara Schiltenwolf: Requiem for a lobster, DLF
    2025-04-03, Olga Ravn: Die Angestellten, DLF Kultur
    2025-04-03, Schorsch Kamerun: Bevor wir kippen, DLF Kultur
    2025-04-06, Maike Wetzel: Schwebende Brücken, SWR
    2025-04-10, Dominika Jerkić & Marc Matter: Oroboro, SWR
    2025-04-15, Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen, SWR
    2025-04-15, Walter Filz / Edgar Allan Poe: Der Untergang des Hauses, SWR
    2025-04-16, Peter Bichsel: Nichts Besonderes, SRF
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 1 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 2 von 3, MDR
    2025-04-17, Aleksandar Tisma: Der Gebrauch des Menschen – Teil 3 von 3, MDR

    #HörspielDesMonats #musikalischensHörspielüberMaschaKaléko #NichtIstSagteDerWeise #RBB #UlrikeHaage

  32. Hörspiel des Monats März 2025

    Echokammer

    von David Lindemann

    Regie: David Lindemann
    Dramaturgie: Barbara Gerland
    Produktion: DLF Kultur 2025
    Länge: 56:30
    Ursendung: DLF Kultur, 08.01.2025, 22.03 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Die Journalistin Inge will einen Wissenschaftler interviewen. Ein Schneesturm hält die beiden in einer winzigen Berghütte gefangen. Als eine weitere Person hinzukommt, bahnt sich eine Katastrophe an. Die Geschichte entwickelt von der ersten Minute an einen Sog, dem wir uns nicht mehr entziehen konnten. Geschickt wird hier nicht nur dramaturgisch auf zwei Erzählebenen mit dem Geheimnis des Todes einer der drei Personen gespielt. Fährten werden gelegt, die nicht aufgeklärt, sondern deren Verfolgung einzig unserer Phantasie überlassen bleiben. Eine Verschwörung? Die klaustrophobische Situation ist zu spüren, wir frieren beim Zuhören. Die Berghütte in Eis und Schnee wird gegenwärtig. Auf Musik verzichtet „Echokammer“ fast gänzlich und lässt uns so stärker auf die Handlung konzentrieren.

    In der Geschichte der drei Personen verschwimmen, verschieben sich Grenzen zwischen Täter und Opfer. Erwartungshaltungen werden konterkariert. Der Stoff provoziert Fragen. Etwa: Was ist ein Menschenleben wert? Wer ist ein schlechter, wer ein guter Mensch, gibt es diese Kategorien überhaupt? Darf sich der- oder diejenige, der/die moralisch im Recht scheint, über die anderen stellen?
    Es ist selten geworden, dass auf Fragen nicht gleich passende Antworten folgen. Das ist die Kunst von „Echokammer“. Unterhaltung im besten Sinne.

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 05.04.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02Frauen und FiktionHallo, ich bin GeldDLF Kultur2025-01-08David LindemannEchokammerDLF Kultur2025-01-13Ulrike HaageNichts ist, sagt der WeiseRBB2025-01-18MerzougaWildly tender is thy music – Lieder aus dem MoorDLF2025-01-24Helmut PeschinaTreibholzORF2025-02-01Heiner GoebbelsOrakelmaschineSWR2025-02-17Michael StaufferIhr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie SowjetunionSRF2025-03-03AnniKa von TrierSpurensuche Hannah Höchrbb2025-03-03David PaquetSternschnupfenSR2025-03-06Anonym1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia OttDLF2025-03-12Andi UngerEs gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!BR2025-03-19C. F. RamuzSturz in die SonneSRF2025-03-26Oliver SturmDie Erschöpften 1-3/10NDR/DLF2025-03-31Sathyan RameshLéléhr #DavidLindemann #DLFKultur #Echokammer #HörspielDesMonats
  33. Hörspiel des Monats März 2025

    Echokammer

    von David Lindemann

    Regie: David Lindemann
    Dramaturgie: Barbara Gerland
    Produktion: DLF Kultur 2025
    Länge: 56:30
    Ursendung: DLF Kultur, 08.01.2025, 22.03 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Die Journalistin Inge will einen Wissenschaftler interviewen. Ein Schneesturm hält die beiden in einer winzigen Berghütte gefangen. Als eine weitere Person hinzukommt, bahnt sich eine Katastrophe an. Die Geschichte entwickelt von der ersten Minute an einen Sog, dem wir uns nicht mehr entziehen konnten. Geschickt wird hier nicht nur dramaturgisch auf zwei Erzählebenen mit dem Geheimnis des Todes einer der drei Personen gespielt. Fährten werden gelegt, die nicht aufgeklärt, sondern deren Verfolgung einzig unserer Phantasie überlassen bleiben. Eine Verschwörung? Die klaustrophobische Situation ist zu spüren, wir frieren beim Zuhören. Die Berghütte in Eis und Schnee wird gegenwärtig. Auf Musik verzichtet „Echokammer“ fast gänzlich und lässt uns so stärker auf die Handlung konzentrieren.

    In der Geschichte der drei Personen verschwimmen, verschieben sich Grenzen zwischen Täter und Opfer. Erwartungshaltungen werden konterkariert. Der Stoff provoziert Fragen. Etwa: Was ist ein Menschenleben wert? Wer ist ein schlechter, wer ein guter Mensch, gibt es diese Kategorien überhaupt? Darf sich der- oder diejenige, der/die moralisch im Recht scheint, über die anderen stellen?
    Es ist selten geworden, dass auf Fragen nicht gleich passende Antworten folgen. Das ist die Kunst von „Echokammer“. Unterhaltung im besten Sinne.

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 05.04.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    2025-01-02Frauen und FiktionHallo, ich bin GeldDLF Kultur2025-01-08David LindemannEchokammerDLF Kultur2025-01-13Ulrike HaageNichts ist, sagt der WeiseRBB2025-01-18MerzougaWildly tender is thy music – Lieder aus dem MoorDLF2025-01-24Helmut PeschinaTreibholzORF2025-02-01Heiner GoebbelsOrakelmaschineSWR2025-02-17Michael StaufferIhr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie SowjetunionSRF2025-03-03AnniKa von TrierSpurensuche Hannah Höchrbb2025-03-03David PaquetSternschnupfenSR2025-03-06Anonym1001 Nacht nach der Neuübersetzung von Claudia OttDLF2025-03-12Andi UngerEs gibt kein richtiges Leben, ihr Flaschen!BR2025-03-19C. F. RamuzSturz in die SonneSRF2025-03-26Oliver SturmDie Erschöpften 1-3/10NDR/DLF2025-03-31Sathyan RameshLéléhr #DavidLindemann #DLFKultur #Echokammer #HörspielDesMonats
  34. Hörspiel des Monats Februar 2025 – Die Nominierungen

    Im Zuge der Umstrukturierung des „Hörspiels des Monats” durch den Träger des Preises, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK), wird diese Auszeichnung im Januar und Februar 2025 nicht vergeben. Das erste Hörspiel des Monats im Jahr 2025 wird das Hörspiel des Monats März sei Das jeweilige Hörspiel des Monats wird am ersten Samstag des Folgemonats um 20.05 Uhr vom Deutschlandfunk (DLF) übernommen.

    Weil durch die virtuelle Gemeinschaftsredaktion der Hörspielabteilungen der ARD mit weniger Neuproduktionen zu rechnen ist, verbleiben die eingereichten Hörspiele das ganze Jahr über in einem Pool. Aus diesem Pool kürt die zweiköpfige Jury (Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel) die Hörspiele des Monats. Die Auszeichnung ist somit nicht mehr an den Monat der Erstausstrahlung (bzw. Online-Veröffentlichung) gebunden.

    Produktionen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) können nicht mehr zum „Hörspiel des Monats“ gewählt werden, weil der Sender sich aus dem Wettbewerb zurückgezogen hat. Somit verbleiben BR, HR, MDR, NDR, RB, RBB, SR, SWR, Deutschlandradio, ORF und SRF im Wettbewerb.

    Die Nominierungen

    2025-01-02Frauen und FiktionHallo, ich bin GeldDLF Kultur2025-01-08David LindemannEchokammerDLF Kultur2025-01-13Ulrike HaageNichts ist, sagt der WeiseRBB2025-01-18MerzougaWildly tender is thy music – Lieder aus dem MoorDLF2025-01-24Helmut PeschinaTreibholzORF2025-02-01Heiner GoebbelsOrakelmaschineSWR2025-02-17Michael StaufferIhr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie SowjetunionSRF #HörspielDesMonats
  35. Hörspiel des Monats Februar 2025 – Die Nominierungen

    Im Zuge der Umstrukturierung des „Hörspiels des Monats” durch den Träger des Preises, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK), wird diese Auszeichnung im Januar und Februar 2025 nicht vergeben. Das erste Hörspiel des Monats im Jahr 2025 wird das Hörspiel des Monats März sei Das jeweilige Hörspiel des Monats wird am ersten Samstag des Folgemonats um 20.05 Uhr vom Deutschlandfunk (DLF) übernommen.

    Weil durch die virtuelle Gemeinschaftsredaktion der Hörspielabteilungen der ARD mit weniger Neuproduktionen zu rechnen ist, verbleiben die eingereichten Hörspiele das ganze Jahr über in einem Pool. Aus diesem Pool kürt die zweiköpfige Jury (Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel) die Hörspiele des Monats. Die Auszeichnung ist somit nicht mehr an den Monat der Erstausstrahlung (bzw. Online-Veröffentlichung) gebunden.

    Produktionen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) können nicht mehr zum „Hörspiel des Monats“ gewählt werden, weil der Sender sich aus dem Wettbewerb zurückgezogen hat. Somit verbleiben BR, HR, MDR, NDR, RB, RBB, SR, SWR, Deutschlandradio, ORF und SRF im Wettbewerb.

    Die Nominierungen

    2025-01-02Frauen und FiktionHallo, ich bin GeldDLF Kultur2025-01-08David LindemannEchokammerDLF Kultur2025-01-13Ulrike HaageNichts ist, sagt der WeiseRBB2025-01-18MerzougaWildly tender is thy music – Lieder aus dem MoorDLF2025-01-24Helmut PeschinaTreibholzORF2025-02-01Heiner GoebbelsOrakelmaschineSWR2025-02-17Michael StaufferIhr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie SowjetunionSRF #HörspielDesMonats
  36. Hörspiel des Monats Januar 2025 – Die Nominerungen

    Im Zuge der Umstrukturierung des „Hörspiels des Monats” durch den Träger des Preises, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK), wird diese Auszeichnung im Januar und Februar 2025 nicht vergeben. Das erste Hörspiel des Monats im Jahr 2025 wird das Hörspiel des Monats März sei Das jeweilige Hörspiel des Monats wird am ersten Samstag des Folgemonats um 20.05 Uhr vom Deutschlandfunk (DLF) übernommen.

    Weil durch die virtuelle Gemeinschaftsredaktion der Hörspielabteilungen der ARD mit weniger Neuproduktionen zu rechnen ist, verbleiben die eingereichten Hörspiele das ganze Jahr über in einem Pool. Aus diesem Pool kürt die zweiköpfige Jury (Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel) die Hörspiele des Monats. Die Auszeichnung ist somit nicht mehr an den Monat der Erstausstrahlung (bzw. Online-Veröffentlichung) gebunden.

    Produktionen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) können nicht mehr zum „Hörspiel des Monats“ gewählt werden, weil der Sender sich aus dem Wettbewerb zurückgezogen hat. Somit Verbleben BR, HR, MDR, NDR, RB, RBB, SR, SWR, Deutschlandradio, ORF und SRF im Wettbewerb.

    Die Nominierungen

    2025-01-02Frauen und FiktionHallo, ich bin GeldDLF Kultur2025-01-08David LindemannEchokammerDLF Kultur2025-01-13Ulrike HaageNichts ist, sagt der WeiseRBB2025-01-18MerzougaWildly tender is thy music – Lieder aus dem MoorDLF2025-01-24Helmut PeschinaTreibholzORF #HörspielDesMonats
  37. Hörspiel des Monats Januar 2025 – Die Nominerungen

    Im Zuge der Umstrukturierung des „Hörspiels des Monats” durch den Träger des Preises, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK), wird diese Auszeichnung im Januar und Februar 2025 nicht vergeben. Das erste Hörspiel des Monats im Jahr 2025 wird das Hörspiel des Monats März sei Das jeweilige Hörspiel des Monats wird am ersten Samstag des Folgemonats um 20.05 Uhr vom Deutschlandfunk (DLF) übernommen.

    Weil durch die virtuelle Gemeinschaftsredaktion der Hörspielabteilungen der ARD mit weniger Neuproduktionen zu rechnen ist, verbleiben die eingereichten Hörspiele das ganze Jahr über in einem Pool. Aus diesem Pool kürt die zweiköpfige Jury (Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel) die Hörspiele des Monats. Die Auszeichnung ist somit nicht mehr an den Monat der Erstausstrahlung (bzw. Online-Veröffentlichung) gebunden.

    Produktionen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) können nicht mehr zum „Hörspiel des Monats“ gewählt werden, weil der Sender sich aus dem Wettbewerb zurückgezogen hat. Somit Verbleben BR, HR, MDR, NDR, RB, RBB, SR, SWR, Deutschlandradio, ORF und SRF im Wettbewerb.

    Die Nominierungen

    2025-01-02Frauen und FiktionHallo, ich bin GeldDLF Kultur2025-01-08David LindemannEchokammerDLF Kultur2025-01-13Ulrike HaageNichts ist, sagt der WeiseRBB2025-01-18MerzougaWildly tender is thy music – Lieder aus dem MoorDLF2025-01-24Helmut PeschinaTreibholzORF #HörspielDesMonats
  38. Hörspiel des Monats 2025 – Die Jury und Neuausrichtung

    Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK) wird ihre Initiative „Hör-spiel des Monats“ (seit 1977) und „Hörspiel des Jahres“ (seit 1987) ab 2025 neu ausrichten. Die Auszeichnung wird vom monatlichen Rhythmus der Ursendungen entkoppelt. Der Deutschlandfunk, der das Hörspiel des Monats bisher mit dreimonatiger Verzögerung jeweils am ersten Samstag des Monats um 20.05 Uhr ausstrahlte, wird das weiterhin tun – nur ohne die Verzögerung. Das letzte Hörspiel des Monats vom Dezember 2024 wird am 1. März gesendet. Im Jahr 2025 wird es also nur neun statt zwölf Hörspiele des Monats geben.

    Außerdem wird es nur noch zwei statt drei Juroren geben, die wie bisher im jährlichen Wechsel von einem „gastgebenden Sender“ nominiert werden. 2025 sind dies Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel, gastgebender Sender ist der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Der Westdeutsche Rundfunk, der schon bei der Abschaffung des Deutschen Hörspielpreises der ARD eine unrühmliche Rolle gespielt hat (Interview mit Martina Müller-Wallraf im WDR-5-Magazin „Scala“ vom 27.3.24, ab Minute 14:00), ist aus dem Wettbewerb ausgestiegen. Damit können Produktionen des WDR nicht mehr als Hörspiele des Monats oder als Hörspiel des Jahres ausgezeichnet werden.

    Hier die Dokumentation der Pressemitteilung der DADK vom 13. Dezember 2024.

    „Die Veränderungen in den Sendeanstalten, die Gründung einer ARD-weiten Gemeinschaftsredaktion Hörspiel und die für das Hörspiel im Mittelpunkt stehenden digitalen Ausspielwege, machen ein Umdenken und eine Anpassung an die veränderte Situation erforderlich“, so Barbara Schäfer, die als Mitglied des Akademiepräsidiums für diese Kunstsparte verantwortlich zeichnet. „Gleichzeitig gibt es in der Akademie und mehr-heitlich auch in den Hörspielredaktionen ausdrücklich den Wunsch, dem Hörspiel als Kunstform in der Darstellenden Kunst weiterhin besondere Aufmerksamkeit zu zollen.“

    Seit 1977 richtet die Akademie den Wettbewerb zum Hörspiel des Monats aus, seit 1987 das Hörspiel des Jahres. Zunächst auf die Landesrundfunkanstalten und Deutschlandradio als einreichungsberechtigte Sender beschränkt, kamen 2019 SRF und ORF hinzu. Ab 2025 werden diese Beteiligten nun ohne den WDR, der nicht mehr teilnehmen wird, um die Auszeichnung konkurrieren.

    Bereits in den letzten Jahren hat sich abgezeichnet, dass die Anzahl der Einreichungen zurückgeht und von Monat zu Monat sehr stark schwanken kann. Die bisherige Beschränkung einer einmaligen Einreichung bei Erstausstrahlung macht zudem im Zeitalter von Audiotheken immer weniger Sinn. So hat sich die DADK entschieden, einen Jahrgangspool der Hörspielproduktionen einzurichten, der von den Redaktionen ohne Einschränkung auf Anzahl oder Sendedatum ganzjährig befüllt wird.

    Es können Einzelhörspiele, max. 3-teilige Mehrteiler und von Serien max. 3 Teile einer Staffel eingereicht werden. Eine zweiköpfige Jury wird zukünftig daraus monatlich ein Hörspiel des Monats auswählen. Ausgezeichnet werden die Hörspielschaffenden, also Autor:innen, Regisseur:innen, Sprecher:innen, Komponist:innen.

    Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste sichert damit die Fortsetzung einer Hörspielauszeichnung und bekennt sich ausdrücklich zu dieser Kunstsparte. „Nach der Abschaffung des Deutschen Hörspielpreises der ARD und der Aussetzung des Hörspielpreises der Kriegsblinden für 2024 setzen wir ein wichtiges Signal“, sagt Barbara Schäfer.

    Das neue Verfahren gilt ab März 2025, wo die beiden neuen Jurymitglieder, der Musiker Sebastian Krumbiegel und die Drehbuchautorin Laila Stieler, beim Gastgeber MDR im zweimonatigen Rhythmus zum ersten Mal über das Hörspiel des Monats und zum Jahresende auch über ein Hörspiel des Jahres entscheiden werden.

    Auf die Juryarbeit 2025 freuen sich:

    Laila Stieler, geboren 1965 in Neustadt an der Orla, lebt in der Uckermark. Sie ist Drehbuch- und Hörspielautorin, Dramaturgin und Filmproduzentin. Sie ist die Verfasserin bzw. Mitverfasserin u.a. zahlreicher Drehbücher zu den Filmen von Andreas Dresen. Nach dem Abitur arbeitete sie bei „Elektrokohle Lichtenberg“, absolvierte ein Volontariat beim Fernsehen der DDR und studierte bis 1990 Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Babelsberg.
    Seit 1988 erhalten ihre Arbeiten und Produktionen zahlreiche Auszeichnungen wie den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, den Adolf-Grimme-Preis in Gold, den Goldenen Löwen, den Silbernen Bären der Berlinale, den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen und den Bayerischen Fernsehpreis.

    Zu ihren beim Publikum sehr bekannten Arbeiten gehören „Gundermann“, „In Liebe, Eure Hilde“, „Lola“, „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“, „Tina mobil“. Laila Stielers Hörspiele entstanden 2012-2024 in Zusammenarbeit mit dem RBB und der Hörspielregisseurin Judith Lorentz: „Ick bin nu mal Friseuse“, „Die Lehrerin“, „Vergesst mich nicht“ nach Motiven des Buches „Schmerzliche Heimat“ von Semiya Simsek und Peter Schwarz, „In Liebe, Eure Hilde!“.

    Sebastian Krumbiegel, geboren 1966 in Leipzig, lebt in seiner Heimatstadt und ist als Solokünstler und Autor aktiv. Mit der Band „Die Prinzen“ wurde Sebastian Krumbiegel zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Popstars. Er stammt aus einer hochmusikalischen Familie, besuchte die Thomasschule zu Leipzig, sang im Thomanerchor und gründete schon vor dem Abitur 1981 mit Wolfgang Lenk die Rockband „Phoenix“. Nach dem Armeedienst studierte Krumbiegel an der Leipziger Musikhochschule Schlagzeug und Gesang. „Die Prinzen“ wurden weithin bekannt u.a. mit den Singles „Millionär“, „Gabi und Klaus“ und „Mein Fahrrad“.

    2017 erschien Sebastian Krumbiegels Buch „Courage zeigen – warum ein Leben mit Haltung gut tut“, es folgten Lesungen u.a. mit Gregor Gysi u.a. und Auftritte mit den Rappern Eko Fresh und MoTrip. Krumbiegel engagiert sich in seiner Heimat u.a. für das Jugendfestival LEIPZIG. COURAGE ZEIGEN und als Unterstützer der Amadeu Antonio Stiftung. 2024 veröffentlichte er das Buch „Meine Stimme. Zwischen Haltung und Unterhaltung“. Für sein soziales Engagement wurde er u.a. mit dem Humanismus-Preis des Deutschen Altphilologenverbandes und dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Auch erhielt er den Bambi in der Sparte Musik National.

    Teilen mit:

    • Tweet
    • Klicken, um einem Freund einen Link per E-Mail zu senden (Wird in neuem Fenster geöffnet)E-Mail
    • Mehr

    Buttons anpassen

    #BarbaraSchäfer #DeutscheAkademieDerDarstellendenKünste #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #LailaStieler #SebastianKrumbiegel

  39. Hörspiel des Monats 2025 – Die Jury und Neuausrichtung

    Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK) wird ihre Initiative „Hör-spiel des Monats“ (seit 1977) und „Hörspiel des Jahres“ (seit 1987) ab 2025 neu ausrichten. Die Auszeichnung wird vom monatlichen Rhythmus der Ursendungen entkoppelt. Der Deutschlandfunk, der das Hörspiel des Monats bisher mit dreimonatiger Verzögerung jeweils am ersten Samstag des Monats um 20.05 Uhr ausstrahlte, wird das weiterhin tun – nur ohne die Verzögerung. Das letzte Hörspiel des Monats vom Dezember 2024 wird am 1. März gesendet. Im Jahr 2025 wird es also nur neun statt zwölf Hörspiele des Monats geben.

    Außerdem wird es nur noch zwei statt drei Juroren geben, die wie bisher im jährlichen Wechsel von einem „gastgebenden Sender“ nominiert werden. 2025 sind dies Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel, gastgebender Sender ist der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Der Westdeutsche Rundfunk, der schon bei der Abschaffung des Deutschen Hörspielpreises der ARD eine unrühmliche Rolle gespielt hat (Interview mit Martina Müller-Wallraf im WDR-5-Magazin „Scala“ vom 27.3.24, ab Minute 14:00), ist aus dem Wettbewerb ausgestiegen. Damit können Produktionen des WDR nicht mehr als Hörspiele des Monats oder als Hörspiel des Jahres ausgezeichnet werden.

    Hier die Dokumentation der Pressemitteilung der DADK vom 13. Dezember 2024.

    „Die Veränderungen in den Sendeanstalten, die Gründung einer ARD-weiten Gemeinschaftsredaktion Hörspiel und die für das Hörspiel im Mittelpunkt stehenden digitalen Ausspielwege, machen ein Umdenken und eine Anpassung an die veränderte Situation erforderlich“, so Barbara Schäfer, die als Mitglied des Akademiepräsidiums für diese Kunstsparte verantwortlich zeichnet. „Gleichzeitig gibt es in der Akademie und mehr-heitlich auch in den Hörspielredaktionen ausdrücklich den Wunsch, dem Hörspiel als Kunstform in der Darstellenden Kunst weiterhin besondere Aufmerksamkeit zu zollen.“

    Seit 1977 richtet die Akademie den Wettbewerb zum Hörspiel des Monats aus, seit 1987 das Hörspiel des Jahres. Zunächst auf die Landesrundfunkanstalten und Deutschlandradio als einreichungsberechtigte Sender beschränkt, kamen 2019 SRF und ORF hinzu. Ab 2025 werden diese Beteiligten nun ohne den WDR, der nicht mehr teilnehmen wird, um die Auszeichnung konkurrieren.

    Bereits in den letzten Jahren hat sich abgezeichnet, dass die Anzahl der Einreichungen zurückgeht und von Monat zu Monat sehr stark schwanken kann. Die bisherige Beschränkung einer einmaligen Einreichung bei Erstausstrahlung macht zudem im Zeitalter von Audiotheken immer weniger Sinn. So hat sich die DADK entschieden, einen Jahrgangspool der Hörspielproduktionen einzurichten, der von den Redaktionen ohne Einschränkung auf Anzahl oder Sendedatum ganzjährig befüllt wird.

    Es können Einzelhörspiele, max. 3-teilige Mehrteiler und von Serien max. 3 Teile einer Staffel eingereicht werden. Eine zweiköpfige Jury wird zukünftig daraus monatlich ein Hörspiel des Monats auswählen. Ausgezeichnet werden die Hörspielschaffenden, also Autor:innen, Regisseur:innen, Sprecher:innen, Komponist:innen.

    Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste sichert damit die Fortsetzung einer Hörspielauszeichnung und bekennt sich ausdrücklich zu dieser Kunstsparte. „Nach der Abschaffung des Deutschen Hörspielpreises der ARD und der Aussetzung des Hörspielpreises der Kriegsblinden für 2024 setzen wir ein wichtiges Signal“, sagt Barbara Schäfer.

    Das neue Verfahren gilt ab März 2025, wo die beiden neuen Jurymitglieder, der Musiker Sebastian Krumbiegel und die Drehbuchautorin Laila Stieler, beim Gastgeber MDR im zweimonatigen Rhythmus zum ersten Mal über das Hörspiel des Monats und zum Jahresende auch über ein Hörspiel des Jahres entscheiden werden.

    Auf die Juryarbeit 2025 freuen sich:

    Laila Stieler, geboren 1965 in Neustadt an der Orla, lebt in der Uckermark. Sie ist Drehbuch- und Hörspielautorin, Dramaturgin und Filmproduzentin. Sie ist die Verfasserin bzw. Mitverfasserin u.a. zahlreicher Drehbücher zu den Filmen von Andreas Dresen. Nach dem Abitur arbeitete sie bei „Elektrokohle Lichtenberg“, absolvierte ein Volontariat beim Fernsehen der DDR und studierte bis 1990 Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Babelsberg.
    Seit 1988 erhalten ihre Arbeiten und Produktionen zahlreiche Auszeichnungen wie den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, den Adolf-Grimme-Preis in Gold, den Goldenen Löwen, den Silbernen Bären der Berlinale, den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen und den Bayerischen Fernsehpreis.

    Zu ihren beim Publikum sehr bekannten Arbeiten gehören „Gundermann“, „In Liebe, Eure Hilde“, „Lola“, „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“, „Tina mobil“. Laila Stielers Hörspiele entstanden 2012-2024 in Zusammenarbeit mit dem RBB und der Hörspielregisseurin Judith Lorentz: „Ick bin nu mal Friseuse“, „Die Lehrerin“, „Vergesst mich nicht“ nach Motiven des Buches „Schmerzliche Heimat“ von Semiya Simsek und Peter Schwarz, „In Liebe, Eure Hilde!“.

    Sebastian Krumbiegel, geboren 1966 in Leipzig, lebt in seiner Heimatstadt und ist als Solokünstler und Autor aktiv. Mit der Band „Die Prinzen“ wurde Sebastian Krumbiegel zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Popstars. Er stammt aus einer hochmusikalischen Familie, besuchte die Thomasschule zu Leipzig, sang im Thomanerchor und gründete schon vor dem Abitur 1981 mit Wolfgang Lenk die Rockband „Phoenix“. Nach dem Armeedienst studierte Krumbiegel an der Leipziger Musikhochschule Schlagzeug und Gesang. „Die Prinzen“ wurden weithin bekannt u.a. mit den Singles „Millionär“, „Gabi und Klaus“ und „Mein Fahrrad“.

    2017 erschien Sebastian Krumbiegels Buch „Courage zeigen – warum ein Leben mit Haltung gut tut“, es folgten Lesungen u.a. mit Gregor Gysi u.a. und Auftritte mit den Rappern Eko Fresh und MoTrip. Krumbiegel engagiert sich in seiner Heimat u.a. für das Jugendfestival LEIPZIG. COURAGE ZEIGEN und als Unterstützer der Amadeu Antonio Stiftung. 2024 veröffentlichte er das Buch „Meine Stimme. Zwischen Haltung und Unterhaltung“. Für sein soziales Engagement wurde er u.a. mit dem Humanismus-Preis des Deutschen Altphilologenverbandes und dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Auch erhielt er den Bambi in der Sparte Musik National.

    Teilen mit:

    • Tweet
    • Klicken, um einem Freund einen Link per E-Mail zu senden (Wird in neuem Fenster geöffnet)E-Mail
    • Mehr

    Buttons anpassen

    #BarbaraSchäfer #DeutscheAkademieDerDarstellendenKünste #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #LailaStieler #SebastianKrumbiegel

  40. Hörspiel des Monats Dezember 2024

    Sei uns unser sicher sicher

    von Gesche Piening

    Regie: Gesche Piening
    Komposition: Michael Emanuel Bauer, Mathis Nitschke
    Dramaturgie: Katja Huber
    Produktion: BR 2024
    Länge: 69:18
    Ursendung: Bayern 2, 06.12.2024, 20.05 Uhr

    Die Begründung der Jury

    „Sicherheitshalber betrachte ich mein Sicherheitsempfinden als subjektiv und mein Unsicherheitsempfinden als objektiv. So bleibe ich wachsam und tendenziell misstrauisch.“
    Gesche Piening dekliniert in ihrem Hörspiel „Sei uns unser sicher sicher“ das vielfältige Sicherheitsbedürfnis unserer Tage durch. Sie konturiert mit scharfem Strich die Facetten der Befindlichkeit heute, zeichnet in unterschiedlichsten Textsorten, von Statements und Dialogfragmenten, über „Gedankenprotokolle“ und „Gedankenadditionen“ bis hin zu Monologen und Werbeclaims, die Situationen im Alltagsleben nach, in denen die Angst nistet und waltet. Und sie tut das – so scheint es uns – beinahe immer und überall. Politisch und privat. Die Militarisierung der Mentalität schüchtert den leisesten Ansatz zu Pazifismus ein, denn „Sicherheitserwägungen sind immer Totschlagargumente – ein tolles Wort(!), TOTSCHLAGargumente – , das weiß jeder, nicht nur wir in der Sicherheitsbranche“, wie wir hören.

    Der bürgerliche Privatbesitz ist seinem Wesen nach in erster Linie potentielle Beute von Einbruch und Raub: „Lassen Sie sich von Ihrem Sicherheitsbedürfnis nicht verunsichern. Veranstalten Sie ein Nachbarschaftstreffen mit Vertretern der Polizei, tauschen Sie Rufnummern aus, notieren Sie Kennzeichen verdä chtiger Autos und Personen, (…) bleiben Sie in jeder Lebenslage wachsam!“
    Diese angst- und misstrauensgesteuerte Wachsamkeit aber vereinzelt, schafft Kälte und mindert soziale Interaktion. Nicht von ungefähr geistert der Ruf „Kann mir mal bitte jemand eine Wärmflasche machen?“ durch die neunundsechzig Hörspielminuten.

    Der Hörspielraum öffnet sich mit einem Räuspern, gefolgt von einem Schrei, ist dicht durchkomponiert – textlich, sprachlich und musikalisch – und wird mit einer Frage geschlossen („Ich bin verunsichert. Bin ich jetzt sicher sicher oder bin ich es nicht?“), die diesen Tanz der Verunsicherung humorvoll neu entfacht und, rhythmisiert durch die begleitende Musik, in den Köpfen der Hörer:innen weiterdrehen lässt, hoffentlich. Denn die Hoffnung ist in dem Hörspiel zentrales Motiv: die wiederkehrende Hoffnung darauf, unversehrt zu bleiben. Eine unmögliche, ja, mit dem nächsten Vorwurf („Willst du mich verarschen?“) schon gebrochene Hoffnung. Dieser feine Humor zeigt sich immer wieder im Arrangement mit Brüchen, Wiederholungen, im begleitenden Countdown von 99 bis 0 – in dem auch keine Erlösung steckt – und im Sprechton, der zwischen verblüffender Unbefangenheit und präziser Betroffenheit changiert. Piening trifft mit klaren Sätzen den Nagel auf den Kopf, ihre kluge Frechheit beschwingt, indem sie aufzeigt und sagt, was Sache ist. Darum sei ihr nach dem November auch im Dezember die Auszeichnung „Hörspiel des Monats“S überreicht.

    Sei uns unser sicher sicher

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 01.03.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    BR, Gesche Piening: Sei uns unser sicher sicher
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Sven Stricker: Sörensen macht Urlaub
    HR, Monika Helfer: Die Bagage
    MDR, Catherine Benhamou: Fünf Sekunden
    NDR, Lucy Goacher: Abgrund
    RB, keine Nominierung
    RBB, Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen
    SR, keine Nominierung
    SWR, Thomas Mann: Die Geschichten Jaakobs Hauptstück III: Die Geschichte Dinas
    WDR, keine Nominierung
    ORF, Monika Helfer: Löwenherz
    SRF, keine Nominierung

    #BR #GeschePiening #HörspielDesMonats #SeiUnsUnserSicherSicher

  41. Hörspiel des Monats Dezember 2024

    Sei uns unser sicher sicher

    von Gesche Piening

    Regie: Gesche Piening
    Komposition: Michael Emanuel Bauer, Mathis Nitschke
    Dramaturgie: Katja Huber
    Produktion: BR 2024
    Länge: 69:18
    Ursendung: Bayern 2, 06.12.2024, 20.05 Uhr

    Die Begründung der Jury

    „Sicherheitshalber betrachte ich mein Sicherheitsempfinden als subjektiv und mein Unsicherheitsempfinden als objektiv. So bleibe ich wachsam und tendenziell misstrauisch.“
    Gesche Piening dekliniert in ihrem Hörspiel „Sei uns unser sicher sicher“ das vielfältige Sicherheitsbedürfnis unserer Tage durch. Sie konturiert mit scharfem Strich die Facetten der Befindlichkeit heute, zeichnet in unterschiedlichsten Textsorten, von Statements und Dialogfragmenten, über „Gedankenprotokolle“ und „Gedankenadditionen“ bis hin zu Monologen und Werbeclaims, die Situationen im Alltagsleben nach, in denen die Angst nistet und waltet. Und sie tut das – so scheint es uns – beinahe immer und überall. Politisch und privat. Die Militarisierung der Mentalität schüchtert den leisesten Ansatz zu Pazifismus ein, denn „Sicherheitserwägungen sind immer Totschlagargumente – ein tolles Wort(!), TOTSCHLAGargumente – , das weiß jeder, nicht nur wir in der Sicherheitsbranche“, wie wir hören.

    Der bürgerliche Privatbesitz ist seinem Wesen nach in erster Linie potentielle Beute von Einbruch und Raub: „Lassen Sie sich von Ihrem Sicherheitsbedürfnis nicht verunsichern. Veranstalten Sie ein Nachbarschaftstreffen mit Vertretern der Polizei, tauschen Sie Rufnummern aus, notieren Sie Kennzeichen verdä chtiger Autos und Personen, (…) bleiben Sie in jeder Lebenslage wachsam!“
    Diese angst- und misstrauensgesteuerte Wachsamkeit aber vereinzelt, schafft Kälte und mindert soziale Interaktion. Nicht von ungefähr geistert der Ruf „Kann mir mal bitte jemand eine Wärmflasche machen?“ durch die neunundsechzig Hörspielminuten.

    Der Hörspielraum öffnet sich mit einem Räuspern, gefolgt von einem Schrei, ist dicht durchkomponiert – textlich, sprachlich und musikalisch – und wird mit einer Frage geschlossen („Ich bin verunsichert. Bin ich jetzt sicher sicher oder bin ich es nicht?“), die diesen Tanz der Verunsicherung humorvoll neu entfacht und, rhythmisiert durch die begleitende Musik, in den Köpfen der Hörer:innen weiterdrehen lässt, hoffentlich. Denn die Hoffnung ist in dem Hörspiel zentrales Motiv: die wiederkehrende Hoffnung darauf, unversehrt zu bleiben. Eine unmögliche, ja, mit dem nächsten Vorwurf („Willst du mich verarschen?“) schon gebrochene Hoffnung. Dieser feine Humor zeigt sich immer wieder im Arrangement mit Brüchen, Wiederholungen, im begleitenden Countdown von 99 bis 0 – in dem auch keine Erlösung steckt – und im Sprechton, der zwischen verblüffender Unbefangenheit und präziser Betroffenheit changiert. Piening trifft mit klaren Sätzen den Nagel auf den Kopf, ihre kluge Frechheit beschwingt, indem sie aufzeigt und sagt, was Sache ist. Darum sei ihr nach dem November auch im Dezember die Auszeichnung „Hörspiel des Monats“S überreicht.

    Sei uns unser sicher sicher

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 01.03.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    BR, Gesche Piening: Sei uns unser sicher sicher
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Sven Stricker: Sörensen macht Urlaub
    HR, Monika Helfer: Die Bagage
    MDR, Catherine Benhamou: Fünf Sekunden
    NDR, Lucy Goacher: Abgrund
    RB, keine Nominierung
    RBB, Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen
    SR, keine Nominierung
    SWR, Thomas Mann: Die Geschichten Jaakobs Hauptstück III: Die Geschichte Dinas
    WDR, keine Nominierung
    ORF, Monika Helfer: Löwenherz
    SRF, keine Nominierung

    #BR #GeschePiening #HörspielDesMonats #SeiUnsUnserSicherSicher

  42. Hörspiel des Monats Oktober 2024

    Kein König in Israel

    von Maxim Biller

    Regie: Dominik Graf
    Komposition: Florian van Volxem, Sven Rossenbach
    Dramaturgie und Redaktion: Manfred Hess
    Produktion: SWR 2024
    Länge: 80:18
    Ursendung: SWR Kultur, 06.10.2024, 0.05 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Ein blutiger Anfang, ein blutiges Ende: Dazwischen bewegt sich, unter dem Eindruck ständiger Angst des Protagonisten, Maxim Billers Hörspiel für den Südwestrundfunk namens „Kein König in Israel“. Es ist eher gewaltsam als gefällig und eher literarisch als in allen Einzelheiten historisch verbürgt. Auch, wenn es sich um ein reales Vorbild dreht, nämlich den Schriftsteller, Übersetzer, Hebräischlehrer und Gewerkschafter Josef Chaim Brenner, genannt Jossl. Geboren wird der erotisch und politisch zerrissene Jossl 1881 im russischen Zarenreich in einem ukrainischen Schtetl. 1909 geht er nach Palästina. Es ist das Jahr, in dem Tel Aviv, die heute als weltoffen geltende Metropole, als erste jüdische Stadt der Moderne gegründet wird. 115 Jahre später ist sie wieder und immer noch Schauplatz von Gewalt zwischen Arabern und Juden.

    Der junge Brenner, Hoffnungsträger der zionistischen Literatur in Palästina, lebt in ständiger Sorge. Als er ins neue Haus zieht, tauscht er die Schlösser der arabischen Handwerker aus, aus Angst, von ihnen im Schlaf überfallen zu werden. Er heiratet und wird geschieden. Seine Frau nimmt den gemeinsamen Sohn Uri mit nach Berlin, um ihn vor seinem übermächtigen Einfluss zu schützen, was ihn fast zugrunde richtet. Jossl schreibt dunkle und wirre Briefe an ihn, die er nie abschickt. Eine Rückblende in seine Londoner Zeit zeigt den blutjungen Jossl Brenner in Gesellschaft seines Freundes Uri Gnessin; im Nachtleben treffen sie auf den homosexuellen Sohn des Mufti von Jerusalem. Der in die westliche Urbanität desertierte Araber prophezeit ihnen beim Anblick einer Karikatur seines prominenten Vaters in einer jüdischen Zeitschrift ein Massaker ungeheuren Ausmaßes.

    Die Hörspielnovelle Billers in der Regie des Filmregisseurs Dominik Graf erzählt von der Epoche vor dem Holocaust und der Staatsgründung Israels und all seinen Kriegen mit den Nachbarländern. Allerdings nicht allzu politisch solle man das alles lesen, erklärt Biller lapidar im Interview mit dem Sender, zuallererst sei es ihm «um eine geile Geschichte» gegangen. Eine „geile Geschichte“ mit einer glücklichen Besetzung durch Schauspieler wie Samuel Finzi oder Joel Basman. Aber da sie am Jahrestag der Hamas-Anschläge in Israel über den Sender geht, liest sie sich zwangsläufig auch als Kommentar zum Zeitgeschehen; ein pessimistischer, blutgetränkter Kommentar, der mit dem gewaltsamen Tod des nicht einmal 40-jährigen Brenners endet, nachdem er über die Utopie eines friedlichen Palästinas sinniert hatte:

    „Er nannte die Araber plötzlich Brüder. Er beschrieb das Unglück, das erst die Türken, dann die Engländer und schon immer die Kapitalisten über sie brachten. Und er prophezeite, dass ein sozialistischer jüdischer Staat auch das Paradies jedes arabischen Bauern und Arbeiters werden würde.“

    Wie auch immer man die Geschichte einordnet und deutet, sie wird uns in einem großen epischen Bogen von meisterlicher Sprache und Dramaturgie präsentiert. Die formal überragende Qualität macht sie zum Hörspiel des Monats Oktober 2024.

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 04.01.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Kein König in Israel

    Die Nominierungen

    BR, Dana von Suffrin: Unter uns
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, keine Nominierung
    HR, Frank Witzel: Ein Leben im Ton
    MDR, Holger Böhme: Haus mit Gästen (Steffi & Isa, 4. Staffel)
    NDR, Grit Poppe: Rabenkinder
    RB, keine Nominierung
    RBB, Katharina Hacker: Die Gäste
    SR. Madeleine Giese: Mein Schatz (ARD Radio Tatort)
    SWR, Maxim Biller: Kein König in Israel
    WDR, Sandra Stöckmann, Andreas Schaap, Benjamin Quabeck: Kalkar ’81
    ORF, keine Nominierung
    SRF, keine Nominierung

    #ff0000 #HörspielDesMonats #KeinKönigInIsrael #MaximBiller #SWR

  43. Hörspiel des Monats Oktober 2024

    Kein König in Israel

    von Maxim Biller

    Regie: Dominik Graf
    Komposition: Florian van Volxem, Sven Rossenbach
    Dramaturgie und Redaktion: Manfred Hess
    Produktion: SWR 2024
    Länge: 80:18
    Ursendung: SWR Kultur, 06.10.2024, 0.05 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Ein blutiger Anfang, ein blutiges Ende: Dazwischen bewegt sich, unter dem Eindruck ständiger Angst des Protagonisten, Maxim Billers Hörspiel für den Südwestrundfunk namens „Kein König in Israel“. Es ist eher gewaltsam als gefällig und eher literarisch als in allen Einzelheiten historisch verbürgt. Auch, wenn es sich um ein reales Vorbild dreht, nämlich den Schriftsteller, Übersetzer, Hebräischlehrer und Gewerkschafter Josef Chaim Brenner, genannt Jossl. Geboren wird der erotisch und politisch zerrissene Jossl 1881 im russischen Zarenreich in einem ukrainischen Schtetl. 1909 geht er nach Palästina. Es ist das Jahr, in dem Tel Aviv, die heute als weltoffen geltende Metropole, als erste jüdische Stadt der Moderne gegründet wird. 115 Jahre später ist sie wieder und immer noch Schauplatz von Gewalt zwischen Arabern und Juden.

    Der junge Brenner, Hoffnungsträger der zionistischen Literatur in Palästina, lebt in ständiger Sorge. Als er ins neue Haus zieht, tauscht er die Schlösser der arabischen Handwerker aus, aus Angst, von ihnen im Schlaf überfallen zu werden. Er heiratet und wird geschieden. Seine Frau nimmt den gemeinsamen Sohn Uri mit nach Berlin, um ihn vor seinem übermächtigen Einfluss zu schützen, was ihn fast zugrunde richtet. Jossl schreibt dunkle und wirre Briefe an ihn, die er nie abschickt. Eine Rückblende in seine Londoner Zeit zeigt den blutjungen Jossl Brenner in Gesellschaft seines Freundes Uri Gnessin; im Nachtleben treffen sie auf den homosexuellen Sohn des Mufti von Jerusalem. Der in die westliche Urbanität desertierte Araber prophezeit ihnen beim Anblick einer Karikatur seines prominenten Vaters in einer jüdischen Zeitschrift ein Massaker ungeheuren Ausmaßes.

    Die Hörspielnovelle Billers in der Regie des Filmregisseurs Dominik Graf erzählt von der Epoche vor dem Holocaust und der Staatsgründung Israels und all seinen Kriegen mit den Nachbarländern. Allerdings nicht allzu politisch solle man das alles lesen, erklärt Biller lapidar im Interview mit dem Sender, zuallererst sei es ihm «um eine geile Geschichte» gegangen. Eine „geile Geschichte“ mit einer glücklichen Besetzung durch Schauspieler wie Samuel Finzi oder Joel Basman. Aber da sie am Jahrestag der Hamas-Anschläge in Israel über den Sender geht, liest sie sich zwangsläufig auch als Kommentar zum Zeitgeschehen; ein pessimistischer, blutgetränkter Kommentar, der mit dem gewaltsamen Tod des nicht einmal 40-jährigen Brenners endet, nachdem er über die Utopie eines friedlichen Palästinas sinniert hatte:

    „Er nannte die Araber plötzlich Brüder. Er beschrieb das Unglück, das erst die Türken, dann die Engländer und schon immer die Kapitalisten über sie brachten. Und er prophezeite, dass ein sozialistischer jüdischer Staat auch das Paradies jedes arabischen Bauern und Arbeiters werden würde.“

    Wie auch immer man die Geschichte einordnet und deutet, sie wird uns in einem großen epischen Bogen von meisterlicher Sprache und Dramaturgie präsentiert. Die formal überragende Qualität macht sie zum Hörspiel des Monats Oktober 2024.

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 04.01.2025 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Kein König in Israel

    Die Nominierungen

    BR, Dana von Suffrin: Unter uns
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, keine Nominierung
    HR, Frank Witzel: Ein Leben im Ton
    MDR, Holger Böhme: Haus mit Gästen (Steffi & Isa, 4. Staffel)
    NDR, Grit Poppe: Rabenkinder
    RB, keine Nominierung
    RBB, Katharina Hacker: Die Gäste
    SR. Madeleine Giese: Mein Schatz (ARD Radio Tatort)
    SWR, Maxim Biller: Kein König in Israel
    WDR, Sandra Stöckmann, Andreas Schaap, Benjamin Quabeck: Kalkar ’81
    ORF, keine Nominierung
    SRF, keine Nominierung

    #ff0000 #HörspielDesMonats #KeinKönigInIsrael #MaximBiller #SWR

  44. Die Rassistin (6-teiliges Hörspiel)

    von Jana Scheerer

    Bearbeitung: Anke Beims
    Regie: Steffen Moratz
    Redaktion: Stffen Moratz
    Produktion:  MDR 2024
    Länge: Folge 1/6: 26:23, 2/6 : 26:01, 3/6: 23:36, 4/6: 25:44, 5/6: 26:41, 6/6: 26:43
    Ursendung: 09.09. – 16.09.2024

    Die Begründung der Jury

    Liegt eine lesbische Cis-Frau, Unidozentin für Soziolinguistik, im Untersuchungsstuhl einer Kinderwunschpraxis und erhält auf dem Handy die auf sozialen Medien sich ausbreitende Mitteilung eines rassistischen Vorfalles in ihrem Institut. Wurden nicht jüngst in einer ihrer Lehrveranstaltungen drei chinesische Studierende nach deren Referat wegen des unverständlichen Deutschs von einem Kommilitonen harsch kritisiert, und sie als Dozentin war im Sinne der Correctness nicht entschieden genug eingeschritten?

    Das reicht für einen Sturz in die Abgründe von Angst und Verzweiflung, in die das politische Über-Ich sie stößt. Das Drama der begabten Akademikerin kann beginnen. Ausgetragen wird es von einem Chor innerer Stimmen. Immer neue Mitteilungen ploppen auf und treiben die Gewissensturbulenzen an, gepfeffert durch die Ungewissheit, wann die namentliche Nennung der verantwortlichen Lehrperson endlich zur öffentlichen Verurteilung führt. Denn bis jetzt ist nur vom Vergehen selbst die Rede. Im persönlichen Ringen der Protagonistin mit sich selbst wird die kritische Gegenwartsphilosophie von Antirassismus, -sexismus, -klassismus, die Lehre von der Repression gegenüber Gender- und sexueller Identitäten durchdekliniert. Ihre Werte sind wichtig und unverzichtbar. Umso schmerzhafter treffen Vorwurf und Selbstvorwurf.

    Aber die deutsche Autorin Jana Scheerer fiktionalisiert auf einer Metaebene auch noch die Erzählsituation ihres zuerst als Roman erschienenen Textes, der sich allerdings als Hörspielvorlage enorm eignet: Sie erfindet einen Schriftstellerkollegen, der ihr das Material des Projektes abnimmt und zu einem Ganzen verarbeitet, weil sie sich damit überfordert fühle. Damit kann sie die Empörung des Zeitgeistchors darüber lostreten, dass sich ein Mann, wenn auch schwul, anmaßt, die Befindlichkeit einer Frau im gynäkologischen Ambiente zu beschreiben.

    Und das trifft einen zentralen Nerv des Themas: Zugestandenermaßen unerlässlich ist der kritische Filter, der prüft, wer in welcher Lebenssituation zu oder über wen in welcher anderen Lebenssituation was sagt oder predigt. Aber verabsolutiert und als Waffe eingesetzt, zerschneidet dieses Kriterium jegliche Gemeinsamkeit von Kommunikation und Empathie, zerstört die Spontaneität des Zusammenlebens und ersetzt letzteres durch die Machtkämpfe eines gesellschaftssprengenden Betroffenheitstribalismus’. Es terrorisiert, wie die Produktion eindrücklich aufzeigt. Dabei wird nur allzu schnell aus Antirassismus ein Gegenrassismus, herkömmliche Identitätsformen werden unter Generalverdacht gestellt und mit ewigem Erklärungsbedarf belegt, und dies in einer scheinsanften Sprache („ich finde es schwierig, dass…“, „ich fühle mich unwohl“); diese liegt über einer gehörigen Portion autoritärer, zensorischer Wut wie Raureif über einer Landschaft und erinnert an die repressive Liebenswürdigkeit religiös christlicher Diskurse.

    Der dialogische Prozess in Scheerers Werk ist sprachlich so scharf, das sprechende Ensemble mit Luise Wolfram in der Hauptrolle so präzise und die schmucklos elegante Regie von Steffen Moratz so tadellos im Timing, dass man als Jury die Hörpflicht vergisst und sich die ganze Serie in einem Mal hineinzieht. Man will es wissen – und wird am Schluss auch noch überrascht. Darum wählen wir Jana Scheerers sechsteilige Serie zum Hörspiel des Monats
    September 2024.

    Lobende Erwähnung:

    Immer jetzt, Hörstück von Johannes S. Sistermanns (SWR)

    Sistermanns gelingt es, die Harmonie der traditionellen japanischen Bogenschießkunst Kyudo eindrucksvoll zu vermitteln, indem er die Klänge dazugehöriger Materialien, Bewegungen und Räume sowie von Musikinstrumenten arrangiert. Dabei entsteht nicht nur eine Komposition, sondern eine plastische Klangchoreografie im Geiste der Zuhörenden: ein Hörerlebnis mit bestechender Weite und Präzision.

    Die Rassistin

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 05.10.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    BR, Ulrike Sterblich: Drifter
    DLF, Mike Dele Dittrich Frydetzki, Judith Geffert und Jule Gorke: Kontaktanzeigen
    DLF Kultur, Mike Dele Dittrich Frydetzki, Judith Geffert und Jule Gorke: Kontaktanzeigen
    HR, Sybille Ruge: Tannenbusch – Nach einer wahren Begebenheit
    MDR, Jana Scheerer: Die Rassistin
    NDR, keine Nominierung
    RB, keine Nominierung
    RBB, tauchgold: Nobody’s Nothings
    SWR, Johannes S. Sistermanns: Immer jetzt
    WDR, Leoni Below: Nicht mit uns
    ORF, keine Nominierung
    SRF, Urs Faes: Zetteltage

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-september-2024/

    #DieRassistin #ff0000 #HörspielDesMonats #JanaScheerer #MDR

  45. Die Rassistin (6-teiliges Hörspiel)

    von Jana Scheerer

    Bearbeitung: Anke Beims
    Regie: Steffen Moratz
    Redaktion: Stffen Moratz
    Produktion:  MDR 2024
    Länge: Folge 1/6: 26:23, 2/6 : 26:01, 3/6: 23:36, 4/6: 25:44, 5/6: 26:41, 6/6: 26:43
    Ursendung: 09.09. – 16.09.2024

    Die Begründung der Jury

    Liegt eine lesbische Cis-Frau, Unidozentin für Soziolinguistik, im Untersuchungsstuhl einer Kinderwunschpraxis und erhält auf dem Handy die auf sozialen Medien sich ausbreitende Mitteilung eines rassistischen Vorfalles in ihrem Institut. Wurden nicht jüngst in einer ihrer Lehrveranstaltungen drei chinesische Studierende nach deren Referat wegen des unverständlichen Deutschs von einem Kommilitonen harsch kritisiert, und sie als Dozentin war im Sinne der Correctness nicht entschieden genug eingeschritten?

    Das reicht für einen Sturz in die Abgründe von Angst und Verzweiflung, in die das politische Über-Ich sie stößt. Das Drama der begabten Akademikerin kann beginnen. Ausgetragen wird es von einem Chor innerer Stimmen. Immer neue Mitteilungen ploppen auf und treiben die Gewissensturbulenzen an, gepfeffert durch die Ungewissheit, wann die namentliche Nennung der verantwortlichen Lehrperson endlich zur öffentlichen Verurteilung führt. Denn bis jetzt ist nur vom Vergehen selbst die Rede. Im persönlichen Ringen der Protagonistin mit sich selbst wird die kritische Gegenwartsphilosophie von Antirassismus, -sexismus, -klassismus, die Lehre von der Repression gegenüber Gender- und sexueller Identitäten durchdekliniert. Ihre Werte sind wichtig und unverzichtbar. Umso schmerzhafter treffen Vorwurf und Selbstvorwurf.

    Aber die deutsche Autorin Jana Scheerer fiktionalisiert auf einer Metaebene auch noch die Erzählsituation ihres zuerst als Roman erschienenen Textes, der sich allerdings als Hörspielvorlage enorm eignet: Sie erfindet einen Schriftstellerkollegen, der ihr das Material des Projektes abnimmt und zu einem Ganzen verarbeitet, weil sie sich damit überfordert fühle. Damit kann sie die Empörung des Zeitgeistchors darüber lostreten, dass sich ein Mann, wenn auch schwul, anmaßt, die Befindlichkeit einer Frau im gynäkologischen Ambiente zu beschreiben.

    Und das trifft einen zentralen Nerv des Themas: Zugestandenermaßen unerlässlich ist der kritische Filter, der prüft, wer in welcher Lebenssituation zu oder über wen in welcher anderen Lebenssituation was sagt oder predigt. Aber verabsolutiert und als Waffe eingesetzt, zerschneidet dieses Kriterium jegliche Gemeinsamkeit von Kommunikation und Empathie, zerstört die Spontaneität des Zusammenlebens und ersetzt letzteres durch die Machtkämpfe eines gesellschaftssprengenden Betroffenheitstribalismus’. Es terrorisiert, wie die Produktion eindrücklich aufzeigt. Dabei wird nur allzu schnell aus Antirassismus ein Gegenrassismus, herkömmliche Identitätsformen werden unter Generalverdacht gestellt und mit ewigem Erklärungsbedarf belegt, und dies in einer scheinsanften Sprache („ich finde es schwierig, dass…“, „ich fühle mich unwohl“); diese liegt über einer gehörigen Portion autoritärer, zensorischer Wut wie Raureif über einer Landschaft und erinnert an die repressive Liebenswürdigkeit religiös christlicher Diskurse.

    Der dialogische Prozess in Scheerers Werk ist sprachlich so scharf, das sprechende Ensemble mit Luise Wolfram in der Hauptrolle so präzise und die schmucklos elegante Regie von Steffen Moratz so tadellos im Timing, dass man als Jury die Hörpflicht vergisst und sich die ganze Serie in einem Mal hineinzieht. Man will es wissen – und wird am Schluss auch noch überrascht. Darum wählen wir Jana Scheerers sechsteilige Serie zum Hörspiel des Monats
    September 2024.

    Lobende Erwähnung:

    Immer jetzt, Hörstück von Johannes S. Sistermanns (SWR)

    Sistermanns gelingt es, die Harmonie der traditionellen japanischen Bogenschießkunst Kyudo eindrucksvoll zu vermitteln, indem er die Klänge dazugehöriger Materialien, Bewegungen und Räume sowie von Musikinstrumenten arrangiert. Dabei entsteht nicht nur eine Komposition, sondern eine plastische Klangchoreografie im Geiste der Zuhörenden: ein Hörerlebnis mit bestechender Weite und Präzision.

    Die Rassistin

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 05.10.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    BR, Ulrike Sterblich: Drifter
    DLF, Mike Dele Dittrich Frydetzki, Judith Geffert und Jule Gorke: Kontaktanzeigen
    DLF Kultur, Mike Dele Dittrich Frydetzki, Judith Geffert und Jule Gorke: Kontaktanzeigen
    HR, Sybille Ruge: Tannenbusch – Nach einer wahren Begebenheit
    MDR, Jana Scheerer: Die Rassistin
    NDR, keine Nominierung
    RB, keine Nominierung
    RBB, tauchgold: Nobody’s Nothings
    SWR, Johannes S. Sistermanns: Immer jetzt
    WDR, Leoni Below: Nicht mit uns
    ORF, keine Nominierung
    SRF, Urs Faes: Zetteltage

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-september-2024/

    #DieRassistin #ff0000 #HörspielDesMonats #JanaScheerer #MDR

  46. Mein Sohn, Nephew and Bácsi!

    von Ephraim Kishon, Friedrich Torberg

    Bearbeitung: Christian Papke und Leonhard Koppelmann
    Regie: Leonhard Koppelmann
    Redaktion: Kurt Reissnegger
    Produktion: ORF 2024
    Länge: 55:54
    Ursendung: Ö1, 18.08.2024, 14.00 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Es ist ein auf den ersten Blick harmloser, wenn auch der vielleicht amüsanteste Briefwechsel zwischen einem Autor und seinem Übersetzer, den dieses ORF-Hörspiel dokumentiert: Auf der einen Seite Ephraim Kishon, der in diesem Jahr 100 geworden wäre, auf der anderen der Übersetzer von zehn seiner Bücher, der österreichisch-jüdische Kritiker und Autor Friedrich Torberg.

    Von der förmlichen Erst-Anrede «Lieber Professor Torberg» dauert es in diesem 20 Jahre währenden Nachkriegs-Kontakt der beiden jüdischen Autoren nicht lange, bis man lockere Begrüßungsformeln wählt. Sie schwanken zwischen schulterklopfender Kumpanei und dem Versuch der Degradierung mit ironischem Unterton. Da heisst es dann schon einmal «Dear Old Man» oder ganz offen ätzend «Ephraim, my beloved Sargnagel!».

    Unter dem Deckmäntelchen der Ironie und der Bewunderung füreinander fechten die beiden Dichter trotz vieler Huldigungen und lakonischer Heiratsanträge Grabenkämpfe aus. Torberg, der kein Hebräisch konnte, übersetzte Kishon über den Umweg des Englischen. Er soll dabei einzelne Spitzen und Pointen in Eigenregie entfernt haben, weshalb es, sobald der nach Israel emigrierte Ungar besser Deutsch gelernt hatte, zu Reibungen in Deutungsfragen kommt. Torberg kontert Einwände des Autors selbstbewusst bis überheblich: Sein Deutsch sei makellos. Er schreibe überdies «genau das, was du eigentlich hättest schreiben wollen.»

    Hochmut muss man sich allerdings leisten können, und die Einnahmen, welche der Kritikerpapst mit den Übersetzungen des vermeintlich literarisch weniger wertvollen Autors generierte, sollen ihm manches Loch in der Kasse gestopft haben.

    Kishons Bücher verkauften sich nämlich bald als Bestseller – von der Gesamtauflage, 43 Millionen, wurde das Gros von 31 Millionen im deutschen Sprachraum abgesetzt. Den Erfolg ausgerechnet bei seinen «ehemaligen Henkern» kommentiert Kishon mit Genugtuung. In seinen satirischen Alltagsgeschichten ist der Holocaust fast vollständig ausgeblendet, was, so suggeriert mancher Literaturwissenschaftler, den Erfolg seiner heiter-hintersinnigen Alltagsgeschichten mitbegründet; versöhnliches Miteinander-Lachen, aber bitte sehr ohne düstere Schuldgefühle.

    Einzig in Bezug auf den Jom-Kippur-Krieg 1973 verebbt jegliche Ironie der Schreibenden und weicht dem Ärger und der Trauer über den «Verrat» der westlichen, auch der literarischen, Welt, die sich jeder Solidaritätsbekundung enthält. «Wir haben keinen einzigen Freund auf der Welt», stellt Kishon ernüchtert aus Tel Aviv fest, «Israel ist eine winzige Insel, die nicht von Wasser, sondern von Hass umgeben ist.» Und doch sei es das Land, das ihm seine Menschenwürde zurückgegeben habe.

    Kriegerischer Auseinandersetzung mit Ironie begegnen, das ist beim vorliegenden Briefwechsel nicht immer erfolgreich. Und so kann man sich schließlich fragen, ob hinter dem Geplänkel, den Foppereien und augenzwinkernden Haarspaltereien dieser wortgewandten Herren nicht eher ein nüchternes, nutznießerisches Arbeitsverhältnis als eine «Freundschaft» steht, wie im Untertitel der Briefausgabe suggeriert. Da mag die musikalische Begleitung durch eine jiddische «Cover-Band» ein Übriges zur gefühlten Oberflächlichkeit der Begegnung beisteuern, die sich nicht selten in Hahnenkämpfen und einem eitlen Wortgefecht verliert.

    Das erneute Aufleben des Nahostkonfliktes im Jetzt zwischen Israel und Palästina schwingt bei den Hörenden als traurige Aktualität mit. Und hier wie auch im Briefwechsel scheint es unmöglich, darauf mit Ironie zu reagieren.

    Mein Sohn Nephew and Bacsi!

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 05.10.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    BR, keine Nominierung
    DLF, zeitblom: Manifest 24
    DLF Kultur, keine Nominierung
    HR, keine Nominierung
    MDR, keine Nominierung
    NDR, keine Nominierung
    RB, keine Nominierung
    RBB, keine Nominierung
    SR, keine Nominierung
    SWR, keine Nominierung
    WDR, Lars Henriks, Moritz Haase: Dämonenjäger Ewald Heine
    ORF, Ephraim Kishon, Friedrich Torberg: Mein Sohn, Nephew and Bácsi!
    SRF, keine Nominierung

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-augusts-2024/

    #EphraimKishon #ff0000 #FriedrichTorberg #HörspielDesMonats #MeinSohnNephewAndBácsi_ #ORF

  47. Mein Sohn, Nephew and Bácsi!

    von Ephraim Kishon, Friedrich Torberg

    Bearbeitung: Christian Papke und Leonhard Koppelmann
    Regie: Leonhard Koppelmann
    Redaktion: Kurt Reissnegger
    Produktion: ORF 2024
    Länge: 55:54
    Ursendung: Ö1, 18.08.2024, 14.00 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Es ist ein auf den ersten Blick harmloser, wenn auch der vielleicht amüsanteste Briefwechsel zwischen einem Autor und seinem Übersetzer, den dieses ORF-Hörspiel dokumentiert: Auf der einen Seite Ephraim Kishon, der in diesem Jahr 100 geworden wäre, auf der anderen der Übersetzer von zehn seiner Bücher, der österreichisch-jüdische Kritiker und Autor Friedrich Torberg.

    Von der förmlichen Erst-Anrede «Lieber Professor Torberg» dauert es in diesem 20 Jahre währenden Nachkriegs-Kontakt der beiden jüdischen Autoren nicht lange, bis man lockere Begrüßungsformeln wählt. Sie schwanken zwischen schulterklopfender Kumpanei und dem Versuch der Degradierung mit ironischem Unterton. Da heisst es dann schon einmal «Dear Old Man» oder ganz offen ätzend «Ephraim, my beloved Sargnagel!».

    Unter dem Deckmäntelchen der Ironie und der Bewunderung füreinander fechten die beiden Dichter trotz vieler Huldigungen und lakonischer Heiratsanträge Grabenkämpfe aus. Torberg, der kein Hebräisch konnte, übersetzte Kishon über den Umweg des Englischen. Er soll dabei einzelne Spitzen und Pointen in Eigenregie entfernt haben, weshalb es, sobald der nach Israel emigrierte Ungar besser Deutsch gelernt hatte, zu Reibungen in Deutungsfragen kommt. Torberg kontert Einwände des Autors selbstbewusst bis überheblich: Sein Deutsch sei makellos. Er schreibe überdies «genau das, was du eigentlich hättest schreiben wollen.»

    Hochmut muss man sich allerdings leisten können, und die Einnahmen, welche der Kritikerpapst mit den Übersetzungen des vermeintlich literarisch weniger wertvollen Autors generierte, sollen ihm manches Loch in der Kasse gestopft haben.

    Kishons Bücher verkauften sich nämlich bald als Bestseller – von der Gesamtauflage, 43 Millionen, wurde das Gros von 31 Millionen im deutschen Sprachraum abgesetzt. Den Erfolg ausgerechnet bei seinen «ehemaligen Henkern» kommentiert Kishon mit Genugtuung. In seinen satirischen Alltagsgeschichten ist der Holocaust fast vollständig ausgeblendet, was, so suggeriert mancher Literaturwissenschaftler, den Erfolg seiner heiter-hintersinnigen Alltagsgeschichten mitbegründet; versöhnliches Miteinander-Lachen, aber bitte sehr ohne düstere Schuldgefühle.

    Einzig in Bezug auf den Jom-Kippur-Krieg 1973 verebbt jegliche Ironie der Schreibenden und weicht dem Ärger und der Trauer über den «Verrat» der westlichen, auch der literarischen, Welt, die sich jeder Solidaritätsbekundung enthält. «Wir haben keinen einzigen Freund auf der Welt», stellt Kishon ernüchtert aus Tel Aviv fest, «Israel ist eine winzige Insel, die nicht von Wasser, sondern von Hass umgeben ist.» Und doch sei es das Land, das ihm seine Menschenwürde zurückgegeben habe.

    Kriegerischer Auseinandersetzung mit Ironie begegnen, das ist beim vorliegenden Briefwechsel nicht immer erfolgreich. Und so kann man sich schließlich fragen, ob hinter dem Geplänkel, den Foppereien und augenzwinkernden Haarspaltereien dieser wortgewandten Herren nicht eher ein nüchternes, nutznießerisches Arbeitsverhältnis als eine «Freundschaft» steht, wie im Untertitel der Briefausgabe suggeriert. Da mag die musikalische Begleitung durch eine jiddische «Cover-Band» ein Übriges zur gefühlten Oberflächlichkeit der Begegnung beisteuern, die sich nicht selten in Hahnenkämpfen und einem eitlen Wortgefecht verliert.

    Das erneute Aufleben des Nahostkonfliktes im Jetzt zwischen Israel und Palästina schwingt bei den Hörenden als traurige Aktualität mit. Und hier wie auch im Briefwechsel scheint es unmöglich, darauf mit Ironie zu reagieren.

    Mein Sohn Nephew and Bacsi!

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 05.10.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    BR, keine Nominierung
    DLF, zeitblom: Manifest 24
    DLF Kultur, keine Nominierung
    HR, keine Nominierung
    MDR, keine Nominierung
    NDR, keine Nominierung
    RB, keine Nominierung
    RBB, keine Nominierung
    SR, keine Nominierung
    SWR, keine Nominierung
    WDR, Lars Henriks, Moritz Haase: Dämonenjäger Ewald Heine
    ORF, Ephraim Kishon, Friedrich Torberg: Mein Sohn, Nephew and Bácsi!
    SRF, keine Nominierung

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-augusts-2024/

    #EphraimKishon #ff0000 #FriedrichTorberg #HörspielDesMonats #MeinSohnNephewAndBácsi_ #ORF

  48. Blaupause

    von Leonie Lorena Wyss

    Regie: Henri Hüster
    Komposition & Gesang: Sophia Kennedy
    Dramaturgie: Michael Becker
    Produktion: NDR 2024
    Länge: 71:55
    Ursendung: Sender, 03.07.2024, 20.00 Uhr

    Die Begründung der Jury

    «Auf einmal war sie weg. Verschwunden. Verschwunden im Sinne von nicht wiedergekommen, im Sinne von nie wieder aufgetaucht», die Farbe Blau, das Symbol für – was auch immer. Weg ist das Symbol, durchgestrichen die Bedeutungen: Wir werden im Hörspiel «Blaupause» von Leonie Lorena Wyss mit einer Verblüffung nicht einfach abgeholt, sondern gleich mitgerissen, hineingerissen in den schnatternden Urwald menschlicher Gefühle, Regungen und Bewegungen, Seufzer und Sätze. Wir verirren uns im Schatten junger Mädchen auf ihrem qualvoll süßen, erschreckend sehnsüchtigen Coming-of-age-Weg. Der beginnt bei der unvermeidlichen Familienfete inklusive Chor der dreizehn «Cousinenköpfe dicht über der Bärlauchsuppenpfütze vor ihnen», bei penetrant ratgebenden Tanten und dem Überfall eines Gesprächsstoffes, des Gesprächsstoffes überhaupt: SEBASTIAN. Begleitet von allen nur denkbaren Variationen zum Thema Kichern. «Wir haben uns geküsst, und bald sicher auch das andere.»

    Grell ziehen die Stationen des Passionswegs an uns vorüber: So der Biologieunterricht mit seiner Tier-Doku und den «Jungs in der hintersten Reihe», die «angefangen haben zu pfeifen, als da der Löwe irgendwie so von hinten auf die Löwin». Oder die Kaufhofkasse, bei der sich peinlicherweise herausstellt, dass die gewählten Kaugummis mit Wassermelonengeschmack nicht zum Kauen gedacht sind. Da sind die Tampons, für alle Fälle schon mal eingepackt. Das herumgereichte Filmstill, darauf: «Zwei Frauen, die eine blaue Haare, die andere dunkelblond, schauen sich an, die Lippen ganz nah, küssen die sich?» Und danach die heimliche Internet-Recherche. Party, Wohnzimmer-Dancefloor und fettige Chipsfinger. Alle nur denkbaren Variationen zum Thema Sebastianslachen. Digitaler Lesbentest und zarte Versuche. Später dann – «wir sind zwanzig» – auf dem Teppichboden in der Wohnung des 38jährigen Tindertypen, «Flusen, die kratzen im Rücken, die Uhr mit dem Eiffelturm an der Wand, der Zeiger zwischen 0 und 1.» Ein Rausch geht zu Ende, der rasante Trip ins Erwachsenenalter in seiner ganzen, harten Ambivalenz.

    Leonie Lorena Wyss schneidet die Realitäten nur an, zeichnet sie aber im Ausschnitt präzise nach und kommt darum ohne Erklärungen aus. Das ist korrektes Zitieren der Wirklichkeit. Auch in der Hörspielumsetzung: Die Töne stimmen, die Sprechhaltungen des brillanten Ensembles leisten nachgerade Wahrheitsnachweise. Dabei verwebt der Regisseur Henri Hüster Text und Sprechchoreinsätze mit der Bruitage und den Klängen von Sofia Kennedys Soundtrack zu einer Einheit, die zwischen dialogischem Rap und akustischem Comic oszilliert. Bilanz: Heiße Ästhetik, ganz große Kunst und darum Hörspiel des Monats Juli 2024.

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 07.09.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Blaupause

    Die Nominierungen

    BR, keine Nominierung
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Rimini Protokoll: Prinzip Held*
    HR, Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht
    MDR, Andreas Jungwirth: Todesangst
    NDR, Leonie Lorena Wyss: Blaupause
    RB, Ben-Alexander Safier und Janine Lüttmann: Zu heiß gewaschen (ARD Radio Tatort)
    RBB, Magdalena Schrefel: Die Lücke füllen im Schnitt
    SR, keine Nominierung
    SWR, Hermann Kretzchmar: Aristo Games
    WDR, vorschlag:hammer: Die Vorfälle – Auf den Spuren eines Spukfalls
    ORF, Helmut Hostnig: Die Mana und ihr Bub
    SRF, keine Nominierung

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-juli-2024/

    #Blaupause #ff0000 #HörspielDesMonats #LeonieLorenaWyss #NDR

  49. Blaupause

    von Leonie Lorena Wyss

    Regie: Henri Hüster
    Komposition & Gesang: Sophia Kennedy
    Dramaturgie: Michael Becker
    Produktion: NDR 2024
    Länge: 71:55
    Ursendung: Sender, 03.07.2024, 20.00 Uhr

    Die Begründung der Jury

    «Auf einmal war sie weg. Verschwunden. Verschwunden im Sinne von nicht wiedergekommen, im Sinne von nie wieder aufgetaucht», die Farbe Blau, das Symbol für – was auch immer. Weg ist das Symbol, durchgestrichen die Bedeutungen: Wir werden im Hörspiel «Blaupause» von Leonie Lorena Wyss mit einer Verblüffung nicht einfach abgeholt, sondern gleich mitgerissen, hineingerissen in den schnatternden Urwald menschlicher Gefühle, Regungen und Bewegungen, Seufzer und Sätze. Wir verirren uns im Schatten junger Mädchen auf ihrem qualvoll süßen, erschreckend sehnsüchtigen Coming-of-age-Weg. Der beginnt bei der unvermeidlichen Familienfete inklusive Chor der dreizehn «Cousinenköpfe dicht über der Bärlauchsuppenpfütze vor ihnen», bei penetrant ratgebenden Tanten und dem Überfall eines Gesprächsstoffes, des Gesprächsstoffes überhaupt: SEBASTIAN. Begleitet von allen nur denkbaren Variationen zum Thema Kichern. «Wir haben uns geküsst, und bald sicher auch das andere.»

    Grell ziehen die Stationen des Passionswegs an uns vorüber: So der Biologieunterricht mit seiner Tier-Doku und den «Jungs in der hintersten Reihe», die «angefangen haben zu pfeifen, als da der Löwe irgendwie so von hinten auf die Löwin». Oder die Kaufhofkasse, bei der sich peinlicherweise herausstellt, dass die gewählten Kaugummis mit Wassermelonengeschmack nicht zum Kauen gedacht sind. Da sind die Tampons, für alle Fälle schon mal eingepackt. Das herumgereichte Filmstill, darauf: «Zwei Frauen, die eine blaue Haare, die andere dunkelblond, schauen sich an, die Lippen ganz nah, küssen die sich?» Und danach die heimliche Internet-Recherche. Party, Wohnzimmer-Dancefloor und fettige Chipsfinger. Alle nur denkbaren Variationen zum Thema Sebastianslachen. Digitaler Lesbentest und zarte Versuche. Später dann – «wir sind zwanzig» – auf dem Teppichboden in der Wohnung des 38jährigen Tindertypen, «Flusen, die kratzen im Rücken, die Uhr mit dem Eiffelturm an der Wand, der Zeiger zwischen 0 und 1.» Ein Rausch geht zu Ende, der rasante Trip ins Erwachsenenalter in seiner ganzen, harten Ambivalenz.

    Leonie Lorena Wyss schneidet die Realitäten nur an, zeichnet sie aber im Ausschnitt präzise nach und kommt darum ohne Erklärungen aus. Das ist korrektes Zitieren der Wirklichkeit. Auch in der Hörspielumsetzung: Die Töne stimmen, die Sprechhaltungen des brillanten Ensembles leisten nachgerade Wahrheitsnachweise. Dabei verwebt der Regisseur Henri Hüster Text und Sprechchoreinsätze mit der Bruitage und den Klängen von Sofia Kennedys Soundtrack zu einer Einheit, die zwischen dialogischem Rap und akustischem Comic oszilliert. Bilanz: Heiße Ästhetik, ganz große Kunst und darum Hörspiel des Monats Juli 2024.

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 07.09.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Blaupause

    Die Nominierungen

    BR, keine Nominierung
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Rimini Protokoll: Prinzip Held*
    HR, Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht
    MDR, Andreas Jungwirth: Todesangst
    NDR, Leonie Lorena Wyss: Blaupause
    RB, Ben-Alexander Safier und Janine Lüttmann: Zu heiß gewaschen (ARD Radio Tatort)
    RBB, Magdalena Schrefel: Die Lücke füllen im Schnitt
    SR, keine Nominierung
    SWR, Hermann Kretzchmar: Aristo Games
    WDR, vorschlag:hammer: Die Vorfälle – Auf den Spuren eines Spukfalls
    ORF, Helmut Hostnig: Die Mana und ihr Bub
    SRF, keine Nominierung

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-juli-2024/

    #Blaupause #ff0000 #HörspielDesMonats #LeonieLorenaWyss #NDR

  50. Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet

    von Tucké Royale

    Regie: Tucké Royale
    Komposition: Angy Lord, Ted Gaier, Yuriy Gurzhy, Paula Sell, Tucké Royale
    Dramaturgie: Juliane Schmidt
    Produktion: RBB 2024
    Länge: 54:49
    Ursendung: RBB Radio 3, 07.06.2024, 19.04 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Argentinien, Buenos Aires. Eine Figur namens Dolores, jüdisch, antifaschistisch, tanzt Tango mit Nazi-Größen, die hier gelandet sind – unter ihnen Eduard Roschmann alias Federico Wegener, auch bekannt als «Schlächter von Riga». Roschmann, so die historische Realität, ging den Nazijägern bis zuletzt durch die Lappen und schaffte es immer wieder, unbehelligt zu bleiben, bevor er 68-jährig in Paraguay starb. Nicht so in diesem «jüdisch-queeren Rachemusical» von Tucké Royale. Da «fällt» Roschmann auf dem Weg zur Toilette «an die zehn Mal» in Dolores’ Messer.

    Meisterhaft wird bedient, was dem Hörspiel eigen ist: Mit Wort und Musik das «Kopfkino» zu aktivieren, brutal und leichtfüßig zu erzählen, was an Brutalität fürs Auge schwer erträglich wäre. Dolores hat sich nämlich auf die Ermordung deutscher Judenmörder spezialisiert und ist darin äußerst erfinderisch, während sie sich in Argentinien oder im Berliner Nachtleben als Tänzerin tummelt: etwas Arsen im Cocktail hier, ein blutig endender Garderobenbesuch eines Verehrers dort.

    Das Hörstück, dessen Inhalt 2017 als Stück auf die Berliner Bühne des Maxim-Gorki-Theaters kam und das von einer Recherche zum russisch-polnischen Tänzer und Aktivisten Sylvin Rubinstein inspiriert wurde, stellt auf saftige, bewusst blutrünstige Art die jüdische Ohnmacht und Machtlosigkeit auf den Kopf und gibt der größtenteils ungelebten Realität jüdischen Widerstands gegen Massentötung und nationalsozialistische Quälereien in einer fiktiven Story Raum. Dies in der Absicht, das Trauma zu ertragen und Geschichte, wenigstens an ihren Zipfeln, umzudeuten zwecks Ermächtigung Millionen meist Machtloser.

    Über all dem schwebt die tragende, rauchige Stimme jener großartigen Dolores, der wir ihre Performance abnehmen als alles verschlingender Racheengel. Mal unschuldig, mal triumphierend spricht Thea Ehre die Hauptfigur mit Stolz, Verspieltheit und abgeklärtem Durchblick. Dolores’ Treiben folgen wir gerne, ihrem «Ein-Mann-Geheimdienst im Frauenkörper», «einer Variation der Natur», wie der Berliner Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld betreffend ihres Frauseins im Zwitterkörper zitiert wird. Wir folgen Dolores gerne, vielleicht, weil sie so wunderbar die Hüften schwingt und göttlich singt. Aber auch, weil ihre zartere Schwester Ida ins Konzentrationslager deportiert wird und ihr Zwilling vermuten muss, dass sie dort stirbt. Ohne Gegenwehr, ohne Kampf und Stimme – wie so unendlich viele andere mit ihr. Indem Ida im Epilog ihre Flucht aus dem Zug ins Lager beschreibt, ihren bewaffneten Widerstand gegen die SS, ihr späteres Tanzen in einem selbst gegründeten Theater im Kibbuz bis die Knochen nicht mehr wollten, korrigiert Royale die Wahrscheinlichkeit von Biografien, die ein unmenschliches Ende gefunden haben.

    Die Jury lässt sich vom blutigen, zugleich rasanten und lustvollen «Kampftanz» Tucké Royales mitreißen, mit dem der Künstler eine «ästhetische Verdrängung der Realität», eine «Neue Selbstverständlichkeit» anstrebt und die alternative Geschichtsschreibung zur machtvollen Behauptung werden lässt.

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 03.08.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet

    Die Nominierungen

    BR, Maren Richter: Maria und Kathinka – Briefwechsel
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Christine Nagel: Flog ein Vogel federlos
    HR, Robert Schoen: Kaf*KI
    MDR, keine Nominerung
    NDR, Fatma Aydemir: Dschinns
    RB, keine Nominierung
    RBB, Tucké Royale: Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet
    SR, keine Nominierung
    SWR, Shichirō Fukazawa: Die Ballade von Narayama
    WDR, Özlem Özgül Dündar: An Grenzen
    ORF, keine Nominierung
    SRF, Raju Schwarz, Ursula Werdenberg: 1938 – Die Grenzgeherin Martha Schwartz

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-juni-2024/

    #ff0000 #HörspielDesMonats #MitDoloresHabtIhrNichtGerechnet #RBB #TuckéRoyale

  51. Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet

    von Tucké Royale

    Regie: Tucké Royale
    Komposition: Angy Lord, Ted Gaier, Yuriy Gurzhy, Paula Sell, Tucké Royale
    Dramaturgie: Juliane Schmidt
    Produktion: RBB 2024
    Länge: 54:49
    Ursendung: RBB Radio 3, 07.06.2024, 19.04 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Argentinien, Buenos Aires. Eine Figur namens Dolores, jüdisch, antifaschistisch, tanzt Tango mit Nazi-Größen, die hier gelandet sind – unter ihnen Eduard Roschmann alias Federico Wegener, auch bekannt als «Schlächter von Riga». Roschmann, so die historische Realität, ging den Nazijägern bis zuletzt durch die Lappen und schaffte es immer wieder, unbehelligt zu bleiben, bevor er 68-jährig in Paraguay starb. Nicht so in diesem «jüdisch-queeren Rachemusical» von Tucké Royale. Da «fällt» Roschmann auf dem Weg zur Toilette «an die zehn Mal» in Dolores’ Messer.

    Meisterhaft wird bedient, was dem Hörspiel eigen ist: Mit Wort und Musik das «Kopfkino» zu aktivieren, brutal und leichtfüßig zu erzählen, was an Brutalität fürs Auge schwer erträglich wäre. Dolores hat sich nämlich auf die Ermordung deutscher Judenmörder spezialisiert und ist darin äußerst erfinderisch, während sie sich in Argentinien oder im Berliner Nachtleben als Tänzerin tummelt: etwas Arsen im Cocktail hier, ein blutig endender Garderobenbesuch eines Verehrers dort.

    Das Hörstück, dessen Inhalt 2017 als Stück auf die Berliner Bühne des Maxim-Gorki-Theaters kam und das von einer Recherche zum russisch-polnischen Tänzer und Aktivisten Sylvin Rubinstein inspiriert wurde, stellt auf saftige, bewusst blutrünstige Art die jüdische Ohnmacht und Machtlosigkeit auf den Kopf und gibt der größtenteils ungelebten Realität jüdischen Widerstands gegen Massentötung und nationalsozialistische Quälereien in einer fiktiven Story Raum. Dies in der Absicht, das Trauma zu ertragen und Geschichte, wenigstens an ihren Zipfeln, umzudeuten zwecks Ermächtigung Millionen meist Machtloser.

    Über all dem schwebt die tragende, rauchige Stimme jener großartigen Dolores, der wir ihre Performance abnehmen als alles verschlingender Racheengel. Mal unschuldig, mal triumphierend spricht Thea Ehre die Hauptfigur mit Stolz, Verspieltheit und abgeklärtem Durchblick. Dolores’ Treiben folgen wir gerne, ihrem «Ein-Mann-Geheimdienst im Frauenkörper», «einer Variation der Natur», wie der Berliner Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld betreffend ihres Frauseins im Zwitterkörper zitiert wird. Wir folgen Dolores gerne, vielleicht, weil sie so wunderbar die Hüften schwingt und göttlich singt. Aber auch, weil ihre zartere Schwester Ida ins Konzentrationslager deportiert wird und ihr Zwilling vermuten muss, dass sie dort stirbt. Ohne Gegenwehr, ohne Kampf und Stimme – wie so unendlich viele andere mit ihr. Indem Ida im Epilog ihre Flucht aus dem Zug ins Lager beschreibt, ihren bewaffneten Widerstand gegen die SS, ihr späteres Tanzen in einem selbst gegründeten Theater im Kibbuz bis die Knochen nicht mehr wollten, korrigiert Royale die Wahrscheinlichkeit von Biografien, die ein unmenschliches Ende gefunden haben.

    Die Jury lässt sich vom blutigen, zugleich rasanten und lustvollen «Kampftanz» Tucké Royales mitreißen, mit dem der Künstler eine «ästhetische Verdrängung der Realität», eine «Neue Selbstverständlichkeit» anstrebt und die alternative Geschichtsschreibung zur machtvollen Behauptung werden lässt.

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 03.08.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet

    Die Nominierungen

    BR, Maren Richter: Maria und Kathinka – Briefwechsel
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Christine Nagel: Flog ein Vogel federlos
    HR, Robert Schoen: Kaf*KI
    MDR, keine Nominerung
    NDR, Fatma Aydemir: Dschinns
    RB, keine Nominierung
    RBB, Tucké Royale: Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet
    SR, keine Nominierung
    SWR, Shichirō Fukazawa: Die Ballade von Narayama
    WDR, Özlem Özgül Dündar: An Grenzen
    ORF, keine Nominierung
    SRF, Raju Schwarz, Ursula Werdenberg: 1938 – Die Grenzgeherin Martha Schwartz

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-juni-2024/

    #ff0000 #HörspielDesMonats #MitDoloresHabtIhrNichtGerechnet #RBB #TuckéRoyale

  52. Raumzeit

    von Luise Voigt

    Regie: Luise Voigt
    Komposition: Nicolas Haumann
    Dramaturgie: Cordula Huth
    Produktion:  HR/DLF Kultur 2024
    Länge: 58:22
    Ursendung: 12.05.2024, 14.00 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Schon mit dem Titel und dem gedanklichen Ansatz schreibt sich Luise Voigt in die Tradition von Kants kritischer Philosophie ein, von der wir gelernt haben, dass u.a. Raum und Zeit lediglich Konzepte unseres Erkenntnisvermögens sind, mit deren Hilfe wir Welterfahrungen überhaupt erst machen können, und dass die Welt, von der wir wissen, lediglich die Version ist, die uns diese Konzepte und unsere Sinnesorgane vermitteln; wir leben in der Welt, wie sie uns vorkommt, erreichen aber nie die Welt, wie sie an sich ist. Das Hörspiel „Raumzeit“ nimmt uns mit auf einen Spaziergang durch die Vorstellungen älterer und zeitgenössischer Philosoph:innen. Voigt öffnet damit einen breiten Fächer von  Weltwahrnehmungsmöglichkeiten.

    So bekommen wir u.a. durch Karl Ernst von Baer vorgerechnet, wie unsere Erlebniswelt anmuten würde, wenn wir Wesen mit einer vierzigminütigen Lebensspanne wären, und, zum Beispiel gegen Abend geboren, auf eine düstere Prognose einer viele Generationen dauernden Finsternis schließen müssten, im Gegenzug bei einer extremen Langlebigkeit etwa den Blumenwachstum als aufschießendes Raketenspektakel erleben würden. – Wir bekommen Giorgio Agambens Hinweis auf den Biologen Jakob von Uexküll vermittelt, der uns die Welt aus der Erlebnisqualität einer Zecke beschreibt. Sie ist reduziert auf drei Faktoren: den Unterschied von Hell und Dunkel, den Duft von Milchsäure, die der Haut von Warmblütern entsteigt und den einzigen Gegenstand von Begehrlichkeit, eine beliebige Flüssigkeit von 37 Grad Wärme. – Und die Philosophin Karen Barad erinnert daran, dass die Elektronen in ihren Umkreisungen um ihre Atomkerne nie lokalisierbar sind und nicht als Dinge, sondern als Bewegung gedacht werden müssen. Sie entfaltet uns daraus die Welt nicht als Status, sondern als dauernden Prozess: Sein ist prozesshaftes Tun.

    Die Musik (Nicolas Haumann) hat nicht einfach Soundtrackfunktion. Eigenkompositionen, Einspielungen und exzellenten Coverversionen von Stücken aus der Musikgeschichte tragen dazu bei, dass nachgerade eine epistemologische Liturgie entsteht; so etwa Purcell („Oh Solitude“), Bach („Oh Ewigkeit, du Donnerwort“), die Rockband Pixies („Where is my Mind“), Simon and Garfunkel („Sound of Silence“), Sun Lux („Easy, easy. Pull your Heart to make the being alone“) und Haumann („Leonore fuhr ums Morgenrot, und als sie rum war, war sie tot“). Auf je eigene Weise helfen sie mit, uns auf eine offene Denkweise einzustimmen und über das Gehörte nachzudenken. „With your feet on the air and your head on the ground“, so sollte dieses Hörspiel angehört werden: Mit den Füssen in der Luft und dem Kopf nach unten gebettet, um sich hörend von der Vorstellung unseres durch Schwerkraft geprägten Raumgefühls verabschieden zu können.

    Hat Kant bekannt: „Ich musste das Wissen aufheben, um für den Glauben Platz zu bekommen“, so sind wir von Luise Voigt und ihrem hervorragenden Ensemble dazu eingeladen, eine Stunde lang allen Glauben und alle Meinungen aufzuheben, um für das Bewusstsein der Formenvielfalt und der Grenzen möglichen Wissens Platz zu bekommen. Wir haben die Einladung angenommen und zeichnen „Raumzeit“ als Hörspiel des Monats Mai 2024 aus.

    Lobende Erwähnung: „Schall und Wahn“ von William Faulkner

    Walter Adlers meisterliche Umsetzung von William Faulkners „Schall und Wahn“ (SWR) mit einem glänzenden Großensemble möchten wir dringend empfehlen. Die Produktion mit ihrer hochmusikalischen Verwebung der erzählerischen und der szenischen Ebene erweitert die Buchlektüre um eine wesentliche Erlebnisdimension.

    Raumzeit

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.07.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

     

    Die Nominierungen

    BR, Eva Meyer / Eran Schaerf: Europa halbnah
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Enis Maci und Camille O:: Lorbeer
    HR, Luise Voigt: Raumzeit
    MDR, Volker Braun: Werktage
    NDR, keine Nominierung
    RB, keine Nominierung
    RBB, keine Nominierung
    SR, keine Nominierung
    SWR, William Faulkner: Schall und Wahn
    WDR, Magdalena Schrefel: was zündet, was brennt
    ORF, keine Nominierung
    SRF, Dominik Bernet: Shikimicki (ARD Radio Tatort)

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-mai-2024/

    #DLFKultur #ff0000 #HörspielDesMonats #HR #LuiseVoigt #Raumzeit

  53. Raumzeit

    von Luise Voigt

    Regie: Luise Voigt
    Komposition: Nicolas Haumann
    Dramaturgie: Cordula Huth
    Produktion:  HR/DLF Kultur 2024
    Länge: 58:22
    Ursendung: 12.05.2024, 14.00 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Schon mit dem Titel und dem gedanklichen Ansatz schreibt sich Luise Voigt in die Tradition von Kants kritischer Philosophie ein, von der wir gelernt haben, dass u.a. Raum und Zeit lediglich Konzepte unseres Erkenntnisvermögens sind, mit deren Hilfe wir Welterfahrungen überhaupt erst machen können, und dass die Welt, von der wir wissen, lediglich die Version ist, die uns diese Konzepte und unsere Sinnesorgane vermitteln; wir leben in der Welt, wie sie uns vorkommt, erreichen aber nie die Welt, wie sie an sich ist. Das Hörspiel „Raumzeit“ nimmt uns mit auf einen Spaziergang durch die Vorstellungen älterer und zeitgenössischer Philosoph:innen. Voigt öffnet damit einen breiten Fächer von  Weltwahrnehmungsmöglichkeiten.

    So bekommen wir u.a. durch Karl Ernst von Baer vorgerechnet, wie unsere Erlebniswelt anmuten würde, wenn wir Wesen mit einer vierzigminütigen Lebensspanne wären, und, zum Beispiel gegen Abend geboren, auf eine düstere Prognose einer viele Generationen dauernden Finsternis schließen müssten, im Gegenzug bei einer extremen Langlebigkeit etwa den Blumenwachstum als aufschießendes Raketenspektakel erleben würden. – Wir bekommen Giorgio Agambens Hinweis auf den Biologen Jakob von Uexküll vermittelt, der uns die Welt aus der Erlebnisqualität einer Zecke beschreibt. Sie ist reduziert auf drei Faktoren: den Unterschied von Hell und Dunkel, den Duft von Milchsäure, die der Haut von Warmblütern entsteigt und den einzigen Gegenstand von Begehrlichkeit, eine beliebige Flüssigkeit von 37 Grad Wärme. – Und die Philosophin Karen Barad erinnert daran, dass die Elektronen in ihren Umkreisungen um ihre Atomkerne nie lokalisierbar sind und nicht als Dinge, sondern als Bewegung gedacht werden müssen. Sie entfaltet uns daraus die Welt nicht als Status, sondern als dauernden Prozess: Sein ist prozesshaftes Tun.

    Die Musik (Nicolas Haumann) hat nicht einfach Soundtrackfunktion. Eigenkompositionen, Einspielungen und exzellenten Coverversionen von Stücken aus der Musikgeschichte tragen dazu bei, dass nachgerade eine epistemologische Liturgie entsteht; so etwa Purcell („Oh Solitude“), Bach („Oh Ewigkeit, du Donnerwort“), die Rockband Pixies („Where is my Mind“), Simon and Garfunkel („Sound of Silence“), Sun Lux („Easy, easy. Pull your Heart to make the being alone“) und Haumann („Leonore fuhr ums Morgenrot, und als sie rum war, war sie tot“). Auf je eigene Weise helfen sie mit, uns auf eine offene Denkweise einzustimmen und über das Gehörte nachzudenken. „With your feet on the air and your head on the ground“, so sollte dieses Hörspiel angehört werden: Mit den Füssen in der Luft und dem Kopf nach unten gebettet, um sich hörend von der Vorstellung unseres durch Schwerkraft geprägten Raumgefühls verabschieden zu können.

    Hat Kant bekannt: „Ich musste das Wissen aufheben, um für den Glauben Platz zu bekommen“, so sind wir von Luise Voigt und ihrem hervorragenden Ensemble dazu eingeladen, eine Stunde lang allen Glauben und alle Meinungen aufzuheben, um für das Bewusstsein der Formenvielfalt und der Grenzen möglichen Wissens Platz zu bekommen. Wir haben die Einladung angenommen und zeichnen „Raumzeit“ als Hörspiel des Monats Mai 2024 aus.

    Lobende Erwähnung: „Schall und Wahn“ von William Faulkner

    Walter Adlers meisterliche Umsetzung von William Faulkners „Schall und Wahn“ (SWR) mit einem glänzenden Großensemble möchten wir dringend empfehlen. Die Produktion mit ihrer hochmusikalischen Verwebung der erzählerischen und der szenischen Ebene erweitert die Buchlektüre um eine wesentliche Erlebnisdimension.

    Raumzeit

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.07.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

     

    Die Nominierungen

    BR, Eva Meyer / Eran Schaerf: Europa halbnah
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Enis Maci und Camille O:: Lorbeer
    HR, Luise Voigt: Raumzeit
    MDR, Volker Braun: Werktage
    NDR, keine Nominierung
    RB, keine Nominierung
    RBB, keine Nominierung
    SR, keine Nominierung
    SWR, William Faulkner: Schall und Wahn
    WDR, Magdalena Schrefel: was zündet, was brennt
    ORF, keine Nominierung
    SRF, Dominik Bernet: Shikimicki (ARD Radio Tatort)

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-mai-2024/

    #DLFKultur #ff0000 #HörspielDesMonats #HR #LuiseVoigt #Raumzeit

  54. Fünf beste Tage

    von Erwin Koch

    Bearbeitung, Komposition und Regie: Stefan Weber
    Dramaturgie: Reto Ott
    Produktion:  SRF 2024
    Länge: 54:20
    Ursendung: , 07.02.2024,  20.00 Uhr

    Die Begründung der Jury

    nalist Erwin Koch zeichnet die letzten Tage eines Paares vor dem selbst gewählten Tod der krebskranken Frau durch Inanspruchnahme einer Sterbehilfe nach. Ein Spiel führt sie in der Endphase ihrer Gemeinsamkeit zu einem großen Beziehungsabenteuer: das gegenseitige Geständnis eines nie gelüfteten, mit größter Scham behafteten Geheimnisses.

    Der wunde Punkt einer traurigen Lebensbilanz ihrerseits und seine lebenslange Strategie, dem Schmerz des menschlichen Daseins auszuweichen, werden nebeneinandergelegt. Das letzte Gespräch führt zu einer zuvor nie dagewesenen Nähe zwischen den beiden Menschen, die voneinander Abschied nehmen müssen. Wäre diese intime Offenheit ohne Bewusstsein des Todes und das Zustimmen dazu überhaupt möglich gewesen?

    Koch habe, wie im Begleittext festgehalten wird, seine Fiktion an den Erfahrungen seiner journalistisch-dokumentarischen Arbeit orientiert. Tatsächlich ist ihm ein Text gelungen, der die Stationen einer Beziehung präzise absteckt und diese schwerste Lebensstrecke mit eindrucksstarken Bildern ertastet, dabei immer konkret bleibt und dem Unsagbaren seinen gebührenden Platz lässt. Poetisch, genau und situativ fächert er die Vielschichtigkeit von Paarbeziehungen auf, indem er Figuren schafft, die großzügig und ohne die Last der lebenslangen Bewertung auf ihre eigenen Biografien blicken.

    Dadurch entsteht ein Hörspiel, das der Schwere des Abschieds trotzt und immer wieder in eine Leichtigkeit hineinführt, zum Beispiel wenn es schließt mit dem Gedankenspiel an zukünftige Wahlmöglichkeiten: “Das nächste Mal bestelle ich den Tod auf sechs Uhr morgens.” Das Anhören der Produktion wird zu einer taktvollen Sterbebegleitung, die der Komponist und Regisseur Stefan Weber mit einem stimmigen Soundtrack verwoben hat

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.04.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Im Auge des Sturms – Das Kapitol am 6. Januar 2021

    Die Nominierungen

    BR, Gesche Piening: Wie viele Tage hat das Leben?
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Ludwig Abraham: Perlen
    HR, Viviane Koppelmann: Grimms Märchen und Verbrechen – Kriminalakten 11-15
    MDR, keine Nominierung
    NDR, Victor Jestin: Hitze
    RB, keine Nominierung
    RBB, Cristin König: Emmi
    SR, Christoph Buggert: Im Busch
    SWR, Tino Kühn: Cheap Dreams
    WDR, Tove Jannson: Die Mumins
    ORF, keine Nominierung
    SRF, Erwin Koch: Fünf beste Tage

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-februar-2024/

    #ErwinKolch #ff0000 #FünfBesteTage #HörspielDesMonats #SRF

  55. Fünf beste Tage

    von Erwin Koch

    Bearbeitung, Komposition und Regie: Stefan Weber
    Dramaturgie: Reto Ott
    Produktion:  SRF 2024
    Länge: 54:20
    Ursendung: , 07.02.2024,  20.00 Uhr

    Die Begründung der Jury

    nalist Erwin Koch zeichnet die letzten Tage eines Paares vor dem selbst gewählten Tod der krebskranken Frau durch Inanspruchnahme einer Sterbehilfe nach. Ein Spiel führt sie in der Endphase ihrer Gemeinsamkeit zu einem großen Beziehungsabenteuer: das gegenseitige Geständnis eines nie gelüfteten, mit größter Scham behafteten Geheimnisses.

    Der wunde Punkt einer traurigen Lebensbilanz ihrerseits und seine lebenslange Strategie, dem Schmerz des menschlichen Daseins auszuweichen, werden nebeneinandergelegt. Das letzte Gespräch führt zu einer zuvor nie dagewesenen Nähe zwischen den beiden Menschen, die voneinander Abschied nehmen müssen. Wäre diese intime Offenheit ohne Bewusstsein des Todes und das Zustimmen dazu überhaupt möglich gewesen?

    Koch habe, wie im Begleittext festgehalten wird, seine Fiktion an den Erfahrungen seiner journalistisch-dokumentarischen Arbeit orientiert. Tatsächlich ist ihm ein Text gelungen, der die Stationen einer Beziehung präzise absteckt und diese schwerste Lebensstrecke mit eindrucksstarken Bildern ertastet, dabei immer konkret bleibt und dem Unsagbaren seinen gebührenden Platz lässt. Poetisch, genau und situativ fächert er die Vielschichtigkeit von Paarbeziehungen auf, indem er Figuren schafft, die großzügig und ohne die Last der lebenslangen Bewertung auf ihre eigenen Biografien blicken.

    Dadurch entsteht ein Hörspiel, das der Schwere des Abschieds trotzt und immer wieder in eine Leichtigkeit hineinführt, zum Beispiel wenn es schließt mit dem Gedankenspiel an zukünftige Wahlmöglichkeiten: “Das nächste Mal bestelle ich den Tod auf sechs Uhr morgens.” Das Anhören der Produktion wird zu einer taktvollen Sterbebegleitung, die der Komponist und Regisseur Stefan Weber mit einem stimmigen Soundtrack verwoben hat

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 06.04.2024 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Im Auge des Sturms – Das Kapitol am 6. Januar 2021

    Die Nominierungen

    BR, Gesche Piening: Wie viele Tage hat das Leben?
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Ludwig Abraham: Perlen
    HR, Viviane Koppelmann: Grimms Märchen und Verbrechen – Kriminalakten 11-15
    MDR, keine Nominierung
    NDR, Victor Jestin: Hitze
    RB, keine Nominierung
    RBB, Cristin König: Emmi
    SR, Christoph Buggert: Im Busch
    SWR, Tino Kühn: Cheap Dreams
    WDR, Tove Jannson: Die Mumins
    ORF, keine Nominierung
    SRF, Erwin Koch: Fünf beste Tage

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-februar-2024/

    #ErwinKolch #ff0000 #FünfBesteTage #HörspielDesMonats #SRF

  56. Die vielen Stimmen meines Bruders

    von Magdalena Schrefel & Valentin Schuster

    Regie: Anouschka Trocker
    Komposition: Liz Allbee
    Redaktion: Barbara Gerland
    Produktion: DLF Kultur 2023
    Länge: 55:31
    Ursendung: DLF Kultur 07.12.2023, 22.03 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Das Hörspiel „Die vielen Stimmen meines Bruders“ überzeugte die Jury eindrücklich, vor allem durch den Fokus auf das Thema, was Hörspiele ohne bereits auszeichnet, nämlich die Stimme, ihr Privileg, ihre Bürde, ihre Macht – und die Frage nach hypothetischer Selbstinszenierung. Fiktion und Realität werden miteinander vermischt, und mit Hinblick auf die persönliche Geschichte Magdalena Schrefels berührt „Die vielen Stimmen meines Bruders“ noch weit nach dem Hören. Jedoch sind wir nicht nur inhaltlich überzeugt, auch das Ensemble der ausgewählten Sprecher perfektioniert das Hörerlebnis sowie die gewählte Taktung in 48 Takes. Besonders zu loben ist die Verflechtung der realen Ereignisse mit der philosophischen Ebene, die den Hörer getroffen, nachdenklich und erstaunt zurücklässt.

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 02.03.2023 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    BR, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia, 2. Staffel
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Magdalena Schrefel & Valentin Schuster: Die vielen Stimmen meines Bruders
    HR, keine Nominerung
    MDR, Gert Prokop: Timothy Truckle ermittelt – Folge 5: Der Samenbankraub
    NDR, Christos Tsiolkas: Nur eine Ohrfeige
    RB, keine Nominierung
    RBB, keine Nominierung
    SR, keine Nominierung
    SWR, Antje Vowinckel: OPDOPPLING – Berlin-Brandenburgische Recycling-Komposition
    WDR, Annette von Droste-Hülshoff / Rimini Protokoll: Die Judenbuche
    ORF, Felix Kubin: Weltsendeschluss
    SRF, Lukas Holliger: Verfluchter Krieg

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-dezember-2023/

    #DieVielenStimmenMeinesBruders #DLFKultur #ff0000 #HörspielDesMonats #MagdalenaSchrefel #ValentinSchuster

  57. Die vielen Stimmen meines Bruders

    von Magdalena Schrefel & Valentin Schuster

    Regie: Anouschka Trocker
    Komposition: Liz Allbee
    Redaktion: Barbara Gerland
    Produktion: DLF Kultur 2023
    Länge: 55:31
    Ursendung: DLF Kultur 07.12.2023, 22.03 Uhr

    Die Begründung der Jury

    Das Hörspiel „Die vielen Stimmen meines Bruders“ überzeugte die Jury eindrücklich, vor allem durch den Fokus auf das Thema, was Hörspiele ohne bereits auszeichnet, nämlich die Stimme, ihr Privileg, ihre Bürde, ihre Macht – und die Frage nach hypothetischer Selbstinszenierung. Fiktion und Realität werden miteinander vermischt, und mit Hinblick auf die persönliche Geschichte Magdalena Schrefels berührt „Die vielen Stimmen meines Bruders“ noch weit nach dem Hören. Jedoch sind wir nicht nur inhaltlich überzeugt, auch das Ensemble der ausgewählten Sprecher perfektioniert das Hörerlebnis sowie die gewählte Taktung in 48 Takes. Besonders zu loben ist die Verflechtung der realen Ereignisse mit der philosophischen Ebene, die den Hörer getroffen, nachdenklich und erstaunt zurücklässt.

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 02.03.2023 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    BR, Gregor Schmalzried: Mia Insomnia, 2. Staffel
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Magdalena Schrefel & Valentin Schuster: Die vielen Stimmen meines Bruders
    HR, keine Nominerung
    MDR, Gert Prokop: Timothy Truckle ermittelt – Folge 5: Der Samenbankraub
    NDR, Christos Tsiolkas: Nur eine Ohrfeige
    RB, keine Nominierung
    RBB, keine Nominierung
    SR, keine Nominierung
    SWR, Antje Vowinckel: OPDOPPLING – Berlin-Brandenburgische Recycling-Komposition
    WDR, Annette von Droste-Hülshoff / Rimini Protokoll: Die Judenbuche
    ORF, Felix Kubin: Weltsendeschluss
    SRF, Lukas Holliger: Verfluchter Krieg

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-dezember-2023/

    #DieVielenStimmenMeinesBruders #DLFKultur #ff0000 #HörspielDesMonats #MagdalenaSchrefel #ValentinSchuster

  58. Die Konferenz der Flüsse

    von Frank Raddatz und Denise Reimann

    Regie: Leopold von Verschuer
    Komposition: Bo Wiget
    Redaktion: Christine Grimm
    Produktion: 2023
    Länge (Podcast): 2:56:44
    Ursendung als zweiteiliges Hörspiel: DLF, 11. + 18.11.2023, 20.05 Uhr, DLF Kultur 12. + 19.12.2023, 18.30 Uhr
    als sechsteiliger Podcast in der DLF- und der ARD-Audiothek

    Die Begründung der Jury

    verfasst von Miedya Mahmod.

    Diese Jurybegründung findet ihre ersten Sätze auf einer Reise, über Land- und Luftweg, ins Zweistromland – auch: Mesopotamien.
    Sie sucht ihre letzten Sätze auf einer Konferenz zwischen den Flüssen – auch: méso potamói.

    Die aquakulturelle Revolution geht uns alle an. Wir alle werden von ihr beein-flusst werden. Keine Flussbegradigung wird das verhindern, kein Staudamm stoppen. Wir müssen also die Quellen verstehen, die abseits der Schriften, Papiere, Bibliotheken liegen. Wir können uns ruhig vor den Strömungen fürchten. Wir dürfen uns aber auch von ihnen mitnehmen lassen.

    Wir, d.h. die fragile Behauptung eines ‚wir‘ für die Menschen; Wir müssen uns nicht im Einzelnen an die Details erinnern, um zu wissen, dass es stimmt.
    Die Flüsse erinnern alles, solange alles im Fluss ist.
    Wie könnten sie nicht? In ihren Armen wiegten sie die ersten Hochkulturen der Menschheitsgeschichte. Aus ihren Ufern stiegen wir zuvor zweibeinig, gingen aufrecht und folgten dennoch lange Zeit ihrem Lauf. An ihren Mündungen verbrannten wir unsere Toten, an ihren Mündungen tranken wir um unser Leben.

    Wir, als planetare Lebensformen (die zu ca. 70% +/- aus Wasser bestehen), danken Donau, Rhein, Spree, Styx, Rio Magdalena, Jangtse, Nil, Mississippi, Garonne, Mekong, Ahr, Rio Vilcabamba, Euphrat, Jordan, Senne für die herausragende Arbeit als Vertreter*innen der globalen Flussgemeinschaft, aber auch als Stimmen ihres eigenen Rauschen und wollen außerdem, als Hörspieljury, dem für das menschliche Ohr aufbereiteten Audio-Material, das aus ihrer Konferenz entsprungen ist, den Preis für das Hörspiel des Monats November verleihen.

    Unsere Gratulationen richten sich auch an die Komplizinnen, die bei der Aufbereitung jener Konferenz der Flüsse, die ihren Abschluss und Höhepunkt in einer weltverwässernden, aber -bessernden meinend, Resolution, einer Charta der Flüsse, geholfen haben.
    Namentlich genannt seien u.a. Denise Reimann und Frank Raddatz als Protokollant
    innen im Sinne einer post-anthropozentrischen Verständigungs- und damit Versöhnungspolitik, ihre Teamkolleg*innen und DLF Kultur als erste Sendeanstalt, die ausführlich zur Resolutionsfindung und dem Hintergrund der Charta berichtete.

    Alles daran und darin fließt ineinander über und geht unter die (Wasser)Oberfläche, die mehr sein will als der Blick in die eigene Spiegelung. „Insbesondere (heben wir) das Recht gehört zu werden, das Recht auf Leben, das Recht zu fließen und das Recht zu mäandern [!!!] als
    zukunftsweisend hervor.‘”

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 03.02.2023 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    BR, Andi Unger: Marei
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Frank Raddatz, Denise Reimann: Die Konferenz der Flüsse
    HR, keine Nominerung
    MDR, keine Nominierung
    NDR, Patricia Highsmith: Die gläserne Zelle
    RB, keine Nominierung
    RBB, keine Nominierung
    SR, keine Nominierung
    SWR, Monika Fagerholm: Wer hat Bambi getötet?
    WDR, Juliane Stadelmann: Eine Reihe von Zeichen, die auf den Tod hindeuten
    ORF, Manuela Tomic: Blasse Stunden / Blijedi sati
    SRF, Dominik Busch: Der Chor

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-november-2023/

    #DeniseReimann #DieKonferenzDerFlüsse #DLFKultur #ff0000 #FrankRaddatz #HörspielDesMonats

  59. Die Konferenz der Flüsse

    von Frank Raddatz und Denise Reimann

    Regie: Leopold von Verschuer
    Komposition: Bo Wiget
    Redaktion: Christine Grimm
    Produktion: 2023
    Länge (Podcast): 2:56:44
    Ursendung als zweiteiliges Hörspiel: DLF, 11. + 18.11.2023, 20.05 Uhr, DLF Kultur 12. + 19.12.2023, 18.30 Uhr
    als sechsteiliger Podcast in der DLF- und der ARD-Audiothek

    Die Begründung der Jury

    verfasst von Miedya Mahmod.

    Diese Jurybegründung findet ihre ersten Sätze auf einer Reise, über Land- und Luftweg, ins Zweistromland – auch: Mesopotamien.
    Sie sucht ihre letzten Sätze auf einer Konferenz zwischen den Flüssen – auch: méso potamói.

    Die aquakulturelle Revolution geht uns alle an. Wir alle werden von ihr beein-flusst werden. Keine Flussbegradigung wird das verhindern, kein Staudamm stoppen. Wir müssen also die Quellen verstehen, die abseits der Schriften, Papiere, Bibliotheken liegen. Wir können uns ruhig vor den Strömungen fürchten. Wir dürfen uns aber auch von ihnen mitnehmen lassen.

    Wir, d.h. die fragile Behauptung eines ‚wir‘ für die Menschen; Wir müssen uns nicht im Einzelnen an die Details erinnern, um zu wissen, dass es stimmt.
    Die Flüsse erinnern alles, solange alles im Fluss ist.
    Wie könnten sie nicht? In ihren Armen wiegten sie die ersten Hochkulturen der Menschheitsgeschichte. Aus ihren Ufern stiegen wir zuvor zweibeinig, gingen aufrecht und folgten dennoch lange Zeit ihrem Lauf. An ihren Mündungen verbrannten wir unsere Toten, an ihren Mündungen tranken wir um unser Leben.

    Wir, als planetare Lebensformen (die zu ca. 70% +/- aus Wasser bestehen), danken Donau, Rhein, Spree, Styx, Rio Magdalena, Jangtse, Nil, Mississippi, Garonne, Mekong, Ahr, Rio Vilcabamba, Euphrat, Jordan, Senne für die herausragende Arbeit als Vertreter*innen der globalen Flussgemeinschaft, aber auch als Stimmen ihres eigenen Rauschen und wollen außerdem, als Hörspieljury, dem für das menschliche Ohr aufbereiteten Audio-Material, das aus ihrer Konferenz entsprungen ist, den Preis für das Hörspiel des Monats November verleihen.

    Unsere Gratulationen richten sich auch an die Komplizinnen, die bei der Aufbereitung jener Konferenz der Flüsse, die ihren Abschluss und Höhepunkt in einer weltverwässernden, aber -bessernden meinend, Resolution, einer Charta der Flüsse, geholfen haben.
    Namentlich genannt seien u.a. Denise Reimann und Frank Raddatz als Protokollant
    innen im Sinne einer post-anthropozentrischen Verständigungs- und damit Versöhnungspolitik, ihre Teamkolleg*innen und DLF Kultur als erste Sendeanstalt, die ausführlich zur Resolutionsfindung und dem Hintergrund der Charta berichtete.

    Alles daran und darin fließt ineinander über und geht unter die (Wasser)Oberfläche, die mehr sein will als der Blick in die eigene Spiegelung. „Insbesondere (heben wir) das Recht gehört zu werden, das Recht auf Leben, das Recht zu fließen und das Recht zu mäandern [!!!] als
    zukunftsweisend hervor.‘”

    Das Hörspiel des Monats wird am Samstag, den 03.02.2023 um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

    Die Nominierungen

    BR, Andi Unger: Marei
    DLF, keine Nominierung
    DLF Kultur, Frank Raddatz, Denise Reimann: Die Konferenz der Flüsse
    HR, keine Nominerung
    MDR, keine Nominierung
    NDR, Patricia Highsmith: Die gläserne Zelle
    RB, keine Nominierung
    RBB, keine Nominierung
    SR, keine Nominierung
    SWR, Monika Fagerholm: Wer hat Bambi getötet?
    WDR, Juliane Stadelmann: Eine Reihe von Zeichen, die auf den Tod hindeuten
    ORF, Manuela Tomic: Blasse Stunden / Blijedi sati
    SRF, Dominik Busch: Der Chor

    https://hoerspielkritik.de/hoerspiel-des-monats-november-2023/

    #DeniseReimann #DieKonferenzDerFlüsse #DLFKultur #ff0000 #FrankRaddatz #HörspielDesMonats

  60. Im Raum des Poetischen

    Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Wettbewerbs ‚Hörspiel des Monats‘ und des 30-jährigen Bestehens der Wahl ‚Hörspiel des Jahres‘ ist Ende vorigen Jahres der Sammelband „Seismographie des Hörspiels“ erschienen (380 Seiten, Belleville Verlag Michael Farin). Das Buch enthält Texte von rund 80 Autorinnen und Autoren zu der Kunstform, die das Medium Radio originär hervorgebracht hat, und eine ausführliche Dokumentation über den Wettbewerb, der von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste veranstaltet wird, die auch Herausgeberin des Sammelbandes ist. Hier eine leicht modifizierte Version meines Textes. Ein anderer von Thilo Reffert findet sich hier.

    Eine Leerstelle für nicht-technische Daten – Über Hörspielkritik

    von Jochen Meißner

    „Wir lassen uns doch nicht von Kritikern unser Programm vorschreiben“, war die empörte Reaktion aus einer Hörspielabteilung, als wir zwei Hörspielkritiker, Frank Kaspar und ich, dieser Redaktion eine Serie über Arbeitswelten im Hörspiel vorgeschlagen hatten – so wurde es uns jedenfalls hinterbracht. Wir hatten vor, zu den einzelnen Stücken erläuternde Essays zu schreiben, die zusammen mit ergänzenden Hörspielausschnitten Analysen, Kontexte und O-Töne liefern sollten. Aus der Serie wurde also nichts, aber Ulrike Brinkmann, Dramaturgin bei Deutschlandradio Kultur (heute: Deutschlandfunk Kultur), ließ uns dann für ihren Feiertagstermin am 1. Mai eine 90-minütige Sendung produzieren, in die wir alles reinpackten, was eigentlich eine vierteilige Serie hätte werden sollen.

    Der thematische Längsschnitt durch die Hörspielgeschichte begann mit den ersten Arbeiter- bzw. Arbeitslosenhörspielen aus der frühen Rundfunkgeschichte von Hermann Kasack und Karlaugust Düppengießer. Wir machten unter anderem Station in der frühen DDR bei Inge und Heiner Müller sowie in der Bundesrepublik der 1970er Jahre bei Erika Runge und Lisa Kristwaldt. Unsere Werkschau endete mit Stücken von René Pollesch, Gesine Danckwart und Kathrin Röggla aus dem gegenwärtigen deregulierten und globalisierten Kapitalismus. Den intellektuellen Überbau dazu lieferten der ehemalige Unternehmensberater und bildende Künstler Armin Chodzinski und der Kulturwissenschaftler Joseph Vogl.

    Die Sendung trug den einem Hörspiel von Hermann Kasack entlehnten Titel „Ich bin unterwegs zum Büro, ich bin unterwegs zu mir“ und machte hörbar, was Arbeitsverdichtung auch für den Rezipienten bedeuten kann: im besten Fall eine glückliche Erschöpfung. Und wenn schon nicht die dann doch wenigstens eine unterhaltsame Überforderung durch das Material und seine Aufbereitung. Man sollte sich bei seinen eigenen Stücken nie langweilen und sich außerdem nicht für schlauer halten als seine Hörer. Wer seine Ansprüche an das vermeintlich niedrigere Niveau des Publikums anpasst, hat schon verloren und außerdem ist das beleidigend für beide Seiten.

    Kritiker machen Programm

    Einen Termin allerdings gibt es, an dem sich eine Hörspielabteilung ihr Programm von Kritikern vorschreiben lässt. Es ist der erste Samstag im Monat, wenn der Deutschlandfunk das von der dreiköpfigen Jury der Akademie der Darstellenden Künste ausgewählte Hörspiel des Monats sendet. Damit haben die ausgewählten Stücke zumindest die Chance, Teil des kulturellen Gedächtnisses zu werden und sich nicht mit einer einmaligen Ausstrahlung versendet zu haben. Zusammen mit dem anschließenden Hörspielmagazin öffnet sich hier einer der wenigen Resonanzräume, in dem sich die Gattung Hörspiel ihrer selbst versichern kann.

    Die Nominierungen zum Hörspiel des Monats sind ein harter Indikator für die Potenz des öffentlich-rechtlichen Hörspiels. Neun ARD-Landesrundfunkanstalten und das Deutschlandradio, also insgesamt zehn Sender, könnten in zwölf Monaten eigentlich insgesamt 120 Stücke nominieren – eine Zahl, die in den letzten Jahren nie erreicht wurde. Im Jahr 2015 waren es gerade mal 98 Stücke, die zur Wahl standen – und das nicht etwa, weil einzelne Sender schamhaft nicht auszeichnungswürdige Stücke zurückhalten würden, sondern weil sie in den betreffenden Monaten schlicht keine Neuproduktion vorzuweisen hatten. Und dabei handelt es sich nicht nur um die kleinen Sender, wie den Saarländischen Rundfunk (SR) oder Radio Bremen. Auch der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), immerhin eine Drei-Länder-Anstalt, fällt hier des Öfteren durch sogenannte Fehlanzeigen auf.

    Alternative Fakten

    In den beiden Jahren, in denen ich Teil der Jury zum Hörspiel des Monats sein durfte, 2002 und 2012, standen insgesamt 106 bzw. 100 Hörspiele zur Auswahl. Ohne zu viel aus der Jury-Arbeit auszuplaudern, kann ich sagen, dass wir (Sabine Wollwoski, Matthias Schümann und ich) im Jahr 2002 oft mit wechselnden Mehrheiten entschieden und mehrfach lobende Erwähnungen ausgesprochen haben. Bei einem waren wir uns jedoch sofort einig: welches Stück das Hörspiel des Jahres werden sollte. Es war die im Programm Bayern 2 ausgestrahlte Produktion „Die Stimme des Hörers“ des israelisch-stämmigen Künstlers Eran Schaerf (vgl. FK 4/03).

    Eran Schaerf: Installation „Die Stimme des Hörers“. Bild: Adrian Sauer.

    „Die Stimme des Hörers“ ist oberflächlich betrachtet ein sprödes und anstrengendes Stück. Zu hören war nur eine einzige Stimme. Eine Stimme, der zudem sämtliche Atmer weggeschnitten worden waren. Eine Stimme, die nicht einmal einem Schauspieler gehörte, sondern Peter Veit, dem Chefnachrichtensprecher des Bayerischen Rundfunks (BR). Der sprach nicht nur den „automatischen Moderator“ eines fiktiven Talkradiosenders, sondern auch dessen Anrufer und die Software, die den Sender steuerte. Wenn ein Anrufer versuchte, eine eigene Diskussion anzuzetteln, ersetzte die Software die Namen von Personen, Orten, Kriegen durch „Soundso“ oder fügte diesen Daten „Alternativen“ hinzu. 15 Jahre bevor Kellyanne Conway, Beraterin des seit Januar 2017 amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, den Begriff „alternative Fakten“ propagierte, war er hier schon durchdacht worden.

    Meines Wissens gehörte „Die Stimme des Hörers“ im Folgejahr zu den am wenigsten wiederholten Hörspielen des Jahres überhaupt. Doch allmählich wuchs (auch in den Dramaturgien) die Erkenntnis, dass diesem konzeptuellen Stück eine enorme Welthaltigkeit innewohnt, die konkret mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt im Äther (Streitigkeiten um Sendefrequenzen) zu tun hatte, aber in ihrer genauen Reflexion medialer Verhältnisse eine viel größere Reichweite hat. Dieses einer geneigten Hörerschaft erklären zu können, wie bei der Hörspiel-des-Jahres-Preisverleihung in den Kammerspielen des Schauspiels Frankfurt, und zu spüren, wie sich Irritation in Erkenntnis verwandelte, gehörte zu den erfüllendsten Momenten in meiner Arbeit als Kritiker.

    Dominiert wurde der Hörspieljahrgang 2002 von Serien und Mehrteilern: Fünfeinhalb Stunden „Baudolino“ von Umberto Eco (SWR/NDR), sieben Stunden „Prometheus“ von Franz Fühmann (MDR), neun Stunden „Moby Dick“ von Hermann Melville (BR) und als Krönung die 27 Stunden des Flüsse-Projekts des Hessischen Rundfunks – ein Abschiedsgeschenk für den in Pension gehenden HR-2-Hörspielchef Christoph Buggert, für das bei HR 2 das Pfingstwochenende für neun je dreistündige Features über die größten Ströme der Welt freigeräumt worden war.

    Bei den Hörspielen des Monats des Jahres 2012 stellte sich die Situation ganz anders dar. Das längste Stück war mit 22 Stunden die Hörspieladaption des „Ulysses“ von James Joyce (SWR/Deutschlandradio Kultur). Der Rest Einzelstücke und ein paar wenige Zweiteiler. Berit Schuck, Rafik Will bildeten die Jury und wir entschieden übers Jahr hinweg weitgehend konsensual; nur beim Hörspiel des Jahres hatten wir diesmal ein Luxusproblem. Gleich vier Stücke erschienen uns preiswürdig, so dass wir zwei volle Jury-Sitzungen brauchten, um uns zu einigen. „Orphée Mécanique“ (Bayern 2) von Felix Kubin, „Und dann“ (Deutschlandradio Kultur) von Wolfram Höll, „Rotoradio“ (Deutschlandradio Kultur/WDR) von Ferdinand Kriwet und „Oops, wrong Planet!“ (Deutschlandfunk/WDR) von Gesine Schmidt waren in der engeren Wahl. Hörspiel des Jahres wurde schließlich die intelligente Fortschreibung des Orpheus-Mythos von Felix Kubin (Kritiki hier, Laudatio hier), aus der man außerdem einige Hitsingles hätte auskoppeln können.

    Die Befreiung des Prometheus

    Dass es Monate gibt, in denen eine Jury kein Stück für auszeichnungswürdig hält, kommt auch vor. In der 40-jährigen Geschichte des Wettbewerbs ‚Hörspiel des Monats‘ ist dies achtmal geschehen, erstmals im Juli 1982 und zuletzt im August 1998. Inzwischen ist es in den Statuten ausgeschlossen, den Preis nicht zu vergeben, wenn eine Mindestanzahl von Einreichungen vorliegt.

    Der Oktober 1985 war ein Monat ohne Hörspiel-des-Monats. Am 3. Oktober jenen Jahres wurde im Programm HR 2 Kultur eine Koproduktion des Hessischen Rundfunks (HR) und des Südwestfunks (SWF) urgesendet. Ein „Hörstück in neun Bildern“, das den Ruhm seines Komponisten und Koautors in der Hörspielszene begründen sollte. Ein Stück, das den Hörspielpreis der Kriegsblinden und den Prix Italia bekommen sollte, und schließlich das Stück, das meine Leidenschaft für das Hörspiel entfacht hat: „Die Befreiung des Prometheus“ von Heiner Müller und Heiner Goebbels. Gehört habe ich das Stück erst viel später, als es im WDR-Hörfunk wiederholt wurde, und noch später fiel mir eine Schallplattenpressung in die Hände, die beim Kölner Label Riskant/Eigelstein erschienen war und auf der B-Seite das Hörspiel „Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten“ (HR) enthielt.

    Heiner Müller / Heiner Goebbels: Die Befreiung des Prometheus. Riskant/Eigelstein 1986.

    Seitdem habe ich versucht, alles zu hören, was von Heiner Müller zu bekommen war. Das war nicht einfach, denn im Internet vor der Erfindung des World Wide Webs war nichts zu finden. Schon gar nicht etwas, das man mit einem 56K-Modem hätte herunterladen können. Im Jahr 1990 ergab sich erstmals die Gelegenheit, sämtliche Hörspiele Heiner Müllers zu hören. Dafür musste man sich allerdings physisch nach Frankfurt am Main begeben, wo im Rahmen des Festivals „Experimenta 6“ in einem Zelt vor der Alten Oper alle Heiner-Müller-Hörspiele vorgeführt wurden. Müllers 1962 unter dem Pseudonym Max Messer vom Rundfunk der DDR produzierte Kriminalhörspiel „Der Tod ist kein Geschäft“ war auch dabei.

    „Die Befreiung des Prometheus“ ist noch ein Stück aus der analogen Tonbandzeit, als Sampler und Sequenzer in der Hörspielproduktion noch exotisch waren und man für seine akustischen Ideen die Mittel noch selbst entwickeln oder wenigstens die vorhandenen Geräte gegen ihre Gebrauchsanweisung benutzen musste. Im Zuge der Digitalisierung und des Internets herrscht ein Überfluss an Mitteln und, so könnte man meinen, auch der Resonanzraum für das Hörspiel habe sich entsprechend vergrößert. Was die Verfügbarkeit aktueller Hörspiele angeht, trifft das zu. Über die Downloadzahlen und Klicks der entsprechenden Portale wie des BR-Hörspielpools oder des WDR-Hörspielspeichers braucht man sich nicht zu beklagen. Im Angebot des öffentlich-rechtlichen Radios ist das Hörspiel alles andere als ein Nischenprodukt.

    Resonanzräume des Hörspiels

    Was aber die fundierte Auseinandersetzung mit dem Hörspiel angeht, spiegelt das Netz nur die Offline-Medienlandschaft wider, in der die Presse das Hörspiel – anders als Theater, Film oder Fernsehen – nur punktuell im Blick hat. Und wenn ein ahnungsloser Medienseitenredakteur mal ein Hörspielthema ins Blatt hebt (das Feuilleton fühlt sich offensichtlich für die Gattung nicht zuständig), dann kann man fast darauf wetten, dass da entweder ein „neuer Trend“ ausgerufen oder wahlweise eine „Renaissance des Hörens“ gefeiert wird – beides Formulierungen, die dringend auf den Index für Medienredakteure gesetzt werden müssten, zusammen mit dem Epitheton „renommiert“, mit dem der, so Klaus Ramm, „einstmals begehrte Hörspielpreis der Kriegsblinden“ für gewöhnlich apostrophiert wird.

    Die ursprüngliche Idee, durch den Wettbewerb ‚Hörspiel des Monats‘ mittels der Institutionalisierung einer monatlichen Auszeichnung den Resonanzraum des Hörspiels zu erweitern, ist heute so richtig wie 1977. Allerdings haben sich die medialen Rahmenbedingungen geändert. Beispielsweise erscheint seit 2015 der 1953 als „Funkkorrespondenz“ gegründete Fachdienst „Medienkorrespondenz“, das Referenzorgan für Hörspielkritik, statt wöchentlich nur noch alle 14 Tage, was eine Halbierung der Anzahl der Hörspielkritiken nach sich gezogen hat. Konstant geblieben ist nur die Ignoranz der Tagespresse. Eine vielgelobte Ausnahme, das „Radiotagebuch“ der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, wurde wegen der einbrechenden Werbeeinnahmen nach dem Platzen der Dotcom-Blase schon vor langer Zeit eingestellt. Deshalb hatten wir uns als Jury für das Hörspiel des Monats 2012 entschieden, ein eigenes WordPress-Blog aufzusetzen, das unsere Entscheidungen dokumentieren und zusätzliche Rezensionen zu den nominierten Stücken anbieten sollte. Leider hat nur die Jury des Jahres 2014 diese Arbeit fortgesetzt. Das Blog ist dann in anderer Form in dieser Seite hoerspielkritik.de aufgegangen.

    Seinen kritischen Resonanzraum hat das Hörspiel weiterhin vorwiegend im Radio selbst, auch wenn es dort kaum dedizierte Sendeplätze dafür gibt. Und damit kommen wir zu einem weiteren Problem. In keinem künstlerischen Bereich können sich die Produzenten ihre Kritiker direkt oder indirekt selbst aussuchen – außer beim Hörspiel. Die Juroren, die das Hörspiel des Monats bestimmen können, werden vom gastgebenden Sender vorgeschlagen. Ohne die ARD gäbe es keine Kritikerrunde auf den Karlsruher Hörspieltagen und keine Jury des Deutschen Kinderhörspielpreises. Im Prinzip ist das sogar zu verstehen: „Wer soll’s denn machen, wenn wir’s nicht machen?“ ist die implizite Frage, die sich die Verantwortlichen gestellt haben.

    Allzu häufig aber war die Antwort auf diese selbstgestellte Frage, nicht etwa, in die Tiefe zu gehen, sondern in die Breite. Statt Fachkritiker holte man sich lieber Berühmtheiten aus dem Kulturbetrieb in die Jurys. Fernsehproduzenten und Zeitungsredakteure waren dabei, ebenso wie Literatur-, Theater-, Film-, Musik- oder Medienwissenschaftler. Für viele hat sich dabei mit dem Hörspiel eine neue Welt aufgetan, die sie meist engagiert erkundeten. Doch auf die Dauer hat es sich nicht als gute Idee erwiesen, einen Architekturwettbewerb von wechselnden Landschaftsgärtnern und Stadtplanern entscheiden zu lassen, die auch eine Meinung dazu haben, wie ein schönes Gebäude auszusehen hat.

    Unteridische Verbindungen

    In der Installation zum Hörspiel „Die Stimme des Hörers“ hat Eran Schaerf ein Testbild projizieren lassen. Ein Bild also, mit dessen Hilfe man die technischen Parameter von Sender, Übertragungsweg und Empfänger überprüfen konnte. Das Zentrum dieses Testbildes blieb frei und enthielt, so Schaerf, eine „Leerstelle für nicht-technische Daten“. Dieser Raum des Poetischen wäre ohne die technische Rahmung, zu der auch die institutionellen Rahmenbedingungen, die Normierungen und Formatierungen gehören, nicht existent. Sich dieser medialen Bedingungen bewusst zu sein, ist nicht nur das Kennzeichen eines guten Hörspiels, sondern vor allem die Voraussetzung einer Medien- und hier im Besonderen einer Hörspielkritik, die sich selbst und ihren Gegenstand ernst nimmt.

    Von diesem Standpunkt aus lässt sich dann auch eine unterirdische Verbindung zwischen den beiden Hörspielen des Jahres herstellen, an deren Auszeichnung ich mitwirken durfte. Beide sind sich ihrer medialen Verortung sehr bewusst, das eine unter einem Himmel voller Frequenzen, das andere in einem mythischen Raum am Ursprung des Medialen. Beide Stücke befinden sich an den äußersten Punkten einer Skala, die am einen Ende eine maximal distanzierte, spröde Eleganz vermerkt und an deren anderem Ende eine Einladung zum Tanz auf einer Welle maximal eckiger Klänge notiert ist. Für beide Stücke gilt der Satz, den Rafik Will anlässlich der Auszeichnung von Felix Kubins Hörspiel „Orphée Mécanique“ geprägt hat: Wenn alles Sagbare gesagt ist, muss das Denkbare vertont werden.

     

     Seismographie des Hörspiels. 40 Jahre Hörspiel des Monats 1977–2017, 30 Jahre Hörspiel des Jahres 1987–2017 Hrsg.: Christoph Buggert, Deutsche Akademie der darstellenden Künste. München (belleville Verlag Michael Farin) 2017.  [ISBN 978-3-946875-21-5]
    Seismographie zum Hören? Hier! #DieStimmeDesHörers #EranSchaerf #FelixKubin #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #Hörspielkritik #JochenMeißner #OrphéeMécanique