@leiseslaermen Okay, ich höre mir mal was Neues an. Vielleicht ist ja das #HörspielDesJahres 2026 für den #OhrCast von @olaf dabei. Habe bisher nicht mal genug gehört, um die Shortlist vollzubekommen. Ist aber ja auch erst Halbzeit! 😉
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@phantastiknews Das #Hörspiel hat mir tatsächlich ganz gut gefallen. Kommt auf jeden Fall in meine Shortlist fürs #HörspielDesJahres 2026 - wobei das noch einige schaffen können, da ich nicht mal ein halbes Dutzend bisher gehört habe. 😂
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„Wenn Kunst politisch sein muss“ – Das Hörspiel des Jahres 2025
Das Dokumentarhörspiel „Auch wenn es dunkel ist“ von Sharon On und Dirk Laucke ist Hörspiel des Jahres 2025. Die Verleihung in Leipzig zeigt den Wandel der deutschen Hörspielszene.
Sebastian Krumbiegel. Bild: Anemone Geißler (DADK)
Als Sebastian Krumbiegel sich im Richard-Wagner-Saal der Kongresshalle am Zoo in Leipzig an den Stutzflügel setzte und „Die Demokratie ist weiblich“ zu singen begann, war das der Auftakt zur 39. Verleihung des Hörspiels des Jahres an Sharon On und Dirk Laucke für ihr dokumentarisches Hörspiel „Auch wenn es dunkel ist – Berichte vom 7. Oktober“ (Kritik hier). Seit 1987 wird das „Hörspiel des Jahres“ von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (DADK) ausgelobt. Krumbiegel kündigte einen politischen Abend an, an dem gezeigt werden sollte, „dass Kunst und Kultur in diesen bewegten Zeiten nicht nur politisch sein darf, sondern politisch sein muss.“ Der Sänger der Band „Die Prinzen“ war nicht für die musikalische Untermalung eingeladen, sondern zusammen mit der Drehbuchautorin Laila Stieler einer der beiden Juroren des Wettbewerbs, dessen Preis am 20. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse verliehen wurde.
Das Hörspiel des Jahres wird aus den Hörspielen des Monats gewählt, von denen es 2025 aber nur zehn statt zwölf gab. Zum einen lag das am Umbau der Hörspielabteilungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die zu einer virtuellen Gemeinschaftsredaktion vereinigt wurden, zum anderen an der – von der ARD euphemistisch „Sommerfestival“ genannten – abendlichen Zusammenschaltung ihrer Kulturprogramme, sodass es in dieser Zeit kaum Hörspiel-Premieren gibt. Im Januar und Februar wurde das Hörspiel des Monats nicht vergeben, was den positiven Nebeneffekt hatte, dass die Wiederholung des Preisträgerstücks auf dem samstäglichen Hörspieltermin des Deutschlandfunks (DLF) nicht mehr mit dreimonatiger Verzögerung, sondern immer am ersten Samstag des Folgemonats erfolgt.
Die Einreichungen kamen von acht deutschen Landesrundfunkanstalten, dem Deutschlandradio sowie vom Schweizer Radio (SRF) und dem Österreichischen Rundfunk (ORF). Der Westdeutsche Rundfunk (WDR), einst die Referenzanstalt für Hörspielkunst, mag sich dem Wettbewerb nicht mehr stellen und hat sich zurückgezogen. Statt nur die Ursendungen im jeweiligen Monat zu berücksichtigen, werden die Hörspiele jetzt gesammelt, sodass das Hörspiel des Monats Dezember nicht mehr im Dezember seine Ursendung haben muss, sondern die Jury auf den gesamten Fundus des Jahres zurückgreifen kann.
Arrangierte EheSharon On, Dirk Laucke. Bild: Anemone Geißler (DADK)
Laila Stieler charakterisierte die von drei auf zwei Mitglieder verkleinerte Jury als eine vom gastgebenden Sender, dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), gestiftete „arrangierte Ehe“, der sie einiges abgewinnen konnte. Wer darin Effi Briest und wer Baron von Instetten war, änderte sich immer wieder, so Ko-Juror Sebastian Krumbiegel. Die beiden diagnostizierten im aktuellen Jahrgang ein besonderes Gewicht an dokumentarischen Stücken und waren sich schnell einig, dass „Auch wenn es dunkel ist“ ihr Hörspiel des Jahres sein würde.
Nach den Auszeichnungen für „Srebrenica – Ich zählte mein Leben nur noch in Sekunden“ von Armin Smailovic und Branko Simic, „Der Afrik“ von Sven Recker, „NIEWIEDERGUT oder Darf jetzt wirklich ein Jude der König von Bayern sein“ von Diana von Suffrin oder „Der Gebrauch des Menschen“ von Aleksandar Tisma, konnte man damit rechnen, dass ein explizit politisches Stück das Rennen machen würde. Es ist das am wenigsten „hörspielhafte“ Stück geworden – eines, das seine akustischen Mittel sehr behutsam einsetzt hat. So war denn auch in der Laudatio auf das Stück kaum etwas zur künstlerischen Umsetzung des Stoffes zu hören. Die Jury lobte die Details der Erzählungen, die kluge Auswahl und Zusammenstellung der Berichte aus unterschiedlichen Perspektiven und den mitfühlenden Blick.
Dass im Hörspieljahr 2025 dabei artistisch-musikalische Stücke wie die von Heiner Goebbels („Die Orakelmaschine“) oder Felix Kubin („Flow – Beyond Baroque and Words“) hinten herunterfielen, ist ein bisschen schade. Ebenso, dass innovative Serien wie „Die Ästhetik des Widerstands“ von Fabian Saul oder „Das Orakel spricht“ nach der Graphic Novel von Liv Strömquist es nicht aufs Monats-Podium schafften.
Zartes, aber beständiges Blühen
Zwanzig Stücke kamen vom Deutschlandradio (5 vom DLF, 15 von DLF Kultur), zwölf vom Südwestrundfunk, jeweils neun vom Bayerischen Rundfunk und dem Österreichischen Rundfunk, sieben vom Rundfunk Berlin Brandenburg, jeweils sechs vom Hessischen Rundfunk und vom Norddeutschen Rundfunk, vier vom Schweizer Radio und Fernsehen, drei vom Mitteldeutschen Rundfunk, zwei von Radio Bremen und eins vom Saarländischen Rundfunk. Das macht insgesamt 79 Einreichungen, wobei Serien, von denen maximal drei Folgen eingereicht werden dürfen, als eine Einreichung zählen. Geht man von einer Ursendung pro Monat aus (was diverse Rundfunkanstalten sich nicht mehr leisten wollen), wären 144 Stücke möglich (mit dem WDR wären es sogar 156 Stücke).
Barbara Schäfer. Bild: Anemone Geißler (DADK)
„Die Kompetenz für guten Sound und eigenwillig erzählte Geschichten blüht überall – zart, aber beständig“, attestierte Akademiemitglied Barbara Schäfer, ehemalige Kulturchefin beim Deutschlandradio in Köln, dem Hörspiel im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das Hörspiel befände sich in einem großangelegten Wandlungsprozess mit offenem Ausgang, so Schäfer weiter. Das Hörspiel heute müsse auch für KI-Suchen auffindbar gemacht werden; Formate, die im Digitalen funktionieren, müssten entwickelt werden, und man bemühe sich um eine Portfoliosteuerung, die neue Hörerschichten gewinnt.
Schäfer kritisierte auch das „Wegbröseln“ traditioneller Förderungen und Preisauszeichnungen – unter anderem die „explizite Verkleinerung des Hörspiels“ beim „Deutschen Preis für Audiostories“, der bis 2024 „Hörspielpreis der Kriegsblinden“ hieß und seit 1952 für Hörspiele verliehen wurde, die state-of-the-art waren. Auch die ersatzlose Streichung des Deutschen Hörspielpreises der ARD 2024 gehört in diese Reihe des „Wegbröselns“.
2026 wird es wieder zwölf Hörspiele des Monats geben. Die Jury besteht dieses Jahr aus der Schriftstellerin Olga Grjasnowa und der Musikerin Mascha Qrella. Gastgebender Sender ist Deutschlandfunk Kultur.
Jochen Meißner – KNA Mediendienst 26.03.2026
#AuchWennEsDunkelIst #BerichteVom7Oktober #DirkLaucke #HörspielDesJahres #RBB #SharonOn -
Hörspiel des Jahres 2025 – Verleihung in Leipzig
Am Freitag, den 20. März 2026, um 19:00 Uhr wird im Richard-Wagner-Saal der Kongresshalle am Zoo Leipzig (Pfaffendorfer Straße 31, 04105 Leipzig) das von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (DADK) vergebene „Hörspiel des Jahres“ 2025 – „Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober“ von Sharon Otoo und Dirk Laucke – vorgestellt und geehrt.
Das Hörspiel wird in voller Länge präsentiert. Anschließend sprechen die beiden Preisträger Sharon Otoo und Dirk Laucke gemeinsam mit der Dramaturgin Juliane Schmidt (RBB) sowie den Juroren Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel. Die Moderation übernimmt Ingrid Wenzel. Der Eintritt ist frei.
Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober
von Sharon On und Dirk Laucke
Regie: Sharon On und Dirk Laucke
Regieassistenz: Dirk Leyers
Mit Berichten von: Sivan, Hamid Abu Arar, Asaf, Ofek und Raz Liwny, Nivi Ochana,
Adi Miara, Amit Soussana, Eli Sharabi, Yowel Sharvit, eines Sprechers von ZAKA,
Sethuli Nissanka, Ricarda Louk, Natalia Casarotti-Kalfa
Sprecher*innen: Sarah Maria Sander, Ariel Nil Levy, Raschid Daniel Sidgi, Tomer Lev Tov.
Kolja Podkowik, Sebastian Urzendowsky, Richard Barenberg, Jaron Löwenberg, Natascha
Manthe, Natalie Piu Mukherjee, Lilou Smart, Elisabeth Degen, Şiir Eloğlu, Philipp Jacob, Levi
Wessel
Ton: Peter Avar und Katrin Witt
Dramaturgie & Redaktion: Juliane Schmidt
Bei Recherche und Übersetzung halfen: Jaron Löwenberg, Tomer Lev-Tov, Shani Arnheim, Hila
Bitterman
Produktion: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) 2025
Länge: 62 Min.Die Begründung der Jury
Es sind die Details. Die kleinen Momente.
Ich muss pinkeln, sagt Sivan zu ihrem Bruder am Telefon. Geh nicht pinkeln, antwortet er. Ganze viermal schafft Fatma das Glaubensbekenntnis, erinnert sich Hamid. Beim fünften Mal stirbt seine Frau neben ihm auf dem Beifahrersitz. Yowel zieht Mor ihren Pullover an, damit er nicht friert. Obwohl er längst kalt ist, längst tot. Obwohl sie weiß, dass er tot ist, will sie nicht, dass er friert. Das Bewusstsein ist nicht dafür geschaffen, die Realität des Todes anzunehmen. Nicht so. Nach und nach vielleicht. Irgendwann. Vielleicht auch nie. Für Yowel wird Mor immer lebendig sein. Ihr Liebster, gerade einen Monat lang ihr Mann. Erschossen.Ein Hörspiel kann Tote nicht wieder lebendig werden lassen. Oder doch? In der Fantasie? Sharon On und Dirk Laucke lassen Zeugen des 7. Oktober 2023 berichten über das, was ihnen widerfahren ist. An diesem Tag überfällt die Terrormiliz Hamas vom Gazastreifen aus Israel. Ihr Ziel sind israelische Wohnorte, Städte und Kibbuzim, und das Supernova-Musikfestival. Die Zeugen berichten sachlich, fast karg. Sie schildern Abläufe, Vorgänge. Sivan bleibt im Schutzraum und pinkelt auf einen Kissenbezug, damit sich der Urin nicht überall verteilt. Hamid gräbt eine Grube für Baby Elias, damit es nicht von den Kugeln der Hamas getroffen wird, die über sie hinwegzischen. Yowel drückt ein letztes Mal Mors Hand.
Klug ausgewählt und zusammengestellt sind diese Berichte. In fünf Kapiteln erleben wir diesen Tag aus verschiedenen Perspektiven. Da sind die Bewohner der Kibbuzim, die Besucher des Supernova-Festivals, der arabischer Landwirt, eine Pflegekraft aus Sri Lanka, Polizeibeamte und ein Sprecher der ZAKA, einer ehrenamtlichen Organisation zur Identifizierung von Katastrophenopfern. Die Wucht ihrer Erzählungen steigert sich ins nahezu Unerträgliche.
I‘ve come back from hell. I returned to tell my story, sagt Eli, dessen Familie ermordet wird und der
über ein Jahr und vier Monate in Geiselhaft ist. Mir erschienen diese 55 Tage Geiselhaft wie eine Ewigkeit, sagt Amit, die gekidnappt und von den Entführern vergewaltigt wird. Wir enden bei Natalia, der Köchin, die ihren Sohn verliert: Ich hatte die Wahl, ob ich den Rest meines Lebens im Bett bleibe oder losgehe. Sie legt auf. Als DJane. In Gedenken an ihren Sohn spielt sie am Schluss des Hörspiels sein Lied „Like a Wildflower“. Das ist kein Trost und auch keine billige Hoffnung, aber ein kraftvoller Moment, mit dem uns die Autoren aus diesem Stück entlassen.Was muss es für eine Arbeit gewesen sein, die Interviews mit den Betroffenen zu führen, sich deren Berichte anzuhören? Auszuwählen? Sich den schlimmen Situationen immer wieder auszusetzen, sich nicht darin zu verlieren und dennoch einen mitfühlenden Blick zu behalten? Sie geben den Opfern, den Misshandelten, Vergewaltigten, Traumatisierten, Verletzten, Toten ihre Stimme und ihre Würde zurück.
Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch Juliane Schmidt, der Redakteurin. Für ihre dramaturgische Leistung. Und für ihren Mut.
Sobald von israelischen Opfern die Rede ist, wird heute in deutschen Medien geradezu reflexhaft auch an die Toten in Gaza erinnert. Als müsse man abwiegeln, einen Ausgleich suchen. Das Hörspiel tut dies nicht. Und das ist wohltuend. Denn so einfach ist es nicht. Was am 7. Oktober 2023 passiert ist, ist nicht einfach nur Krieg. Es gibt Wörter, aber sie bleiben unscharf. Grausam, barbarisch, unmenschlich … Bleiben Wörter. Angesichts dessen. Straße und jubeln. Ein Mann spuckt auf sie. Warum tun Menschen das?
Da lässt es sich leicht aus unserer Entfernung von Zweistaatenlösung reden. Sie werden nicht gehen und wir auch nicht, sagt Natalia. Aber wie soll ein Zusammenleben funktionieren? Verzeihen und vergeben? Wie genau soll das denn möglich sein? Nichts beschönigen, Fragen aufwerfen, nicht sofort eine Antwort parat haben. Genau hinschauen. Nicht anklagen und interpretieren. Einfach zeigen. Das ist so viel. Das ist das Hörspiel des Jahres.
Laila Stieler, Sebastian Krumbiegel
Zum Inhalt: Am frühen Morgen des 7. Oktober 2023 überfiel die Terrormiliz Hamas den Süden Israels. Ihr Ziel waren jüdische Wohnorte, Städte und Kibbuzim und das Supernova-Musikfestival. Die Hamas beschoss das Gebiet mit Raketen, feuerte auf die Gäste des Festivals, drang in Wohnhäuser und Militärstützpunkte ein, folterte, vergewaltigte und tötete – ihr Ziel waren Juden und Jüdinnen und Israelis gleich welcher Zugehörigkeit. 1200 Menschen starben, 240 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. In fünf Kapiteln erzählen Menschen von dem, was sie an diesem Tag erlebt haben, was sie mitansehen mussten, was ihnen selbst geschah oder ihren Angehörigen. Sie erzählen davon, wie sie nach diesen Erfahrungen von Gewalt, Verlust und Trauer weiterleben.
(Kritik hier)Das Hörspiel des Monats / des Jahres ist eine Initiative, die gemeinsam mit ARD, DLR, ORF und SRF dieser Kunstform ein eigenes Forum gibt und reihum in Kooperation mit den Sendern seit 1977 durchgeführt wird. Eine von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingesetzte Jury wählt Monat für Monat aus den Ursendungen die nach ihrer Meinung beste Produktion. Aus 12 „Hörspielen des Monats“ wählt dieselbe Jury das „Hörspiel des Jahres“. Das Preisträgerstück war Hörspiel des Monats November 2025.
#DirkLaucke #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #RBB #ShaonOn -
Habe auch noch entdeckt, dass #Audioquants selbst auf die Nominierung von "Random" zum #HörspielDesJahres 2025 beim #OhrCast von @olaf hingewiesen hat. Das macht's noch mal spannend, ob's was gebracht hat. Ist zumindest das einzige der 10 Hörspiele aus der Shortlist, das ich mal vorgestellt habe: https://der-hoerold.blogspot.com/2025/06/random-hoerspiel.html
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@uehmche Interessant! "Auch wenn es dunkel ist" hat es beim #OhrCast nicht in die Shortlist zum #HörspielDesJahres 2025 geschafft. So unterschiedlich bewerten die Leute das. Ich habe es (noch) gar nicht gehört, wie da der Überfall der islamistischen Hamas vom 7. Oktober 2023 verarbeitet wird.
Bin aber gespannt, wer am Ende das Rennen hier im anderen Wettbewerb macht. Sind durchaus auch ernste Themen dabei. Die Abstimmung ist aber schon beendet: https://www.hoerspieltipps.net/ohrcast2025shortlist.html
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Hallo @andreas_voellinger wie geht's? Recherchiere gerade ein bisschen zur #Hörspielbubble bei Mastodon und habe mal geschaut, wie dein Bezug dazu ist. Dabei ist mir aufgefallen, das zwar (d)ein #Hörspiel zu #Novelmore und das zu #HanniUndNanni auf der "very long list" vom #OhrCast waren, aber das zu #Eldrador scheinbar nicht. Wäre aber wahrscheinlich auch nicht #HörspielDesJahres geworden, oder? #BitteLächeln #Zwinkersmiley
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@HerrKlamauk Klingt gut! Kennst du das #Hörspiel "Random - A.I. is watching you"? Da ist der Kontrollverlust allgegenwärtig. Ist auch in der #BlogsTopTen2025 fürs #HörspielDesJahres beim #OhrCast von @olaf gelandet. Ich würde / werde dafür abstimmen, nachdem es die #KobraVonKreuzberg nicht geschafft hat. Hier mehr zum Inhalt: https://der-hoerold.blogspot.com/2025/06/random-hoerspiel.html
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@olaf Also liebe #Hörspielbubble jetzt bitte (bis 4.2.2026) abstimmen!
Wenn ich das richtig sehe, ist das #Hörspiel zur #KobraVonKreuzberg und der True-Crime-Podcast "Gnadenlos", den @katze vorgestellt hat, in der Longlist zum #HörspielDesJahres beim #OhrCast gelandet.
Die zwei haben es ja auch bei mir in die #BlogsTopTen2025 geschafft. Kennt ihr also. Und wenn nicht ... https://der-hoerold.blogspot.com/2025/06/kobra-von-kreuzberg-hoerspiel.html
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@JogiDingenskirchen Oh ja, die #Audiothek bietet so viele tolle Sachen. Da war schon das eine oder andere #HörspielDesJahres vom #OhrCast dabei. Hier zu 2024 die Infos und das Ergebnis: https://www.hoerspieltipps.net/ohrcast2024dasergebnis.html
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@JuniorsWelt Erstmal gute Besserung! Vielleicht hast du ja auch ein #Hörspiel dabei gehabt, das auf der Longlist fürs #HörspielDesJahres 2025 steht. Ich kann ansonsten die Gaunerkomödie #KobraVonKreuzberg mit #Deutschrap Soundtrack nur von Frauen empfehlen. Hier kann jedenfalls noch beim #OhrCast abgestimmt werden: https://www.hoerspieltipps.net/ohrcast2025longlist.html
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RE: https://mastodontech.de/@olaf/115821057974746838
Das #HörspielDesJahres muss hier auch noch ein bisschen gepusht werden. Ich freu mich drauf. Wer aus der #Hörspielbubble stimmt auch mit ab?
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Hörspiel des Monats 2026 – Die Jury
Auf Vorschlag des Deutschlandradios als gastgebendem Sender hat die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK) für das Hörspiel des Monats / des Jahres 2026 zwei Jurorinnen berufen:
Olga Grjasnowa, geboren in Baku, Aserbaidschan, verbrachte längere Auslandsaufenthalte in Polen, Russland, der Türkei, den USA und Israel. Sie hat bislang einen Essay und fünf Romane veröffentlicht, zuletzt 2024 „Juli August September“. Ihre Werke wurden in 15 Sprachen übersetzt, fürs Radio und die Bühne adaptiert und verfilmt. Sie ist Professorin für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.
Masha Qrella, geboren in Ost-Berlin, war Mitbegründerin der Instrumentalbands Mina und Contriva, bevor sie 2002 mit „Luck“ ihre Solo-Karriere als Singer-Songwriterin begann. Seitdem veröffentlichte sie solo und im Kollektiv zahlreiche Platten, darunter 2009 „Speak Low“ mit Neuinterpretationen von Broadwayklassikern von Löwe und Weill sowie 2021 „Woanders“, eine genreübergreifende Produktion mit Texten von Thomas Brasch. Sie tourt international und komponiert für Film, Theater und Hörspiel.
Seit 1977 werden die Hörspiele des Monats von einer unabhängigen Jury gewählt. Die Jury wird von den Sendern gemeinsam mit der Akademie bestimmt. In den Wettbewerb kommen die von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland, dem Schweizer Radio (SRF) und dem Österreichischem Rundfunk (ORF) vorgeschlagenen Produktionen. Die Jury hört und beurteilt die eingereichten Hörspiele und wählt das interessanteste / bemerkenswerteste Hörspiel des Monats. Aus den zwölf ausgewählten Hörspielen wird seit 1987 das „Hörspiel des Jahres“ gewählt und in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.
Das Hörspiel des Jahres 2025 wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse am Freitagabend des 20. März 2026 ausgezeichnet. Juroren waren Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel.
#DADK #DeutscheAkademieDerDarstellendenKünste #HörspielDesJahres #HörspielDesMonats #MashaQrella #OlgaGrjasnowa -
@hoerspielkritik.de Das klingt so gut und spannend. Vielleicht ändert sich meine Wahl zum #HörspielDesJahres auf den letzten Metern doch noch. Was die #KobraVonKreuzberg retten könnte, ist die Sache, dass ich kaum noch Zeit zum Hören finden werde. 😉
https://der-hoerold.blogspot.com/2025/06/kobra-von-kreuzberg-hoerspiel.html
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@wasfuernronny Ich muss zugeben, dass ich keinen dieser Filme gesehen habe. Wahrscheinlich auch nicht sehen werde. Naja, vielleicht doch noch! 😉
"Amrum" von Fatih Akin fand ich sehr stark. Könnte Platz 1 sein. Ist aber auch der Film, den ich zuletzt gesehen habe. Müsste erst einmal nachdenken, was 2025 noch war. #HörspielDesJahres dagegen immer noch die #KobraVonKreuzberg ...wenn mir in der letzten Woche nicht noch ein krasser Knaller zu Ohren kommt.
https://der-hoerold.blogspot.com/2025/06/kobra-von-kreuzberg-hoerspiel.html
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Hörspiel des Jahres 2024
Im Auge des Sturms – Das Kapitol am 6. Januar 2021
von Maxi Obexer
Regie: Gerrit Booms; Regieassistenz: Julia Kiefer
Mit: Victoria Trautmannsdorff, Hans-Gerd Kilbinger, Claudius Steffens, Sabrina Ceesay, Enno Kalisch, Friederike Linke, Glenn Goltz, Mi Hae Lee
Besetzung: Ulrich Korn
Technische Realisation: Werner Jäger, Barbara Göbel
Dramaturgie: Isabel Platthaus
Produktion: WDR 2024
Ursendung: WDR 5, 07.01.2024, Länge: ca. 53‘Die Begründung der Jury
Das Hörspiel kann alles sein. Denn seine junge Geschichte schreibt ihm keine Tradition und keine geprägte Form vor. Jedes Projekt kann in alle Richtungen gehen, sich geschmeidig an andere Gattungen anlehnen oder nie Gehörtes hervorbringen. Wir haben im 100. Hörspiel-Jubiläumsjahr sinnreich mit Musik unterstützte Radioessays gehört, ein Radiomusical, Filme für die Ohren und vieles mehr. Dieses offene Feld ist ein kostbares Kreativlabor, wie sich eindrücklich zeigte, und wir wünschen dem Hörspiel und seinen „Zaubereien auf den Sendern“ eine reichhaltige und weiterhin überraschende Zukunft.
Wir haben uns für eine Produktion entschieden, die zwischen O-Ton-Reportage, politischem Essay und Krimispannung oszilliert. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir die Wahl auch unter dem Eindruck aktueller politischer Geschehnisse getroffen haben. Der 47. amerikanische Präsident ist mit seiner Amtseinführung im Januar 2025 als erster verurteilter Straftäter im Amt in die Geschichtsbücher eingegangen. Vier Jahre zuvor, im Januar 2021, nahm er bei den Geschehnissen rund um den „Sturm aufs Kapitol“ eine zentrale Rolle ein, als er seine Fans bei einer Kundgebung dazu aufrief, die Pennsylvania Avenue hoch zum Kapitol zu ziehen, um gegen den vermeintlichen Betrug nach seiner verlorenen Wahl zu demonstrieren.
Schrecken, Morddrohungen und Chaos sind die Folge, fünf Menschen sterben. Es tagt an diesem Tag der Kongress, um den letzten Schritt vor der Ernennung des neuen US-Präsidenten Joe Biden zu vollziehen: die Anerkennung der Wahlergebnisse, welche zuvor Gegenstand 50 verlorener Prozesse des Trump-Lagers waren. „Wir werden nie aufgeben“, sagt Donald Trump zu den Anhänger*innen, „wir werden nie eine Wahlniederlage anerkennen“.
Maxi Obexer hat die Geschehnisse als kinoreifes Politevent erkannt und daraus ein dokumentarisches Stück mit Pathos und Drive geformt. Es führt uns die Funktionsweisen und politischen Denkmuster eines Systems vor Augen, das sich anfällig für Bruchstellen zeigt. Sorgfältig hat sie die dokumentierten O-Töne der US-Abgeordneten zusammengesetzt, übersetzt und eingeordnet und fasst zusammen, wie sich die Stunden im Inneren des Machtzentrums dieser großen und mächtigen Demokratie dargestellt haben.
Entstanden ist ein Hörspiel, das, trotz seiner Bezugnahme auf ein vergangenes Ereignis ins Heute wirkt, indem es eindrücklich zeigt, in welch kurzer Zeit ein so wichtiges System von „funktionierend“ zu „dysfunktional“ kippen kann und wie Ordnung, Gesetze und Staatsgewalt von einem Moment zum nächsten in Chaos und Gewalt versinken. Das Ruder herumreißen können die Mitglieder des Kongresses, indem sie trotz aller Widerstände – von innen, durch Einsprüche gegen die Wahlergebnisse, von außen, durch randalierende Demonstranten – miteinander im Gespräch bleiben. Das Prozedere, das für die Ernennung des neuen Präsidenten nötig ist, muss absolviert werden und so holen die Politiker*innen die Demokratie zurück in den Saal, indem sie stoisch und bis mitten in die Nacht hinein „zurück an die Arbeit gehen“. Das alles lebt natürlich auch vom amerikanischen Pathos der Redebeiträge, der Leidenschaft, mit der hier Demokraten und Republikaner um ihr ganz eigenes Verständnis von Glanz und Vaterland streiten.
Dieses Hörspiel demonstriert die gefährliche Macht rhetorischer Manipulation und die Verantwortung politischer Führer für die Folgen ihrer Worte. Der Sturm auf das Kapitol verdeutlicht die tiefe Spaltung einer Gesellschaft und die Fragilität demokratischer Prozesse, selbst in etablierten Demokratien. Maxi Obexer hat geschafft, nicht nur die historische Vorlage als dankbare Dramaturgie zu erkennen und zu nutzen, sondern sie so zusammenzustellen, dass die Essenz der Ereignisse zugespitzt, auf den Punkt gebracht und greifbar wird. Nicht nur das empörende Skandalon wird erlebbar, sondern auch die Kraft der vernünftigen Verständigung in demokratischen Prozessen. Und diese Lektion – so scheint uns – haben wir in der kommenden Zeit bitter nötig. Deshalb wird „Im Auge des Sturms“ Hörspiel des Jahres 2025.
Im Auge des Sturms – Das Kapitol am 6. Januar 2021
Die dreiköpfige Jury bestand aus Clara Gauthey (Kulturredakteurin beim Bieler Tagblatt), Claude Pierre Salmony (Hörspielredakteur, -dramaturg, -regisseur) und Maria Ursprung (Dramatikerin, Regisseurin, Co-Leiterin des Theater Marie).
Preisverleihung
Am Freitag 21. Februar 2025 findet die Preisverleihung zum Hörspiel des Jahres im Kino Rex in Bern statt. Die Auszeichnung der DADK wird im Rahmen des SONOHR Festivals verliehen.
Ort: Kino Rex, Schwanengasse 9, CH-3011 Bern
Termin: Freitag, 21.02.2025, 19.30 Uhr Festivalbeginn SONOHR,
20.30 Uhr Apéro,
21-22.15 Uhr Preisverleihung Hörspiel des Jahres 2024.
Das Hörspiel wird in Gänze zu hören sein.Die Hörspiele des Monats 2024:
Januar: Maxi Obexer: Im Auge des Sturms – Das Kapitol am 6. Januar 2021 (WDR)
Februar:Erwin Koch: Fünf beste Tage (SRF)
März: Wilhelm Genazino: Nie! Nie! Nie! (SWR)
April: Alexander Kluge: Der Stein in der Tasche (BR)
Mai: Luise Voigt: Raumzeit (HR/DLF Kultur)
Juni: Tucké Royale: Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet (RBB)
Juli: Leonie Lorena Wyss: Blaupause (NDR)
August: Ephraim Kishon und Friedrich Torberg: Mein Sohn, Nephew und Bács! (ORF)
September: Jana Scheerer: Die Rassistin (MDR)
Oktober: Maxim Biller: Kein König in Israel (SWR)
November: Gesche Piening: Die Könige spielen die anderen (DLF Kultur)
Dezember: Gesche Piening: Sei unser sicher sicher von#2024 #HörspielDesJahres #ImAugeDesSturmsDasKapitolAm6Januar2021 #MaxiObexer #WDR
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Hörspiel des Monats 2025 – Die Jury und Neuausrichtung
Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (DADK) wird ihre Initiative „Hör-spiel des Monats“ (seit 1977) und „Hörspiel des Jahres“ (seit 1987) ab 2025 neu ausrichten. Die Auszeichnung wird vom monatlichen Rhythmus der Ursendungen entkoppelt. Der Deutschlandfunk, der das Hörspiel des Monats bisher mit dreimonatiger Verzögerung jeweils am ersten Samstag des Monats um 20.05 Uhr ausstrahlte, wird das weiterhin tun – nur ohne die Verzögerung. Das letzte Hörspiel des Monats vom Dezember 2024 wird am 1. März gesendet. Im Jahr 2025 wird es also nur neun statt zwölf Hörspiele des Monats geben.
Außerdem wird es nur noch zwei statt drei Juroren geben, die wie bisher im jährlichen Wechsel von einem „gastgebenden Sender“ nominiert werden. 2025 sind dies Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel, gastgebender Sender ist der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Der Westdeutsche Rundfunk, der schon bei der Abschaffung des Deutschen Hörspielpreises der ARD eine unrühmliche Rolle gespielt hat (Interview mit Martina Müller-Wallraf im WDR-5-Magazin „Scala“ vom 27.3.24, ab Minute 14:00), ist aus dem Wettbewerb ausgestiegen. Damit können Produktionen des WDR nicht mehr als Hörspiele des Monats oder als Hörspiel des Jahres ausgezeichnet werden.
Hier die Dokumentation der Pressemitteilung der DADK vom 13. Dezember 2024.
„Die Veränderungen in den Sendeanstalten, die Gründung einer ARD-weiten Gemeinschaftsredaktion Hörspiel und die für das Hörspiel im Mittelpunkt stehenden digitalen Ausspielwege, machen ein Umdenken und eine Anpassung an die veränderte Situation erforderlich“, so Barbara Schäfer, die als Mitglied des Akademiepräsidiums für diese Kunstsparte verantwortlich zeichnet. „Gleichzeitig gibt es in der Akademie und mehr-heitlich auch in den Hörspielredaktionen ausdrücklich den Wunsch, dem Hörspiel als Kunstform in der Darstellenden Kunst weiterhin besondere Aufmerksamkeit zu zollen.“
Seit 1977 richtet die Akademie den Wettbewerb zum Hörspiel des Monats aus, seit 1987 das Hörspiel des Jahres. Zunächst auf die Landesrundfunkanstalten und Deutschlandradio als einreichungsberechtigte Sender beschränkt, kamen 2019 SRF und ORF hinzu. Ab 2025 werden diese Beteiligten nun ohne den WDR, der nicht mehr teilnehmen wird, um die Auszeichnung konkurrieren.
Bereits in den letzten Jahren hat sich abgezeichnet, dass die Anzahl der Einreichungen zurückgeht und von Monat zu Monat sehr stark schwanken kann. Die bisherige Beschränkung einer einmaligen Einreichung bei Erstausstrahlung macht zudem im Zeitalter von Audiotheken immer weniger Sinn. So hat sich die DADK entschieden, einen Jahrgangspool der Hörspielproduktionen einzurichten, der von den Redaktionen ohne Einschränkung auf Anzahl oder Sendedatum ganzjährig befüllt wird.
Es können Einzelhörspiele, max. 3-teilige Mehrteiler und von Serien max. 3 Teile einer Staffel eingereicht werden. Eine zweiköpfige Jury wird zukünftig daraus monatlich ein Hörspiel des Monats auswählen. Ausgezeichnet werden die Hörspielschaffenden, also Autor:innen, Regisseur:innen, Sprecher:innen, Komponist:innen.
Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste sichert damit die Fortsetzung einer Hörspielauszeichnung und bekennt sich ausdrücklich zu dieser Kunstsparte. „Nach der Abschaffung des Deutschen Hörspielpreises der ARD und der Aussetzung des Hörspielpreises der Kriegsblinden für 2024 setzen wir ein wichtiges Signal“, sagt Barbara Schäfer.
Das neue Verfahren gilt ab März 2025, wo die beiden neuen Jurymitglieder, der Musiker Sebastian Krumbiegel und die Drehbuchautorin Laila Stieler, beim Gastgeber MDR im zweimonatigen Rhythmus zum ersten Mal über das Hörspiel des Monats und zum Jahresende auch über ein Hörspiel des Jahres entscheiden werden.
Auf die Juryarbeit 2025 freuen sich:
Laila Stieler, geboren 1965 in Neustadt an der Orla, lebt in der Uckermark. Sie ist Drehbuch- und Hörspielautorin, Dramaturgin und Filmproduzentin. Sie ist die Verfasserin bzw. Mitverfasserin u.a. zahlreicher Drehbücher zu den Filmen von Andreas Dresen. Nach dem Abitur arbeitete sie bei „Elektrokohle Lichtenberg“, absolvierte ein Volontariat beim Fernsehen der DDR und studierte bis 1990 Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Babelsberg.
Seit 1988 erhalten ihre Arbeiten und Produktionen zahlreiche Auszeichnungen wie den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, den Adolf-Grimme-Preis in Gold, den Goldenen Löwen, den Silbernen Bären der Berlinale, den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen und den Bayerischen Fernsehpreis.Zu ihren beim Publikum sehr bekannten Arbeiten gehören „Gundermann“, „In Liebe, Eure Hilde“, „Lola“, „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“, „Tina mobil“. Laila Stielers Hörspiele entstanden 2012-2024 in Zusammenarbeit mit dem RBB und der Hörspielregisseurin Judith Lorentz: „Ick bin nu mal Friseuse“, „Die Lehrerin“, „Vergesst mich nicht“ nach Motiven des Buches „Schmerzliche Heimat“ von Semiya Simsek und Peter Schwarz, „In Liebe, Eure Hilde!“.
Sebastian Krumbiegel, geboren 1966 in Leipzig, lebt in seiner Heimatstadt und ist als Solokünstler und Autor aktiv. Mit der Band „Die Prinzen“ wurde Sebastian Krumbiegel zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Popstars. Er stammt aus einer hochmusikalischen Familie, besuchte die Thomasschule zu Leipzig, sang im Thomanerchor und gründete schon vor dem Abitur 1981 mit Wolfgang Lenk die Rockband „Phoenix“. Nach dem Armeedienst studierte Krumbiegel an der Leipziger Musikhochschule Schlagzeug und Gesang. „Die Prinzen“ wurden weithin bekannt u.a. mit den Singles „Millionär“, „Gabi und Klaus“ und „Mein Fahrrad“.
2017 erschien Sebastian Krumbiegels Buch „Courage zeigen – warum ein Leben mit Haltung gut tut“, es folgten Lesungen u.a. mit Gregor Gysi u.a. und Auftritte mit den Rappern Eko Fresh und MoTrip. Krumbiegel engagiert sich in seiner Heimat u.a. für das Jugendfestival LEIPZIG. COURAGE ZEIGEN und als Unterstützer der Amadeu Antonio Stiftung. 2024 veröffentlichte er das Buch „Meine Stimme. Zwischen Haltung und Unterhaltung“. Für sein soziales Engagement wurde er u.a. mit dem Humanismus-Preis des Deutschen Altphilologenverbandes und dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Auch erhielt er den Bambi in der Sparte Musik National.
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Im Raum des Poetischen
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Wettbewerbs ‚Hörspiel des Monats‘ und des 30-jährigen Bestehens der Wahl ‚Hörspiel des Jahres‘ ist Ende vorigen Jahres der Sammelband „Seismographie des Hörspiels“ erschienen (380 Seiten, Belleville Verlag Michael Farin). Das Buch enthält Texte von rund 80 Autorinnen und Autoren zu der Kunstform, die das Medium Radio originär hervorgebracht hat, und eine ausführliche Dokumentation über den Wettbewerb, der von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste veranstaltet wird, die auch Herausgeberin des Sammelbandes ist. Hier eine leicht modifizierte Version meines Textes. Ein anderer von Thilo Reffert findet sich hier.
Eine Leerstelle für nicht-technische Daten – Über Hörspielkritik
von Jochen Meißner
„Wir lassen uns doch nicht von Kritikern unser Programm vorschreiben“, war die empörte Reaktion aus einer Hörspielabteilung, als wir zwei Hörspielkritiker, Frank Kaspar und ich, dieser Redaktion eine Serie über Arbeitswelten im Hörspiel vorgeschlagen hatten – so wurde es uns jedenfalls hinterbracht. Wir hatten vor, zu den einzelnen Stücken erläuternde Essays zu schreiben, die zusammen mit ergänzenden Hörspielausschnitten Analysen, Kontexte und O-Töne liefern sollten. Aus der Serie wurde also nichts, aber Ulrike Brinkmann, Dramaturgin bei Deutschlandradio Kultur (heute: Deutschlandfunk Kultur), ließ uns dann für ihren Feiertagstermin am 1. Mai eine 90-minütige Sendung produzieren, in die wir alles reinpackten, was eigentlich eine vierteilige Serie hätte werden sollen.
Der thematische Längsschnitt durch die Hörspielgeschichte begann mit den ersten Arbeiter- bzw. Arbeitslosenhörspielen aus der frühen Rundfunkgeschichte von Hermann Kasack und Karlaugust Düppengießer. Wir machten unter anderem Station in der frühen DDR bei Inge und Heiner Müller sowie in der Bundesrepublik der 1970er Jahre bei Erika Runge und Lisa Kristwaldt. Unsere Werkschau endete mit Stücken von René Pollesch, Gesine Danckwart und Kathrin Röggla aus dem gegenwärtigen deregulierten und globalisierten Kapitalismus. Den intellektuellen Überbau dazu lieferten der ehemalige Unternehmensberater und bildende Künstler Armin Chodzinski und der Kulturwissenschaftler Joseph Vogl.
Die Sendung trug den einem Hörspiel von Hermann Kasack entlehnten Titel „Ich bin unterwegs zum Büro, ich bin unterwegs zu mir“ und machte hörbar, was Arbeitsverdichtung auch für den Rezipienten bedeuten kann: im besten Fall eine glückliche Erschöpfung. Und wenn schon nicht die dann doch wenigstens eine unterhaltsame Überforderung durch das Material und seine Aufbereitung. Man sollte sich bei seinen eigenen Stücken nie langweilen und sich außerdem nicht für schlauer halten als seine Hörer. Wer seine Ansprüche an das vermeintlich niedrigere Niveau des Publikums anpasst, hat schon verloren und außerdem ist das beleidigend für beide Seiten.
Kritiker machen Programm
Einen Termin allerdings gibt es, an dem sich eine Hörspielabteilung ihr Programm von Kritikern vorschreiben lässt. Es ist der erste Samstag im Monat, wenn der Deutschlandfunk das von der dreiköpfigen Jury der Akademie der Darstellenden Künste ausgewählte Hörspiel des Monats sendet. Damit haben die ausgewählten Stücke zumindest die Chance, Teil des kulturellen Gedächtnisses zu werden und sich nicht mit einer einmaligen Ausstrahlung versendet zu haben. Zusammen mit dem anschließenden Hörspielmagazin öffnet sich hier einer der wenigen Resonanzräume, in dem sich die Gattung Hörspiel ihrer selbst versichern kann.
Die Nominierungen zum Hörspiel des Monats sind ein harter Indikator für die Potenz des öffentlich-rechtlichen Hörspiels. Neun ARD-Landesrundfunkanstalten und das Deutschlandradio, also insgesamt zehn Sender, könnten in zwölf Monaten eigentlich insgesamt 120 Stücke nominieren – eine Zahl, die in den letzten Jahren nie erreicht wurde. Im Jahr 2015 waren es gerade mal 98 Stücke, die zur Wahl standen – und das nicht etwa, weil einzelne Sender schamhaft nicht auszeichnungswürdige Stücke zurückhalten würden, sondern weil sie in den betreffenden Monaten schlicht keine Neuproduktion vorzuweisen hatten. Und dabei handelt es sich nicht nur um die kleinen Sender, wie den Saarländischen Rundfunk (SR) oder Radio Bremen. Auch der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), immerhin eine Drei-Länder-Anstalt, fällt hier des Öfteren durch sogenannte Fehlanzeigen auf.
Alternative Fakten
In den beiden Jahren, in denen ich Teil der Jury zum Hörspiel des Monats sein durfte, 2002 und 2012, standen insgesamt 106 bzw. 100 Hörspiele zur Auswahl. Ohne zu viel aus der Jury-Arbeit auszuplaudern, kann ich sagen, dass wir (Sabine Wollwoski, Matthias Schümann und ich) im Jahr 2002 oft mit wechselnden Mehrheiten entschieden und mehrfach lobende Erwähnungen ausgesprochen haben. Bei einem waren wir uns jedoch sofort einig: welches Stück das Hörspiel des Jahres werden sollte. Es war die im Programm Bayern 2 ausgestrahlte Produktion „Die Stimme des Hörers“ des israelisch-stämmigen Künstlers Eran Schaerf (vgl. FK 4/03).
Eran Schaerf: Installation „Die Stimme des Hörers“. Bild: Adrian Sauer.
„Die Stimme des Hörers“ ist oberflächlich betrachtet ein sprödes und anstrengendes Stück. Zu hören war nur eine einzige Stimme. Eine Stimme, der zudem sämtliche Atmer weggeschnitten worden waren. Eine Stimme, die nicht einmal einem Schauspieler gehörte, sondern Peter Veit, dem Chefnachrichtensprecher des Bayerischen Rundfunks (BR). Der sprach nicht nur den „automatischen Moderator“ eines fiktiven Talkradiosenders, sondern auch dessen Anrufer und die Software, die den Sender steuerte. Wenn ein Anrufer versuchte, eine eigene Diskussion anzuzetteln, ersetzte die Software die Namen von Personen, Orten, Kriegen durch „Soundso“ oder fügte diesen Daten „Alternativen“ hinzu. 15 Jahre bevor Kellyanne Conway, Beraterin des seit Januar 2017 amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, den Begriff „alternative Fakten“ propagierte, war er hier schon durchdacht worden.
Meines Wissens gehörte „Die Stimme des Hörers“ im Folgejahr zu den am wenigsten wiederholten Hörspielen des Jahres überhaupt. Doch allmählich wuchs (auch in den Dramaturgien) die Erkenntnis, dass diesem konzeptuellen Stück eine enorme Welthaltigkeit innewohnt, die konkret mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt im Äther (Streitigkeiten um Sendefrequenzen) zu tun hatte, aber in ihrer genauen Reflexion medialer Verhältnisse eine viel größere Reichweite hat. Dieses einer geneigten Hörerschaft erklären zu können, wie bei der Hörspiel-des-Jahres-Preisverleihung in den Kammerspielen des Schauspiels Frankfurt, und zu spüren, wie sich Irritation in Erkenntnis verwandelte, gehörte zu den erfüllendsten Momenten in meiner Arbeit als Kritiker.
Dominiert wurde der Hörspieljahrgang 2002 von Serien und Mehrteilern: Fünfeinhalb Stunden „Baudolino“ von Umberto Eco (SWR/NDR), sieben Stunden „Prometheus“ von Franz Fühmann (MDR), neun Stunden „Moby Dick“ von Hermann Melville (BR) und als Krönung die 27 Stunden des Flüsse-Projekts des Hessischen Rundfunks – ein Abschiedsgeschenk für den in Pension gehenden HR-2-Hörspielchef Christoph Buggert, für das bei HR 2 das Pfingstwochenende für neun je dreistündige Features über die größten Ströme der Welt freigeräumt worden war.
Bei den Hörspielen des Monats des Jahres 2012 stellte sich die Situation ganz anders dar. Das längste Stück war mit 22 Stunden die Hörspieladaption des „Ulysses“ von James Joyce (SWR/Deutschlandradio Kultur). Der Rest Einzelstücke und ein paar wenige Zweiteiler. Berit Schuck, Rafik Will bildeten die Jury und wir entschieden übers Jahr hinweg weitgehend konsensual; nur beim Hörspiel des Jahres hatten wir diesmal ein Luxusproblem. Gleich vier Stücke erschienen uns preiswürdig, so dass wir zwei volle Jury-Sitzungen brauchten, um uns zu einigen. „Orphée Mécanique“ (Bayern 2) von Felix Kubin, „Und dann“ (Deutschlandradio Kultur) von Wolfram Höll, „Rotoradio“ (Deutschlandradio Kultur/WDR) von Ferdinand Kriwet und „Oops, wrong Planet!“ (Deutschlandfunk/WDR) von Gesine Schmidt waren in der engeren Wahl. Hörspiel des Jahres wurde schließlich die intelligente Fortschreibung des Orpheus-Mythos von Felix Kubin (Kritiki hier, Laudatio hier), aus der man außerdem einige Hitsingles hätte auskoppeln können.
Die Befreiung des Prometheus
Dass es Monate gibt, in denen eine Jury kein Stück für auszeichnungswürdig hält, kommt auch vor. In der 40-jährigen Geschichte des Wettbewerbs ‚Hörspiel des Monats‘ ist dies achtmal geschehen, erstmals im Juli 1982 und zuletzt im August 1998. Inzwischen ist es in den Statuten ausgeschlossen, den Preis nicht zu vergeben, wenn eine Mindestanzahl von Einreichungen vorliegt.
Der Oktober 1985 war ein Monat ohne Hörspiel-des-Monats. Am 3. Oktober jenen Jahres wurde im Programm HR 2 Kultur eine Koproduktion des Hessischen Rundfunks (HR) und des Südwestfunks (SWF) urgesendet. Ein „Hörstück in neun Bildern“, das den Ruhm seines Komponisten und Koautors in der Hörspielszene begründen sollte. Ein Stück, das den Hörspielpreis der Kriegsblinden und den Prix Italia bekommen sollte, und schließlich das Stück, das meine Leidenschaft für das Hörspiel entfacht hat: „Die Befreiung des Prometheus“ von Heiner Müller und Heiner Goebbels. Gehört habe ich das Stück erst viel später, als es im WDR-Hörfunk wiederholt wurde, und noch später fiel mir eine Schallplattenpressung in die Hände, die beim Kölner Label Riskant/Eigelstein erschienen war und auf der B-Seite das Hörspiel „Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten“ (HR) enthielt.
Heiner Müller / Heiner Goebbels: Die Befreiung des Prometheus. Riskant/Eigelstein 1986.Seitdem habe ich versucht, alles zu hören, was von Heiner Müller zu bekommen war. Das war nicht einfach, denn im Internet vor der Erfindung des World Wide Webs war nichts zu finden. Schon gar nicht etwas, das man mit einem 56K-Modem hätte herunterladen können. Im Jahr 1990 ergab sich erstmals die Gelegenheit, sämtliche Hörspiele Heiner Müllers zu hören. Dafür musste man sich allerdings physisch nach Frankfurt am Main begeben, wo im Rahmen des Festivals „Experimenta 6“ in einem Zelt vor der Alten Oper alle Heiner-Müller-Hörspiele vorgeführt wurden. Müllers 1962 unter dem Pseudonym Max Messer vom Rundfunk der DDR produzierte Kriminalhörspiel „Der Tod ist kein Geschäft“ war auch dabei.
„Die Befreiung des Prometheus“ ist noch ein Stück aus der analogen Tonbandzeit, als Sampler und Sequenzer in der Hörspielproduktion noch exotisch waren und man für seine akustischen Ideen die Mittel noch selbst entwickeln oder wenigstens die vorhandenen Geräte gegen ihre Gebrauchsanweisung benutzen musste. Im Zuge der Digitalisierung und des Internets herrscht ein Überfluss an Mitteln und, so könnte man meinen, auch der Resonanzraum für das Hörspiel habe sich entsprechend vergrößert. Was die Verfügbarkeit aktueller Hörspiele angeht, trifft das zu. Über die Downloadzahlen und Klicks der entsprechenden Portale wie des BR-Hörspielpools oder des WDR-Hörspielspeichers braucht man sich nicht zu beklagen. Im Angebot des öffentlich-rechtlichen Radios ist das Hörspiel alles andere als ein Nischenprodukt.
Resonanzräume des Hörspiels
Was aber die fundierte Auseinandersetzung mit dem Hörspiel angeht, spiegelt das Netz nur die Offline-Medienlandschaft wider, in der die Presse das Hörspiel – anders als Theater, Film oder Fernsehen – nur punktuell im Blick hat. Und wenn ein ahnungsloser Medienseitenredakteur mal ein Hörspielthema ins Blatt hebt (das Feuilleton fühlt sich offensichtlich für die Gattung nicht zuständig), dann kann man fast darauf wetten, dass da entweder ein „neuer Trend“ ausgerufen oder wahlweise eine „Renaissance des Hörens“ gefeiert wird – beides Formulierungen, die dringend auf den Index für Medienredakteure gesetzt werden müssten, zusammen mit dem Epitheton „renommiert“, mit dem der, so Klaus Ramm, „einstmals begehrte Hörspielpreis der Kriegsblinden“ für gewöhnlich apostrophiert wird.
Die ursprüngliche Idee, durch den Wettbewerb ‚Hörspiel des Monats‘ mittels der Institutionalisierung einer monatlichen Auszeichnung den Resonanzraum des Hörspiels zu erweitern, ist heute so richtig wie 1977. Allerdings haben sich die medialen Rahmenbedingungen geändert. Beispielsweise erscheint seit 2015 der 1953 als „Funkkorrespondenz“ gegründete Fachdienst „Medienkorrespondenz“, das Referenzorgan für Hörspielkritik, statt wöchentlich nur noch alle 14 Tage, was eine Halbierung der Anzahl der Hörspielkritiken nach sich gezogen hat. Konstant geblieben ist nur die Ignoranz der Tagespresse. Eine vielgelobte Ausnahme, das „Radiotagebuch“ der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, wurde wegen der einbrechenden Werbeeinnahmen nach dem Platzen der Dotcom-Blase schon vor langer Zeit eingestellt. Deshalb hatten wir uns als Jury für das Hörspiel des Monats 2012 entschieden, ein eigenes WordPress-Blog aufzusetzen, das unsere Entscheidungen dokumentieren und zusätzliche Rezensionen zu den nominierten Stücken anbieten sollte. Leider hat nur die Jury des Jahres 2014 diese Arbeit fortgesetzt. Das Blog ist dann in anderer Form in dieser Seite hoerspielkritik.de aufgegangen.
Seinen kritischen Resonanzraum hat das Hörspiel weiterhin vorwiegend im Radio selbst, auch wenn es dort kaum dedizierte Sendeplätze dafür gibt. Und damit kommen wir zu einem weiteren Problem. In keinem künstlerischen Bereich können sich die Produzenten ihre Kritiker direkt oder indirekt selbst aussuchen – außer beim Hörspiel. Die Juroren, die das Hörspiel des Monats bestimmen können, werden vom gastgebenden Sender vorgeschlagen. Ohne die ARD gäbe es keine Kritikerrunde auf den Karlsruher Hörspieltagen und keine Jury des Deutschen Kinderhörspielpreises. Im Prinzip ist das sogar zu verstehen: „Wer soll’s denn machen, wenn wir’s nicht machen?“ ist die implizite Frage, die sich die Verantwortlichen gestellt haben.
Allzu häufig aber war die Antwort auf diese selbstgestellte Frage, nicht etwa, in die Tiefe zu gehen, sondern in die Breite. Statt Fachkritiker holte man sich lieber Berühmtheiten aus dem Kulturbetrieb in die Jurys. Fernsehproduzenten und Zeitungsredakteure waren dabei, ebenso wie Literatur-, Theater-, Film-, Musik- oder Medienwissenschaftler. Für viele hat sich dabei mit dem Hörspiel eine neue Welt aufgetan, die sie meist engagiert erkundeten. Doch auf die Dauer hat es sich nicht als gute Idee erwiesen, einen Architekturwettbewerb von wechselnden Landschaftsgärtnern und Stadtplanern entscheiden zu lassen, die auch eine Meinung dazu haben, wie ein schönes Gebäude auszusehen hat.
Unteridische Verbindungen
In der Installation zum Hörspiel „Die Stimme des Hörers“ hat Eran Schaerf ein Testbild projizieren lassen. Ein Bild also, mit dessen Hilfe man die technischen Parameter von Sender, Übertragungsweg und Empfänger überprüfen konnte. Das Zentrum dieses Testbildes blieb frei und enthielt, so Schaerf, eine „Leerstelle für nicht-technische Daten“. Dieser Raum des Poetischen wäre ohne die technische Rahmung, zu der auch die institutionellen Rahmenbedingungen, die Normierungen und Formatierungen gehören, nicht existent. Sich dieser medialen Bedingungen bewusst zu sein, ist nicht nur das Kennzeichen eines guten Hörspiels, sondern vor allem die Voraussetzung einer Medien- und hier im Besonderen einer Hörspielkritik, die sich selbst und ihren Gegenstand ernst nimmt.
Von diesem Standpunkt aus lässt sich dann auch eine unterirdische Verbindung zwischen den beiden Hörspielen des Jahres herstellen, an deren Auszeichnung ich mitwirken durfte. Beide sind sich ihrer medialen Verortung sehr bewusst, das eine unter einem Himmel voller Frequenzen, das andere in einem mythischen Raum am Ursprung des Medialen. Beide Stücke befinden sich an den äußersten Punkten einer Skala, die am einen Ende eine maximal distanzierte, spröde Eleganz vermerkt und an deren anderem Ende eine Einladung zum Tanz auf einer Welle maximal eckiger Klänge notiert ist. Für beide Stücke gilt der Satz, den Rafik Will anlässlich der Auszeichnung von Felix Kubins Hörspiel „Orphée Mécanique“ geprägt hat: Wenn alles Sagbare gesagt ist, muss das Denkbare vertont werden.
Seismographie des Hörspiels. 40 Jahre Hörspiel des Monats 1977–2017, 30 Jahre Hörspiel des Jahres 1987–2017 Hrsg.: Christoph Buggert, Deutsche Akademie der darstellenden Künste. München (belleville Verlag Michael Farin) 2017. [ISBN 978-3-946875-21-5]
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