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#datenberge — Public Fediverse posts

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  1. Qualitätsmängel

    Die sinkende Qualität der Medienöffentlichkeit wird – leider – wie immer im Fussball besonders deutlich

    Parallel zur Ausbreitung eines faschismuskompatiblen Oligarchentums in Politik und Ökonomie (“KI/AI”) ist der heisse Scheiss im Fussball der Herren und der Damen die “Datenrevolution”. Hier ein Eindruck in einer Buchrezension von Fabian Kunow/Jungle World: Leistung vom Rauschen trennen – Die Entwicklung mathematischer Modelle für Spielerbewertung oder Vorhersagen ist Teil des Fußballgeschäfts geworden. Der Brite Ian Graham war hierin ein Pionier. Nun ist sein autobiographisch geprägtes Buch zum Thema auf Deutsch erschienen.”

    Nun will ich nicht bestreiten, dass Datensammlung und -analyse zum Handwerkszeug professioneller Fussballlehrer*innen gehört. Damit habe ich schon 1965 als achtjähtiger Fan begonnen. Als vom Internet noch niemand eine Ahnung hatte, verblüffte ich zusammen mit einem weiteren Gladbach-Fan den Nachbartisch einer Düsseldorfer Altstadtkneipe mit einem improvisierten Fussballquiz, bei dem wir auch alles Wesentliche über Fortuna wussten. Ob Smartphone-Nutzer*innen das heute noch hinbekommen würden, zweifle ich an; sie gucken alles nach. Okay, halb so schlimm.

    Wenn sich die Handelnden jedoch von der Marketingpropaganda der Daten-Dienstleister*innen hinter die Fichte führen lassen, werden Grenzen überschritten. Entscheidend im Fussball sind nicht die Daten, sondern das Team. Das Team kreiert und verhindert Torerfolge. Entscheidend is aufm Platz! Diese Erkenntnis breitete sich bereits in den 50er Jahren vom Ruhrpott ausgehend in der West-BRD wissenschaftlich aus.

    Was ist ein Team? Ein sehr komplizierter psychologischer Mechanismus von weit mehr als 11 Individuen (+ Ersatzbank, plus Nichteingesetzte, plus zahlreiche Betreuer*innen, plus Familienangehörige/Lebenspartner*innen), die den inneren Antrieb, das Selbstvertrauen, den Mut einer*s Spieler*in hoch- oder runterbeeinflussen – wie es übrigens auch die Stadionzuschauer*innen können und tun. Was als Leistung einzelner Spieler*innen und ihres Zusammenwirkens aufm Platz sichtbar wird – dahinter steckt sehr viel Arbeit von sehr, sehr vielen Unsichtbaren. Und das Schönste daran: das ist nicht berechenbar! Darum weiss mann – meistens – im Fussball nicht, wie es ausgeht. Und darum versucht das Oligarchenkapital ihn zu fressen und das zu ändern.

    Derzeit überschlagen sich die Sommerlochmedien im Hochjubeln eines 17-jährigen Angestellten des Fussballkonzerns aus dem süddeutschen Raum. Der Auftrag ist mutmasslich, seinen Transferwert, z.Zt. mickrige 1,5 Mio., hochzupuschen. Ich habe den Jungen gesehen. Zweifellos kann der was. Vielleicht sind sogar seine Datenberge beeindruckend für Leute, die sich das Zugucken sparen wollen. Aber es war so sinnlos. Jedenfalls im Halbfinale der deutschen U17-Meisterschaft (der Jungs) gegen Borussia Mönchengladbach -1:3. Dä.

    Ich habe das Spiel in meiner Herzinfarkt-Reha komplett gesehen. Und das Beste an Lennart Karl war, wie die Gladbacher Defensivarbeit ihn komplett vergeblich die rechte Seitenlinie auf- und abrennen liess. An dieser disziplinierten Defensivarbeit könnte sich das Profiteam in der Bundesliga mal ein Beispiel nehmen. Und sich nicht immer nur auf den regelmässigen Geschenken von Manuel Neuer ausruhen.

    Hausaufgabe: was bedeuten diese Erkenntnisse für die Organisation demokratischer Politik und Medien?

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  2. Qualitätsmängel

    Die sinkende Qualität der Medienöffentlichkeit wird – leider – wie immer im Fussball besonders deutlich

    Parallel zur Ausbreitung eines faschismuskompatiblen Oligarchentums in Politik und Ökonomie (“KI/AI”) ist der heisse Scheiss im Fussball der Herren und der Damen die “Datenrevolution”. Hier ein Eindruck in einer Buchrezension von Fabian Kunow/Jungle World: Leistung vom Rauschen trennen – Die Entwicklung mathematischer Modelle für Spielerbewertung oder Vorhersagen ist Teil des Fußballgeschäfts geworden. Der Brite Ian Graham war hierin ein Pionier. Nun ist sein autobiographisch geprägtes Buch zum Thema auf Deutsch erschienen.”

    Nun will ich nicht bestreiten, dass Datensammlung und -analyse zum Handwerkszeug professioneller Fussballlehrer*innen gehört. Damit habe ich schon 1965 als achtjähriger Fan begonnen. Als vom Internet noch niemand eine Ahnung hatte, verblüffte ich zusammen mit einem weiteren Gladbach-Fan den Nachbartisch einer Düsseldorfer Altstadtkneipe mit einem improvisierten Fussballquiz, bei dem wir auch alles Wesentliche über Fortuna wussten. Ob Smartphone-Nutzer*innen das heute noch hinbekommen würden, zweifle ich an; sie gucken alles nach. Okay, halb so schlimm.

    Wenn sich die Handelnden jedoch von der Marketingpropaganda der Daten-Dienstleister*innen hinter die Fichte führen lassen, werden Grenzen überschritten. Entscheidend im Fussball sind nicht die Daten, sondern das Team. Das Team kreiert und verhindert Torerfolge. Entscheidend is aufm Platz! Diese Erkenntnis breitete sich bereits in den 50er Jahren vom Ruhrpott ausgehend in der West-BRD wissenschaftlich aus.

    Was ist ein Team? Ein sehr komplizierter psychologischer Mechanismus von weit mehr als 11 Individuen (+ Ersatzbank, plus Nichteingesetzte, plus zahlreiche Betreuer*innen, plus Familienangehörige/Lebenspartner*innen), die den inneren Antrieb, das Selbstvertrauen, den Mut einer*s Spieler*in hoch- oder runterbeeinflussen – wie es übrigens auch die Stadionzuschauer*innen können und tun. Was als Leistung einzelner Spieler*innen und ihres Zusammenwirkens aufm Platz sichtbar wird – dahinter steckt sehr viel Arbeit von sehr, sehr vielen Unsichtbaren. Und das Schönste daran: das ist nicht berechenbar! Darum weiss mann – meistens – im Fussball nicht, wie es ausgeht. Und darum versucht das Oligarchenkapital ihn zu fressen und das zu ändern.

    Derzeit überschlagen sich die Sommerlochmedien im Hochjubeln eines 17-jährigen Angestellten des Fussballkonzerns aus dem süddeutschen Raum. Der Auftrag ist mutmasslich, seinen Transferwert, z.Zt. mickrige 1,5 Mio., hochzupuschen. Ich habe den Jungen gesehen. Zweifellos kann der was. Vielleicht sind sogar seine Datenberge beeindruckend für Leute, die sich das Zugucken sparen wollen. Aber es war so sinnlos. Jedenfalls im Halbfinale der deutschen U17-Meisterschaft (der Jungs) gegen Borussia Mönchengladbach -1:3. Dä.

    Ich habe das Spiel in meiner Herzinfarkt-Reha komplett gesehen. Und das Beste an Lennart Karl war, wie die Gladbacher Defensivarbeit ihn komplett vergeblich die rechte Seitenlinie auf- und abrennen liess. An dieser disziplinierten Defensivarbeit könnte sich das Profiteam in der Bundesliga mal ein Beispiel nehmen. Und sich nicht immer nur auf den regelmässigen Geschenken von Manuel Neuer ausruhen.

    Hausaufgabe: was bedeuten diese Erkenntnisse für die Organisation demokratischer Politik und Medien?

  3. Qualitätsmängel

    Die sinkende Qualität der Medienöffentlichkeit wird – leider – wie immer im Fussball besonders deutlich

    Parallel zur Ausbreitung eines faschismuskompatiblen Oligarchentums in Politik und Ökonomie (“KI/AI”) ist der heisse Scheiss im Fussball der Herren und der Damen die “Datenrevolution”. Hier ein Eindruck in einer Buchrezension von Fabian Kunow/Jungle World: Leistung vom Rauschen trennen – Die Entwicklung mathematischer Modelle für Spielerbewertung oder Vorhersagen ist Teil des Fußballgeschäfts geworden. Der Brite Ian Graham war hierin ein Pionier. Nun ist sein autobiographisch geprägtes Buch zum Thema auf Deutsch erschienen.”

    Nun will ich nicht bestreiten, dass Datensammlung und -analyse zum Handwerkszeug professioneller Fussballlehrer*innen gehört. Damit habe ich schon 1965 als achtjähtiger Fan begonnen. Als vom Internet noch niemand eine Ahnung hatte, verblüffte ich zusammen mit einem weiteren Gladbach-Fan den Nachbartisch einer Düsseldorfer Altstadtkneipe mit einem improvisierten Fussballquiz, bei dem wir auch alles Wesentliche über Fortuna wussten. Ob Smartphone-Nutzer*innen das heute noch hinbekommen würden, zweifle ich an; sie gucken alles nach. Okay, halb so schlimm.

    Wenn sich die Handelnden jedoch von der Marketingpropaganda der Daten-Dienstleister*innen hinter die Fichte führen lassen, werden Grenzen überschritten. Entscheidend im Fussball sind nicht die Daten, sondern das Team. Das Team kreiert und verhindert Torerfolge. Entscheidend is aufm Platz! Diese Erkenntnis breitete sich bereits in den 50er Jahren vom Ruhrpott ausgehend in der West-BRD wissenschaftlich aus.

    Was ist ein Team? Ein sehr komplizierter psychologischer Mechanismus von weit mehr als 11 Individuen (+ Ersatzbank, plus Nichteingesetzte, plus zahlreiche Betreuer*innen, plus Familienangehörige/Lebenspartner*innen), die den inneren Antrieb, das Selbstvertrauen, den Mut einer*s Spieler*in hoch- oder runterbeeinflussen – wie es übrigens auch die Stadionzuschauer*innen können und tun. Was als Leistung einzelner Spieler*innen und ihres Zusammenwirkens aufm Platz sichtbar wird – dahinter steckt sehr viel Arbeit von sehr, sehr vielen Unsichtbaren. Und das Schönste daran: das ist nicht berechenbar! Darum weiss mann – meistens – im Fussball nicht, wie es ausgeht. Und darum versucht das Oligarchenkapital ihn zu fressen und das zu ändern.

    Derzeit überschlagen sich die Sommerlochmedien im Hochjubeln eines 17-jährigen Angestellten des Fussballkonzerns aus dem süddeutschen Raum. Der Auftrag ist mutmasslich, seinen Transferwert, z.Zt. mickrige 1,5 Mio., hochzupuschen. Ich habe den Jungen gesehen. Zweifellos kann der was. Vielleicht sind sogar seine Datenberge beeindruckend für Leute, die sich das Zugucken sparen wollen. Aber es war so sinnlos. Jedenfalls im Halbfinale der deutschen U17-Meisterschaft (der Jungs) gegen Borussia Mönchengladbach -1:3. Dä.

    Ich habe das Spiel in meiner Herzinfarkt-Reha komplett gesehen. Und das Beste an Lennart Karl war, wie die Gladbacher Defensivarbeit ihn komplett vergeblich die rechte Seitenlinie auf- und abrennen liess. An dieser disziplinierten Defensivarbeit könnte sich das Profiteam in der Bundesliga mal ein Beispiel nehmen. Und sich nicht immer nur auf den regelmässigen Geschenken von Manuel Neuer ausruhen.

    Hausaufgabe: was bedeuten diese Erkenntnisse für die Organisation demokratischer Politik und Medien?

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  4. Qualitätsmängel

    Die sinkende Qualität der Medienöffentlichkeit wird – leider – wie immer im Fussball besonders deutlich

    Parallel zur Ausbreitung eines faschismuskompatiblen Oligarchentums in Politik und Ökonomie (“KI/AI”) ist der heisse Scheiss im Fussball der Herren und der Damen die “Datenrevolution”. Hier ein Eindruck in einer Buchrezension von Fabian Kunow/Jungle World: Leistung vom Rauschen trennen – Die Entwicklung mathematischer Modelle für Spielerbewertung oder Vorhersagen ist Teil des Fußballgeschäfts geworden. Der Brite Ian Graham war hierin ein Pionier. Nun ist sein autobiographisch geprägtes Buch zum Thema auf Deutsch erschienen.”

    Nun will ich nicht bestreiten, dass Datensammlung und -analyse zum Handwerkszeug professioneller Fussballlehrer*innen gehört. Damit habe ich schon 1965 als achtjähriger Fan begonnen. Als vom Internet noch niemand eine Ahnung hatte, verblüffte ich zusammen mit einem weiteren Gladbach-Fan den Nachbartisch einer Düsseldorfer Altstadtkneipe mit einem improvisierten Fussballquiz, bei dem wir auch alles Wesentliche über Fortuna wussten. Ob Smartphone-Nutzer*innen das heute noch hinbekommen würden, zweifle ich an; sie gucken alles nach. Okay, halb so schlimm.

    Wenn sich die Handelnden jedoch von der Marketingpropaganda der Daten-Dienstleister*innen hinter die Fichte führen lassen, werden Grenzen überschritten. Entscheidend im Fussball sind nicht die Daten, sondern das Team. Das Team kreiert und verhindert Torerfolge. Entscheidend is aufm Platz! Diese Erkenntnis breitete sich bereits in den 50er Jahren vom Ruhrpott ausgehend in der West-BRD wissenschaftlich aus.

    Was ist ein Team? Ein sehr komplizierter psychologischer Mechanismus von weit mehr als 11 Individuen (+ Ersatzbank, plus Nichteingesetzte, plus zahlreiche Betreuer*innen, plus Familienangehörige/Lebenspartner*innen), die den inneren Antrieb, das Selbstvertrauen, den Mut einer*s Spieler*in hoch- oder runterbeeinflussen – wie es übrigens auch die Stadionzuschauer*innen können und tun. Was als Leistung einzelner Spieler*innen und ihres Zusammenwirkens aufm Platz sichtbar wird – dahinter steckt sehr viel Arbeit von sehr, sehr vielen Unsichtbaren. Und das Schönste daran: das ist nicht berechenbar! Darum weiss mann – meistens – im Fussball nicht, wie es ausgeht. Und darum versucht das Oligarchenkapital ihn zu fressen und das zu ändern.

    Derzeit überschlagen sich die Sommerlochmedien im Hochjubeln eines 17-jährigen Angestellten des Fussballkonzerns aus dem süddeutschen Raum. Der Auftrag ist mutmasslich, seinen Transferwert, z.Zt. mickrige 1,5 Mio., hochzupuschen. Ich habe den Jungen gesehen. Zweifellos kann der was. Vielleicht sind sogar seine Datenberge beeindruckend für Leute, die sich das Zugucken sparen wollen. Aber es war so sinnlos. Jedenfalls im Halbfinale der deutschen U17-Meisterschaft (der Jungs) gegen Borussia Mönchengladbach -1:3. Dä.

    Ich habe das Spiel in meiner Herzinfarkt-Reha komplett gesehen. Und das Beste an Lennart Karl war, wie die Gladbacher Defensivarbeit ihn komplett vergeblich die rechte Seitenlinie auf- und abrennen liess. An dieser disziplinierten Defensivarbeit könnte sich das Profiteam in der Bundesliga mal ein Beispiel nehmen. Und sich nicht immer nur auf den regelmässigen Geschenken von Manuel Neuer ausruhen.

    Hausaufgabe: was bedeuten diese Erkenntnisse für die Organisation demokratischer Politik und Medien?

  5. Dieser Artikel stammt von Netzpolitik.org.

    Kommerzielle DatenbergeWenn sich Geheimdienste sensible Daten aus Smartphone-Apps besorgen

    Bewegungsprofile oder Hinweise auf die Religionszugehörigkeit: Geheimdienste kaufen solche sensiblen Daten zunehmend bei Datenhändlern ein. Damit unterlaufen Dienste in demokratischen Staaten jedoch verfassungsrechtliche Mindeststandards, warnt ein aktuelles Forderungspapier.


    29.05.2024 um 16:43 Uhr
    Tomas Rudl – in Überwachungkeine Ergänzungen Deutsche Geheimdienste können sich derzeit praktisch uneingeschränkt an Datenbergen bedienen, die sich auf dem freien Markt erwerben lassen. (Symbolbild) – Alle Rechte vorbehalten IMAGO / Shotshop

    Oft klagen deutsche Geheimdienste darüber, wie bürokratisiert ihr Alltag ist, voller Auflagen und lästiger Kontrolleure. Doch in einem Bereich können sie bis auf Weiteres beinahe uneingeschränkt walten: Sie kaufen auf Datenmärkten Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen ein, darunter haufenweise personenbezogene Daten. Dazu zählen etwa Standortdaten, Wohnadressen oder Interessenprofile, die bei der Internetnutzung anfallen und meist für Werbezwecke verwertet werden.

    Solche Datenkäufe würden jedoch verfassungsrechtliche Mindeststandards unterlaufen, argumentiert eine aktuelle Untersuchung der Denkfabrik Interface (vormals Stiftung Neue Verantwortung, SNV). Anders als bei sonstigen Methoden der Informationsbeschaffung bräuchten die Dienste hierbei weder Genehmigungen, noch werde die Verwendung von gekauften Daten im Nachhinein ausreichend kontrolliert.

    Geheimdienste könnten auf diesem Weg an Informationen gelangen, „deren Erhebung mit anderen nachrichtendienstlichen Mitteln niemals gestattet gewesen wäre oder zumindest umfangreiche Genehmigungsverfahren vorausgesetzt hätte“, schreiben die Autoren Corbinian Ruckerbauer und Thorsten Wetzling. Bei schweren Grundrechtseingriffen brauche es jedoch eine ähnliche Regelungs- und Kontrolldichte, wie sie bei anderen Methoden der Informationsbeschaffung vorgesehen sei. „Der Ankauf von Werbedatenbanken sollte daher dringend einer besseren Regulierung und umfassenderen Kontrolle zugeführt werden“, fordert das Papier.

    Kommerzielle Datenhalden weltweit Praxis

    Tatsächlich finden sich Verweise auf die Problematik im Entwurf des überarbeiteten BND-Gesetzes, das unter anderem systematisierte Regelungen zur Informationsbeschaffung verspricht. Mehrfach verweist die Gesetzesbegründung auf allgemein zugängliche Informationen aus kommerziellen Quellen, darunter jene aus „umfänglichen Werbedatenbanken und anderen Datenbanken mit vergleichbarer Eingriffsintensität“. Gezielt zusammengetragen und ausgewertet könnte sich daraus eine „besondere Gefahrenlage für die Persönlichkeit des Betroffenen ergeben“, heißt es in dem Entwurf.

    Neu ist das Problem beileibe nicht, seit mittlerweile Jahrzehnten verweisen Datenschützer:innen auf das Missbrauchspotenzial solcher Datenberge. Diese wachsen unablässig, sind sie doch die Grundlage für zahlreiche Geschäftsmodelle im Internet. Inzwischen sei das Online-Werbesystem ein „ernstes Sicherheitsrisiko“, warnte etwa die irische Nichtregierungsorganisation ICCL im Vorjahr. Der Werbemarkt sei „eine Goldgrube an Erkenntnissen“ für Geheimdienste und nichtstaatliche Akteure, so der ICCL-Bericht. Wiederholt hatten Recherchen nachgewiesen, wie eng uns Datenhändler auf die Pelle rücken und wie Daten aus scheinbar harmlosen Apps an staatliche Stellen gelangen.

    Vier Kernforderungen

    Im Unterschied zu anderen demokratischen Staaten gebe es hierzulande zwar noch keine konkreten, öffentlich bekannten Fälle über derartigen Datenschacher, betont das Papier von Interface. Doch allein die Formulierungen im geplanten BND-Gesetz ließen den Schluss zu, dass dies längst geschehe und sich neben dem BND auch andere deutsche Dienste dieser Praxis der Informationsbeschaffung bedienten. Die angekündigte Reform des Nachrichtendienstrechts biete deshalb die Chance, die gravierenden Defizite beim Rechtsrahmen und der Kontrolle zu beseitigen.

    Dazu schlagen die Autoren vor, beim Datenkauf eine Systematisierung der Grundrechtseingriffe vorzunehmen; gesonderte Sicherungsmechanismen für Datenkäufe mit besonders schweren Auswirkungen auf Grundrechte zu schaffen; Mindestanforderungen auch für den Kauf von Daten mit geringerer Grundrechtsrelevanz zu definieren; und schließlich den Austausch der deutschen Kontrollinstanzen mit ihren Kolleg:innen aus anderen Ländern zu intensivieren. Denn: „Aktuell ist die Missbrauchsgefahr im weitgehend unregulierten und unkontrollierten Feld sehr hoch.“

    Zur Quelle wechseln
    Zur CC-Lizenz für diesen Artikel

    Author: Tomas Rudl

    Views: 7

    https://www.bachhausen.de/kommerzielle-datenberge-wenn-sich-geheimdienste-sensible-daten-aus-smartphone-apps-besorgen/

    #besorgen #daten #datenberge #geheimdienste #kommerzielle #sensible #smartphone

  6. Dieser Artikel stammt von Netzpolitik.org.

    Kommerzielle DatenbergeWenn sich Geheimdienste sensible Daten aus Smartphone-Apps besorgen

    Bewegungsprofile oder Hinweise auf die Religionszugehörigkeit: Geheimdienste kaufen solche sensiblen Daten zunehmend bei Datenhändlern ein. Damit unterlaufen Dienste in demokratischen Staaten jedoch verfassungsrechtliche Mindeststandards, warnt ein aktuelles Forderungspapier.


    29.05.2024 um 16:43 Uhr
    Tomas Rudl – in Überwachungkeine Ergänzungen Deutsche Geheimdienste können sich derzeit praktisch uneingeschränkt an Datenbergen bedienen, die sich auf dem freien Markt erwerben lassen. (Symbolbild) – Alle Rechte vorbehalten IMAGO / Shotshop

    Oft klagen deutsche Geheimdienste darüber, wie bürokratisiert ihr Alltag ist, voller Auflagen und lästiger Kontrolleure. Doch in einem Bereich können sie bis auf Weiteres beinahe uneingeschränkt walten: Sie kaufen auf Datenmärkten Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen ein, darunter haufenweise personenbezogene Daten. Dazu zählen etwa Standortdaten, Wohnadressen oder Interessenprofile, die bei der Internetnutzung anfallen und meist für Werbezwecke verwertet werden.

    Solche Datenkäufe würden jedoch verfassungsrechtliche Mindeststandards unterlaufen, argumentiert eine aktuelle Untersuchung der Denkfabrik Interface (vormals Stiftung Neue Verantwortung, SNV). Anders als bei sonstigen Methoden der Informationsbeschaffung bräuchten die Dienste hierbei weder Genehmigungen, noch werde die Verwendung von gekauften Daten im Nachhinein ausreichend kontrolliert.

    Geheimdienste könnten auf diesem Weg an Informationen gelangen, „deren Erhebung mit anderen nachrichtendienstlichen Mitteln niemals gestattet gewesen wäre oder zumindest umfangreiche Genehmigungsverfahren vorausgesetzt hätte“, schreiben die Autoren Corbinian Ruckerbauer und Thorsten Wetzling. Bei schweren Grundrechtseingriffen brauche es jedoch eine ähnliche Regelungs- und Kontrolldichte, wie sie bei anderen Methoden der Informationsbeschaffung vorgesehen sei. „Der Ankauf von Werbedatenbanken sollte daher dringend einer besseren Regulierung und umfassenderen Kontrolle zugeführt werden“, fordert das Papier.

    Kommerzielle Datenhalden weltweit Praxis

    Tatsächlich finden sich Verweise auf die Problematik im Entwurf des überarbeiteten BND-Gesetzes, das unter anderem systematisierte Regelungen zur Informationsbeschaffung verspricht. Mehrfach verweist die Gesetzesbegründung auf allgemein zugängliche Informationen aus kommerziellen Quellen, darunter jene aus „umfänglichen Werbedatenbanken und anderen Datenbanken mit vergleichbarer Eingriffsintensität“. Gezielt zusammengetragen und ausgewertet könnte sich daraus eine „besondere Gefahrenlage für die Persönlichkeit des Betroffenen ergeben“, heißt es in dem Entwurf.

    Neu ist das Problem beileibe nicht, seit mittlerweile Jahrzehnten verweisen Datenschützer:innen auf das Missbrauchspotenzial solcher Datenberge. Diese wachsen unablässig, sind sie doch die Grundlage für zahlreiche Geschäftsmodelle im Internet. Inzwischen sei das Online-Werbesystem ein „ernstes Sicherheitsrisiko“, warnte etwa die irische Nichtregierungsorganisation ICCL im Vorjahr. Der Werbemarkt sei „eine Goldgrube an Erkenntnissen“ für Geheimdienste und nichtstaatliche Akteure, so der ICCL-Bericht. Wiederholt hatten Recherchen nachgewiesen, wie eng uns Datenhändler auf die Pelle rücken und wie Daten aus scheinbar harmlosen Apps an staatliche Stellen gelangen.

    Vier Kernforderungen

    Im Unterschied zu anderen demokratischen Staaten gebe es hierzulande zwar noch keine konkreten, öffentlich bekannten Fälle über derartigen Datenschacher, betont das Papier von Interface. Doch allein die Formulierungen im geplanten BND-Gesetz ließen den Schluss zu, dass dies längst geschehe und sich neben dem BND auch andere deutsche Dienste dieser Praxis der Informationsbeschaffung bedienten. Die angekündigte Reform des Nachrichtendienstrechts biete deshalb die Chance, die gravierenden Defizite beim Rechtsrahmen und der Kontrolle zu beseitigen.

    Dazu schlagen die Autoren vor, beim Datenkauf eine Systematisierung der Grundrechtseingriffe vorzunehmen; gesonderte Sicherungsmechanismen für Datenkäufe mit besonders schweren Auswirkungen auf Grundrechte zu schaffen; Mindestanforderungen auch für den Kauf von Daten mit geringerer Grundrechtsrelevanz zu definieren; und schließlich den Austausch der deutschen Kontrollinstanzen mit ihren Kolleg:innen aus anderen Ländern zu intensivieren. Denn: „Aktuell ist die Missbrauchsgefahr im weitgehend unregulierten und unkontrollierten Feld sehr hoch.“

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    Zur CC-Lizenz für diesen Artikel

    Author: Tomas Rudl

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    https://www.bachhausen.de/kommerzielle-datenberge-wenn-sich-geheimdienste-sensible-daten-aus-smartphone-apps-besorgen/

    #besorgen #daten #datenberge #geheimdienste #kommerzielle #sensible #smartphone

  7. #Überwachung: Auswertungssoftware der NRW-#Polizei wird jahrelang nicht fertig

    "Die Polizei in Nordrhein-Westfalen kommt beim Auswerten der wachsenden #Datenberge aus der #Telekommunikationsüberwachung nicht mehr hinterher...dem alten aus 2008 stammenden Programm könne die Polizei nur noch 60 bis 70 % der Daten verwerten."
    heise.de/news/Ueberwachung-Aus

  8. #Überwachung: Auswertungssoftware der NRW-#Polizei wird jahrelang nicht fertig

    "Die Polizei in Nordrhein-Westfalen kommt beim Auswerten der wachsenden #Datenberge aus der #Telekommunikationsüberwachung nicht mehr hinterher...dem alten aus 2008 stammenden Programm könne die Polizei nur noch 60 bis 70 % der Daten verwerten."
    heise.de/news/Ueberwachung-Aus

  9. #Überwachung: Auswertungssoftware der NRW-#Polizei wird jahrelang nicht fertig

    "Die Polizei in Nordrhein-Westfalen kommt beim Auswerten der wachsenden #Datenberge aus der #Telekommunikationsüberwachung nicht mehr hinterher...dem alten aus 2008 stammenden Programm könne die Polizei nur noch 60 bis 70 % der Daten verwerten."
    heise.de/news/Ueberwachung-Aus

  10. #Überwachung: Auswertungssoftware der NRW-#Polizei wird jahrelang nicht fertig

    "Die Polizei in Nordrhein-Westfalen kommt beim Auswerten der wachsenden #Datenberge aus der #Telekommunikationsüberwachung nicht mehr hinterher...dem alten aus 2008 stammenden Programm könne die Polizei nur noch 60 bis 70 % der Daten verwerten."
    heise.de/news/Ueberwachung-Aus

  11. #Überwachung: Auswertungssoftware der NRW-#Polizei wird jahrelang nicht fertig

    "Die Polizei in Nordrhein-Westfalen kommt beim Auswerten der wachsenden #Datenberge aus der #Telekommunikationsüberwachung nicht mehr hinterher...dem alten aus 2008 stammenden Programm könne die Polizei nur noch 60 bis 70 % der Daten verwerten."
    heise.de/news/Ueberwachung-Aus

  12. @Romses jo freund der zwerge,
    wenn du was brauchst mit elektronik oder so, lass es uns wissen.
    ich helf dir gerne weiter, wobei auch immer.

    #datenzwerge statt #datenberge

  13. @Romses jo freund der zwerge,
    wenn du was brauchst mit elektronik oder so, lass es uns wissen.
    ich helf dir gerne weiter, wobei auch immer.

    #datenzwerge statt #datenberge

  14. @Romses jo freund der zwerge,
    wenn du was brauchst mit elektronik oder so, lass es uns wissen.
    ich helf dir gerne weiter, wobei auch immer.

    #datenzwerge statt #datenberge

  15. @Romses jo freund der zwerge,
    wenn du was brauchst mit elektronik oder so, lass es uns wissen.
    ich helf dir gerne weiter, wobei auch immer.

    #datenzwerge statt #datenberge