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#salzburgerfestspiele2026 — Public Fediverse posts

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  1. Emotionale Abgründe und bittersüße Erinnerungen – Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker mit Elgar und Tschaikowski bei den Salzburger Festspielen
    Elena Deinhammer

    Nicht nur der Sommer, sondern auch die Salzburger Festspiele neigen sich nach fünf dichten Wochen mit so abwechslungsreichen wie intensiven Aufführungen allmählich ihrem Ende zu. Für den Auftakt der sechsten und letzten Woche des Festivals, in der, da die Premieren des (Musik-)Theaters bereits zurückliegen, vor allem Orchester-, Kammermusik- und Solistenkonzerte im Fokus stehen, war mit den Berliner Philharmonikern jenes Orchester zu Gast, das im Frühling mit einer fulminanten Aufführung des „Rheingold“ seine Rückkehr zu den Osterfestspielen feierte. Mit ebensolcher beeindruckender Fulminanz und emotionsgeladener Virtuosität präsentierten sie nun in ihrem ersten Konzert des Sommers ein romantisches Programm, das ebenfalls die bittersüße Vorahnung eines Endes in sich trug. Während Edward Elgars „Enigma-Variationen“ inmitten der melancholischen Reminiszenzen auch humorvolle Anspielungen und liebliche Momente umfassen, spiegelt Peter Tschaikowskis Symphonie Nr. 4 in f-Moll sämtliche Extreme menschlicher Emotionen wider, in denen kurze Momente des Glücks sogleich mit erschütternder Heftigkeit von Traurigkeit vertrieben werden und das unnachgiebige Schicksal stets an seine Übermacht gemahnt. Besonders mit dieser Symphonie stellten Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker ihre klanggewaltige Brillanz und interpretatorische Schärfe eindrücklich unter Beweis. (Rezension des Konzerts v. 23. August 2026) […]

    https://opernmagazin.de/emotionale-abgruende-und-bittersuesse-erinnerungen-kirill-petrenko-und-die-berliner-philharmoniker-mit-elgar-und-tschaikowski-bei-den-salzburger-festspielen/

  2. „Qu’il n’y aurait plus de temps…“ – Olivier Messiaens „Quatuor pour la fin du Temps“ bei den Salzburger Festspielen
    Elena Deinhammer

    Mit der Aufführung des „Quatuor pour la fin du Temps“ fand der dem französischen Komponisten Olivier Messiaen gewidmete Schwerpunkt der diesjährigen Salzburger Festspiele seinen, dem Titel des Quartetts durchaus gemäßen, Abschluss. Neben der monumentalen Oper „Saint François d’Assise“ wurden unter dem bereits auf die Inhaltlichkeit des Œuvres Bezug nehmenden Titel „Visions de Messiaen“ vier Konzertprogramme unterschiedlicher Genres dargeboten, die in Summe einen Querschnitt durch Messiaens Leben und Schaffen bildeten und dabei die wesentlichen Elemente seines Komponierens, aber auch seiner sonstigen musikalischen Tätigkeit, besonders als Organist an der Église de la Saint-Trinité in Paris, umfassten. Letztere wurde im Orgelkonzert in der Franziskanerkirche, durch die, wenige Tage nach der Premiere von „Saint François d’Assise“, die franziskanische Spiritualität in den Klängen weiterhin mitschwingen konnte, besonders deutlich, bei dem Olivier Latry unter dem Motto „Méditations“ eine möglichst vielseitige, dabei aber doch erstaunlich homogene Auswahl an Orgelwerken, teilweise mit einem Abstand von über fünf Jahrzehnten entstanden, präsentierte. Während Pierre-Laurent Aimard mit einem Klavierabend den für Messiaen, der mindestens so sehr Ornithologe wie Komponist war, bedeutsamen Vogelgesängen anhand von Ausschnitten aus dem „Catalogue d’Oiseaux“ Raum gab, eröffneten Igor Levit und Markus Hinterhäuser mit den „Visions de l’Amen“ für zwei Klaviere die bei Messiaen stets mitschwingende, eigentlich seine Musik überhaupt erst ermöglichende und umfassende Transzendenz im Sinne seines tiefen katholischen Glaubens. Dieser liegt in besonderer Weise auch dem „Quatuor pour la fin du Temps“ zugrunde, das Messiaen im Kriegsgefangenenlager Stalag VIII-A in Görlitz komponierte und uraufführte, geprägt von den existentiell bis ans Äußerste gehenden Erfahrungen von Gefangenschaft, Kälte, Hunger und den Abgründen der Menschheit, aus denen das „Fin du Temps“ einst hinaus- und in die Ewigkeit hinein führen wird. Manche Teile des Quartetts entstanden bereits vor der Zeit Messiaens im Krieg, durch mitgeführte Skizzen konnte er sie in ein umfassendes kammermusikalisches Werk integrieren, dessen acht Sätze auf den theologisch achten Tag, die Erfüllung und Aufhebung der Zeit durch die Ewigkeit Bezug nehmen, oder, in Messiaens Worten, die „Acht des unauslöschlichen Lichtes und immerwährenden Friedens“ bedeuten. Auf dem handschriftlich angefertigten Programmzettel für die erste Aufführung des Quartetts vor Inhaftierten und Wärtern des Gefangenenlagers liest sich der Titel noch „Quatuor de la fin du Temps“ – eine vermeintlich unbedeutende Abweichung in der Präposition, die aufgrund der an das Ende der Zeit gemahnenden und dieses zugleich erhoffen lassenden Umstände jedoch von nicht geringem Gewicht sein mag. (Rezension des Konzerts v. 20. August 2026) […]

    https://opernmagazin.de/quil-ny-aurait-plus-de-temps-olivier-messiaens-quatuor-pour-la-fin-du-temps-bei-den-salzburger-festspielen/

  3. Durch Musik und Poesie zu Gott – „Saint François d’Assise“ als die Transzendenz umfassendes Gesamtkunstwerk bei den Salzburger Festspielen
    Elena Deinhammer

    Nach der in der Aufführungsgeschichte legendär gewordenen Inszenierung von Peter Sellars im Jahr 1992, dem Todesjahr des Komponisten, kehrt Olivier Messiaens monumentale Oper „Saint Francois d’Assise“ zum 800. Franziskus-Jubiläum zu den Salzburger Festspielen zurück. Das Werk ist innerhalb des Opernrepertoires einzigartig und sprengt nicht nur in seinen Dimensionen hinsichtlich der Orchester- und Chorbesetzung, der musikalischen Struktur, der Tonsprache und der erforderlichen szenisch-dramaturgischen Mittel den Rahmen einer üblichen Opernkomposition, sondern transzendiert die Gattung, ja die Kunst an sich in Richtung einer religiösen, rituellen, gar sakramentalen Erfahrung, einer Begegnung mit Gott. Am Ende seines irdischen Lebens lässt Messiaen Franziskus von Assisi aussprechen, Musik und Poesie haben ihn zu Gott geführt – Worte, die mehr jene des Komponisten als des realen Heiligen zu sein scheinen. In ihnen liegt jedoch eine Wahrheit, die beim Erleben dieser Oper zu einer unmittelbaren Erfahrung wird, besonders wenn dies in einer Inszenierung von Romeo Castellucci geschieht, der wie wohl kein anderer Regisseur in der Lage ist, die spirituelle Dimension, das tiefe Glaubensbekenntnis Messiaens, aber auch den darin nachempfundenen Glaubensweg, den Franziskus auf existentielle Weise in der Nachfolge Jesu, geleitet von radikaler Liebe und unbedingtem Glauben, durchschreitet, zugleich aber auch eben diese Radikalität, die tiefe Menschlichkeit und Körperlichkeit inmitten der Schöpfung, zu umfangen und in einer Weise auf die Bühne zu bringen, die zwischen notwendiger Konkretion und Elementarität einerseits und transzendenter, symbolischer Offenheit andererseits changiert und damit eine neue Dimension der Kunst der Inszenierung eröffnet. So wird Messiaens Bekenntnis auch zu Castelluccis künstlerischem Glaubens- und Liebesbekenntnis. Als ihm ebenbürtiger Partner durchdringt Maxime Pascal mit den Wiener Philharmonikern und dem Wiener Staatsopernchor die in jeder Hinsicht hochkomplexe Partitur in erstaunlicher Klarheit und ihrem gesamten Facettenreichtum, sodass sich schier endlose, ja tatsächlich ewige Klangräume eröffnen, in denen Philippe Sly mit einzigartiger Authentizität und Intensität in seinem Debut als Saint François in den Mittelpunkt rückt. (Rezension der Premiere v. 4. August 2026) […]

    https://opernmagazin.de/durch-musik-und-poesie-zu-gott-saint-francois-dassise-als-die-transzendenz-umfassendes-gesamtkunstwerk-bei-den-salzburger-festspielen/

  4. Ariadne auf… dem Mars? – Eine klangstarke „Ariadne“ ohne (roten) Faden bei den Salzburger Festspielen
    Elena Deinhammer

    Vor genau 100 Jahren wurde „Ariadne auf Naxos“ als erste Oper von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal bei den Salzburger Festspielen aufgeführt, bereits in der zweiten Fassung von 1916, in der die Oper in der Oper nicht auf eine Bearbeitung von Molières „Der Bürger als Edelmann“ folgt, sondern auf ein neu komponiertes Vorspiel, in dem „der reichste Mann von Wien“ die simultane Aufführung einer Opera buffa und einer tragischen Oper verlangt und somit genügend Gelegenheit vorhanden ist, um die internen wie externen Kuriositäten und Missstände des Kunstbetriebs auf humorvolle Weise zu kritisieren. Ersan Mondtag, dessen Karriere im Bereich der Opernregie aktuell steil wie eine Rakete aufsteigt – nach der Wiener Staatsoper und den Salzburger Festspielen in diesem Jahr folgen im nächsten die Bayreuther Festspiele –, dürfte sich dieses Bild zum Ausgangspunkt seiner Inszenierung gemacht haben. Seine „Ariadne“ spielt, so zumindest die vordergründige Deutung, in einer Zeitkapsel, einer von einer reichen Elite nach der Zerstörung der Erde auf dem Mars errichteten Welt, in der sie sich selbst inszeniert und weiterhin mit dem menschlichen Erbe verfährt, wie es ihrem Willen beliebt. Doch leider dürfte sich diese Idee in den Weiten des Weltalls verloren haben, denn von den zugrundeliegenden gesellschaftskritischen Gedanken wird auf der Bühne wenig sichtbar, stattdessen werden die Einsamkeit und Leere von Ariadnes Inselleben zu stark nachempfindbar. Allein einige herausragende Stimmen und die Wiener Philharmoniker unter Manfred Honeck, die für charakteristische Strauss-Klänge sorgen, retten, wie Bacchus Ariadne, aus den eher seichten Pseudo-Tiefgründigkeiten im verstaubten Gewand überkommener Theater-Bräuche. (Rezension der Premiere vom 2. August 2026) […]

    https://opernmagazin.de/ariadne-auf-dem-mars-eine-klangstarke-ariadne-ohne-roten-faden-bei-den-salzburger-festspielen/

  5. C’est le chant de la délivrance! – Benjamin Bernheim als „Werther“ bei den Salzburger Festspielen
    Elena Deinhammer

    Zum Gesang der Erlösung wird Werther das von den Kindern aufgeführte Weihnachtslied, als er dessen Klänge in der Stunde seines Todes vernimmt und auf Vergebung hofft. Einen Gesang der Erlösung oder jedenfalls einen, dem man in seiner Brillanz ohne Zögern erlösende Qualität zusprechen würde, war auch an diesem Juliabend im Salzburger Festspielhaus zu hören. Mit Benjamin Bernheim in der Titelrolle von Jules Massenets „Werther“, umrankt von einem ebenso beeindruckenden Ensemble und einem höchst lebendig agierenden Orchestre symphonique de la Monnaie unter Alain Altinoglu, wird diese konzertante Aufführung des auf Goethes Briefroman basierenden Drame lyrique zu einer seltenen Sternstunde. (Rezension der konzertanten Aufführung v. 29. Juli 2026) […]

    https://opernmagazin.de/cest-le-chant-de-la-delivrance-benjamin-bernheim-als-werther-bei-den-salzburger-festspielen/

  6. Als Gesetz der eigene Wille! – „Carmen“ bei den Salzburger Festspielen
    Elena Deinhammer

    Nach dem Festakt zur Eröffnung der diesjährigen Salzburger Festspiele folgte abends die erste Opernpremiere des Sommers, die sogleich mit mehreren Besonderheiten und einer wahrlich festspielwürdigen Besetzung aufwarten ließ. Neben Teodor Currentzis am Pult seines Utopia Orchestra und dem zurecht viel gerühmten Jonathan Tetelman als Don José ließ vor allem das ungewöhnliche Debut von Asmik Grigorian als Carmen gespannt die Premiere erwarten. Als Regisseurin widmete sich Gabriela Carrizo, die Mitbegründerin des Tanzkollektivs „Peeping Tom“, erstmals einer Operninszenierung. Diese will den an Carmen begangenen Femizid in einen größeren strukturellen Rahmen einordnen und dabei sowohl die psychologische Dimension in Form von familiärer Prägung und gestörten Beziehungsmustern als auch die gesellschaftlichen Einflüsse beleuchten. Im Zentrum steht Carmen als Mysterium tremendum et fascinosum, als anziehende, bemerkenswerte Frau, die zugleich in ihrer Andersartigkeit dazu herausfordert, mit Unverfügbarkeit und Fremdheit umzugehen. Don José vermag dies nicht, er reagiert mit Eifersucht, Kontrolle und Einschränkung, bis hin zur größten Einschränkung in Form des Todes, der jedoch letztlich nicht Carmen, sondern nur ihm selbst die Freiheit raubt. Inmitten der choreographisch und somit symbolisch wie psychologisch reichen Inszenierung regen kulturelle Referenzen und eindrückliche Momente Gedanken an, die jedoch in weiterer Folge nicht begleitet oder wieder eingeholt werden. Letztlich führt aber nicht nur das überladene, wenngleich ästhetisch und in seiner Symbolwirkung überzeugende Regiekonzept, sondern auch die virtuose, alles einnehmende Interpretation des Orchesters zu dem Eindruck, hier wurde von allem zu viel gewollt, ohne all das geben zu können, was im Kern wesentlich wäre. (Rezension der Premiere v. 26. Juli 2026) […]

    https://opernmagazin.de/als-gesetz-der-eigene-wille-carmen-bei-den-salzburger-festspielen/

  7. Im Anfang war das Ende – „Das Rheingold“ bei den Osterfestspielen Salzburg
    Elena Deinhammer

    Die diesjährigen Osterfestspiele in Salzburg stehen unter dem Zeichen der Rückkehr und des Neuanfangs: Nach dreizehn Jahren, in denen die Berliner Philharmoniker ihre Tage vor Ostern in Baden-Baden verbracht haben, ist das Gründungsorchester des von Herbert von Karajan ins Leben gerufenen Festivals zurück an der Salzach, nun unter der Leitung ihres aktuellen Chefdirigenten Kirill Petrenko. Nicht nur das 150-jährige Jubiläum der ersten Aufführung im Bayreuther Festspielhaus ist also geeigneter Anlass, auch Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ an die Osterfestspiele zurückkehren zu lassen. Anders als im Jahr 1967 startet dieser Ring-Zyklus aber nicht mit dem Ersten Tag der Tetralogie, sondern, ganz im Sinne Wagners und in Analogie zu Ostern gewissermaßen als Auftakt des Triduum sacrums der Oper, mit dem Vorabend, dem „Rheingold“. Dadurch wird die nächstjährige Aufführung der „Walküre“ zudem passend zum 60-jährigen Jubiläum, bevor der Zyklus im Jahr 2028 durch Einfügung von Arnold Schönbergs Opernfragment „Moses und Aron“ unterbrochen wird. Doch nicht nur die Rahmenbedingungen fügen sich perfekt, auch die Aufführung selbst erweist sich in der archaisch und durchaus klassisch anmutenden, aber den Mythos mit tiefgreifenden Gedanken neu formenden Inszenierung sowie durch die herausragenden Berliner Philharmoniker und eine Besetzung, aus der man sich einige Namen künftig in diesen Rollen merken sollte, als festgefügtes Gesamtkunstwerk, in dessen Gestemm’ kaum ein Stein wankt. (Rezension der Premiere v. 27. März 2026) […]

    https://opernmagazin.de/im-anfang-war-das-ende-das-rheingold-bei-den-osterfestspielen-salzburg/

  8. Hoffnung auf Glaube und Liebe – das Programm der Salzburger Festspiele 2026
    Elena Deinhammer

    In einer Pressekonferenz präsentierten Intendant Markus Hinterhäuser und der Leiter des Bereichs „Konzert und Medien“ Axel Hiller am 4. Dezember das Programm der Salzburger Festspiele 2026. Neben zahlreichen gewohnten Stars und bekannten Werken der Opern- und Konzertliteratur finden sich darin auch ungewöhnlichere Stücke, die einen erstaunlich großen Raum der Spiritualität und des Glaubens eröffnen. […]

    https://opernmagazin.de/hoffnung-auf-glaube-und-liebe-das-programm-der-salzburger-festspiele-2026/

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