Emotionale Abgründe und bittersüße Erinnerungen – Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker mit Elgar und Tschaikowski bei den Salzburger Festspielen
Elena Deinhammer
Nicht nur der Sommer, sondern auch die Salzburger Festspiele neigen sich nach fünf dichten Wochen mit so abwechslungsreichen wie intensiven Aufführungen allmählich ihrem Ende zu. Für den Auftakt der sechsten und letzten Woche des Festivals, in der, da die Premieren des (Musik-)Theaters bereits zurückliegen, vor allem Orchester-, Kammermusik- und Solistenkonzerte im Fokus stehen, war mit den Berliner Philharmonikern jenes Orchester zu Gast, das im Frühling mit einer fulminanten Aufführung des „Rheingold“ seine Rückkehr zu den Osterfestspielen feierte. Mit ebensolcher beeindruckender Fulminanz und emotionsgeladener Virtuosität präsentierten sie nun in ihrem ersten Konzert des Sommers ein romantisches Programm, das ebenfalls die bittersüße Vorahnung eines Endes in sich trug. Während Edward Elgars „Enigma-Variationen“ inmitten der melancholischen Reminiszenzen auch humorvolle Anspielungen und liebliche Momente umfassen, spiegelt Peter Tschaikowskis Symphonie Nr. 4 in f-Moll sämtliche Extreme menschlicher Emotionen wider, in denen kurze Momente des Glücks sogleich mit erschütternder Heftigkeit von Traurigkeit vertrieben werden und das unnachgiebige Schicksal stets an seine Übermacht gemahnt. Besonders mit dieser Symphonie stellten Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker ihre klanggewaltige Brillanz und interpretatorische Schärfe eindrücklich unter Beweis. (Rezension des Konzerts v. 23. August 2026) […]
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