#patientenbericht — Public Fediverse posts
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Praxisbericht
Die Dreh- und Angelpunkte meiner Praxis sind mein "Vorzimmerdrache" und meine "Chefin".
Beides MFAs die schon lange bei mir sind und mit denen ich mich blind verstehe ... sehr gut so.Eine sehr laute männliche Stimme dringt durch die Tür meines Behandlungsraums in dem ich am Schreibtisch sitze: "Ich will sofort die Ärztin sprechen".
Da ich ahne was da draußen passieren wird, stürze ich hinterm Schreibtisch hervor und stürme zum Anmeldetresen."Sie haben mein Kind umgebracht"
"Und sie müssen sich nicht im Ton vergreifen"
"Was fällt ihnen eigentlich ein ..."
"Blasen sie sich mal nicht so auf, ich bin schon ohne Absätze größer als sie"Mein Blick geht nur kurz zum "Drachen" und zu meiner "Chefin" und alles läuft wie am Schnürchen.
Ich habe den Ehemann so provoziert, dass er mir folgt - in mein Sprechzimmer.
Der Drache ruft die Polizei und beruhigt die zusammengekommenen Patientinnen.
Meine Chefin schickt die umstehenden Angestellten mir hinterher, folgt und schließt die Tür von innen.Die Polizei war schnell und langsam kommt wieder etwas Ruhe in den Praxisalltag.
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Ich mag die „Ersttäter“ Untersuchung sehr und nehme mir über Gebühr Zeit dafür. Ich weiß, es gibt Kolleg*innen die daran nicht so viel Spaß, bzw. Interesse haben, ich hingegen schon. Ich möchte jetzt auch nicht auf Gebührensätze und Behandlungszeiten eingehen, nur insofern kann ich mir auf die Schulter klopfen, diese um mehr als das vierfache zu überschreiten.
Ich biete immer erst ein Getränk an und wir reden lange. Ich möchte die Patientin kennenlernen, damit ich weiß was für eine Persönlichkeit ich vor mir habe und wie ich in der Untersuchung vorgehen, und generell mit ihr reden kann.
Dann zeige ich alles ausführlich und beantworte auch dazu alle Fragen. Jemand sagte mal, ich sei eine grausame Kerkermeisterin, denn ich zeige im Vorgeld sogar die Folterinstrumente. Immerhin trage ich keinen schwarzen Latex Catsuit ... jedenfalls nicht dort.
Als sehr vorteilhaft hat sich auch herausgestellt, dass ich mich erst einmal neben die Patientin auf den Stuhl setze und wir gemeinsam einen Spiegel benutzen.
Ein unglaubliches Highlight ist für sehr verkrampfte Angstpatientinnen die Instrumente mit ihr in der Hand zu führen.
Natürlich auch solche Grundsätzlichkeit wie ich sie schon einmal beschrieben habe: Umkleiden direkt neben dem Stuhl. Eine Decke anbieten. Speculum leicht erwärmen.
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#Praxisbericht #Patientenbericht
Ganz besondere Momente ist selbstverständlich die Überbringung der frohen Botschaft .. die Gestation ... Schwangerschaft.
Auch wenn man bei sehr vielen Patientinnen weiß wie es um den Kinderwunsch bestellt ist, geht man natürlich trotzdem behutsam vor, denn das ist ein ganz besonderer Moment und mit dem gilt es gebührend umzugehen ..."Frau N, die Ergebnisse der Blutuntersuchung des hCG Wertes sind da und endlich kann ich ihnen eine ganz tolle Nachricht überbringen ..."
Schlägt der Gynäkologin bierkutscherartig auf den Oberarm und posaunt:
"Na also mein Göttergatte ... hat sich also so richtig gelohnt, dass ich dich nur mit Milchprodukten vollgestopft haben und ihn auswrang bis zum letzten Tropen ... Haha""Ja, meinen herzlichen Glückwunsch".
Solche zarten Momente sind ganz besondere im Leben einer Frau.
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CW: Hymen / Jungfernhäutchen
*holt ganz tief Luft und krempelt die Ärmel hoch*
Das Hymen gibt es nicht.
Ende 😂
Noch Fragen?
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Was ist der Klassiker des Behandlungszimmers einer Gyn ?
Nein, nicht der Stuhl.
Nein, auch nicht die schicke, rothaarige Ärztin selbst 😘.
Richtig, der #Paravent, #Wandschirm oder #SpanischeWand hinter der man sich umziehen, bzw. Ausziehen soll.
Ich habe auch einen. Nein, eigentlich drei oder vier, die ich immer mal wechsel ... 😂.Ich möchte an dieser Stelle gar nicht darauf eingehen wie bescheuert es eigentlich ist sich erst sichtgeschützt auszuziehen um dann doch entblößt vor der Doktorin zu stehen.
Vielmehr möchte ich euch dazu ermutigen Einspruch zu erheben, falls der Wandschirm zu weit weg vom „der Stuhl ™️“ steht. Am besten noch an der gegenüberliegenden Wand, sodass man das Zimmer unten ohne durchqueren muss. Das ist toll in einer Table Dance Bar, aber da seit ihr gerade nicht.
Meine Spanische Wand steht direkt neben dem Untersuchungsstuhl, sodass die Patientin direkt dahinter verschwinden kann wenn sie möchte.Falls euch das zu doof ist, lasst für den Weg euren Rock an oder bittet um eine Decke. Die habe ich auch für empfindliche Patientinnen.
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Ein Freundin unserer Tochter bedankte sich per E-Mail heute morgen für einen Tipp den Töchterchen an sie weitergab. Nicht nur, dass ich das sehr süß und nett fand, sondern auf einmal überkam es mich: Das wird doch wohl jede (!) erfragen ?
Jede Patientin wird es kennen: Das Speculum. In welcher Variante auch immer, eure #Gyn wird mehrere von den Dingern haben.
Falls also das bei euch nicht der Fall ist:- Fragt, ob das Instrument vorgewärmt werden kann!
Natürlich ist das möglich und ich habe eine fast schicke Wärmplatte in der Praxis.
Ansonsten könnt ihr es wie meine Frau halten, die ihren Gyn fragte ob er sich so damit mal den Enddarm untersuchen lassen wolle.
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Notiz an mich: Es liegt eine große Notwendigkeit von jüngeren
Patientinnen vor. Ausführlicher Bericht folgt.Heute 20jährige Patientin zur Regeluntersuchung.Alles verlief normal bis ich meine Handschuhe ausziehen wollte. Nanu, was ist das? Ich drehte die Finger ein wenig im Licht. Glitzert da irgendetwas? Tatsächlich. Wo kommt das denn her?„Entschuldige, ich muss noch mal was tasten und mein Handschuh ist kaputt. Mache dir keine Sorgen“. Ich wechselte den Handschuh und sah mir die Hand und Finger noch einmal an. Nix, kein Glitter. Komische Sache dachte ich und mein Blick viel auf die Vulva der Patientin. Da, alles glitzerte. Was zum ...?
„An dir ist ein wenig Glitzerstaub und ich wundere mich gerade, wie der denn wohl zwischen deine Beiden kommen kann. Hast du irgendeinen schrägen Slip?“
„Das ist nur meine Waschlotion oder das Intimspray.“
„Dein was? Ähm, wo hast du das her?“
„Na, von Rossmann.“
„Ok, ziehe dich mal an, wir müssen reden.“
Es folgte erst ein längerer Vortrag über Intimhygiene um der armen jungen Frau ein wenig die Scham über ihren eigenen Intimgeruch zu nehmen. Dann allerdings erklärte ich der sehr verblüfften Patientin, dass Glitzer nix in der Vulva oder Vagina zu suchen hätten, denn das sind kleine Plastikpartikel die so auch in den Körper gelangen könnten und auf jeden Fall gesundheitsschädlich seien.Sie Verlies mich immerhin ein wenig aufgeräumter.
GLITZERSPAY ?!
Ich rief einer der Azubinen und erzählte ihr von selbigem. Sie nickte wissend, ich biss mir fast in den Arsch und fragte mich, warum ich nicht noch mehr junge Patientinnen habe um bei dem neumodischen Scheiß mehr up to date zu sein, und wohl zu müssen.„Bitte besorge mir in der Drogerie einmal alles was die so an Präparaten für den Intimbereich haben.
„Alles?!“
„Ja, alles“.Wo ist der Whiskey?
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Eine noch recht neue Patientin fragte eben:
"Was bedeutet eigentlich der Aufklebe mit dem Pumps an ihrer Tür?"Das nehme ich zum Anlass ein paar Zeilen zur Aktion "Roter Stöckelschuh" zu schreiben.
Es handelt sich dabei um ein Projekt #Sexarbeiter*innen einen #SafeSpace zu bieten.
Er signalisiert, dass man in dieser Beratungsstelle oder Praxis keine Angst vor Diskriminierung befürchten muss.
Wie sich alle vorstellen können ein ungemein wichtiges und schönes Projekt, da diese Berufsgruppe hoch stigmatisiert ist.Aus dem ursprünglichen Pilotprojekt aus HH wurde mittlerweile eine bundesweite Aktion, die zugegebenermaßen noch etwas Werbung bedarf.
Aber es gibt eine Website und einschlägige Seiten berichten darüber. -
CW: Gesundheit / Gynäkologie / Patientenbericht
Spätestens wenn man an der Praxis ankommt und dort sind eine handvoll Abtreibungsgegner versammelt weiß man, dass es entweder Montag ist oder man einfach so einen schwarzen Tag erwischt hat.
Ab und an verirren die sich auch zu uns und halten Mahnwache vor unserer Praxis.Es ist nicht so, dass sie nicht an der richtigen Adresse wären, denn ich führe Abtreibungen durch: Medikamentösen Schwangerschaftsabbruch bis Woche 7. Meine Kollegen nicht.Das Grüppchen was sich seit ca. zwei oder drei Jahren hier sehr selten einfindet ist harmlos und belästigt niemanden verbal. Jedenfalls nicht meine Patientinnen und das ist mir auch sehr wichtig.Das Grüppchen davor war etwas renitenter und griff verbal mich und Patientinnen an. Mir geht das mehrspurig an meinem knackigen Arsch vorbei. Ich habe auch schon vor denen gestanden, mich wie ein Moviestar „feiern“ lassen und in Fotoposen geschmissen. Sehr allergisch reagiere ich allerdings darauf meine Patientinnen anzugehen, die haben es eh schon schwer und nach meinen Erfahrungen macht es sich keine Frau leicht damit.Ich weiß auch gar nicht, ob die alle zu Pro-Life gehören, aber ich gehe davon aus.#Abtreibung #DieGyn #Sex #Liebesleben #Abtreibungsgegner #Abtreibung #Schwangerschaftsabbruch
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Ich möchte heute über eine sehr besondere Patientin, außergewöhnliche Frau und Freundin schreiben.
Ich übernahm sie mit der Praxis und wir hatten schnell ein besseres Ärztin-Patientin Verhältnis.
Ich versuche sie mal zu beschreiben: Eine bildhübsche Frau mit einem tollen Körper die stets wie aus dem Ei gepellt ist, mit einem sehr femininen aber gesetzten Kleidungsstil, immer geschminkt, immer die Haare gemacht, immer tadellose Nägel. Hochschullehrerin, also Frau Prof. Dr. Akademisch, hoch gebildet durch und durch, aber nicht vergeistigt, denn ihr Körper, ihre Weiblichkeit und ihre Sexualität sind ihr sehr wichtig. Sie ist Tänzerin die mit beiden Beinen im Leben steht und das Herz auf den rechten, nein linken, Fleck hat. In meinen Augen eine richtige Dame.Vor ein paar Jahren durchwanderte ich mit ihr das Tal der Hysterektomie (Totaloperation) was für sie psychisch eine größere Herausforderung war als physisch.
Als letztes Jahr auch noch die Entscheidung für eine Mastektomie (Brustamputation) fiel, saßen wir in meinem Untersuchungszimmer an einem kleinen Tisch uns gegenüber. Sie schaute mich regungslos aber nicht versteinert an. Tränen rannen in Strömen über ihr Gesicht. Nach einer Weile hört ich sie sagen: "Dann höre ich auf eine Frau zu sein". Ich hielt ihre Hände und wir beide weinten wortlos zusammen. Seit dieser Zeit duzen wir uns und eine Freundschaft entstand.Morgen tragen wir diese wundervolle Frau zu Grabe.