home.social

#leonharddobusch — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #leonharddobusch, aggregated by home.social.

  1. It’s Agendasetting, stupid!

    Dobusch paywallfrei

    So ist es: “Der wichtigste und gleichzeitig notwendig normative Ausgangspunkt für jede Nachrichtenmeldung ist die Entscheidung, aus der unendlichen Zahl an möglichen Themen genau eines auszuwählen und zur Nachricht zu machen.” Das schreibt das langjährige österreichische (!) ZDF-Gremienmitglied Leonhard Dobusch, jetzt paywallbefreit, bei uebermedien. Er steigt dort gegen Detlef Esslinger, Leiter des Ressorts „Meinung“ beim ehemaligen Leitmedium SZ, in den Diskurs-Ring. Aus meiner Sicht klarer KO-Sieger mit einem Übergewicht an Argumenten.

    Ein anderes ehemaliges Leitmedium, das sich zur diskursiven Führung beim Brückenbau über die “Brandmauer” zur AfD entschieden hat, die FAZ, macht es täglich vor. Petra Erler schreibt in ihrem etwas erratisch geratenen aktuellen Text gegen Ende ganz richtig: “Zum Beispiel fehlen wichtige Umfragen zu bestimmten politischen Themen, wobei bei solcherlei Umfragen gilt: Man frage nur das, worauf man bereits die Antwort kennt und sicher ist, dass sie politisch in die gewünschte Richtung läuft.”

    Damit kennen die sich in Allensbach aus. Mit folgenden Schlagzeilen versuchen sie in die FAZ-Paywall zu locken: “Die Deutschen und ihre Freiheit – Fast die Hälfte der Deutschen beklagt, dass man seine Meinung nicht mehr frei sagen könne. Doch ihr eigenes Verhältnis zur Freiheit ist widersprüchlich.” Die Erben der Erfinderin der “Schweigespirale” erzählen die unendliche Geschichte der Deutschen, die doch trotz aller von ihnen selbst begangenen Verbrechen immer nur Opfer waren. Und sind.

    Folgerichtig kommen sie, ganz anders als Küppi, anders als Antonia Groß/MDR-Altpapier, und noch ganz viel anders als Werner Rügemer/nachdenkseiten, zu folgendem eindeutigen Ergebnis: “Eliten sehen in Merz einen starken Kanzler – Mit der Regierungsbilanz sind die Führungsspitzen Deutschlands unzufrieden. Wachsende Sorgen macht ihnen auch die sinkende Leistungsbereitschaft und der KI-Vorsprung der USA, zeigt die neue Elite-Umfrage, die Allensbach für F.A.Z. und ‘Capital’ durchgeführt hat.” “Eliten” dort übrigens ganz ohne Anführungszeichen. Im Ruhrgebiet nennen wir sowas asoziales Pack, und ihre Wohngebiete Ghettos.

    Allensbach ist übrigens in Wirklichkeit eine liebliche Ortschaft am Bodensee. Freilich ein Siedlungsgebiet, das aufgrund des real existierenden Immobilienkapitalismus auch in Richtung Ghetto driftet.

  2. It’s Agendasetting, stupid!

    Dobusch paywallfrei

    So ist es: “Der wichtigste und gleichzeitig notwendig normative Ausgangspunkt für jede Nachrichtenmeldung ist die Entscheidung, aus der unendlichen Zahl an möglichen Themen genau eines auszuwählen und zur Nachricht zu machen.” Das schreibt das langjährige österreichische (!) ZDF-Gremienmitglied Leonhard Dobusch, jetzt paywallbefreit, bei uebermedien. Er steigt dort gegen Detlef Esslinger, Leiter des Ressorts „Meinung“ beim ehemaligen Leitmedium SZ, in den Diskurs-Ring. Aus meiner Sicht klarer KO-Sieger mit einem Übergewicht an Argumenten.

    Ein anderes ehemaliges Leitmedium, das sich zur diskursiven Führung beim Brückenbau über die “Brandmauer” zur AfD entschieden hat, die FAZ, macht es täglich vor. Petra Erler schreibt in ihrem etwas erratisch geratenen aktuellen Text gegen Ende ganz richtig: “Zum Beispiel fehlen wichtige Umfragen zu bestimmten politischen Themen, wobei bei solcherlei Umfragen gilt: Man frage nur das, worauf man bereits die Antwort kennt und sicher ist, dass sie politisch in die gewünschte Richtung läuft.”

    Damit kennen die sich in Allensbach aus. Mit folgenden Schlagzeilen versuchen sie in die FAZ-Paywall zu locken: “Die Deutschen und ihre Freiheit – Fast die Hälfte der Deutschen beklagt, dass man seine Meinung nicht mehr frei sagen könne. Doch ihr eigenes Verhältnis zur Freiheit ist widersprüchlich.” Die Erben der Erfinderin der “Schweigespirale” erzählen die unendliche Geschichte der Deutschen, die doch trotz aller von ihnen selbst begangenen Verbrechen immer nur Opfer waren. Und sind.

    Folgerichtig kommen sie, ganz anders als Küppi, anders als Antonia Groß/MDR-Altpapier, und noch ganz viel anders als Werner Rügemer/nachdenkseiten, zu folgendem eindeutigen Ergebnis: “Eliten sehen in Merz einen starken Kanzler – Mit der Regierungsbilanz sind die Führungsspitzen Deutschlands unzufrieden. Wachsende Sorgen macht ihnen auch die sinkende Leistungsbereitschaft und der KI-Vorsprung der USA, zeigt die neue Elite-Umfrage, die Allensbach für F.A.Z. und ‘Capital’ durchgeführt hat.” “Eliten” dort übrigens ganz ohne Anführungszeichen. Im Ruhrgebiet nennen wir sowas asoziales Pack, und ihre Wohngebiete Ghettos.

    Allensbach ist übrigens in Wirklichkeit eine liebliche Ortschaft am Bodensee. Freilich ein Siedlungsgebiet, das aufgrund des real existierenden Immobilienkapitalismus auch in Richtung Ghetto driftet.

  3. Gelungen

    Meditation über Journalismus heute

    mit Update mittags

    Nein, nicht von mir. Ralf Heimann/MDR-Altpapier hat das gestern geliefert: Kritik der reinigenden Vernunft – Lange galt: Gute Journalisten zeigen keine Haltung. Das Gegenteil ist richtig – denn sie ist Voraussetzung für Glaubwürdigkeit. Wenn Sie jetzt an Aktivismus denken, lesen Sie diesen Text.” Heimann macht beruflich Lokaljournalismus, und zwar hier. Er hat für uns in den Paywalls von SZ und uebermedien gelesen und lässt uns daran teilhaben.

    Die mauernde SZ lese ich nun schon lange nicht mehr. Leonhard Dobusch/uebermedien dagegen auf jeden Fall, jedoch erst, wenn er dort nach einer Woche aus der Paywall freigelassen wird. Läuft ja nicht weg, und wird an Aktualität eher gewinnen als verlieren.

    Die SZ übrigens wäre hierzulande die beste Mordwaffe für den Femizid, der in dieser ausgezeichneten Barnaby-Folge zu sehen ist. Die aussagewillige Mrs. Bingham wird von einem umfallenden Zeitungsstapel erschlagen. Den dort erwähnten Bingham-Krater auf dem Mond gibt es tatsächlich, im Gegensatz zu der weitgehend durch Serienmorde entvölkerten Grafschaft Midsomer.

    Doch ist ein Zeitungsstapel wirklich eine geeignete Waffe? Eine Wochenendausgabe der SZ kostet mittlerweile rund 10 Mark. Da gibt es doch heute weit preisgünstigere Killerwerkzeuge …

    Barnaby übrigens montags auf ZDFneo wegen des grossen Erfolges jetzt immer in drei Folgen hintereinander.

    Misslungen

    War gestern die 20Uhr-Tagesschau. Sie bestand nämlich zur Hälfte aus einem Interview, in dem der Bundeskanzler seinen Kampf gegen die bösen Sozialschmarotzer verkündigen durfte. “Normal” wäre das im anschliessenden “ARD-Brennpunkt” gewesen. Aber aus Furcht, dass den keine*r mehr guckt – er war ausserdem für “Nahost” reserviert – wurde das Interview im Sendeablauf vorgezogen und machte die Nachrichtensendung mit Friedrich Merz voll.

    Die ARD setzt damit die Entwertung der Tagesschau als seriöses Nachrichtenmedium fort, und verwandelt sie immer mehr in ein Verkündigungsorgan. Die zuständigen Hierarchen lesen offenbar die von ihnen selbst beauftragten Umfragen nicht. 40% genügen ihnen als anzusprechende Zielgruppe. Sie werden bescheiden.

    So enteignen sie uns unsere öffentlichen Medien. Und ruinieren jedes potenzielle Engagement für ihre Erhaltung.

    Update mittags

    Gelungen

    Der geschätzte Kollege René Martens/MDR-Altpapier schreibt zum Treiben des Merz u.a. sehr treffend: “Die schwarze-rote Koalition hat mit dieser ‘Reform’ schlicht einen zentralen Aspekt ihres Raison d’Être in die Tat umgesetzt: Menschen, denen es schlecht geht, soll es noch viel schlechter gehen. Aus ihrer Sicht konnte die Koalition gar nicht anders, sie hätte sonst ihre tiefsten Überzeugungen verraten.”

  4. Gelungen

    Meditation über Journalismus heute

    mit Update mittags

    Nein, nicht von mir. Ralf Heimann/MDR-Altpapier hat das gestern geliefert: Kritik der reinigenden Vernunft – Lange galt: Gute Journalisten zeigen keine Haltung. Das Gegenteil ist richtig – denn sie ist Voraussetzung für Glaubwürdigkeit. Wenn Sie jetzt an Aktivismus denken, lesen Sie diesen Text.” Heimann macht beruflich Lokaljournalismus, und zwar hier. Er hat für uns in den Paywalls von SZ und uebermedien gelesen und lässt uns daran teilhaben.

    Die mauernde SZ lese ich nun schon lange nicht mehr. Leonhard Dobusch/uebermedien dagegen auf jeden Fall, jedoch erst, wenn er dort nach einer Woche aus der Paywall freigelassen wird. Läuft ja nicht weg, und wird an Aktualität eher gewinnen als verlieren.

    Die SZ übrigens wäre hierzulande die beste Mordwaffe für den Femizid, der in dieser ausgezeichneten Barnaby-Folge zu sehen ist. Die aussagewillige Mrs. Bingham wird von einem umfallenden Zeitungsstapel erschlagen. Den dort erwähnten Bingham-Krater auf dem Mond gibt es tatsächlich, im Gegensatz zu der weitgehend durch Serienmorde entvölkerten Grafschaft Midsomer.

    Doch ist ein Zeitungsstapel wirklich eine geeignete Waffe? Eine Wochenendausgabe der SZ kostet mittlerweile rund 10 Mark. Da gibt es doch heute weit preisgünstigere Killerwerkzeuge …

    Barnaby übrigens montags auf ZDFneo wegen des grossen Erfolges jetzt immer in drei Folgen hintereinander.

    Misslungen

    War gestern die 20Uhr-Tagesschau. Sie bestand nämlich zur Hälfte aus einem Interview, in dem der Bundeskanzler seinen Kampf gegen die bösen Sozialschmarotzer verkündigen durfte. “Normal” wäre das im anschliessenden “ARD-Brennpunkt” gewesen. Aber aus Furcht, dass den keine*r mehr guckt – er war ausserdem für “Nahost” reserviert – wurde das Interview im Sendeablauf vorgezogen und machte die Nachrichtensendung mit Friedrich Merz voll.

    Die ARD setzt damit die Entwertung der Tagesschau als seriöses Nachrichtenmedium fort, und verwandelt sie immer mehr in ein Verkündigungsorgan. Die zuständigen Hierarchen lesen offenbar die von ihnen selbst beauftragten Umfragen nicht. 40% genügen ihnen als anzusprechende Zielgruppe. Sie werden bescheiden.

    So enteignen sie uns unsere öffentlichen Medien. Und ruinieren jedes potenzielle Engagement für ihre Erhaltung.

    Update mittags

    Gelungen

    Der geschätzte Kollege René Martens/MDR-Altpapier schreibt zum Treiben des Merz u.a. sehr treffend: “Die schwarze-rote Koalition hat mit dieser ‘Reform’ schlicht einen zentralen Aspekt ihres Raison d’Être in die Tat umgesetzt: Menschen, denen es schlecht geht, soll es noch viel schlechter gehen. Aus ihrer Sicht konnte die Koalition gar nicht anders, sie hätte sonst ihre tiefsten Überzeugungen verraten.”