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#lasseliest — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #lasseliest, aggregated by home.social.

  1. Leben unter Rehen

    Geoffroy Delorme wird nach einem traumatischen Erlebnis in der Schule nur noch von Fernlehrern unterrichtet. Zurückgezogen wächst er im Haus der Eltern auf. Doch auf seinen heimlichen Streifzügen durch die angrenzenden Wälder entdeckt er einen einzigartigen Kosmos, der ihn anzieht.
    Und als er, fast volljährig, in die Welt der Menschen hinausgedrängt werden soll, von der er so viele Jahre ferngehalten wurde, beschließt er, dem Ruf des Waldes endgültig zu folgen.
    Die Begegnung mit einem jungen Rehbock wird dabei zur Initialzündung. Fortan begleitet er diese anmutigen Geschöpfe und lernt von ihnen: wie man ein Revier anlegt und nährstoffreiche Pflanzen findet. Wie man sich nachts warm hält und im Wechsel der Jahreszeiten überlebt. Er wird Zeuge, wie Kitze geboren werden, aber auch, wie Jäger die Tiere abrupt aus dem Leben reißen.
    In dem tief bewegenden Bestseller aus Frankreich, erzählt der junge Autor zärtlich und voller Demut davon, wie er sich auf der Suche nach einem erfüllten Leben von der menschlichen Gesellschaft abwendet. ‚Von der Kompromisslosigkeit und zugleich heilenden Kraft der Natur. Und von der faszinierenden, uns oftmals verborgenen Welt der Waldbewohner.
    ...

    Selten habe ich ein Buch so verschlungenen wie dieses.
    UNBEDINGTE Leseempfehlung für alle, die sich für die uns verborgene Lebenswelt in unseren Wäldern interessieren.

    #LasseLiest #Rehe #Wald

  2. ..
    In Südindien fand man in einer Meeresalge einen #Pilz aus der Gattung Fusarium, der wirksame Metabolite gegen #Malaria herstellt und im menschlichen Blut den Erreger der lebensgefährlichen Malaria tropica, Plasmodium falciparum, bekämpft. Zwischenzeitlich sind aus Meeresalgen zahlreiche Pilzsymbionten bekannt geworden - ein faszinierender Forschungsbereich: Die Natur, das ist nicht nur Fressen und Gefressenwerden, die Natur ist in wesentlicher Hinsicht auch auf Kooperationen zum beiderseitigen Nutzen gegründet.

    Pilze in Korallenriffen
    Nicht minder bedeutend ist die Rolle der Pilze in den so schönen und artenreichen Korallenriffen. Fungi treten hier als Endobionten, als Pathogene in Korallen, als Teil des Endolithions (Organismen, die im Kalkgestein bohren bzw. leben) und als Saprobionten auf, die in toter, sich zersetzender organischer Substanz leben. Obwohl bohrende, endolithische Fungi bereits 1973 beschrieben wurden, hat man ihre volle Bedeutung im Ökosystem Riff erst nach und nach erkannt. In allen vorstellbaren symbiotischen bis parasitischen Wechselwirkungen, spielen Pilze im Riff eine wichtige Rolle. Schon seit Jahrzehnten ist die unheilvolle Korallenbleiche {coral bleaching), das Ausbleichen und Absterben von riffbildenden Steinkorallen, ein großes Thema des Meeresschutzes, doch hängt dieses unerfreuliche Phänomen
    nicht ausschließlich mit der steigenden Temperatur des
    Wassers zusammen. Wenn die Immunität der Korallen durch schädliche, vom Menschen verursachte Umwelteinflüsse geschwächt ist, werden sie durch eine Vielzahl von Pathogenen bedroht, und dazu gehören auch mikroskopisch kleine Pilze.

    #Natur #Meer #Pilze #LasseLiest

  3. ...
    Wenn Sie nur einen winzigen Bruchteil all der Wunder im Boden erahnen möchten, machen Sie es dem amerikanischen Okologieprofessor David G. Haskell nach, der, mit einer Lupe ausgestattet, ein ganzes Jahr lang einen Quadratmeter Waldboden beobachtete und dabei das Zusammenspiel kleiner Lebewesen dokumentierte.
    Auf die Frage, ob das nicht furchtbar öde gewesen sei,
    antwortete er: In keinem Moment. Ich war jeden Tag neu
    verblüfft über die vielen Kreaturen auf diesem einen Quadratmeter - und über die vielen Geschichten, die sie erzählen.
    Je länger ich hinschaute, hinhörte und hin roch, umso inteteressanter wurde es.
    ...

    Ich kenne das Buch und kann es nur empfehlen - eine meditative Reise in ein unbekanntes Land.

    Das verborgene Leben des Waldes.
    David Haskell

    portal.dnb.de/opac/showFullRec…

    #Natur #Wald #Pilze #LasseLiest

  4. ...
    Im Dunkeln ist gut munkeln

    Wie kann man sich diese Kontaktbörse des Waldes vorstellen? Pflanzen verwenden sogenannte Strigolactone,
    Pflanzenhormone, um die Pilze zur Wurzel zu locken. Unter Milliarden von Bodenorganismen findet so der »verliebte Pilz« in völliger Dunkelheit und einem sehr
    dichten Medium den Weg zu »seiner Wurzel«. Der Pilz
    hingegen teilt mit Hilfe der sogenannten Myc-Faktoren (chemisch handelt es sich um Chitin-Oligomere) der Pflanze mit: "Ich bin schon nahe, gleich kommt es zum Kontakt, löse deine Abwehrmechanismen nicht aus, bilde stattdessen feine Seitenwurzeln aus, die ich in aller Ruhe umschlingen kann." Diese präsymbiotische Phase könnten wir aus menschlicher Perspektive als die Zeit der zärtlichen Anbahnung bezeichnen. In dieser Phase geht es darum, Vertrauen zueinander aufzubauen. Immerhin lauern auch Parasiten, »Heiratsschwindler« sozusagen,
    auf ihre Chance. In den Zellen der künftigen Partner laufen während des Kennenlernens dramatische Umbauten ab: Während der Pilz ein sogenanntes Hyphopodium
    ausbildet, mit dem er an die Pflanzenwurzel andockt,
    durchlaufen die unter dem Hyphopodium liegenden epidermalen Zellen der Wurzelrinde einen umfassenden
    zellulären Umbau. Das Cytoskelett und das Endoplasmatische Reticulum formen einen sogenannten pre-penetra-tion apparatus (PPA), der den Weg der Pilzhyphe, also des Zellfadens des Pilzes, durch die epidermale Zelle festlegt. Der Pilz wächst also nicht »mit Gewalt« durch die Pflanzenzellen hindurch, vielmehr macht ihm der Wirt
    den Weg aktiv frei.

    #Natur #Wald #Pilze #LasseLiest
    ...

  5. ...
    Alles wird immer lauter, immer greller, immer schneller.
    Doch unser Gehirn ist dafür nicht gemacht, es stammt aus einer Zeit, als es noch Lagerfeuer gab
    und klare Sternenhimmel und echte Ruhe.

    Tim Schlenzig, mymonk.de
    ...
    😊
    #Natur #Wald #Pilze #LasseLiest

  6. ...
    Diese Zusammenhänge, die Zusammengehörigkeit allen Lebens auf der Erde, bieten uns in Zeiten der Entfremdung von der Natur und ihrer Zerstörung positive Inspiration. »Erst im Wald kam alles zur Ruhe in mir, meine Seele wurde ausgeglichen und voller Macht«, schrieb Knut Hamsun. Die segensreichen und fördernden Einflüsse auf unsere Gesundheit bewirken die unzähligen Lebewesen des Waldes — und natürlich auch die Pilze. Diese
    Lebewesen arbeiten erstaunlich oft nicht in »darwinistischer« Konkurrenz gegeneinander, sondern kooperativ zusammen. Sie werden in diesem Buch manches über Symbiosen lesen und darüber, dass die überragende Bedeutung von Zusammenarbeit in dem Bild, das wir von der Natur haben, irgendwie untergegangen zu sein scheint.
    Gerade die Pilze sind ein Sinnbild der Kooperation.
    Ihr Myzel, ein unvorstellbar großes Geflecht des Lebens, erzählt von der Vernetzung der Lebewesen und vom und vom Austausch von Stoffen und Energien zum gegenseitigen Nutzen und von einer Kommunikation auch jenseits der Tierwelt.
    ...
    #Natur #Wald #Pilze #LasseLiest
  7. So - Sonntag Nachmittag, Tee in der Kanne, Füsse auf'm Coutchtisch und meinen Buddy neben mir - Zeit für ein neues Buch.

    Das geheimnisvolle Leben der Pilze.
    Das faszinierende Wunder einer verborgenen Welt
    Robert Hofrichter

    Bin gespannt was es zu lernen gibt.

    #Natur #Wald #Pilze #LasseLiest

  8. ...
    Nach den politischen Umwälzungen des Jahres 2016 schienen diese Kommentare relevanter denn je. Im Web fehlte es an #Mitgefühl - doch das war kein menschliches Versagen, sondern ein Designproblem. Etwas an der technischen Struktur des Web schien diese Toxizität zu begünstigen. Ich erkannte zwei Symptome, die
    auf dieselbe Krankheit zurückgingen.

    Derzeit ist das schlimmste Symptom die Polarisierung im Web. Die sozialen Medien, wie sie heute aufgebaut sind, verleiten den User dazu, extreme politische Positionen zu beziehen und Andersdenkende zu dämonisieren. Das erschwert konstruktives Engagement, befeuert haarsträubende Verschwörungstheorien und Demagogie, die sachliche Überlegungen in den Hintergrund drängt.
    Bald könnten zivilisierte Diskussionen über wichtige Themen unmöglich werden. Ich befürchte, dass diese gesellschaftliche Polarisierung schwerwiegende Folgen für die Menschheit haben könnte —
    mit globalen Konsequenzen.

    Das zweite Symptom betrifft den Einzelnen noch direkter, Viele User berichten, dass sie nach längerer Nutzung sozialer Medien psychische Probleme entwickeln. Die Liste der damit in Verbindung gebrachten Beschwerden ist alarmierend: Angstzustände, Depressionen, übersteigerte Eifersucht, Minderwertigkeitsgefühle,
    Einsamkeit, gestörtes Körperbild - und sogar Suizidgedanken. Be-
    sonders stark betroffen ist die junge Generation.
    Was ist das gemeinsame Designproblem hinter all diesen beunruhigenden Symptomen? Web-Forscher, die sich mit der Informationssphäre befassen, haben einen klaren Zusammenhang zwischen sozialen Medien und gesellschaftlicher Polarisierung festgestellt. Die Social-Media-Konzerne setzen gezielt maschinelles Lernen ein, um User an ihre Plattformen zu fesseln. Das Design dieser Systeme ist darauf ausgelegt, süchtig zu machen — unter anderem, indem sie immer extremere Inhalte vorschlagen, die Nutzer abwechselnd wütend oder niedergeschlagen machen. Denn leider gibt es in der menschlichen Psyche eine Schwachstelle: Wir sind anfällig für negative Emotionen - und die Tech-Giganten haben gelernt genau das auszunutzen.
    ...

    #LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #Mikrotargeting #SocialMedia
    #DesignIssues #Tim Berners Lee

  9. ...
    Das erste Anzeichen dafür, dass etwas ernsthaft aus dem Ruder lief, war die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Die Brexit-Befiirworter verkauften der britischen Öffentlichkeit ihre Position unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Sie versprachen, dass durch den Austritt aus der EU die Einwanderung verringert, die wirtschaftliche Lage verbessert und der Staatshaushalt ausgeglichen werden könne. Die Irreführung durch die Brexit-Kampagne war für sich genommen noch nichts Besonderes; was sie ungewöhnlich machte, war vielmehr die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit in die Irre geführt wurde.
    Die klassische politische Falschdarstellung wird in Sonntagsreden, Fernsehinterviews und sogar als Aufschrift auf Bussen bis zum Überdruss wiederholt — mit anderen Worten: Sie wird per Broadcast (Rundfunk) gesendet. Jeder kann sehen, was gesagt wird, und die gegenteilige Wahrheit kann ebenfalls gesendet werden, um die Lüge zu bekämpfen. Doch zusätzlich machten die Brexit-Befür‘worter noch etwas ganz anderes: Sie verbreiteten ihre Fehlinformationen nicht nur über das Fernsehen, sondern auch per Narrowcast (Schmalfunk) über Social Media - gezielt an jene Bevölkerungs-Segmente, die am empfänglichsten für ihre Botschaft waren.
    Die Brexit-Kampagne wurde von Cambridge Analytica unterstützt, einem britischen Politikberatungsunternehmen, das sich darauf spezialisiert hatte, Facebook-Daten zu nutzen, um gezielt Wähler zu beeinflussen. Zunächst bestritt das Unternehmen, an der Brexit-Kampagne beteiligt gewesen zu sein — bis ein zehnseitiges Paper mit dem Titel «Big Data Solutions for the EU Referendum» geleakt wurde und endgültig belegte, dass es involviert war. Die Strategie von Cambridge Analytica bestand darin, Wechselwähler zu identifizieren und mittels «Mikrotargeting» gezielt anzusprechen, basierend auf hochentwickelten Analyseverfahren, mit denen jedem einzelnen Wähler in einem bestimmten Gebiet numerische Werte für bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugewiesen wurden.
    Demografische Profilierung von Wählergruppen war an sich nichts Neues, doch die riesigen Datenmengen, die über User der von Cambridge Analytica verbreiteten App gesammelt wurden, führten zu weitaus detaillierteren und präziseren Persönlichkeitsprofilen als je zuvor. Diese Daten ließen sich mit sogenannten A/B-
    Tests kombinieren, bei denen die Reaktionen von Probanden auf verschiedene Varianten derselben politischen Botschaft gemessen wurden, um die wirkungsvollsten Schlagzeilen zu ermitteln. Die Verbindung von Mikrotargeting und Fehlinformationen ermöglichte eine personalisierte politische Propaganda, die gezielt und unbemerkt an jene Teile der Wählerschaft ausgespielt wurde, die am ehesten dazu neigten, ihr Glauben zu schenken. Ich möchte hinzufügen, dass ein weiterer entscheidender Faktor für das Brexit-Debakel die Dysfunktionalität von Artikel 50 war — jener Klausel im Vertrag über die Europäische Union, die es einem Mitgliedstaat erlaubt, den Austritt einzuleiten. Hätte es sowohl vor als auch
    nach den Austrittsverhandlungen eine Volksabstimmung gegeben. wäre vielleicht klarer gewesen, worüber wir eigentlich abgestimmt haben. Stattdessen mussten wir über politische Versprechen entscheiden - und dank Narrowcasting und Mikrotargeting, konnten diese Versprechen je nach Zielgruppe völlig unterschiedlich ausfallen.
    Das Ergebnis der Brexit-Abstimmung hatte viele Ursachen, doch ein neuartiges System zur wirkungsvollen Verbreitung politischer
    Botschaften war zweifellos eine davon. Wirklich begriffen, wie zerstörerisch dieses System sein konnte, habe ich allerdings erst nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2010.
    Auch bei dieser Wahl spielte Cambridge Analyrica eine Rolle: Von einem Büro im zweiten Stock in London aus zog das Unternehmen die Strippen, um die amerikanische Wählerschaft zu beeinflussen.
    «Heute haben wir in den Vereinigten Staaten etwa vier- oder fünftausend Datenpunkte zu jeder einzelnen Person, erklärte der CEO von Cambridge Analytica, Alexander Nix, wenige Wochen vor der Wahl gegenüber Sky News.
    "Das heißt, dass wir die Persönlichkeit jedes erwachsenen US-Bürgers modellieren — also etwa 230 Millionen Menschen.»
    Rückblickend wurde der Einfluss von Cambridge Analytica in der Zeit unmittelbar nach der Wahl vielleicht überschätzt. Doch es
    liegt auf der Hand, warum das Unternehmen eine solche Kontroverse auslöste. Für traditionelle Funk- und Fernsehmedien galten relativ strenge Regeln für politische Werbung, während es in den sozialen Medien kaum Vorschriften gab — wenn überhaupt. Hinzu kam, dass nur ein winziger Teil der Bevölkerung die Botschaften überhaupt sah, nämlich genau der, der am empfänglichsten dafür war. Man muss kein Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen, welchen Schaden provozierende, gezielte, heimliche und hochgradig personalisierte Propaganda dem demokratischen Diskurs zufügen kann. Heute vergleiche ich Cambridge Analyticas Methoden mit einem verdeckt eingesetzten Megafon.
    Am Wahlabend 2016 war ich in den Vereinigten Staaten. Ein
    Freund feierte in seinem Haus außerhalb von Boston eine Wahlparty. Aufgrund der Umfragen ging ich davon aus, dass Hillary Clinton gewinnen würde — und brachte für den Anlass eine Flasche Sekt mit. Die Stimmung war von Anfang an zuversichtlich und ausgelassen, viele der Anwesenden freuten sich, dass Hillary bald die sogenannte gläserne Decke durchbrechen würde. Doch als die Ergebnisse eintrafen, wurde es immer stiller im Raum, und die Gesichtsausdrücke meiner Freunde wechselten von freudiger Erwartung zu sprachlosem Unglauben. Im Laufe des Abends wurde klar, dass Trump zwar bei den Wählerstimmen deutlich unterlag, aber im Wahlmännerkollegium die Mehrheit erringen und damit die Präsidentschaft gewinnen würde. Die fröhliche Stimmung
    wich bitterer Enttäuschung und immer mehr Gäste gingen. Ich zog mich zurück und versteckte meine Sektflasche hinter einem Vorhang. Vielleicht steht sie heute noch dort.
    ..

    #LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #Mikrotargeting #SocialMedia

  10. ...
    Das erste Anzeichen dafür, dass etwas ernsthaft aus dem Ruder lief, war die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Die Brexit-Befiirworter verkauften der britischen Öffentlichkeit ihre Position unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Sie versprachen, dass durch den Austritt aus der EU die Einwanderung verringert, die wirtschaftliche Lage verbessert und der Staatshaushalt ausgeglichen werden könne. Die Irreführung durch die Brexit-Kampagne war für sich genommen noch nichts Besonderes; was sie ungewöhnlich machte, war vielmehr die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit in die Irre geführt wurde.
    Die klassische politische Falschdarstellung wird in Sonntagsreden, Fernsehinterviews und sogar als Aufschrift auf Bussen bis zum Überdruss wiederholt — mit anderen Worten: Sie wird per Broadcast (Rundfunk) gesendet. Jeder kann sehen, was gesagt wird, und die gegenteilige Wahrheit kann ebenfalls gesendet werden, um die Lüge zu bekämpfen. Doch zusätzlich machten die Brexit-Befür‘worter noch etwas ganz anderes: Sie verbreiteten ihre Fehlinformationen nicht nur über das Fernsehen, sondern auch per Narrowcast (Schmalfunk) über Social Media - gezielt an jene Bevölkerungs-Segmente, die am empfänglichsten für ihre Botschaft waren.
    Die Brexit-Kampagne wurde von Cambridge Analytica unterstützt, einem britischen Politikberatungsunternehmen, das sich darauf spezialisiert hatte, Facebook-Daten zu nutzen, um gezielt Wähler zu beeinflussen. Zunächst bestritt das Unternehmen, an der Brexit-Kampagne beteiligt gewesen zu sein — bis ein zehnseitiges Paper mit dem Titel «Big Data Solutions for the EU Referendum» geleakt wurde und endgültig belegte, dass es involviert war. Die Strategie von Cambridge Analytica bestand darin, Wechselwähler zu identifizieren und mittels «Mikrotargeting» gezielt anzusprechen, basierend auf hochentwickelten Analyseverfahren, mit denen jedem einzelnen Wähler in einem bestimmten Gebiet numerische Werte für bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugewiesen wurden.
    Demografische Profilierung von Wählergruppen war an sich nichts Neues, doch die riesigen Datenmengen, die über User der von Cambridge Analytica verbreiteten App gesammelt wurden, führten zu weitaus detaillierteren und präziseren Persönlichkeitsprofilen als je zuvor. Diese Daten ließen sich mit sogenannten A/B-
    Tests kombinieren, bei denen die Reaktionen von Probanden auf verschiedene Varianten derselben politischen Botschaft gemessen wurden, um die wirkungsvollsten Schlagzeilen zu ermitteln. Die Verbindung von Mikrotargeting und Fehlinformationen ermöglichte eine personalisierte politische Propaganda, die gezielt und unbemerkt an jene Teile der Wählerschaft ausgespielt wurde, die am ehesten dazu neigten, ihr Glauben zu schenken. Ich möchte hinzufügen, dass ein weiterer entscheidender Faktor für das Brexit-Debakel die Dysfunktionalität von Artikel 50 war — jener Klausel im Vertrag über die Europäische Union, die es einem Mitgliedstaat erlaubt, den Austritt einzuleiten. Hätte es sowohl vor als auch
    nach den Austrittsverhandlungen eine Volksabstimmung gegeben. wäre vielleicht klarer gewesen, worüber wir eigentlich abgestimmt haben. Stattdessen mussten wir über politische Versprechen entscheiden - und dank Narrowcasting und Mikrotargeting, konnten diese Versprechen je nach Zielgruppe völlig unterschiedlich ausfallen.
    Das Ergebnis der Brexit-Abstimmung hatte viele Ursachen, doch ein neuartiges System zur wirkungsvollen Verbreitung politischer
    Botschaften war zweifellos eine davon. Wirklich begriffen, wie zerstörerisch dieses System sein konnte, habe ich allerdings erst nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2010.
    Auch bei dieser Wahl spielte Cambridge Analyrica eine Rolle: Von einem Büro im zweiten Stock in London aus zog das Unternehmen die Strippen, um die amerikanische Wählerschaft zu beeinflussen.
    «Heute haben wir in den Vereinigten Staaten etwa vier- oder fünftausend Datenpunkte zu jeder einzelnen Person, erklärte der CEO von Cambridge Analytica, Alexander Nix, wenige Wochen vor der Wahl gegenüber Sky News.
    "Das heißt, dass wir die Persönlichkeit jedes erwachsenen US-Bürgers modellieren — also etwa 230 Millionen Menschen.»
    Rückblickend wurde der Einfluss von Cambridge Analytica in der Zeit unmittelbar nach der Wahl vielleicht überschätzt. Doch es
    liegt auf der Hand, warum das Unternehmen eine solche Kontroverse auslöste. Für traditionelle Funk- und Fernsehmedien galten relativ strenge Regeln für politische Werbung, während es in den sozialen Medien kaum Vorschriften gab — wenn überhaupt. Hinzu kam, dass nur ein winziger Teil der Bevölkerung die Botschaften überhaupt sah, nämlich genau der, der am empfänglichsten dafür war. Man muss kein Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen, welchen Schaden provozierende, gezielte, heimliche und hochgradig personalisierte Propaganda dem demokratischen Diskurs zufügen kann. Heute vergleiche ich Cambridge Analyticas Methoden mit einem verdeckt eingesetzten Megafon.
    Am Wahlabend 2016 war ich in den Vereinigten Staaten. Ein
    Freund feierte in seinem Haus außerhalb von Boston eine Wahlparty. Aufgrund der Umfragen ging ich davon aus, dass Hillary Clinton gewinnen würde — und brachte für den Anlass eine Flasche Sekt mit. Die Stimmung war von Anfang an zuversichtlich und ausgelassen, viele der Anwesenden freuten sich, dass Hillary bald die sogenannte gläserne Decke durchbrechen würde. Doch als die Ergebnisse eintrafen, wurde es immer stiller im Raum, und die Gesichtsausdrücke meiner Freunde wechselten von freudiger Erwartung zu sprachlosem Unglauben. Im Laufe des Abends wurde klar, dass Trump zwar bei den Wählerstimmen deutlich unterlag, aber im Wahlmännerkollegium die Mehrheit erringen und damit die Präsidentschaft gewinnen würde. Die fröhliche Stimmung
    wich bitterer Enttäuschung und immer mehr Gäste gingen. Ich zog mich zurück und versteckte meine Sektflasche hinter einem Vorhang. Vielleicht steht sie heute noch dort.
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    #LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #Mikrotargeting #SocialMedia

  11. ...
    Das erste Anzeichen dafür, dass etwas ernsthaft aus dem Ruder lief, war die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Die Brexit-Befiirworter verkauften der britischen Öffentlichkeit ihre Position unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Sie versprachen, dass durch den Austritt aus der EU die Einwanderung verringert, die wirtschaftliche Lage verbessert und der Staatshaushalt ausgeglichen werden könne. Die Irreführung durch die Brexit-Kampagne war für sich genommen noch nichts Besonderes; was sie ungewöhnlich machte, war vielmehr die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit in die Irre geführt wurde.
    Die klassische politische Falschdarstellung wird in Sonntagsreden, Fernsehinterviews und sogar als Aufschrift auf Bussen bis zum Überdruss wiederholt — mit anderen Worten: Sie wird per Broadcast (Rundfunk) gesendet. Jeder kann sehen, was gesagt wird, und die gegenteilige Wahrheit kann ebenfalls gesendet werden, um die Lüge zu bekämpfen. Doch zusätzlich machten die Brexit-Befür‘worter noch etwas ganz anderes: Sie verbreiteten ihre Fehlinformationen nicht nur über das Fernsehen, sondern auch per Narrowcast (Schmalfunk) über Social Media - gezielt an jene Bevölkerungs-Segmente, die am empfänglichsten für ihre Botschaft waren.
    Die Brexit-Kampagne wurde von Cambridge Analytica unterstützt, einem britischen Politikberatungsunternehmen, das sich darauf spezialisiert hatte, Facebook-Daten zu nutzen, um gezielt Wähler zu beeinflussen. Zunächst bestritt das Unternehmen, an der Brexit-Kampagne beteiligt gewesen zu sein — bis ein zehnseitiges Paper mit dem Titel «Big Data Solutions for the EU Referendum» geleakt wurde und endgültig belegte, dass es involviert war. Die Strategie von Cambridge Analytica bestand darin, Wechselwähler zu identifizieren und mittels «Mikrotargeting» gezielt anzusprechen, basierend auf hochentwickelten Analyseverfahren, mit denen jedem einzelnen Wähler in einem bestimmten Gebiet numerische Werte für bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugewiesen wurden.
    Demografische Profilierung von Wählergruppen war an sich nichts Neues, doch die riesigen Datenmengen, die über User der von Cambridge Analytica verbreiteten App gesammelt wurden, führten zu weitaus detaillierteren und präziseren Persönlichkeitsprofilen als je zuvor. Diese Daten ließen sich mit sogenannten A/B-
    Tests kombinieren, bei denen die Reaktionen von Probanden auf verschiedene Varianten derselben politischen Botschaft gemessen wurden, um die wirkungsvollsten Schlagzeilen zu ermitteln. Die Verbindung von Mikrotargeting und Fehlinformationen ermöglichte eine personalisierte politische Propaganda, die gezielt und unbemerkt an jene Teile der Wählerschaft ausgespielt wurde, die am ehesten dazu neigten, ihr Glauben zu schenken. Ich möchte hinzufügen, dass ein weiterer entscheidender Faktor für das Brexit-Debakel die Dysfunktionalität von Artikel 50 war — jener Klausel im Vertrag über die Europäische Union, die es einem Mitgliedstaat erlaubt, den Austritt einzuleiten. Hätte es sowohl vor als auch
    nach den Austrittsverhandlungen eine Volksabstimmung gegeben. wäre vielleicht klarer gewesen, worüber wir eigentlich abgestimmt haben. Stattdessen mussten wir über politische Versprechen entscheiden - und dank Narrowcasting und Mikrotargeting, konnten diese Versprechen je nach Zielgruppe völlig unterschiedlich ausfallen.
    Das Ergebnis der Brexit-Abstimmung hatte viele Ursachen, doch ein neuartiges System zur wirkungsvollen Verbreitung politischer
    Botschaften war zweifellos eine davon. Wirklich begriffen, wie zerstörerisch dieses System sein konnte, habe ich allerdings erst nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2010.
    Auch bei dieser Wahl spielte Cambridge Analyrica eine Rolle: Von einem Büro im zweiten Stock in London aus zog das Unternehmen die Strippen, um die amerikanische Wählerschaft zu beeinflussen.
    «Heute haben wir in den Vereinigten Staaten etwa vier- oder fünftausend Datenpunkte zu jeder einzelnen Person, erklärte der CEO von Cambridge Analytica, Alexander Nix, wenige Wochen vor der Wahl gegenüber Sky News.
    "Das heißt, dass wir die Persönlichkeit jedes erwachsenen US-Bürgers modellieren — also etwa 230 Millionen Menschen.»
    Rückblickend wurde der Einfluss von Cambridge Analytica in der Zeit unmittelbar nach der Wahl vielleicht überschätzt. Doch es
    liegt auf der Hand, warum das Unternehmen eine solche Kontroverse auslöste. Für traditionelle Funk- und Fernsehmedien galten relativ strenge Regeln für politische Werbung, während es in den sozialen Medien kaum Vorschriften gab — wenn überhaupt. Hinzu kam, dass nur ein winziger Teil der Bevölkerung die Botschaften überhaupt sah, nämlich genau der, der am empfänglichsten dafür war. Man muss kein Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen, welchen Schaden provozierende, gezielte, heimliche und hochgradig personalisierte Propaganda dem demokratischen Diskurs zufügen kann. Heute vergleiche ich Cambridge Analyticas Methoden mit einem verdeckt eingesetzten Megafon.
    Am Wahlabend 2016 war ich in den Vereinigten Staaten. Ein
    Freund feierte in seinem Haus außerhalb von Boston eine Wahlparty. Aufgrund der Umfragen ging ich davon aus, dass Hillary Clinton gewinnen würde — und brachte für den Anlass eine Flasche Sekt mit. Die Stimmung war von Anfang an zuversichtlich und ausgelassen, viele der Anwesenden freuten sich, dass Hillary bald die sogenannte gläserne Decke durchbrechen würde. Doch als die Ergebnisse eintrafen, wurde es immer stiller im Raum, und die Gesichtsausdrücke meiner Freunde wechselten von freudiger Erwartung zu sprachlosem Unglauben. Im Laufe des Abends wurde klar, dass Trump zwar bei den Wählerstimmen deutlich unterlag, aber im Wahlmännerkollegium die Mehrheit erringen und damit die Präsidentschaft gewinnen würde. Die fröhliche Stimmung
    wich bitterer Enttäuschung und immer mehr Gäste gingen. Ich zog mich zurück und versteckte meine Sektflasche hinter einem Vorhang. Vielleicht steht sie heute noch dort.
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    #LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #Mikrotargeting #SocialMedia

  12. ...
    Das erste Anzeichen dafür, dass etwas ernsthaft aus dem Ruder lief, war die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Die Brexit-Befiirworter verkauften der britischen Öffentlichkeit ihre Position unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Sie versprachen, dass durch den Austritt aus der EU die Einwanderung verringert, die wirtschaftliche Lage verbessert und der Staatshaushalt ausgeglichen werden könne. Die Irreführung durch die Brexit-Kampagne war für sich genommen noch nichts Besonderes; was sie ungewöhnlich machte, war vielmehr die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit in die Irre geführt wurde.
    Die klassische politische Falschdarstellung wird in Sonntagsreden, Fernsehinterviews und sogar als Aufschrift auf Bussen bis zum Überdruss wiederholt — mit anderen Worten: Sie wird per Broadcast (Rundfunk) gesendet. Jeder kann sehen, was gesagt wird, und die gegenteilige Wahrheit kann ebenfalls gesendet werden, um die Lüge zu bekämpfen. Doch zusätzlich machten die Brexit-Befür‘worter noch etwas ganz anderes: Sie verbreiteten ihre Fehlinformationen nicht nur über das Fernsehen, sondern auch per Narrowcast (Schmalfunk) über Social Media - gezielt an jene Bevölkerungs-Segmente, die am empfänglichsten für ihre Botschaft waren.
    Die Brexit-Kampagne wurde von Cambridge Analytica unterstützt, einem britischen Politikberatungsunternehmen, das sich darauf spezialisiert hatte, Facebook-Daten zu nutzen, um gezielt Wähler zu beeinflussen. Zunächst bestritt das Unternehmen, an der Brexit-Kampagne beteiligt gewesen zu sein — bis ein zehnseitiges Paper mit dem Titel «Big Data Solutions for the EU Referendum» geleakt wurde und endgültig belegte, dass es involviert war. Die Strategie von Cambridge Analytica bestand darin, Wechselwähler zu identifizieren und mittels «Mikrotargeting» gezielt anzusprechen, basierend auf hochentwickelten Analyseverfahren, mit denen jedem einzelnen Wähler in einem bestimmten Gebiet numerische Werte für bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugewiesen wurden.
    Demografische Profilierung von Wählergruppen war an sich nichts Neues, doch die riesigen Datenmengen, die über User der von Cambridge Analytica verbreiteten App gesammelt wurden, führten zu weitaus detaillierteren und präziseren Persönlichkeitsprofilen als je zuvor. Diese Daten ließen sich mit sogenannten A/B-
    Tests kombinieren, bei denen die Reaktionen von Probanden auf verschiedene Varianten derselben politischen Botschaft gemessen wurden, um die wirkungsvollsten Schlagzeilen zu ermitteln. Die Verbindung von Mikrotargeting und Fehlinformationen ermöglichte eine personalisierte politische Propaganda, die gezielt und unbemerkt an jene Teile der Wählerschaft ausgespielt wurde, die am ehesten dazu neigten, ihr Glauben zu schenken. Ich möchte hinzufügen, dass ein weiterer entscheidender Faktor für das Brexit-Debakel die Dysfunktionalität von Artikel 50 war — jener Klausel im Vertrag über die Europäische Union, die es einem Mitgliedstaat erlaubt, den Austritt einzuleiten. Hätte es sowohl vor als auch
    nach den Austrittsverhandlungen eine Volksabstimmung gegeben. wäre vielleicht klarer gewesen, worüber wir eigentlich abgestimmt haben. Stattdessen mussten wir über politische Versprechen entscheiden - und dank Narrowcasting und Mikrotargeting, konnten diese Versprechen je nach Zielgruppe völlig unterschiedlich ausfallen.
    Das Ergebnis der Brexit-Abstimmung hatte viele Ursachen, doch ein neuartiges System zur wirkungsvollen Verbreitung politischer
    Botschaften war zweifellos eine davon. Wirklich begriffen, wie zerstörerisch dieses System sein konnte, habe ich allerdings erst nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2010.
    Auch bei dieser Wahl spielte Cambridge Analyrica eine Rolle: Von einem Büro im zweiten Stock in London aus zog das Unternehmen die Strippen, um die amerikanische Wählerschaft zu beeinflussen.
    «Heute haben wir in den Vereinigten Staaten etwa vier- oder fünftausend Datenpunkte zu jeder einzelnen Person, erklärte der CEO von Cambridge Analytica, Alexander Nix, wenige Wochen vor der Wahl gegenüber Sky News.
    "Das heißt, dass wir die Persönlichkeit jedes erwachsenen US-Bürgers modellieren — also etwa 230 Millionen Menschen.»
    Rückblickend wurde der Einfluss von Cambridge Analytica in der Zeit unmittelbar nach der Wahl vielleicht überschätzt. Doch es
    liegt auf der Hand, warum das Unternehmen eine solche Kontroverse auslöste. Für traditionelle Funk- und Fernsehmedien galten relativ strenge Regeln für politische Werbung, während es in den sozialen Medien kaum Vorschriften gab — wenn überhaupt. Hinzu kam, dass nur ein winziger Teil der Bevölkerung die Botschaften überhaupt sah, nämlich genau der, der am empfänglichsten dafür war. Man muss kein Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen, welchen Schaden provozierende, gezielte, heimliche und hochgradig personalisierte Propaganda dem demokratischen Diskurs zufügen kann. Heute vergleiche ich Cambridge Analyticas Methoden mit einem verdeckt eingesetzten Megafon.
    Am Wahlabend 2016 war ich in den Vereinigten Staaten. Ein
    Freund feierte in seinem Haus außerhalb von Boston eine Wahlparty. Aufgrund der Umfragen ging ich davon aus, dass Hillary Clinton gewinnen würde — und brachte für den Anlass eine Flasche Sekt mit. Die Stimmung war von Anfang an zuversichtlich und ausgelassen, viele der Anwesenden freuten sich, dass Hillary bald die sogenannte gläserne Decke durchbrechen würde. Doch als die Ergebnisse eintrafen, wurde es immer stiller im Raum, und die Gesichtsausdrücke meiner Freunde wechselten von freudiger Erwartung zu sprachlosem Unglauben. Im Laufe des Abends wurde klar, dass Trump zwar bei den Wählerstimmen deutlich unterlag, aber im Wahlmännerkollegium die Mehrheit erringen und damit die Präsidentschaft gewinnen würde. Die fröhliche Stimmung
    wich bitterer Enttäuschung und immer mehr Gäste gingen. Ich zog mich zurück und versteckte meine Sektflasche hinter einem Vorhang. Vielleicht steht sie heute noch dort.
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    #LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #Mikrotargeting #SocialMedia

  13. ...
    Leider konnte Danny Lewin den Erfolg seiner Erfindung nicht
    mehr miterleben. Am 11. September 2001 ging Danny Lewin an Bord des American-Airlines-Flugs Nummer 11 von Boston nach
    Los Angeles. Er saß direkt hinter Mohammed #Atta, dem führenden Kopf hinter den #Terror anschlägen vom 11. September 2001. Danny wurde getötet, als die Entführer das Flugzeug unter ihre Kontrolle brachten — wahrscheinlich, als er versuchte, sie zu stoppen.
    (Anscheinend wurde er von hinten angegriffen, als er sich Atta entgegenstellte.) Damit war Danny sowohl die erste Person, die bei einem Anschlag des 11. September 2001 getötet wurde, als auch möglicherweise die erste Person, die starb, weil sie versuchte, diesen Anschlag zu vereiteln. Zum Zeitpunkt seines Todes war Daniel #Lewin 31 Jahre alt.
    ...
    #LasseLiest #WWW #Akamai #CDN #911 #WorldTradeCenter
  14. ...
    Leider konnte Danny Lewin den Erfolg seiner Erfindung nicht
    mehr miterleben. Am 11. September 2001 ging Danny Lewin an Bord des American-Airlines-Flugs Nummer 11 von Boston nach
    Los Angeles. Er saß direkt hinter Mohammed #Atta, dem führenden Kopf hinter den #Terror anschlägen vom 11. September 2001. Danny wurde getötet, als die Entführer das Flugzeug unter ihre Kontrolle brachten — wahrscheinlich, als er versuchte, sie zu stoppen.
    (Anscheinend wurde er von hinten angegriffen, als er sich Atta entgegenstellte.) Damit war Danny sowohl die erste Person, die bei einem Anschlag des 11. September 2001 getötet wurde, als auch möglicherweise die erste Person, die starb, weil sie versuchte, diesen Anschlag zu vereiteln. Zum Zeitpunkt seines Todes war Daniel #Lewin 31 Jahre alt.
    ...
    #LasseLiest #WWW #Akamai #CDN #911 #WorldTradeCenter
  15. ...
    Leider konnte Danny Lewin den Erfolg seiner Erfindung nicht
    mehr miterleben. Am 11. September 2001 ging Danny Lewin an Bord des American-Airlines-Flugs Nummer 11 von Boston nach
    Los Angeles. Er saß direkt hinter Mohammed #Atta, dem führenden Kopf hinter den #Terror anschlägen vom 11. September 2001. Danny wurde getötet, als die Entführer das Flugzeug unter ihre Kontrolle brachten — wahrscheinlich, als er versuchte, sie zu stoppen.
    (Anscheinend wurde er von hinten angegriffen, als er sich Atta entgegenstellte.) Damit war Danny sowohl die erste Person, die bei einem Anschlag des 11. September 2001 getötet wurde, als auch möglicherweise die erste Person, die starb, weil sie versuchte, diesen Anschlag zu vereiteln. Zum Zeitpunkt seines Todes war Daniel #Lewin 31 Jahre alt.
    ...
    #LasseLiest #WWW #Akamai #CDN #911 #WorldTradeCenter
  16. ...
    Leider konnte Danny Lewin den Erfolg seiner Erfindung nicht
    mehr miterleben. Am 11. September 2001 ging Danny Lewin an Bord des American-Airlines-Flugs Nummer 11 von Boston nach
    Los Angeles. Er saß direkt hinter Mohammed #Atta, dem führenden Kopf hinter den #Terror anschlägen vom 11. September 2001. Danny wurde getötet, als die Entführer das Flugzeug unter ihre Kontrolle brachten — wahrscheinlich, als er versuchte, sie zu stoppen.
    (Anscheinend wurde er von hinten angegriffen, als er sich Atta entgegenstellte.) Damit war Danny sowohl die erste Person, die bei einem Anschlag des 11. September 2001 getötet wurde, als auch möglicherweise die erste Person, die starb, weil sie versuchte, diesen Anschlag zu vereiteln. Zum Zeitpunkt seines Todes war Daniel #Lewin 31 Jahre alt.
    ...
    #LasseLiest #WWW #Akamai #CDN #911 #WorldTradeCenter
  17. Neues Leseprojekt:
    "This is for everyone" von Tim Berners-Lee

    Ich bin schon sehr gespannt.

    #LasseLiest #WorldWideWeb #WWW

  18. ...
    Auch im Wissenschaftsfeld der K1-Forschung selbst, insbesondere in der durch Google, Apple, Meta, OpenAI und andere industrielle Akteure betriebenen Forschung, ist es üblich; wichtige Resultate einfach ohne Peer Review (also ohne anonyme Vorabüberprüung
    durch Fachleute) auf Preprint-Servern zu veröffentlichen und sich den aufwendigen Prozess wissenschafilicher Qualitätssicherung zu ersparen. Dieser Praxis liegt ein gefährlicher Anspruch der Überlegenheit zugrunde: Die Wahrheit industrieller KI-Forschung, so die Logik, erweise sich so oder so nicht durch wissenschaftliche Validierung, sondern durch die Monetarisierbarkeit der Erkenntnisse — zeige sich also am Marktwert der Unternehmen und ihrer Produkte.
    ...

    #LasseLiest #KI #Faschismus

  19. ...
    Faschismus ist so gesehen durch drei zentrale Merkmale gekennzeichnet, nämlich:

    1.) durch eine grundlegende Ablehnung von Streitkultur, Kritik und demokratischen Prinzipien inklusive der Ideale der Aufklärung wie etwa Gleichheit, Freiheit und geteilter Wohlstand;
    2. durch eine persönliche Disposition zur Ausübung menschenverachtender Gewalt und Herabwürdigung anderer Menschen, die einem auf Dauer gestellten Gefühl entspringt, es herrsche immer und unausweichlich ein sozialer Kampf der Konkurrenz und Selbstbehauptung; sowie
    3.) durch positive Verklärung und instrumentelle Aneignung moderner Technologie als Machtinstrument, in sich der das Bedürfnis widerspiegelt, sich selbst und andere zu entmenschlichen.

    #LasseLiest #KI #Faschismus

  20. ...
    Der neue Faschismus

    Die vorangegangenen Kapitel boten einen Überblick über das Geflecht lose miteinander verknüpfter, sich gegenseitig inspirierender Tech-Ideologien, die sich allmählich in Richtung rechter politischer Strömungen radikalisieren. Es gilt nun, die These auszuführen, dass Faschismus ein zentrale und nützliche Analysekathegorie ist, um die politische Wirkung, die sich aus dem Zusammspiel dieser Ideologien entffaltet besser fassen zu können. Der Begriff Faschismus ermöglicht dabei eine neue Perspektive auf das aktuelle Agieren der alternativen und neuen Rechten in den USA und weltweit. Er stellt dieses Agieren in einen historischen Vergleich und soll den Blick auf die unmittelbare Zukunft schärfen.
    Dabei geht es nicht um die Behauptung, Geschichte wiederhole sich unausweichlich, noch werden die Greuel des historischen Faschismus relativiert. Das Anliegen ist vielmehr ein Weckruf für die Gegenwart: Unsre rechtsstaatlichen Demokratien sind aktuell speziell durch das Zusammspiel von Tech-Ideologien und ultrarechten Kräften in Gefahr...

    #LasseLiest #KI #Faschismus #FeuchteTräume

  21. ....
    Einer der prominentesten Sympathisanten dieses Denkens ist Elon Musk. Er hat nicht nur mehrfach betont, dass Menschen in wohlhabenden Ländern mehr Kinder bekommen sollten, sondern sieht in IVF ein nützliches Werkzeug zur Kontrolle über den Fortpflanzungsprozess. Musk soll damit bei mehreren seiner 14. Kinder das männliche Geschlecht gezielt ausgewählt haben. Dass Musk auch Projekte wie EctoLife unterstützt, eine Firma, die an der Entwicklung künstlicher Uteri zur Selektion und Massenproduktion von Babys arbeitet, unterstreicht, wie stark seineVisionen mit selektiv-natalistischer und transhumanistischer Ideologie verknüpft sind.
    ...

    #LasseLiest #KI #Faschismus #FeuchteTräume #SelektiverPronatalismus
    #EgonMurks

  22. ...
    Where the progressive enlightenment sees political
    ideals, the dark enlightenment sees appetites. It accepts that governments are made out of people and thar they will eat well. Setting its expectations as low as reasonably possible, it seeks only to spare civilization from frenzied, ruinous, gluttonous debauch.

    Hier wird ein Menschenbild vertreten, entsprechend dem
    Menschen vor allem von ihren Begierden und Eigeninteressen getrieben werden. Dies seien die wahren Triebkräfte des menschlichen Handelns, nicht jedoch Ideale und moralische Prinzipien. Der Staat dürfe diese Triebkräfte nicht unterdrücken, sondern müsse sie in sozialdarwinistische Ausleseprozesse umlenken, um dadurch vermeintlich wahren Fortschritt zu ermöglichen. Regierungen und Gesellschaftsverträge werden somit nicht als Instrumente angesehen, die das Gemeinwohl fördern und Wohlstand kollektiv-kollaborativ ermöglichen sollen, sondern dem Fortschritt entgegenstehen. Statt Wohlstand und Gemeinwohl werden gewaltvolle
    Sozialkämpfe und Ausbeutungsrelationen als Heilsversprechen im Sinne einer evolutionären Auslese legitimiert. Dieses Bild von Mensch und Gesellschaft ist weit entfernt von einem aufklärerischen Vertrauen in Vernunft und Fortschritt zum Wohle aller; stattdessen leitet es aus der vermeintlich egoistischen, unersättlichen Natur des Menschen eine Gesellschaftsvision ab, die hierarchieorientiert, konkurrenzgetrieben und brutal sozialdarwinistisch ist.
    Dieser Ansatz übt bereits heute erheblichen Einfluss aus:
    So bezeichnete der ultra libertäre Silicon-Valley-Investor
    Peter #Thiel (der seinerseits Mitgründer mächtiger, global
    - operierender Unternehmen wie PayPal und Palantir ist) den
    erwähnten Informatiker Curtis Yarvin als eine seiner nmost
    important connections, soll mit ihm befreundet sein.
    ...

    #LasseLiest #KI #Faschismus #FeuchteTräume

  23. ...
    Der technologische Fortschritt sei, so Land, ohnehin unaufhaltsam und verstärke sich selbst, man müsse ihn sich
    deshalb zunutze machen, um nicht an dem gesellschaftlichen Zerfall, den er auslösen wird, zugrunde zu gehen. Anstatt ihn also durch politische Maßnahmen aufzuhalten, solle man den technologischen Fortschritt und damit den gesellschaftlichen Verfall gezielt beschleunigen. So werde der
    Zusammenbruch der bisherigen Ordnung erzwungen und der Weg für eine von den Fesseln der Umverteilung und politischen Korrektheit befreite, hochgradig technisierte
    Eliteherrschaft geebnet. Land verbindet auf diese Welse
    klassischen Reaktionismus mit den futuristischen Ideen
    der technologischen. Singularität, die nach dem Konzept einer CEO-Monarchie politisch aus gedeutet wird.
    ...

    #LasseLiest #KI #Faschismus
    #FeuchtTräume

  24. ...
    Es handelt sich bei der Tech- und KI-Industrie um einen
    Wirtschaftszweig, der ein massiver planetarer Faktor der
    Ausbeutung menschlicher und materieller Ressourcen geworden ist und neue Größenordnungen der Akkumulation von persönlichem Reichtum hervorgebracht hat. Doch Lebensqualität und allgemeiner Wohlstand heute, soziale Gerechtigkeit, Pluralismus, Demokratie und ökologische Nachhaltigkeit erscheinen aus Sicht des #Longtermismus im Vergleich zu dem potentiellen Wohl einer gewaltigen menschlichen Population in der ultrafernen Zukunft nur als Variablen in einer utilitaristischen Kosten-Nutzen-
    - Rechnung, in der die astronomische Zukunft der Gegenwart immer überlegen ist. Es kommt deshalb entscheidend darauf an, solche Zukunfisnarrative als politische Beiträge zu begreifen, die bestimmte Interessen in der Gegenwart durchsetzen wollen.
    Dadurch wird von den realen Missständen und Krisen abgelenkt, die durch die KI-Industrie nicht nur massiv gefördert, sondern auch profitabel ausgenutzt werden. Longtermistiche Argumentationsweisen legitimieren die negativen Folgen von KI heute, darunter insbesondere: wirtschaftliche und ökologische Ausbeutung, soziale Ungleichheit und Steuervermeidung als Opfertat für ein vermeintliches höherwertiges moralisches Gut in der fernen Zukunft.
    ...

    #LasseLiest #KI #Faschismus

  25. ...
    Angesichts unklarer und unbewiesener Anwendungspotentiale dieser spekulativen Technologie beruht die politiche und wirtschaftliche Argumentation für Ki-Innovationen oft auf der Annahme, dass man sich auf eine ungewisse,
    unplanbare, aber unausweichliche Zukunft vorbereiten müsse. Deshalb sei der technologischen Entwicklung maximale Freiheit zu gewähren. So verstanden stellt Deregulierung mehr als nur den Abbau von politischen und moralichen Beschränkungen dar - sie bewirkt eine massive
    Machtverschiebung weg von demokratischen Institutionen hin zu privatwirtschaftlichen Akteuren. So läuft der Einfluss futuristischer und solutionistischer KI-Narrative darauf hinaus, die politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Rahmenbedingungen für das ungehinderte Wachstum des digitalen Kapitalismus abzusichern und zu verstärken.
    ...
    #LasseLiest #KI
    #Fairness #Menschenwürde
  26. ...
    Gerade im aktuellen politischen und gesellschaftlichen #KI Diskurs zeigt sich der #Solutionismus als eine fest verankerte Vorstellung, dass soziale Missstände wie Lehrkräftemangel, Pflegenotstand oder bürokratische Ineffizienz direkt
    durch den Einsatz von KI-Systemen behoben werden
    könnten, anstatt strukturelle Reformen oder gesellschaftliche Investitionen in den Blick zu nehmen. Sozialpolitische
    Probleme sollen entsprechend technologisch »gefixt« werden. Das wird nicht nur der Natur dieser Probleme nicht
    gerecht, sondern verhilft vor allem den industriellen Trägern von KI-Technologie zu einem erheblichen Ausbau ihrer Machtposition. Damit dient der solutionistische Blick nicht nur als Verkaufsstrategie für KI-Technologien, sondern auch als Legitimationsinstrument für eine technokratische Politik, die demokratische und soziale Aushandlungsprozesse in Bezug auf gegenwärtige Missstände umgeht.
    ...

    #LasseLiest
    #Fairness #Menschenwürde

  27. ...
    Insbesondere ist der Einsatz des probabilistischen Entscheidens mit einer Verschiebung von argumentativ begründeten und auf Expertise basierenden Entscheidungen hin zu einer effizienzorientierten Vorgehensweise verbunden. Genau das ist mit dem in libertären Kreisen häufig beschworenen Ideal des schlanken Staates gemeint, der nicht auf normativer Legitimation, sondern auf Effizienz und technokratischer Kontrolle basiert. Dieser schlanke Staat ginge allerdings mit einer drastischen Steigerung technokratischer Machtstrukturen einher.
    Diese Macht verfährt intransparent, muss keine Rechenschaft ablegen - und ist deshalb besonders anfällig für Missbrauch.
    Der gesellschaftliche Umbau durch KI stellt also mehr als eine technische Revolution dar. Er kann leicht von den Interessen autoritärer und faschistoider politischer Kräfte vereinnahmt
    werden - und wird es zum Teil bereits schon jetzt.
    ...
    #LasseLiest
    #Fairness #Menschenwürde
  28. ...
    Es ist daher angebracht, eine entschiedene Warnung
    auszusprechen: Der Schutz individueller Interessen und
    Grundrechte sowie ethische Grundsätze der #Fairness und
    #Menschenwürde geraten bei probabilistischen Entscheidungsverfahren allzu leicht aus dem Blick. Bei der Anwendung im staatlichen Bereich (»Bürokratieabbau«) steht entschieden zu bezweifeln, dass solche Vorgehensweisen mit den Grundsätzen unserer demokratischen Rechtsordnung
    zu vereinbaren sind:
    Nach dem Rechtsstaatsprinzip und konkret der Gesetzesbindung der Verwaltung (Art. 20 Abs.’3 GG, Art. 1 Abs. 3 GG) ist die Verwaltung an Gesetz und Grundrechte gebunden; daraus folgt, dass Verfahren rechtmäßig und fair ablaufen müssen. Entsprechend dem Gleichbehandlungsgrundsatz (Art, 3 GG) müssen Entscheidungen willkürfrel sein
    und dürfen Gleiches nicht ungerechtfertigt ungleich behandeln.
    Dies würde also etwa eine Optimierung auf die Minimierung der Wahrscheinlichkeit kostspieliger Widerspruchsverfahren verbieten, wenn auf diese Weise einzelne Personengruppen benachteiligt werden würden.
    ...
    #LasseLiest
  29. #LasseLiest

    ...
    Die #Macht , die heutige #KI entfaltet, hegt uns alle subtil ein. Sie operiert über vernetzte Medieninterfaces, die tief in soziale, ökonomische und politische Lebensbereiche vorgedrungen sind, um uns permanent zu beobachten, zu
    klassifizieren, zu sortieren und zu beeinflussen. Während wir diese Systeme mit unseren Daten speisen, üben diese
    gleichzeitig #Kontrolle über uns aus.
    KI ist also einerseits ein soziotechnisches Phänomen
    (wir alle sind Teil der Apparate) und beruht zugleich auf einer massiven Konzentration von Macht bei wenigen Tech-Konzernen, die exklusiven Informationszugriff auf uns haben. Diese Unternehmen verfügen über private Medien- und Dateninfrastrukturen, die sowohl neue Formen kapitalistischer Verwertung bzw. Extraktion als auch neuartige Mittel der #Manipulation und Verhaltenslenkung ermöglichen. KI ist daher wesentlich eine Technologle zur Ansammlung, Sicherung und Ausübung von Macht und Kontrolle. Ohne staatliche Regulierung eignet sich diese Machttechnologie ideal für autoritäre oder gar faschistische Zwecke.
    ...

    Ich hoffe auf Erkenntnisgewinn zum Thema.

  30. #DasKleineRosaBuch

    Tadzio Müller
    Zwischen friedlicher #Sabotage und #Kollaps .
    Wie ich lernte die #Zukunft wieder zu lieben.

    #LasseLiest

    So - habe fertig.
    Tausend Dank @muellertadzio für die schonungslose Offenheit der Worte und dem positiven "Move" angesichts der globalen Polykrise.
    Das Buch zu lesen tat mir gut.
    Auf das das Kollapscamp (kollapscamp.de/) ein voller Erfolg wird und die Saat aufgehen möge.

    #Klimaaktivismus #KlimaKollaps

  31. Der wohl intelligenteste #Nationalsozialist , der Staats-
    rechtler Carl Schmitt, erklärte in glasklarer Sprache den Wesenskern #faschistisch en Regierens. Um alle Regeln zu zerstören, so erklärte er, müsse man sich auf die Idee der «Ausnahme» konzentrieren. Ein NS-Führer schaltet seine Gegner aus, indem er die allgemeine Überzeugung herstellt, der gegenwärtige Moment sei eine Ausnahme, und anschließend den Ausnahmezustand in einen dauerhaften Notstand verwandelt. Dann tauschen Bürger reale Freiheit für falsche Sicherheit ein.

    #LasseLiest #ÜberTyrannei #Snyder