home.social

#arndzeigler — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #arndzeigler, aggregated by home.social.

  1. Es ist nicht kompliziert

    Weltuntergang durch KI? – Wenn, dann ganz anders

    Für viele Fussballfans ist der Untergang schon da. Er heisst “Kölner Keller”, offiziell Video Assistant Referee. Gestern hat er mutmasslich die Meisterschaft in der kapitalschwersten Liga der Welt, der englischen Premier League entschieden. Billy Braggs Lieblingsverein Westham wurde das Ausgleichstor gegen Arsenal aberkannt. Billy war vor gut einem Jahr hier in Beuel, wir haben im “Tante Walter” (mittlerweile geschlossen) BVB geguckt – und hatten wg. Langweile viel Zeit zum Quatschen.

    Wie kommichdrauf? Küppi meint in der taz “es ist kompliziert. Aber schön.”. Ist es nicht. Weder noch. Die scheinbar komplizierten Sachen hat Arnd Zeigler hier gleich zu Beginn seines kleinen Fachmagazins so gut erklärt, dass es auch alle Dummen verstehen müssen. Für mich ist der Kerl erster Ghostwriter-Kandidat für die kriminellen Banden von Fifa und DFB, um die Abseitsregel und die Handspielregel neu zu formulieren. Und den VAR wird er nur deswegen nicht abschaffen, weil sein Magazin eine feste Rubrik dieses Namens betreibt, die immer mit “Er echauffiert sich” endet.

    Was wirklich kompliziert scheint, es aber auch nicht ist

    Dazu gibt es zwei Texte, die ich Ihnen zur persönlichen Lesung empfehle.

    Der Medienwissenschaftler Stephan Weichert schreibt in der taz: KI und Journalismus: Ein Monster namens Künstliche Intelligenz – Medienschaffende schaufeln sich mit der Nutzung von KI selbst ein Grab. Rette, wer kann, kritisches Urteilsvermögen und Glaubwürdigkeit.” Zwei sachliche Fehler habe ich in dieser klugen Abhandlung entdeckt.

    “Das große Fressen beginnt also nicht erst dann, wenn ganze Redaktionen demnächst aus Effizienzgründen verschwinden.” Das große Fressen hat schon lange vor der KI begonnen. Wenn der in Medienkreisen berühmte Paul Sethe 1965 schrieb: “Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“, dann mutete das schon 10 Jahre später nostalgisch an. Denn die noch heute in der BRD existierenden grossen Zeitungskonzerne hatten schon damals das grosse Fresse gestartet, und hören bis heute nicht damit auf. Es sind nur keine “zweihundert” mehr, sondern weniger als 10.

    Der zweite Fehler Weicherts besteht in dem Terminus “der Journalismus”. Nicht nur, weil er eine wissenschaftlich unzulässige Verallgemeinerung ist. Sondern, weil die Triebkräfte des Geschäftsgeschehens, das er zutreffend beschreibt, nicht journalistisch sondern kapitalistisch sind. Es geht einzig und allein um die optimale Verwertung es eingesetzten Kapitals.

    Und mit diesem Wissen wird den meisten mit Recht schwindelig, die das Geschehen um die ökonomische KI-Entwicklung verfolgen. Das Klima des Planeten ruiniert sie quasi nur so nebenbei. Ich hatte hier schon angedeutet, dass es sogar dem Apple-Konzerns, dem Konzern mit dem aktuell weltweit höchsten Börsenwert schon schwindlig geworden ist. Der paywallfreise Christian Stöcker/Sp-on versucht Ihnen und mir einen Überblick über das irre Geschehen zu verschaffen:

    Ausbau von Rechenzentren: Europas KI darf kein Erdgas atmen – Die EU versucht, sich von fossilen Brennstoffen schnell unabhängiger zu machen – will aber auch Rechenzentren in großem Stil bauen. Ausgerechnet die Gasbranche hofft nun auf ein Riesengeschäft.”

    Dä. Gesetzgeber/EU-Parlament/Bundestag: Jetzt du!

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  2. Trümmerfrauen?

    “Der DFB hat 70 Jahre gebraucht, bis er den Frauenfussball offiziell anerkannt hat. Und die Bundesliga hat 63 Jahre gebraucht, bis zum ersten Mal eine Frau als Cheftrainerin auf der Trainerbank in der Männerbundesliga sitzen wird.”

    So startete Arnd Zeigler gestern sein kleines Fachmagazin im WDR-Dritten. Freund Küppi war es vorbehalten, unter Auslassung spielentscheidender Buchstaben, auf Sabrina Wittmann (FC Ingolstadt) hinzuweisen, die “schon” seit zwei Jahren als Profitrainerin in der Dritten Liga amtiert, und bei Küppis RWE an diesem Wochenende drei Punkte ablieferte (1:4).

    Es ist wie im wahren Leben. Wenn Männer eine Spur der Verwüstung hinterlassen, müssen die Frauen es aufräumen. Ingolstadt ist die Heimat des Seehoferhorst. Muss ich mehr sagen? Bei Union Berlin wurde der allgemein wg. seiner spektakulären Medienauftritte überschätzte Steffen Baumgart – der Verein beim Kölner Dom weiss, was ich meine – aus dem teuren Vertrag entlassen. Frauen, das ist Allgemeinwissen, arbeiten billiger.

    Während also diese klitzekleine Revolution in den deutschen Profifussball (der Herren) einzieht, spielt sich auf den grossen Tribünen der Branche etwas Anderes ab. Am deutlichsten abgebildet im grössten Stadion Europas. Das steht in der Westfalenmetropole Dortmund und heisst auch so. Dort gibt es die grösste Stehtribüne Europas, “die Süd”. Die ist nicht selten auch eine fussballerische Macht, als “12. Mann”. Und bei aller Kritik am Spiel ihres Teams, unterhalten von der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, stehen sie hinter ihm. Sie wollen gewinnen. Und tun es fast immer. Ausser gegen den noch grösseren Konzern aus dem süddeutschen Raum.

    Aber es sieht fast immer nicht mehr gut aus. Unter ihrem derzeitigen Trainer Niko Kovac spielen sie “Kovac-Fussball”. Unter Fans, die den Fussball lieben, ist das ein Schimpfwort geworden. Denn die Mehrheit der Fans wollen nicht selbst mitkämpfen, sondern unterhalten werden. Fussball ist zwar einerseits ein “Ergebnissport”. Die “GmbHs & Co. KGaAs” wollen Kohle machen, an der Börse und in ihrer Konzernbilanz. Aber Fussball ist auch Entertainment, zu deutsch: Unterhaltung. Die Mehrheit auf den teuren Plätzen, Sitztribünen und Wohnlandschaften mit Flatscreen, will Schönes sehen, nicht Hässliches.

    Niemand hatte das besser verstanden, als Luis César Menotti. Der wurde nicht nur Weltmeistertrainer (1978), er verfügte auch über eine materialistische Analyse von Gesellschaft und Business. Die ist heute fast ausgestorben. Und okkupiert vom Klassenfeind, von Figuren wie Gianni Infantino bis hin zu Merz-Spezi Hans-Joachim Watzke.

    Diese Oligarchen stehlen den Fussball. Sie machen ihn zum Instrument von Politik und Medien. Nirgendwo wird weltweit mehr zugeguckt, als bei WM und Champions League. Das ist eine Macht, gegen die mann jede Polit-“Talkshow” vergessen kann. “Der mächtigste Mann der Welt” will sich mit seiner gekauften WM im Juni/Juli selbst aus dem Kriegs- und Bombardementsumpf ziehen. Möge er scheitern!

    Sie kennen nur noch Milliardenumsätze und Investoren. Teamgeist, Solidarität, Emanzipation sind ihnen unbekannt. Sie kriechen den grössten Verbrechern des Planeten in den Hintern, in dem Glauben, dass sie dabei selbst immer grösser werden. Ein fundamentaler Irrtum. Sie machen sich zu kriminellen Deppen. Und es sind die Fans auf den billigsten Plätzen, die das schon lange wissen.

    In ihrer grössten Krise rufen sie nun kompetente Frauen um Hilfe. Es muss also schlimm um sie stehen.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  3. @zdfmagazin
    Zum Thema #Gluecksspiel-Gefahr-/Sucht hst sich bei mir das krasse Gespräch von #ArndZeigler mit #WernerHansch zu dessen Fall eingebrannt. Leider wurde das wohl depubliziert/ist nicht mehr online auffindbar. ardaudiothek.de/sendung/ball-y
    #100prozentlegal

  4. @NDR
    zum thema #spielsucht gab es eine sehr intensive folge von ball you need is love mit #arndzeigler wo #wernerhansch über sein schicksal erzählt. leider scheint die depubliziert zu sein. :(