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#alttextpolizei — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #alttextpolizei, aggregated by home.social.

  1. @Feli Sorry, aber das Verlinkte läßt sich nicht immer zwingend zu 100% anwenden und im Fediverse schon mal erst recht nicht.

    100 Zeichen sind zum einen eine hoffnungslos veraltete Beschränkung. Zum anderen reichen sie bei so manch einem Bild bei weitem nicht aus, um alle Qualitätskriterien einer guten Bildbeschreibung zu erfüllen. Und glaube mir, ich habe schon genügend Artikel zum Thema Alt-Texte und Bildbeschreibungen gelesen, daß ich weiß, wovon ich spreche. Insbesondere möchte ich hier verweisen auf die Artikel von Veronica Lewis a.k.a. Veronica with Four Eyes (veroniiiica.com), die selbst sehbehindert ist.

    Die Regel, daß Text in Bildern immer zu 100% originalidentisch transkribiert werden muß, kenne ich, und damit gehe ich weitgehend konform (bis darauf, daß Text, der im Original in Großbuchstaben geschrieben ist, nicht in Großbuchstaben transkribiert werden darf). Daran halte ich mich selbst, egal, wieviel Text auf meinen eigenen Bildern ist, und egal, ob er auf den Bildern, wie ich sie poste, lesbar ist oder nicht. Aber wie soll das garantiert immer in 100 Zeichen passen?

    Aktuell arbeite ich seit etwa anderthalb Jahren (!) gelegentlich an den Bildbeschreibungen für eine Serie von Portraits eines digitalen Avatars in einer virtuellen 3-D-Welt; deshalb habe ich auch seit Sommer 2024 kein einziges gänzlich eigenes Bild mehr gepostet. Die Bilder haben schon einen neutralen weißen Hintergrund, damit ich den Hintergrund nicht beschreiben muß. Nun enthält aber jedes Bild drei oder vier leicht unterschiedliche Outfits. Und in den geplanten Posts mit diesen Bildern geht es um diese Outfits, d. h. die Outfits sind der Kontext.

    Ich halte mich dabei an "How to create image descriptions for Red Carpet looks" von Veronica Lewis und bei Farben an die Cooper Hewitt Guidelines for Image Description vom Smithsonian Design Museum. Das heißt, das können keine superkurzen Beschreibungen werden wie z. B. bei Katzenfotos.

    Die Bilder sollen sogar wie alle meine eigenen Bilder jeweils zweimal beschrieben werden: Jedes Bild bekommt eine vergleichsweise kurze Beschreibung im Alt-Text. Zusätzlich wird jeder Post einen Block enthalten mit langen, detaillierten Bildbeschreibungen inklusive allen Erklärungen, die nötig sind, um die Bilder und die Beschreibungen zu verstehen. Dieser Block wird wahrscheinlich in jedem Bilderpost jeweils länger als 20.000 Zeichen ausfallen. Das ist notwendig, weil Bilder aus virtuellen Welten im Fediverse zwingend hochdetaillierte Beschreibungen brauchen.

    Trotzdem müssen natürlich auch die Beschreibungen in den Alt-Texten gewisse Mindestkriterien erfüllen. In 100 Zeichen oder weniger ist das schlicht und ergreifend unmöglich. Ich habe tatsächlich große Schwierigkeiten, die Alt-Texte auf maximal 1.500 Zeichen einzukürzen. Und nein, die sind nicht mit Füllworten aufgebläht. Ich kann sie nur weiter kürzen, indem ich gemäß den oben verlinkten Artikeln wichtige Informationen entferne.

    Generell gelten im Fediverse bei Bildbeschreibungen und Alt-Texten andere Regeln als überall sonst. Das 100-Zeichen-Limit ist Bullshit. Das 125-Zeichen-Limit ist Bullshit. Das 200-Zeichen-Limit ist Bullshit. Aus technischen Gründen übrigens auch. Das einzige Limit, das gilt, ist Mastodons 1.500-Zeichen-Limit. Solange Bildbeschreibungen nicht künstlich aufgebläht sind mit Füllworten, persönlichen Wertungen etc., ist alles innerhalb dieser 1.500 Zeichen erlaubt.

    Dazu gilt: Wenn jemand dich darum bittet, ein Detail auf deinem Bild genauer zu beschreiben, dann ist deine Bildbeschreibung ungenügend. Auch wenn jemand dich um Erklärungen bittet, ist das zurückzuführen auf Nachlässigkeit deinerseits (wobei allerdings Erklärungen in den Post-Text gehören und nicht in den Alt-Text). Nach Details oder Erklärungen zu fragen, ist fast so schlimm, wie überhaupt um Alt-Text bitten zu müssen.

    Wenn du konsequent immer mit Alt-Texten kommst, die nie die 100 Zeichen überschreiten, dann riskierst du, daß dir jemand von Mastodons Alt-Text-Polizei deine Alt-Texte als unzureichend um die Ohren haut und dich als faul und ableistisch abstempelt. Wenn du dagegen Bilder mit 1.000 Zeichen und mehr beschreibst, besteht die Chance, daß du in der @Alt Text Hall of Fame landest.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #AltText #AltTextMeta #CWAltTextMeta #Bildbeschreibung #Bildbeschreibungen #BildbeschreibungenMeta #CWBildbeschreibungenMeta #Ableismus #AbleismusMeta #CWAbleismusMeta #AltTextPolizei #AltTextHallOfFame
  2. @jeSuisatire  neindochohh ᘛ⁐̤ᕐᐷ Deinen Worten liegen jede Menge Fehlannahmen zugrunde.

    Erstens die Fehlannahme, daß es bei ausnahmslos jedem Bild etwas gibt, das im Kontext wichtig ist, und sehr viel mehr, das im Kontext unwichtig ist. Daß das Unwichtige dann beim Beschreiben des Bildes völlig ignoriert werden kann.

    Das stimmt so nicht. Es gibt durchaus Bilder, bei denen auch im Kontext nichts wichtiger ist als irgendetwas anderes, bei denen alles gleichermaßen wichtig ist. Kannst du dir nicht vorstellen? Landschaftspanoramen beispielsweise. Und sei es von Stadtlandschaften.

    Ich selbst habe einige Bilder gepostet, auf denen nichts im Kontext wichtiger ist als irgendetwas anderes. Das hier oder https://hub.netzgemeinde.eu/photo/4dbbe1c0-e25d-4ff1-8b99-9d23126f377a-0.png das hier oder (CW: Augenkontakt) das hier oder (CW: Augenkontakt) das hier oder (CW: Augenkontakt) das hier. Jedes Mal ging es um die Bilder als Ganze und nicht um einzelne spezifische Elemente darin.

    Zweitens die Fehlannahme, daß, wenn es einen Fokus auf bestimmte Elemente im Kontext gibt, jeder, aber auch wirklich jeder da draußen definitiv nur an diesen bestimmten Elementen interessiert ist. 100% garantiert. Da ist es wirklich unvorstellbar, daß das irgendwie auch anders sein könnte.

    Das kann es aber durchaus. Bei meinen eigenen Bildern muß ich genau davon ausgehen, daß das passieren kann.

    Meine Bilder sind keine Real-Life-Fotos. Meine Bilder sind keine Screenshots von sozialen Medien. Also nichts von dem, was 99% des Bilderaufkommens im Fediverse ausmacht. Meine Bilder sind Renderings aus virtuellen Welten. Noch dazu aus sehr obskuren virtuellen Welten, von denen annähernd niemand je gehört hat.

    Die allermeisten Menschen glauben ja, das Thema "virtuelle Welten" und "Metaverse" hat sich ein für allemal erledigt. Das war eine Totgeburt. Das ist nicht passiert, das wird nie passieren. Während es den allermeisten komplett am Arsch vorbeigeht, dir wahrscheinlich auch, gibt es aber auch diejenigen, die darüber traurig sind, die aber trotzdem nicht wissen, daß es tatsächlich existierende virtuelle Welten gibt.

    Dann komme ich daher mit Bildern aus virtuellen Welten. Nicht KI-erzeugt, sondern tatsächlich in wirklichen virtuellen Welten gerendert. Noch dazu mit dem Hashtag #⁠Metaverse, denn die Welten, in denen ich mich bewege, verwenden den Begriff "Metaverse" nicht nur im täglichen Sprachgebrauch, sondern nachweislich schon seit 2007, 14 Jahre länger als Zuckerberg.

    Da hängen dann doch solche Leute vor Aufregung ganz vorne auf der Stuhlkante. Was machen die dann, angenommen, auf den Bildern sind im Kontext nur ein paar Dinge wichtig? Gucken die sich nur die wichtigen Dinge an? Überfliegen sie die Bilder nur?

    Nein, tun sie nicht. Statt dessen gucken sie sich all die ganzen Details im Bild an. Wichtig oder nicht. Immerhin haben sie gerade eine ganz neue Welt entdeckt. Ach was, ein ganz neues Universum! Ein virtuelles 3-D-Universum. Etwas, was sie so sehnsüchtig erwartet hatten, wovon sie aber bis vor fünf Sekunden annahmen, so etwas würde es nie geben. Und wie sich herausgestellt hat, gibt es das tatsächlich! Und jetzt gehen sie mit ihren Augen in diesem neuen Universum auf spannende Entdeckungsreise.

    Aber was, wenn so eine Person blind oder sehgeschädigt ist? Dann kann sie das Bild nicht sehen. Dann kann sie nicht auf Entdeckungsreise in diesem neu entdeckten Universum gehen. Aber vielleicht will sie das trotzdem. Und Inklusion und Barrierefreiheit bedeuten, daß sie dazu dieselben Chancen haben muß wie sehende Personen.

    Damit diese blinde oder sehgeschädigte Person diese Chancen hat, muß ich also jedes Bild bis in alle Details beschreiben. Übrigens kann ich deshalb nur noch relativ einfache Bilder posten, die keinen großen Beschreibungsaufwand mit sich bringen, weil sie kaum Details enthalten. Bilder wie (CW: Augenkontakt) dieses kann ich heute nicht mehr posten.

    Drittens die Fehlannahme, daß es nur um visuelle Beschreibungen geht.

    Ich kann nur insofern zustimmen, daß Alt-Text niemals Erklärungen enthalten darf, weil nicht jeder auf Alt-Texte zugreifen kann.

    Damit komme ich auch zur vierten Fehlannahme, die auf Mastodon extrem weit verbreitet ist: Bildbeschreibung ist immer gleich Alt-Text. Tatsächlich ist es nur dann ein Alt-Text, wenn es hinter dem Bild liegt als Ersatz für das Bild. Wenn es hingegen im Post über oder unter dem Bild steht, ist es kein Alt-Text. Dann ist es einfach nur eine Bildbeschreibung.

    Ich lese immer wieder von Mastodon, daß Alt-Texte nicht nur nützlich für Blinde oder Sehbehinderte sind. Daß sie auch erklären können, was das Bild zeigt, damit diejenigen, die von dem, was auf dem Bild ist, keine Ahnung haben, es verstehen. Noch einmal: Das gehört nicht in den Alt-Text.

    Wenn man allerdings eine zusätzliche lange Bildbeschreibung im Post selbst hat, dann sind darin Erklärungen durchaus nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Genau diese Erklärungen fordert Mastodon ein.

    Natürlich muß man dann auch zusehen, daß die Erklärungen verständlich sind. Eine der Regeln der Bildbeschreibungen ist ja, keine Fachsprache und keinen Fachjargon zu verwenden oder, falls das absolut unausweichlich ist, die Fach- oder Jargonbegriffe an Ort und Stelle sofort zu erläutern. Je nischiger und obskurer der Bildinhalt und/oder das Thema des Bildes ist, kann das durchaus dazu führen, daß man auf drei, vier, fünf Ebenen erklären muß, bis man beim Wissensstand des Publikums angelangt ist, auf dem man aufbauen kann.

    Das widerlegt auch die fünfte Fehlannahme, die hier meines Erachtens zumindest impliziert ist und ihrerseits auch weit verbreitet ist: Die Leute können doch fragen, wenn sie etwas wissen wollen.

    Sie wollen aber nicht fragen. Sie wollen nicht fragen müssen. Selbst googlen wollen sie auch nicht. Ach ja, und Links zu Erklärungen wollen sie auch nicht, denn dann geht ihr Browser auf (weil ja heutzutage jeder nur Apps benutzt), und Websites hinter Links sind nicht garantiert barrierefrei, und sie mißtrauen Links generell und so weiter und so fort. Nein, statt dessen hat alles bitteschön an Ort und Stelle im Post erklärt zu werden. Und zwar so, daß jeder es versteht, ohne noch einmal nachhaken zu müssen.

    Den Leuten zuzumuten, sich fehlende Informationen eigenmächtig zu beschaffen, ist anmaßend und, wenn es besonders auch Menschen mit Behinderungen trifft, ableistisch. Mag sein, daß einige wenige das anders sehen und durchaus bereit sind, wegen einzelner Details oder Erklärungen nachzufragen. Aber diese Attitüde existiert, zumal viele Mastodon-Nutzer erwarten, auf Mastodon in jeglicher Hinsicht in Watte gepackt zu werden, und diese Erwartungen auch vollumfänglich erfüllt sehen wollen.

    Sechstens die implizierte Fehlannahme, daß Mastodons Alt-Text-Polizei eine homogene, in sich geschlossene, koordiniert agierende Gruppe ist, siebtens die implizierte Fehlannahme, daß Mastodons Alt-Text-Polizei im Auftrag der Blinden und Sehgeschädigten handelt, um die Erfüllung derer konkreten Bedürfnisse einzufordern, und achtens die implizierte Fehlannahme, daß Mastodons Alt-Text-Polizei selbst blind oder sehbehindert ist.

    Auch das ist alles falsch. Die Alt-Text-Polizei ist samt und sonders sehend. "Alt-Text-Polizei" ist nämlich nicht, wenn man sich einfach nur wünscht, daß Bilder beschrieben werden. "Alt-Text-Polizei" ist, wenn man nicht nur Bildbeschreibungen und Alt-Texte mit aller Härte einfordert, sondern deren Fehlen nach eigenem Ermessen sanktioniert und inzwischen auch im eigenen Ermessen Mindestanforderungen an ausreichende Alt-Texte und Bildbeschreibungen stellt und auch deren Nichteinhalten sanktioniert.

    Allein deswegen kann die Alt-Text-Polizei nur sehend sein: Um die Einhaltung der Mindestanforderungen zu überprüfen, müssen Alt-Text-Polizisten ihrerseits in der Lage sein, die beschriebenen Bilder einwandfrei zu sehen, um sie dann mit den Beschreibungen abgleichen zu können.

    Außerdem sprechen sich Alt-Text-Polizisten untereinander nicht ab. Die kennen sich gegenseitig vielfach überhaupt nicht. Das sind alles einsame Wölfe, die auf eigene Faust agieren.

    Sie glauben auch nur zu wissen, was die Blinden und Sehgeschädigten wollen. Mit denen sprechen sie sich nämlich auch nicht ab. Weil die Blinden und Sehgeschädigten fast ausnahmslos und die Alt-Text-Polizei tatsächlich ausnahmslos auf Mastodon ist, haben sie gar nicht die Möglichkeit, sich effektiv auszutauschen, weil puristisches Mikroblogging dafür völlig ungeeignet ist.

    Und so stellt jeder Alt-Text-Polizist andere Mindestanforderungen an tolerable Alt-Texte und Bildbeschreibungen. Häufig sind diese um einiges höher als das, was den allermeisten Blinden oder Sehgeschädigten nach deren eigenen Aussagen tatsächlich genügen würde.

    Es geht längst nicht mehr nur darum, daß es überhaupt einen Alt-Text gibt. Nein, dieser Alt-Text muß garantiert zu 100% handgeschrieben sein, er muß 100% akkurat sein (im Gegensatz zu KI-Slop, weshalb KI-Beschreibungen nicht toleriert werden), alle Texte im Bild müssen im Alt-Text Wort für Wort, Zeichen für Zeichen haargenau transkribiert sein, und er muß einen gewissen Mindestdetailgrad erreichen. Wo dieser Mindestdetailgrad liegt, liegt im Ermessen jedes einzelnen Alt-Text-Polizisten.

    Ich schreibe meine Bildbeschreibungen auch für die Alt-Text-Polizei. Zum einen möchte ich ihr signalisieren: Ja, ich gebe mir Mühe. Ich mache mir Gedanken darüber, was eine gute Bildbeschreibung braucht, und ich setze das dann auch um. Und ich betreibe hier keine nachlässige Schlamperei und lasse keine Details aus, die vielleicht irgendjemanden interessieren könnten.

    Zum anderen ist damit weitestgehend garantiert, daß ich bis auf weiteres die Mindestanforderungen wirklich aller Alt-Text-Polizisten erfülle. Daß idealerweise die Bildposts, die ich heute schreibe, auch noch die Anforderungen erfüllen werden, die die Alt-Text-Polizisten in fünf Jahren haben werden, wenn sie ihre Mindestanforderungen noch weiter nach oben geschraubt haben.

    Die einzige Anforderung, die ich meistens nicht erfüllen kann, ist, alle Texte im Bild im Alt-Text zu transkribieren. Wenn ich Texte habe, sind die meistens so zahlreich, daß ich nicht alle Transkripte in 1.500 Zeichen untergebracht bekomme, schon gar nicht mit den notwendigen begleitenden visuellen Beschreibungen. Daher weisen meine Alt-Texte auf die Langbeschreibungen hin und darauf, daß alle Texte im Bild in der Langbeschreibung transkribiert sind. Aber ich rechne damit, daß das schon heute nicht mehr ausreichend ist und eigentlich sanktioniert gehört und ich nur deshalb damit davonkomme, weil die Reichweite meiner Bildposts so minimal ist.

    CC: @bommel

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  3. @bommel
    Nein, du *musst* es nicht wissen.

    Und auf welcher Grundlage soll ich dann meine Bilder beschreiben?

    Einfach irgendwie und dann hoffen, daß ich dafür nicht von jemandem auf den Deckel kriege, und sei es hinter meinem Rücken?

    In deinen Aussagen steckt ja auch die Grundannahme, dass es ein "richtig" gibt - auch diese ist falsch, denn Menschen sind verschieden und bevorzugen unterschiedliche Dinge und Herangehensweisen.

    Das heißt, ich könnte auch völligen Unfug schreiben, und das wäre okay?

    Übrigens habe ich selbst schon mehrfach gesehen, wie Fediverse-Nutzer für nutzlose Alt-Texte gemaßregelt wurden.

    Ich kann nur soviel sagen: Auch du wirst nur so lange darauf beharren, daß es ein "richtig" bei Bildbeschreibungen nicht gibt, bis du genügend kompletten Müll in Alt-Texten gesehen hast. Oder bis du für einen Alt-Text, den du für absolut angemessen hältst, von Mastodons Alt-Text-Polizei auf den Deckel bekommst. Die ist dir nämlich schon ein ganzes Stück voraus.

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  4. @Seitansbraten Und damit sind wir bei den Regeln. Es gibt nämlich gewisse Regeln und Richtlinien für das Beschreiben von Bildern.

    Auf Mastodon kennt sie kaum einer. Da heißt es oft bezüglich Bildbeschreibungen: "Ach, rotz einfach schnell was hin! Solange es das Bild beschreibt, ist es in Ordnung. Alles ist besser als nichts." Im Grunde spricht da die Verzweiflung darüber, daß sehr viele Bilder immer noch überhaupt nicht beschrieben werden.

    "Kaum einer" heißt aber nicht "keiner". Es werden ja immer wieder Links zu irgendwelchen Websites gepostet, wo Tips zum Schreiben von Alt-Texten gegeben werden. Die enthalten eben auch solche Regeln und Richtlinien. Und ich glaube nicht, daß diejenigen, die die Links posten, einfach nur irgendwelche Links posten, die sie auf Google gefunden haben, und sich die Websites selbst nicht angeguckt haben. Die wissen ganz genau, was auf den Websites steht.

    Die (übrigens durchweg sehende) Alt-Text-Polizei auf Mastodon ist auch ständig dabei, ihre eigenen Mindeststandards für Alt-Texte im Fediverse zu steigern. Vor nicht mal zwei Jahren haben sie nur Bilderposts kritisiert und sanktioniert, in denen die Bilder überhaupt keinen Alt-Text hatten. Dann ging's aber immer weiter. Dann kamen die Bilder mit Nonsens-Alt-Texten und die, wo der Post-Text auch der Alt-Text ist. Dann kamen die Bilder mit komplett halluzinierten KI-Alt-Texten. Inzwischen sind sie angelangt bei Bildern, deren Beschreibungen im Alt-Text nicht ganz akkurat sind (KI oder nicht, egal), und sogar Bildern, deren Beschreibungen aus ihrer Sicht lückenhaft, also nicht detailliert genug sind.

    Ich rechne damit, daß es nicht allzu lange dauern wird, bis die Alt-Text-Polizei auch die akkurate Einhaltung geltender Regeln und Richtlinien für Bildbeschreibungen einfordert und Verstöße kritisiert und sanktioniert.

    Ich selbst bin jemand, der sich sagt: "Wenn ich das schon mache, dann will ich das nicht irgendwie machen, sondern dann will ich das von vornherein richtig machen." Also habe ich über die letzten zwei Jahre mich immer weiter über Alt-Texte und Bildbeschreibungen informiert.

    Teilweise kam der Input von Mastodon-Nutzern. So erfuhr ich beispielsweise, daß Bildbeschreibungen nicht nur Blinden und Sehbehinderten nützen können, sondern sie können auch Bilder erklären, wenn sie über ein Spezialthema sind, mit dem nicht jeder vertraut ist. Ich poste nur über Spezialthemen, mit denen annähernd niemand vertraut ist. Und dann erfuhr ich, daß solche Erklärungen eben nicht in den Alt-Text gehören, weil nicht jeder Alt-Texte aufrufen kann, weil man dafür zwingend mindestens eine funktionierende Hand braucht. Da war klar: Ich muß meine Bilderposts im Post selbst erklären. Und weil ich die Bildbeschreibungen selbst auch erklären muß, ist es nur sinnvoll, die langen Bildbeschreibungen an sich in den Post zu packen.

    Meistens kam der Input aber von Alt-Text-How-Tos im Netz. Da gibt's sehr viel, und ich finde immer noch neue Sachen und versuche natürlich, alles so anzuwenden, wie es da steht. Immer wieder finde ich da Neues, und immer wieder muß ich deswegen meine ganzen bisherigen Bildbeschreibungen für obsolet erklären, weil sie das, was ich gerade gefunden habe, noch nicht anwenden.

    Zum einen aber sind all diese Regeln und Richtlinien ausgelegt auf eine vergleichsweise kleine Bandbreite an "normalen" Bildern und gleichzeitig ziemlich Pflicht für alle Bilder.

    Beispiel: Alt-Texte sollen sich auf das konzentrieren, was im Kontext relevant ist.

    Aber was, wenn das Bild selbst der Kontext ist? Auf wissenschaftlichen oder technischen oder kommerziellen Websites, um die es meistens geht, passiert das nie. In sozialen Netzwerken und sozialen Medien passiert das aber ständig, so auch bei mir. Oder was, wenn der Kontext selbst für einige Leute irrelevant wird, weil sie sich für die Sachen im Bild interessieren, die im Kontext irrelevant sind?

    Anderes Beispiel: Ausnahmslos alles an Text in einem Bild muß 1:1 wortwörtlich transkribiert werden.

    Eine Regel, die gemacht wurde für Bilder, die praktisch aus Text bestehen. Für Screenshots. Für Diagramme und Schaubilder. Für Bilder von Schildern und Plakaten. Immer in einem wissenschaftlichen, technischen oder kommerziellen Kontext. Wenn da Text im Bild ist, dann ist der für Sehende immer lesbar. Als diese Regel gemacht wurde, war überhaupt nicht vorstellbar, daß in einem Bild auch nicht lesbarer Text sein soll.

    Nicht lesbaren Text habe ich aber ständig und jede Menge davon. Das heißt, der ist nur im Bild nicht lesbar. Ich kann ihn in-world problemlos lesen und problemlos 1:1 transkribieren.

    Jetzt deckt diese Regel aber unlesbaren Text nicht ab, weil unlesbarer Text komplett unvorstellbar war, als die Regel gemacht wurde. Sie sagt nicht ausdrücklich, er muß transkribiert werden, sie sagt nicht auch nicht, er darf nicht transkribiert werden. Sie sagt gar nichts. Also muß ich die Regel so anwenden, wie sie da steht. Und das heißt nach meinen Verständnis: Auch im Bild nicht lesbarer Text muß transkribiert werden, wenn das geht. Und es geht.

    Aber dann stehe ich irgendwann da mit 20, 30, 40, 50 Textschnipseln von überall in meinem Bild, alle schön fein säuberlich transkribiert. Und ich frage mich, ob das jetzt wirklich so im Sinne des Erfinders dieser Regel ist. Weil ich aber der erste überhaupt bin, der diese Frage stellt, gibt's keine Antwort darauf.

    Zum anderen widersprechen sich die Regeln und Richtlinien je nach Quelle, weil diejenigen, die diese How-tos und die Regeln und Richtlinien darin geschrieben haben, sich nie abgesprochen haben.

    Beispiel: Einige Quellen sagen, wenn man Personen beschreibt, muß man erwähnen, daß sie z. B. Weiße oder Ostasiaten oder Schwarzafrikaner oder Nordafrikaner oder was auch immer sind, weil das zur vollen visuellen Beschreibung dazugehört. Und man muß natürlich auch erwähnen, ob sie Mann oder Frau sind.

    Jetzt kommen aber andere Quellen und sagen: Nein, auf gar keinen Fall darf man die "Rasse" von Personen erwähnen! Das ist total rassistisch! Man hat statt dessen den Hautton zu nennen und auch den nur in einer von fünf vordefinierten Helligkeitsabstufungen (dunkel, mitteldunkel, mittel, mittelhell, hell). Tatsächliche Haut-Farben darf man auch nicht nennen.

    Und auch das Geschlecht darf man nur dann erwähnen, wenn man es mit 100%iger Sicherheit aus sicherer, zuverlässiger Quelle weiß. Auf gar keinen Fall darf man das Geschlecht einer Person aufgrund ihres Aussehens annehmen und das dann hinschreiben! Damit würde man Queer-Personen diskriminieren und mislabelen. Man weiß ja vom Aussehen her nicht, als was sich diese Person selbst definiert.

    Ähnliche Unterschiede gibt es beim Thema Figur: beschreiben (gehört in eine vollständige visuelle Beschreibung mit rein) vs. auf gar keinen Fall beschreiben (Bodyshaming).

    Zugegeben, zumindest das Geschlecht ist für mich kein Problem. In meinen eigenen Bildern kommen keine realen Personen vor, schon gar nicht so, daß ich deren Aussehen im Detail beschreiben muß. Wenn überhaupt, dann zeigen meine Bilder digitale Avatare und auch dann nur meine eigenen, deren Geschlechter ich selbst definiert habe.

    Das Thema ist also sehr komplex und sehr stark reglementiert. Im Grunde sollte oder muß man diese Regeln einhalten, denn sonst bräuchte es gar keine Regeln. Und wahrscheinlich wird es nicht lange dauern, und die Mißachtung dieser Regeln wird im Fediverse so sanktioniert wie schon seit Jahren das völlige Fehlen von Bildbeschreibungen. Aber gleichzeitig sind diese Regeln schwer anwendbar, weil sie auf meine Situation nicht einwandfrei passen, weil sie sich je nach Quelle widersprechen oder beides.

    (2/3)

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #AltText #AltTextMeta #CWAltTextMeta #Bildbeschreibung #Bildbeschreibungen #BildbeschreibungenMeta #CWBildbeschreibungenMeta #AltTextPolizei #Barrierefreiheit #Inklusion
  5. @Casey Sorry, ist wieder extrem viel geworden, aber weniger ging nicht. Es sind zunächst mal 15 Fragen.

    Vorab: Ich beschreibe meine eigenen Bilder immer vollständig. Das heißt:
    • im Post selbst eine extrem lange, detaillierte Beschreibung mit Erklärungen und Text-Transkripten
    • im Alt-Text eine gekürzte, aber für Nicht-Fediverse-Verhältnisse immer noch überbordend lange Beschreibung ohne Erklärungen und, je nach Menge, ohne Text-Transkripte + Hinweis auf die lange Beschreibung und wo und wie sie zu finden ist

    Der Grund: Ich muß davon ausgehen, daß meine Bilder neugierig machen, und zwar über den Kontext des Post hinaus. Sehende Nutzer werden, wenn sie meine Bilder sehen, möglicherweise nicht nur auf das achten, was im Kontext des Post wichtig ist, sondern sich alle Details des Bildes genauer ansehen. Sehbehinderte oder blinde Nutzer müssen dieselben Möglichkeiten haben wie sehende, alles andere wäre ableistisch. Also muß ich eine Vollbeschreibung abliefern. "Im Kontext relevant" existiert also bei mir nicht, weil der Kontext selbst keine Relevanz hat, wenn die Leute neugierig sind.

    Falls du es überlesen hast: Meine eigenen Bilder sind keine Fotos, sondern aus virtuellen 3-D-Welten. Das dürfte die Sachlage ändern.


    Erste Frage: Muß ich blinden bzw. sehbehinderten Nutzern tatsächlich die Möglichkeit geben, Bilder auf dieselben Arten und Weisen wahrzunehmen, wie sehende Nutzer es tun? Egal, wie sehende Nutzer meine Bilder wahrnehmen?

    Zweite Frage: Wo ist der beste Ort für eine sehr lange Langbeschreibung (über 20.000 bis über 60.000 Zeichen) (zusätzlich zum Alt-Text)?
    • im Post selbst (Zeichenlimit über 24 Millionen) ganz am Ende
      (so verfahre ich aktuell)
    • in einem externen einfachen HTML-Dokument pro Bild, das direkt unter jedem Bild verlinkt ist
      (völlig ungetestet; "unter jedem Bild" wird von Mastodon so nicht übernommen)
    • in einem externen einfachen HTML-Dokument für alle Bilder zusammen, wenn es mehrere Bilder sind
      (auch ungetestet)

    Dritte Frage: Soll ich bei der Vollbeschreibung eines Bildes darauf achten, was bei der Auflösung des Bildes erkennbar ist, und nur beschreiben und erklären, was tatsächlich erkennbar ist? (In virtuellen Welten kann ich alles mit fast unendlicher Auflösung sehen.) Kann ich auch beschreiben, was ich sehe, auch wenn es im Bild in der Auflösung, in der es gepostet wird, nicht erkennbar ist? Sollte ich das sogar?

    Vierte Frage in diesem Zusammenhang: Haben Menschen, die blind geboren wurden, eine Vorstellung von Bildauflösung, also davon, daß in Bildern nicht alle Details sichtbar sind? Oder empfinden sie es möglicherweise als eine faule, ableistische Ausrede, wenn in einer Bildbeschreibung steht, daß ein Detail nicht erkennbar ist, weil die Bildauflösung es nicht hergibt? (In meinem Fall wäre es eine faule Ausrede, weil ich das Detail höchstwahrscheinlich in-world problemlos erkennen kann.)

    Fünfte Frage: Wenn zum Verständnis meines Bildes zusätzliche Informationen nötig sind, weil das Thema so obskur ist, muß ich diese Informationen selbst sofort mit dem Bildpost mitliefern? Vor allem, wenn diese Informationen nicht ergooglebar sind? (Stichwort Barrierefreiheit für Menschen im autistischen Spektrum)

    Sechste Frage: Grundsätzlich, wenn ich etwas in meiner Bildbeschreibung erwähne, wo ich davon ausgehen kann, daß Blinde/Sehbehinderte nicht wissen, wie es aussieht (z. B. weil es in der realen Welt nicht existiert), wollen sie dann wissen, wie es aussieht? Erwarten sie dann davon eine visuelle Beschreibung?

    Siebte Frage: Wenn ich das Outfit einer Person (wie auch immer sich "Person" definiert) in einem Post beschreibe, in dem es um das Outfit geht, kann ich davon ausgehen, daß Blinde/Sehbehinderte mit z. B. Vichy-Muster, Vichy-Karo, Pepita-Karo, Fischgrät-Muster, Ösenknöpfen oder Fullbrogue-Schuhen immer etwas anfangen können, wenn ich die Namen nenne? Oder mit bestimmten Frisuren, z. B. einem Bob? Kann ich diejenigen ignorieren, die es nicht wissen? Kann ich davon ausgehen, daß solche Details selbst in einer Art Modefoto irrelevant sind? Oder muß ich das jeweils beschreiben oder gar erklären und beschreiben?

    Achte Frage in diesem Zusammenhang: Was ist mit Kleidungsstücken, die so möglicherweise oder tatsächlich in der realen Welt nicht existieren, z. B. komplett selbstentworfene Herrenschuhe? Brauchen die eine Detailbeschreibung? Ich meine, da kann ich ja nicht einfach einen Namen nennen und davon ausgehen, daß jeder weiß, was ich meine.

    Neunte Frage: Eine Regel besagt, daß alles an Text in einem Bild wortwörtlich transkribiert werden muß. Weiter geht die Regel nicht; es werden keine Sonderfälle genannt. Angenommen, ich habe Textelemente im Bild, die
    • so klein sind, daß sie in der Auflösung des Bildes nicht lesbar sind
    • so klein sind, daß sie in der Auflösung des Bildes nicht als Text erkennbar sind (weniger als ein Pixel hoch)
    • so winzig sind, daß sie in der Auflösung des Bildes mit ihrem Untergrund komplett verschwimmen und praktisch unsichtbar sind
    • teilweise verdeckt sind
    Angenommen, ich weiß aber oder kann in Erfahrung bringen, was da genau geschrieben steht, und zwar Zeichen für Zeichen.
    • Muß ich diese Texte transkribieren (wörtliches Befolgen der Regel)?
    • Brauche ich diese Texte nicht zu transkribieren?
    • Darf ich diese Texte nicht transkribieren, weil sie eben nicht lesbar sind?

    Zehnte Frage: Wie soll ich beim Transkribieren mit fremdsprachigem Text umgehen?
    • Wortwörtlich transkribieren und dann so nah am Original übersetzen wie möglich?
    • Auf die eigentlich vorgeschriebene wortwörtliche Transkription verzichten und nur so nah am Original übersetzen wie möglich?
    Was, wenn z. B. die Bildbeschreibung englisch ist und auf einem Schild sinngemäß derselbe Text auf Englisch, Deutsch und Französisch steht?
    • Dreimal wortwörtlich transkribieren und zweimal davon jeweils so nah am Original übersetzen wie möglich (die Übersetzungen und der englische Text werden nicht identisch sein)?
    • Den deutschen und den französischen Text nicht transkribieren und nur so nah am Original übersetzen wie möglich, den englischen Text wortwörtlich transkribieren?
    • Nur den englischen Text transkribieren und sagen, daß dieselbe Aussage noch einmal auf Deutsch und Französisch vorhanden ist (also zwei Texte weder transkribieren noch übersetzen)?
    Wie soll ich ganz speziell verfahren mit lateinischen Texten?

    Elfte Frage: Wie soll ich beim Transkribieren umgehen mit Tippfehlern? Wie mit Rechtschreibfehlern? Wie mit sprachlichen Fehlern, wie sie z. B. Fremdsprachler manchmal machen? Korrigiert zu transkribieren, wäre nicht, den Text exakt wie im Original zu transkribieren.

    Zwölfte Frage: Wie soll ich bei Detailbeschreibungen mit Schriftarten von Text umgehen?
    • Namen nennen bzw. erwähnen, welcher (bekannten) Schrift eine Schrift im Bild ähnelt?
    • Die Schrift zusätzlich technisch beschreiben, z. B. "geometrisch" oder "serifenlos"?
    • Die Schrift visuell beschreiben?
    • Die Schriftart überhaupt nicht erwähnen? Auch dann nicht, wenn sie auffällig ist?

    Dreizehnte Frage: Ich beschreibe Farben inzwischen immer anhand jeweils einer, zwei oder seltener mehrerer Farben plus Helligkeit plus Sättigung, weil ich nicht davon ausgehen kann, daß jeder blinde oder sehbehinderte Nutzer mit Farbnamen etwas anfangen kann. Beispiele: "leicht blasses Mittelblau mit einem minimalen Anflug von Grün", "leicht gelbliches Mittelhell-bis-Mittelbraun", "Olivgrün, ein gedeckter, gelblicher Grünton". Ist das in Ordnung? Ist das die einzig korrekte Vorgehensweise? Oder ist das Overkill?

    Vierzehnte Frage: Ich habe mal gelesen, daß taubblinde Menschen an Informationen darüber, wie etwas aussieht, nicht interessiert sind. Sie wollen wissen, wie sich etwas anfühlt, wenn man es anfaßt und berührt. Wie soll ich für sie etwas beschreiben, das rein virtuell existiert, also nicht berührbar ist?
    • so tun, als wäre es berührbar, und es entsprechend beschreiben
    • schreiben, daß es nicht berührbar und taktil erfahrbar ist, weil es nicht materiell ist
    • schreiben, daß es nicht berührbar und taktil erfahrbar ist, weil es nicht materiell ist, aber beschreiben, wie es sich anfühlen würde, wenn es materiell und daher berührbar wäre, sofern ich das weiß
    • keine Extrawürste für Taubblinde
    Was, wenn eine Oberfläche in einer virtuellen 3-D-Welt eben kein reales Material emuliert?

    Fünfzehnte Frage: Wie soll ich umgehen mit Bildern im Bild?
    • Nur erwähnen? Wollen Blinde bzw. Sehbehinderte nicht wissen, was auf diesen Bildern zu sehen ist?
    • Beschreiben, aber nur insofern, wie sie in-world für mich zu sehen sind?
    • Davon abhängig machen, wie groß das Bild in meinem Bild ist bzw. was davon in meinem Bild erkennbar ist?
    • Wenn das Bild im Bild wiederum einen virtuellen Ort zeigt und ich mich an den Ort begeben kann, Vollbeschreibung des Bildes im Bild, falls das jemanden interessiert?
    Falls letzteres, was ist mit Bildern in Bildern im Bild? Wie tief darf bzw. muß ich gehen?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #AltText #AltTextMeta #CWAltTextMeta #Bildbeschreibung #Bildbeschreibungen #BildbeschreibungenMeta #CWBildbeschreibungenMeta #AltTextPolizei #Barrierefreiheit #Inklusion
  6. CW: Suche Austausch bezüglich Bildbeschreibungen fürs Fediverse mit jemandem mit wirklich Ahnung; CW: lang (fast 8.000 Zeichen), Fediverse-Meta, Fediverse-über-Mastodon-hinaus-Meta, Alt-Text-Meta/Bildbeschreibungen-Meta
    @Casey Ich bin auf Empfehlung von @Regezi auf deinem Konto gelandet.

    Vorab: Das wird jetzt sehr lang. Das hier ist kein Mastodon-Tröt.

    Sag mal, wie stehst du zum Thema Bildbeschreibungen im Fediverse, bzw. wo stehst du da?

    Ziehst du dabei die Besonderheiten des Fediverse in Betracht? Ich meine, hier sind Alt-Texte ja Teil der 2022 komplett von Grund auf neu definierten Mastodon-Kultur, die dem ganzen Fediverse aufgezwungen werden soll, und von kompletten Laien ohne jeglichen Einfluß von Profis gegen Mastodons Features gebaut. Das heißt, wenn man 1500 Zeichen für den Alt-Text zur Verfügung hat, dann nutzt man die auch mal aus, und zwar auch für Sachen wie Erklärungen, die in die mickrigen 500 Zeichen der Tröts nicht mehr reinpassen.

    Oder bist du da ganz Profi, ignorierst Mastodons Kultur und hältst dich streng an offizielle Regularien für Alt-Texte und Bildbeschreibungen, obwohl die häufig nur für statische Websites und Blogs geschrieben wurden? Stehst du z. B. hart auf der Seite einer Maximallänge von Alt-Texten von 200 oder gar nur 125 Zeichen, die jedem Profi eingebleut worden sein dürfte und die Profis im allgemeinen allen anderen einbleuen? Und auf Mastodon machen es viele dann eben falsch?

    Ich frage deshalb, weil ich zu dem Thema eigentlich ständig Austausch suche. Eigentlich Austausch mit möglichst vielen Leuten auf einmal, die sich gleichzeitig untereinander austauschen und miteinander diskutieren können. Aber mit Mastodon als technisch doch sehr stark limitiertem Zentrum des Fediverse und einzigem Ort im Fediverse, wo Barrierefreiheit eine Rolle spielt, ist das nicht machbar.

    Mein Problem ist: Einerseits will ich die diversen Alt-Text- und Bildbeschreibungs-Guidelines bis aufs i-Tüpfelchen befolgen und meine Bilderposts möglichst allen Leuten möglichst bequem zugänglich machen, ohne irgendjemanden unter den Bus zu werfen oder irgendwelche Wünsche unbeachtet zu lassen. Ich habe mich die letzten zwei Jahre zu dem Thema schon wirklich eingehend informiert. Und die Vorstellungen von Barrierefreiheit im Fediverse sind teilweise schon extrem.

    Beispielsweise gehört es dazu, bei einem Post über ein weniger bekanntes Thema alle Informationen, die zum Verständnis des Post (und des Bildes bei einem Bildpost) nötig sind, gleich im Post mitzuliefern. Bzw. sogar im Alt-Text, weil die meisten Mastodon-Nutzer ja nur 500 Zeichen haben. Das kollidiert übrigens nicht nur mit anerkannten Richtlinien, sondern auch mit der Barrierefreiheit für Menschen, die aufgrund wie auch immer gearteter körperlicher Behinderungen ihre Hände nicht nutzen und daher keine Alt-Texte aufrufen können.

    Andererseits: Wenn ich mal Bilder poste, dann zu extremen Nischenthemen. Das heißt, da ist sehr viel zu erklären, damit auch wirklich jeder die Posts versteht.

    Bei meinen Meme-Posts ist es noch harmlos. Da wende ich zunächst mal sowieso schon existierende Templates an, die relativ einfach visuell zu beschreiben sind, auch weil da definitiv niemanden alle Details interessieren. Aber ich muß viel erklären, wobei ich das inzwischen nur noch dann tue, wenn ich nicht einfach auf externe Informationen verlinken kann.

    Aber meine eigenen Bilder sind Renderings aus extrem obskuren virtuellen 3-D-Welten. Das ist gleichzeitig ein Thema, von dem annähernd niemand irgendwelche Ahnung hat, und ein Thema, das möglicherweise zumindest einige wenige Leute sehr neugierig machen dürfte. Das heißt zum einen: Ich habe extrem viel zu erklären, damit der typische Leser meine Bilderposts versteht. Und es gibt kaum verlinkbares Material, auf das ich als Erklärung verlinken kann. Also habe ich alles selbst zu erklären. Das heißt zum anderen: Ich habe extrem viel zu beschreiben. Denn sehende Nutzer könnten so neugierig auf das Thema werden, daß sie auf den Kontext pfeifen und sich im Bild alle Details angucken, also quasi durch das Bild auf Entdeckungsreise in einem ganz neuen, bis dahin unbekannten Universum gehen. Und es heißt, das sehbehinderte oder blinde Nutzer uneingeschränkt exakt dieselben Möglichkeiten haben sollen wie sehende. Also muß ich ihnen dabei assistieren.

    Das große Problem dabei ist, daß ich in zweierlei Hinsicht in einer Situation bin, die keine Alt-Text- und Bildbeschreibungs-Richtlinien oder -Anleitungen auch nur annähernd abdecken.

    Zum einen gibt es keine Richtlinien dafür, wie man Bilder beschreiben soll im Fediverse außerhalb von Mastodon, aber auch mal nach Mastodon. Und ja, das ist anders als auf Mastodon selbst, in meinem Fall beispielsweise deshalb, weil ich über 24 Millionen Zeichen pro Post zur Verfügung habe und nicht nur 500, und weil ich Bilder mitten im Post einbetten kann, auch wenn Mastodon die so nicht darstellen kann. Und die Barrierefreiheitskultur auf Mastodon ist eine ganz andere als in den großen kommerziellen sozialen Netzwerken und sozialen Medien.

    Zum anderen paßt das, was sämtliche Publikationen zum Thema Alt-Text und Bildbeschreibungen je gebracht haben, durch die Bank schwerlich bis überhaupt zu Renderings von virtuellen Welten. Ich stoße da ständig an Grenzen, an Ungereimtheiten, an Dinge, über die sich nie jemand Gedanken gemacht hat, weil sich nie jemand hätte vorstellen können, daß es so etwas gibt.

    Und so habe ich viele offene Fragen, auf die ich mir meine eigenen Antworten zusammenreimen und zusammenspekulieren muß aus dem, was ich weiß. Das kann natürlich nicht der Weisheit letzter Schluß sein. Aber weder die WCAG noch Cooper Hewitt noch die selbst sehbehinderte Veronica With Four Eyes noch sonstwer wissen auch nur von der Existenz meiner Situation, geschweige denn, daß sie dafür Lösungen haben. Und ja, ich kenne den Decision Tree und habe tatsächlich versucht, ihn auf meine Bilder und meine Posts anzuwenden. Er funktioniert in meiner Situation aber nicht, weil er sie gar nicht abdeckt. Und meine Fragen greift der auch nicht auf.

    Also wende ich unermeßlich viel Zeit auf, um jedes einzelne Bild zu beschreiben und dabei möglichst alle Anforderungen abzudecken, und mache dabei möglicherweise haufenweise Fehler, die bisher noch gar nicht als solche definiert sind. Ganz einfach, weil ich es nicht besser weiß.

    Ich würde ja auch gern mein eigenes Wiki zum Thema Alt-Texte und Bildbeschreibungen und eventuell generell zum Thema Barrierefreiheit und Inklusion im Fediverse aufbauen, vielleicht sogar zwei, eins auf Englisch, eins auf Deutsch. Da würde ich unter anderem zusammentragen, was ich aus den vielen Alt-Text-Anleitungen und auch aus anderen Quellen weiß, und diese auch referenzieren. Viele Aspekte würden ihre eigenen Artikel bekommen, um nicht alles auf einer Seite zu haben. Die Idee kam auch daher, weil mein aktueller, noch unfertiger Entwurf eines Artikels über Bildbeschreibungen im Join the Fediverse Wiki nicht gerade auf Gegenliebe stieß.

    In dem Wiki würde ich auch gern die Fragen beantworten, die ich eine Zeitlang hatte, ebenso die, die ich noch habe. Aber ich habe eben diese Antworten selbst nicht. Und die Fragen selbst sind teilweise sehr grundlegender Natur.

    Genau deswegen suche ich Austausch zu dem Thema. Ich bräuchte ihn eigentlich mit einer gemischten Gruppe aus Blinden, Sehbehinderten, professionellen Experten für digitale Barrierefreiheit, erfahrenen Bildbeschreibern von Mastodon und Angehörigen von Mastodons Alt-Text-Polizei, die dann auch untereinander miteinander über meine Fragen diskutieren könnten. Weil das aber utopisch ist, bleibt mir nur der Austausch mit einzelnen Personen.

    Jetzt wirst du sagen, daß ich etwas komplett zerdenke, was eigentlich nur ein paar Sekunden pro Bild in Anspruch nehmen sollte. Aber wenn ich das schon mache, dann will ich es auch richtig machen.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #AltText #AltTextMeta #CWAltTextMeta #Bildbeschreibung #Bildbeschreibungen #BildbeschreibungenMeta #CWBildbeschreibungenMeta #AltTextPolizei #Barrierefreiheit #Inklusion