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306 results for “kleaders”
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was ich hier schreibe, klingt vielleicht banal, albern, weit hergeholt oder fremd. Aber das ist es nicht. Ich glaube, es kann zu einem umschwung beitragen. Von der immer mehr fortschreitenden normalisierung rechter ideen, zu einer gegenbewegung. Die rechten haben ihre positiv besetzte story, ihr narrativ: "Grenzen zu, Ausländer raus, wirtschaftswachstum, kein tempolimit". Die linken haben keine positiv besetzte geschichte, kein "für", nur ein "dagegen". Ich biete eines an:
Ich behaupte: wenn 5% der Männer in den Büros, in Fußgängerzonen, in Fußballstadien, auf Konzerten und überall anstelle einer Hose einen Rock tragen würden, wäre das ein unübersehbares zeichen.
Es würde stehen für:
- Artikel 1 GG steht nicht nur auf Papier, sondern gilt in der realen Welt
- Die Gleichberechtigung von Mann und Frau steht nicht nur im GG, wir leben sie täglich und selbstverständlich
- für Feminismus, gegen Misogynie, gegen falsche Vorurteile, für Toleranz
- das Gegenstück für Männer zu #freeTheNipple #GleicheBrustFürAlle #meTooDER geheime Wunsch - das was Männer sich nicht trauen, obwohl sie es tun wollten - vieler Männer ist es, einen Rock zu tragen, anstelle einer Hose. Und unter dem Aspekt der Anatomie ist es vorteilhaft (Massschneider: Sind Sie Linksträger oder Rechtsträger?). Es ist Männern nicht verboten, einen Rock zu tragen. Die sehr wenigen, die es tun, zeigen, dass es ohne weiteres geduldet wird von der Gesellschaft. Es gibt viele "Bekenntnis"-Accesoires: Halskette mit Kreuz oder Davidstern, gelbe Schleife für Solidarität mit Israel. Aber das ist alles ziemlich unscheinbar und "überseh"bar. Wenn hingegen 5% der männer einen Rock trügen - ein vergleichsweise viel größeres Kleidungsstück - dann wäre das völlig unübersehbar. Und es ist eine leicht, unaufwendig und günstig umsetzbare protestform. Männer könnten beim nächsten Einkauf statt zwei neuer Hosen drei Röcke kaufen. Oder im Kleiderschrank der Partnerin nach was hübschem schauen. Oder als Single das Souvenir vom ONS tragen.
Vor Jahren haben im Iran Männer fotos von sich mit Kopftuch und frauen ohne Kopftuch auf social media gepostet - teils auch als partnerfotos. Wenn manche Männer sich nicht trauen, im echten leben einen rock zu tragen, könnten sie jedenfalls Rock-Selfies instagramen.
Im gegensatz zur schwarzen Anti-Fa-Kluft sind Röcke nicht mit einer Ideologie besetzt.
Ich bin nicht in der Position, eine solche Kampagne zu starten, geschweige denn zu organisieren oder durchzuführen. Aber einige der Organisationen und Personen in den Mentions könnten das tun. Ich schenke Euch die Idee und den Hashtag (wenn sich kein besserer findet).
:boost_requested: :boosts_ok: :boost_ok:
@AfDVerbotJetzt @niewieder @hateaid @Freiheitsrechte @umwelthilfe @[email protected] @netzpolitik_feed @Volksverpetzer @tazgetroete @mimikama @sixtus.net @leonceundlena.bsky.social @piratenpartei @piratendresden @dieparteirlp @diepartei @wikimediaDE @fragdenstaat @LeilahLilienruh @evawolfangel @HonkHase @elala @susannelilith @SheDrivesMobility @geist @BlumeEvolution @a_watch @RitaWerner @fff @S4F @AufstandLastGen @xrgermany @Klimaliste_Deutschland
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re:publica24 Nachlese 3/3: Ausprobiert!
Ich war zwei Tage lang auf der netzpolitischen Konferez re:publica in Berlin, die in diesem Jahr (2024) unter dem Motto „Who cares?“ stand. In Teil 1 meiner Nachlese habe ich meine inhaltlichen Learnings geteilt. In Teil 2 ging es um methodische Ideen zum Remix. In diesem dritten und letzten Teil möchte ich davon berichten, was Anne-Sophie Waag, Sarah Behrens und ich bei unserem eigenen Programmpunkt ausprobiert haben: Die Umwandlung eines Panel-Vortrags in ein interaktives Rollenspiel mit Publikumsbeteiligung!
Worum ging es?
Als Inhalt unseres Panels hatten wir eine Vorstellung der im Forum offene KI in der Bildung entwickelten Handlungsempfehlungen für mehr Offenheit bei KI in der Bildung angekündigt. Die klassische Gestaltung des Panels hätte sicherlich so ausgesehen, dass jede von uns sich einen Teil der Empfehlungen vorgenommen hätten und wir diese dann nacheinander präsentiert hätten. Zum Abschluss wäre Raum für Fragen gewesen. Uns erschien diese Umsetzung aber recht langweilig. Deshalb dachten wir über Alternativen nach. Da insbesondere Sarah neben ihrer Tätigkeit bei Wikimedia auch Theater spielt, kamen wir recht schnell auf die Idee, uns an einem Rollenspiel zu versuchen.
Wie setzten wir es um?
Unsere Idee für das Rollenspiel war, eine geschlossene und eine offene KI gegeneinander antreten zu lassen. Das wollten wir in einer Art Panel-Diskussion versuchen, der von mir moderiert wurde. Zu Beginn gab es ein kurzes Blitzlicht und beide KI’s stellten sich mit drei Schlagworten vor, erläuterten ihre aktuell größte Herausforderung und erzählten, was sie jeweils an der anderen KI am meisten störte. Anschließend hatten sie Zeit, in 2minütigen Statements das Publikum von sich zu überzeugen.
Durch diesen Aufbau startete das Rollenspiel sehr lebendig. Jöran hat ein kurzes Video mitgeschnitten, in dem die beiden KI’s mithilfe von Schnick-Schack-Schnuck ausknobeln, wer mit dem Statement starten darf:
Ursprünglich veröffentlicht von Jöran im Fediverse.Wie gelang die Interaktion mit dem Publikum?
Nach den Statements machten wir eine erste Abstimmung, welche der beiden KI’s das Publikum mehr überzeugt hatte. Wenig überraschend beim re:publica-Publikum war das die offene KI. Dabei ließen wir es aber nicht bewenden, sondern die beiden KI’s durften sich je drei Publikums-Joker auswählen, die sie im Folgenden argumentativ unterstützen sollten. Diese Publikums-Joker kamen mit auf die Bühne und beteiligten sich an drei Schlagabtauschen zu vorgegeben Fragen/ Thesen. Auch hier wurde nach jedem Schlagabtausch abgestimmt. Die offene KI blieb auch hier die Siegerin.
Im letzten Schritt luden wir das Publikum dann noch dazu ein, nach vorne zu kommen und zu erzählen, was man selbst machen könnte, um mehr Offenheit bei KI voranzubringen. Hier kam eine ganze Menge zusammen, beispielsweise die Installation einer offenen KI auf dem eigenen Rechner, die Berücksichtigung von offener KI in anstehenden Projekten, die Gestaltung von Lernangeboten zu offener KI und vieles mehr.
Wir beendeten das Rollenspiel-Panel mit Applaus für alle Beteiligten 👏.
Mein Fazit
Anne-Sophie, Sarah und ich hatten bei der Vorbereitung und Umsetzung sehr viel Freude. Schon allein aus diesem Grund hat sich die Umsetzung der Idee aus meiner Sicht sehr gelohnt 🙂. Aber auch von den Teilnehmenden haben wir viel positives Feedback erhalten. Vor diesem Hintergrund kann ich mir gut vorstellen, solche Umwandlungen von Vorträgen in Rollenspiele zukünftig häufiger zu versuchen. Vor allem, wenn man es mit so einem experimentierfreudigen und offenem Publikum wie bei der re:publica zu tun hat. Der Aufwand für Vorbereitung hielt sich in Grenzen, da wir vieles einfach auch spontan spielten. Und an Verkleidung brachten wir das mit, was Kleiderschrank und Kostümkiste hergaben.
Das war der dritte und letzte Teil meiner Nachlese zur re:publica24. In Teil 1 habe ich meine inhaltlichen Learnings geteilt und in Teil 2 methodische Ideen zum Weiternutzen.
Das Beitragsbild ist vor dem Beginn des Rollenspiels aufgenommen :-) Danach waren wir viel entspannter 👇 -
Julia Tieke (Red.): Wurfsendungen nonstop – Mini-Hörspiele am laufenden Band
DLF 30.04.2024, 20.10 bis 21.00 Uhr /
DLF Kultur, 30.04.2024, 22.03 bis 23.00 Uhr2004 führte DeutschlandRadio Berlin ein neues Format ein: maximal 45 Sekunden lange Mini-Hörspiele die zufallsgeneriert ins lineare Programm geworfen wurden: die „Wurfsendungen“. Nach 20 Jahren und zwei Senderumbenennungen ist jetzt Schluss damit. Warum bloß?
Gleich dreimal wurde am 30. April in der Morgensendung „Studio 9“ von Deutschlandfunk Kultur das Ende eines Formats thematisiert, das das lineare Programm des Senders geprägt hat und das seit dem 1. Mai Geschichte ist: die maximal 45 Sekunden langen Mini-Hörspiele, die in zufallsautomatisch zusammengewürfelten Dreier-Packs bis zu fünf Mal am Tag ins laufende Programm geworfen wurden, als sogenannte „Wurfsendungen“.
Um 6.19 Uhr und um 7.17 Uhr redete der Moderator Stephan Karkowsky mit seiner Redakteurin im Studio, Julia Bamberg, über die „Wurfsendungen“, und dann um 8.17 Uhr mit dem Chef der Hörspielabteilung, Marcus Gammel, der die „Bestattung einer Gattung“ (Karkowsky) zu verantworten hat.
Auf die Frage nach dem Warum der Abschaffung blieben die Antworten ebenso wolkig wie die nach einem Nachfolge-Format. Gammel zog eine Linie vom Beginn des „dualen Systems“ im Rundfunk ab 1984, das die Hörerschaft erstmals mit kurzformatiger Radiowerbung konfrontierte. Und es dauerte kaum zwanzig Jahre, bis auch das Kulturradio die Möglichkeiten erkannte, durch die Unterbrechung des linearen Flows des Programm Aufmerksamkeit zu erzeugen. Es waren der damalige Kulturchef Wolfgang Hagen, die Hörspielchefin Stefanie Hoster und als Projektleiterin Nathalie Singer, die, nachdem bei Prix Europa ein ähnliches Projekt vorgestellt wurde, die „Wurfsendungen“ ins Leben riefen.
Anne Boschan, Redaktionsleiterin Kommunikation und Marketing. Bild: Christian Kruppa/DLF Kultur.
Die zu Beginn von dem Duo Christian Berner und Frank Schültge produzierte Serie „Herr Behrlich“, der mal im Kleiderschrank, mal im Briefkasten, mal im Sicherungskasten (Video) und mal im Radioapparat auf ein kleines bärtiges Männchen traf, ist die erfolgreichste Serie. Die Folge „Im Kühlschrank“ brachte es in den vergangenen zwanzig Jahren auf 95 Wiederholungen. Auch die ebenfalls von Berner und Schültge erfundenen Mini-Roboter „Nano und Mü“, die regelmäßig an der Überprüfung einiger Neuronen in den Gehirnen ihrer Besitzer scheitern, erfreuten sich andauernder Beliebtheit.
Ja Ja Ja Ja Ja, Nee Nee Nee Nee Nee
Marcus Gammel, Julia Tieke, Clarisse Cossais, Sabine Bohnen. Bild: Thea Matern/DLF Kultur.
3499 „Wurfsendungen“ in etwa 350 Serien sind in den vergangenen zwanzig Jahren entstanden, sagt die Projektleiterin Julia Tieke, die zusammen mit Clarisse Cossais, Sabine Bohnen und Matthias Karow die „Wurfsendungen“ in den vergangenen Jahren redaktionell betreut hat. Der weit überwiegende Teil der Stücke wurde neu produziert, einige wenige aus Klassikern zusammengestellt – beispielsweise aus Georges Perecs Permutationen des Goethe-Gedichts „Wanderers Nachtlied“ in seinem Hörspiel „Die Maschine“. Die „Serie der Woche“ vor dem Ende der „Wurfsendungen“ stammt aus der berühmten Fluxus-Veranstaltung von Joseph Beuys in der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf im Dezember 1968, in der er gemeinsam mit dem Musiker Henning Christiansen und seinem Assistenten Johannes Stüttgen mehr als eine Stunde lang einen Oma-Dialog, der nur aus den Wörtern „Ja Ja Ja Ja Ja, Nee Nee Nee Nee Nee“ bestand, simulierte. Befriedigender kann man den Abschaffern wohl kaum die Zunge herausstrecken.
Das lineare Radio scheint sich bei einigen Senderverantwortlichen genauso großer Beliebtheit zu erfreuen, wie die Personenbeförderung beim Vorstand der Deutschen Bahn AG. Die einen stünden lieber einem globalen Logistikkonzern vor, die anderen wären lieber ein Netflix auf Audio. Dass man eigentlich mit der Ausstrahlung linearer Programme beauftragt ist, ist eher eine lästige Pflicht, der man sich mehr oder weniger engagiert entledigt. Aber genau an diesem Punkt haben die „Wurfsendungen“ gezeigt, was das lineare Radio eigentlich kann, wenn es ein Programm für Hörer und nicht für die nächste Media-Analyse machen will.
Denn die unmoderiert und unkommentiert ins Programm geworfenen Hörspielelemente, die fast immer witzig und oft gewitzt waren, erzählten von dem, was das Radio bedeutet, wenn man sich nicht auf die Optimierung des Audience Flows beschränkt. Das lineare Radio kann überraschen, Neuronen aktivieren, von denen man vorher gar nicht wusste, dass sie sich gelangweilt hatten. Das Radio als Broadcastmedium unterliegt außerdem nicht dem eingebildeten Zwang zu algorithmenverstärkter Personalisierung, deren Konsequenzen man in den sozialen Netzwerken beobachten kann.
Als wäre es wieder 1984
Der 2022 verstorbene Wolfgang Hagen, der mit den „Wurfsendungen“ seinen Sender auf ähnliche Weise für neues Denken geöffnet hat wie Frank Schirrmacher das Feuilleton der „FAZ“, hat etwas geschaffen, was sonst penetrantes Gejingle mit der Station-ID und dem eigenen Werbeclaim erreichen soll – ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal. Wenn unvermutet ein schräges Mini-Hörspiel lief, wusste man zuverlässig welchen Sender man hörte. Marketingstrategisch betrachtet ist Deutschlandradio Kultur seit dem 1. Mai wieder ein Kulturradio unter vielen. Oder besser gesagt: unter wenigen, denn die Kulturwellen der ARD stellen sich immer stromlinienförmiger auf, schalten Programme zusammen und bemühen sich, alles Widerständige abzuschleifen – als wäre es wieder 1984 und man müsse den neuen privaten Mitbewerbern alles nachmachen.
Weil sich die Welt in den letzten zwanzig Jahren weitergedreht und die Mediennutzung verändert habe, sei heute etwas anderes innovativ als die „Wurfsendungen“, so Marcus Gammel im Frühprogramm seines Senders. Was aber das Neue sei, zu dessen Entwicklung man sich vergangenen Sommer in Klausur begeben habe, wollte er noch nicht verraten. Nur die Stichwörter „Podcasts“ und „Serien“ ließ er sich entlocken.
Wie bestattet man eine Gattung?
Wurfsendung live 2022 Britta Steffenhagen und Gisa Flake. Bild: Thomas Kujawinski / DLF Kultur.
Nachdem also das Warum und das Wozu der Abschaffung der „Wurfsendungen“ im Dunkeln blieb, stellt sich noch die Frage nach dem Wie. Das Deutschlandradio wiederholte am 30. April auf seinen beiden Programmen Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur einen Zusammenschnitt der Liveveranstaltung „Wurfsendung nonstop“ mit den Protagonistinnen Britta Steffenhagen und Gisa Flake, die 2022 beim Leipziger Hörspielsommer und der Kölner Hörspielwiese aufgetreten waren. Warum man auf zwei Wellen zeitversetzt dasselbe Programm sendet? Man weiß es nicht. Vielleicht weil man dadurch ein Wiederholungshonorar spart?
Nicht lumpen lassen hat sich Deutschlandfunk Kultur jedenfalls bei der fetten Abschiedsparty am 25. April im sonst verwaisten Transitraum zwischen dem alten RIAS-Gebäude und dem Anbau mit dem Hörspielstudio, der zur „Glashalle“ nobilitiert wurde. Die Veranstaltung war schnell ausgebucht. Marcus Gammel erntete mit seiner Eröffnungsrede vor einem Publikum, das zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus „Wurfsendungs“-Machern bestand, vereinzelt Buhrufe. Schauspielerin Britta Steffenhagen, die aus ihrem Herzen keine Mördergrube machen wollte, bekam für ihre deutlichen Worte Szenenapplaus.
Selbstreflexivität erreicht
Inka Löwendorf, Cathlen Gawlich, Britta Steffenhagen. Bild: Christian Kruppa/DLF Kultur.
Crachmacheur Frieder Butzmann sang seine Wurfsendungen selbst, während Stella Luncke und Josef Maria Schäfers das Publikum aufforderten, einen selbst ausgesuchten Ton so lange wie möglich zu halten. Radioschnipselkönig Carsten Schneider („Der Name ist Programm“, moderierte ihn Clarisse Cossais an) zeigte sich als Entertainer, ebenso wie Mariola Brillowska, die ihre Performance gleich für ihren TikTok-Kanal aufzeichnen wollte. Ralf Haarmann und Christiane Hommelsheim, Axel Bagatsch und Marcel Mathea, Brigitte Abraham und Miachel Ebmyer, Jan Theiler und das Trio Britta Steffenhagen, Cathlen Gawlich und Inka Löwendorf demonstrierten einmal mehr, wie variantenreich das Genre sein kann und fragten sich, wie man nur auf die Idee kommen konnte, auf so etwas Schönes verzichten zu können. Die 81-jährige Lyrikerin und Hörspielmacherin Ginka Steinwachs widmete ihrer Redakteurin Julia Tieke, der von allen Seiten viel Liebe entgegenschlug, ein experimentelles Gedicht.
Am Ende des Partyprogramms wurde die Aufnahme des zuvor vom Publikum gesungenen Tons vorgespielt – es waren etwa 45 Sekunden bis auch die letzte Stimme verstummte – „Wurfsendungs“-Länge eben. Die Veranstaltung hatte Selbstreflexivität erreicht, der Rest waren Zugaben. Sämtliche „Wurfsendungen“ sind noch online nachzuhören, wenn man sie denn findet. Ein sogenanntes Archiv gibt es zwar, es ist aber leider weder filter- noch durchsuchbar.
Jochen Meißner – KNA Mediendienst, 02.05.2024
https://hoerspielkritik.de/bestattung-einer-gattung-die-wurfsendungen/
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CW: Abnehmen
Sich verändernde Ziele
Als ich vor ziemlich genau einem halben Jahr mit dem Projekt „Radikale Selbstfürsorge“ begann, geschah das aus der Motivation heraus, mich endlich mal mehr um mich selbst zu kümmern, um möglichst lange und gesund zu leben. Die Blutergebnisse und die medizinischen Interventionsvorschläge waren ein abstrakter Schubs. Konkreter war die Idee, einmal „Meike First“ zu denken und herauszufinden, ob die Welt untergehen würde, wenn ich mal nicht mehr in vorauseilendem Gehorsam allen anderen versuchen würde, ein gutes Leben zu bereiten. Das war ein radikaler Gedanke, denn meine weibliche Sozialisation und andere Einflüsse hatten mir vermittelt, dass ich stets diejenige sein sollte, die anderen ausweicht, damit diese ihren geraden Weg gehen können. Es gab zwar eine Phase meines Lebens, in der ich das bewusst nicht mehr tat, aber mit der Mutterschaft hatte ich das vergessen. Nun ist das Kind ein Teenager und ich stellte in den letzten Jahren verwundert fest, dass es nicht mehr die gleiche Fürsorge braucht wie ein Säugling. Es war wirklich höchste Zeit, mal etwas zu ändern. Ich begann damit, mir zu erlauben 2x die Woche Schwimmen zu gehen. Das fühlte sich verwegen an, nur für mich einfach manchmal Arbeit oder familiäre Verpflichtungen zu schwänzen.
Das war das erste Ziel und dann kam die Interrail-Reise nach Italien, die mit zwei vollgepackten Taschen mit Essen begann. In Italien ärgerte ich mich darüber, dass ich so schlecht zu Fuß war. Dann kaufte ich die Siebenmeilenstiefel und begann die Freude am Gehen zu entdecken. Das Gehen an sich ist es nicht. Ich höre Podcasts dabei, werfe hin und wieder einen Blick auf die sich verändernde Natur und blicke am Ende das lobende Feuerwerk erwartend auf die Uhr, die meine Schritte zählt. Das, was mir daran gefällt ist die zurückgewonnene Unabhängigkeit. Ich muss nicht an einer Bushaltestelle stehen und auf das ungewisse Ankommen des Busses warten. Ich kann einfach loslaufen. Das ist wirklich toll und ich staune immer noch darüber, was das für eine Lebensqualität ist. Schon sehr schnell formulierte ich das zweite Ziel: Ich will gut gehen können. Was auch immer gut bedeutet. Ich bin mit mir zur Zeit zufrieden, wenn ich einen Spaziergang von 3 – 4 km gemacht habe. Der Mitbewohner spaziert zur Zeit täglich mehr als 10 km. Angeber. Sehr selten überlege ich mir bewusst eine längere Strecke, es geht mir nicht um mehr und um Training, weil ich davon ausgehe, dass sich das schon ergeben wird. Ich traue mir immer mehr zu und wenn ich auf einer digitalen Karte mir eine Route anschaue, dann habe ich mittlerweile andere Maßstäbe und eine Gefühl dafür, was ich schaffen kann. Das ist gut so. Gleichermaßen ist es auch ein bisschen langweilig und an manchen Tagen gehe ich aus Pflichtgefühl bzw. um den Streak meines Fitnesstrackings nicht zu unterbrechen. Letzte Woche hatte ich ein schönes Gespräch mit der Freundin, die in Italien lebt und da dachte ich mir, dass wenn ich sie nächstes Frühjahr besuchen würde, ich noch mal ein paar Tage nach Rom könnte. Plötzlich hatte ich das Bild vor Augen, wie ich fit durch Rom stiefele und das ist ein schönes Ziel.
Sehr merkwürdig verhielt es sich mit dem dritten Ziel, dass sich vor gut zwei Wochen an mich heranschlich. Als Felix begann über sein Projekt zu bloggen und als ich nahezu zeitgleich meinen Schrank aufräumte, meine langgesuchte Lieblingsjeans wiederfand und feststellen musste, dass sie nun zu groß ist, begann ich davon zu träumen „endlich schlank“ zu werden. Das war tatsächlich in den letzten Monaten nicht mein Ziel. Ich bin viel zu lange Körperakzeptanz-Aktivistin und arbeite seit Jahren mit Menschen unterschiedlichen Körpers, um für diese Lösungen abseits von Körperveränderungen zu finden. Gerade weil ich den allermeisten Büchern steht, dass Gewichtsabnahme eine Bedingung für Gesundheit ist, verweigerte ich dieses Ziel. „Was raten sie mir, wenn es nicht ums Abnehmen geht“, fragte ich den Hausarzt, denn ich hatte absolut nicht vor, diesen Weg zu gehen, an dessen dauerhafte Wirkung ich nicht glaubte. Ich habe in den letzten Monaten zwar anders gegessen, aber dafür unheimlich viel. Ich weiß noch, wie ich am Beginn der Reise selbst darüber staunte, welche Mengen an Lebensmitteln wir mit uns herumschleppten. Das war sinnbildlich für meinen veränderten Umgang mit Essen. Wer nicht einfach schnelle Kohlehydrate im Vorbeigehen kaufen will, muss eben schleppen. Aber das ist ok.
Was ich allerdings nicht ok fand, war meine merkwürdige Reaktion auf die zu große Hose. Ich hatte die Körperveränderung tatsächlich vorher nicht bemerkt, denn ich mache ja keine Diät. Ok, die eine Hose rutschte, aber ich schob es auf den ausgeleierten Gummi. Andere Kleidungsstücke, die ich gerne trage, sind gewickelt oder mit Gummizug. Es ist Sommer da trage ich keine Jeans, wenn ich nicht den Kleiderschrank ausgemistet hätte, hätte ich erst im Herbst gemerkt, dass die Hosen nicht mehr passen. Meine erste Reaktion, als ich zufällt bemerkte, dass sich mein Bauchumfang verringert hatte: Ich wollte es niemand erzählen. Es zeugt von Diätmentalität, sich Lob für eine Reduktion des Körpers zu wünschen. Zweite Reaktion: Ich musste mir eingesehen, wie sehr ich noch in Diätmentalität gefangen bin. Tatsächlich träumte ich nächtelang davon, ein schlanker Mensch zu sein.
Mittlerweile bin ich sogar ein bisschen genervt von den Konsequenzen, denn es bleibt ja nicht bei der Lieblingsjeans. Auch die Bikinihose rutscht und die schicke Hose, die ich erst 2x anhatte und ansonsten für besondere Gelegenheiten schonte, weil sie so schick ist, ist nun auch zu weit. Ich werde mich also mit dem Thema enger nähen beschäftigen müssen. Das ist unspaßiger als es klingt, denn ich weiß schon, dass es nicht damit getan ist, einfach nur die Seitennähte enger zu nähen. Aber noch mehr ärgert mich, dass ich über Abnehmen und Schlank-Sein nachdenke, obwohl ich eigentlich dachte, das alles hinter mir gelassen zu haben. Ich merke, wie das Projekt Radikale Selbstfürsorge zu Konsequenzen führt, die ich am Anfang nicht bedacht hatte, als ich einfach nur alt und gesund werden wollte. Am Anfang habe ich nur über Ernährung nachgedacht, jetzt bin ich mal wieder mit meinem Körper konfrontiert. Und obwohl ich absolut keinen Bock mehr auf das Thema habe, gibt es einen Teil von mir, der dabei hofft, dies auf einer anderen Ebene abarbeiten zu können. Ich habe nach 5 Jahren Üben gelernt zu Kraulen. Wer weiß, was sonst noch alles möglich ist?
Als ich vor ziemlich genau einem halben Jahr mit dem Projekt „Radikale Selbstfürsorge“ begann, geschah das aus der Motivation heraus, mich endlich mal mehr um mich selbst zu kümmern, um […]
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17.12.2024
https://www.bvg.de/de/unternehmen/medienportal/pressemitteilungen/gemeinsamer-einsatz-geht-weiter
Gemeinsamer Einsatz geht weiter
Würdigung und Dank zum Jahresende: Kurz vor den Feiertagen hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner heute, gemeinsam mit dem BVG-Vorstand, eine #Reinigungsstreife der Berliner Verkehrsbetriebe besucht. Auf dem Bahnhof #Alexanderplatz traf er eins der Teams, die seit dem Frühjahr in dem Projekt unterwegs sind. Er dankte den Mitarbeitenden für ihren Einsatz und würdigte die positive Entwicklung auf der #Testlinie #U8.
[…]
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