home.social

#aufmerksamkeitskokonomie — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #aufmerksamkeitskokonomie, aggregated by home.social.

fetched live
  1. Hurra – der Stau wird billiger!

    “Nicht gesehen” – Fussgänger*innen und Berufspendler*innen im ÖPNV

    Roland machte sich gestern sehr, sehr lange Gedanken um die SPD und die Demokratie. Hier in Beuel genügt der Versuch zu atmen. Es wird immer schwieriger. CO2 reichlich, Sauerstoff Mangelware. Und das nur wegen einer Brücke. Wenn es nur die wäre.

    Wer in dieser Woche deutsche Nachrichtenmedien konsumierte, der*dem kommt das Benzin jetzt schon aus den Ohren raus. Wenn der deutsche Autofahrer zürnt, dann stehen CDU und SPD stramm – von “oben” (Bund) bis “unten” (Kommune). Streit nur um das “wie”. Das “Ob” ist klar wie Emscherwasser. Dass Autofahrer*innen in Bonn nur noch eine kleine radikale Minderheit sind (es sieht ja auch ganz anders aus) – das merken die, wie so vieles, nicht. Wer schmerzfrei ist, bekommt die Diagnose an der Urne.

    Das Problem ist das Treibenlassen durch die Aufmerksamkeitsökonomie. Die Parteien haben ihre gesellschaftliche Verankerung, die zumindest in der West-BRD noch existierte, fast vollständig verloren. Und damit ihre Fähigkeit zur Entwicklung eigenständiger/autonomer Programmatik und Strategie. Die Aufmerksamkeitsökonomie der Medien interessiert sich ebensowenig für gesellschaftliche Verankerung. Ihre Währung sind nicht gleichberechtigte Bürger*innen, sondern die Anhäufung von Clicks, Daten – und Kapital. Das erzielen sie nicht mit Fakten und Aufklärung, sondern mit “heissen” Storys (“Sex&Crime”) – und Bildern. Bilder sind mächtiger als Inhalte. Das war übrigens schon vor “diesem Internet” so. Die semikriminelle sog. Zeitung “Bild” verkaufte in den 90ern über 5 Mio. Exemplare. Über 80% davon hat sie verloren. Nicht alles ist schlecht …

    Aber die Mehrheit der Dummen in “der Politik” will das nicht wissen. Die Strafarbeit folgt.

    PS: Morgen um 12 im “ARD-Presseclub”, einmal dürfen Sie raten, mit welchem Thema, ist Anja Krüger dabei, eine der Guten bei der taz – allein gegen WDR, “Bild” und “Rheinische Pest”. Gibs ihnen Anja, mach es ihnen so heiss, wie es geht!

  2. Clickbaiting-Meister: WDR

    Endlich brennt es auch hier. Geile Bilder. Visuelle Medien fahren auf die Katastrophe ab. Berichten ist nicht zu kritisieren. Es ist wichtig für die Betroffenen und die Bedrohten. Die sind ziemlich viele. Und Hilfe muss für sie mobilisiert werden.

    Das gilt freilich ebenso für die vielen tausend Hitzetoten. Deren Ableben liefert keine Bilder, jedenfalls keine schönen, die das Klickpublikum heisslaufen lassen.

    Unter den 8 “meistgeklickten” Meldungen der WDR-Homepage sind fünf zu Waldbränden. Das wuchert das Onlineangebot so zu, dass für anderes Wichtiges kaum Platz (und Zeit der WDR-Mitarbeiter*innen) bleibt. Dabei stehen die bei Waldbränden der Feuerwehr nur im Weg und belästigen sie mit Fragen, für die die wahrlich keine Zeit haben.

    Beim WDR sind sie so ausgelastet, sogar ihre Algorithmen sind es, dass sie bei der Erstellung des hauseigenen Pressespiegels diese Meldung über die Wasserverschwendung eines Reitturniers (“Medienpartner”: WDR) glatt übersehen haben. Für was so eine Waldbrandpanik doch alles gut ist …

    Wohlgemerkt: Berichten ist nicht zu kritisieren. Tapezieren von Flächen, die anderen wichtigen Angelegenheiten verloren gehen, ist die Pest der Aufmerksamkeitsökonomie. Für die ist der WDR nur ein Beispiel.

    Was Ihre Aufmerksamkeit verdient

    Ralf Heimann/MDR-Altpapier: “Flood the zone with Meta-KI – Die Tech-Konzerne formen die digitale Öffentlichkeit. In Frankreich regt sich Widerstand. Und Mark Zuckerberg hat eine schöne Idee.”

    und

    Antonia Groß/MDR-Altpapier: “Alles für die Bühne: Wagenknecht und die Medien – Die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beschäftigt Medien, die im Umgang mit Rechtsextremen aber alte Fehler wiederholen. Denn diese wissen sich zu inszenieren. Genau wie eine andere ‘alte Bekannte’.”

Share on Mastodon

Enter the server where you have an account.