#thisisforeveryone — Public Fediverse posts
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Libro recibido: Esto es para todos. La historia de la World Wide Web: cómo se creó y qué queda por hacer, de Tim Berners-Lee @timbl
Gentileza: #EdicionesDeusto (en librerías desde el 25/2/26)
Traducción: Alexandre Casanovas López
#EstoEsParaTodos #ThisIsForEveryone #TimBernersLee
https://www.planetadelibros.com/libro-esto-es-para-todos/432831 -
Libro recibido: Esto es para todos. La historia de la World Wide Web: cómo se creó y qué queda por hacer, de Tim Berners-Lee @timbl
Gentileza: #EdicionesDeusto (en librerías desde el 25/2/26)
Traducción: Alexandre Casanovas López
#EstoEsParaTodos #ThisIsForEveryone #TimBernersLee
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Libro recibido: Esto es para todos. La historia de la World Wide Web: cómo se creó y qué queda por hacer, de Tim Berners-Lee @timbl
Gentileza: #EdicionesDeusto (en librerías desde el 25/2/26)
Traducción: Alexandre Casanovas López
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Libro recibido: Esto es para todos. La historia de la World Wide Web: cómo se creó y qué queda por hacer, de Tim Berners-Lee @timbl
Gentileza: #EdicionesDeusto (en librerías desde el 25/2/26)
Traducción: Alexandre Casanovas López
#EstoEsParaTodos #ThisIsForEveryone #TimBernersLee
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Libro recibido: Esto es para todos. La historia de la World Wide Web: cómo se creó y qué queda por hacer, de Tim Berners-Lee @timbl
Gentileza: #EdicionesDeusto (en librerías desde el 25/2/26)
Traducción: Alexandre Casanovas López
#EstoEsParaTodos #ThisIsForEveryone #TimBernersLee
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Lese gerade "This Is for Everyone" von @timbl Tim Berners-Lee.
Es ist so wohltuend, dass es noch Tech-Größen gibt, die sich für verantwortungsvollen und sinnstiftenden Einsatz von Technik einsetzen und nicht für die Gewinnoptimierung.
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@timbl I‘m really enjoying the audiobook version of #ThisIsForEveryone on my commutes. Great content, great writing and a wonderful Stephen Fry.
As a nerd kid of the 90s, I want to thank you, Tim, for opening up unbelievable possibilities for all of us!
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Tonight marks the final stop on the Australian book tour @[email protected] 🌏 🙏 to everyone joining the conversation and movement to reclaim the web for everyone. See you tonight Sydney 🇦🇺 #thisisforeveryone www.theguardian.com/technology/2...
‘It’s not too late to fix it’:... -
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Nach den politischen Umwälzungen des Jahres 2016 schienen diese Kommentare relevanter denn je. Im Web fehlte es an #Mitgefühl - doch das war kein menschliches Versagen, sondern ein Designproblem. Etwas an der technischen Struktur des Web schien diese Toxizität zu begünstigen. Ich erkannte zwei Symptome, die
auf dieselbe Krankheit zurückgingen.Derzeit ist das schlimmste Symptom die Polarisierung im Web. Die sozialen Medien, wie sie heute aufgebaut sind, verleiten den User dazu, extreme politische Positionen zu beziehen und Andersdenkende zu dämonisieren. Das erschwert konstruktives Engagement, befeuert haarsträubende Verschwörungstheorien und Demagogie, die sachliche Überlegungen in den Hintergrund drängt.
Bald könnten zivilisierte Diskussionen über wichtige Themen unmöglich werden. Ich befürchte, dass diese gesellschaftliche Polarisierung schwerwiegende Folgen für die Menschheit haben könnte —
mit globalen Konsequenzen.Das zweite Symptom betrifft den Einzelnen noch direkter, Viele User berichten, dass sie nach längerer Nutzung sozialer Medien psychische Probleme entwickeln. Die Liste der damit in Verbindung gebrachten Beschwerden ist alarmierend: Angstzustände, Depressionen, übersteigerte Eifersucht, Minderwertigkeitsgefühle,
Einsamkeit, gestörtes Körperbild - und sogar Suizidgedanken. Be-
sonders stark betroffen ist die junge Generation.
Was ist das gemeinsame Designproblem hinter all diesen beunruhigenden Symptomen? Web-Forscher, die sich mit der Informationssphäre befassen, haben einen klaren Zusammenhang zwischen sozialen Medien und gesellschaftlicher Polarisierung festgestellt. Die Social-Media-Konzerne setzen gezielt maschinelles Lernen ein, um User an ihre Plattformen zu fesseln. Das Design dieser Systeme ist darauf ausgelegt, süchtig zu machen — unter anderem, indem sie immer extremere Inhalte vorschlagen, die Nutzer abwechselnd wütend oder niedergeschlagen machen. Denn leider gibt es in der menschlichen Psyche eine Schwachstelle: Wir sind anfällig für negative Emotionen - und die Tech-Giganten haben gelernt genau das auszunutzen.
...#LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #Mikrotargeting #SocialMedia
#DesignIssues #Tim Berners Lee -
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Das erste Anzeichen dafür, dass etwas ernsthaft aus dem Ruder lief, war die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Die Brexit-Befiirworter verkauften der britischen Öffentlichkeit ihre Position unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Sie versprachen, dass durch den Austritt aus der EU die Einwanderung verringert, die wirtschaftliche Lage verbessert und der Staatshaushalt ausgeglichen werden könne. Die Irreführung durch die Brexit-Kampagne war für sich genommen noch nichts Besonderes; was sie ungewöhnlich machte, war vielmehr die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit in die Irre geführt wurde.
Die klassische politische Falschdarstellung wird in Sonntagsreden, Fernsehinterviews und sogar als Aufschrift auf Bussen bis zum Überdruss wiederholt — mit anderen Worten: Sie wird per Broadcast (Rundfunk) gesendet. Jeder kann sehen, was gesagt wird, und die gegenteilige Wahrheit kann ebenfalls gesendet werden, um die Lüge zu bekämpfen. Doch zusätzlich machten die Brexit-Befür‘worter noch etwas ganz anderes: Sie verbreiteten ihre Fehlinformationen nicht nur über das Fernsehen, sondern auch per Narrowcast (Schmalfunk) über Social Media - gezielt an jene Bevölkerungs-Segmente, die am empfänglichsten für ihre Botschaft waren.
Die Brexit-Kampagne wurde von Cambridge Analytica unterstützt, einem britischen Politikberatungsunternehmen, das sich darauf spezialisiert hatte, Facebook-Daten zu nutzen, um gezielt Wähler zu beeinflussen. Zunächst bestritt das Unternehmen, an der Brexit-Kampagne beteiligt gewesen zu sein — bis ein zehnseitiges Paper mit dem Titel «Big Data Solutions for the EU Referendum» geleakt wurde und endgültig belegte, dass es involviert war. Die Strategie von Cambridge Analytica bestand darin, Wechselwähler zu identifizieren und mittels «Mikrotargeting» gezielt anzusprechen, basierend auf hochentwickelten Analyseverfahren, mit denen jedem einzelnen Wähler in einem bestimmten Gebiet numerische Werte für bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugewiesen wurden.
Demografische Profilierung von Wählergruppen war an sich nichts Neues, doch die riesigen Datenmengen, die über User der von Cambridge Analytica verbreiteten App gesammelt wurden, führten zu weitaus detaillierteren und präziseren Persönlichkeitsprofilen als je zuvor. Diese Daten ließen sich mit sogenannten A/B-
Tests kombinieren, bei denen die Reaktionen von Probanden auf verschiedene Varianten derselben politischen Botschaft gemessen wurden, um die wirkungsvollsten Schlagzeilen zu ermitteln. Die Verbindung von Mikrotargeting und Fehlinformationen ermöglichte eine personalisierte politische Propaganda, die gezielt und unbemerkt an jene Teile der Wählerschaft ausgespielt wurde, die am ehesten dazu neigten, ihr Glauben zu schenken. Ich möchte hinzufügen, dass ein weiterer entscheidender Faktor für das Brexit-Debakel die Dysfunktionalität von Artikel 50 war — jener Klausel im Vertrag über die Europäische Union, die es einem Mitgliedstaat erlaubt, den Austritt einzuleiten. Hätte es sowohl vor als auch
nach den Austrittsverhandlungen eine Volksabstimmung gegeben. wäre vielleicht klarer gewesen, worüber wir eigentlich abgestimmt haben. Stattdessen mussten wir über politische Versprechen entscheiden - und dank Narrowcasting und Mikrotargeting, konnten diese Versprechen je nach Zielgruppe völlig unterschiedlich ausfallen.
Das Ergebnis der Brexit-Abstimmung hatte viele Ursachen, doch ein neuartiges System zur wirkungsvollen Verbreitung politischer
Botschaften war zweifellos eine davon. Wirklich begriffen, wie zerstörerisch dieses System sein konnte, habe ich allerdings erst nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2010.
Auch bei dieser Wahl spielte Cambridge Analyrica eine Rolle: Von einem Büro im zweiten Stock in London aus zog das Unternehmen die Strippen, um die amerikanische Wählerschaft zu beeinflussen.
«Heute haben wir in den Vereinigten Staaten etwa vier- oder fünftausend Datenpunkte zu jeder einzelnen Person, erklärte der CEO von Cambridge Analytica, Alexander Nix, wenige Wochen vor der Wahl gegenüber Sky News.
"Das heißt, dass wir die Persönlichkeit jedes erwachsenen US-Bürgers modellieren — also etwa 230 Millionen Menschen.»
Rückblickend wurde der Einfluss von Cambridge Analytica in der Zeit unmittelbar nach der Wahl vielleicht überschätzt. Doch es
liegt auf der Hand, warum das Unternehmen eine solche Kontroverse auslöste. Für traditionelle Funk- und Fernsehmedien galten relativ strenge Regeln für politische Werbung, während es in den sozialen Medien kaum Vorschriften gab — wenn überhaupt. Hinzu kam, dass nur ein winziger Teil der Bevölkerung die Botschaften überhaupt sah, nämlich genau der, der am empfänglichsten dafür war. Man muss kein Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen, welchen Schaden provozierende, gezielte, heimliche und hochgradig personalisierte Propaganda dem demokratischen Diskurs zufügen kann. Heute vergleiche ich Cambridge Analyticas Methoden mit einem verdeckt eingesetzten Megafon.
Am Wahlabend 2016 war ich in den Vereinigten Staaten. Ein
Freund feierte in seinem Haus außerhalb von Boston eine Wahlparty. Aufgrund der Umfragen ging ich davon aus, dass Hillary Clinton gewinnen würde — und brachte für den Anlass eine Flasche Sekt mit. Die Stimmung war von Anfang an zuversichtlich und ausgelassen, viele der Anwesenden freuten sich, dass Hillary bald die sogenannte gläserne Decke durchbrechen würde. Doch als die Ergebnisse eintrafen, wurde es immer stiller im Raum, und die Gesichtsausdrücke meiner Freunde wechselten von freudiger Erwartung zu sprachlosem Unglauben. Im Laufe des Abends wurde klar, dass Trump zwar bei den Wählerstimmen deutlich unterlag, aber im Wahlmännerkollegium die Mehrheit erringen und damit die Präsidentschaft gewinnen würde. Die fröhliche Stimmung
wich bitterer Enttäuschung und immer mehr Gäste gingen. Ich zog mich zurück und versteckte meine Sektflasche hinter einem Vorhang. Vielleicht steht sie heute noch dort.
..#LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #Mikrotargeting #SocialMedia
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Das erste Anzeichen dafür, dass etwas ernsthaft aus dem Ruder lief, war die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Die Brexit-Befiirworter verkauften der britischen Öffentlichkeit ihre Position unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Sie versprachen, dass durch den Austritt aus der EU die Einwanderung verringert, die wirtschaftliche Lage verbessert und der Staatshaushalt ausgeglichen werden könne. Die Irreführung durch die Brexit-Kampagne war für sich genommen noch nichts Besonderes; was sie ungewöhnlich machte, war vielmehr die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit in die Irre geführt wurde.
Die klassische politische Falschdarstellung wird in Sonntagsreden, Fernsehinterviews und sogar als Aufschrift auf Bussen bis zum Überdruss wiederholt — mit anderen Worten: Sie wird per Broadcast (Rundfunk) gesendet. Jeder kann sehen, was gesagt wird, und die gegenteilige Wahrheit kann ebenfalls gesendet werden, um die Lüge zu bekämpfen. Doch zusätzlich machten die Brexit-Befür‘worter noch etwas ganz anderes: Sie verbreiteten ihre Fehlinformationen nicht nur über das Fernsehen, sondern auch per Narrowcast (Schmalfunk) über Social Media - gezielt an jene Bevölkerungs-Segmente, die am empfänglichsten für ihre Botschaft waren.
Die Brexit-Kampagne wurde von Cambridge Analytica unterstützt, einem britischen Politikberatungsunternehmen, das sich darauf spezialisiert hatte, Facebook-Daten zu nutzen, um gezielt Wähler zu beeinflussen. Zunächst bestritt das Unternehmen, an der Brexit-Kampagne beteiligt gewesen zu sein — bis ein zehnseitiges Paper mit dem Titel «Big Data Solutions for the EU Referendum» geleakt wurde und endgültig belegte, dass es involviert war. Die Strategie von Cambridge Analytica bestand darin, Wechselwähler zu identifizieren und mittels «Mikrotargeting» gezielt anzusprechen, basierend auf hochentwickelten Analyseverfahren, mit denen jedem einzelnen Wähler in einem bestimmten Gebiet numerische Werte für bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugewiesen wurden.
Demografische Profilierung von Wählergruppen war an sich nichts Neues, doch die riesigen Datenmengen, die über User der von Cambridge Analytica verbreiteten App gesammelt wurden, führten zu weitaus detaillierteren und präziseren Persönlichkeitsprofilen als je zuvor. Diese Daten ließen sich mit sogenannten A/B-
Tests kombinieren, bei denen die Reaktionen von Probanden auf verschiedene Varianten derselben politischen Botschaft gemessen wurden, um die wirkungsvollsten Schlagzeilen zu ermitteln. Die Verbindung von Mikrotargeting und Fehlinformationen ermöglichte eine personalisierte politische Propaganda, die gezielt und unbemerkt an jene Teile der Wählerschaft ausgespielt wurde, die am ehesten dazu neigten, ihr Glauben zu schenken. Ich möchte hinzufügen, dass ein weiterer entscheidender Faktor für das Brexit-Debakel die Dysfunktionalität von Artikel 50 war — jener Klausel im Vertrag über die Europäische Union, die es einem Mitgliedstaat erlaubt, den Austritt einzuleiten. Hätte es sowohl vor als auch
nach den Austrittsverhandlungen eine Volksabstimmung gegeben. wäre vielleicht klarer gewesen, worüber wir eigentlich abgestimmt haben. Stattdessen mussten wir über politische Versprechen entscheiden - und dank Narrowcasting und Mikrotargeting, konnten diese Versprechen je nach Zielgruppe völlig unterschiedlich ausfallen.
Das Ergebnis der Brexit-Abstimmung hatte viele Ursachen, doch ein neuartiges System zur wirkungsvollen Verbreitung politischer
Botschaften war zweifellos eine davon. Wirklich begriffen, wie zerstörerisch dieses System sein konnte, habe ich allerdings erst nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2010.
Auch bei dieser Wahl spielte Cambridge Analyrica eine Rolle: Von einem Büro im zweiten Stock in London aus zog das Unternehmen die Strippen, um die amerikanische Wählerschaft zu beeinflussen.
«Heute haben wir in den Vereinigten Staaten etwa vier- oder fünftausend Datenpunkte zu jeder einzelnen Person, erklärte der CEO von Cambridge Analytica, Alexander Nix, wenige Wochen vor der Wahl gegenüber Sky News.
"Das heißt, dass wir die Persönlichkeit jedes erwachsenen US-Bürgers modellieren — also etwa 230 Millionen Menschen.»
Rückblickend wurde der Einfluss von Cambridge Analytica in der Zeit unmittelbar nach der Wahl vielleicht überschätzt. Doch es
liegt auf der Hand, warum das Unternehmen eine solche Kontroverse auslöste. Für traditionelle Funk- und Fernsehmedien galten relativ strenge Regeln für politische Werbung, während es in den sozialen Medien kaum Vorschriften gab — wenn überhaupt. Hinzu kam, dass nur ein winziger Teil der Bevölkerung die Botschaften überhaupt sah, nämlich genau der, der am empfänglichsten dafür war. Man muss kein Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen, welchen Schaden provozierende, gezielte, heimliche und hochgradig personalisierte Propaganda dem demokratischen Diskurs zufügen kann. Heute vergleiche ich Cambridge Analyticas Methoden mit einem verdeckt eingesetzten Megafon.
Am Wahlabend 2016 war ich in den Vereinigten Staaten. Ein
Freund feierte in seinem Haus außerhalb von Boston eine Wahlparty. Aufgrund der Umfragen ging ich davon aus, dass Hillary Clinton gewinnen würde — und brachte für den Anlass eine Flasche Sekt mit. Die Stimmung war von Anfang an zuversichtlich und ausgelassen, viele der Anwesenden freuten sich, dass Hillary bald die sogenannte gläserne Decke durchbrechen würde. Doch als die Ergebnisse eintrafen, wurde es immer stiller im Raum, und die Gesichtsausdrücke meiner Freunde wechselten von freudiger Erwartung zu sprachlosem Unglauben. Im Laufe des Abends wurde klar, dass Trump zwar bei den Wählerstimmen deutlich unterlag, aber im Wahlmännerkollegium die Mehrheit erringen und damit die Präsidentschaft gewinnen würde. Die fröhliche Stimmung
wich bitterer Enttäuschung und immer mehr Gäste gingen. Ich zog mich zurück und versteckte meine Sektflasche hinter einem Vorhang. Vielleicht steht sie heute noch dort.
..#LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #Mikrotargeting #SocialMedia
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Das erste Anzeichen dafür, dass etwas ernsthaft aus dem Ruder lief, war die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Die Brexit-Befiirworter verkauften der britischen Öffentlichkeit ihre Position unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Sie versprachen, dass durch den Austritt aus der EU die Einwanderung verringert, die wirtschaftliche Lage verbessert und der Staatshaushalt ausgeglichen werden könne. Die Irreführung durch die Brexit-Kampagne war für sich genommen noch nichts Besonderes; was sie ungewöhnlich machte, war vielmehr die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit in die Irre geführt wurde.
Die klassische politische Falschdarstellung wird in Sonntagsreden, Fernsehinterviews und sogar als Aufschrift auf Bussen bis zum Überdruss wiederholt — mit anderen Worten: Sie wird per Broadcast (Rundfunk) gesendet. Jeder kann sehen, was gesagt wird, und die gegenteilige Wahrheit kann ebenfalls gesendet werden, um die Lüge zu bekämpfen. Doch zusätzlich machten die Brexit-Befür‘worter noch etwas ganz anderes: Sie verbreiteten ihre Fehlinformationen nicht nur über das Fernsehen, sondern auch per Narrowcast (Schmalfunk) über Social Media - gezielt an jene Bevölkerungs-Segmente, die am empfänglichsten für ihre Botschaft waren.
Die Brexit-Kampagne wurde von Cambridge Analytica unterstützt, einem britischen Politikberatungsunternehmen, das sich darauf spezialisiert hatte, Facebook-Daten zu nutzen, um gezielt Wähler zu beeinflussen. Zunächst bestritt das Unternehmen, an der Brexit-Kampagne beteiligt gewesen zu sein — bis ein zehnseitiges Paper mit dem Titel «Big Data Solutions for the EU Referendum» geleakt wurde und endgültig belegte, dass es involviert war. Die Strategie von Cambridge Analytica bestand darin, Wechselwähler zu identifizieren und mittels «Mikrotargeting» gezielt anzusprechen, basierend auf hochentwickelten Analyseverfahren, mit denen jedem einzelnen Wähler in einem bestimmten Gebiet numerische Werte für bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugewiesen wurden.
Demografische Profilierung von Wählergruppen war an sich nichts Neues, doch die riesigen Datenmengen, die über User der von Cambridge Analytica verbreiteten App gesammelt wurden, führten zu weitaus detaillierteren und präziseren Persönlichkeitsprofilen als je zuvor. Diese Daten ließen sich mit sogenannten A/B-
Tests kombinieren, bei denen die Reaktionen von Probanden auf verschiedene Varianten derselben politischen Botschaft gemessen wurden, um die wirkungsvollsten Schlagzeilen zu ermitteln. Die Verbindung von Mikrotargeting und Fehlinformationen ermöglichte eine personalisierte politische Propaganda, die gezielt und unbemerkt an jene Teile der Wählerschaft ausgespielt wurde, die am ehesten dazu neigten, ihr Glauben zu schenken. Ich möchte hinzufügen, dass ein weiterer entscheidender Faktor für das Brexit-Debakel die Dysfunktionalität von Artikel 50 war — jener Klausel im Vertrag über die Europäische Union, die es einem Mitgliedstaat erlaubt, den Austritt einzuleiten. Hätte es sowohl vor als auch
nach den Austrittsverhandlungen eine Volksabstimmung gegeben. wäre vielleicht klarer gewesen, worüber wir eigentlich abgestimmt haben. Stattdessen mussten wir über politische Versprechen entscheiden - und dank Narrowcasting und Mikrotargeting, konnten diese Versprechen je nach Zielgruppe völlig unterschiedlich ausfallen.
Das Ergebnis der Brexit-Abstimmung hatte viele Ursachen, doch ein neuartiges System zur wirkungsvollen Verbreitung politischer
Botschaften war zweifellos eine davon. Wirklich begriffen, wie zerstörerisch dieses System sein konnte, habe ich allerdings erst nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2010.
Auch bei dieser Wahl spielte Cambridge Analyrica eine Rolle: Von einem Büro im zweiten Stock in London aus zog das Unternehmen die Strippen, um die amerikanische Wählerschaft zu beeinflussen.
«Heute haben wir in den Vereinigten Staaten etwa vier- oder fünftausend Datenpunkte zu jeder einzelnen Person, erklärte der CEO von Cambridge Analytica, Alexander Nix, wenige Wochen vor der Wahl gegenüber Sky News.
"Das heißt, dass wir die Persönlichkeit jedes erwachsenen US-Bürgers modellieren — also etwa 230 Millionen Menschen.»
Rückblickend wurde der Einfluss von Cambridge Analytica in der Zeit unmittelbar nach der Wahl vielleicht überschätzt. Doch es
liegt auf der Hand, warum das Unternehmen eine solche Kontroverse auslöste. Für traditionelle Funk- und Fernsehmedien galten relativ strenge Regeln für politische Werbung, während es in den sozialen Medien kaum Vorschriften gab — wenn überhaupt. Hinzu kam, dass nur ein winziger Teil der Bevölkerung die Botschaften überhaupt sah, nämlich genau der, der am empfänglichsten dafür war. Man muss kein Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen, welchen Schaden provozierende, gezielte, heimliche und hochgradig personalisierte Propaganda dem demokratischen Diskurs zufügen kann. Heute vergleiche ich Cambridge Analyticas Methoden mit einem verdeckt eingesetzten Megafon.
Am Wahlabend 2016 war ich in den Vereinigten Staaten. Ein
Freund feierte in seinem Haus außerhalb von Boston eine Wahlparty. Aufgrund der Umfragen ging ich davon aus, dass Hillary Clinton gewinnen würde — und brachte für den Anlass eine Flasche Sekt mit. Die Stimmung war von Anfang an zuversichtlich und ausgelassen, viele der Anwesenden freuten sich, dass Hillary bald die sogenannte gläserne Decke durchbrechen würde. Doch als die Ergebnisse eintrafen, wurde es immer stiller im Raum, und die Gesichtsausdrücke meiner Freunde wechselten von freudiger Erwartung zu sprachlosem Unglauben. Im Laufe des Abends wurde klar, dass Trump zwar bei den Wählerstimmen deutlich unterlag, aber im Wahlmännerkollegium die Mehrheit erringen und damit die Präsidentschaft gewinnen würde. Die fröhliche Stimmung
wich bitterer Enttäuschung und immer mehr Gäste gingen. Ich zog mich zurück und versteckte meine Sektflasche hinter einem Vorhang. Vielleicht steht sie heute noch dort.
..#LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #Mikrotargeting #SocialMedia
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Das erste Anzeichen dafür, dass etwas ernsthaft aus dem Ruder lief, war die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Die Brexit-Befiirworter verkauften der britischen Öffentlichkeit ihre Position unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Sie versprachen, dass durch den Austritt aus der EU die Einwanderung verringert, die wirtschaftliche Lage verbessert und der Staatshaushalt ausgeglichen werden könne. Die Irreführung durch die Brexit-Kampagne war für sich genommen noch nichts Besonderes; was sie ungewöhnlich machte, war vielmehr die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit in die Irre geführt wurde.
Die klassische politische Falschdarstellung wird in Sonntagsreden, Fernsehinterviews und sogar als Aufschrift auf Bussen bis zum Überdruss wiederholt — mit anderen Worten: Sie wird per Broadcast (Rundfunk) gesendet. Jeder kann sehen, was gesagt wird, und die gegenteilige Wahrheit kann ebenfalls gesendet werden, um die Lüge zu bekämpfen. Doch zusätzlich machten die Brexit-Befür‘worter noch etwas ganz anderes: Sie verbreiteten ihre Fehlinformationen nicht nur über das Fernsehen, sondern auch per Narrowcast (Schmalfunk) über Social Media - gezielt an jene Bevölkerungs-Segmente, die am empfänglichsten für ihre Botschaft waren.
Die Brexit-Kampagne wurde von Cambridge Analytica unterstützt, einem britischen Politikberatungsunternehmen, das sich darauf spezialisiert hatte, Facebook-Daten zu nutzen, um gezielt Wähler zu beeinflussen. Zunächst bestritt das Unternehmen, an der Brexit-Kampagne beteiligt gewesen zu sein — bis ein zehnseitiges Paper mit dem Titel «Big Data Solutions for the EU Referendum» geleakt wurde und endgültig belegte, dass es involviert war. Die Strategie von Cambridge Analytica bestand darin, Wechselwähler zu identifizieren und mittels «Mikrotargeting» gezielt anzusprechen, basierend auf hochentwickelten Analyseverfahren, mit denen jedem einzelnen Wähler in einem bestimmten Gebiet numerische Werte für bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugewiesen wurden.
Demografische Profilierung von Wählergruppen war an sich nichts Neues, doch die riesigen Datenmengen, die über User der von Cambridge Analytica verbreiteten App gesammelt wurden, führten zu weitaus detaillierteren und präziseren Persönlichkeitsprofilen als je zuvor. Diese Daten ließen sich mit sogenannten A/B-
Tests kombinieren, bei denen die Reaktionen von Probanden auf verschiedene Varianten derselben politischen Botschaft gemessen wurden, um die wirkungsvollsten Schlagzeilen zu ermitteln. Die Verbindung von Mikrotargeting und Fehlinformationen ermöglichte eine personalisierte politische Propaganda, die gezielt und unbemerkt an jene Teile der Wählerschaft ausgespielt wurde, die am ehesten dazu neigten, ihr Glauben zu schenken. Ich möchte hinzufügen, dass ein weiterer entscheidender Faktor für das Brexit-Debakel die Dysfunktionalität von Artikel 50 war — jener Klausel im Vertrag über die Europäische Union, die es einem Mitgliedstaat erlaubt, den Austritt einzuleiten. Hätte es sowohl vor als auch
nach den Austrittsverhandlungen eine Volksabstimmung gegeben. wäre vielleicht klarer gewesen, worüber wir eigentlich abgestimmt haben. Stattdessen mussten wir über politische Versprechen entscheiden - und dank Narrowcasting und Mikrotargeting, konnten diese Versprechen je nach Zielgruppe völlig unterschiedlich ausfallen.
Das Ergebnis der Brexit-Abstimmung hatte viele Ursachen, doch ein neuartiges System zur wirkungsvollen Verbreitung politischer
Botschaften war zweifellos eine davon. Wirklich begriffen, wie zerstörerisch dieses System sein konnte, habe ich allerdings erst nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2010.
Auch bei dieser Wahl spielte Cambridge Analyrica eine Rolle: Von einem Büro im zweiten Stock in London aus zog das Unternehmen die Strippen, um die amerikanische Wählerschaft zu beeinflussen.
«Heute haben wir in den Vereinigten Staaten etwa vier- oder fünftausend Datenpunkte zu jeder einzelnen Person, erklärte der CEO von Cambridge Analytica, Alexander Nix, wenige Wochen vor der Wahl gegenüber Sky News.
"Das heißt, dass wir die Persönlichkeit jedes erwachsenen US-Bürgers modellieren — also etwa 230 Millionen Menschen.»
Rückblickend wurde der Einfluss von Cambridge Analytica in der Zeit unmittelbar nach der Wahl vielleicht überschätzt. Doch es
liegt auf der Hand, warum das Unternehmen eine solche Kontroverse auslöste. Für traditionelle Funk- und Fernsehmedien galten relativ strenge Regeln für politische Werbung, während es in den sozialen Medien kaum Vorschriften gab — wenn überhaupt. Hinzu kam, dass nur ein winziger Teil der Bevölkerung die Botschaften überhaupt sah, nämlich genau der, der am empfänglichsten dafür war. Man muss kein Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen, welchen Schaden provozierende, gezielte, heimliche und hochgradig personalisierte Propaganda dem demokratischen Diskurs zufügen kann. Heute vergleiche ich Cambridge Analyticas Methoden mit einem verdeckt eingesetzten Megafon.
Am Wahlabend 2016 war ich in den Vereinigten Staaten. Ein
Freund feierte in seinem Haus außerhalb von Boston eine Wahlparty. Aufgrund der Umfragen ging ich davon aus, dass Hillary Clinton gewinnen würde — und brachte für den Anlass eine Flasche Sekt mit. Die Stimmung war von Anfang an zuversichtlich und ausgelassen, viele der Anwesenden freuten sich, dass Hillary bald die sogenannte gläserne Decke durchbrechen würde. Doch als die Ergebnisse eintrafen, wurde es immer stiller im Raum, und die Gesichtsausdrücke meiner Freunde wechselten von freudiger Erwartung zu sprachlosem Unglauben. Im Laufe des Abends wurde klar, dass Trump zwar bei den Wählerstimmen deutlich unterlag, aber im Wahlmännerkollegium die Mehrheit erringen und damit die Präsidentschaft gewinnen würde. Die fröhliche Stimmung
wich bitterer Enttäuschung und immer mehr Gäste gingen. Ich zog mich zurück und versteckte meine Sektflasche hinter einem Vorhang. Vielleicht steht sie heute noch dort.
..#LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #Mikrotargeting #SocialMedia
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Just finished @timbl 's great book #ThisIsForEveryone and the chapter on 'Design Issues' really stuck with me. The #web has always been a network full of creativity, enjoyment and collaboration (just think of the #blogosphere in the 2000s), and it's on us to keep this spirit alive. Now I am curious to read some of the more detailed considerations at https://www.w3.org/DesignIssues/
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On p.104, TBL mentions what may have been the first digitized collection on the web. #ThisIsForEveryone
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Starting the fourth chapter "The Rise of the Web" of #ThisIsForEveryone, I am pleasently surprised to find out a librarian — Louise Addis of the Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) — played an important, supportive role in the very first days of the web.
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Finally got my copy of "This Is For Everyone" by @timbl! 📚
From the early days at CERN to the rise of the web, from open data to machine learning - this book is an essential read for understanding not just where the web came from, but where it's going.
Tim's vision of a web that truly serves everyone is more relevant than ever. Highly recommend this to anyone interested in the intersection of technology and society.
#ThisIsForEveryone #WebHistory #BookRecommendation #Tech #Reading #Internet -
Oh, for fucksake, Tim.
"You can really trust Apple and Google with your data in the apps they provide because LAWS. Gosh, apple has even pushed back against government requests for user data."
Paraphrased from about 93% through the audiobook — chapter 17, I think.
I like the idea of SOLID and private data pods / wallets. I'm happy that TBL uses the fediverse. I think his imagination is great, his vision, but trusting Apple and Google because there are toothless laws?
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Some poor soul already tried to fix this on the WebAssembly site but their PR has languished for five months. I hope my PR to fix it in the wasmtime repo will get priority over the 61 other open PRs and 531 open issues! #platforms #bazaar #thisisforeveryone