#christlicheseelsorge — Public Fediverse posts
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Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung: (d. h. geht nicht aus Zorn von seiten Gottes hervor) Gott handelt mit euch als mit Söhnen; denn wer ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?
Elberfelder 1871 – Hebräer 12,7Wenn ihr also Nöte durchmachen müsst, dann seht darin Gottes Absicht, euch zu erziehen. Er macht es mit euch wie ein Vater mit seinen Kindern. Oder gibt es einen Sohn, der von seinem Vater nicht mit strenger Hand erzogen wird?
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Hebräer 12:7Nehmt das, was ihr erduldet, als Teil eurer Erziehung an. Denn Gott behandelt euch als echte Söhne und Töchter. Was wäre das denn für ein Kind, dem sein Vater keine Erziehung zukommen ließe?
Das Buch – 2009 – Hebr 12,7Selig ist, wer sich nicht ärgert
CMV-Materialsammlung
an den Führungen des Herrn,
auch wenn sich sein Los nicht ändert
und sich schwere Tage mehr’n.
Denn die freudevollen Zeiten
nimmt ein jeder gerne an,
doch die Kummer uns bereiten,
sind sehr unlieb jedermann.
Doch gerade solche Stunden
voller Leid und voller Not,
die uns schlagen tiefe Wunden,
braucht nicht selten unser Gott.
Weil sie uns zur Buße leiten,
weil sie bessern unser Herz,
weil sie wie das Gold uns läutern
und entfernen Neid und Stolz.
Sie sind uns zwar nicht willkommen,
wir verzichten auf sie gern.
Doch sie heil’gen uns und formen
für das ew’ge Reich des Herrn.
Und auch euch, die ihr die Taufe
heute angenommen habt,
wird er voller Rat und Hilfe
führen oft, wie ihr’s nicht mögt.
Doch versucht euch nicht zu ärgern
über das, wie Gott euch führt.
Auch wenn sich das Los nicht ändert,
traut nur fest dem guten Hirt’.
Droben werdet ihr dann sehen,
wie er eure Bahn gelenkt
und ein jeder wird verstehen:
Recht ist, was Gott tut und denkt!Das vorliegende Zitat stammt aus Spr 3,11-12 , hat jedoch viele biblische (z. B. 5.Mose 8,5; Ps 94,12 ) und außerbiblische (z.B. Psalmen Salomos 3,4; 7,3; 8,26; 10,1-3; 13,9-10; 14,1-2; 18,4) Parallelen; Philo und einige Rabbinen gebrauchten es in ähnlichem Zusammenhang. Im Kontext der jüdischen Weisheitsliteratur war die Züchtigung ein Zeichen der Liebe eines Vaters zu seinen Kindern, ein Beweis dafür, wie viel ihm daran lag, dass sie auf dem rechten Weg blieben; nach jüdischer Auffassung reinigte Gott seine sündigen Kinder durch Leiden, die als Sühne verstanden wurden und zur Buße führen sollten. Der Verfasser des Hebräerbriefes würde zwar bestreiten, dass die Leiden eines Menschen seine Sünde sühnen können – das können nur die Leiden des Fleisch gewordenen Gottes ( 7,25-28 ; vgl. Ps 49,8-10 ) -, doch er hätte zweifellos der Ansicht zugestimmt, dass die Leiden einen Menschen zur Buße bewegen und zu einer tieferen Beziehung zu Gott führen können ( Ps 119,67.71.75 ). In der griechischen Welt war der Begriff, der hier mit »züchtigen« übersetzt ist, der eigentliche Begriff für »Erziehung« (die in der Regel die körperliche Züchtigung beinhaltete), deshalb bot sich seine Übertragung auf den Bereich der moralischen Unterweisung an. Auch bei manchen Philosophen, wie z.B. bei Seneca , findet man das Bild eines Gottes, der seine Kinder zu ihrem eigenen Besten züchtigt, und auch im Judentum war diese Vorstellung bekannt.
Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen TestamentsIhr leidet zum Zweck der Erziehung; wie mit Söhnen geht Gott mit euch um. Die Gläubigen sollen das Leiden willig auf sich nehmen, weil Gott ein Ziel mit dem verfolgt, was er seinen Kindern widerfahren läßt. Die Bibel weiß von dem mannigfachen, oft verborgenen Sinn des Leidens, das Menschen widerfahren kann und uns oft erst in der Rückschau offenbart wird. Es gibt nicht nur ein Strafleiden als Folge der Sünde (2 Sam 12, 14ff; Ps 32, 3–4) und ein Bewährungsleiden (Hio 1–2), durch das unser Glaube auf die Probe gestellt wird. Gottes Wort spricht auch vom Läuterungsleiden (1 Pt 1, 6–7), das der inneren Klärung unseres Glaubenslebens dient. Jesus spricht vom Leiden zur Verherrlichung Gottes (Jo 9, 3; 11, 4); der Apostel Paulus schreibt von der Notwendigkeit seines stellvertretenden Leidens für die Gemeinde (Kol 1, 24; vgl. Offb 6, 9–11). Darüber hinaus wird uns in unserem Vers gesagt, daß Leiden Erziehungsmittel in der Hand Gottes sind, durch die er seine Kinder für die kommende Herrlichkeit vorbereitet. Die Züchtigung Gottes in unserem Leben ist also eine Gewähr dafür, daß unsere Gotteskindschaft echt ist.
Laubach – Wuppertaler StudienbibelAnhand von Schlüsselwörtern wie »Züchtigung«, »Kind« und »Sohn« führt der Verfasser seine Auslegung der biblischen Aussage näher aus.
Edition C Bibelkommentar
Tief betroffen haben die frühen Christen im allgemeinen den Widerstand einer verständnislosen Umwelt zur Kenntnis nehmen und sich fragen müssen, warum ihr Christusbekenntnis auf ständigen Widerstand stoße. Als Antwort haben sie den Trost des Hebräerbriefes hinnehmen dürfen: »Gott erzieht euch, wenn ihr dulden müßt.« Gott ist nicht außerhalb dessen, was euch geschieht. »Wie mit seinen Kindern (im Griechischen: Söhnen) geht Gott mit euch um; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?« Nur ein schlechter Vater entzieht sich seinem Erziehungsauftrag, geschweige denn Gott (vgl. 5 Mo 8,5; 2 Sam 7,14; Spr 13,24). Die Züchtigung steht einfach als ein Zeichen der Kindschaft da. Deshalb kann der Verfasser hervorheben: »Seid ihr aber ohne Züchtigung, die doch alle erfahren haben, so seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder.« Also gibt es gar keine Kinder Gottes, die nicht gezüchtigt werden! Würden etliche das Gegenteil behaupten, so würden sie ein falsches Zeugnis ablegen. Alle haben Züchtigung erfahren, sonst wären sie ja »Ausgestoßene und nicht Kinder«. Jetzt sind wir aber durch Gottes Gnade die Kinder, die er angenommen hat (vgl. 1 Jo 3,1). Also rechtmäßige Kinder, keine Bastarde! – Nebenbei achten wir auf den im ganzen Urchristentum beliebten Gebrauch des Begriffs »Kinder« als einer christlichen Selbstbezeichnung (vgl. Röm 8,17; 1 Kor 3,1; 4,14; Gal 4,6; Eph 5,1; 1 Petr 1,14; 1 Jo 2,14, 18).Es sind nicht Willkürakte der Welt, denen die Jüngergemeinde sich in ihren Leiden preisgegeben sieht. Sie sind von Gott, dem Vater, benutzte Erziehungsmittel. Denn wenn der Verfasser des Hebräerbriefes die Leidenskämpfe seiner Zeit so stark mit dem Bilde väterlicher Züchtigung vergleicht, so liegt in dem Bilde die Betonung weniger auf der Bestrafung, als vielmehr auf der Erziehung, die mit der Zucht erreicht werden soll. Gerade das Kind ist es, das in der Zucht des Vaters steht. Es ist nie, wie die Vaterlosen, sich selbst überlassen. Es entwickelt sich nicht für die Zukunft nur auf Grund seiner kindischen Launen und leidenschaftlichen Neigungen. Es stehst unter dem vorsorglichen Willen und unter der erziehenden Hand seines Vaters.
Jakob Kroeker – ER sprach zu mir
Es gehört mit zu den ganz großen Erlebnissen, dass wir auf unseren Glaubenswegen nicht einfach das unberechenbare Spiel der mannigfaltigen Schwachheiten und Leidenskämpfe unseres natürlichen Lebens sind. Gewiss, wir dienen dem Herrn in der Schwachheit unserer Leibeshülle wie Paulus. Gewiss, wir sehen das Reich Gottes zunächst auch nur in Knechtsgestalt und in Einzelerscheinungen wie Johannes, ohne den Durchbruch seiner erlösenden Kräfte fürs Ganze zu erleben. Gewiss, auch wir erleben es wie Jeremia, dass im praktischen Dienst am Volke in entscheidenden Augenblicken seiner Geschichte oder im geistlichen Ausbau der Kirche Christi plötzlich biblische Erkenntnis gegen biblische Erkenntnis, angeblich erkanntes Gotteswort gegen verkündetes Gotteswort stehen können. Gewiss, auch wir werden mutlos wie Elia im Kampf um“ Gott, wenn auch in unseren Tagen auf weitem Boden des Reiches Gottes so vieles im Fleisch endet, was einst im Geist begonnen wurde, so manches mutige Bekenntnis in der Stunde der Versuchung verstummt, das einst in Massenkundgebung mit großer Begeisterung abgegeben wurde.
Gottes Ziel mit unseren Leidenswegen ist jedoch ein weit höheres.
In Gottes als unseres Vaters Hand soll jedes Leid, jeder Kampf, jeder Widerspruch jede Feindschaft zu einem Erziehungsmittel werden zu unserem Besten. Als Herr aller Dinge will er sie mit hineinziehen in sein verborgenes Wirken und sie in Segen für unser Innenleben und für unseren Zeugendienst verwandeln. Also nicht um Vergeltungs- und Gerichtswege handelt es sich bei der Hebräergemeinde, die sie etwa um ihrer fleischlichen Gesinnung willen zu gehen hatte, sondern um Leidenswege, die sich aus ihrer Glaubensgemeinschaft mit Christus ergaben.Der Hauptgedanke des Autors lautet: Der Zweck des Leidens besteht darin, dass die Kinder Gottes zur Reife finden. Und er macht genaue Angaben darüber, wie dieses Ziel zu erreichen ist. Er beginnt in Vers 5.6 und spricht gegen die Vergesslichkeit. Das Problem ist, dass sie die Ermahnung vergessen haben, die zu ihnen als zu Söhnen spricht. Er bekräftigt, dass sie sie vergessen haben. Das Wort bedeutet gering geachtet. Er erinnert sie daran, dass sie Söhne Gottes sind, und zeigt ihnen, dass Züchtigung auf einem Vater-Sohn-Verhältnis beruht. Die Tatsache, dass er sie Söhne nennt, zeigt, dass sie Gläubige sind, andernfalls wären sie keine Söhne Gottes. Doch weil sie Gottes Söhne sind, werden sie Züchtigung erleiden. Das gehört zu einem natürlichen Vater-Sohn-Verhältnis.
Arnold Fruchtenbaum – Der Hebräerbrief
Dann zitiert er Sprüche 3,11.12, um zwei Dinge zu beweisen: 1. Der Schreiber weist nach, dass Gott denjenigen züchtigt, den er liebt, und dass 2. die Züchtigung ein Zeichen der Sohnschaft ist. Sie haben aus den Sprüchen zwei Lektionen zu lernen. Die erste Lektion lautet: Sie dürfen die Züchtigung nicht gering schätzen, sodass sie sie vergessen und keine Lehre daraus ziehen. Die zweite Lektion, die sie lernen müssen, lautet: Sie sollten wegen der Züchtigung, die sie von Gott erhalten, nicht ermatten – im Sinne von aufgeben oder zusammenbrechen. Strafe ist die Vergeltung für das Böse, und für die Gläubigen wurde die Strafe bereits durch den Messias am Kreuz verbüßt. Züchtigung hingegen ist moralisches Training, um den Sohn nach der Vorstellung des Vaters zu formen. Für Gläubige wird es verschiedene Grade der Züchtigung geben, nicht in der Art, jedoch aber in der Intensität. Die Entwicklung der Züchtigung gestaltet sich vom geringeren zum höheren Grad und die Abfolge lautet: Schwachheit, Krankheit und schließlich der Tod (1Kor 11,30).
In Vers 7 wendet der Verfasser die alttestamentliche Lektion auf ihre Situation an: Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung. Die Wirksamkeit der Züchtigung, die Gott ihnen auferlegt, hängt von dem Geist ab, der die Gläubigen zur Annahme der Züchtigung bereit macht. Das Wort züchtigen bedeutet „moralisches Training“, „ein Kind erziehen“. Der Verfasser bestätigt erneut, dass Gott sie als Söhne behandelt, und Söhne werden gezüchtigt. Das ist keine Strafe um der Strafe willen, sondern Strafe um der Korrektur willen. Gott züchtigt, weil er Korrekturmaßnahmen ergreifen muss. Die Leser erleiden jetzt in ihrer gegenwärtigen Lage Züchtigung. Gott züchtigt sie, weil sie Söhne sind, und sie müssen durch diese Züchtigung mit geduldigem Ausharren hindurchgehen. Der Grundsatz lautet: Denn ist der ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Nachdem der Verfasser dieses Prinzip niedergeschrieben hat, stellt er als Nächstes ein Zwei-Stufen-Argument vor.
https://blog.thomas-pape.de/2026/05/15/wenn-ihr-durch-schlimme-sachen-durchmuesst-dann-seht-dadrin-eine-trainingsmoeglichkeit-die-gott-euch-gegeben-hat/ #Bibel #christlicheSeelsorge #Glaube #Glauben #GottDer Schreiber fährt in der gleichen Ausdrucksweise fort. Er ermuntert die Leser jetzt, ihre Bedrängnisse wirklich als Ausdruck der Züchtigung oder Erziehung und nicht des Zorns zu erkennen. Sie durften ihre Leiden keineswegs als Ausdruck göttlichen Mißfallens über sie ansehen. Dies kann manchmal der Fall sein (1Kor 11,30), ist aber keineswegs immer oder zwangsläufig so. Es steht gut um uns, wenn wir die zarte Liebe des Vaters in unseren Bedrängnissen erkennen können. Er gestaltet nur die Wesensart in uns. Es ist allgemein bekannt, daß es bei den Heiligen, die von Herzen geliebt und auserwählt sind, um diejenigen geht, die gelitten haben. Wer im läuternden Schmelzofen der Bedrängnis war, hat ein reineres Leben, eine wohlriechendere Wesenart und eine größere
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Abhängigkeit sowie eine tiefere Hingabe gegenüber dem Vater. Erkennen wir demnach, wenn wir leiden, daß Gott sich in bezug auf uns wie Söhnen gegenüber verhält, in denen Er Sein Ebenbild gestalten will, dem Sohn gleich, der Sein eingeborener ist, der Sohn Seiner Liebe und Seines Schoßes von Ewigkeit her.
Wer ist der Sohn, der von seinem Vater nicht gezüchtigt wird? Wo es wahre väterliche Fürsorge und echten väterlichen Eifer in bezug auf das moralische Wohl des Sohnes gibt, sieht man, wie jeder wahre Vater Zucht übt. Es hat nichts mit Güte auf seiten des Vaters zu tun, wenn er seinem Sohn uneingeschränkte Freiheit gewährt. Solche Freiheit wird im Untergang enden. Wer hat nicht einen Jungen beobachtet, der einen Drachen fliegen läßt? Dabei haben wir gesehen, wie der Drachen an der Schnur zog und zerrte, sich losreißen wollte. Was wäre das Ergebnis, wenn der Junge auf das Ziehen des Drachens hin nachgeben würde? Was wird in Wirklichkeit passieren, wenn die Sicherheitsschnur gekappt oder zerrissen ist? Der Drachen wird hin- und herschwanken sowie abstürzen. Es ist anscheinend paradox, aber wahr, daß der gleiche Gegenstand, der den Drachen scheinbar niederhält, denselben in Wirklichkeit steigen läßt. Es würde durchaus nicht im Interesse des Drachens sein, wenn man auf sein Ziehen hin nachgeben würde. Er würde oh ne die Tatsache, daß ihn die Schnur zurückhält, nicht lange existieren. So ist auch der Einfluß eines gütigen Vaters, der Beschränkungen auferlegt, obwohl augenblicklich oft unangenehm, das Beste für den Sohn. Dies bringt wirkliche Tugenden hervor und führt dazu, daß sich die Sittlichkeit entfaltet, die letztlich von allen geschätzt werden wird.