Leukose bei Katzen: Was hinter FeLV steckt
Was ist FeLV?
FeLV, das Feline Leukämievirus, befällt nur Katzen. Für Menschen, Hunde und andere Haustiere ist es ungefährlich. "Leukose" sagt man im Alltag für die ganze Infektion. Leukämie im engeren Sinn ist Blutkrebs aus dem Knochenmark und nur eine mögliche Folge. Viel häufiger sind Blutarmut, ein geschwächtes Immunsystem und Lymphome (Tumore im Lymphgewebe).
Wie steckt sich eine Katze an?
Vor allem über Speichel: beim gegenseitigen Putzen, über gemeinsame Näpfe, bei Bissen und von der Mutter auf die Kitten. Besonders gefährdet sind Kitten, Freigänger und Katzen in großen Mehrkatzenhaushalten.
Die drei Verlaufsformen
Abortiv: Das Immunsystem wird das Virus los.
Regressiv: Das Virus schlummert im Erbgut, die Katze bleibt meist gesund und steckt niemanden an, Stress kann es aber wieder wecken.
Progressiv: Das Virus bleibt im Blut, die Katze ist ansteckend und wird oft krank.
Woran erkennt man es?
Typisch sind Blutarmut, ständige Infekte, Abmagerung, Zahnfleischentzündung und Lymphome. Oft sieht man aber lange gar nichts.
Der Test
Der Schnelltest beim Tierarzt sucht ein Virus-Eiweiß im Blut. Kurz nach einer Ansteckung kann er noch negativ sein. Ist eine gesunde Katze positiv, sollte das per PCR bestätigt und nach 6 bis 12 Wochen nachgetestet werden. Testen lohnt sich bei jedem Neuzugang und vor der ersten Impfung.
Behandlung
Heilbar ist eine progressive Infektion nicht. Man behandelt die Folgekrankheiten, hält die Katze drinnen und lässt sie alle 6 Monate durchchecken. Viele sterben innerhalb von 3 bis 5 Jahren, manche bleiben aber lange fit.
Die Impfung
Die StIKo Vet empfiehlt die Impfung für Freigänger und Katzen mit Kontakt zu Katzen mit unbekanntem Status. Vorher testen. Ab 8 Wochen zwei Spritzen im Abstand von 3 bis 4 Wochen, nach einem Jahr die dritte, danach Auffrischung im Abstand von bis zu 3 Jahren. Bei älteren Katzen entscheidet man individuell. Reine Wohnungskatzen ohne Kontakt zu fremden Katzen brauchen sie meist nicht.
Zusammenleben
Eine dauerhaft positive Katze sollte nicht mit negativen Katzen zusammenleben, denn die Impfung schützt nicht hundertprozentig.
Und FIV?
FIV ist etwas anderes: Es wird vor allem durch tiefe Bisse übertragen, eine Impfung gibt es in Europa nicht, und viele FIV-Katzen werden so alt wie gesunde.
Die gute Nachricht
In Deutschland ist FeLV selten geworden. In einer europaweiten Studie mit über 6.000 Katzen trugen in Deutschland nur 0,3 % der getesteten Katzen das Virus aktiv im Blut, europaweit waren es 2,3 %.
Dieser Beitrag ersetzt keinen Tierarztbesuch. Wenn du unsicher bist, frag in deiner Praxis nach.
Quellen: StIKo Vet (FeLV-Impfung) · ABCD Europe (FeLV-Guideline)
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