#normalitatssimulation — Public Fediverse posts
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@herrwilliges Dazu hatte allerdings auch Friedliche Sabotage schon etwas geschrieben:
Die Leute machen Aufstand, wenn das Benzin zu teuer wird oder gar nicht mehr in ausreichender Menge verfügbar ist. Unser gesamtes Leben hängt am verdammten Verbrennungsmotor, selbst wenn man persönlich gar nicht mit Autos oder nur mit elektrischen zu tun hat. Die überwiegende Mehrheit aller motorisierten Fahrzeuge da draußen wird mit Diesel oder Benzin betrieben, sie lassen sich nicht mal so über Nacht austauschen, und PKW sind nicht das wirkliche Problem, sondern LKW, Traktoren, Bagger und ähnliche Gerätschaften. Ohne Öl kein Essen, das ist die Realität, in die wir Menschen auf diesem Planeten uns hineinmanövriert haben im Laufe des 20. Jahrhunderts, und jetzt stecken wir darin fest.Hinzu kommt: Menschen sind psychologisch nicht in der Lage, auf zukünftige oder schleichende, chronische gegenwärtige Bedrohungen angemessen zu reagieren, indem wir unser Verhalten und unseren Alltag umbauen; einzelne Individuen machen das zwar, aber die werden dann als Sonderlinge und Spinner ausgegrenzt. Die überwältigende Mehrheit der Menschen will einfach nur, daß sich nichts, absolut gar nichts, zum Schlechteren verändert, und jede Veränderung, welche eine große Störung im Alltagsablauf ist und dessen Umbau erzwingt, wird als schlecht empfunden und bekämpft. Proteste und Blockaden, welche eine Veränderung bewirken wollen, wie etwa die Aktionen der Letzten Generation, werden als Angriff empfunden, weil sie die Normalitätssimulation zum Absturz bringen wollen; Bauernproteste, Tankproteste usw., selbst wenn sie viel gewalttätiger und radikaler sind, werden als legitim und richtig empfunden, weil sie versuchen, das Ende der Normalitätssimulation zu verhindern.
Die rechte Seite des politischen Spektrums ist natürlich immer dafür, die Normalitätssimulation aufrechtzuerhalten, solange es irgendwie geht, aber auch die linke Seite kann nicht daran vorbei, daß die Arbeiter zur Arbeit kommen müssen und wieder zurück, daß sie in den Urlaub wollen, um sich zu erholen, daß das Essen für die Menschen irgendwie produziert und transportiert werden muß, und zwar heute und nicht in ein paar Jahren, wenn alles auf neue Technologien umgestellt ist.
Wir werden in der Polykrisis dem zivilisatorischen Kollaps nicht entkommen, aber selbst ein schneller Kollaps zieht sich über viele Jahre hin, sofern es keinen Atomkrieg gibt; der wahrscheinlichste Verlauf wird sich über Jahrzehnte hinziehen, der wünschenswerteste, günstigste Verlauf des Kollaps über Jahrhunderte hinweg, wobei dann im Schatten der kollabierenden alten Zivilisation an den Rändern eine neue entsteht, bevor die alte komplett platt ist. Der Kollaps erscheint als ein langsamer Niedergang, als eine sich langsam aufbauende Ausbreitung des Chaos, als Aussetzer der Normalität, und da die radikale Linke es nicht geschafft hat, eine angemessene Antwort auf eine Situation zu finden, wo es nicht mehr realistisch möglich ist, den Menschen eine bessere Zukunft zu versprechen, wo es nur noch schlechte Zukünfte gibt und der Kampf letztlich ums nackte Überleben feht, übernimmt die reaktionäre Rechte den Laden. Die Faschisten und die religiösen Fundamentalisten müssen gar keine Lösung anbieten, nur Sündenböcke, an denen man sich abreagieren kann.
#kollaps #normalitätssimulation #πολυκρίσης #polykrisis #polycrisis
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Das Problem hierzulande ist ja, dass die #VierteGewalt völlig versagt (oder bereits mehrheitlich korrumpiert ist?), die für den Erhalt von Demokratie und Menschenrechte durch unabhängige Informationen und Klartext essentiell wär. Statt dessen ist von dort nur bräsiges "he said, she said" zur zunehmenden politischen Menschenverachtung zu hören, sowie #Normalitätssimulation und Wirtschaftswachstumspropaganda trotz Klimakatastrophe. Ich seh echt schwarz...