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#mediathekperlen — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #mediathekperlen, aggregated by home.social.

  1. Daniel Kwan, Daniel Scheinert – „Swiss Army Man“ (2016)

    Ein furzender Leichnam als emotionales Zentrum einer tragischen und existenziellen Erzählung! Daniel Kwan und Daniel Scheinert, damals noch keine Multiversums-Oscar-Maschine, inszenieren hier eine Fantasie über das prekäre Projekt, als Mann ein handlungsfähiges Subjekt zu werden. Und sie tun das mit einer Radikalität, die sich für gar nichts entschuldigt. Das ist kein Gagfilm. Er benutzt den Gag nur, um an etwas ranzukommen, das sonst gern zugedeckt wird: die nackte Bedürftigkeit hinter performativer Männlichkeit. Das ist groß! Mit Paul Dano und Daniel Radcliffe! (ARD, Wh.)

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  2. Luc Besson – „Nikita“ (1990)

    Die Geschichte einer Transformation unter Zwang und totaler Kontrolle. Eine Frau, der ein Mann sagt, wer und was sie ist, wer sie sein soll, was sie zu tun, wie sie auzusehen, zu sprechen und sich zu bewegen hat. Eine, deren Körper nicht mehr ihr gehört. Hier gehts um die totale Reprogrammierung. Um Gewalt durch Kleidung, Blicke und Haltung. Eine moderne Pygmalion-Fantasie über Schönheit als Dienstleistung und Autonomie als Illusion. Ein Film von Luc Besson, mit Anne Parillaud, Jean-Hugues Anglade, Jeanne Moreau und Jean Reno. (ARD, Wh.)

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  3. Barry Levinson – „Banditen!“ (2001)

    Ein Film, der sich noch getraut hat, einfach alles gleichzeitig zu wollen: Action, Romantik, Komik, Existenzialismus. Ein Produkt, in dem das Studio auf Stars gesetzt hat, nicht auf den Stoff. Zwei Bankräuber, die niemandem weh tun wollen, und eine Frau, die sich zwischen ihnen nicht entscheiden muss. Kein klassischer Heist-Film, keine Liebeskomödie, kein konventionelles Roadmovie – und genau das ist (k)ein Problem. Mit Bruce Willis, Billy Bob Thornton und Cate Blanchett. (ARD, Wh.)

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  4. Christian Petzold – „Undine“ (2020)

    Lieben sie eigentlich Märchen? Glauben sie an die Liebe? – Wenn sie beide Fragen mit Ja beantworten, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie auch das Kino lieben. Und diesen Film. Denn dieser steht für all das und vielleicht für die besten drei Stunden, die sie seit ganz langer Zeit verbracht haben. Märchenhaft und eben nicht aus Hollywood. Eine Mediathekperle eben! (ARTE, Wh.)

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  5. Andreas Senn – „Unbroken“ (Serie, 2021)

    Eine TV-Serie als Hochglanz-Thriller, der sichtbar auf die Streaming-Generation geschielt hat, aber ohne seine Identität dabei an Netflix oder Sky zu verkaufen. Das war damals durchaus mutig. Oder wenigstens sehr viel mutiger als der übliche ZDF-Krimi. Dass eine sechs Jahre alte Serie aber heute einmal soviel tagespolitische Relevanz bekommen würde, konnte wohl auch Jens Spahn 2021 noch nicht ahnen. Der ist zu seiner Zeit gerade erst als Bundesgesundheitsminister abgewählt worden. (ZDF, Wh.)

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  6. Fritz Lang – „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931)

    Im Jahr 1931 wird Berlin von einem unheimlichen Kindermörder heimgesucht. Das Hinterhofkind Elsie ist sein neuntes Opfer. In einer durch Angst, neue Presseschlagzeilen und die Ankündigung weiterer Taten aufgeheizten Stimmung verfolgt die Polizei jede Spur… (ARD, Wh.)

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  7. Billy Bob Thornton – „All die schönen Pferde“ (2000)

    Billy Bob Thorntons Adaption eines Romans von Cormac McCarthy wurde verstümmelt, missverstanden, verschoben – und ist doch einer der stillsten, zärtlichsten und zugleich düstersten Filme seines Jahrzehnts. Wer sich auf die Risse einlässt, entdeckt dazwischen etwas Seltenes: Wahrhaftigkeit. Mit Matt Damon, Penélope Cruz, Henry Thomas, Rubén Blades und Sam Shepard. (ZDF, Wh.)

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  8. Randall Okita – „See for Me“ (2021)

    Es gibt Filme, die können mir ein ganzes Genre für lange Zeit verderben, weil sie so einzigartig sind, dass kaum ein anderer mehr dran kommt. „Der unsichtbare Feind“ ist eindeutig einer davon. Seit ich das hier „gesehen“ habe, wirken andere Home-Invasion-Thriller nur noch wie seelenlose Attrappen. Hier hatte ich tatsächlich endlich einmal wieder das Gefühl, dass wirklich etwas auf dem Spiel steht, etwas, das nicht durch die Maschinerie eines Writers-Room herausdestilliert wurde, sondern „echt“ ist. Mit Skyler Davenport. (ZDF, Wh.)

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  9. Filmfrauen: Nastassja Kinski – „Geschichte einer Befreiung“ (2023)

    Dieser Dokumentarfilm über Nastassja Kinski läuft bei ARTE im Rahmen der Wim-Wenders-Retrospektive – ein Kontext, der sich wie ein leiser Stachel anfühlt. Denn hier erzählt eine Frau von Szenen, die sie als Kind verletzten, gedreht im Auftrag jener Filmwelt, die sie gleichzeitig feierte. Marie-Gabrielle Fabres Film kommt ohne Pathos aus, hat aber ein feines Gespür dafür, wann sie besser schweigen musste. Denn auch ihr Schweigen wurde hier zu einem Statement, weil es den Raum für Kinskis Stimme vergrößert hat. (ARTE, Wh.)

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  10. Wolfgang Staudte – „Die Mörder sind unter uns“ (1946)

    Zwischen den Ruinen ist im Deutschland 1946 kein neues Leben gewachsen. Erstmal wuchs nur die Verdrängung. Genau deshalb trifft dieser Film bis heute viel härter als fast alles, was das deutsche Nachkriegskino später noch produzieren sollte. Dieser Film hat keine Geduld für das beruhigende Märchen vom „Neuanfang“. Es war Wolfgang Staudte, der gezeigt hat, wie die Gesellschaft geistig noch komplett im Faschismus festgesteckt hat. Die Männer trinken, schweigen, verdrängen und funktionieren weiter. Die Städte sind Ruinen, aber der Mythos der Trümmerfrau war einfach kein adäquater Rahmen für Hildegard Knef. (ARD, Wh.)

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  11. Sydney Pollack – „Tootsie“ (1982)

    Ein Film, als Witz verkleidet und dabei doch eine ziemlich präzise Diagnose. Dieses über 40 Jahre alte Stück Kino wirkt wie eine klassische Travestiekomödie, entpuppt sich dann aber als bissige, erstaunlich ungeduldige Analyse von Geschlechterrollen, Macht und der systemischen Abwertung von Frauen im Entertainmentbetrieb. Und mittendrin Dustin Hoffman, der sich nicht einfach verkleidet, sondern eine männliche Komfortzone frontal zerlegt hat. Mit Jessica Lange, Teri Garr, Bill Murray und Geena Davis. (3Sat, Wh.)

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  12. Europas große Filmpaläste – „Lichtburg, Essen“ (2025)

    Die Lichtburg ist kein Kino. Sie ist eine Behauptung. Eine architektonische, historische, fast trotzig aufrechterhaltene Behauptung, dass Kino mehr sein kann als Konsumarchitektur mit Popcorngeruch und algorithmisch kuratierten Spielplänen. Wer durch diese Türen geht, betritt kein „Kino“, sondern ein Versprechen – und zugleich eine offene Wunde. Und mein Leben. (ARTE, Neu!)

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  13. Paul Michael Glaser – „Running Man“ (1987)

    Hätte ich damals geahnt, dass dieser Film einmal wie eine Gebrauchsanleitung für eine Gegenwart, die sich selbst als Reality-Show inszeniert, wirken würde. Dann hätte ich sicher besser aufgepasst. Damals konnte ich das aber nicht. Das grelle Neon, der Schaumstoffkitsch, Schwarzeneggers überzeichneter Muskelkörper, alles daran hat mich Arthouse-Snob damals abgestoßen. Dabei lag darunter aber ein Film über ein Amerika, auf das wir damals einfach noch nicht vorbereitet waren. Ein Amerika, das seine Entertainment-Industrie zu einem Werkzeug politischer Machtausübung gemacht hat. Kaum 40 Jahre später sehe ich diesen Film komplett anders. (ARD, Wh.)

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  14. André Øvredal – „Mortal“ (2020)

    „Nimm das, Marvel!“, war meine spontane Reaktion auf diese grandiose Rückeroberung der nordischen Mythologie durch den Norweger André Øvredal. Wäre ja auch schlimm, wenn alles, was davon noch an folgende Generationen zu überliefern übrig wäre, vom kulturimperialistischen Micky-Maus-Konzern und seinen „Avengers“ kontrolliert würde. „Thor“ ist nicht nur ein Kind der Götter, sondern auch ein freier Mann..! (ZDF, Wh)

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  15. Stanley Kubrick – „Spartacus“ (1960)

    Ein Moment, in dem das Kino seine ganze eigene Geschichte neu überschrieben hat: Dieser Film gehört ganz ohne Zweifel zu den ganz seltenen Fällen. Er ist noch immer ein Monument. Aber auch eines, das immer noch unter seiner Oberfläche brodelt. Kein sauberer Sandalenfilm, sondern ein hochpolitischer Kommentar. Einer, der unter der Last seiner eigenen Entstehungsgeschichte fast zerbrochen ist und genau daraus noch immer seine ganze Wucht zieht. Mit Kirk Douglas, Tony Curtis, Jean Simmons, Peter Ustinov und Laurence Olivier. (ARTE, Wh.)

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  16. Tolga Karaçelik – „Der Psycho-Coach – Mörderische Therapie“ (2024)

    „The Shallow Tale of a Writer Who Decided to Write about a Serial Killer“ – das wäre der Originaltitel gewesen, den der deutsche Filmverleih in Allianz mit der ARD glaubt uns nicht zumuten zu können. In kurz: Ein Autor steckt fest. Hat keine Ideen mehr, keinen Flow und besteht nur noch aus purem Ego. Eigentlich also ein durchschnittliches Blogger:innenschicksal, an fast jedem beliebigen Montag. Ein Film von Tolga Karaçelik, mit Steve Buscemi, Britt Lower und John Magaro. (ARD, Neu!)

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  17. Lisa Azuelos – „Das Zimmer der Wunder“ (2024)

    Prekärer Alltag, Care-Arbeit im Dauerlauf, die Großstadt Paris als vibrierende Überforderung. Dann der totale Crash. Ein Kind im Koma. Und plötzlich wird aus einem halbwegs kontrollierten Leben ein emotionales Extremszenario mit offenem Ausgang. Lisa Azuelos macht daraus kein nüchternes Drama, sondern einen World-Trip. Einen, der sich irgendwo zwischen Selbstoptimierung, spirituellem Eskapismus und globaler Bucket List bewegt. Puh… das ist eine Menge! (ARD, Neu!)

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  18. Lisa Azuelos – „Das Zimmer der Wunder“ (2024)

    Prekärer Alltag, Care-Arbeit im Dauerlauf, die Großstadt Paris als vibrierende Überforderung. Dann der totale Crash. Ein Kind im Koma. Und plötzlich wird aus einem halbwegs kontrollierten Leben ein emotionales Extremszenario mit offenem Ausgang. Lisa Azuelos macht daraus kein nüchternes Drama, sondern einen World-Trip. Einen, der sich irgendwo zwischen Selbstoptimierung, spirituellem Eskapismus und globaler Bucket List bewegt. Puh… das ist eine Menge! (ARD, Neu!)

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  19. Lisa Azuelos – „Das Zimmer der Wunder“ (2024)

    Prekärer Alltag, Care-Arbeit im Dauerlauf, die Großstadt Paris als vibrierende Überforderung. Dann der totale Crash. Ein Kind im Koma. Und plötzlich wird aus einem halbwegs kontrollierten Leben ein emotionales Extremszenario mit offenem Ausgang. Lisa Azuelos macht daraus kein nüchternes Drama, sondern einen World-Trip. Einen, der sich irgendwo zwischen Selbstoptimierung, spirituellem Eskapismus und globaler Bucket List bewegt. Puh… das ist eine Menge! (ARD, Neu!)

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  20. Lisa Azuelos – „Das Zimmer der Wunder“ (2024)

    Prekärer Alltag, Care-Arbeit im Dauerlauf, die Großstadt Paris als vibrierende Überforderung. Dann der totale Crash. Ein Kind im Koma. Und plötzlich wird aus einem halbwegs kontrollierten Leben ein emotionales Extremszenario mit offenem Ausgang. Lisa Azuelos macht daraus kein nüchternes Drama, sondern einen World-Trip. Einen, der sich irgendwo zwischen Selbstoptimierung, spirituellem Eskapismus und globaler Bucket List bewegt. Puh… das ist eine Menge! (ARD, Neu!)

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  21. Lisa Azuelos – „Das Zimmer der Wunder“ (2024)

    Prekärer Alltag, Care-Arbeit im Dauerlauf, die Großstadt Paris als vibrierende Überforderung. Dann der totale Crash. Ein Kind im Koma. Und plötzlich wird aus einem halbwegs kontrollierten Leben ein emotionales Extremszenario mit offenem Ausgang. Lisa Azuelos macht daraus kein nüchternes Drama, sondern einen World-Trip. Einen, der sich irgendwo zwischen Selbstoptimierung, spirituellem Eskapismus und globaler Bucket List bewegt. Puh… das ist eine Menge! (ARD, Neu!)

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  22. Billy Bob Thornton – „All die schönen Pferde“ (2000)

    Billy Bob Thorntons Adaption eines Romans von Cormac McCarthy wurde verstümmelt, missverstanden, verschoben – und ist doch einer der stillsten, zärtlichsten und zugleich düstersten Filme seines Jahrzehnts. Wer sich auf die Risse einlässt, entdeckt dazwischen etwas Seltenes: Wahrhaftigkeit. Mit Matt Damon, Penélope Cruz, Henry Thomas, Rubén Blades und Sam Shepard. (ZDF, Wh.)

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  23. Paul Michael Glaser – „Running Man“ (1987)

    Hätte ich damals geahnt, dass dieser Film einmal wie eine Gebrauchsanleitung für eine Gegenwart, die sich selbst als Reality-Show inszeniert, wirken würde. Dann hätte ich sicher besser aufgepasst. Damals konnte ich das aber nicht. Das grelle Neon, der Schaumstoffkitsch, Schwarzeneggers überzeichneter Muskelkörper, alles daran hat mich Arthouse-Snob damals abgestoßen. Dabei lag darunter aber ein Film über ein Amerika, auf das wir damals einfach noch nicht vorbereitet waren. Ein Amerika, das seine Entertainment-Industrie zu einem Werkzeug politischer Machtausübung gemacht hat. Kaum 40 Jahre später sehe ich diesen Film komplett anders. (ARD, Wh.)

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  24. Haifaa Al Mansour – „Die perfekte Kandidatin“ (2019)

    Haifaa Al Mansour ist eine aufregende Filmemacherin. Sie war es, die mit „Das Mädchen Wadjda“ 2012 den ersten vollständig in Saudi-Arabien gedrehten Spielfilm überhaupt präsentierte und damit als Regisseurin und als Frau tatsächlich Geschichte geschrieben hat. 2019 ist sie für den Film „The Perfect Candidate“ / „المرشحة المثالية“ aus den USA in ihre Heimat zurückgekehrt. (ARD, Wh.)

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  25. Arnold Schwarzenegger – „Running Man“ (1987)

    Hätte ich damals geahnt, dass dieser Film einmal wie eine Gebrauchsanleitung für eine Gegenwart, die sich selbst als Reality-Show inszeniert, wirken würde. Dann hätte ich sicher besser aufgepasst. Damals konnte ich das aber nicht. Das grelle Neon, der Schaumstoffkitsch, Schwarzeneggers überzeichneter Muskelkörper, alles daran hat mich Arthouse-Snob damals abgestoßen. Dabei lag darunter aber ein Film über ein Amerika, auf das wir damals einfach noch nicht vorbereitet waren. Ein Amerika, das seine Entertainment-Industrie zu einem Werkzeug politischer Machtausübung gemacht hat. Kaum 40 Jahre später sehe ich diesen Film komplett anders. (ARD, Wh.)

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  26. André Øvredal – „Mortal“ (2020)

    „Nimm das, Marvel!“, war meine spontane Reaktion auf diese grandiose Rückeroberung der nordischen Mythologie durch den Norweger André Øvredal. Wäre ja auch schlimm, wenn alles, was davon noch an folgende Generationen zu überliefern übrig wäre, vom kulturimperialistischen Micky-Maus-Konzern und seinen „Avengers“ kontrolliert würde. „Thor“ ist nicht nur ein Kind der Götter, sondern auch ein freier Mann..! (ZDF, Wh)

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  27. Hanns Christian Müller – „Kehraus“ (1983)

    Dieser Film beginnt dort, wo deutsche Satire normalerweise aufhört. Bei der präzisen Beobachtung des kapitalistischen Systems, das sich selbst für harmlos hält. Versicherungen, Fasching, Büros – alles vermeintlich leichte Comedy Stoffe. Aber Hanns Christian Müller hat sie genutzt, um eine Gewaltform sichtbar zu machen, die nicht schreit, sondern uns nur blöde angrinst. Verträge, Formulare, Zuständigkeiten, Delirium. Und dazwischen, zwei grundanständige Menschen, die aus Zufall zusammenfinden. Mit Gerhard Polt und Giesela Schneeberger. (ARD, Wh.)

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  28. Bent Hammer – „The Middle Man“ (2020)

    Karmack liegt nicht am Rand des Abgrunds, es ist längst einen Schritt weiter. Bent Hamer verortet seine fiktive Kleinstadt konsequent im Rust Belt der USA, dort, wo Arbeit verschwindet, Hoffnung verdunstet und Stillstand zum Lebensgefühl wird. Wer dort bleibt, wartet. Auf Jobs, auf Zeichen, auf irgendetwas… Und dann häufen sich die Unglücksfälle. Es werden so viele, dass selbst der Tod delegiert werden muss. (ARTE, Neu)

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  29. Bent Hammer – „The Middle Man“ (2020)

    Karmack liegt nicht am Rand des Abgrunds, es ist längst einen Schritt weiter. Bent Hamer verortet seine fiktive Kleinstadt konsequent im Rust Belt der USA, dort, wo Arbeit verschwindet, Hoffnung verdunstet und Stillstand zum Lebensgefühl wird. Wer dort bleibt, wartet. Auf Jobs, auf Zeichen, auf irgendetwas… Und dann häufen sich die Unglücksfälle. Es werden so viele, dass selbst der Tod delegiert werden muss. (ARTE, Neu)

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  30. Bent Hammer – „The Middle Man“ (2020)

    Karmack liegt nicht am Rand des Abgrunds, es ist längst einen Schritt weiter. Bent Hamer verortet seine fiktive Kleinstadt konsequent im Rust Belt der USA, dort, wo Arbeit verschwindet, Hoffnung verdunstet und Stillstand zum Lebensgefühl wird. Wer dort bleibt, wartet. Auf Jobs, auf Zeichen, auf irgendetwas… Und dann häufen sich die Unglücksfälle. Es werden so viele, dass selbst der Tod delegiert werden muss. (ARTE, Neu)

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  31. Bent Hammer – „The Middle Man“ (2020)

    Karmack liegt nicht am Rand des Abgrunds, es ist längst einen Schritt weiter. Bent Hamer verortet seine fiktive Kleinstadt konsequent im Rust Belt der USA, dort, wo Arbeit verschwindet, Hoffnung verdunstet und Stillstand zum Lebensgefühl wird. Wer dort bleibt, wartet. Auf Jobs, auf Zeichen, auf irgendetwas… Und dann häufen sich die Unglücksfälle. Es werden so viele, dass selbst der Tod delegiert werden muss. (ARTE, Neu)

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  32. Benedict Cumberbatch – „Die wundersame Welt des Louis Wain“ (2021)

    Selbstanzeige: Ich bin eine Cumberbitch, oder „Cumberperson“, wenn ihnen das etwa lieber ist. Er ist ein unglaubliches Genie in der Auswahl seiner Rollen. Für den Mann schaue ich mir sogar einen Katzenfilm über den Wahnsinn an… (ARTE, Wh.)

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  33. Arnold Schwarzenegger – „Running Man“ (1987)

    Hätte ich damals geahnt, dass dieser Film einmal wie eine Gebrauchsanleitung für eine Gegenwart, die sich selbst als Reality-Show inszeniert, wirken würde. Dann hätte ich sicher besser aufgepasst. Damals konnte ich das aber nicht. Das grelle Neon, der Schaumstoffkitsch, die überzeichneten Muskelkörper. Die gesamte Oberfläche dieses Films hat mich Arthouse-Snob damals abgestoßen. Dabei lag darunter aber ein Film über ein Amerika, auf das wir damals einfach noch nicht vorbereitet waren. Ein Amerika, das seine Entertainment-Industrie zu einem Werkzeug politischer Machtausübung gemacht hat. Kaum 40 Jahre später sehe ich das komplett anders. (ARD, Wh.)

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  34. Benedict Cumberbatch, Martin Freeman – „Sherlock“ (Serie, 2010-2017)

    Dieses Comeback von Sherlock Holmes war ja nicht einfach nur ein modernes Update einer alten Kultfigur, sondern auch ein Spiegel der britischen Gegenwart. Cumberbatch als hochverdichtete Version eines Einzelgängers. Überlegen. Cool. Unbeirrbar. Die Obsession über das unnahbare Genie zeigt aber auch eine Kultur, die Gefühle misstrauisch beäugt und Nähe nur dann zulässt, wenn sie sich sofort wieder weg‑ironisieren lässt. Trotzdem – oder gerade deshalb – ein Meilenstein europäischer TV-Produktionen und ein kulturelles Phänomen ganz für sich selbst. (ARD, Wh.)

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  35. Harrison Ford, Brad Pitt – „Vertrauter Feind“ (1997)

    Aus einem zusammengestümperten Skript, das Jahre in der Entwicklung war und dabei ein halbes Dutzend Autoren (alles Männer) verschlissen hat, noch einen Blockbuster zu machen, das gelingt nicht vielen. Alan J. Pakula hat es dennoch irgendwie hinbekommen – und dabei noch zwei Superstars und deren Egos soweit unter Kontrolle – dass doch ein ansehnlicher Polit-Thriller dabei herausgekommen ist.

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  36. George Clooney – „Michael Clayton“ (2007)

    Ein altmodischer Thriller, der es seinem Publikum nicht zu einfach machen will. Ein Film, der seiner Geschichte Zeit gibt, sich zu entwickeln. Ein Krimi, in dem fast gar nicht geschossen wird und auch nur ein einziges Auto explodiert. Einer, der sich auf das verlässt, was er kann und ganz von seinen Darsteller:innen lebt. (ZDF, Wh.)

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  37. Paul Schrader – „The Card Counter“ (2021)

    Paul Schrader hat schon viele Filme über Männer gemacht, die so kaputt sind, dass sie glauben, Selbstdisziplin wäre ein Weg zur Auflösung ihrer miserablen Gegenwart. So auch hier. Dieser Film ist ein Schmerztagebuch, genau darüber. Graue Anzüge, Neonlicht und abgerissene Casinos sind keine Kulisse einer Verführung. Das ist kein Kino, das etwa populär sein will. Ganz im Gegenteil. (3sat, Free-TV-Premiere)

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  38. Paul Schrader – „The Card Counter“ (2021)

    Paul Schrader hat schon viele Filme über Männer gemacht, die so kaputt sind, dass sie glauben, Selbstdisziplin wäre ein Weg zur Auflösung ihrer miserablen Gegenwart. So auch hier. Dieser Film ist ein Schmerztagebuch, genau darüber. Graue Anzüge, Neonlicht und abgerissene Casinos sind keine Kulisse einer Verführung. Das ist kein Kino, das etwa populär sein will. Ganz im Gegenteil. (3sat, Free-TV-Premiere)

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  39. Paul Schrader – „The Card Counter“ (2021)

    Paul Schrader hat schon viele Filme über Männer gemacht, die so kaputt sind, dass sie glauben, Selbstdisziplin wäre ein Weg zur Auflösung ihrer miserablen Gegenwart. So auch hier. Dieser Film ist ein Schmerztagebuch, genau darüber. Graue Anzüge, Neonlicht und abgerissene Casinos sind keine Kulisse einer Verführung. Das ist kein Kino, das etwa populär sein will. Ganz im Gegenteil. (3sat, Free-TV-Premiere)

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  40. Paul Schrader – „The Card Counter“ (2021)

    Paul Schrader hat schon viele Filme über Männer gemacht, die so kaputt sind, dass sie glauben, Selbstdisziplin wäre ein Weg zur Auflösung ihrer miserablen Gegenwart. So auch hier. Dieser Film ist ein Schmerztagebuch, genau darüber. Graue Anzüge, Neonlicht und abgerissene Casinos sind keine Kulisse einer Verführung. Das ist kein Kino, das etwa populär sein will. Ganz im Gegenteil. (3sat, Free-TV-Premiere)

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  41. Paul Schrader – „The Card Counter“ (2021)

    Paul Schrader hat schon viele Filme über Männer gemacht, die so kaputt sind, dass sie glauben, Selbstdisziplin wäre ein Weg zur Auflösung ihrer miserablen Gegenwart. So auch hier. Dieser Film ist ein Schmerztagebuch, genau darüber. Graue Anzüge, Neonlicht und abgerissene Casinos sind keine Kulisse einer Verführung. Das ist kein Kino, das etwa populär sein will. Ganz im Gegenteil. (3sat, Free-TV-Premiere)

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  42. Mike Newell, Julia Roberts – „Mona Lisa Smile“ (2003)

    Ich gebe es zu: Ich hatte mich seinerzeit fast schon darauf gefreut. Ein Film, der versprach, patriarchale Strukturen aufzubrechen, mit Julia Roberts als Idealistin, die jungen Frauen das Denken beibringt – das klingt nach einer Geschichte, die uns auch heute noch etwas zu sagen hätte. Doch was ich bekam, war nicht etwa die Mutter von Erin Brockovich, sondern vor allem ein wohlig eingerichtetes Trugbild von Fortschritt und stattdessen: Tradwifes (auch wenn der Begriff damals noch gar nicht erfunden war). (ZDF, Wh.)

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  43. „Hundertdreizehn“ (Mini-Serie, 2025)

    Das ist Fernsehen, das wirklich wehtut – aber auf eine notwendige Art und Weise. Rick Ostermann und Arndt Stüwe schicken uns mitten hinein in ein Trauma: Ein Busunfall, Feuer, ein Schockmoment, der sich in sechs Folgen wie ein Echo durch das Leben von über hundert Menschen zieht. Kein Katastrophenporno, wie befürchtet, auch kein Krimi mit moralischem Ausgang, sondern ein Ensemble-Drama über das lange Danach. Über Schweigen, Schuld und die dünne Linie zwischen Verantwortung und Verdrängung. (ARD, Neu!)

    Zu den Mediathekperlen: nexxtpress.de/b/tjj

  44. Deborah Lipstadts Plädoyer für die Wahrheit – „Verleugnung“ (2016)

    Vier Jahre, von 1996 bis 2000, dauerte der Verleumdungsprozess, den der britische Historiker und Holocaustleugner David Irving gegen die amerikanische Professorin Deborah E. Lipstadt angezettelt hatte. Heraus kam ein denkwürdiger Sieg für Meinungsfreiheit und Gerechtigkeit kontra Geschichtsfälschung und Fanatismus. (ARD, WH)

  45. John Sturges – „Der Adler ist gelandet“ (1976)

    Der Krieg gegen den Faschismus als Abenteuerspielplatz für Nachmittage mit der Familie: „Der Adler ist gelandet“ gehört zu jener Sorte von Filmen, die die mörderische Logik des Zweiten Weltkriegs in elegante Uniformen, straffe Handlungsbögen und hochkarätig besetzte Rollen verpackt haben. Michael Caine als deutscher Offizier, charmant, kühl, fast wie ein Popstar im falschen Kostüm. Donald Sutherland stolpert irisch-komisch durch die Kulissen, Robert Duvall trägt Augenklappe und preußischen Ernst. Alles ist zugleich zu viel, zu wenig, und vor allem, zu glatt. Furchtbar! (ARTE)

  46. Angelina Jolie, Johnny Depp – „The Tourist“ (2010)

    Venedig hat einen eigenen Geruch. Manche sagen, es riecht nach Fäulnis, andere sagen, es riecht nach dem altem Geld eines verrotteten Imperiums. Für Florian Henckel von Donnersmarck war die Lagunenstadt allerdings nur eine Kulisse aus einem Hochglanz-Katalog von LVMH. So viel Reinlichkeit hat noch kein Touristenbüro zustande gebracht. Und in dieser Kulisse schweben zwei Gestalten, die angeblich Menschen darstellen: Angelina Jolie als Dior-Schaufensterpuppe und Johnny Depp als unbeholfener Mathematiklehrer, der aussieht, als trüge er den Anzug seines Anwalts. (ARD)

  47. Bruno Dumont, Léa Seydoux – „France“ (2021)

    „Ein Porträt von Frankreich als Land kurz vor der Explosion. Melodram, Tragödie und absurdes Drama zugleich, ein Leben wie aus einem Roman von Guy de Maupassant, mit all seinen triumphalen, aber auch schrecklichen Prüfungen. France, gespielt von einer Léa Seydoux, die im Film alles gibt, erzählt uns von uns selbst.“ (ARD)

  48. Die kulturelle Rückeroberung eines nordischen Gottes – „Mortal“ (2020)

    „Nimm das, Marvel!“, war meine spontane Reaktion auf diese grandiose Rückeroberung der nordischen Mythologie durch den Norweger André Øvredal. Wäre ja auch schlimm, wenn alles, was davon noch an folgende Generationen zu überliefern übrig wäre, vom kulturimperialistischen Micky-Maus-Konzern und seinen „Avengers“ kontrolliert würde. „Thor“ ist nicht nur ein Kind der Götter, sondern auch ein freier Mann..! (ZDF, Wh)

  49. Cher, Nicolas Cage – „Moonstruck“ (1987)

    Ich begegne romantischen Komödien grundsätzlich mit Misstrauen – zu oft sind sie süßlich, affirmativ, geschlechterpolitisch ein Desaster. Dieser Film ist all das. Und dennoch liebe ich jeden Moment dieses Films. Norman Jewisons New Yorker Operettenmärchen aus dem Jahr 1987 ist eine Ode an das Begehren im Alter, an die Lächerlichkeit des Herzens, an die Unlogik der Gefühle. Er ist altmodisch, glaubt an die große Geste, den Sturm und den Vollmond – und erlaubt seinen Figuren, komplett zu überziehen. Das ist einfach herrlich! (ARTE)

  50. Giuseppe Tornatore – „Die Legende vom Ozeanpianisten“ (1998)

    „Cinema Paradiso“ (1988), das Debüt dieses italienischen Filmemachers, war wohl einer der schönsten Filme aller Zeiten, über die lebenslange Liebe eines Jungen zum Kino. Dieser Junge war das Alter Ego eben jenes Regisseurs, der es vollbracht hat, elf Jahre später, einen weiteren Film zu schaffen, der mich bei jedem Wiedersehen um so mehr an die Macht des Mediums glauben lässt. (ARTE, Wh)