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#jonateichmann — Public Fediverse posts

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  1. Ich bin eine “Lebenslüge”

    Nun tobt also die kontroverse Debatte um die Programmreform des Deutschlandfunks. Bis vor wenigen Tagen nur intern im Sender geführt, hat sich seine Führung nun zu einem offensiven Ausfall aus ihrer Festung entschlossen. Christian Bartels/MDR-Altpapier fasst dies und die Reaktionen darauf zusammen: Breite Tiefe – Der Deutschlandfunk sendet ziemlich erfolgreich Radio, will demnächst aber digital breiter in die Tiefe gehen. Und im linearen Programm tiefer in die Breite? Jedenfalls sind seine Pläne für eine große Programmreform bereits heftig umstritten.”

    Ich habe mich in einem der von ihm wiedergegebenen Zitate wiederentdeckt.“Intern umstritten ist die Reform auch deshalb, weil in der Belegschaft die Auffassung vorherrscht, dass die Hörerinnen und Hörer bestimmte Sendungen gezielt einschalten. Aus Sicht von Teichmann ist das die Lebenslüge des Deutschlandfunks …” soll Stefan Fischer in der Paywall der SZ geschrieben haben.

    In der Tat sind fast alle Fachsendungen, die ich mannigfach in den letzten 10 Jahren in diesem Blog empfohlen habe, vom Verschwinden bedroht. Diese Art Erlebnis zieht sich wie ein roter Faden durch meine persönliche Geschichte des Radiohörens. Liebgewordenes, gerne Genossenes wird von bewusstlosen Führungskräften liquidiert, weil sie ernsthaft behaupten zu glauben, mich besser zu kennen als ich. Worin unterscheiden sich solche Leute noch von den KIs der globalen Plattformmonopole?

    Das dürfen sie nun gerne hinter den Festungsmauern ihres Hochhauses weiterdiskutieren. Meine These: es führt zu nichts, zum Zerstörungswerk – Deutschlandfunk – die letzte Insel des Fachjournalismus vor ihrer Überschwemmung durch die Formatierungswelle”.

    Der entscheidende strategische Fehler war der Import von WDR-Führungskräften und ihrer Sichtweisen in den DLF. Einen Radiosender, der nur noch wenige Monate wertvoller sein wird, als alle fünf WDR-Wellen – mit der Entwertung von Cosmo sechs – zusammen – für weit weniger Geld. Aber es geht nicht um die Sache. Es geht um Personen und den Beweis ihrer Durchsetzungskraft. Mann nennt es Macht.

  2. Ich bin eine “Lebenslüge”

    Nun tobt also die kontroverse Debatte um die Programmreform des Deutschlandfunks. Bis vor wenigen Tagen nur intern im Sender geführt, hat sich seine Führung nun zu einem offensiven Ausfall aus ihrer Festung entschlossen. Christian Bartels/MDR-Altpapier fasst dies und die Reaktionen darauf zusammen: Breite Tiefe – Der Deutschlandfunk sendet ziemlich erfolgreich Radio, will demnächst aber digital breiter in die Tiefe gehen. Und im linearen Programm tiefer in die Breite? Jedenfalls sind seine Pläne für eine große Programmreform bereits heftig umstritten.”

    Ich habe mich in einem der von ihm wiedergegebenen Zitate wiederentdeckt.“Intern umstritten ist die Reform auch deshalb, weil in der Belegschaft die Auffassung vorherrscht, dass die Hörerinnen und Hörer bestimmte Sendungen gezielt einschalten. Aus Sicht von Teichmann ist das die Lebenslüge des Deutschlandfunks …” soll Stefan Fischer in der Paywall der SZ geschrieben haben.

    In der Tat sind fast alle Fachsendungen, die ich mannigfach in den letzten 10 Jahren in diesem Blog empfohlen habe, vom Verschwinden bedroht. Diese Art Erlebnis zieht sich wie ein roter Faden durch meine persönliche Geschichte des Radiohörens. Liebgewordenes, gerne Genossenes wird von bewusstlosen Führungskräften liquidiert, weil sie ernsthaft behaupten zu glauben, mich besser zu kennen als ich. Worin unterscheiden sich solche Leute noch von den KIs der globalen Plattformmonopole?

    Das dürfen sie nun gerne hinter den Festungsmauern ihres Hochhauses weiterdiskutieren. Meine These: es führt zu nichts, zum Zerstörungswerk – Deutschlandfunk – die letzte Insel des Fachjournalismus vor ihrer Überschwemmung durch die Formatierungswelle”.

    Der entscheidende strategische Fehler war der Import von WDR-Führungskräften und ihrer Sichtweisen in den DLF. Einen Radiosender, der nur noch wenige Monate wertvoller sein wird, als alle fünf WDR-Wellen – mit der Entwertung von Cosmo sechs – zusammen – für weit weniger Geld. Aber es geht nicht um die Sache. Es geht um Personen und den Beweis ihrer Durchsetzungskraft. Mann nennt es Macht.

  3. Zerstörungswerk

    Deutschlandfunk – die letzte Insel des Fachjournalismus vor ihrer Überschwemmung durch die Formatierungswelle

    Update 27.5.

    Vor 16 Jahren hatte ich hier beschrieben, warum ich vor den ARD-Formatradios geflohen bin. Mein Exil wurde der Deutschlandfunk. Nun will der mich auch vertreiben. Exekutorin ist DLF-Programmdirektorin Jona Teichmann, die als Import vom WDR offenbar nichts anderes gelernt hat. Frau Teichmann ist 63, Intendant Stefan Raue 67 (ebenfalls Ex-WDR-Mitarbeiter) will nächstes Jahr nicht zur Wiederwahl kandidieren. Haben sie es also eilig?

    Das sieht so aus, wenn mann, wie ich, Stefan Niggemeier/uebermedien glaubt. Er hat ausrecherchiert, wie die interne Debatte im DLF, über die selbstverständlich im Programm mit keiner Silbe berichtet wird, bisher gelaufen ist.

    Neues Sendeschema ab November: ‘Kulturwandel’ oder Verflachung? Deutschlandfunk plant große Programmreform – Der Deutschlandfunk baut sein Programm radikal um: weniger Fachmagazine, mehr Podcasts im Radio und eine neue ‘Drive Time’ am späten Nachmittag. Mitarbeiter fürchten ein Mainstream-Programm und den Verlust von Expertise, die Programmdirektorin erhofft sich mehr Freiheiten für Projekte.” 27.5.: paywallfrei.

    Schockiert hat mich an Niggemeiers Bericht, dass absolut niemand im DLF (ausser Frau Teichmann) persönlich zitiert werden will. Gibt es im DLF keine Redakteur*innen-Vertretung? Und keine Gewerkschaft? Und wenn doch – warum so intransparent und feige?

    Frau Teichmann ist im Sender auch die, die die Textangebote in der DLF-Onlinepräsenz vernichtet hat. Weil die 4-6 Zeitungsverlagsmilliardär*inn*e*n in Deutschland, deren Geschäftsmodelle geplatzt sind, weil sie die Digitalisierung verschliefen, es so verlangen. Ihre Jurist*inn*en-Armeen haben dafür den Begriff – keine Satire! – “Presseähnlichkeit” erfunden.

    Die Paywall wird bei uebermedien.de gewöhnlich nach einer Woche hochgezogen, manchmal auch mit Verspätung. Wenn Sie so lange nicht warten wollen und keinen Paywallbohrer zur Hand haben, melden Sie sich – streng privat und nur zum persönlichen Gebrauch – bei mir. Informierte Kreise haben mir den umfangreichen und informativen Text “zugespielt”.

    Gestern lief in ebendiesem Sender eine gute Reportage vom “freien” Mitarbeiter Michael Borgers “‘Dann wird der Beruf aussterben’: Die Krise der Filmkritik” (Audio 6 min). Mit solchen Beiträgen in solchen Fachmagazinen soll Schluss gemacht werden. Nicht nur den Filmkritiker*innen soll es an den Kragen gehen. Zuviel Expertise. Das ist “langweilig”. Und meistens systemkritisch. Wer will das hören?

    Ich bin angemessen entsetzt, und, wenn es so kommt, weg. Als Hörer. Ich werde ja auch nächstes Jahr 70, bekäme also auch nach reaktionärsten Vorstellungen Rente – in Wirklichkeit schön seit 6 Jahren, ätschibätsch. Zur Strafe nehmen sie mir das Radio weg. Aus Niggemeiers Bericht geht zutreffend hervor, dass die Hörer*innen-Zahlen des DLF seit Jahren kontinuierlich steigen. Was die Oligarch*innen im Sender daran ärgert, ist nur, dass die alle so alt sind. Sie übersehen: wenn in der Migrationspolitik AfD-Politik gemacht wird, wie in weiten Teilen dieser Republik und in der von ihr beherrschten EU, dann werden die Jungen immer weniger, und wir Alten immer mehr. Sterben wir ohne Radio früher? Das ist ja wohl die rentenpolitische Absicht.

    Ich wusste gar nicht, dass Intendant Raue SPD-Mitglied sein soll (Wikipedia behauptet das). Aber ja, das erklärt vieles

    Und woanders is’ auch scheisse …

  4. Zerstörungswerk

    Deutschlandfunk – die letzte Insel des Fachjournalismus vor ihrer Überschwemmung durch die Formatierungswelle

    Update 27.5.

    Vor 16 Jahren hatte ich hier beschrieben, warum ich vor den ARD-Formatradios geflohen bin. Mein Exil wurde der Deutschlandfunk. Nun will der mich auch vertreiben. Exekutorin ist DLF-Programmdirektorin Jona Teichmann, die als Import vom WDR offenbar nichts anderes gelernt hat. Frau Teichmann ist 63, Intendant Stefan Raue 67 (ebenfalls Ex-WDR-Mitarbeiter) will nächstes Jahr nicht zur Wiederwahl kandidieren. Haben sie es also eilig?

    Das sieht so aus, wenn mann, wie ich, Stefan Niggemeier/uebermedien glaubt. Er hat ausrecherchiert, wie die interne Debatte im DLF, über die selbstverständlich im Programm mit keiner Silbe berichtet wird, bisher gelaufen ist.

    Neues Sendeschema ab November: ‘Kulturwandel’ oder Verflachung? Deutschlandfunk plant große Programmreform – Der Deutschlandfunk baut sein Programm radikal um: weniger Fachmagazine, mehr Podcasts im Radio und eine neue ‘Drive Time’ am späten Nachmittag. Mitarbeiter fürchten ein Mainstream-Programm und den Verlust von Expertise, die Programmdirektorin erhofft sich mehr Freiheiten für Projekte.” 27.5.: paywallfrei.

    Schockiert hat mich an Niggemeiers Bericht, dass absolut niemand im DLF (ausser Frau Teichmann) persönlich zitiert werden will. Gibt es im DLF keine Redakteur*innen-Vertretung? Und keine Gewerkschaft? Und wenn doch – warum so intransparent und feige?

    Frau Teichmann ist im Sender auch die, die die Textangebote in der DLF-Onlinepräsenz vernichtet hat. Weil die 4-6 Zeitungsverlagsmilliardär*inn*e*n in Deutschland, deren Geschäftsmodelle geplatzt sind, weil sie die Digitalisierung verschliefen, es so verlangen. Ihre Jurist*inn*en-Armeen haben dafür den Begriff – keine Satire! – “Presseähnlichkeit” erfunden.

    Die Paywall wird bei uebermedien.de gewöhnlich nach einer Woche hochgezogen, manchmal auch mit Verspätung. Wenn Sie so lange nicht warten wollen und keinen Paywallbohrer zur Hand haben, melden Sie sich – streng privat und nur zum persönlichen Gebrauch – bei mir. Informierte Kreise haben mir den umfangreichen und informativen Text “zugespielt”.

    Gestern lief in ebendiesem Sender eine gute Reportage vom “freien” Mitarbeiter Michael Borgers “‘Dann wird der Beruf aussterben’: Die Krise der Filmkritik” (Audio 6 min). Mit solchen Beiträgen in solchen Fachmagazinen soll Schluss gemacht werden. Nicht nur den Filmkritiker*innen soll es an den Kragen gehen. Zuviel Expertise. Das ist “langweilig”. Und meistens systemkritisch. Wer will das hören?

    Ich bin angemessen entsetzt, und, wenn es so kommt, weg. Als Hörer. Ich werde ja auch nächstes Jahr 70, bekäme also auch nach reaktionärsten Vorstellungen Rente – in Wirklichkeit schön seit 6 Jahren, ätschibätsch. Zur Strafe nehmen sie mir das Radio weg. Aus Niggemeiers Bericht geht zutreffend hervor, dass die Hörer*innen-Zahlen des DLF seit Jahren kontinuierlich steigen. Was die Oligarch*innen im Sender daran ärgert, ist nur, dass die alle so alt sind. Sie übersehen: wenn in der Migrationspolitik AfD-Politik gemacht wird, wie in weiten Teilen dieser Republik und in der von ihr beherrschten EU, dann werden die Jungen immer weniger, und wir Alten immer mehr. Sterben wir ohne Radio früher? Das ist ja wohl die rentenpolitische Absicht.

    Ich wusste gar nicht, dass Intendant Raue SPD-Mitglied sein soll (Wikipedia behauptet das). Aber ja, das erklärt vieles

    Und woanders is’ auch scheisse …