Nahverkehr in NRW
#WDR5 - #Quarks brachte einen Beitrag über den #ÖPNV und das problematische #DeutschlandTicket.
"Warum problematisch? Das ist doch ein Spitzenangebot!" hör ich schon die Reaktion.
Für uns jahrzehntelang #autofrei Lebende (und bei kleinen Unfällen auch #ÜBERlebende) ist es tatsächlich ein großartiges Angebot, bei dem wir nicht mehr die Grenzhaltestellen im #Münsterland beachten müssen wie früher beim #MünsterlandAbo - und das zu einem nur etwas höheren Preis.
ABER, ganz großes Aber:
Guckt man sich in verschiedenen Orten dieser Region und sehr vielen anderen Regionen in Deutschland die tatsächliche Nutzungsmöglichkeit des D-Tickets an, wird man auf den Boden der Tatsache zurückgeholt, daß Deutschland ein #Autoland ist, mit dem zugehörigen Motto "Freie Fahrt für freie Bürger".
Auf #Nahverkehrslinien der #Bahn haben die Glücklichen mit #Bahnhof in der Nähe üblicherweise mindestens einen #Stundentakt.
#Busfahrten aus Außenbereichen eines Ortes ins Ortszentrum oder in die nächste Klein- oder #Mittelstadt, wo vielleicht auch ein Bahnhof vorhanden ist, findet oft nur ein- oder zweimal pro Tag eine Fahrt in jeder Richtung statt, am Wochenende gar nicht.
DAS relativiert den schönen Schein des billigen D-Tickets und holt nur wenige, die mit dem Fahrersitz im eigenen Auto zusammengewachsen sind, aus dieser gemütlichen Umgebung raus.
Mein kleiner Aufprall auf ein anfahrendes Auto hat mich mal wieder in die Gemütlichkeit des eigenen Panzers zurückversetzt:
Auch bei (subjektiv) größter Vorsicht kann man, ob selbst- oder fremdverschuldet, einen Menschen totfahren.
Das war damals für mich der wichtigste Grund, dem Auto einen letzten Tritt zu geben.
Seitdem haben wir uns immer mehr daran gewöhnen dürfen, daß die verkehrstechnische Einbeziehung der Landbewohner in Deutschland ein Trauerspiel ist.
Ein WDR-Bericht https://reportage.wdr.de/bus-und-bahn-in-nrw-wo-der-oeffentliche-nahverkehr-gut-laeuft#pendlerland-nrw zeigt, daß einzelne Kommunen in #NRW zukunftsfähige Verkehrsprojekte betreiben. Daß #Monheim so weit voraus ist und positiv herausragt, erklärt sich mit einem finanzpolitischen "Trick": die #Gewerbesteuer wurde vor Jahren konkurrenzlos gesenkt. So wurden Unternehmen aus anderen Kommunen nach Monheim gelockt, was am Ende der Infrastruktur und den Bürgern nutzte. Das 'Kannibalisieren' durch eine landesweite Abwärtsspirale der Gewerbesteuern ist nicht überall und nicht dauerhaft möglich.
Es wäre also zu einfach, auf die besten Vorbilder zu weisen - irgendein Hindernis taucht immer auf.
Ich hätte ja auch einen zu schönen Vorschlag parat: #Verkehrsmittel und #Taktung wie in #Berlin, aber auch intakte #Landschaft. Beides geht aber nicht, wenn ich es mir konkret vorstelle.
Aber der #Autoverkehr nimmt munter weiter zu, die #Querungshilfen für #Fußgänger und #Radfahrer nicht.