#solidarischer-fruhling-neustadt-2025 — Public Fediverse posts
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Marktplatzkonzert mit THE BUSTERS für Demokratie und Vielfalt, Freitag 6.6.2025, ab 16 Uhr
Einer der Höhepunkte des Programms des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ‘25“ findet am Freitag, 6.6.2025, ab 16 Uhr auf dem Marktplatz in Neustadt statt: „umsonst und draußen“. Es folgen noch am Samstag, 7.6.2025, ab 10 Uhr auf dem Kartoffelmarkt in Neustadt Aktionen, Infostände und Mahnwachen der Omas gegen Rechts, der Friedensinitiative und des Regionalen Bündnisses gegen Rechts und die Abschlussveranstaltung am Pfingstsonntag, 8.6.2025, 11:00-13:00 auf dem Platz vor dem alten Rathaus in Hambach mit einen bunten Programm aus Musik und Redebeiträgen.
Am Pfingstwochenende wird die Gruppe Freieinig mit Unterstützung gleichgesinnter Gruppen aus der ganzen Bundesrepublik erneut das Hambacher Schloss für ihre demokratiefeindliche Propaganda und Reichsbürgerideologie missbrauchen. Auf dem Hambach-Blog haben wir diese Gruppe, die sich gerne selbst verharmlost, immer wieder entlarvt, siehe etwa zuletzt am 2.6.2025 Die Neustadter Reichsbürger von Freieinig oder am 22.5.2025 Reichsbürger, Russlandfreunde, Holocaustleugner.
Im Folgenden dokumentieren wir die Pressemitteilung der Initiative Neustadt bleibt bunt, die der Organisator der Versammlung am Freitag auf dem Marktplatz ist.
Am Freitag den 6. Juni 2025 lädt die Initiative Neustadt bleibt bunt ab 16 Uhr auf den Marktplatz Neustadt ein, um zusammen mit allen Demokrat:innen aus der Zivilgesellschaft ein Zeichen zu setzen: Aufstehen für Demokratie und Vielfalt!
Prof. Dr. Markus Linden, Universität Trier, RechtsextremismusexperteDen Auftakt des vierstündigen Programms macht eine Gesprächsrunde zur Zukunft und den aktuellen Bedrohungen der Demokratie. Moderiert von Paulina Sommer tauschen sich der Politikwissenschaftler und Experte für die Neue Rechte Prof. Dr. Markus Linden von der Universität Trier und Musiker von THE BUSTERS aus.
Im Anschluss daran werden sich die beiden OB-Kandidat:innen für die Wahl in Neustadt am 15. Juni Fragen aus dem Publikum zum Thema Demokratie stellen. Eines der wenigen Aufeinandertreffen der beiden in der Öffentlichkeit und eine einzigartige Gelegenheit für die Wähler:innen, sich persönlich ein Bild zu machen.
Steffi Karbach, Kandidatin zur Oberbürgermeisterin, und Marc Weigel, Kandidat zum Oberbürgermeister, bei der Wahl am 15.6.2025 in Neustadt (Foto: Thomas Brenner im Rahmen seiner Fotoaktion „Demokratie – Akzeptanz – Vielfalt“)
Im Mittelpunkt des Freitagnachmittags steht der Auftritt der BUSTERS [etwa ab 17:30], einer Ska-Formation aus Wiesloch, die gerade eine sehr erfolgreiche Tournee durch Deutschland absolviert. Das Konzert in Neustadt ist bislang das einzige der Tour, das „umsonst und draußen“ stattfindet.
THE BUSTERS (Foto: Jessica Reiner)Bei ihrer LOUD Tour verschmilzt punkige Energie mit jamaikanischen Beats zu einer lauten und kompromisslosen Haltung gegen Rassismus. Gemeinsam wollen wir den Marktplatz in einen brodelnden Kessel verwandeln, um zusammen Love und Unity zu feiern, denn Hass und Hetze haben im Universum von THE BUSTERS – ebenso wie hier in Neustadt – keinen Platz!
https://www.youtube.com/embed/UlsuJjEzEww
Die Versammlung ist Teil des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ’25“. Gemeinsam mit vielen anderen Akteur:innen setzen wir uns für eine gerechte und demokratische Zukunft ein – und gegen die Neue Rechte, die auch dieses Jahr an Pfingsten versucht, das Hambacher Fest von 1832 für sich zu instrumentalisieren.
Wir wollen Alle dazu aufrufen, gemeinsam mit uns dieses Zeichen zu setzen: Demokratie braucht Engagement aus der Gesellschaft heraus, Demokratie braucht Dich – Nie wieder ist jetzt.
Eckart Lube, ein Sprecher der Initiative:
„Nach der Uffbasse-Demonstration im Februar wollen wir auch an Pfingsten zeigen, dass die Mehrheit der Neustädter Bevölkerung fest und klar zur Demokratie steht. Ohne die Unterstützung des Freundeskreises Hambacher Fest 1832, dem Verein Viele Kulturen – eine Stadt und weiteren Akteur:innen des Regionalen Bündnis gegen Rechts hätten wir den Event nicht stemmen können. Ein ausdrücklicher Dank gilt auch der Amadeu Antonio Stiftung und den vielen Spendern auf Betterplace.de für ihre finanzielle Unterstützung!“
Bitte informieren Sie sich über mögliche Änderungen und Ergänzungen am Programm des solidarischen Frühlings auf dem Hambach-Blog
https://hambacherfest1832.blog/Was sonst noch so los ist in den nächsten Tagen und Wochen …
… findet ihr auf dem Veranstaltungskalender des Hambach-Blogs
https://hambacherfest1832.blog/aktionen-und-veranstaltungen/
Aktuelle Beiträge auf dem Hambach-Blog
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Marktplatzkonzert mit THE BUSTERS für Demokratie und Vielfalt, Freitag 6.6.2025, ab 16 Uhr5. Juni 2025
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Die Neustadter Reichsbürger von Freieinig2. Juni 2025
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Renaissance der Militanz?25. Mai 2025
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Reichsbürger, Russlandfreunde, Holocaustleugner22. Mai 2025
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„Dass man die Bekämpfung nazistischer Strukturen in die eigene Hand nimmt, das war ein neues Phänomen“19. Mai 2025
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Aufstehen für Demokratie und Vielfalt mit THE BUSTERS12. Mai 2025
#06062025 #2025 #MarcWeigel #MarkusLinden #Neustadt #NeustadtBleibtBunt #SolidarischerFrühlingNeustadt2025 #SteffiKarbach #THEBUSTERS
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Renaissance der Militanz?
Teil 2 des Interviews mit Richard Rohrmoser zum Film „Antifa – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte“, Roxy-Kino Neustadt, 4.6.2025, 19 Uhr
Am 4.6.2025, 19 Uhr wird im Roxy-Kino in Neustadt der Film „Antifa – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte“ (Trailer) gezeigt. Die Vorführung findet statt im Rahmen des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ‘25“. In dem aktuellen Dokumentarfilm sprechen fünf Antifa-Aktivist:innen über ihre Aktivitäten während der sogenannten Baseballschlägerjahre in den 1990er-Jahren.
Der Mannheimer Historiker Dr. Richard Rohrmoser hat sich in seinem Buch „Antifa – Porträt einer linksradikalen Bewegung von den 1920er Jahren bis heute“ mit der Geschichte der Antifa befasst. Richard Rohrmoser wird am 4.6. im Roxy-Kino in die Zeit, die der Film behandelt, einführen und bei der anschließenden Diskussion Rede und Antwort stehen.
Im ersten Teil des Interviews, das am 9.4.2025 in Mannheim für den Hambach-Blog von Rainer Steen und Ulrich Riehm geführt wurde, ging es vor allem um die Einordnung der Baseballschlägerjahre und um die Intentionen des Films. Im zweiten und letzten Teil diskutierten wir mit Richard Rohrmoser aktuelle Tendenzen des Rechtsextremismus und der antifaschistischen Strategien.
Hambach-Blog: Aber vielleicht können wir nun noch auf die Jetztzeit schauen. Ich sehe die Gefahr, dass wir vor neuen Baseballschläger-Jahren stehen. Wenn man sich Fotos anschaut von Demos, z.B. 2024 in Bautzen, wo die 14-, 15-jährigen Nazi-Jungs wieder in dieser martialischen Geste auftreten, was ja im Zuge der Dominanz der AfD in der rechten Szene und des Niedergangs der NPD eine Zeit lang gar nicht mehr so dominant war.
Richard Rohrmoser: Das kann ich leider nur bestätigen. Anfang der 2000er-Jahre haben die Rechtsextremisten den Kurs gefahren, dass sie als „autonome Nationalisten“ aufgetreten sind. Und da waren sie optisch kaum zu unterscheiden von linken Gruppen mit schwarzen Jacken, Skater-Klamotten, bis hin zu Irokesen-Frisuren.
HB: Und auch auf der Seite der Antifa sind wieder militante Aktionen angesagt, z.B. in Leipzig, oder Eisenach, wo Faschos brutal zusammengeschlagen wurden.
Vor einer neuen Gewaltspirale?
RR: Ich bin ja überhaupt kein Anhänger der Hufeisen-Theorie. Aber klar, man findet einen Anstieg der Gewalt. Im Jahr 2024 gab es deutlich über 30.000 Strafdelikte von der rechten Seite, davon waren etwa 1.100 Gewaltdelikte. Aber auf der linken Seite hat die Bereitschaft, Gewalt auszuüben, auch zugenommen. In der linken Szene gilt ja eigentlich oder galt lange der Konsens, Gewalt nur gegen Sachen, und wenn es gegen Personen geht, nur zur Selbstverteidigung. Und der bröckelt anscheinend momentan. Das hat man nicht zuletzt auch an dieser „Hammer-Bande“ um Lina E. in Dresden/Leipzig gesehen, die sind proaktiv auf die Rechten losgegangen.
HB: Allerdings gab es doch auch eine vorschnelle mediale Skandalisierung und Vorverurteilung der Aktivisten.
RR: Ja, aus Lina E. sollte – so mein Eindruck – so eine Art „linke Beate Tschäpe“ gemacht werden. Die mediale Aufmerksamkeit vor dem Prozess, das fand ich schon einigermaßen überzogen, da sollte auch viel vom staatlichen Versagen abgelenkt werden.
HB: Bei den Aufnahmen im Film wird ja deutlich, dass die Antifa als „schwarzer Block“, mit Transparenten rundherum, sichtbar sein wollte, etwa bei dem G20-Treffen in Hamburg 2017. Das scheint ja abgenommen zu haben, nach meinem Eindruck. Diese Uniformierung sieht man nicht mehr in diesem Ausmaß. Aber so, wie ich das jetzt verstanden habe, könnte es sein, dass martialische Auftritte und organisierter Selbstschutz wieder eine stärkere Rolle spielen.
RR: Ja, diese Einschätzung würde ich so teilen.
HB: Aber wenn man Antifa-Demos etwa in Berlin anschaust – die sehen immer noch so aus – dort gibt es immer noch diesen „Schwarzen Block“.
RR: Ich hatte zwischenzeitlich mal den Eindruck, dass diese klassischen, autonomen Antifa-Gruppen nicht mehr so stark vertreten sind. Etwa Fridays-for-future-Gruppen hatten teilweise auch den Rechtsextremismus zum Thema gemacht. Aber das war vielleicht vor fünf Jahren eine gewisse Tendenz. Möglicherweise wird derzeit wieder stärker auf Selbstschutz-Konzepte zurückgegriffen.
HB: Es steht ja auch die Frage im Raum, wie sieht das mit Bündnissen zwischen der „autonomen Antifa“ und mit der Linken, den Grünen, dem sozialdemokratischen Spektrum aus. Wenn die Militanz wieder sichtbarer wird, stärkt das auch die Abgrenzungstendenzen oder man könnte auch sagen Spaltungstendenzen?
RR: Ja, das ist auch mein vorläufiger Eindruck. Aber als Historiker halte ich mich ja zurück mit Prognosen. Es würde mich nicht wundern, wenn es so käme.
HB: Aber was ist der Kern dieser Abgrenzungstendenz? Woran macht sich die liberale Öffentlichkeit oder die liberale, linke politische Szene fest, wenn sie sagt „Mit der Antifa wollen wir nix zu tun haben!“?
Antifa (k)ein Zerfallsprodukt der 68er oder der RAF
RR: Ich glaube, wenn man das größer, historisch betrachtet, schwingt da auch noch viel Missverständnis und Unkenntnis mit. Es gibt doch die relativ weit verbreitete Vorstellung, die Antifa sei irgendwie ein Zerfallsprodukt der 68er-Bewegung oder gar der RAF.
Bei meinen Vorträgen zum Thema kamen Zuhörer zu mir, die erklärten, dass sie gar nicht gewusst hätten, dass die Antifa-Bewegung eine hundertjährige Geschichte hätte.
Die These meines Buches ist ja, dass die Antifa-Bewegung eine soziale Bewegung ist. Und so wie es in den1980er-Jahren die Friedensbewegung gab, die Anti-AKW-Bewegung, die Frauenbewegung oder die Homosexuellen-Bewegung hat diese Bewegung dafür gesorgt, dass ein sozialer Wandel stattgefunden hat. Die anderen Bewegungen, die ich genannt habe, hatten zunächst auch etwas „Anrüchiges“, hatten nicht den Stellenwert, den diese Bewegungen heute haben. Aber „die Geschichte“ hat ihnen sozusagen rechtgegeben oder vielleicht etwas vorsichtiger formuliert, es sind mittlerweile respektierte Bewegungen. Und das ist bei der Antifa-Bewegung bisher ausgeblieben.
HB: Steht die Antifa-Bewegung nicht für eine gewisse Gewaltbereitschaft? Dies wird ihr jedenfalls immer wieder vorgeworfen.
DIE Antifa-Bewegung gibt es nicht!
Richard Rohrmoser
RR: Das ist sehr vereinfachend. DIE Antifa-Bewegung gibt es nicht. Es gibt Gruppen, die ganz explizit sagen, Beispiel Dresden, dass sie nur friedliche Demonstrationsformen unterstützen. Man beruft sich dann etwa auf Konzepte des zivilen Ungehorsams. In meiner Definition der Antifa gehören auch gesellschaftliche Zusammenschlüsse, Bündnisse, zur Antifa-Bewegung, die explizit gewaltkritisch sind. Aber medial ist immer die Antifa-Gruppe im Fokus, die, wie in Leipzig, „Barrikaden“ anzündet. Wenn aber irgendwo eine Straße mit einer Sitzblockade blockiert wird, damit die Nazis nicht aufmarschieren können, wird relativ wenig berichtet.
HB: Die sozialwissenschaftliche Forschung zum Rechtsextremismus geht schon lange davon aus, dass es in der Gesellschaft ein Potential von etwa zehn Prozent der Bevölkerung gibt, die für rassistisches und rechtsextremes Denken offen sind. Aber es gibt offensichtlich Konjunkturen des Zuwachses und der Abnahme. Was sind die Gründe, dass der militante Rechtsextremismus vielleicht gerade wieder zunimmt. Was sind die sozialen, politischen und die kulturellen Bedingungen?
RR: Das ist die große Frage. Ich war kürzlich auf einer Konferenz zum Thema Rechtsextremismus, und genau die Frage ist wahnsinnig schwer zu beantworten. Lange Zeit galt die soziale Frage als der Auslöser, aber es gibt Akteure und Akteurinnen – Stichwort Sylt – die davon nicht betroffen sind. Und es gibt noch einen blinden Fleck in der Forschung, woher das dann kommt. Es gibt sicher wahrgenommene, empfundene, reale, aber auch irgendwie irrationale Verlustängste als Ursache. Eine Reaktion ist dann, nach unten zu treten. Aber die SozialwissenschaftlerInnen sind m.E. eher wieder von der These von den sozialen Gründen für die Rechtsentwicklung abgekommen. Als Erklärungsansatz reicht sie nicht aus.
HB: Versuchen wir nochmals den Blick zu weiten. Wir haben jetzt gut zehn Jahre den Aufstieg der AfD, nicht bloß politisch und mit dramatisch angestiegenen Wahlergebnissen, sondern auch kulturell. Die AfD konnte den öffentlichen Diskurs immer besser dominieren. Hat das, wenn ich mal ein bisschen spekuliere, vielleicht den gewaltbereiten Rechtsextremismus tendenziell eingehegt? Und was passiert jetzt? Ist die von uns in Ansätzen beobachtete und besprochene neue öffentliche Präsenz des militanten Rechtsextremismus eine Kritik an der parlamentarischen Strategie der AfD, eine Anti-AfD-Bewegung rechts von der AfD? Oder ist der sich neu formierende Rechtsextremismus nicht genau Ausdruck des Aufstiegs der AfD, die das rechte Gedankengut sagbarer gemacht hat?
AfD „verschiebt die Grenzen des Sagbaren“
RR: Ich tendiere eher zu der Auffassung, dass die AfD in den letzten zehn Jahren die Grenzen des Sagbaren verschoben hat, und sich dadurch in den rechten Netzwerken, Gruppen und Strömungen neue Gelegenheitsfenster ergeben haben.
HB: Und dann gibt es noch die Akteure im „Hintergrund“, die an diesen Strategien stricken – der Götz Kubitschek beispielsweise oder der Identitäre Martin Sellner, die ja ganz gezielt und ganz bewusst formulieren, dass sie Strategien der Linken übernehmen.
Versuchen wir eine Bilanz dieses Interviews zu ziehen: Was ist die Substanz, was ist das Wichtige an der Antifa-Bewegung? Warum brauchen wir sie?
Die Antifa hat die Gesellschaft sensibilisiert gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Sie ist oft besser im Bilde über Strukturen und Aktivitäten des Rechtsextremismus als staatliche Behörden.
Richard Rohrmoser
RR: Ich zähle dazu die Vorleistungen, die sie erbracht hat in all diesen Jahrzehnten. Sie hat die Gesellschaft sensibilisiert gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Teilweise ist es gelungen, dass diese Aufgabe vom Staat übernommen wurde, mal mehr, mal weniger. Die Antifa ist eine zivilgesellschaftliche Bewegung, die oftmals besser im Bilde ist über Strukturen und Aktivitäten des Rechtsextremismus als staatliche Behörden. Beispiele dafür gibt es genügend. Insofern ist der Untertitel des Films – „wo der Staat versagte“ – treffend.
Natürlich muss man bei der Frage der Anwendung von Gewalt den Finger in die Wunde legen. Da bekomme auch ich sehr schnell Gegenwind. Das enttäuscht mich auch ein bisschen, dass offensichtlich Teile der Bewegung nicht gesprächsbereiter sind oder offen für Kritik. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Teile der linken Antifa-Bewegung sich gar nicht dafür interessieren, wie sie wahrgenommen werden, wie sie sich vielleicht auch irgendwie attraktiver machen, breiter aufstellen könnten.
HB: Sie haben mal in einem anderen Gespräch gesagt, es gebe drei Schlüsselfragen: Es gehe um die Legitimität von Gewalt, es gehe um die Frage der Bündnisbereitschaft oder -fähigkeit und es gehe um die Frage des staatlichen Aspektes von Antifaschismus. Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine hohe Irritation für Aktivisten mitbringt, weil sich die Antifa-Bewegung ja offenbar differenziert hat – etwa mit einer feministischen oder türkischen Antifa. Dies setzt Kommunikationsfähigkeit und Kommunikationsbereitschaft voraus – und diese ist, solange es um Militanz geht, begrenzt.
Aber nochmals zur „Gewaltfrage“. Hängt die Gewaltfrage nicht mit der „Systemfrage“ zusammen? Wenn das „System“ abgelehnt wird – egal ob von Rechts oder von Links – ist doch die Neigung zur gewaltsamen Abschaffung des „Systems“ naheliegend.
Horkheimer-Gedenktafel an dessen ehemaligem Wohnhaus an der Westendstraße im Frankfurter am Main. (Foto Frank Behnsen in Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11214460)RR: Dazu wird gerne Max Horkheimer zitiert, der gesagt hat: Antifaschismus geht nur mit Antikapitalismus.
Danke für das Interview und die Bereitschaft am 4.6.2025 im Roxy-Kino in Neustadt über den Film „Antifa – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte!“ zu sprechen.
Die Vorführung des Films im Roxy-Kino in Neustadt am 4.6.2025 wurde initiiert vom Freundesrkreis Hambacher Fest 1832 und ist Bestandteil des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ’25“.
Mögliche Änderungen oder Ergänzungen am Programm des Solidarischen Frühlings auf dem Hambach-Blog https://hambacherfest1832.blog/
Was sonst noch so los ist in den nächsten Tagen und Wochen …
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Aktuelle Beiträge auf dem Hambach-Blog
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Wirklich, wir leben in finsteren Zeiten – Nie wieder 332. Mai 2025
#04062025 #2025 #Antifaschismus #Neustadt #RichardRohrmoser #SolidarischerFrühlingNeustadt2025
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Aufstehen für Demokratie und Vielfalt mit THE BUSTERS
„Umsonst und draußen“ am Freitag, 6. Juni 2025, 16-20 Uhr auf dem Marktplatz in Neustadt
https://www.youtube.com/watch?v=UlsuJjEzEww&t=8s
Demokratie braucht dich! Nie wieder ist jetzt!
Am 6. Juni 2025 um 16 Uhr versammeln wir uns auf dem Marktplatz in Neustadt an
THE BUSTERS
der Weinstraße, um gemeinsam für Demokratie und Vielfalt einzustehen. Mit dabei: Die Ska-Band THE BUSTERS, die mit ihrer Musik ein starkes Zeichen gegen Rechtsextremismus setzt. Ihr Song „Wehrt euch, leistet Widerstand…“ ist Teil jeder „Nie wieder ist jetzt!“-Demo. Derzeit sind sie auf ihrer Loud-Tour durch die ganze Bundesrepublik unterwegs.Unsere Versammlung ist Teil des „Solidarischen Frühlings — Neustadt ‘25“. Gemeinsam mit vielen anderen Akteur:innen setzen wir uns für eine gerechte und demokratische Zukunft ein — und gegen die Neue Rechte, die auch dieses Jahr an Pfingsten versucht, das Hambacher Fest für sich zu beanspruchen.
Auf der Bühne
Prof. Dr. Markus LindenZwischen der Musik eine Gesprächsrunde mit Politikwissenschaftler Prof. Dr. Markus Linden, Rechtsextremismusexperte von der Universität Trier und mit Mitgliedern von THE BUSTERS zur Zukunft der Demokratie, moderiert von Paulina Sommer.
Live-Musik von THE BUSTERS ! Ein Benefiz-Konzert für demokratisches Engagement
Wer wir sind?
Neustadt bleibt bunt ist eine überparteiliche Bürger:innen-Initiative, die sich seit 2023 gegen die Vereinnahmung des Hambacher Festes durch antidemokratische und verschwörungstheoretische Kräfte stellt. Wir stehen für eine offene und vielfältige Gesellschaft.
Unterstütze uns!
Die Versammlung wird ehrenamtlich organisiert, doch für Bühne und Technik brauchen wir deine finanzielle Unterstützung. Jeder Beitrag zählt!
Spendenkonto: Neustadt gegen Fremdenhass e.V.
IBAN: DE89 5465 1240 1000 5524 53
BIC: MALADES51DKH
Verwendungszweck: „Bunte Demokratie“Oder auch Spenden über https://www.betterplace.org/de/projects/151177
Mach mit!
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Bringt Plakate und Transparente mit!
Come as you are!Unterstützer und Förderer
Bitte informieren Sie sich über mögliche Änderungen und Ergänzungen am Programm des Solidarischen Frühlings auf dem Hambach-Blog https://hambacherfest1832.blog/
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Wirklich, wir leben in finsteren Zeiten – Nie wieder 33
Sonntag, 18.5.2025, 15:00 musikalisch-literarisches Programm im Rahmen des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ’25“
Wo? Festsaal der Buergyderuijtergallery, Maximilianstraße 35/35a, 67433 Neustadt
Wann? Sonntag,18.5.2025, 15:00 – 17:00 Uhr
Eintritt? frei, Spenden willkommenDas Programm
Mit dem Gedicht „An die Nachgeborenen” erinnert Bert Brecht aus dem Exil an das Versagen des Widerstandes gegen den aufkommenden Faschismus, benennt die faschistischen Verbrechen und richtet sein Wort an zukünftige Generationen.
Wir nehmen dieses Gedicht als Leitfaden für unser Programm mit Liedern und Texten von Bert Brecht, Hanns Eisler, Klaus Mann, Rose Ausländer, Konstantin Wecker, Theodor Kramer, Esther Bejarano u.a. sowie aktuellen eigenen Songs.
Veranstaltung des Freundeskreises Hambacher Fest 1832 im Rahmen des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ’25“. Das ganze Programm hier.
Danke für die freundliche Unterstützung durch die Galerie von Ingrid Buergy de Ruijter. Die Galerie ist am 18.5.2025 bereits ab 14 Uhr geöffnet, sonst Mi/Do und Sa/So jeweils von 15-18 Uhr.
Pressestimmen
„Die Schauspielerin Bettina Franke rezitiert, berichtet und singt mit klarer, Raum füllender, charismatischer Stimme. Bernd Köhler rahmt die Texte mit Liedern ein die unter die Haut gehen. Bertolt Brechts „Lied von der Moldau”, „Das Lied vom SA Mann” oder von Konstantin Wecker „SAG NEIN!”, sind passgenau. Joachim Romeis setzt mit seiner Geige wertvolle und eindringliche Akzente. Als Quintessenz entsteht ein Abend, wie er lebendiger und intensiver nicht sein kann.” CoKo in „Feudenheimer Nachrichten”, Oktober 2024.
„Dass es kein unterhaltsamer, sondern eher ein aufrüttelnder Abend wird, war dem Publikum von vornherein klar. Das Interesse war groß, die Veranstaltung ausverkauft. Was können wir tun, um Rechtsextremismus aufzuhalten?” Katja Geller in „Mannheimer Morgen”, Februar 2024.
Die Mitwirkenden
Bernd Köhler (Gesang, Gitarre) wurde in den 70er-Jahren durch Auftritte als politischer Liedermacher unter dem Namen „Schlauch” bundesweit bekannt und unterstützte mit seiner Kunst konkrete politische oder gewerkschaftliche Aktionen. Mit seinen aktuellen Programmen und der Gruppe ewo2 setzt er diese Tradition fort.
Bettina Franke arbeitet als selbstständige Schauspielerin an verschiedenen deutschen Theatern. Sie konzipiert vielfältige Literaturprogramme, oft in Zusammenarbeit mit Musikerinnen. Bettina engagiert sich gegen Rassismus und die zunehmend brutale Abschottung Europas. Mit Bernd Köhler hat sie schon In vielen Projekten zusammengearbeitet, zuletzt mit dem Bert Brecht-Programm „Oh! sagte Herr K.“
Joachim Romeis (Geige) spielt neben Engagements als klassischer Orchestermusiker In unterschiedlichen Jazz- und Klezmer-Ensembles. Seit 2015 arbeitet er mit Bernd Köhler in der Mannheimer Gruppe ewo2 zusammen.
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Aktuelle Beiträge auf dem Hambach-Blog
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Wirklich, wir leben in finsteren Zeiten – Nie wieder 332. Mai 2025
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Unterstützer des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ’25“29. April 2025
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Programm des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ’25“29. April 2025
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Über Versammlungsfreiheit und das Trommeln am Hambacher Schloss7. April 2025
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Aufruf zum „Solidarischer Frühling – Neustadt ’25“1. April 2025
- „Zerstörung des historischen Sinns durch kontinuierliche Erschütterung von grundlegendem Wissen“16. März 2025
#18052025 #1933 #2025 #BerndKöhler #BertBrecht #BettinaFranke #EstherBejarano #ewo2 #HannsEisler #JoachimRomeis #KlausMann #KonstantinWecker #Neustadt #RoseAusländer #SolidarischerFrühlingNeustadt2025 #TheodorKramer
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Unterstützer des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ’25“
- Der Aufruf zum „Solidarischen Frühling – Neustadt ’25“
- Das Programm des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ’25“
Engagierte Jugend Neustadt e.V. (EJN)
Die Engagierte Jugend Neustadt e.V. ist ein gemeinnütziger Jugendverein aus Neustadt an der Weinstraße. Wir setzen uns ein für Jugendkultur, Natur- und Umweltschutz, Völkerverständigung, sowie politische und gesellschaftliche Teilhabe. Der Verein ist Träger des Jugendzentrums in der Gerichtstraße 6a.
https://ejnnw.de/ – https://rheinneckar.social/@ejn
Freundeskreis Hambacher Fest 1832
Der in der Rhein-Neckar-Region beheimatete Freundeskreis Hambacher Fest 1832 gründete sich 2018. Er setzt sich für die Vernetzung von Initiativen der demokratischen Zivilgesellschaft in der gesamten Region ein, um die Verankerung des Hambacher Festes von 1832 in der deutschen und europäischen Demokratiegeschichte zu stärken.
Was ist der Freundeskreis Hambacher Fest 1832?
Friedensinitiative e.V. Neustadt an der Weinstraße
1981 hatten sich Menschen aus Neustadt und umliegenden Ortschaften zu einer sogenannten „Initiative für den Frieden“ zusammengeschlossen. Hintergrund war der NATO-Doppelbeschluss vom 12. Dezember 1979. Vier Jahre später, am 6. November 1985, gründeten Mitglieder dieser Initiative einen eingetragenen Verein, der in diesem Jahr seit 40 Jahren Maßnahmen, die dem Frieden und der Völkerverständigung dienen, fördert und durchführt.
http://www.friedensforum-neustadt.de/
Neustadt bleibt bunt
Neustadt Bleibt Bunt ist eine überparteiliche Bürger:innen-Initiative, die sich seit 2023 gegen die Vereinnahmung des Hambacher Festes durch antidemokratische und verschwörungstheoretische Kräfte stellt. Wir stehen für eine offene und vielfältige Gesellschaft. 2024 haben wir am Pfingstsamstag eine Demonstration und Kundgebung von Hambach auf das Hambacher Schloss organisiert, 2025 führen wir das Konzert mit The Busters am Fr. 6.6.2025 auf dem Marktplatz in Neustadt durch.
https://www.neustadtgegenfremdenhass.de/index.php/neustadt-bleibt-bunt
OMAS GEGEN RECHTS Neustadt/Weinstraße
Die OMAS GEGEN RECHTS aus Neustadt an der Weinstraße haben sich im Kontext der großen Demonstrationen nach der Correctiv-Recherche im Januar 2024 gegründet. Im Dezember 2024 erhieten sie den „Brückenpreis“ der Landesregierung Rheinland-Pfalz für ihr „bürgerschaftliches Engagement gegen soziale Benachteiligung, Ausgrenzung, Hass und Diskriminierung“.
https://www.facebook.com/OmasgegenRechts.NW/ https://www.instagram.com/omasgegenrechts.nw/
Regionales Bündnis gegen Rechts Neustadt
Das regionale Bündnis gegen Rechts ist ein Zusammenschluss von Organisationen, Initiativen und Privatpersonen in und um Neustadt, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: gewaltfrei gegen Rechtsradikalismus, Faschismus, Antisemitismus, Rassismus, völkisches Denken, Verschwörungserzählungen und menschenverachtenden Marktradikalismus vorzugehen. Es vereint heute 14 Organisationen und Initiativen.
https://www.buendnis-gegen-rechts-neustadt.de/
Wir bedanken uns bei …
… Ingrid Bürgy-de Ruijter für die Überlassung des Festsaals ihrer Galerie in der Maximilianstr. 35/35a am Sonntag den 18.5.2025, 15 Uhr
… Michael Kaltenegger für die Möglichkeit den Film „Antifa – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte“ am 4.6.2025, 19 Uhr im Roxy-Kino zu zeigen.
… THE BUSTERS für ihren solidarischen Auftritt ohne Gage am Freitag den 6.6.2025, ab 16:00 Uhr auf dem Marktplatz in Neustadt.
… der Musikgruppe „bunt & laut“ aus Karlsruhe für ihre musikalische Bereicherung unseres Abschlussevents „Demokratie:Fest!“ am Pfingstsonntag, 8.6.2025, ab 11 Uhr auf dem Platz vor dem alten Rathaus in Hambach.
… und den Vielen, die solidarisch an der Vorbereitung und Durchführung des Programms mitwirken.
Bitte informieren Sie sich über mögliche Änderungen und Ergänzungen am Programm
des solidarischen Frühlings auf dem Hambach-Blog
https://hambacherfest1832.blog/Aktuelle Beiträge auf dem Hambach-Blog
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Unterstützer des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ’25“29. April 2025
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Programm des „Solidarischen Frühlings – Neustadt ’25“29. April 2025
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Über Versammlungsfreiheit und das Trommeln am Hambacher Schloss7. April 2025
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Solidarischer Frühling – Neustadt ’251. April 2025
- „Zerstörung des historischen Sinns durch kontinuierliche Erschütterung von grundlegendem Wissen“16. März 2025
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Auseinandersetzungen um die Rolle der „Antifa“ bei der Uffbasse-Demonstration in Neustadt am 8.2.20257. März 2025
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