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Peter möge aufhören, ins Abteil zu furzen!
Wie soll man sein Smartphone benennen? Wenn wir im Zug sitzen, sehen wir, wie die grosse Mehrheit diese Frage handhabt: Sie übernimmt die Standardeinstellung. Das führt dazu, dass wir einen Eindruck davon bekommen, wer mit uns unterwegs ist – denn «Peters iPhone» wird wohl Peter gehören, vermutlich.
Ich bin mir ziemlich sicher, wer Deb ist.Das ist amüsant, weil wir auf die Idee kommen könnten, einmal überdeutlich Dinge zu äussern wie: Peter müsse endlich aufhören, quer durch den Waggon zu furzen oder unserer Freundin heimlich anzügliche Whatsapps zu schicken.
Wie wir per WLAN getrackt werden können
Neulich las ich auf Twitter die Behauptung, das sei ein Sicherheitsrisiko. Ist es das?
Unzweifelhaft ist es das, wenn Leute nicht nur ihren Vor-, sondern auch den Nachnamen auf diese Weise öffentlich zugänglich machen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die SSIDs der Netzwerke im öffentlichen Raum systematisch getrackt werden. Das Wardriving ist seit den Anfängen der Drahtlos-Netzwerke ein Thema, und es gibt das Wifi Sensing, bei dem anhand der WLAN-Signale die Anwesenheit von Personen und deren Bewegungsmuster analysiert werden. Die Uni Bern entwickelt ein solches Projekt mit öffentlichen Fördergeldern:
Die Forschenden sammeln die von den Smartphone-Sensoren übermittelten Daten und Angaben zur Wi-Fi-Signalstärke. Diese Informationen werden dann von mehreren maschinellen Lernalgorithmen verarbeitet. «Der nächste Schritt ist dann die Bestimmung des Ortes, den die Nutzer ansteuern», sagt Braun. «Das könnte beispielsweise für Einkaufszentren oder Bahnhöfe interessant sein.»
Typischerweise wird versprochen, solche Datensammlungen würden anonymisiert. Und auch wenn ich keine Anzeichen gefunden habe, dass das im grossen Stil passiert, wäre es denkbar, dass Leute auf die Idee kommen, dieses Tracking im grösseren Stil zu betreiben, und die Daten auf Individuen bzw. deren Geräte heruterzubrechen.
Eine (kleine) Angriffsfläche für Betrüger
Das eigentliche Problem scheint mir indes das Social Engineering zu sein: Wenn ein Betrüger den (Vor-)Namen einer Person herausfindet und deren Sprache kennt (der Name des Hotspots gibt einen Hinweis auf die Spracheinstellung), lässt sich das für eine gezielte Ansprache nutzen. Das eingangs erwähnte Beispiel mit Peter, dem furzenden Zugfahrer, gibt einen Eindruck davon. Ein echter Betrüger würde das Wissen natürlich subtiler nutzen; beispielsweise mit der Behauptung, man kenne sich bereits.
Aber lassen wir die Kirche im Dorf: Im Vergleich zu anderen Sicherheitsrisiken wie schwachen Passwörtern oder Leichtgläubigkeit bei Phishing-Mails ist das Risiko gering. Auf Twitter deswegen Alarmstimmung zu verbreiten, ist übertrieben.
Nützts nüt, so schads nüt¹
Aber zwei kleine Tipps für den Alltag lassen sich trotzdem ableiten:
- Es lohnt sich, den persönlichen Hotspot abzuschalten, wenn er nicht benötigt wird. (Allein deswegen, weil man ihn der nächsten Verwendung mutmasslich sowieso ab- und wieder anschalten muss.)
- Es ist sinnvoll, das Smartphone neutral zu benennen: Damit lässt sich ein kleines Risiko mit minimalem Aufwand reduzieren.
In den Einstellungen des iPhones wird die Bezeichnung bei Allgemein > Info > Name vergeben. Bei Android variiert die Vorgehensweise wie üblich je nach Hersteller und Modell. Beim Pixel Pro 8 findet sich die Option in den Einstellungen unter Über das Smartphone > Gerätename. Unter Netzwerk & Internet > Hotspot & Tethering > WLAN-Hotspot lässt sich der Name des Hotspots direkt anpassen. Google verwendet standardmässig eine nichtssagende Bezeichnung wie Pixel_9139.
Und wo wir schon dabei sind: Bei Windows wird der Name in den Einstellungen unter System (am Anfang der Liste) hinterlegt. Beim Mac werden wir in den Systemeinstellungen im Abschnitt Allgemein via Info fündig.
Fussnoten
1) 🇩🇪🇦🇹: Nützt es nichts, so schadet es auch nicht. ↩
#Datenschutz #schnellerIPhoneTrick -
Eine Auszeit vom iPhone nehmen
Es ist schwierig, die Finger vom Smartphone zu lassen. Apple hält mehrere Methoden für Disziplinierungsversuche bereit:
- Via Bildschirmzeit richten wir App-Limiten ein. Ich versuche auf diesem Weg, die Nutzung der sozialen Medien auf ein verträgliches Limit zu senken.
- Es gibt die Fokus-Einstellung. Die steuert, was auf dem Homescreen zu sehen ist. Wir richten uns also einen Fokus ein, der nur die unbedingt notwendigen Apps bereithält.
- Und es gibt die Funktion Auszeit: Sie sperrt alle Apps, bis auf ganz wenige.
Hier soll es um diese letzte Möglichkeit gehen. Denn was mich angeht, funktionieren die Methoden 1 und 2 nur bedingt: Wenn ich zum iPhone greife und mein Limit für Bluesky und Mastodon bereits ausgeschöpft habe, nehme ich Zuflucht zu einem Spiel. Diese könnten wir separaten Beschränkungen unterwerfen. Doch wenn keine Spiele zur Verfügung stehen, surfen wir halt oder stellen ChatGPT irgendwelche Fragen. Ein Fokus löst dieses Dilemma nicht. Denn via Task-Switcher sind die wichtigen Apps greifbar, selbst wenn sie vom Homescreen verbannt wurden.
Hilft in solchen Fällen radikale dritte Methode? Theoretisch vielleicht, aber praktisch ist die Auszeit (Englisch: Downtime) nicht vernünftig zu benutzen – zumindest, was mich angeht. Ich fände es nützlich, wenn sie ad hoc für eine bestimmte Dauer aktiviert werden könnte: Wir könnten das Telefon für die Dauer eines Nachtessens mit der Familie, einem Freund oder einer Freundin ausser Gefecht setzen – oder dann, wenn wir eine Fernsehsendung verfolgen möchten, aber den Versuchungen des Second Screens erliegen.
Das gröbste Manko der Auszeit ausbügeln
Doch genau dafür taugt sie nicht. Sie lässt sich nicht für eine bestimmte Zeitdauer aktivieren. In den Einstellungen bei Bildschirmzeit > Auszeit wird sie sich über die Option Geplant an allen oder bestimmten Tagen für eine gewisse Zeitspanne einrichten. Es gibt hier zwar auch den Knopf Auszeit bis morgen aktivieren. Aber der ist für den spontanen Gebrauch zu wenig leicht zugänglich. Denn wenn man ihn mal brauchen könnte, erinnert man sich typischerweise nicht mehr so genau, wo man ihn suchen müsste.
Dieser Kurzbefehl führt vom Homescreen direkt zum Auszeit-Schalter.Für dieses Problem verrät uns Reddit eine Lösung: Wir richten einen Shortcut auf dem Homescreen ein, der direkt zur besagten Einstellung führt. Und so geht es:
- Wir öffnen die App Kurzbefehle und tippen aufs Plus-Symbol.
- Bei Aktion suchen geben wir
URLein und fügen diese Aktion unserem neuen Kurzbefehl hinzu. - Im Textfeld hinterlegen wir folgende Adresse:
prefs:root=SCREEN_TIME&path=DOWNTIME - Dann fügen wir die Aktion URLs öffnen der Aktion hinzu.
- Über das Dropdown-Menü im Titel geben wir dem Kurzbefehl einen passenden Namen.
- Und im gleichen Menü betätigen wir den Befehl Zum Home-Bildschirm.
Das vereinfacht es massiv, eine Auszeit zu nehmen: Wir starten den Kurzbefehl und tippen auf Auszeit bis morgen aktivieren. Und das wars schon.
Nun liegt euch ein Einwand auf der Zunge: Der ganze Zinnober bringt nichts, weil ihr in aller Regel die Auszeit nur für eine bestimmte Dauer, jedoch nicht für den ganzen restlichen Tag, einschalten wollt. Das stimmt und geht mir auch so. Doch wenn die Auszeit läuft, lässt sie sich über den gleichen Kurzbefehl jederzeit beenden, und zwar über den gleichen Knopf, der nun Auszeit deaktivieren heisst.
Trotz allem nutzlos – oder?
So sieht es aus, wenn sich das iPhone im Auszeit-Modus befindet.Die Frage ist berechtigt, was die Funktion bringen soll, wenn sie sich so leicht aushebeln lässt. Auch während die Auszeit läuft, lässt sie sich in einzelnen Apps über den Knopf Limit ignorieren umgehen. Das ist ein Schlupfloch so gross wie ein Scheunentor. Ich frage mich, was sich die Entwickler bei dieser Sache gedacht haben.
Vermutlich wollten sie die Nutzerinnen und Nutzer nicht verärgern. Sicherlich wird auch eine Diskussion um Notfälle entbrannt sein: Zwar ist die Telefon-App auch während der Auszeit zugänglich, sodass das Argument, man müsse die Feuerwehr, den Krankenwagen und die Polizei rufen können, nicht zählt. Aber es sind andere Situationen denkbar. Vielleicht müssen wir unvermittelt herausfinden, wo sich die nächste Notfallapotheke befindet oder wie unsere AHV-Nummer lautet. Oder wir müssen dringend eine Twint-Transaktion auslösen. Ein hartes App-Limit wäre dann nicht tödlich, aber eine zusätzliche Widrigkeit in einer bereits schwierigen Lage.
Die Moralkeule hilft
Gibt es eine Lösung für dieses Dilemma? Ich finde die Forest-App nach wie vor toll: Sie arbeitet mit der Moralkeule. Wir können uns zwar über unsere eigenen Grenzen hinwegsetzen, aber wir zahlen einen Preis dafür: In der App sind unsere schwachen Momente in Gestalt verdorrter Bäume für alle Ewigkeit sichtbar.
Effektiver sind vermutlich physische Hemmnisse: Wir sperren unser Smartphone in der Schreibtischschublade ein und legen den Schlüssel woanders hin, sodass wir nicht so leicht an ihn herankommen. Ich suche nach einer Box, in der ich das Telefon einsperre. Idealerweise mit Zeitschaltuhr, dass ich nach der selbst verordneten Auszeit ohne grosses Tamtam wieder seiner habhaft werde. Auch sinnvoll wäre eine Lademöglichkeit in der Box und ein transparentes Gehäuse, dass man wichtige Mitteilungen dennoch einsehen könnte. Falls mir jemand einen guten Tipp hat, freue ich mich über einen Kommentar!
#schnellerIPhoneTrick