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محمد بن زايد بن سلطان آل نهيان, der Boss der Vereinigten Arabischen Emirate
Als Extradienst-Leser*in wissen Sie, dass der Grossmacht gewordene Zwergstaat Vereinigte Arabische Emirate hier mehr Aufmerksamkeit bekommt, als in der Mehrheit deutschsprachiger Massenmedien. Anders als die haben wir Zeit und Platz. Der Mr. Zayid Al Nahyan muss sich um fast alles kümmern – so ist das in einem Feudalstaat – und das hat ihn mächtig, mächtig reich und mächtig humorlos gemacht. Der Arme.
Wenig zum Lachen ist ihm zumute, wenn die Rede auf seinen grossen Rivalen محمد بن سلمان بن عبد العزيز آل سعود, den Boss von Saudi-Arabien kommt. Beim gemeinsam betriebenen Völkermord im Jemen haben sich die beiden überworfen. MBZ betreibt im Jemen, im Sudan und in Libyen eigene Lieblingsmilizen, weil er von MBS die Nase voll hat.
Ebenso wenig amüsiert ist er über seinen Vizepräsidenten, den Chef von Dubai, محمد بن راشد آل مكتوم (Muhammad bin Rāschid Āl Maktūm), den er 2008 aus einer Staatspleite rauspauken musste, und der auch sonst mit seinen Frauen und Töchtern geschäftsschädigende Schlagzeilen produzierte.
Nicht nur an den Orten seiner Völkermorde hinterlässt MBZ tiefe Spuren. Auch – warum wundert mich das nicht? – im Agrarhaushalt der EU. Es versteht sich von selbst, dass das Lobbyorgan deutscher Agrarindustrie, zu dessen grossen Anteilseignern der Bayerische Bauernverband, das “Landvolk” sowie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Waldbesitzerverband Niedersachsen zählen, betonen muss, wie “legal” das Treiben der EU mit MBZ ist.
Ein bisschen mehr erfahren Sie hier in einem “Leitmedium für institutionelle Geldanlage” (also nichts, was Sie oder mich was angeht 😉 ) Oder bei Stephan Roll/SWP: “Staatsfonds und Außenpolitik – Wie Saudi-Arabien, die VAE und Katar in ihre Macht investieren”. Das haben wir mit unseren Steuern sogar mitbezahlt.
Demütigend der aktuelle Verlauf des Fussballinvestments: dieser englische VAR-Vorgang kann von seiner Exzellenz nur als klar adressierte Aggression verstanden werden. Dieser Oligarch wird seiner Exzellenz vorgezogen. Ist das tolerabel?
Was ich dennoch bis heute nicht wusste, ist ein heisses Detail aus der Benko-Pleite. Wurde sie nicht auf dem Medienboulevard rauf und runter ausgelutscht. Warum werden so viele Gläubiger*innen in die Röhre gucken? Von den “freigesetzten” tausenden Lohnabhängigen ganz zu schweigen. Weil sich der dickste Fisch schon gütlich getan hat. Er hat halt die teuersten Anwaltsarmeen (ob er dafür auch Frauen nimmt? Keine Ahnung).
Emran Feroz/overton: “Austrian Corruption: Wie der Benko-Sumpf immer tiefer wird – Weite Teile der politischen Landschaft Österreich waren eng mit René Benko verbandelt. Nun fanden auch Hausdurchsuchungen bei Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer statt. Über einen Imageschaden für die Republik, der kaum noch zu retten ist.”
Das fehlte ja gerade noch: sich als Emir der VAE von so einem korrupten europäischen Zwergstaat langmachen zu lassen! Nicht auszudenken: wer sich von diesen Provinzdeppen – oder von diesen (“Neue Grenzüberschreitungen”) – verarschen liesse, würde sich unter den Superreichen der Welt unmöglich machen.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
محمد بن زايد بن سلطان آل نهيان, der Boss der Vereinigten Arabischen Emirate
Als Extradienst-Leser*in wissen Sie, dass der Grossmacht gewordene Zwergstaat Vereinigte Arabische Emirate hier mehr Aufmerksamkeit bekommt, als in der Mehrheit deutschsprachiger Massenmedien. Anders als die haben wir Zeit und Platz. Der Mr. Zayid Al Nahyan muss sich um fast alles kümmern – so ist das in einem Feudalstaat – und das hat ihn mächtig, mächtig reich und mächtig humorlos gemacht. Der Arme.
Wenig zum Lachen ist ihm zumute, wenn die Rede auf seinen grossen Rivalen محمد بن سلمان بن عبد العزيز آل سعود, den Boss von Saudi-Arabien, kommt. Beim gemeinsam betriebenen Völkermord im Jemen haben sich die beiden überworfen. MBZ betreibt im Jemen, im Sudan und in Libyen eigene Lieblingsmilizen, weil er von MBS die Nase voll hat.
Ebenso wenig amüsiert ist er über seinen Vizepräsidenten, den Chef von Dubai, محمد بن راشد آل مكتوم (Muhammad bin Rāschid Āl Maktūm), den er 2008 aus einer Staatspleite rauspauken musste, und der auch sonst mit seinen Frauen und Töchtern geschäftsschädigende Schlagzeilen produzierte.
Nicht nur an den Orten seiner Völkermorde hinterlässt MBZ tiefe Spuren. Auch – warum wundert mich das nicht? – im Agrarhaushalt der EU. Es versteht sich von selbst, dass das Lobbyorgan deutscher Agrarindustrie, zu dessen grossen Anteilseignern der Bayerische Bauernverband, das “Landvolk” sowie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Waldbesitzerverband Niedersachsen zählen, betonen muss, wie “legal” das Treiben der EU mit MBZ ist.
Ein bisschen mehr erfahren Sie hier in einem “Leitmedium für institutionelle Geldanlage” (also nichts, was Sie oder mich was angeht 😉 ) Oder bei Stephan Roll/SWP: “Staatsfonds und Außenpolitik – Wie Saudi-Arabien, die VAE und Katar in ihre Macht investieren”. Das haben wir mit unseren Steuern sogar mitbezahlt.
Demütigend der aktuelle Verlauf des Fussballinvestments: dieser englische VAR-Vorgang kann von seiner Exzellenz nur als klar adressierte Aggression verstanden werden. Dieser Oligarch wird seiner Exzellenz vorgezogen. Ist das tolerabel?
Was ich dennoch bis heute nicht wusste, ist ein heisses Detail aus der Benko-Pleite. Wurde sie nicht auf dem Medienboulevard rauf und runter ausgelutscht? Warum werden so viele Gläubiger*innen in die Röhre gucken? Von den “freigesetzten” tausenden Lohnabhängigen ganz zu schweigen. Weil sich der dickste Fisch schon gütlich getan hat. Er hat halt die teuersten Anwaltsarmeen (ob er dafür auch Frauen nimmt? Keine Ahnung).
Emran Feroz/overton: “Austrian Corruption: Wie der Benko-Sumpf immer tiefer wird – Weite Teile der politischen Landschaft Österreich waren eng mit René Benko verbandelt. Nun fanden auch Hausdurchsuchungen bei Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer statt. Über einen Imageschaden für die Republik, der kaum noch zu retten ist.”
Das fehlte ja gerade noch: sich als Emir der VAE von so einem korrupten europäischen Zwergstaat langmachen zu lassen! Nicht auszudenken: wer sich von diesen Provinzdeppen – oder von diesen (“Neue Grenzüberschreitungen”) – verarschen liesse, würde sich unter den Superreichen der Welt unmöglich machen.
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محمد بن زايد بن سلطان آل نهيان, der Boss der Vereinigten Arabischen Emirate
Als Extradienst-Leser*in wissen Sie, dass der Grossmacht gewordene Zwergstaat Vereinigte Arabische Emirate hier mehr Aufmerksamkeit bekommt, als in der Mehrheit deutschsprachiger Massenmedien. Anders als die haben wir Zeit und Platz. Der Mr. Zayid Al Nahyan muss sich um fast alles kümmern – so ist das in einem Feudalstaat – und das hat ihn mächtig, mächtig reich und mächtig humorlos gemacht. Der Arme.
Wenig zum Lachen ist ihm zumute, wenn die Rede auf seinen grossen Rivalen محمد بن سلمان بن عبد العزيز آل سعود, den Boss von Saudi-Arabien, kommt. Beim gemeinsam betriebenen Völkermord im Jemen haben sich die beiden überworfen. MBZ betreibt im Jemen, im Sudan und in Libyen eigene Lieblingsmilizen, weil er von MBS die Nase voll hat.
Ebenso wenig amüsiert ist er über seinen Vizepräsidenten, den Chef von Dubai, محمد بن راشد آل مكتوم (Muhammad bin Rāschid Āl Maktūm), den er 2008 aus einer Staatspleite rauspauken musste, und der auch sonst mit seinen Frauen und Töchtern geschäftsschädigende Schlagzeilen produzierte.
Nicht nur an den Orten seiner Völkermorde hinterlässt MBZ tiefe Spuren. Auch – warum wundert mich das nicht? – im Agrarhaushalt der EU. Es versteht sich von selbst, dass das Lobbyorgan deutscher Agrarindustrie, zu dessen grossen Anteilseignern der Bayerische Bauernverband, das “Landvolk” sowie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Waldbesitzerverband Niedersachsen zählen, betonen muss, wie “legal” das Treiben der EU mit MBZ ist.
Ein bisschen mehr erfahren Sie hier in einem “Leitmedium für institutionelle Geldanlage” (also nichts, was Sie oder mich was angeht 😉 ) Oder bei Stephan Roll/SWP: “Staatsfonds und Außenpolitik – Wie Saudi-Arabien, die VAE und Katar in ihre Macht investieren”. Das haben wir mit unseren Steuern sogar mitbezahlt.
Demütigend der aktuelle Verlauf des Fussballinvestments: dieser englische VAR-Vorgang kann von seiner Exzellenz nur als klar adressierte Aggression verstanden werden. Dieser Oligarch wird seiner Exzellenz vorgezogen. Ist das tolerabel?
Was ich dennoch bis heute nicht wusste, ist ein heisses Detail aus der Benko-Pleite. Wurde sie nicht auf dem Medienboulevard rauf und runter ausgelutscht? Warum werden so viele Gläubiger*innen in die Röhre gucken? Von den “freigesetzten” tausenden Lohnabhängigen ganz zu schweigen. Weil sich der dickste Fisch schon gütlich getan hat. Er hat halt die teuersten Anwaltsarmeen (ob er dafür auch Frauen nimmt? Keine Ahnung).
Emran Feroz/overton: “Austrian Corruption: Wie der Benko-Sumpf immer tiefer wird – Weite Teile der politischen Landschaft Österreich waren eng mit René Benko verbandelt. Nun fanden auch Hausdurchsuchungen bei Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer statt. Über einen Imageschaden für die Republik, der kaum noch zu retten ist.”
Das fehlte ja gerade noch: sich als Emir der VAE von so einem korrupten europäischen Zwergstaat langmachen zu lassen! Nicht auszudenken: wer sich von diesen Provinzdeppen – oder von diesen (“Neue Grenzüberschreitungen”) – verarschen liesse, würde sich unter den Superreichen der Welt unmöglich machen.
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Die SZ thematisiert es heute mal wieder, selbstverständlich digital eingemauert für ihre solventen Abonnent*inn*en: “Umstrittene Kredite: Es riecht nach Finanzkrise – Schattenbanken haben Kredite in Billionenhöhe vergeben. Erste Unternehmen fallen aus, Fonds müssen die Rückgabe aussetzen. Jetzt redet die Finanzbranche über zwei unappetitliche Dinge: einen Crash – und Kakerlaken.” So geht es nun schon seit Monaten. Oder gar Jahren? Sicher ist: es wird kommen. Nur wann? Und wer weiss es zuerst?
Ex-taz-Redakteur Felix Lee schreibt hinter der gleichen Mauer – “Lesedauer 16 Minuten” – das hier: “Billiger Strom ist Chinas groser Trumpf im KI-Wettlauf … Während US- und EU-Rechenzentren unter Kosten und Engpässen leiden, baut China im Rekordtempo aus …” Dä.
Und jetzt stellen wir uns mal ganz dumm. Wie hängt das mit Trumps und Netanyahus Irankrieg zusammen? Wollen sie die Blase jetzt platzen lassen? Und sich, weil sie es vorher wissen, an den Monsterspekulationsgewinnen laben? Ich weisses doch auch nicht. Doch mittlerweile müssen wir alles für möglich halten.
Und hier können Sie es paywallfrei lesen:
Tomasz Konicz/Jungle World: “KI-Blase: Kapitale Kannibalen – Das disruptive Potential der KI-Entwicklung manifestiert sich bereits deutlich in der wachsenden Labilität der Finanzmärkte in den USA.”
Und eine medial unterbelichtete Ergänzung zu den Mördern und Kriegsstrategen gibt es hier:
Stephan Roll/Qantara: “Angriff auf Iran: Wollten die Saudis diesen Krieg? – Saudi-Arabiens Kalkül könnte ein anderes sein, als viele denken. Zwar fliegen Raketen und Drohnen auf Doha, Dubai und auch auf Riad. Doch einiges spricht dafür, dass sich das Königreich vom Irankrieg auch Vorteile erhofft.”
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Die SZ thematisiert es heute mal wieder, selbstverständlich digital eingemauert für ihre solventen Abonnent*inn*en: “Umstrittene Kredite: Es riecht nach Finanzkrise – Schattenbanken haben Kredite in Billionenhöhe vergeben. Erste Unternehmen fallen aus, Fonds müssen die Rückgabe aussetzen. Jetzt redet die Finanzbranche über zwei unappetitliche Dinge: einen Crash – und Kakerlaken.” So geht es nun schon seit Monaten. Oder gar Jahren? Sicher ist: es wird kommen. Nur wann? Und wer weiss es zuerst?
Ex-taz-Redakteur Felix Lee schreibt hinter der gleichen Mauer – “Lesedauer 16 Minuten” – das hier: “Billiger Strom ist Chinas groser Trumpf im KI-Wettlauf … Während US- und EU-Rechenzentren unter Kosten und Engpässen leiden, baut China im Rekordtempo aus …” Dä.
Und jetzt stellen wir uns mal ganz dumm. Wie hängt das mit Trumps und Netanyahus Irankrieg zusammen? Wollen sie die Blase jetzt platzen lassen? Und sich, weil sie es vorher wissen, an den Monsterspekulationsgewinnen laben? Ich weisses doch auch nicht. Doch mittlerweile müssen wir alles für möglich halten.
Und hier können Sie es paywallfrei lesen:
Tomasz Konicz/Jungle World: “KI-Blase: Kapitale Kannibalen – Das disruptive Potential der KI-Entwicklung manifestiert sich bereits deutlich in der wachsenden Labilität der Finanzmärkte in den USA.”
Und eine medial unterbelichtete Ergänzung zu den Mördern und Kriegsstrategen gibt es hier:
Stephan Roll/Qantara: “Angriff auf Iran: Wollten die Saudis diesen Krieg? – Saudi-Arabiens Kalkül könnte ein anderes sein, als viele denken. Zwar fliegen Raketen und Drohnen auf Doha, Dubai und auch auf Riad. Doch einiges spricht dafür, dass sich das Königreich vom Irankrieg auch Vorteile erhofft.”