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#kopenawa — Public Fediverse posts

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  1. Gestern waren wir bei einer interessanten Veranstaltung in Neukölln. Es gab einen Film über die #Yanomami und insbesondere den Klimaaktivisten und Schamanen Davi #Kopenawa, der mit Bruce Albert ein sehr großes Buch geschrieben hat, das ich wirklich sehr empfehlen kann.

    Davi Kopenawa/Bruce Albert: Der Sturz des Himmels. 970 Seiten Matthes&Seitz.
    Hier etwas mehr dazu bei Interesse:
    martinzaehringer.com/politisch

    Der Film, der offensichtlich sehr für den Zweck des Abends gekürzt war, hatte zwei interessante Überraschungsmomente:
    Im Film zeigen die Yanomami-Aktivisten vom Amazonas einmal eine Drohnenaufnahme von einem illegalen Goldgräberlager im Gebiet der Yanomami. Was denkt ihr bei diesem Begriff? Ich dachte immer eher so an Abenteurer im Westernstil, die Goldnuggets im Fluss schürfen. Nein, die Aufnahme zeigt riesige Bagger, ausgebaggerte Schlammwüsten, ein Goldbergwerk praktisch, vollindustriell illegal und an verantwortlicher Stelle wissen es alle. Und die Person von Survival International, der sie den FIlm zeigten, war sehr überrascht, so groß hatte selbst sie sich das nicht vorgestellt. In dieser HInsicht haben die Bilder wirklich etwas verändert in unserer Vorstellung, obwohl wir das Buch gelesen haben.

    Im Film folgen wir auch dem Aktivisten Davi Kopenawa durch verschiedene Stationen der westlichen Welt, er hält nichts von unserer urbanen Zivilisation, das wird klar. Die tollen Pflanzen im Park hält er zum Beispiel für Gefangene, jeder Baum isoliert. Klar, Urwald haben wir nicht. Aber wir sollen eben auch nicht seinen zerstören. Aber dann, als er in Versailles herumgeführt wurde und das ganze Gold an den Wändenr und Decken sah, da sagte er: "Ich will nicht, dass ihr hier ein Foto von mir macht. Das ist das Blut meiner Ahnen, ich bin sehr schockiert". Gefilmt wurde er doch, und man sieht es ihm an, und es ist wirklich das Blut seiner Ahnen.

    Der Ort in Neukölln selbst kommt mir komisch vor. Eine private Stiftung hat da zwei sehr teure Imobilien aufgebaut und gibt jedes Jahr 12 Millionen aus. In dem einen soll Biokultur repräsentiert werden (Womöglich halten sie die Yanomami für eine Biokultur?) und das Programm soll in enger Abstimmung mit den Stiftern entwickelt werden. Das Personal ist typisch Berlin Neukölln.

    Das zweite Projekt soll angeblich den Journalismus fördern. Diese Dinge entstehen zur gleichen Zeit, in der die taz gerade ihre Printausgabe abwickelt. Zufall? Jetzt können die ausgeschiedenen tazler ja zur Stiftung in Neukölln gehen und sich Studios mieten und sich mit ganz tollen jungen MedienStartUps vernetzen und Storytelling in tollen Studios machen. Kommt mir alles komisch vor.
    Ein intersektionales Bündnis mit dem Kapital?

    Nun ja, der Geist der Zeit, aber das Buch von Davi Kopenawa solltet ihr lesen, wenn ihr etwas mit poetischer Philosophie und Ethnographie und Widerstand gegen Goldräuber und indigenen Kollaborationen anfangen könnt, in gutem altem linkem Verstand.