#gestrichen — Public Fediverse posts
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Freitag - Es scheint zur Gewohnheit zu werden, dass ich weit vor dem Wecker wach werde. Das nervt... Also wieder in sprichwörtlich schlafwandlerischer Sicherheit gähnend die Heilige Dreifaltigkeit von Rasierer, Zahnbürste und Kaffeemaschine abarbeiten. Im Büro bleibt es einigermaßen ruhig, abgesehen von den Leuten, die doch tatsächlich glauben, ich würde nochmal ausbilden, und den Leuten, die mir ihre beruflichen Probleme in der Hoffnung erzählen, dass ich sie lösen kann. Nun, ich bin in beiden Fällen der falsche Ansprechpartner. Außerdem müssen noch Dinge organisiert werden, immerhin gehe ich sehr bald in Pension. Und ich stresse mich sicherlich auf die letzten Tage nicht mehr.
Zuhause ist es gemütlicher. Die Vorräte für das Wochenende werden aufgestockt, Fruchtfliegen gnadenlos gejagt und ein Roman zu Ende gelesen.
#amEndedesTages muss ich eine Entscheidung treffen: Welches Buch pflücke ich als nächstes aus dem Regal? Ich glaube, ich entscheide mich für etwas historisches: Der Kurier des Zaren von Jules Verne in einer prächtigen Schmuckausgabe lächelt mich schon seit Tagen an... Also, ab auf das Sofa und rein in die Geschichte!
Morgen werden die Vorbereitungen getroffen für einen kleinen Garagenflohmarkt. Es gibt Kinderklamotten, Bücher (erstaunlicherweise) und allerhand andere interessante Dinge, die ein neues Zuhause suchen.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch (Trommelwirbel!) 25. -
Donnerstag - warum werde ich wieder viel zu früh wach? Ich verstehe es nicht... Na gut, dann eben wieder ein bisschen mehr Sport. Es kann ja nicht schaden.
Die Hoffnung auf einen Routinetag im Büro verflüchtigt sich mit einem Blick auf die Datenbanken. Die Darstellung gewisser Daten ist dezent verschoben und verschiebt sich noch weiter, wenn man sich in der Datenbank bewegt. Letztlich haben zwei ähnliche, aber doch unterschiedliche Berechnungsmodelle miteinander konkurriert und im Ergebnis ziemlichen Müll ausgeworfen. Mit der Korrektur bin ich für den Rest des Arbeitstages beschäftigt. Zuhause wird es dafür ein bisschen ruhiger. Taxidienst für einen Pferdefreak, ein langes Gespräch über Zukunftsaussichten, Ziele und Selbstvertrauen und dann noch ein bisschen Zeit mit dem alten Herrn. Familienleben eben, und das tut so richtig gut!
#amEndedesTages kehrt endgültig Ruhe ein. Das Sofa lockt, das Buch auch, und den Gipfel der Gemütlichkeit erreichen wir, als es draußen vernehmlich regnet, wir es aber drinnen warm, trocken und ausgesprochen kuschelig haben. Schön!
Morgen muss ich die Fehlerkorrektur von heute noch einmal kontrollieren, damit die Datenbanken korrekt laufen, wenn ich über das Wochenende nicht da bin. Und dann ist Wochenende. Jubel!
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 26. -
Mittwoch - Ich werde viel zu früh wach, ohne zu wissen, warum. Na gut... Noch ein bisschen dösen, dann aber raus aus den Federn und rein in den Tag. Den Frühsport kann ich heute ein bisschen ausdehnen, was meinen Rücken geradezu feiern lässt. Dann aber Rasierer - Zahnbürste - Kaffeemaschine. Das Büro sieht mich heute morgen nur kurz, dann bin ich schon auf dem Weg zum vorletzten Arzttermin in der Bundeswehr. Der Sehtest fällt einigermaßen zufriedenstellend aus. Ich bin eben keine 20 mehr, und die Karotten, die ich täglich futtere, scheinen auch nicht so wirklich geholfen zu haben. Aber dafür schmecken sie! Das ist doch schon was. Mit frischem Sehtest in der Tasche wird es Zeit für die Facharbeit. Immer wieder ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich das eine oder andere wohl bald weder tun werde, noch tun darf. Ich weiß noch nicht, ob ich mich darüber freuen soll...
Irgendwann ist aber auch dieser Arbeitstag zu Ende. Zuhause gebe ich die Kalesche des Schwiegervaters wieder zurück und fahre fürderhin meinen eigenen Familien-Laster wieder. Der steht mir auch besser!
#amEndedesTages muss ich unbedingt sehen, wie die Geschichte in meinem Roman weitergeht. Es ist doch so spannend! Und dann hoffe ich, morgen früh ein bisschen länger schlafen zu können.
Morgen wird ein Routine-Tag werden, ich erwarte keine Überraschungen. Das ist mir ganz recht.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 27. -
Dienstag - Weil der Schwiegervater Angst hat, dass es Schaden nimmt, wenn es so lange steht, fahre ich heute mit seinem Vehikel ins Büro. Ziemlich ungewohnt, aber Schwiegervaters Sorge ist unbegründet. Das Auto schnurrt wie ein Kätzchen. Sieht eben nur furchtbar aus und ich kann da drin nicht gut sitzen. Wir bearbeiten ihn, dass er das Auto verkauft, wenn er es doch sowieso kaum noch benutzt. Steter Tropfen und so... Eigentlich wollte ich heute nur zwei Vorträge machen und mehr nicht. Es wird dann doch mehr, weil mal wieder das Personal fehlt und ich Lücken füllen muss. Langweilig wird es jedenfalls nicht und die beiden Vorträge kommen beim Publikum gut an. Ich verbuche diesen Dienst-Tag als Erfolg. Zuhause darf ich mich dem süßen Nichtstun hingeben. Ich genieße einige Kapitel in meinem Roman, bevor mich die Pflicht wieder einholt und ich das Bürofutter für morgen vorbereite.
#amEndedesTages lese ich weiter, es ist gerade sehr spannend. Und draußen geht ein grauer Tag zu Ende, der leider kaum Regen brachte...
Morgen kehrt hoffentlich ein bisschen mehr Ruhe ein, sodass ich noch den einen oder anderen Termin stressarm wahrnehmen kann. Es ist kaum zu glauben, aber die tägliche Arbeit wird im Durchschnitt tatsächlich immer weniger.
Letze Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 28. -
Montag - die Nacht nach dem Sonntag ist zu kurz! Das ist wohl so eine Art Naturgesetz. Kannste nix machen. Außer gähnen... Der Kaffee tut sein möglichstes, und bis zum Büro bin ich halbwegs aufnahmefähig. Jedenfalls reicht es, um mich daran zu erinnern, dass ich noch ein paar Dinge zu organisieren habe. Der Vormittag besteht also im wesentlichen aus Small Talk, etwas Abstimmungsgespräch und einigen neuen Terminen im Kalender, die letztendlich darin münden werden, dass ich keine Uniform mehr tragen werde. Insgesamt also alles recht erfolgreich. Den Nachmittag im Büro verbringe ich mit der Vorbereitung von zwei kleinen Vorträgen, sehr wahrscheinlich die letzten, die ich noch halten werde. Der Weg nach Hause ist angenehm, nicht zu heiß und stellenweise ein bisschen feucht. Vom Regen hätten wir gerne noch ein bisschen mehr bekommen dürfen.
Die Kinder erzählen mehr oder weniger begeistert vom ersten Schultag nach den Ferien, ich höre neue Namen von Schulkameraden und Lehrern, und ich höre von Problemen bei der Zeitabstimmung. Aber das renkt sich schon noch ein.
#amEndedesTages bin ich zufrieden. Dinge sind in Gang gebracht worden, Neuigkeiten ausgetauscht, und jetzt wird es Zeit für das Buch, das ich doch schon ein bisschen vernachlässigt habe.
Morgen also zwei Vorträge, und sonst wohl nichts weiter. Aber so gegen Ende reicht das ja auch für einen Arbeitstag.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 29. -
Freitag - Das Aufstehen fällt nicht leichter. Erst recht nicht, wenn es draußen noch so dunkel ist. Bis zum Büro bin ich aber einigermaßen wach und aufnahmefähig. Viel Arbeit gibt es nicht, erst recht nicht, nachdem mir für einen Zeitpunkt Ende September befohlen wird, weder krank zu sein noch Urlaub zu haben. Jetzt hat auch der letzte (nämlich ich selbst) begriffen, dass ich bald gehe. Aufträge gibt es ab jetzt für mich nicht mehr. Entsprechend leicht und ein wenig beschwingt wird die Fahrt nach Hause. Einkaufen, ein paar kleine Pläne für den Rest des Tages, und mehr passiert heute nicht mehr. Es ist ja auch viel zu warm draußen.
#amEndedesTages habe ich viel Zeit zum Lesen, vorausgesetzt, ich schlafe nicht wieder sofort ein... So geht ein insgesamt sehr gemütlicher Tag zu Ende, und ich erwische mich immer wieder bei dem Gedanken, dass ich sehr bald keine Uniform mehr tragen werde. Da kommt was neues auf mich zu...
Morgen ist aber erstmal Wochenende, und das bisschen Haushalt steht an. Bügeln, Essen vorbereiten, Ordnung halten und ein bisschen Büroarbeit - wir werden den Tag schon rum kriegen!
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 30. -
Donnerstag - Ich genieße die relative Ruhe im Auto auf dem Weg ins Büro. Da ist es nämlich wieder unfassbar laut... Immerhin ist nun endlich Gehörschutz da, den ich heute auch konsequent trage. Trotzdem wird es mir irgendwann einfach zu viel Lärm, und ich nutze die Gelegenheit, ein wenig Überstunden abbauen zu können. Zuhause gönne ich mir einen Platz im Schatten unserer Kirschbäume und lese in meinem Roman. Ich erlebe ganz bewusst die Ruhe eines Gartens voller Tiere, die entfernten Stimmen spielender Kinder und die Abwesenheit der Geräusche der Stadt. Und der Roman macht einfach Spaß.
#amEndedesTages ruft mit der untergehenden Sonne aber das Sofa wieder nach mir. Das Buch begleitet mich natürlich, denn es wird gerade sehr spannend.
Morgen ist der Arbeitstag nur halb so lang, aber ich denke, ich werde mich nicht langweilen. Und dann ist schon wieder Wochenende. Jubel!
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 31. -
Mittwoch - ein Morgen, wie jeder andere. Zahnbürste - Rasierer - Kaffeemaschine, und dann ab ins Büro. Hier wird, entgegen meiner Hoffnungen, der Lärm nicht weniger. Mit der Nachricht, dass die Arbeiten auf dem Dach noch lange nicht abgeschlossen sind, kommt kartonweise Gehörschutz in die Büros. Das hilft ein wenig, allerdings höre ich dann das Telefon nicht mehr. Ich beiße mich durch, mit mehr oder weniger regelmäßigen Lärmpausen, in denen ich das Büro verlasse und die Ruhe auf dem Gelände suche.
Auf der Fahrt nach Hause wieder kein Radio, der (relativen) Stille wegen. Zuhause wird der Rehzaun verstärkt, nachdem sich das Reh vor zwei Nächten seinen Weg in unseren Garten frei geprügelt hat. Jetzt ist kein Durchkommen mehr, denke ich. Und dann beobachten wir natürlich auch die #sonnenfinsternis #sofi2026 mit selbstgebauten Lochkameras. Das funktioniert ganz gut, aber die Brille wären wahrscheinlich besser gewesen...
#amEndedesTages sind wir beeindruckt von der seltsamen Lichtstimmung, genießen unser Sofa und die Ruhe.
Morgen geht der Lärm also weiter, daran kommen wir wohl erstmal nicht vorbei...
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 32. -
Dienstag - es ist immer dunkler morgens... frustrierend.
Ein weiterer Tag im Lärm der Baustelle, aber immerhin scheinen sich die Lärmarbeiten dem Ende zu nähern. Die Zeit vergeht allerdings wieder extrem langsam im Büro. Gefühlt dauert der 9-Stunden-Tag schon mindestens 18 Stunden. Dafür rennt mir am Nachmittag die Zeit davon. Nur mal eben kurz in den Supermarkt für einen Artikel und ein kleiner, schneller Abstecher zum Baumarkt, und der Tag ist schon vorbei! Wie kann das sein? Es wird mir ein Rätsel bleiben...
#amEndedesTages komme ich endlich zur Ruhe. Eigentlich wir alle... Auf die beste Ehefrau von allen und mich warten nun die Bücher, das Sofa und (weil wir es uns verdient haben!) ein kleiner, ritueller Tagesabschlussdrink: Flüssiger Sonnenschein! Slàinte Mhath!
Morgen wird der Lärm im Büro hoffentlich wirklich weniger. Es gibt einiges zu tun, und wir müssen uns konzentrieren. Ich hoffe einfach mal das beste.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 33. -
Montag - die Sorte, die ich jetzt nicht so sehr mag: Ich muss aufstehen. Mitten in der Nacht. Im Dunklen... Trotzdem finde ich dank Gewohnheit meinen Weg, auch ohne wirklich wach zu sein. Rasierer - Zahnbürste - Kaffeemaschine. Drei Geräte, die aus mir einen einigermaßen aushaltbaren Menschen machen. Hoffe ich... Den Weg zur Arbeit finde ich auch wieder. Ich bin bereit, das zu bedauern. Immerhin treffe ich einen Freund wieder, den ich nun lange nicht mehr gesehen habe. Und der ist dann auch Grund für den ersten, dezenten Anschiss des Tages. Ich habe mich gut eine Stunde mit ihm verquatscht. Dabei ist konzentriertes Arbeiten heute ohnehin kaum möglich. Die Baustelle macht über uns mit Bohrmaschinen, Stemmhämmern und Betonsägen einen Höllenlärm, der zeitweise sogar sämtliche Gespräche im Büro unmöglich macht. Lärm ist Stress, das kann ich euch sagen!
Die Heimfahrt erfolgt dann auch in wohltuender, wenn auch relativer Stille. Den Nachmittag genieße ich auf dem Balkon mit den letzten Seiten meines Romans. (Siehe letzter Post...)
Dann noch das Essen für morgen vorbereiten, und dann reicht es auch für heute.
#amEndedesTages hole ich den nächsten Roman aus dem Regal. Es warten ja noch so einige darauf, gelesen zu werden. Nach der Historie geht es für mich wieder in Richtung Fantasy. Vor allem aber: Stille genießen und den Ohren eine Pause gönnen.
Morgen wird der Lärm vermutlich weiter gehen. Die Arbeit aber auch.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird (endlich wieder) #gestrichen - bleiben noch 34. -
Freitag - je dunkler der Morgen, desto zuer die Augen... Der Kaffee hilft heute kaum, meine Augen wenigstens so weit zu öffnen, dass ich hinreichend sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann. Der Bürotag ist heute recht kurz, aber erfolgreich: Ich habe die Tastatur gefunden und eine Bedienungsanleitung verfasst, die auch halb-begabte Kollegen verstehen sollten. Rechtzeitig zum Mittagessen bin ich wieder zuhause und tue das, was mir am besten gefällt: einen Mittagsschlaf auf dem geliebten Sofa. Solchermaßen gestärkt macht es mir auch nur wenig aus, mich mit der besten Ehefrau von allen in das Getümmel menschlicher Absonderlichkeiten in Garten-Center und Supermarkt zu stürzen. Immerhin - die Wochenendeinkäufe sind nun erledigt, das Wochenende kann beginnen!
#amEndedesTages werfe ich noch den einen oder anderen Blick ins Buch, in der Hoffnung, nicht wieder so schnell einzuschlafen. Ich möchte doch langsam wissen, wie die Story weitergeht!
Morgen wird natürlich ausgeschlafen, aber danach steht (endlich mal wieder) ein Besuch im Buchladen unseres Vertrauens an. Und wenn das Wetter mitspielt, graben wir den Garten um. Oder so ähnlich...
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 35. Allerletzte Amtshandlung: Der Wecker wird zum Schweigen verdonnert! Für ganze neun Tage! Ha! -
Donnerstag - der nächtliche Krawall-Hund zeigt an, dass ein Reh unseren neuen Zaun kennengelernt hat. Warum er mich dafür etliche Stunden zu früh wecken muss, weiß nur der Hund. Dementsprechend schwer fällt mir heute das Aufstehen. Wenigstens ist es noch angenehm kühl an diesem Morgen. Das wird sich aber schnell ändern. Kaffee, Rasierapparat, Zeitung, die heilige Dreifaltigkeit des Morgens...
Im Büro ist heute irgendwas anders. Das gestörte Verhältnis zu Russland führt zu einer Alarmübung bei uns. Man will ja vorbereitet sein. Das bedeutet heute für viele sehr viel Arbeit, für mich bedeutet es inzwischen fast nur noch, möglichst wenig im Weg zu stehen. Ich sorge dafür, dass unsere täglichen Routineaufgaben wie gewohnt weitergeführt werden. Die Zeit rennt bei all der Arbeit, und so finde ich mich bald auf der heimatlichen Scholle wieder, zwischen Baufahrzeug und Bauarbeitern. Der nächste Schritt zum Glasfaser-Anschluss wird gemacht. Eigentlich fehlt jetzt nur noch die Glasfaser selbst und der Anschlusskasten im Haus. Wir üben uns in Geduld.
#amEndedesTages haben wir eine Handvoll Pläne für die kommende Woche und die Nasen wieder in den Büchern versenkt. Es ist ein friedlicher Abend, und das kann ich nach einem solchen Bürotag gut gebrauchen.
Morgen versuche ich mich an der Komposition einer Bedienungsanleitung, und dann ist auch schon wieder Wochenende.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 38. -
Mittwoch - ist es morgens wirklich schon wieder so dunkel? Da mag man doch gar nicht aufstehen... Aber hilft ja nix. Kaffeemaschine - Rasierapparat - Zahnbürste - Tageszeitung.
Auf dem Weg zur Arbeit krabbelt die Sonne über den östlichen Horizont und taucht die Rückspiegel in rotgoldenes Licht. Das versöhnt ein wenig...
Im Büro geht die Programmtesterei weiter. Ein paar Änderungen hier, eine fehlende Fehlermeldung da - was man eben so entdeckt, wenn man ein neues Programm testet.
Das wirklich interessante aber spielt sich hinter dem Haus auf der Baustelle ab. Einer der großen Kräne wird abgebaut und abtransportiert. Große LKW stehen in Reih und Glied und warten auf die verschiedenen Kranelemente. Ein weiterer Kran hilft den Menschen, die im Strebengewirr Bolzen und Seile lösen und mit traumwandlerischer Sicherheit dem großen Kran auf dem Kopf herumtanzen. Ich könnte ewig zuschauen, aber ab und zu muss ich doch an den Arbeitsplatz, bevor die Kollegen ihn vermieten.
Zuhause bleibt es erstmal gemütlich. Die Hitze des Tages fördert Tatendrang heute nicht unbedingt. Aber irgendwann raffen sich die beste Ehefrau von allen und ich wieder auf und fahren kurz über die Grenze. Die Tochter kehrt zurück! Aber das ist dann auch schon alles, was sich heute Nachmittag tut.
#amEndedesTages ist es draußen noch immer viel zu warm. Bleiben wir eben drinnen auf dem Sofa und stecken die Nasen wieder in Bücher. Quasi als Gegengewicht zum sonst ständigen Blick auf irgendeinen Bildschirm...
Morgen sind zwar wieder viele Menschen von außerhalb im Büro, aber das ist ja schon Routine. Und vom Rest des Tages lasse ich mich einfach mal überraschen.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 36. -
Dienstag - der Körper quält sich heute durch das noch schlafende Haus. Erst beim Kaffee setzt sowas ähnliches wie Bewusstsein ein. Bis zur Ankunft im Büro bin ich aber einigermaßen wach, was vielleicht auch an dem etwas verwirrten LKW-Fahrer liegt, der auf der um diese Zeit etwas stärker befahrenen Landrennstrecke plötzlich den Rückwärtsgang einlegt. Ausfahrt verpasst... Kann ja mal passieren. Im Büro passiert dafür umso weniger. Wir sind ein wenig gehandicapt wegen dringend notwendiger Updates. Die Rechner rattern, wir sind zum Warten verurteilt. Kaum läuft wieder alles richtig, habe ich Feierabend. Ist das nicht schön? Doch! Mein Zweitjob heute ist Taxifahrer im grenzüberschreitenden Verkehr, exklusiv für die Tochter. Ein kleiner, kurzer Ausflug ins benachbarte Dänemark, ein freundlicher Gruß an die Grenzer, und schon sind die beste Ehefrau von allen und ich wieder auf der heimatlichen Scholle. Feierabend.
#amEndedesTages haben wir ein paar Pläne für das Hause gemacht, jetzt lockt das Sofa. Mein Buch wartet auch schon darauf, dass ich wieder in römische Welten eintauche.
Morgen läuft im Büro hoffentlich wieder alles. Ich soll da noch ein Programm testen...
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 37. -
Montag - schon wieder? Den hatten wir doch gerade erst!
Na gut, dann steh ich eben auf und schleiche mich ins Büro. Erstaunlicherweise ist es heute recht interessant dort. Ich teste ein neues Programm, das, wenn es denn irgendwann mal fertig ist, eine große Arbeitserleichterung darstellen soll, weil es Betriebsabläufe automatisieren kann. Das klingt erstmal recht simpel, aber das Programm muss mit Information arbeiten, und die kann sehr viele unterschiedliche Formen annehmen, die alle gleich (oder ähnlich) behandelt werden müssen. Es gibt also noch viel zu tun. Was meinem Programmierer auch so langsam dämmert, als ich ihm den ersten Schwung Verbesserungs- und Änderungsvorschläge und einen Haufen Bugs vor die digitalen Füße werfe. Er rächt sich mit einer ausführlichen Beschreibung jeder einzelnen Zeile Programmcode, damit ich verstehe, was der Computer da eigentlich macht. Ich verstehe, dass ich mehrere Knoten im Hirn habe. Höchste Zeit für Feierabend. Und der ist sehr erholsam. Keine Termine, keine Aufgaben, nichts zu tun. Wir genießen die Ruhe im Haus, das Abendessen und den gemeinsamen abendlichen Reinigungsvorgang. Und zwischendurch stehe ich unserem Saugboter gekonnt im Weg. Nun, ich war zuerst da!
#amEndedesTages wird es wieder regendunkel draußen. Auf dem Sofa liegt das Buch schon unter dem Licht der Leselampe, und die Katze wartet auf Streicheleinheiten.
Morgen wird weiter auf Herz und Nieren getestet. Und die Knoten im Hirn zahle ich ihm auch heim!
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 38. -
Freitag - die Nacht war unruhig, dementsprechend zerstört beginnt der Tag. Das Bett ist doch so gemütlich... Wenigstens ist das heute nur ein halber Arbeitstag, den ich endlich damit verbringen darf, ein Programm auf Herz und Nieren zu testen. Die erste Rückmeldung, die ich an meinen Programmierer gebe, ist innerhalb kurzer Zeit ziemlich umfangreich. Es sind nicht unbedingt nur Fehler, aber kleine Auffälligkeiten, Änderungswünsche und Möglichkeiten, damit der dümmsten anzunehmenden User (DAU) nicht gleich alles kaputt macht. Parallel dazu verfasse ich die ersten Zeilen für eine Nutzeranweisung. Oder auch Handbuch, nennt es, wie ihr wollt. Mit dieser Arbeit geht der Tag im Büro ziemlich schnell vorüber, und auf dem Heimweg darf ich all die armen Leute bewundern, die mit Luxusautos, Wohnmobilen und anderem Gelöt so schnell wie möglich auf die Inseln wollen. Der Grenzübergang auf der Autobahn nach Dänemark ist auch vollkommen verstopft. Gut, dass ich da nicht lang muss.
Dafür geht es mal wieder ins Einkaufszentrum unserer Wahl, das heute mal wieder bis zur Oberkante voller Menschen steckt. Wir erledigen, was zu erledigen ist, und dann bin ich froh, endlich zuhause zu sein. Mein Bedarf an Menschen ist gedeckt!
#amEndedesTages fühle ich mich ziemlich zerschlagen. Ich liege müde auf dem Sofa herum, kaum in der Lage, das Buch in die Hand zu nehmen. Die Augen sind mörderisch schwer... Morgen sollte uns das Wetter gewogen sein, damit ich endlich den Zaun bauen kann, der Rehnate und ihre Familie davon abhält, unseren Garten kahl zu fressen.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 39. -
Donnerstag - Das Aufwachen macht langsam keinen Spaß mehr. Wo ist denn das Licht geblieben? Wenigstens tut die Kaffeemaschine noch ihren Dienst, wie es ihre Pflicht ist.
Erst auf dem Weg ins Büro sehe ich die Sonne am Horizont, viel zu spät, aber immerhin ist sie noch da.
Im Büro ist es dank einiger erledigter Aufgaben heute merklich entspannter, obwohl die Personaldecke noch immer so dünn ist, dass man praktisch durch sie hindurch gucken kann. Ich darf heute ein neues Programm testen. Wochenlang habe ich dem Entwickler über die Schulter geschaut, und wir haben Ideen ausgetauscht, Lösungswege begangen und wieder verworfen und wahrscheinlich häufiger geflucht, als unsere Großmütter es jemals erlaubt hätten. Heute nun der erste, beinahe scharfe Test des Gesamtkunstwerkes! Und was soll ich sagen? Der erste Klick, und schon geht nix mehr! Also zurück in die Programmzeilen und den Fehler suchen. Bevor wir damit aber auch nur annähernd fertig sind, ist Feierabend. Zuhause geht es heute in den Garten. Die beste Ehefrau von allen und ich pflücken die letzten Sauerkirschen von den Bäumen, dazu Johannis- und Jostabeeren. Vitamine bis zum Abwinken, und genascht haben wir natürlich auch.
#amEndedesTages ist das Sofa schon wieder unfassbar gemütlich. Was soll ich sagen? Es sind die kleinen Dinge...
Morgen also der nächste Versuch, das Programm a) zum Laufen und b) an seine Grenzen zu bringen. Wahrscheinlich läuft es auf c) hinaus: Kaputt gespielt.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 40. -
Mittwoch - die Katze weckt mich, vermutlich um zu kontrollieren, ob ich noch in der Lage bin, ihr Futter zu geben.
Dann fängt der Tag eben ein bisschen früher an...
Im Büro haben wir uns an die katastrophale Personallage gewöhnt. Das Sommerloch setzt sich auch heute fort, was auch gar nicht so schlecht ist. Immerhin komme ich dazu, ein paar Zeilen (mehr als sonst) zu lesen.
Zuhause kann ich unter Einsatz einer Kaffeemühle und eines Glasbehälters einen drohenden Espresso-Notstand gerade so noch verhindern. Die beste Ehefrau von allen überrascht mich mit einer erstklassigen Ausgabe eines meiner Lieblingsbücher von Jules Verne: Der Kurier des Zaren steht nun in einer fantastischen SChmuckausgabe in unserem Regal. Somit steht das nächste Buch, das ich lesen werde, definitiv fest!
Und während im Büro die Zeit zu schleichen scheint, vergeht sie hier zwischen Kaffeemühle, Brotdose und Jule Verne einfach viel zu schnell.
#amEndedesTages siegen alte, liebgewonnene Gewohnheiten: das Sofa, das (aktuell gelesene) Buch, die vertraute, warme, schöne Zweisamkeit. Obwohl ich vom Buch heute wohl nur wenig haben werde. Die Augen sind einfach zu schwer... Morgen werde ich noch einmal für einen Augenblick meiner Ausbilderrolle gerecht. Aber der Auszubildende ist gut, und so werde ich nicht wirklich viel zu tun haben. Routine eben.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 41. -
Dienstag - Mit dem Ausschlafen wird das diese Woche nichts mehr. Der Wecker klingelt dafür einfach zu früh!
Ein angenehm sonniger Morgen mit herrlich frischer Luft entschädigt ein wenig für das frühe Aufstehen, allerdings muss ich bemerken, dass es inzwischen merklich später hell wird. Hmpf. Im Büro bleibt es heute wieder ruhig. Das nennt man wohl das Sommerloch. Immerhin sind wir wieder etwas besser besetzt, und es wird nicht so anstregend, wie ich anfangs befürchtet habe. Das Leben fängt sowieso erst nach Feierabend an, und heute beginnt es mit meinem alten Herrn im Supermarkt unseres Vertrauens. Aus dem einen Artikel, den er "noch schnell kaufen" wollte, wurden dann doch schritt- oder besser gangweise ein oder zwei bis drei Handvoll mehr. Infolge dessen mutiere ich zu einer Art zweibeinigen Lastenesel, dem mein Vater fortwährend erzählt, wie froh er ist, dass er morgen nicht so viel schleppen muss. Mach ich doch gerne!
#amEndedesTages fühlen die beste Ehefrau von allen und ich uns einfach mit uns selbst am wohlsten. Wir genießen vertraute Zweisamkeit und entspannen. Was will man mehr?
Morgen also Wochenteiler. Ich darf annehmen, dass es im Büro wieder ruhig werden wird. Später regnet es vielleicht Sauerkirschen. Mal sehen...
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 42. -
Montag - Eine halbe Stunde vor dem Wecker aufzuwachen, um dann noch einmal einzuschlafen bis der Wecker klingelt, macht mich regelmäßig fertig... Aber hilft ja nix! Raus aus dem warmen Bett, während die Motivation noch sanft schnorchelnd liegenbleibt, ihr warmer, kuscheliger Körper unter der Decke verborgen.
Im Büro das übliche Tohuwabohu zum Wochenbeginn. Die ohnehin schon dünne Personaldecke wird nach nur einer einzigen Krankmeldung eher durchsichtig. Wir tun, was wir können, und es würde besser laufen, wenn die Computer mitspielen würden. Aber heute scheinen die Bits und Bytes einzeln von lustlosen Tagelöhnern durch das Kabellabyrinth getragen zu werden. Und am anderen Ende wird jedes Bit geprüft. Transportschein, Pflichtversicherung, Anträge auf Umbuchung des Datenbestandes von Ordner A zu Ordner B (Bitte vierfach mit Unterschriften von Layer 1 bis 7, sonst kann der Antrag nicht bearbeitet werden!) - wir brauchen viel Geduld heute. Der Hoffnungsschimmer ist die Aussicht auf den Feierabend. Denn ich habe es ja vor ein paar Tagen schon mal gesagt: Das Leben fängt erst nach Feierabend an! Und das heute ist so ein Tag! Zwischen Möwengeschrei und Singvogelkonzert dringt aus allen Richtungen das Geschrei und Gelächter von spielenden Kindern durch den Lärm des Rasenmähers. Die Kirschen von unseren eigenen Bäumen schmecken herrlich, und die Äpfel gedeihen und versprechen das beste für ihre Erntezeit. Die Sonne dringt durch die Wolken, und alle Sorgen und Nöte sind auf einmal unsagbar klein...
#amEndedesTages habe ich dann doch wieder ein bisschen Hoffnung für diese Welt. Mit einem Lächeln setze ich mich auf das Sofa, schnappe mir mein Buch und genieße den Nachhall des Nachmittages. Doch, das Leben ist schön!
Letzte Amtshandlung des Tages: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 43. -
Freitag - man steht doch etwas leichter auf, wenn man weiß, dass der Arbeitstag nicht so lang wird. Dusseligerweise herrscht auch heute noch akute Personalnot: Aus den erwarteten vier Mann im Büro werden unerwartet zwei. Wenigstens nur temporär, denn die beiden fehlenden kommen bummelig zwei Stunden später. Vier Mann sind immer noch viel zu wenig, um auch nur die Routineaufgaben zu bewältigen, aber die Götter der Technik sind uns hold: Ein großer Teil der Technik fällt unvermittelt und für unbestimmte Zeit aus, was uns ein bisschen Luft gibt. Windows sei Dank! Bis ich das Büro verlasse, läuft der Laden immer noch nur auf halber Kraft, aber dafür gibt es ja unsere Spezialisten. Die kümmern sich drum. Und Montag wird dann schon wieder alles laufen.
Der Nachmittag bringt die Wochenendeinkaufsrunde, ein wenig Hausarbeit und das Vergnügen, Dust-E (unseren sklavischen Saugboter) bei der Arbeit zuzuschauen. Das angekündigte Gewitter gibt sich mit einer Kurzvorstellung zufrieden, immerhin wird es etwas kühler und angenehmer.
#amEndedesTages noch ein gar nicht so kurzes Gespräch über Gott, die Welt und alles andere, und dann rufen das Sofa und das Buch nach mir.
Morgen wird erstmal ausgeschlafen, und dann tun wir die Dinge, die da kommen werden. Was immer das auch sein mag...
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 44. Jubel! -
Donnerstag - eine traumlose Nacht, ein traumwandlerischer Morgen. Wie ich es jeden Morgen schaffe, unfallfrei ins Auto zu kommen, bleibt mir ein Rätsel... Im Büro aktualisiere ich noch schnell den wöchentlichen Vortrag. Auch wenn tags zuvor immer "Redaktionsschluss" ist, arbeite ich immer gern die Entwickungen der letzten 24 Stunden noch ein. Das bedeutet oftmals ein bisschen Hektik, aber das ist nicht schlimm. Nach dem Vortrag wird es nämlich erstmal schön ruhig, bevor der nächste Wochenvortrag langsam Form annimmt. So auch heute. Es bleibt Zeit für ein paar Gespräche über die Zeit danach und über Gott und die Welt.
Ein entspannter Arbeitstag, aber ich freue mich trotzdem, nach all den Stunden im Büro wieder nach Hause zu kommen. Die beste Ehefrau von allen weist dem neuerworbenen Roboter neue Aufgaben zu, testet und optimiert sie. "Vacuum my day, punk!" nöchte man mit Dirty Harry zurufen.
#amEndedesTages hat Dust-E vorerst auch mal Feierabend. Auf mich warten das römische Reich und ein Sofa. Ist das herrlich!
Morgen ist vorerst der letzte Tag im Büro mit heftigem Personalmangel, aber zum Glück wird es Richtung Wochenende quasi traditionell immer etwas ruhiger bei uns. Also keine Gefahr, dass ich mich morgen überarbeiten werden. Nehme ich mal an... Und dann ist endlich wieder Wochenende!
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 45. Gnihihihi! -
Mittwoch - die halbe Woche schon wieder um. Die Nacht war dunkel, warm und traumlos. Der Kaffee ist dagegen heiß und weiß, was er zu tun hat. Im Büro setzt sich das Personalspiel in Unterzahl fort. Was normalerweise von drei verschiedenen Menschen getan wird, bleibt heute komplett an mir hängen. Wie in alten Zeiten... Die Arbeit macht Spaß, ich komme gut voran, und die Zeit vergeht. Ich brauche mich also nicht zu beschweren.
Am Nachmittag halten moderne Zeiten Einzug in unser kleines Haus. Der neue Mitarbeiter heißt (Achtung! Kreativitätsexplosion!) *Dust-E* und lernt erstmal gründlich alle Zimmer kennen, bevor er mit mechanisch-digitalem Fleiß Katzenhaare sammelt. Und während Dust-E die Wohnung erkundet, tippeln die beste Ehefrau und ich hinterher und applaudieren frenetisch. Was für ein Spaß!
#amEndedesTages führt Dust-E einnen hoffentlich nicht so sinistren Reinigungsplan aus, während wir das süße Nichtstun auf dem Sofa pflegen und dem Rattern und Rumpeln des kleinen Roboters lauschen.
Morgen wird es im Büro nicht besser aussehen als heute. Es erwartet mich wieder viel Arbeit. Aber dafür werde ich ja schließlich auch bezahlt.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 46. -
Dienstag - fast ausgeschlafen, trotz warmer Nacht. Ich nehme das mal als gutes Omen. Und als besonderes Highlight zeigt der Körper beim Aufstehen deutlich weniger Schmerzen an als gewohnt. Auch das nehme ich als gutes Omen.
Im Büro bleiben wir angesichts der angespannten Personallage bei der Arbeitsaufteilung von gestern. Getreu Sun Tsis Lehre "Kenne deinen Gegner!" wühlen wir uns durch Berichte, fassen zusammen und bewerten die Sicherheitslage im Allgemeinen und Besonderen. Wir haben in diesen Tagen viel zu tun, und ich stecke endlich wieder bis zum Hals mittendrin. So vergeht die Zeit im Fluge, was für einen Dienstag ziemlich außergewöhnlich ist. Ablösung, Feierabend, und durch goldene Felder gemütlich nach Hause gleiten. Dort erwartet mich ein Wackelkontakt, der letztlich dazu führt, dass wir unseren Haushalt modernisieren und demnächst mit einem Saug-Roboter ausstatten werden. I-Robot - Light Version... Die neuerliche Hitze des Tages verlangt nach einer klimatisierten Umgebung, und irgendwie finden meine beste Ehefrau und ich diese im Buchladen unseres Vertrauens. Noch mehr Bücher, die wir lesen wollen. Im japanischen Lexikon ist neben dem Begriff Tsundoku (積 ん 読) wahrscheinlich unser Bild zu sehen...
#amEndedesTages schalte ich den Kopf bewusst aus. Nicht mehr nachdenken über die Beziehungen zwischen realen Staaten und Staatsmännern, sondern eintauchen in eine literarische Welt, deren Basis zwar historisch einigermaßen korrekt ist, deren Ereignisse aber zutiefst fantastisch.
Morgen darf ich einen ziemlich turbulenten Fortgang meiner Büroarbeit erwarten. Und einen Saug-Roboter! Das ist doch was!
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 47. -
Montag - erfreulich lange durchgeschlafen. So fängt der Tag doch eigentlich gut an. Ein wenig Frühsport (Kaffeetasse einhändig angeln), etwas Lektüre (was schreiben die da im Internet wieder für einen Mist?), ein leichtes Frühstück (sechs Toast mit jeweils 11 Meter Nussnougatcreme). Der Tag im Büro wird schließlich anstrengend genug. Die Arbeitsbereiche werden möglichst sinnvoll aufgeteilt, und dann geht es auch schon los: Dokumentieren, zusammenfassen, Irrtümer aus dem Weg räumen und immer wieder prüfen, ob man noch auf dem richtigen Holzweg ist. So vergeht die Zeit recht schnell, und von dem heißen Wetter vor der Tür bekomme ich heute kaum was mit.
Am Nachmittag sollte eigentlich der Rasen gemäht werden, aber mir ist es einfach zu warm. Ein kleiner Einkaufsbummel im Schatten der Bäume muss heute reichen.
#amEndedesTages tröpfelt langsam etwas kühlere Luft in das Haus. Das Sofa zieht mich mächtig an, und das Buch ruft schon laut nach mir.
Morgen wird es so arbeitsreich wie heute weitergehen. Das wird sich in dieser Woche auch nicht mehr ändern. Mir soll es recht sein, dann langweile ich mich wenigstens nicht.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 48. -
Freitag - Für einen halben Tag im Büro aufzustehen kommt mir im Moment etwas übertrieben vor. Das ziemlich ereignislose Dasein im Büro setzt sich auch heute fort. Ich bin aber optimistisch und gehe mal davon aus, dass es nicht so dröge bleibt. Der Weg nach Hause ist heute spannend, denn eine der Hauptverkehrsachsen in der Stadt ist wegen einer Veranstaltung teilweise gesperrt. Trotzdem komme ich erstaunlich gut durch die Blechlawine durch und unbeschadet zuhause an. Der Nachmittag bringt neben einem erfolgreichen Gespräch mit unserer Tätowiererin und einem Termin in gut vier Wochen auch einen Besuch im Plattenladen. Drei weitere schwarze Scheiben tummeln sich nun im Regal. Das Buch, das ich zuletzt gelesen habe, bekommt eine kleine Rezension von mir (habt ihr bestimmt schon gesehen!) und wandert zurück ins Regal. Ich lasse die Fantasy-Welt hinter mir und begebe mich auf historische Pfade. Die Welt des Julius Cäsar ist es, in der ich mich jetzt erstmal literarisch herumtreiben werde. Und wenn ich fertig bin, werdet ihr hier erfahren, was ich davon halte.
#amEndedesTages freue ich mich auf das Ausschlafen morgen. Entspannen, die Woche ablegen und den inneren Akku wieder aufladen - das sind meine Ziele. Morgen kommt das nächste Gespräch, von dem ich hoffe, dass es erfolgreich wird. Und ansonsten... Wochenende eben.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch 49. Allerletzte Amtshandlung: Wecker aus, ihr Fritten! -
Donnerstag - es fällt mir immer noch schwer, mich mitten in der Nacht aus dem gemütlichen Bett zu rollen, aber was will man machen. Die Pflicht ruft, und bei dem Lärm kann ich nicht schlafen. Der Arbeitstag zeigt sich wieder ausgesprochen entspannt, wie es in den letzten Wochen die Regel ist. Statt ein schlechtes Gewissen zu haben, bin ich nun langsam dezent genervt davon. Wenigstens habe ich heute was interessantes zum Lesen vor den Augen gehabt.
Der Nachmittag ist bei angenehmen Temperaturen mindestens ebenso entspannt, aber wenigstens bin ich dabei zuhause, sitze auf dem Balkon und lese mein Buch. Könnte mich daran gewöhnen....
#amEndedesTages wird es draußen doch ein bisschen kühl zum Sitzen, also lese ich auf dem Sofa weiter. Und nebenbei genieße ich die Nähe der besten Ehefrau von allen.
Morgen könnte es etwas interessanter werden. Uns fehlt mal wieder Personal, und ich muss dann vielleicht hie und da einspringen. Tja, und dann ist auch schon Wochenende.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen - bleiben noch (FANFARE!) 50. 🎉 -
Mittwoch - angesichts der Tatsache, dass ich mitten in der Nacht aufstehen muss, ist ein Arbeitsbeginn in der Wochenmitte beinahe ein Trost. Die Morgenroutine findet im Halbschlaf statt. Traumwandlerisch finde ich Kaffeemaschine, Badezimmer und Rasierer. Und dann werde ich langsam wach. Das hat sich allerdings mit der Ankunft am Arbeitsplatz erledigt. Alle Arbeiten sind verteilt, weil "Du gehts ja jetzt sowieso bald!", und mir bleibt nicht mehr als Berichte zu lesen und einen Urlaubsantrag gegenzuzeichnen. Wow! Das Müde hat nur darauf gelauert, dass ich nichts zu tun habe, und kehr unvermittelt zurück. Der Versuch, einige Termine hinsichtlich meiner Verabschiedung zu machen, scheitert an der Abwesenheit der zuständigen Personen. Versuche ich es also später nochmal. Es scheint mir, als beginne mein Leben momentan erst nach Büroschluss. Heute fahren wir die Kirsch- und Johannisbeer-Ernte ein. Und ein paar Minuten mit dem Buch auf dem Balkon mit Blick in den Garten sind auch noch drin.
#amEndedesTages sorgt ein schöner Sonnenuntergang für ein alles in allem versöhnliches Ende des Tages. Das Buch ist spannend und das Sofa (wie immer) sehr gemütlich.
Morgen also ein neuer Versuch, ein paar Dinge zu organisieren. Zum Glück habe ich noch Zeit...
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird #gestrichen (wurde aber auch wieder Zeit!) - bleiben noch 51. -
Freitag - er verdient heute seinen Namen zu Recht! Nach den letzten kurzen Nächten tut es gut, bummelig zwei Stunden länger zu schlafen. Danach ein gemütliches Frühstück, bevor ich mich mit der besten Ehefrau der Welt in den Konsumtempel unseres Vertrauens stürze. Zum Glück geht das heute schnell, denn einige Leute scheinen auf Trivialitäten wie Deo oder Duschen gerne zu verzichten. Dazu noch Zigarettenrauch und irgendwas seltsam süßliches... Manchmal wünschte ich mir, meinen Geruchssinn abschalten zu können. Was soll's? Zuhause ist es doch am schönsten. Da stinkt es auch nicht. Ich mache mir den Spaß, unseren geliebten Nudelsalat zu basteln und höre dabei Musik, während sich die beste Ehefrau von allen um ihren Shop und ihre Kreationen kümmert. Der Nachmittag gehört dann dem Recyclinghof, wo ich mit dem Vater allerlei Klimbim abliefere. Schon ziemlich viel, was da in recht kurzer Zeit zusammengekommen ist. Ich sollte das mal näher im Auge behalten...
#amEndedesTages versuche ich mal wieder, vielleicht etwas mehr als einen Absatz im Buch zu lesen. Wir genießen die Ruhe, die Entspannung und uns zwei.
Morgen besuchen wir mal wieder die Stadt. Mal schauen, was uns dort erwartet. Und dann warten viele Erdbeeren auf uns, und auch darauf freue ich mich!
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird (ein bisschen außer der Reihe) #gestrichen - bleiben noch 52. Es lebe der Überstundenabbau! -
Donnerstag - gestern wurde unsere Tochter von ihrer Schule verabschiedet, in Richtung Gymnasium. Viel singen, viel Reden, viele Rückblicke. Schüler und Lehrer haben sich richtig ins Zeug gelegt und den letzten Schultag zu etwas besonderem gemacht. Da blieb mir einfach keine Zeit für euch. 😉 Dafür fängt der heutige Tag ziemlich müde an. Vielleicht bin ich gestern doch etwas zu spät ins Bett gegangen. Wenn ich so müde bin, freue ich mich immer über reichlich Arbeit, damit ich nicht am Arbeitsplatz einschlafe. Leider gibt es heute nur wenig mehr zu tun als abzuwarten... Ich lese Berichte aus dem Ausland, über Chinas Sicht der Welt, über die Gemengelage auf der arabischen Halbinsel, über Selensky, Putin und den bösen Westen. All das hält mich aber nicht wirklich wach. Ich bin froh, als ich das Büro in Richtung heimatliche Scholle verlassen darf. Hier kann ich ein wenig ausruhen und mit der besten Ehefrau von allen Pläne für das Wochenende machen. Das fängt für mich nämlich heute an! Ist das nicht herrlich? Doch, das ist es!
#amEndedesTages lese ich in meinem Buch deutlich leichteres als Analysen, Politik und Kommentare zur Weltlage im Allgemeinen. Ein Whisky darf dabei die Nerven beruhigen.
Morgen werde ich ausschlafen, obwohl der Tag als Arbeitstag gezählt wird. Ich baue Überstunden ab. Arbeitslos werde ich damit nicht, denn wir müssen einkaufen, Büroarbeit erledigen und Telefonate führen. Aber das ist erst morgen....
Letzte Amtshandlung: Gleich zwei Tage werden #gestrichen, der von gestern und der heutige - bleiben noch 53.