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#gestrichen — Public Fediverse posts

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  1. Mittwoch - wie gewohnt um mitten in der Nacht wach - kurzes Grinsen, dann schlafe ich noch eine Stunde. Dann aber wird es Zeit, aufzustehen und die Kinder in die Lehranstalten zu treiben. Im Internet lese ich viele gute Wünsche auf meinen Tagespost von gestern, und das macht mir gute Laune. Ich danke euch allen für die lieben Worte! Jetzt wird es aber auch für mich noch einmal Zeit, in die Kaserne zu fahren. Ich muss Ausweise abgeben, ein paar Unterschriften leisten, und die eine oder andere Tasse Kaffee will auch noch getrunken werden. Noch am Vormittag werde ich dann mit letzten guten Wünschen und einem Gruß an die Familie endgültig in den Ruhestand geschickt. Zur Feier des Tages besuchen meine beste Ehefrau von allen und ich (natürlich!) den Buch-Dealer unseres Vertrauens. Es ist geradezu erholsam, noch vor Mittag den Laden zu erkunden. Ich habe dort noch nie so viel Ruhe und Platz erlebt. Folgerichtig gehe ich nicht nur mit zwei tollen Büchern, die mir meine wunderbare @[email protected] ausgewählt und geschenkt hat, heraus, sondern noch mit einem weiteren, das ich mir sorgfältig und in aller Ruhe ausgewählt habe. Für den Rest des Tages gönne ich es mir, mal so rein gar nichts zu tun. Ich klappere ein bisschen am Rechner herum, lese ausgiebig und lasse die Seele ein wenig baumeln. Und das tut richtig gut!
    Mein Plan war es eigentlich, diesen Zustand über mehrere Tage zu halten. Aber ich glaube, ab morgen werde ich mich wieder mit einigermaßen sinnvollen Dingen beschäftigen, sonst setze ich noch Spinnweben an...
    #amEndedesTages finde ich mich rundherum entspannt auf dem Sofa wieder, und ich hoffe, ich kann dieses Mal ein paar Seiten mehr lesen, bevor ich dort einschlafe.
    Morgen beginnt der erste Tag meines Daseins als Vollzeit-Privatier. Ich freue mich wahnsinnig drauf!
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - jetzt steht die 0! Ob ich diesen kleinen Tagesabschluss hier beibehalte, weiß ich noch nicht. Vielleicht verändere ich ihn auch nur ein bisschen. Denn zählen brauche ich ja jetzt nicht mehr. 😉 Habt Dank, dass ihr hier so fleißig mitgelesen habt, und habt auch Dank für eure Kommentare! Es war mir ein Vergnügen!

  2. Dienstag - unruhiger Schlaf, was angesichts des heutigen Tages auch kein Wunder ist. Der Kaffee darf heute morgen also etwas stärker sein. Im Büro fühle ich mich heute erstmal ein wenig verloren. Das ändert sich, als Menschen hereinströmen und die Türen sich schließen. Plötzlich stehe ich im Mittelpunkt. Ich bekomme viele gute, freundliche Worte zu hören, ich schüttle viele Hände, ernte unzählige Umarmungen. Und ganz zum Schluss schenkt man mir einen großen Korb voller Leckereien, #whisky und Gutscheinen, um Haus und Garten zu verschönern. Viel mehr meiner Kollegen und Kameraden, als ich auch nur geahnt hätte, haben dafür zusammengelegt. Ich bin ehrlich überwältigt und finde kaum die richtigen Worte, um mich zu bedanken. Und auch ein feuchtes Tröpfchen stiehlt sich aus meinen Augenwinkel ans Tageslicht. Ich würde es gern noch ein bisschen genießen, aber der nächste Termin ruft schon: Heute darf meine Familie mit in unsere Kaserne. Ich hole die beste (und schönste) Ehefrau von allen, meine Kinder und meinen Vater ab, damit sie mit mir den letzten Akt erleben können. Und weil mein Vater noch nie gesehen hat, wo ich eigentlich arbeite (oder besser: gearbeitet habe), gibt es gleich eine kleine Führung über das Gelände. Meinen sonst so hermetisch abgeriegelten Arbeitsplatz darf ich meiner Familie auch noch kurz zeigen. Das ist schon was besonderes! Danach formiert sich die gesamte Einheit vor dem Gebäude und der Alte, wie wir unseren Chef nennen, beginnt mit einer ganzen Reihe von Reden, ehrt Kameraden und zeichnet sie aus, eine Beförderung gibt es dann auch noch, und ganz am Ende all der Zeremonien und Reden bin ich dann dran. Und wieder höre ich gute und freundliche Worte über mich und meine Arbeit, während ich die ganze Truppe vor mir habe und doch nur Augen für meine Familie, die an der Seite als Gäste teilnehmen dürfen. Zum guten Schluss, nach Rede, Urkunde und Wappenübergabe, werde ich mit einem unserer Fahrzeuge aus der Formation gefahren. Ich stehe winkend und grüßend in der Luke auf dem Dach und genieße den Augenblick und den Applaus. Was für ein Gefühl!
    Weil ich kein Unmensch bin und weiß, wie verfressen die ganze Bande ist, habe ich für alle Grillwürstchen und Brötchen organisiert. Und dieses Mal hab ich auch an die Vegetarier und Veganer gedacht. Tja und dann, als alle gegessen haben, ich unzählige weitere Hände geschüttelt und Menschen umarmt habe, verlasse ich zum letzten Mal meinen Arbeitsplatz. Ein bisschen Wehmut ist dann auch dabei...
    Zuhause lassen wir die Ereignisse noch einmal Revue passieren, und meine flatternden Nerven beruhige ich mit einem kleinen, aber überaus feinen Schluck
    #whisky. Was für ein Tag!
    #amEndedesTages sind wir alle ziemlich platt. Ich begreife kaum, dass mein Arbeitsleben nun zu Ende ist. Na gut, morgen muss ich nochmal los, um meine Ausweise abzugeben und noch die eine oder andere Erklärung zu unterschreiben.
    Aber dann ist auch wirklich Schluss. Jetzt lockt aber erstmal das Sofa und ein weiteres Glas
    #whisky, zur Feier des Tages.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleibt nur noch ein einziger! Und der wird, zumindest dienstlich, verdammt kurz!

  3. Montag - das Aufstehen fällt leicht, wenn man sich bewusst macht, dass es der letzte Montag im Dienst ist. Ungewohnt beschwingt beginne ich also diesen letzten Arbeitsmontag mit einem breiten Grinsen. Zum Glück denke ich daran, den Kuchen für die Kollegen noch ins Auto zu stellen, bevor ich mich auf den Weg ins Büro mache. Und natürlich ist der Kuchen das Highlight des Tages! Ich streife ein wenig durch die Abteilungen, lade zum Kuchen ein und verabschiede mich von einigen Leuten, die ich ab morgen nicht mehr sehen werde. Unsere Hausmeister-Crew vergesse ich natürlich ebenso wenig wie unsere Reinigungskräfte und die Wachmannschaft. Meinen Feierabend für heute erlebt der Kuchen nicht mehr. Verfressene Bande... Den Nachmittag zuhause beginnen wir noch einmal mit dem Austausch unserer Erlebnisse und Eindrücke, dann noch ein bisschen Hausarbeit (die Futterbox wird gewaschen und rituell im hintersten Eck des Tupperschranks eingeräumt), dann können wir auch schon den Abend einläuten.
    #amEndedesTages trinken die beste Ehefrau und ich einen kleinen Schluck Whisky auf den letzten Arbeitsmontag. Wir machen es uns gemütlich. Alles wirkt irgendwie leichter...
    Morgen ist die Verabschiedungszeremonie, an der auch meine kleine Familie teilnehmen wird. Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon... Leider darf dort nicht fotografiert werden.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben nur noch 2. Was für ein Wahnsinn!

  4. Freitag - aufstehen, um den letzten Freitag im Dienst zu zelebrieren. Irgendwie fühlt sich das gut an. Es ist nur Zufall, dass ich an diesem Freitag auch ein letztes Mal als Ausbilder auftreten werde, aber auch das fühlt sich gut an. Die ersten Kollegen, die ich nächste Woche aus verschiedenen Gründen nicht mehr sehen werde, verabschieden sich bereits bei mir. Einer Kollegin ist das sogar so wichtig, dass ich meinen Unterricht dafür kurz unterbrechen muss. Ich fühle mich geschmeichelt. Am Mittag ist dieser Arbeitstag dann endgültig vorbei. Ab nächsten Montag kommt nur noch eine Abschiedsrunde nach der nächsten...
    Der Nachmittag gestaltet sich wie inzwischen für einen Freitag zuhause gewohnt. Es scheint eine gewisse Regelmäßigkeit zu sein, dass wir erstmal den Buchladen unseres Vertrauens besuchen, bevor wir dann für das Wochenende einkaufen. Meine beste Ehefrau von allen und ich kommen heute ohne Buch aus dem Laden, die Tochter gleich mit zwei Bücher (Kafka? Im Ernst?) und der Sohne zwar nur mit einem, aber dafür mit der Bestellung für ein zweites. Quasi eine Buchfamilie, und das macht mich in diesen digitalen Zeiten doch froh. Später gönne ich es mir, eine gute Stunde auf dem Sofa zu lümmeln und zu lesen. Es fühlt sich nach purem Luxus an, und genau deswegen könnte es zu einer netten Angewohnheit für mich werden.
    #amEndedesTages warte ich auf den Ruf meiner Tochter. Ich weiß noch nicht, ob ich heute noch Taxifahrer sein darf oder sie den ÖPNV nutzt. Aber ich hoffe auf letzteres, dann wird es nicht so spät.
    Morgen ist Wochenende, und vielleicht besuche ich mit meinem alten Herrn eine Ausstellung. Mal sehen, was der Tag so bringen wird.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben nur noch 3.

  5. Donnerstag - Mein Wecker ist auf die geringste mögliche Lautstärke eingestellt. Trotzdem erschallen heute morgen die Trompeten von Jericho in Vollbesetzung. Jedenfalls bin ich jetzt wach. Rasieren, Zähne polieren, Kaffee schlürfen. Irgendwie bin ich froh, dass ich das in ein paar Tagen nicht mehr mitten in der Nacht tun muss. Im Büro bleibt es, wie schon seit einiger Zeit, sehr ruhig für mich. Bis zum Mittag, weil ich mich dann auf den Weg mache, Unterschriften zu sammeln, damit auch jede Abteilung weiß, dass ich gehe, und ich nachweisen kann, dass ich nichts behalte, was mir nicht gehört. Überall treffe ich auf alte Bekannte, teils Wegbegleiter, teils frühere Auszubildende von mir. Und wieder werden die immer gleichen Fragen gestellt. Was machst du mit deiner freien Zeit? Suchst du dir nochmal einen Job? Willst du nicht doch noch ein bisschen länger bleiben? Fragen, die mir in den letzten Monaten tausendfach gestellt wurden, und die ich immer geduldig beantworte. Ich habe eine Familie, ein Haus, einen Garten. Da gibt es immer was zu tun. Nein, ich such mir keinen Job mehr, mir reicht, was ich habe. Nein, ich bleibe auf keinen Fall noch länger. Und über all die immer gleichen Fragen und immer gleichen Antworten vergeht die Zeit doch recht schnell, und ich finde mich auf dem Heimweg wieder. Zuhause werden, wie üblich, die Tageserlebnisse ausgetauscht, ein bisschen über den Paketboten geschimpft, der es nun schon zum zweiten Mal nicht schafft, die Bestellung auszuliefern, und kleine Einkaufspläne für den nächsten Tag gemacht.
    #amEndedesTages wird mir bewusst, dass sich mein letztes Wochenende im Dienst nähert. Was immer ich in den nächsten Tagen im Büro tue, wird das berühmte letzte Mal sein. Zumindest in diesem erlauchten Kreis... Das Buch soll mich jetzt ein wenig von diesen Gedanken ablenken. Ich habe später noch Zeit, darüber nachzudenken. Wenn ich will...
    Morgen ein letzter Tag als Ausbilder. Noch einmal klugschei*en für Fortgeschrittene... Und dann ist auch schon Wochenende. Das letzte dienstliche. Ich werde es genießen. Das habe ich mir fest vorgenommen.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben nur noch 4.

  6. Dienstag - Wenn diverse Körperfunktionen nicht wären, könnte ich auch mal wieder durchschlafen. Aber aufstehen muss ich ja doch, obwohl ich noch gut ein/zwei Stunden schlafen könnte... Dieser Tag wird auf jeden Fall was besonderes, denn bisher bin ich immer in die Kleiderkammer gegangen, um neue Ausrüstung zu bekommen oder kaputte (oder auf seltsame Weise geschrumpfte) Kleidung zu tauschen. Heute gebe ich nur ab. Alles liegt auf einem großen, langen Tresen und wird gezählt, begutachtet, in einer meterlangen Liste abgehakt (in rot!) und dann entweder zum Recycling gegeben, oder ins Regal gelegt, weil noch nutzbar, oder als Museumsstück beiseite gelegt. Nun ja, meine ersten Teile der Ausrüstung stammen noch vom Ende der 80er Jahre, die könnte man wohl zu Recht museumsreif nennen. Fast zwei Stunden dauert die Prozedur, dann bin ich meine gesamte Ausrüstung los. Im Büro erzeugt mein Auftritt in eigentlich völlig normaler ziviler Kleidung und Hut einige Aufmerksamkeit. Nun ist auch äußerlich für alle zu sehen, dass ich nur noch wenige Tage im Dienst bin. Zum Arbeiten komme ich heute nicht. Zu viele Menschen haben Fragen, wollen wissen, wie sich das anfühlt, so kurz vor Schluss. Nun, es fühlt sich komisch an. Ein bisschen Sentimentalität, ein bisschen Erleichterung und ganz viel Freude. Zuhause steht die Familie vor mir und stellt mir genau die gleichen Fragen. Wir sind wohl alle auch ein bisschen aufgeregt, weil ein neuer Lebensabschnitt beginnt und sich so einiges schütteln wird. Dabei wissen wir alle noch gar nicht so genau, was da eigentlich konkret geschüttelt wird. Wir sind gespannt!
    #amEndedesTages fühle ich mich leicht. Fast alle dienstlichen Verpflichtungen liegen schon hinter mir. Die Gedanken kreisen schon lange um die kleinen und großen Pläne, die meine beste Ehefrau von allen und ich uns für die Zeit danach gemacht haben. Ganz oben steht als erstes: Entspannen! Und heute Abend übe ich das schon mal, bei einem kleinen Drink (um die Ausrüstung zu verabschieden), und meinem Buch.
    Morgen habe ich den letzten offiziellen Urlaubstag. Ich habe mir (wen wundert's?) einen Besuch beim Bücher-Dealer unseres Vertrauens auf den Plan geschrieben. Und mehr nicht... Reicht ja auch, oder?
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben nur noch 5.

  7. Montag - Ich stehe heute morgen mit ein bisschen Wehmut auf. Es wird mein letzter Tag in Uniform sein. Die restlichen Tage bis zum Dienstzeitende, bis also die rote Null am Ende steht, werde ich in ziviler Kleidung meinen Dienst verrichten.
    Heute hole ich die letzten Papiere ab und bespreche noch ein paar kleine Details zu meiner Verabschiedung. Nach 37 Jahren und wenn man den Job gern gemacht hat, geht man nicht so einfach aus dem Haus... Die Gespräche, die sich um meinen Abschied, meine baldige Pension und was ich denn dann so tun werde, werden immer mehr. Wirklich produktiv bin ich heute nicht mehr. Sogar die Ausbildung, die ich eigentlich heute noch einmal hätte halten sollen, ist verschoben. Und dann werde ich in zivil im Lehrsaal stehen, wie so ein Gymnasiallehrer...
    Am Nachmittag auf der heimatlichen Scholle ist es dann so weit. Raus aus der altgedienten Rüstung, alle Taschen leeren und all das Zeug, was so am Gürtel hängt, abnehmen. Und dann steckt die Uniform in einer unscheinbaren Tasche, um morgen dem Dienstherrn zurückgegeben zu werden, zusammen mit all dem anderen Zeug, das man als Soldat so hat. Helm, Ausgehuniform, Schutzweste, Wärme- und Nässeschutz... ein bisschen sentimental werde ich dabei schon. Immerhin habe ich den Kram 37 Jahre lang beinahe täglich getragen.
    #amEndedesTages schwimmt ein wenig flüssiges Sonnenlicht im Tumbler. Wir verabschieden die Uniform mit einem guten #whisky und ein paar kleinen Erinnerungen.
    Morgen also die Abgabe meiner Ausrüstung. Und dann stelle ich mich meinen Kollegen und Kameraden als Zivilist vor. Haben die ja so auch nur sehr selten von mir gesehen...
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben nur noch 6.

  8. Freitag - das Aufstehen fällt einigermaßen leicht, obwohl die Nacht nicht ganz so ruhig war. Der Tee hat sein Recht gefordert... Der Morgen ist gemütlich, denn es kommt nicht so wirklich darauf an, pünktlich wie ein Maurer im Büro zu sein. Gerade mal drei Minuten nach Glockenschlag sitze ich trotz aller Ruhe und Gemütlichkeit am Arbeitsplatz. Eigentlich erfülle ich heute nur meine Anwesenheitspflicht, aber ich hab dafür endlich Zeit, die Berichte der letzten Tage, die ich wegen der Ausbildung verpasst habe, lesen zu können. Alles schön gemütlich! Schon am Mittag bin ich wieder zuhause, helfe der besten Ehefrau von allen ein wenig in der Küche und bügle die Wäsche, während ich Sylvester Stallones Abenteuer in Tulsa betrachte. Später kommt mein alter Herr noch vorbei, und wir wärmen alte Geschichten in Uniform auf. Es ist so richtig gemütlich.
    #amEndedesTages sind wir wieder unter uns, strecken uns auf dem Sofa aus und lassen den Tag gemütlich ausklingen. Morgen haben wir alle Zeit für unsere Hobbys, und ganz oben steht das Ausschlafen. Vielleicht mache ich mal wieder ein kleines Filmchen - hätte ich mal wieder Lust zu...
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 7.

  9. Donnerstag - früh aufstehen, Kaffeemaschine wecken, Gesicht raspeln, Zähne schmiergeln. Und in Gedanken bin ich schon ein paar Tage weiter, wenn der Wecker ebenso in Rente geht wie ich. Im Büro einmal schnell nach dem rechten sehen, dann stehe ich zum dritten Mal in dieser Woche im Lehrsaal und unterrichte. Es geht ein bisschen langsamer voran als in den letzten beiden Runden, aber das liegt an vielen interessierten Fragen und daran, dass die Auszubildenden selbst viel ausprobieren wollen. Insgesamt ziemlich anstrengend, aber schön. Ich verbuche das mal als Erfolg.
    Trotzdem bin ich froh, als es nach Hause geht. So ein ganzer Tag im Lehrsaal macht auch müde. Nur noch kurz die Tochter aus dem Reitstall zerren, den Tagesberichten der Familie zuhören und den Katzen das Fell neu sortieren, dann ist auch schon Feierabend.
    #amEndedesTages hören die beste Ehefrau und ich dem enthusiastischen Regen zu und genießen die Wärme und Gemütlichkeit des Sofas. Ein paar Zeilen noch lesen, weil sich die Story jetzt gerade so interessant entfaltet. Und vielleicht zum Abschluß ein kleiner Drink...
    Morgen muss mindestens ein Telefonat noch geführt werden, um die nächste Woche vorzubereiten. Aber mehr habe ich dann auch nicht vor. Reicht auch, dafür, dass es so kurz vor dem Wochenende ist...
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 8.

  10. Mittwoch - Das Aufstehen ist heute quasi eine Premiere, denn ich bin nicht der einzige, der wach ist. Der Sohn hat heute einen Termin in der Landeshauptstadt, und weil er ein großer Fan des ÖPNV ist, muss er so richtig früh raus, um mit Bus und Bahn rechtzeitig sein Ziel zu erreichen. Ich dagegen kann meinen gewohnten Zeitplan halten und bin deutlich früher im Büro als der Sohn bei seinem Termin. Heute wird wieder ausgebildet, aber wir müssen erstmal warten, bis a) der vorangehende Vortrag beendet ist und b) alle an ihrem Platz sind. Vier Stunden geht es heute um Darstellungsformen, Automatisierung, Filtereinstellungen und neue Ideen. Die kleine Gruppe ist motiviert, stellt viele Fragen und zieht uns Ausbildern reichlich Wissen und Erfahrung aus der Nase. So gefällt mir das. Zuhause wird es deutlich gemütlicher. Wir tauschen untereinander die Erlebnisse des Tages aus, machen ein paar Pläne für die Zeit "danach", wenn ich Pensionär bin. Passenderweise halte ich seit heute meinen Ausweis für Versorgungsempfänger, also so was ähnliches wie der Rentenausweis, in den Händen.
    #amEndedesTages spricht die beste Ehefrau von allen in fremder Zunge mit ihrem Handy. Ich selbst versenke mich einmal mehr in mein Buch und entspanne einfach.
    Morgen kommt die nächste Runde der Ausbildung dran. Ich hoffe, diese Ausbildungsgruppe ist mindestens so motiviert wie die letzte. Dann macht es auch Spaß.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch (Trommelwirbel!) 9. Das muss gefeiert werden! 🥃

  11. Montag - schon wieder viel zu früh wach... Dann bleibt mir ein bisschen mehr Zeit für den Frühsport, was mich auch nicht unbedingt stört. Im Büro hat doch noch der eine oder andere nicht begriffen, dass ich mich auf dem Weg in die Pension befinde. Nun, es ist ihm nicht gelungen, seine Probleme zu meinen zu machen. Die heutige Ausbildung startet eine gute Stunde später, um eine Besprechung nicht zu stören. Man ist ja flexibel. Es macht mir Spaß, nochmal vor der Truppe zu stehen und mein karges Wissen weiterzugeben. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich inzwischen alles etwas entspannter sehe. Jedenfalls scheint es den Auszubildenden doch etwas Spaß gemacht zu haben, immerhin hat sich keiner beschwert. Nach der Ausbildung regle ich noch ein paar kleine organisatorische Dinge, dann gibt mir mein kleines Überstundenpolster die Gelegenheit, den Heimweg anzutreten. Zuhause gibt es erstmal den täglichen familiären Austausch der Erlebnisse, bevor ich zum gemütlichen Teil übergehe. Tatsächlich verbringe ich einen guten Teil des Nachmittages mit meinem Buch auf dem Sofa. Es tut gut, mal wieder a) ungestört und b) ohne sofort einzuschlafen einige Kapitel lesen zu können.
    #amEndedesTages bleibe ich einfach beim Lesen. Es macht eben irrsinnig viel Spaß! Morgen verbrate ich meinen vorletzten Urlaubstag. Eigentlich wollte ich ja erst Mittwoch Urlaub machen, aber der Ausbildungskalender hatte was dagegen. Dann eben morgen. Und dieses Mal habe ich mir den Tag nicht mit Terminen vollgestopft!
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 10.

  12. Freitag - durchgeschlafen! Wie hab ich das denn gemacht? Na, egal! Raus aus den Federn, die Kaffeemaschine wecken und das Haarkleid aus dem Gesicht raspeln. Das wird ein kurzer Arbeitstag heute! Im Büro bleibt es für mich ziemlich ruhig. Die Arbeit haben andere, während ich mich um ein paar Kleinigkeiten kümmere und viel rede. Na, und dann soll ich nächste Woche noch einmal ausbilden. Das will natürlich auch vorbereitet werden. Schneller als erwartet klopft der Dienstschluss an und das richtige Leben beginnt.
    Erstmal in den Spielwarenladen für Männer - den Baumarkt. Das Internet im Haus wird demnächst auf Glasfaser umgestellt, das macht einen neuen Kabelkanal nötig, und der steht jetzt hier parat. Dann richte ich die Kameras rund um das Haus neu ein, währendt die beste Ehefrau von allen einen lecker Kuchen backt. Den es leider erst morgen gibt. Mist. Aber irgendwas ist ja immer.
    #amEndedesTages bin ich doch reichlich müde, trotzdem gebe ich meinem Buch eine Chance. Ich möchte ja wissen, wie es weitergeht. Morgen ist also Wochenende. Der Wecker ist aus, die Pläne für den Tag ausgesprochen übersichtlich. Sie drehen sich in der Hauptsache um gutes Essen...
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 11.

  13. Donnerstag - nach dem gestrigen, anstrengenden Tag hoffe ich heute auf etwas mehr Geruhsamkeit. Aber irgendwie will sich die nicht einstellen. Das Büro und das Umfeld fühlen sich an wie ein Bienenschwarm, was wohl auch an den vielen Gästen liegt, die wir heute begrüßen dürfen. Der neue Anbau feiert heute sein Richtfest, und das wollen wir doch bitte alle miterleben! Außerdem gibt es Bratwurst für lau, in rauen Mengen. Also heute keine geruhsame Routine, sondern viele Menschen, viel Small Talk, viel erklären - und immer schön lächeln! Selten war ich so froh, den Heimweg antreten zu können. An der heimischen Scholle wird aber nur mal kurz angeklatscht, dann bin ich schon wieder unterwegs zum nächsten Termin. Bankangelegenheiten (hier Augenrollgeräusch einfügen)... Und danach noch ein telefonisches Abschlussgespräch zur Vorbereitung meines Pensionärdaseins. Dann ist endlich Feierabend. Wenn da nicht das WLAN wäre! Einer der Repeater spielt nicht mit und wird kurzerhand abgeschaltet. Das Problem löse ich dann später!
    #amEndedesTages kommt mir das Sofa wie ein Luxus vor. Lesen kann ich heute getrost vergessen. Mit geschlossenen Augen klappt das einfach nicht...
    Morgen wird es im Büro hoffentlich etwas ruhiger, und danach kann ich mich um ein paar Dinge, die in dieser Woche noch übrig geblieben sind, kümmern. Ja, und dann ist endlich Wochenende. Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 12.

  14. Dienstag - einigermaßen durchgeschlafen. Es scheint, als käme mein Hirn doch noch zwischendurch zur Ruhe.
    Meine Ausrüstung ist gezählt, kontrolliert und verpackt in der Kaserne. Leider mit meiner Regenjacke drin... Aber ich komme noch trockenen Leibes im Büro an. Etwas später pflücke ich meine Regenjacke wieder aus der Tasche im Spind, gerade rechtzeitig, bevor der Regen wieder so richtig enthusiastisch wird. Der Rest des Arbeitstages ist Vorbereitung für die Ausbildung nächste Woche. Das ist aber auch schon genug, immerhin ist meine letzte Ausbildung schon wieder ein Weilchen her.
    Den heimischen Nachmittag verbringe ich damit, das WLAN-Netz im Haus neu aufzubauen. Wie es scheint, wollte sich da jemand mehrfach in unser gesichertes WLAN-Netz einschleichen. Jetzt hat das Netz nicht nur ein neues Passwort (richtig: 12345678 - woher wusstet ihr das?) und eine neue SSID, es ist jetzt auch noch versteckt. Mal schauen, was in den nächsten Tagen passiert.
    Das WLAN-Netz zu konfigurieren geht schnell. Es dauert aber erschreckend lange, bis alle Geräte wieder angemeldet sind. Die Eingabemöglichkeiten an Fernsehgeräten sind eine mittlere Katastrophe!
    #amEndedesTages behalte ich das WLAN-Netz im Auge. Und nachdem ich gestern beim Lesen grandios (und schnarchend) gescheitert bin, versuche ich es heute nochmal. Und ich schalte den Wecker aus! Ha! Morgen ist ein freier Tag. Zumindest in der Theorie, denn tatsächlich gibt es da ein paar Termine, um die ich mich kümmern muss. Also Erholung wird das nicht.
    Letzte Amtshandlung: ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch
    13.

  15. Montag - Wie kann eine Nacht nur so wach halten? Meine Müdigkeit erreicht Körperstellen, da kommt Erschöpfung gar nicht hin! Aber hilft ja nix... Der Kaffee muss es richten. Vielleicht lasse ich das Wasser heute weg und drücke mir die Kaffeebohnen gleich intravenös in die Blutbahn.
    Im Büro mache ich nur einen kurzen Zwischenstopp und zeige, dass ich heute durchaus im Dienst bin. Dann verschwinde ich auch schon wieder und wandle auf den unerforschten Pfaden der Bundeswehrbürokratie. Ich stelle fest: Nach 37 Jahren Dienst fehlen ein paar Kleinigkeiten in der Ausrüstung, dafür habe ich unzählige Dinge, die der Staat gar nicht mehr zurück haben möchte. Dass ich die Leibwäsche behalte, kann ich ja noch verstehen, aber was gibt es denn an der gut gepflegten, alten, schweren Uniform in Steingrau-Oliv auszusetzen? Gut, ein bisschen eng jetzt, aber sonst... Am Nachmittag suche ich verzweifelt nach einem unauffälligen Platz im Haus für unzählige, seltsam braune Schlüppis, ebenso viele Shirts (auch braun, aber nicht ganz so seltsam) und ein Konstrukt, dass sich
    ballistische Unterwäsche nennt. Soll ich das Zeug dem potentiellen Gefechtsfeldunkumpel an den Kopf werfen? Nun gut, irgendwo kann ich den Kram schon unterbringen, denke ich. #amEndedesTages stehen noch zwei Taschen voller Wäsche im Weg, aber sonst geht es eigentlich. Zeit für das Sofa - Lesen werde ich versuchen, aber ich gehe davon aus, dass ich spätestens nach dem zweiten Satz einschlafe. Ich habe da was nachzuholen...
    Morgen der nächste Akt auf dem Weg zur Abgabe meiner Ausrüstung. Ohne Papier geht es in der Bundeswehr noch nicht... Und dann muss ich mich langsam mal darauf vorbereiten, nächste Woche nochmal als Ausbilder aufzutreten.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 14.

  16. Freitag - Es sollte gesetzlich verboten sein, vor Sonnenaufgang aufzustehen... Nun gut, an der Kaffeemaschine vorbei torkeln, den Arm locker angehoben, um im Vorbeigehen das Gerät einzuschalten. Rasierapparat - gefunden. Zahnbürste - ich hoffe wirklich, dass das meine ist.
    Frühstück - light: halber Kaffee, Nutellabrot.
    Die Routine im Büro besteht für mich inzwischen aus "lesen, was andere geschrieben haben" und "Neues aus Politik und Gesellschaft". Es gibt für einen Pensionär in Lauerstellung einfach keine Aufgaben mehr. Zum Glück ist das heute nur ein halber Arbeitstag, deswegen kann ich mich schon bald wieder in den endlosen Autokorso durch die Stadt einreihen.
    Der Nachmittag gehört dem Lebensmittelkonsum und meinen Büchern. Die zu lesen macht deutlich mehr Spaß als der dienstliche Kram...
    #amEndedesTages bleibe ich am Buch. Es wird gerade sehr interessant! Unzufriedenheit - Radikalisierung - Suche nach dem eigenen Ich. Ich berichte dann später davon.
    Morgen ist natürlich Wochenende, und es wird getan, was über die Woche liegengeblieben ist. Vielleicht bleibe ich auch einfach mal liegen...
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 15.
    post scriptum: Das bedeutet, dass ich ab jetzt keine 5-Tage-Woche mehr haben werde! 😁

  17. Donnerstag - Aufwachen mit dem Gedanken "Himmel! Es ist ja bald so weit!" Aber hilft ja nichts, heute muss ich wieder ins Büro. Meine letzte Teilnahme in einem Gesprächskreis. Ich höre von all den Vorhaben, die für das kommende Jahr geplant sind. Das wird viel Arbeit! Ich verabschiede mich aus der Runde mit den Worten "Viel Glück und viel Erfolg!" und denke mir, dass ich froh bin, diese Herausforderungen nicht mehr meistern zu müssen. Später sieht mich der diensthabende Arzt ein letztes Mal, dann ist auch dieses Kapitel geschlossen. Der nächste Arzt, den ich besuche, ist ein ziviler. Vorausgesetzt, ich bekomme einen Termin... Dann noch diese Erkenntnis: Von nun an kann ich bis zum letzten Arbeitstag immer ein bisschen früher gehen, damit ich keine Überstunden mit in die Pension nehme. Auch schön!
    #amEndedesTages bin ich ganz zufrieden mit mir. Ich genieße die neue Frisur der besten Ehefrau von allen, die Ruhe und den kleinen Drink. Und natürlich lese ich wieder ein paar Seiten. Wie weit ich wohl heute komme, bevor ich einschlafe?
    Morgen ist ein ganz normaler Arbeitstag. Geplant ist nichts, und das genieße ich auch. Nächste Woche darf ich nochmal für ein paar Stunden Ausbilder spielen. Da will ich noch was für vorbereiten. Das wird lustig!
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 16.

  18. Mittwoch - immer, wenn ich glaube, jetzt geht's wieder, wache ich mitten in der Nacht auf... Wenigstens schlafe ich recht schnell wieder ein, aber der Wecker ist trotzdem zu früh, zu laut, zu alles. Der Arbeitstag bringt alte Gesichter, lang nicht mehr gesehen, alte Informationen, nichts neues, und definitiv zu viel Regen. Langsam wird es mal so richtig öde. Von allen Seiten kommt eine seltsame Art von Trost: "Dauert ja nicht mehr lange!" Na ja, recht haben sie schon... Das graue, trübe und nasse Wetter schlägt auf den Antrieb. Die Muskeln, die ich zum Gähnen brauche, sind heute ausgesprochen trainiert und fit. Der Rest des Körpers eher nicht... Zuhause werden kleine Zukunftspläne diskutiert, künstlerische Fortschritte bewundert und um die Wette gegähnt. Und viel zu schnell wird es dunkel.
    #amEndedesTages erkunde ich wieder den Mars, mit einem kleinen Drink in der Hand. Immerhin ist es ja ziemlich staubig dort. Morgen kommt der nächste Termin, der mich näher an die Pension bringt. Und wahrscheinlich irrsinnig viel Freizeit am Arbeitsplatz. Da muss ich jetzt wohl durch...
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 17.

  19. Dienstag - nur fünf Minuten vor dem Wecker wach geworden. Ich bewerte das mal großzügig als "durchgeschlafen". Der erste spontane Herztod kommt, als die Reinigungsmaschine für den Rasierer in heftiges Geschrei ausbricht und damit beinahe die ganze Straße weckt. Hat sie vorher nie getan!
    Im Büro bleibt (mal wieder) kaum was zu tun für mich. Ich checke den Kalender, mehrfach, erst staunend, dann grinsend. Das Ergebnis ist unten zu finden. Den größten Teil des Arbeitstages verbringe ich im Kreise meiner Ausrüstung. Es ist nun zum zweiten Mal alles gezählt und kontrolliert. Man weiß ja nie. Der Nachmittag ist recht gemütlich. Die beste Ehefrau von allen nimmt das Reinigungsgerät des Rasierers auseinander, findet keinen Fehler und baut alles wieder zusammen. Beim Testlauf schreit das Gerät wieder das ganze Viertel zusammen. Also wird es erstmal nicht weiter benutzt. Das ist mir zu laut. Danach Zaunkontrolle mit Installation einer zweiten Wildtierkamera. Wir möchten das nächste Reh gern inflagranti erwischen, wenn es über den Zaun zu steigen versucht. Vielleicht ist das dann ja gerichtsverwertbar...
    #amEndedesTages bleibt Michael Strogoff liegen. Statt dessen lese ich von einem Leben auf dem Mars in der Zukunft. Mal sehen, wie sich diese Geschichte entwickelt.
    Morgen besuche ich eine Informationsveranstaltung. Vielleicht kann ich ja noch was neues zum Thema Pension erfahren.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - und nach amtlicher Neuauszählung bleiben noch 18! Wer hätte das gedacht?

  20. Montag - wie kann eine Nacht nur so zerfleddert sein? Ich schlafe schlecht ein und wache ständig wieder auf. Kurz bevor mir der Wecker einen Herzinfarkt basteln kann, stehe ich auf und beginne dezent zerstört mein Tagwerk. Im Büro werde ich mehr als einmal darauf aufmerksam gemacht, dass in vier Wochen alles vorbei ist. Ob ich nicht vielleicht doch noch ein oder zwei Jahre länger bleiben möchte? Möchte ich nicht. Ansonsten ist der Arbeitstag eine Lehrstunde in Sachen Langeweile. Anweisungen aktualisieren? Schon geschehen. Berichte und Meldungen redigieren? Macht schon ein anderer. Termine organisieren? Gibt nichts mehr zu organisieren. Statt dessen lese ich ein Ebook, und das ist auch noch erstaunlich gut. Ich denke, ich werde es mir irgendwann als ganz reales Buch zum Blättern kaufen. Höhepunkt heute ist die Verabschiedung eines langjährigen Wegbegleiters, der eine neue Wirkungsstätte gefunden hat. Herzliche, warme Worte, ein paar unerwartete Emotionen und eine kurze, spontane Grillparty dürften dem Kollegen den Abschied nicht gar so leicht gemacht haben. Immerhin weint der Himmel während der ganzen Aktion nicht, wie er es sonst fast den ganzen Tag gemacht hat.
    Am Nachmittag sorgt die beste Ehefrau von allen für eine gewaltige Erleichterung um meine Hirnschale: Ungefähr mehrere Ballen Kopfwolle fallen ihrer flinken Schere zum Opfer. Ich sehe wieder was und einigermaßen menschlich (und vielleicht sogar ein bisschen soldatisch) aus.
    #amEndedesTages legt sich das Sofa heute etwas früher in den Weg. Nach der letzten, recht bescheidenen Nacht bin ich damit sehr einverstanden. Außerdem möchte ich den Kurier des Zaren noch ein Stückchen seines Weges durch's wilde Kurdistan... (Nein, das war ja der andere Roman!) durch Taiga und Tundra begleiten.
    Morgen steht erstmal nichts an. Für meinen letzten Tag im Dienst werde ich allerdings noch ein paar Informationen brauchen, und die besorge ich mir morgen. Wenn ich die Leute, die ich brauche, auch antreffe...
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 20.

  21. Freitag - Meine Güte! War der Wecker schon immer so laut? Immerhin habe ich recht gut geschlafen und komme ein bisschen besser aus dem Bett. Die angekündigte Mondfinsternis versteckt sich hinter dicken Wolken, was die Fahrt zur Arbeit unspektakulär wie so häufig macht. Im Büro ist das Highlight des Tages ein ausgedehntes Frühstück zum Abschied eines Kollegen, der sich einen neuen Wirkungskreis gesucht hat. So geht das Frühstück beinahe nahtlos in den Feierabend und das Wochenende über. Auch nett. Zuhause wartet die Hausarbeit in Form eines vollen Wäschekorbes auf mich zu. Beim Bügeln schaue ich mir ferne Welten an, die gar nicht so wohnlich aussehen. Aber es ist zum Glück nur ein Film... Der Voteil meiner Bügelei: Morgen ist dann so richtig Wochenende. Mit ohne viel Arbeit! Ha!
    #amEndedesTages wird die Katze auf dem Sofa ausgiebig gekrault, bevor ich mich wieder in mein Buch vertiefe. Mensch, ist das gemütlich! Morgen gibt es also keine großen Pläne. Die Tochter bekommt Damenbesuch, aber das ist auch schon alles.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 21.

  22. Donnerstag - schon wieder eine unruhige Nacht. So langsam geht mir das auf den Zeiger... Trotzdem fühle ich mich einigermaßen normal an diesem Morgen. Dass es nun auf dem Weg zur Arbeit immer dunkler ist, geht mir auch auf die Nerven. Aber ich kann es ja nicht ändern. Nachdem ich gestern alle Hände voll zu tun hatte, ist es heute im Büro mehr als langweilig. Es ist wenig los, und ich habe noch weniger zu tun. Immerhin habe ich endlich mal wieder meine 10000 Schritte geschafft, und das noch im Dienst. Ich belohne mich mit einer ganzen Viertelstunde früher Feierabend. Zuhause lockt der Garten. Ein großer Korb Äpfel wird in die Küche geschleppt, und mehr als zwei Kilo Apfelbeeren gesellen sich auch noch dazu. Dann hänge ich noch die Wildkamera im Garten um. Die Rehe in der Umgebung scheinen begriffen zu haben, dass unser Garten nicht zu betreten ist. Ich kann die Kamera nutzen, um die Marderfamilie vielleicht ein wenig zu beobachten. Wenn sie sich zeigen will...
    #amEndedesTages fühle ich mich ausgesprochen entspannt. Michael Strogoff ruft nach mir, und ich nähere mich wieder einige Seiten dem fernen Irkutsk.
    Morgen - gibt es aller Wahrscheinlichkeit wieder nichts zu tun, jedenfalls im Büro. Ich werde mir die Zeit schon vertreiben. Und dann ist Wochenende!
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    #gestrichen - bleiben noch 22.

  23. Mittwoch - endlich mal wieder erst vom Wecker geweckt worden. Na ja, nachdem ich gestern beinahe im Stehen eingeschlafen bin, vielleicht auch kein Wunder. Der heutige Tag fällt mir leicht. Mein Plan ist, ihn nicht im Büro zu verbringen, sondern mit der weiteren Vorbereitung meines Abschieds. Als Soldat hat man ohnehin schon reichlich Ausrüstung mit sich rumzuschleppen, und über die Jahre wird es sogar noch mehr. Zum Ende muss ich all das an den Dienstherrn zurückgeben, also zähle ich heute meine Ausrüstung und entdecke dabei so manches Teil, dass ich schon seit langem nicht mehr verwendet habe und mich an die eine oder andere Anekdote erinnert. Insgesamt habe ich wohl noch alles beisammen; nur ein paar kleine Dinge scheinen zu fehlen, aber ich habe auch noch nicht überall gesucht... Und in 37 Jahren Dienst darf das eine oder andere kleine Teil auch mal verloren gehen. Das beste an diesem Tag: Ich bin von früh bis spät allein und ungestört! Sehr erholsam.
    Am Nachmittag treffe ich Verwandtschaft aus längst vergangenen Tagen. Wir haben uns lange nicht gesehen und nur sehr wenig Zeit heute miteinander, aber es reicht, um einen Sack voll Neuigkeiten auszutauschen und den festen Vorsatz zu fassen, sich bald mal wieder zu treffen. Später erzählt die Tochter fernmündlich die ersten Geschichten ihrer kurzen Klassenreise "zum Kennenlernen". Alles ganz locker, wie es scheint.
    #amEndedesTages genieße ich den Nachhall meiner einsamen Stunden. Wer mal in einem Großraumbüro gearbeitet hat, kann das vielleicht nachvollziehen. Der Abend wird sicher friedlich und ruhig. Ich werde Michael Strogoff wieder auf seiner Reise nach Irkutsk begleiten.
    Morgen kann ich mich eher nicht aus dem Büro schleichen, aber das ist auch nicht so schlimm. Viel zu tun habe ich sowieso nicht mehr. Und dann kommt die Tochter ja auch schon wieder von ihrem Kurztrip zurück. Sie wird reichlich zu erzählen haben.
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    #gestrichen - bleiben noch 23.

  24. Dienstag - die Nacht zu kurz, mal wieder, und dann fühlt sich dieser Dienstag auch noch wie ein Montag an... Der erste Termin des Tages funktioniert ja noch tadellos, aber der zweite und zum Glück auch letzte muss verlegt werden. Na gut, dann eben nächste Woche. Statt also meinen Tag bei mehr oder weniger anstrengenden Terminen zu verbringen wie geplant, sitze ich wieder im Büro und vertreibe mir die Zeit. Ziemlich langweilig, wenn man nichts zu tun hat, aber wenigstens habe ich noch einmal die Gelegenheit, mit Schwung klugzuscheißen. Meine freitäglichen Opfergaben an Zeit an die Götter der Überstunden ermöglichen mir heute wenigstens einen etwas früheren Feierabend, und wo könnte man das besser feiern, als beim Buchdealer um die Ecke? Neun Bücher finden ein neues Zuhause bei uns. Juhu! Erstaunlicherweise fühle ich mich wie durch den Wolf gedreht. Vielleicht war es doch ein bisschen zu wenig Action für diesen Tag... Ich weiß es nicht.
    #amEndedesTages ist mir das Sofa überaus willkommen, und nach dem Besuch beim Bücherdealer freue ich mich erst recht auf meinen Roman. Da stehen nämlich noch eine ganze Menge Welten im Regal, die ich noch besuchen möchte.
    Morgen wird gezählt, wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Und wenn ich damit fertig bin, ist der Arbeitstag so gut wie zu Ende, nehme ich mal an. Wir hoffen das beste.
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    #gestrichen - bleiben noch 24.

  25. Freitag - Es scheint zur Gewohnheit zu werden, dass ich weit vor dem Wecker wach werde. Das nervt... Also wieder in sprichwörtlich schlafwandlerischer Sicherheit gähnend die Heilige Dreifaltigkeit von Rasierer, Zahnbürste und Kaffeemaschine abarbeiten. Im Büro bleibt es einigermaßen ruhig, abgesehen von den Leuten, die doch tatsächlich glauben, ich würde nochmal ausbilden, und den Leuten, die mir ihre beruflichen Probleme in der Hoffnung erzählen, dass ich sie lösen kann. Nun, ich bin in beiden Fällen der falsche Ansprechpartner. Außerdem müssen noch Dinge organisiert werden, immerhin gehe ich sehr bald in Pension. Und ich stresse mich sicherlich auf die letzten Tage nicht mehr.
    Zuhause ist es gemütlicher. Die Vorräte für das Wochenende werden aufgestockt, Fruchtfliegen gnadenlos gejagt und ein Roman zu Ende gelesen.
    #amEndedesTages muss ich eine Entscheidung treffen: Welches Buch pflücke ich als nächstes aus dem Regal? Ich glaube, ich entscheide mich für etwas historisches: Der Kurier des Zaren von Jules Verne in einer prächtigen Schmuckausgabe lächelt mich schon seit Tagen an... Also, ab auf das Sofa und rein in die Geschichte!
    Morgen werden die Vorbereitungen getroffen für einen kleinen Garagenflohmarkt. Es gibt Kinderklamotten, Bücher (erstaunlicherweise) und allerhand andere interessante Dinge, die ein neues Zuhause suchen.
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    #gestrichen - bleiben noch (Trommelwirbel!) 25.

  26. Donnerstag - warum werde ich wieder viel zu früh wach? Ich verstehe es nicht... Na gut, dann eben wieder ein bisschen mehr Sport. Es kann ja nicht schaden.
    Die Hoffnung auf einen Routinetag im Büro verflüchtigt sich mit einem Blick auf die Datenbanken. Die Darstellung gewisser Daten ist dezent verschoben und verschiebt sich noch weiter, wenn man sich in der Datenbank bewegt. Letztlich haben zwei ähnliche, aber doch unterschiedliche Berechnungsmodelle miteinander konkurriert und im Ergebnis ziemlichen Müll ausgeworfen. Mit der Korrektur bin ich für den Rest des Arbeitstages beschäftigt. Zuhause wird es dafür ein bisschen ruhiger. Taxidienst für einen Pferdefreak, ein langes Gespräch über Zukunftsaussichten, Ziele und Selbstvertrauen und dann noch ein bisschen Zeit mit dem alten Herrn. Familienleben eben, und das tut so richtig gut!
    #amEndedesTages kehrt endgültig Ruhe ein. Das Sofa lockt, das Buch auch, und den Gipfel der Gemütlichkeit erreichen wir, als es draußen vernehmlich regnet, wir es aber drinnen warm, trocken und ausgesprochen kuschelig haben. Schön!
    Morgen muss ich die Fehlerkorrektur von heute noch einmal kontrollieren, damit die Datenbanken korrekt laufen, wenn ich über das Wochenende nicht da bin. Und dann ist Wochenende. Jubel!
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    #gestrichen - bleiben noch 26.

  27. Mittwoch - Ich werde viel zu früh wach, ohne zu wissen, warum. Na gut... Noch ein bisschen dösen, dann aber raus aus den Federn und rein in den Tag. Den Frühsport kann ich heute ein bisschen ausdehnen, was meinen Rücken geradezu feiern lässt. Dann aber Rasierer - Zahnbürste - Kaffeemaschine. Das Büro sieht mich heute morgen nur kurz, dann bin ich schon auf dem Weg zum vorletzten Arzttermin in der Bundeswehr. Der Sehtest fällt einigermaßen zufriedenstellend aus. Ich bin eben keine 20 mehr, und die Karotten, die ich täglich futtere, scheinen auch nicht so wirklich geholfen zu haben. Aber dafür schmecken sie! Das ist doch schon was. Mit frischem Sehtest in der Tasche wird es Zeit für die Facharbeit. Immer wieder ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich das eine oder andere wohl bald weder tun werde, noch tun darf. Ich weiß noch nicht, ob ich mich darüber freuen soll...
    Irgendwann ist aber auch dieser Arbeitstag zu Ende. Zuhause gebe ich die Kalesche des Schwiegervaters wieder zurück und fahre fürderhin meinen eigenen Familien-Laster wieder. Der steht mir auch besser!
    #amEndedesTages muss ich unbedingt sehen, wie die Geschichte in meinem Roman weitergeht. Es ist doch so spannend! Und dann hoffe ich, morgen früh ein bisschen länger schlafen zu können.
    Morgen wird ein Routine-Tag werden, ich erwarte keine Überraschungen. Das ist mir ganz recht.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 27.

  28. Dienstag - Weil der Schwiegervater Angst hat, dass es Schaden nimmt, wenn es so lange steht, fahre ich heute mit seinem Vehikel ins Büro. Ziemlich ungewohnt, aber Schwiegervaters Sorge ist unbegründet. Das Auto schnurrt wie ein Kätzchen. Sieht eben nur furchtbar aus und ich kann da drin nicht gut sitzen. Wir bearbeiten ihn, dass er das Auto verkauft, wenn er es doch sowieso kaum noch benutzt. Steter Tropfen und so... Eigentlich wollte ich heute nur zwei Vorträge machen und mehr nicht. Es wird dann doch mehr, weil mal wieder das Personal fehlt und ich Lücken füllen muss. Langweilig wird es jedenfalls nicht und die beiden Vorträge kommen beim Publikum gut an. Ich verbuche diesen Dienst-Tag als Erfolg. Zuhause darf ich mich dem süßen Nichtstun hingeben. Ich genieße einige Kapitel in meinem Roman, bevor mich die Pflicht wieder einholt und ich das Bürofutter für morgen vorbereite.
    #amEndedesTages lese ich weiter, es ist gerade sehr spannend. Und draußen geht ein grauer Tag zu Ende, der leider kaum Regen brachte...
    Morgen kehrt hoffentlich ein bisschen mehr Ruhe ein, sodass ich noch den einen oder anderen Termin stressarm wahrnehmen kann. Es ist kaum zu glauben, aber die tägliche Arbeit wird im Durchschnitt tatsächlich immer weniger.
    Letze Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 28.

  29. Montag - die Nacht nach dem Sonntag ist zu kurz! Das ist wohl so eine Art Naturgesetz. Kannste nix machen. Außer gähnen... Der Kaffee tut sein möglichstes, und bis zum Büro bin ich halbwegs aufnahmefähig. Jedenfalls reicht es, um mich daran zu erinnern, dass ich noch ein paar Dinge zu organisieren habe. Der Vormittag besteht also im wesentlichen aus Small Talk, etwas Abstimmungsgespräch und einigen neuen Terminen im Kalender, die letztendlich darin münden werden, dass ich keine Uniform mehr tragen werde. Insgesamt also alles recht erfolgreich. Den Nachmittag im Büro verbringe ich mit der Vorbereitung von zwei kleinen Vorträgen, sehr wahrscheinlich die letzten, die ich noch halten werde. Der Weg nach Hause ist angenehm, nicht zu heiß und stellenweise ein bisschen feucht. Vom Regen hätten wir gerne noch ein bisschen mehr bekommen dürfen.
    Die Kinder erzählen mehr oder weniger begeistert vom ersten Schultag nach den Ferien, ich höre neue Namen von Schulkameraden und Lehrern, und ich höre von Problemen bei der Zeitabstimmung. Aber das renkt sich schon noch ein.
    #amEndedesTages bin ich zufrieden. Dinge sind in Gang gebracht worden, Neuigkeiten ausgetauscht, und jetzt wird es Zeit für das Buch, das ich doch schon ein bisschen vernachlässigt habe.
    Morgen also zwei Vorträge, und sonst wohl nichts weiter. Aber so gegen Ende reicht das ja auch für einen Arbeitstag.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 29.

  30. Freitag - Das Aufstehen fällt nicht leichter. Erst recht nicht, wenn es draußen noch so dunkel ist. Bis zum Büro bin ich aber einigermaßen wach und aufnahmefähig. Viel Arbeit gibt es nicht, erst recht nicht, nachdem mir für einen Zeitpunkt Ende September befohlen wird, weder krank zu sein noch Urlaub zu haben. Jetzt hat auch der letzte (nämlich ich selbst) begriffen, dass ich bald gehe. Aufträge gibt es ab jetzt für mich nicht mehr. Entsprechend leicht und ein wenig beschwingt wird die Fahrt nach Hause. Einkaufen, ein paar kleine Pläne für den Rest des Tages, und mehr passiert heute nicht mehr. Es ist ja auch viel zu warm draußen.
    #amEndedesTages habe ich viel Zeit zum Lesen, vorausgesetzt, ich schlafe nicht wieder sofort ein... So geht ein insgesamt sehr gemütlicher Tag zu Ende, und ich erwische mich immer wieder bei dem Gedanken, dass ich sehr bald keine Uniform mehr tragen werde. Da kommt was neues auf mich zu...
    Morgen ist aber erstmal Wochenende, und das bisschen Haushalt steht an. Bügeln, Essen vorbereiten, Ordnung halten und ein bisschen Büroarbeit - wir werden den Tag schon rum kriegen!
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 30.

  31. Freitag - je dunkler der Morgen, desto zuer die Augen... Der Kaffee hilft heute kaum, meine Augen wenigstens so weit zu öffnen, dass ich hinreichend sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann. Der Bürotag ist heute recht kurz, aber erfolgreich: Ich habe die Tastatur gefunden und eine Bedienungsanleitung verfasst, die auch halb-begabte Kollegen verstehen sollten. Rechtzeitig zum Mittagessen bin ich wieder zuhause und tue das, was mir am besten gefällt: einen Mittagsschlaf auf dem geliebten Sofa. Solchermaßen gestärkt macht es mir auch nur wenig aus, mich mit der besten Ehefrau von allen in das Getümmel menschlicher Absonderlichkeiten in Garten-Center und Supermarkt zu stürzen. Immerhin - die Wochenendeinkäufe sind nun erledigt, das Wochenende kann beginnen!
    #amEndedesTages werfe ich noch den einen oder anderen Blick ins Buch, in der Hoffnung, nicht wieder so schnell einzuschlafen. Ich möchte doch langsam wissen, wie die Story weitergeht!
    Morgen wird natürlich ausgeschlafen, aber danach steht (endlich mal wieder) ein Besuch im Buchladen unseres Vertrauens an. Und wenn das Wetter mitspielt, graben wir den Garten um. Oder so ähnlich...
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 35. Allerletzte Amtshandlung: Der Wecker wird zum Schweigen verdonnert! Für ganze neun Tage! Ha!

  32. Dienstag - der Körper quält sich heute durch das noch schlafende Haus. Erst beim Kaffee setzt sowas ähnliches wie Bewusstsein ein. Bis zur Ankunft im Büro bin ich aber einigermaßen wach, was vielleicht auch an dem etwas verwirrten LKW-Fahrer liegt, der auf der um diese Zeit etwas stärker befahrenen Landrennstrecke plötzlich den Rückwärtsgang einlegt. Ausfahrt verpasst... Kann ja mal passieren. Im Büro passiert dafür umso weniger. Wir sind ein wenig gehandicapt wegen dringend notwendiger Updates. Die Rechner rattern, wir sind zum Warten verurteilt. Kaum läuft wieder alles richtig, habe ich Feierabend. Ist das nicht schön? Doch! Mein Zweitjob heute ist Taxifahrer im grenzüberschreitenden Verkehr, exklusiv für die Tochter. Ein kleiner, kurzer Ausflug ins benachbarte Dänemark, ein freundlicher Gruß an die Grenzer, und schon sind die beste Ehefrau von allen und ich wieder auf der heimatlichen Scholle. Feierabend.
    #amEndedesTages haben wir ein paar Pläne für das Hause gemacht, jetzt lockt das Sofa. Mein Buch wartet auch schon darauf, dass ich wieder in römische Welten eintauche.
    Morgen läuft im Büro hoffentlich wieder alles. Ich soll da noch ein Programm testen...
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    #gestrichen - bleiben noch 37.

  33. Dienstag - fast ausgeschlafen, trotz warmer Nacht. Ich nehme das mal als gutes Omen. Und als besonderes Highlight zeigt der Körper beim Aufstehen deutlich weniger Schmerzen an als gewohnt. Auch das nehme ich als gutes Omen.
    Im Büro bleiben wir angesichts der angespannten Personallage bei der Arbeitsaufteilung von gestern. Getreu Sun Tsis Lehre "Kenne deinen Gegner!" wühlen wir uns durch Berichte, fassen zusammen und bewerten die Sicherheitslage im Allgemeinen und Besonderen. Wir haben in diesen Tagen viel zu tun, und ich stecke endlich wieder bis zum Hals mittendrin. So vergeht die Zeit im Fluge, was für einen Dienstag ziemlich außergewöhnlich ist. Ablösung, Feierabend, und durch goldene Felder gemütlich nach Hause gleiten. Dort erwartet mich ein Wackelkontakt, der letztlich dazu führt, dass wir unseren Haushalt modernisieren und demnächst mit einem Saug-Roboter ausstatten werden. I-Robot - Light Version... Die neuerliche Hitze des Tages verlangt nach einer klimatisierten Umgebung, und irgendwie finden meine beste Ehefrau und ich diese im Buchladen unseres Vertrauens. Noch mehr Bücher, die wir lesen wollen. Im japanischen Lexikon ist neben dem Begriff Tsundoku (積 ん 読) wahrscheinlich unser Bild zu sehen...
    #amEndedesTages schalte ich den Kopf bewusst aus. Nicht mehr nachdenken über die Beziehungen zwischen realen Staaten und Staatsmännern, sondern eintauchen in eine literarische Welt, deren Basis zwar historisch einigermaßen korrekt ist, deren Ereignisse aber zutiefst fantastisch.
    Morgen darf ich einen ziemlich turbulenten Fortgang meiner Büroarbeit erwarten. Und einen Saug-Roboter! Das ist doch was!
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 47.

  34. Mittwoch - angesichts der Tatsache, dass ich mitten in der Nacht aufstehen muss, ist ein Arbeitsbeginn in der Wochenmitte beinahe ein Trost. Die Morgenroutine findet im Halbschlaf statt. Traumwandlerisch finde ich Kaffeemaschine, Badezimmer und Rasierer. Und dann werde ich langsam wach. Das hat sich allerdings mit der Ankunft am Arbeitsplatz erledigt. Alle Arbeiten sind verteilt, weil "Du gehts ja jetzt sowieso bald!", und mir bleibt nicht mehr als Berichte zu lesen und einen Urlaubsantrag gegenzuzeichnen. Wow! Das Müde hat nur darauf gelauert, dass ich nichts zu tun habe, und kehr unvermittelt zurück. Der Versuch, einige Termine hinsichtlich meiner Verabschiedung zu machen, scheitert an der Abwesenheit der zuständigen Personen. Versuche ich es also später nochmal. Es scheint mir, als beginne mein Leben momentan erst nach Büroschluss. Heute fahren wir die Kirsch- und Johannisbeer-Ernte ein. Und ein paar Minuten mit dem Buch auf dem Balkon mit Blick in den Garten sind auch noch drin.
    #amEndedesTages sorgt ein schöner Sonnenuntergang für ein alles in allem versöhnliches Ende des Tages. Das Buch ist spannend und das Sofa (wie immer) sehr gemütlich.
    Morgen also ein neuer Versuch, ein paar Dinge zu organisieren. Zum Glück habe ich noch Zeit...
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen (wurde aber auch wieder Zeit!) - bleiben noch 51.

  35. Dienstag - Es hält sich hartnäckig das Gerücht, Mozart hätte in sein Tagebuch geschrieben: "Gar nichts erlebt. Auch schön." Wie dem auch sei, ich kann das heute nachfühlen. Nach über 36 Jahren Volldampf fühlt sich das schon sehr merkwürdig an, keine Aufträge mehr zu bekommen. Dafür habe ich heute Zeit, über eines der wichtigeren Themen in der Arbeitswelt zu philosophieren: Was ist eigentlich schlimmer? Der brutale Gestank alter, teils fermentierter Hinterlassenschaften eines sicher unbekannten, aber sehr wahrscheinlich männlichen Gedärms, das in der Betriebstoilette offenbar unsägliche Qualen erleiden musste? Oder der grausame,olfaktorische Generalangriff auf meine geschundenen Geruchsnerven, ausgeführt von einem gnadenlosen, schurkischen sogenannten Raumduft, der auf dem Weg durch die Nase keine Gefangenen macht und selbst in der Kehle noch den modrigen Geschmack von Tod und Fäulnis hinterlässt? Nun, eines steht jedenfalls fest: Die Betriebstoiletten werde ich ganz sicher nicht vermissen!
    Der Nachmittag entschädigt voll und ganz für meine nasalen Qualen. Bei der Hausarbeit höre ich den mannigfaltigen Vögeln zu, die im Garten ihren täglichen Pflichten nachgehen, von irgendwo im Haus dringen das fröhliche Gespräch und das helle Lachen unserer Kinder an meine Ohren - es ist friedlich. Ich genieße das mehr, als ich es beschreiben kann.
    #amEndedesTages bin ich mit dem Tag versöhnt. Die Sonne geht heute nicht ganz so golden unter, wie es dieser Nachmittag verdient hätte. Aber dafür macht das Buch Spaß, und ich habe meine beste Ehefrau von allen an meiner Seite. Herz, was willst du mehr?
    Morgen wird vermutlich ähnlich aufregend wie heute. Es gibt keine Pläne für mich, zumindest nicht im Büro. Dann werde ich mich wohl wieder mit den Expertenmeinungen der Bundeszentrale für politische Bildung und dem ipg-Journal zur Lage in der Welt beschäftigen. Auch schön...
    Letzte Amtshandlung: ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 74. Meine Güte, wie die Zeit vergeht! Gerade waren es doch noch um die 90!

  36. Freitag - es ist ein bisschen kühler heute morgen... Auf halbem Wege ins Büro bemerke ich, dass mein Klugofon noch in der heimatlichen Kombüse herumoxidiert. Na, dann wird das heute ein 80er-Gedenktag - ohne Handy. Drei Stunden später haue ich meine Kollegen an: "Haste ma'n Händie für mich?" Zum Glück herrscht im Büro strengstes Smartphone-Verbot, insofern bin ich also an handyfreie Zeiten gewöhnt. Andererseits stehe ich bis zum Mittag sehr knapp vor dem Einstieg in die Beschaffungskriminalität... Aber dann steht auch schon das Wochenende vor der Tür, und ich kann mein Klugofon endlich wieder in die Arme schließen. Zeit zum Surfen bleibt mir trotzdem nicht. In einer großen Runde durch die Stadt werden die gesammelten Besorgungen der Woche erledigt, so, wie es der Rest der Stadt und der Umgebung auch tut. Mein Bedarf an Menschen ist für die nächsten Ta... Wo... Monate gedeckt.
    #amEndedesTages liegen die beste Ehefrau von allen und ich ziemlich fertig auf dem Sofa. Ich versuche, ein bisschen Schlaf nachzuholen, denn in wenigen Stunden darf ich für die Tochter Taxi spielen und sie vom Bahnhof abholen. Die Klassenfahrt geht zu Ende.
    Morgen wird ausgeschlafen, dann wird gepflanzt und dann schauen wir mal weiter. Vielleicht kommt morgen ja auch das Gewitter, das eigentlich für heute Nachmittag angekündigt war. Ich bin gespannt!
    Letzte Amtshandlung (vor dem Taxidienst): Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 76.

  37. Freitag - Ich mag diese kurzen Arbeitstage! Ein gemütlicher Kaffee, ein bisschen Smalltalk - und schon ist der Bürotag wieder vorbei! Eigentlich kaum der Rede wert.
    Der Nachmittag wird dagegen deutlich abwechslungsreicher. Eine Wohnung bekommt Sound und Nachrichten, und der Rasen im Vorgarten wird um einige winterliche Zentimeter gestutzt. Der Rasen im Garten hinter dem Haus auch, aber nur ein kleines Stück, damit die Wäsche auf der Wäschespinne unten nicht wieder grün wird. Der Rest der Wiese darf wachsen und gedeihen, bis die ersten Blumen verblüht sind. Dann wird einmal rasiert, um die Wiese danach wieder bunt wachsen zu lassen.
    #amEndedesTages gelingt es mir vielleicht heute, endlich mal wieder ein paar Sätze im Buch zu lesen. Und ich darf mein Sofa mal wieder genießen!
    Morgen wird ausgeschlafen, und wenn das Wetter es erlaubt, stehen wir wieder im Garten. Mal sehen, was wird!
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 98.

  38. Donnerstag - der Weg ins Büro wird zur Forschungsreise. Eine unverhoffte Sperrung lässt mich neue Wege durch die Stadt finden. Was für ein Glück, dass ich keinen Zeitdruck habe!
    Im Büro gebe ich eine kleine Einweisung in ein Programm, und ich wundere mich gar nicht, dass der Kollege mit der sprachlichen Diarrhoe nach einer Stunde nicht den Hauch einer Ahnung hat, wovon ich rede. Ich hätte da einen Geheimtipp: Zuhören statt Quasseln! Zum Ausgleich setze ich mich mit einer Freundin vor die Tür auf die Bank. Eine gute Stunde betrachten wir eine Wiese und reden von Insekten, mittelalterlichem Schwertkampf und Schlaflosigkeit. Alles, bloß nicht über den Beruf. Schneller, als ich geahnt hätte, ist der Arbeitstag vorbei, und ich trete den gemütlichen Heimweg durch ein sonnendurchflutetes Nordfriesland an. Unterwegs beobachte ich die Landwirte bei der Aussaat, leuchtende Gestalten auf Hochspannungsmasten und einen abenteuerlustigen Fasan, der völlig angstfrei die Straße entlang wandert. Ich hoffe, er kommt an, wo immer er auch hin will.
    #amEndedesTages stehen kleine Gummis, ein Sofa und die letzte Flasche Whisky auf dem Programm. Es wird wohl langsam Zeit, die Vorräte wieder aufzufüllen.
    Morgen gleite ich dann genüsslich in das Wochenende, und so, wie es aussieht, enthält es unter anderem Lautsprecher, ein paar Meter Kabel und einen Radiosender, der die Gnade meines Vaters findet.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 99. Und somit bin ich zweistellig! 😁 Darauf einen #Whisky! 🥃

  39. Montag - es ist geradezu grausam, mitten in der Nacht das warme Bett und die schöne Frau darin verlassen zu müssen. Immerhin begleitet mich ein roter Sonnenaufgang auf meinem Weg durch die Weiten des Grenzlandes. Ich finde meinen Arbeitsplatz vor, wie ich ihn zwei Wochen zuvor verlassen habe. Die gleichen, kleingeistigen Streitereien - die gleichen Mücken, die zu Elefanten gemacht werden - der immer gleiche Wahnsinn eines Großraumbüros. Sicherheitslage, Wirtschaftslage, Untersuchungen, Vermutungen, most likely course of action... Es hat sich nicht wirklich etwas verändert. Vor der Tür ist das Leben leichter. Ich bade im Sonnenschein und schere mich nicht um den kalten Wind. Im Kran auf der Baustelle nistet ein Turmfalken-Pärchen. Es wird diskutiert, beobachtet und untersucht, bis feststeht, dass die beiden Vögel auch ungefährdet brüten können, wenn der Kran sich dreht. Die Arbeit geht weiter...
    Auf dem Heimweg die Entdeckung und Erkundung eines weiteren Umweges durch die Stadt der Tausend Baustellen. Ich überlege, mir einen Expeditionsanzug nebst Hut in Khaki zuzulegen. Wenigstens für den sich immer wieder verändernden Weg durch die Stadt...
    Zuhause warten Kaffee und Kuchen, diverse Großeltern und ein nun volljähriger Sohn auf mich. Wir feiern - dezent, aber dafür umso herzlicher.
    #amEndedesTages breitet sich das Gefühl in mir aus, dass es weit wichtigeres gibt als wirre Politiker, ferne Streitereien und eine Wirtschaft mit Schlagseite. Ich sehe einen zufriedenen jungen Mann mit Zukunft, eine glückliche Familie, die zusammenhält und den Frieden in unserem Haus.
    Morgen fange ich den real existierenden Personalmangel nach bestem Wissen und Gewissen auf, analysiere, was mir in die Hand gegeben wird und vielleicht gelingt es mir, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.
    Letzte Amtshandlung: Ich zähle nach, sicherheitshalber. Und dann: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 102.

  40. Donnerstag - mein Herz ist leicht heute, die Laune gut. Das bemerkt auch die Wache, als ich versuche, statt mit meinem Dienstausweis mit der IKEA Family Card in unseren abgesicherten Bereich zu kommen. Letztlich muss ich doch noch nach dem Ausweis kramen, aber immerhin habe ich ein paar Gesichter zum Lachen gebracht. Im Büro setzt sich die leichte Stimmung fort. Wir lachen viel, machen Scherze, sind fröhlich. Es tut gut, und schuld daran ist die Tatsache, dass nun einige freie Tage auf uns warten. Nicht für alle, aber jene, die über die Feiertage arbeiten müssen, lassen sich trotzdem von den anderen anstecken.
    Der Feierabend kommt recht schnell, der Weg zum Familiensitz wird allerdings eine Geduldsprobe. Irgendwo in der Stadt muss was passiert sein, was zu einem respektablen Kollaps führt. Die Dauer der Fahrt verdoppelt sich beinahe, aber das macht nichts, denn jetzt habe ich Urlaub! Die Rüstung wird in die Ecke gestellt und bis zum Dienstbeginn in bummelig zwei Wochen wieder entrostet und poliert.
    #amEndedesTages schleicht sich ein erstes Gefühl der Erholung an: Der Wecker wird ausgeschaltet! Was für ein schönes Gefühl! Und jetzt tausche ich den Bürostuhl gegen einen Platz auf dem Sofa ein.
    Morgen ist planlos. Immerhin ist Feiertag! Obwohl - einen Plan habe ich ja: Ausschlafen!
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch (hier Trommelwirbel einfügen!) 100.

  41. Mittwoch - eine scheinbar endlose Fahrt durch den nordfriesischen Nebel - ich folge einem LKW, dessen Fahrer vergessen hat, dass seine Nebelschlussleuchte noch Löcher in die dichte Wolke brennt. Ich wünsche mir eine Sonnenbrille. Oder irgendwas, womit ich das Licht ausschießen kann. Im Büro ist es auch heute ruhig. Die Osterferien machen sich bemerkbar. Ich stochere in meinen Tabellen herum, auf der Suche nach Ideen, die sich in den Spalten zwischen den Zellen versteckt halten. Irgendwann ist der Pflichtaufenthalt beendet, und ich wende mich den Dingen zu, die mir Spaß machen: Heute steht ein Familienausflug zum Jahrmarkt auf dem Programm, mit mir als Lord Taschenbewahrer, während die Kinder fast alle Fahrgeschäfte und meine beste Ehefrau von allen doch so das eine oder andere ausprobieren. Nach einigen Schwindelanfällen, jeder Menge Pommes, Pizza und Bratwurst und tausenden von Schritten über den Platz umarmt uns die heimatliche Scholle mit viel Wärme, zwei Katzen und jeder Menge Gemütlichkeit.
    #amEndedesTages sind wir alle satt, müde und irgendwie auch glücklich. Der Plan steht: Im Herbst zum nächsten Jahrmarkt gehen wir wieder hin! Aber jetzt ist das Sofa mein bester Freund. Und mein Buch wartet auch schon auf mich.
    Morgen nochmal ein paar Stunden im Büro abhängen, dann reicht es auch für die Woche.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 101.

  42. Dienstag - immer noch so dunkel, wenn ich durch den Hohen Norden gleite... Und im Büro ist es immer noch langweilig. Bis ich auf eine kleine neue Idee für meine Datenbank komme, mit der ich die Arbeit vielleicht noch ein bisschen einfacher gestalten könnte. Ich mache mich ans Werk, eine neue Tabelle zu entwerfen, inklusive den Forderungen an ein Skript, das mir diese Tabelle automatisch befüllt. Das muss aber einer machen, der skripten kann. Ich kann es nicht...
    So vergeht der Arbeitstag dann doch noch ziemlich schnell und einigermaßen sinnvoll. Den Nachmittag widmen meine beste Ehefrau und ich der Zahnpflege unserer felinen Familienmitglieder, was im Endeffekt bedeutet, dass wir im Tierbedarfshandel nach Futtermitteln suchen, die eine Dentalreinigung unterstützen. Und was entdecke ich? Zahnpasta für Hund und Katze! Wenn ich irgendwann einmal unzählige Kratzwunden und wilde Zahnabdrücke am ganzen Leib haben möchte, probiere ich das mal an unseren beiden Fellnasen aus. Aber so abenteuerlustig bin ich eigentlich nicht...
    #amEndedesTages wird noch eine Mail für die Zukunft geschrieben. Aber dann geht es wieder ganz analog in die mittelalterliche Welt der Wikinger zwischen den Seiten meines Buches.
    Morgen suche ich mir jemanden, der mir hilft, meine Ideen in ein Skript umzusetzen, und dann schau ich mal, ob das alles so klappt, wie ich mir das vorstelle.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 102.

  43. Montag - Der baldige Ruhestand macht sich (wieder) bemerkbar. Wie bei uns Uniformierten üblich, gibt es eine Reihe von Belehrungen, Einweisungen und wasweißichnochalles, damit auch jeder ausreichend informiert ist und man dem Dienstherrn keinen Vorwurf machen kann. Immerhin bin ich zumindest am Vormittag nicht im Büro, und danach auch nur körperlich anwesend. Leicht verdientes Geld heute, obwohl ich anderes erwartet habe. Aber die Woche ist ja noch jung.
    Highlight des Tages sind Enya, Carl Douglas, Nina Hagen, BAP, Ideal, Kuschelrock, Talk Talk, alphaville, Marius Müller-Westernhagen, Heinz Rudolph Kunze, Lisa Stansfield, Sting, Simon and Garfunkel, Joe Cocker und Barry White, deren Alben ich vor der sicheren Vernichtung wegen Haushaltsauflösung retten kann. Alle Cover sehen nicht mehr so toll aus (der Besitzer war ein starker Raucher, und die Alben sind schon ein paar Jahrzehnte älter), aber die Vinyls sind allesamt noch schwarz, glatt (bis auf die Rillen) und in einem ordentlichen Zustand. Ein bisschen reinigen, ein wenig kleben, und dann sehen sie wieder gut aus, denke ich.
    #amEndedesTages schleiche ich durch das Internet auf der Suche nach einer bezahlbaren Grafikkarte. Meine Nvidia 2060 scheint die Luft auszugehen....
    Morgen kommt Besuch ins Büro. Ich muss zwar nicht vortragen oder unterrichten, aber unruhig wird es wohl trotzdem. Mal sehen, was da auf uns zu kommt.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 108.

  44. Freitag - Man kann sich natürlich den ganzen Vormittag über Spritpreise, Präsidenten und Inflation aufregen. Oder man macht es wie ich: Ich mache meine Arbeit, höre dem Gejammer gar nicht richtig zu und freue mich auf das Wochenende. Ich kann es doch eh nicht ändern... Und meine Laune ist auf jeden Fall besser als die des Kollegen.
    Der Nachmittag macht sowieso viel mehr Spaß. Wir haben bei einem Jubiläum eines Ladens ein paar Kleinigkeiten gewonnen, und ich habe mir einen neuen Kugelschreiber geleistet. Ich mag Kugelschreiber! Er war nicht teuer, aber er hat eine feine Mine, statt der sonst üblichen mittleren Stärke. Und das freut mich tierisch.
    #amEndedesTages werde ich literarisch zum Wikinger. Salman Rushdie muss warten, bis ich wieder mehr Muse zu seiner Art zu schreiben habe. Das Sofa ist gemütlich, der Wecker ist ausgeschaltet, und ich freue mich auf ein warmes Bett und einen langen Schlaf.
    Morgen gibt es genug zu tun. Wäsche, Fenster putzen und ein bisschen Papierkram, aber alles mit Ruhe und Gelassenheit.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 109.

  45. Donnerstag - die morgendliche Fahrt ins Büro durch das vereiste Grenzland wird zum Funkelerlebnis des Tages. Das entschädigt schon im Vorhinein für ein überhitztes, lautes und muffiges Büro, in dem selbst die Plastikblumen grässlich verwelken.
    Letzte Hand anlegen für einen Vortrag vor Führungspersonal, das geschätzt drölf Ebenen über mir, nun, ...führt. Der Vortrag kann als erfolgreich gewertet werden; die nachfolgenden Gespräche gewähren Einblicke in eine strategische Sichtweise, die über meinen eigenen beschränkten Tellerrand weit hinaus geht.
    Der Nachmittag bringt neue Termine, töchterliche Ankündigungen und überraschenderweise ein paar kleine Knuddelrunden mit Pferden. Und er bringt endlich Ruhe. Der Lärm der letzten Tage schlägt sich negativ auf meine Laune nieder. Es kostet Kraft, die schlechte Laune nicht an jenen auszulassen, die nun so gar nichts dafür können.
    #amEndedesTages eine kurze, therapeutische Runde auf dem virtuellen Acker (siehe Bild), dann wieder die "Heilige Dreieinigkeit" aus Sofa, Buch und Drink.
    Morgen noch ein paar Stunden im dann nahezu sicher immer noch überhitzten, muffigen Büro. Aber dann ist endlich Wochenende!
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    #gestrichen - bleiben noch 128.

  46. Mittwoch - so ganz ohne Büro ist auch mal schön. Ich würde mir nur wünschen, dass mein Körper das auch zu schätzen wüsste. Statt dessen weckt er mich um halb vier, und an Schlaf ist kaum noch zu denken. Aber irgendwann falte ich mich dann doch gemeinsam mit der besten Ehefrau von allen aus dem warmen Bett und begrüße den Tag mit einem heftigen Kopfschütteln. Zwei Termine stehen heute nachmittag an, bis dahin ein wenig Hausarbeit, ein bisschen Recycling, etwas abhängen und reichlich Kaffee.
    Beide Termine erledigen sich dann schon nach kaum 15 Minuten. Die angebotenen und zur Besichtigung bereiten, modernisierten Wohnungen entpuppen sich als schwere Renovierungsfälle, die nicht mal in der Nähe von "modern" sind. Wir lehnen die dringend hilfsbedürftigen Höhlen ab und suchen fleißig weiter.
    #amEndedesTages wird der Wecker wieder eingeschaltet. Mist. Ich erhole mich davon lesend auf dem Sofa. Bisher komme ich mit T.C. Boyle erstaunlich gut zurecht.
    Morgen schaue ich erstmal, was ich eigentlich heute verpasst habe. Und dann sehen wir weiter.
    Letze Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 135. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen...

  47. Mittwoch - eine Fahrt ins Büro ohne Nebel, ohne Schnee und ohne Eis. Meine Güte, ist das langweilig....
    Im Büro merke ich (mal wieder), dass meine Zeit im Dienst allmählich zu Ende geht. Die Aufträge für mich werden immer weniger, die Besprechungen auch. Dafür habe ich viel Zeit, das Material (geistig wie reell) zu sichten und zu lichten. Erstaunlich, was da über die Jahre allein im Computer gespeichert ist! Vom Netzlaufwerk will ich gar nicht reden!
    Ich denke, ich habe für die letzten Tage meines Dienstes damit noch genug zu tun. In aller Ruhe, versteht sich.
    Zuhause gehen derweil die Vorbereitungen für den Wochenendbesuch los. Die beste Ehefrau von allen denkt an tausend kleine und große Wichtigkeiten, richtet das Haus her und kümmert sich um allerlei Dinge, die das Wochenende zu einem kleinen Kurzurlaub werden lassen sollen, während ich die Dinge plane, die danach passieren sollen.
    #amEndedesTages komme ich endlich mal wieder zum Lesen, nachdem ich gestern das Buch zur Seite legen musste, weil ich mich nicht auf den Text konzentrieren konnte. Auch solche Momente gibt es.
    Morgen ein Vortrag, danach eine kleine Besprechung (wahrscheinlich), dann sortiere ich meine Vergangenheit weiter. Und dann ist ja auch bald Wochenende!
    Letzte Amtshandlung: ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 155.

  48. Freitag - Die tägliche Routine ist wieder da. Es erstaunt mich, wie schnell man sich an neue Gegebenheiten gewöhnen kann...
    .
    Über Nacht frischt der Wind merklich auf. Er nimmt Anlauf für seine Reise über Schleswig-Holstein. Dort, wo der Wind die Straßenseite wechselt, hinterlässt er weiße Hügel. Das Fahren wird zu einem Wechselspiel zwischen dunkler Straße und beinahe undurchdringlichem, weißem Schneestaub. Und was vor der Tür und im Auto nach als gerade so hinreichende Kleidung, um nicht einzufrieren, gilt, wird im Büro zu einer Art transportablen Sauna. Die Auswirkungen einer alten Klimaanlage, die kaum noch in der Lage ist, die Abwärme dutzender Mitarbeiter und hunderter Computer einigermaßen effektiv abzutransportieren.
    Auf dem Heimweg begegnen mir vier große Traktoren mit Räumschilden und ein schwerer LKW, ebenfalls mit Räumschild. Trotzdem gelingt es dem Quintett nur gerade so, die Straße beinahe freizuhalten. Ich bin froh um gute Winterreifen, Allrad, meine Fahrsicherheitstrainings und eine leistungsfähige Klimaanlage!
    Dafür ist es zuhause angenehm warm, eher windstill im Wohnzimmer und geradezu irrsinnig gemütlich. Es gibt nichts schöneres, als dem Sturm im Garten zuzuhören, den Schnee zu beobachten und es gleichzeitig auf dem Sofa warm und gemütlich zu haben. Der reine Luxus!
    #amEndedesTages stürmt es draußen noch immer. Das Buch, das ich bisher gelesen habe, steht wieder im Regal. Dafür liegt das nächste Buch bereit. Es geht nach Japan!
    Morgen dürfte sich die Wetterlage etwas beruhigt haben, und vielleicht sehen wir noch ein paar Auswirkungen der Sturmflut, die wir heute Nacht hier erwarten.
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    #gestrichen - bleiben noch 158.

  49. Freitag - Ich bin schon im Urlaubsmodus, bevor ich überhaupt im Büro angekommen bin. Was auch immer an Aufgaben wartet, das Herz ist leicht heute. Es ist bei den Kollegen inzwischen in den Köpfen angekommen, dass ich nicht mehr ewig im Dienst sein werde. Immer mehr bitten mich darum, mein Wissen und meine Erfahrung mit ihnen zu teilen. Ist ja nicht so, also hätte ich ihnen das nicht schon tausendfach angeboten... Also bilde ich heute aus, was ich ihnen schon seit Jahren ans Herz gelegt habe. Trotzdem: Heute wird pünktlich Feierabend gemacht! Immerhin gehe ich heute für den Rest des Jahres in den Urlaub.
    Und der beginnt mit dem Wochenend-Einkauf. Der Vorsatz, in der Vorweihnachtszeit nicht einzukaufen, kann nur so lange gehalten werden, wie man die Sonderangebote noch nicht kennt. Summa summarum: Ich stoße heute auf deutlich mehr Menschen, als mir gut tut. Das traute Heim kommt mir nach den konsumorientierten Menschenmassen wie eine sichere Trutzburg vor.
    #amEndedesTages genieße ich die warme Zweisamkeit auf dem Sofa, mit der besten Ehefrau von allen, einem Buch und (zur Feier des Urlaubs) einem guten Drink.
    Morgen wird ausgeschlafen, dann muss ich unbedingt nochmal zum Buchladen meines Vertrauens, und dann wird die selbstpersönliche Familienweihnacht vorbereitet. Ich freu mich drauf.
    Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
    #gestrichen - bleiben noch 163. Aber erst im nächsten Jahr wird weitergezählt. 😉

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