AdGuard unter ZimaOS installieren: Webinterface erreichbar machen, DNS eintragen
Ich überarbeite gerade mein Homeserver-Setup. Pi-hole lief zuletzt ziemlich instabil im Docker-Container auf meiner Synology. Daher habe ich mich entschieden, AdGuard zu testen und auf einem Nano-PC einzurichten, der auf Zima OS läuft.
Dabei stieß ich auf Probleme:
- verwirrende Angaben im Installationsprozess und
- nach der Installation war das AdGuard-Webinterface nicht aufrufbar.
Ich dokumentieren die Lösungen, die ich gefunden habe.
Verwirrende Angaben bei der Installation
Im Einrichtungsassistenten von AdGuard werden seltsame IP-Adressen angegeben, die man später als DNS-Server angeben und für das Webinterface verwenden soll. Bei mir waren das 127.0.0.1 und 172.0.0.2. Ich so: Hä?
Diese Information darf man gepflegt ignorieren. Das steht da, weil AdGuard innerhalb des Containers eine andere Netzwerkkonfiguration nutzt. Sowohl für’s Menü im Browser als auch für die eigentliche DNS-Adresse verwendet man natürlich die lokale IP des Rechners/Gerätes, auf dem AdGuard läuft. Die wird in aller Regel mit 192.168. beginnen und identisch sein mit der, die man auch für Zima OS nutzt (sofern man das Menü nicht gerade durch einen ZeroTier-Tunnel ansteuert).
AdGuard einrichten und aktivieren unter Zima OS
Problem war, dass ich nach der Installation die Ersteinrichtung zwar aufrufen konnte, danach aber nicht ins eigentlich relevante Menü zur Konfiguration von AdGuard kam – also das, in dem man Blocklisten und dergleichen verwaltet. Noch wilder: Nach einer De- und Reinstallation war auch der initiale Einrichtungsassistent nicht mehr aufrufbar.
Geholfen hat mir dieser GitHub-Thread, speziell der User raller1028 mit seinem Video.
Problem ist ein Konflikt mit den Ports fürs Webinterface: AdGuard will sich Port 80 krallen, den hat sich aber schon Zima OS gegönnt.
So behebt man das Problem:
- Gegebenenfalls die Hinterlassenschaften früherer AdGuard-Installationen entfernen. Trotz Deinstallation bleibt da nämlich Kram zurück. Auf dem Zima-OS-Laufwerk unter
AppData den Ordner adguard-home löschen. - Dann AdGuard neu installieren. Ich nutze dafür im App Store von Zima OS die Option „AdGuard Home“/„Network“, also nicht die BigBearCasaOS-Dinger.
- Über das neu erschienene Icon von AdGuard mit dem Mauspfeil fahren, auf das
⋮-Icon klicken → „Einstellungen“. Hier jetzt oben im Feld Web UI den Port auf 3001 ändern, sofern das nicht schon voreingestellt ist. - Speichern und auf das AdGuard-Icon klicken, um den Konfigurationsassistenten zu öffnen. Das Ganze durchspielen, dabei Zugangsdaten einrichten. Sonstige Änderungen sind nicht nötig.
- Danach noch einmal in die Einstellungen der App gehen. Jetzt ändern wir den Port unter „WebUI“ von 3001 auf 8080.
- Im gleichen Menü klicken wir im Abschnitt „Ports“ (neben der Überschrift, nicht darunter!) auf „+ Add“. In den leeren Feldern unten tragen wir für „Host“ den Wert
8080 ein, für Container den Wert „80“. Bei „Protocol“ lassen wir TCP aktiv.
So sehen die Settings des AdGuard-Containers in Zima OS zum Schluss aus – hervorgehoben sind die entscheidenden Anpassungen
Und das war’s auch schon. Das Menü von AdGuard lässt sich jetzt einfach über das Zima-Menü oder über die IP des Gerätes, auf dem Zima OS läuft, mit angehängtem Port 8080 öffnen – in meinem Beispiel http://192.168.86.28:8080.
Jetzt kann man einfach die lokale IP des Gerätes, auf dem AdGuard läuft, als DNS verwenden.
Das kann man entweder auf jedem Gerät einzeln (clientseitig) durchführen oder die IP-Adresse direkt global im Router als Standard-DNS eintragen. Ich würde beides machen. Vorteil der clientseitigen Lösung ist, dass man im Protokoll von Adguard einsehen kann, welcher Client auf welche Domain zugreift und, falls gewünscht, individuelle Regeln festlegen kann. Die Eintragung im Router dient dann als Catch-all-Variante für alle übrigen Devices, die nur zu Gast sind oder bei denen man die DNS-Einstellungen zu ändern verschusselt hat.
#adguard #homeserver #selfhosting #zimaOs