„Und nicht wenige glauben, dass der Zuspruch zur AfD auch damit zu tun hat, dass es zu wenige Ostdeutsche in Spitzenpositionen gibt.“
Anke Holler wäre ja fast Präsidentin der #UniErfurt geworden. Leider ist dann irgendwas schief gelaufen.
https://www.uni-goettingen.de/de/709939.html
Ja, es immer noch so, dass Ossis unterrepräsentiert sind und irgendwie scheinen auch keine nachzukommen.
„Man fühle sich nicht gesehen, nicht wertgeschätzt, abgehängt. Das mag für einen Teil der Ostdeutschen genau so stimmen. Deswegen aber eine (West-)Partei zu wählen, die sich „das Land zurückholen“ und „wieder für Ordnung sorgen“ will, ist so fatal wie falsch.“
Ja. Das stimmt. Aber das festzustellen, hilft nicht weiter.
„Denn das Land, das sich die AfD zurückholen will, hatte Mitte der 1990er Jahre eine Arbeitslosenquote von über 13 Prozent, heute ist sie nicht einmal halb so hoch.“
Was die AfD will und was die Menschen wollen, die die #noAfD wählen, sind wahrscheinlich zwei verschiedene Dinge. Wenn jemand die DDR zurück will, dann will er/sie nicht die 90er zurück. Die 90er Jahre sind die Zeit des kollektiven Traumas. Das will niemand zurück. Auch vergleicht niemand die Arbeitslosigkeit damals mit der heute, sondern die Arbeitslosigkeit in der #DDR mit der heute. Und die war in der DDR praktisch Null.
„Damals hatten die Menschen eine fünf Jahre niedrigere Lebenserwartung, auch der Lebensstandard war im Osten geringer.“
Der wichtige Punkt hier: Auch das ist egal, denn die Unterschiede waren nicht so groß. Menschen sind unzufriedener, wenn das Wohlstandsgefälle groß ist. Und da gibt es eben Unterschiede und auch gerade Ost-West-Unterschiede.
„Die Selbstwahrnehmung vieler Ostdeutscher und deren AfD-Affinität ist so diffus wie verschroben. Und sie wählen die AfD nicht, weil sie abgehängt sind – sondern weil sie rechts bis rechtsradikal sind.“
Vielleicht. Es gibt die Stadt-Land-Unterschiede, wie im Westen auch. Und vielleicht hat sich inzwischen was verfestigt. Die #AfD erreicht halt die Menschen dort, wo sie erfolgreich ist. Wenn die anderen Parteien/Medien/Politiker*innen sie aufgeben und beschimpfen, dann gehen sie eben mit den Rattenfängern mit.
Übrigens hat mir ein ehemaliges SPD-Mitglied erzählt, dass im Ruhrgebiet ganze SPD-Ortsverbände zur AfD übergetreten sind. Sind die jetzt rechts? Waren sie vorher links?
https://www.taz.de/!6207052