#turmstraße — Public Fediverse posts
Live and recent posts from across the Fediverse tagged #turmstraße, aggregated by home.social.
-
Tram-Ausbau tritt auf der Stelle
Der größte Feind des Berliner Straßenbahn-Ausbaus ist das komplette Desinteresse politischer Entscheidungsträger*innen. Dazu kommen noch schwere Mängel bei der Projektsteuerung durch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
Anders lässt es sich nicht erklären, wenn seit bald acht Jahren das Planfeststellungsverfahren für die Verlegung der Linie 21 zum Bahnhof Ostkreuz an der Frage hakt, ob die Oberleitung in der Friedrichshainer Sonntagstraße ein unüberwindliches Hindernis für die Sicherstellung des zweiten Rettungswegs für angrenzende Wohnhäuser im Brandfall ist.
Von außen ist schwer zu durchschauen, wer wie den Weg zu einer Lösung verbaut. Von der BVG hieß es, dass die Berliner Feuerwehr Bedenken habe. Die Verkehrsbetriebe präsentierten zunächst technische Lösungen, über die Fachleute gleich sagten, dass sie nicht umsetzbar seien.
Als nach einigen Runden eine bereits anderswo in Deutschland umgesetzte Lösung präsentiert und von der Feuerwehr abgenickt worden ist, soll schließlich die für den Trambetrieb zuständige Technische Aufsichtsbehörde (TAB) Einwände erhoben haben – heißt es zumindest von der Feuerwehr. Ein weiterer Player in dieser Frage sind noch die bezirklichen Bau- und Wohnungsaufsichten. Wie deren konkrete Position ist, bleibt auch in den Antworten auf eine Schriftliche Anfrage des Linke-Verkehrspolitikers Kristian Ronneburg unklar.
Zwischenzeitlich hat die Senatsverkehrsverwaltung eine vorgebliche Lösung des Problems ersonnen. Nach Informationen des Tagesspiegels (€) gab es am 13. Juli ein Gespräch zwischen Verkehrsverwaltung, Bauaufsicht, BVG und Feuerwehr. Ergebnis: Künftig soll die BVG die Hauseigentümer informieren – und die müssen dann eine Lösung finden.
„Sollten sich durch Projekte der BVG Änderungen bzgl. der Anleiterbarkeit von Gebäuden aus dem öffentlichen Straßenland ergeben, wird durch die BVG eine entsprechende Information an Wohnungs-/Hauseigentümer erfolgen, damit diese ihren Pflichten nachkommen können“, zitiert die Zeitung einen Verwaltungssprecher.
Tatsächlich sind formal die Hauseigentümer zuständig, aber eine Lösung für die Blockade des Tramausbaus dürfte die Verabredung keineswegs sein. Denn absehbar werden nun die einzelnen Eigentümer alle rechtlichen Möglichkeiten gegen neue Straßenbahngleise vor ihrer Haustür ausschöpfen wollen, um baulich oft praktisch undurchführbare, auf jeden Fall aber sehr teure eigene Maßnahmen unterlassen zu können. Denn in Altbauten mit nur einem Treppenhaus müssten dann im Zweifelsfall teure Nottreppen errichtet werden.
Längst betrifft das Oberleitungsproblem nicht nur die nicht vorankommende Straßenbahnverlegung an den Bahnhof Ostkreuz, bei der als Kollateralschaden inzwischen der Betrieb der Linie 21 zwischen den Haltestellen Holteistraße und Marktstraße wegen des schlechten Gleiszustands unterbrochen ist.
In Adlershof in der Dörpfeldstraße kommt deswegen der zweigleisige Ausbau der Strecke nicht voran. Deswegen ist die eigentlich parallel vom Bezirk Treptow-Köpenick geplante Umgestaltung der Straße abgetrennt worden. Sie soll nun vor dem Gleisbau erfolgen, was zusätzliche Ausgaben zur Folge hat.
Für die BVG kommt ein weiteres Problem hinzu. Denn die durchgehend zweigleisig erneuerte Strecke durch die Dörpfeldstraße soll eigentlich eine der beiden Zufahrtsstrecken für das neue Depot unweit des S-Bahnhofs Adlershof sein, das 2028 den Betrieb aufnehmen soll.
Es geht dabei nicht nur um die reduzierte Durchlassfähigkeit einer teilweise eingleisigen Strecke, wenn die Züge aus dem neuen Betriebshof gen Köpenicker Teilnetz ausrücken oder später wieder einrücken. Bisher dürfen auf der Dörpfeldstraße nur die zwischen 1992 und 2003 beschafften dreiteiligen Wagen der GT6-Baureihen fahren. Deren Lebensdauer neigt sich langsam dem Ende zu. 2031 sollen noch maximal 45 Stück der einst 145 beschafften Exemplare im Einsatz sein.
Die Nachfolgebaureihe Flexity ist mit 2,40 Metern zehn Zentimeter breiter. Das ist auch der Grund, warum sie in der Dörpfeldstraße nicht fahren dürfen. Denn der Abstand in den zweigleisigen Bereichen ist nicht weit genug.
Laut Aussagen von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hakt auch die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Verlängerung der Straßenbahn von der Turmstraße zum Bahnhof Jungfernheide an Frage von Oberleitung und zweitem Rettungsweg im Brandfall.
Mindestens die geplante Tram-Verlängerung vom S+U-Bahnhof Warschauer Straße zum U-Bahnhof Hermannplatz dürfte genauso von der Oberleitungsproblematik betroffen sein. Dies könnte ebenso bei der Umstellung der Metrobuslinie M41 auf Tram und viele weitere Strecken der Fall sein.
#Berlin #BVG #Dörpfeldstraße #Jungfernheide #Mobilitätswende #ÖPNV #Ostkreuz #Straßenbahn #Tram #Turmstraße #UteBonde #Verkehrswende -
Tram-Ausbau tritt auf der Stelle
Der größte Feind des Berliner Straßenbahn-Ausbaus ist das komplette Desinteresse politischer Entscheidungsträger*innen. Dazu kommen noch schwere Mängel bei der Projektsteuerung durch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
Anders lässt es sich nicht erklären, wenn seit bald acht Jahren das Planfeststellungsverfahren für die Verlegung der Linie 21 zum Bahnhof Ostkreuz an der Frage hakt, ob die Oberleitung in der Friedrichshainer Sonntagstraße ein unüberwindliches Hindernis für die Sicherstellung des zweiten Rettungswegs für angrenzende Wohnhäuser im Brandfall ist.
Von außen ist schwer zu durchschauen, wer wie den Weg zu einer Lösung verbaut. Von der BVG hieß es, dass die Berliner Feuerwehr Bedenken habe. Die Verkehrsbetriebe präsentierten zunächst technische Lösungen, über die Fachleute gleich sagten, dass sie nicht umsetzbar seien.
Als nach einigen Runden eine bereits anderswo in Deutschland umgesetzte Lösung präsentiert und von der Feuerwehr abgenickt worden ist, soll schließlich die für den Trambetrieb zuständige Technische Aufsichtsbehörde (TAB) Einwände erhoben haben – heißt es zumindest von der Feuerwehr. Ein weiterer Player in dieser Frage sind noch die bezirklichen Bau- und Wohnungsaufsichten. Wie deren konkrete Position ist, bleibt auch in den Antworten auf eine Schriftliche Anfrage des Linke-Verkehrspolitikers Kristian Ronneburg unklar.
Zwischenzeitlich hat die Senatsverkehrsverwaltung eine vorgebliche Lösung des Problems ersonnen. Nach Informationen des Tagesspiegels (€) gab es am 13. Juli ein Gespräch zwischen Verkehrsverwaltung, Bauaufsicht, BVG und Feuerwehr. Ergebnis: Künftig soll die BVG die Hauseigentümer informieren – und die müssen dann eine Lösung finden.
„Sollten sich durch Projekte der BVG Änderungen bzgl. der Anleiterbarkeit von Gebäuden aus dem öffentlichen Straßenland ergeben, wird durch die BVG eine entsprechende Information an Wohnungs-/Hauseigentümer erfolgen, damit diese ihren Pflichten nachkommen können“, zitiert die Zeitung einen Verwaltungssprecher.
Tatsächlich sind formal die Hauseigentümer zuständig, aber eine Lösung für die Blockade des Tramausbaus dürfte die Verabredung keineswegs sein. Denn absehbar werden nun die einzelnen Eigentümer alle rechtlichen Möglichkeiten gegen neue Straßenbahngleise vor ihrer Haustür ausschöpfen wollen, um baulich oft praktisch undurchführbare, auf jeden Fall aber sehr teure eigene Maßnahmen unterlassen zu können. Denn in Altbauten mit nur einem Treppenhaus müssten dann im Zweifelsfall teure Nottreppen errichtet werden.
Längst betrifft das Oberleitungsproblem nicht nur die nicht vorankommende Straßenbahnverlegung an den Bahnhof Ostkreuz, bei der als Kollateralschaden inzwischen der Betrieb der Linie 21 zwischen den Haltestellen Holteistraße und Marktstraße wegen des schlechten Gleiszustands unterbrochen ist.
In Adlershof in der Dörpfeldstraße kommt deswegen der zweigleisige Ausbau der Strecke nicht voran. Deswegen ist die eigentlich parallel vom Bezirk Treptow-Köpenick geplante Umgestaltung der Straße abgetrennt worden. Sie soll nun vor dem Gleisbau erfolgen, was zusätzliche Ausgaben zur Folge hat.
Für die BVG kommt ein weiteres Problem hinzu. Denn die durchgehend zweigleisig erneuerte Strecke durch die Dörpfeldstraße soll eigentlich eine der beiden Zufahrtsstrecken für das neue Depot unweit des S-Bahnhofs Adlershof sein, das 2028 den Betrieb aufnehmen soll.
Es geht dabei nicht nur um die reduzierte Durchlassfähigkeit einer teilweise eingleisigen Strecke, wenn die Züge aus dem neuen Betriebshof gen Köpenicker Teilnetz ausrücken oder später wieder einrücken. Bisher dürfen auf der Dörpfeldstraße nur die zwischen 1992 und 2003 beschafften dreiteiligen Wagen der GT6-Baureihen fahren. Deren Lebensdauer neigt sich langsam dem Ende zu. 2031 sollen noch maximal 45 Stück der einst 145 beschafften Exemplare im Einsatz sein.
Die Nachfolgebaureihe Flexity ist mit 2,40 Metern zehn Zentimeter breiter. Das ist auch der Grund, warum sie in der Dörpfeldstraße nicht fahren dürfen. Denn der Abstand in den zweigleisigen Bereichen ist nicht weit genug.
Laut Aussagen von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hakt auch die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Verlängerung der Straßenbahn von der Turmstraße zum Bahnhof Jungfernheide an Frage von Oberleitung und zweitem Rettungsweg im Brandfall.
Mindestens die geplante Tram-Verlängerung vom S+U-Bahnhof Warschauer Straße zum U-Bahnhof Hermannplatz dürfte genauso von der Oberleitungsproblematik betroffen sein. Dies könnte ebenso bei der Umstellung der Metrobuslinie M41 auf Tram und viele weitere Strecken der Fall sein.
#Berlin #BVG #Dörpfeldstraße #Jungfernheide #Mobilitätswende #ÖPNV #Ostkreuz #Straßenbahn #Tram #Turmstraße #UteBonde #Verkehrswende -
Tram-Ausbau tritt auf der Stelle
Der größte Feind des Berliner Straßenbahn-Ausbaus ist das komplette Desinteresse politischer Entscheidungsträger*innen. Dazu kommen noch schwere Mängel bei der Projektsteuerung durch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
Anders lässt es sich nicht erklären, wenn seit bald acht Jahren das Planfeststellungsverfahren für die Verlegung der Linie 21 zum Bahnhof Ostkreuz an der Frage hakt, ob die Oberleitung in der Friedrichshainer Sonntagstraße ein unüberwindliches Hindernis für die Sicherstellung des zweiten Rettungswegs für angrenzende Wohnhäuser im Brandfall ist.
Von außen ist schwer zu durchschauen, wer wie den Weg zu einer Lösung verbaut. Von der BVG hieß es, dass die Berliner Feuerwehr Bedenken habe. Die Verkehrsbetriebe präsentierten zunächst technische Lösungen, über die Fachleute gleich sagten, dass sie nicht umsetzbar seien.
Als nach einigen Runden eine bereits anderswo in Deutschland umgesetzte Lösung präsentiert und von der Feuerwehr abgenickt worden ist, soll schließlich die für den Trambetrieb zuständige Technische Aufsichtsbehörde (TAB) Einwände erhoben haben – heißt es zumindest von der Feuerwehr. Ein weiterer Player in dieser Frage sind noch die bezirklichen Bau- und Wohnungsaufsichten. Wie deren konkrete Position ist, bleibt auch in den Antworten auf eine Schriftliche Anfrage des Linke-Verkehrspolitikers Kristian Ronneburg unklar.
Zwischenzeitlich hat die Senatsverkehrsverwaltung eine vorgebliche Lösung des Problems ersonnen. Nach Informationen des Tagesspiegels (€) gab es am 13. Juli ein Gespräch zwischen Verkehrsverwaltung, Bauaufsicht, BVG und Feuerwehr. Ergebnis: Künftig soll die BVG die Hauseigentümer informieren – und die müssen dann eine Lösung finden.
„Sollten sich durch Projekte der BVG Änderungen bzgl. der Anleiterbarkeit von Gebäuden aus dem öffentlichen Straßenland ergeben, wird durch die BVG eine entsprechende Information an Wohnungs-/Hauseigentümer erfolgen, damit diese ihren Pflichten nachkommen können“, zitiert die Zeitung einen Verwaltungssprecher.
Tatsächlich sind formal die Hauseigentümer zuständig, aber eine Lösung für die Blockade des Tramausbaus dürfte die Verabredung keineswegs sein. Denn absehbar werden nun die einzelnen Eigentümer alle rechtlichen Möglichkeiten gegen neue Straßenbahngleise vor ihrer Haustür ausschöpfen wollen, um baulich oft praktisch undurchführbare, auf jeden Fall aber sehr teure eigene Maßnahmen unterlassen zu können. Denn in Altbauten mit nur einem Treppenhaus müssten dann im Zweifelsfall teure Nottreppen errichtet werden.
Längst betrifft das Oberleitungsproblem nicht nur die nicht vorankommende Straßenbahnverlegung an den Bahnhof Ostkreuz, bei der als Kollateralschaden inzwischen der Betrieb der Linie 21 zwischen den Haltestellen Holteistraße und Marktstraße wegen des schlechten Gleiszustands unterbrochen ist.
In Adlershof in der Dörpfeldstraße kommt deswegen der zweigleisige Ausbau der Strecke nicht voran. Deswegen ist die eigentlich parallel vom Bezirk Treptow-Köpenick geplante Umgestaltung der Straße abgetrennt worden. Sie soll nun vor dem Gleisbau erfolgen, was zusätzliche Ausgaben zur Folge hat.
Für die BVG kommt ein weiteres Problem hinzu. Denn die durchgehend zweigleisig erneuerte Strecke durch die Dörpfeldstraße soll eigentlich eine der beiden Zufahrtsstrecken für das neue Depot unweit des S-Bahnhofs Adlershof sein, das 2028 den Betrieb aufnehmen soll.
Es geht dabei nicht nur um die reduzierte Durchlassfähigkeit einer teilweise eingleisigen Strecke, wenn die Züge aus dem neuen Betriebshof gen Köpenicker Teilnetz ausrücken oder später wieder einrücken. Bisher dürfen auf der Dörpfeldstraße nur die zwischen 1992 und 2003 beschafften dreiteiligen Wagen der GT6-Baureihen fahren. Deren Lebensdauer neigt sich langsam dem Ende zu. 2031 sollen noch maximal 45 Stück der einst 145 beschafften Exemplare im Einsatz sein.
Die Nachfolgebaureihe Flexity ist mit 2,40 Metern zehn Zentimeter breiter. Das ist auch der Grund, warum sie in der Dörpfeldstraße nicht fahren dürfen. Denn der Abstand in den zweigleisigen Bereichen ist nicht weit genug.
Laut Aussagen von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hakt auch die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Verlängerung der Straßenbahn von der Turmstraße zum Bahnhof Jungfernheide an Frage von Oberleitung und zweitem Rettungsweg im Brandfall.
Mindestens die geplante Tram-Verlängerung vom S+U-Bahnhof Warschauer Straße zum U-Bahnhof Hermannplatz dürfte genauso von der Oberleitungsproblematik betroffen sein. Dies könnte ebenso bei der Umstellung der Metrobuslinie M41 auf Tram und viele weitere Strecken der Fall sein.
#Berlin #BVG #Dörpfeldstraße #Jungfernheide #Mobilitätswende #ÖPNV #Ostkreuz #Straßenbahn #Tram #Turmstraße #UteBonde #Verkehrswende -
Tram-Ausbau tritt auf der Stelle
Der größte Feind des Berliner Straßenbahn-Ausbaus ist das komplette Desinteresse politischer Entscheidungsträger*innen. Dazu kommen noch schwere Mängel bei der Projektsteuerung durch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
Anders lässt es sich nicht erklären, wenn seit bald acht Jahren das Planfeststellungsverfahren für die Verlegung der Linie 21 zum Bahnhof Ostkreuz an der Frage hakt, ob die Oberleitung in der Friedrichshainer Sonntagstraße ein unüberwindliches Hindernis für die Sicherstellung des zweiten Rettungswegs für angrenzende Wohnhäuser im Brandfall ist.
Von außen ist schwer zu durchschauen, wer wie den Weg zu einer Lösung verbaut. Von der BVG hieß es, dass die Berliner Feuerwehr Bedenken habe. Die Verkehrsbetriebe präsentierten zunächst technische Lösungen, über die Fachleute gleich sagten, dass sie nicht umsetzbar seien.
Als nach einigen Runden eine bereits anderswo in Deutschland umgesetzte Lösung präsentiert und von der Feuerwehr abgenickt worden ist, soll schließlich die für den Trambetrieb zuständige Technische Aufsichtsbehörde (TAB) Einwände erhoben haben – heißt es zumindest von der Feuerwehr. Ein weiterer Player in dieser Frage sind noch die bezirklichen Bau- und Wohnungsaufsichten. Wie deren konkrete Position ist, bleibt auch in den Antworten auf eine Schriftliche Anfrage des Linke-Verkehrspolitikers Kristian Ronneburg unklar.
Zwischenzeitlich hat die Senatsverkehrsverwaltung eine vorgebliche Lösung des Problems ersonnen. Nach Informationen des Tagesspiegels (€) gab es am 13. Juli ein Gespräch zwischen Verkehrsverwaltung, Bauaufsicht, BVG und Feuerwehr. Ergebnis: Künftig soll die BVG die Hauseigentümer informieren – und die müssen dann eine Lösung finden.
„Sollten sich durch Projekte der BVG Änderungen bzgl. der Anleiterbarkeit von Gebäuden aus dem öffentlichen Straßenland ergeben, wird durch die BVG eine entsprechende Information an Wohnungs-/Hauseigentümer erfolgen, damit diese ihren Pflichten nachkommen können“, zitiert die Zeitung einen Verwaltungssprecher.
Tatsächlich sind formal die Hauseigentümer zuständig, aber eine Lösung für die Blockade des Tramausbaus dürfte die Verabredung keineswegs sein. Denn absehbar werden nun die einzelnen Eigentümer alle rechtlichen Möglichkeiten gegen neue Straßenbahngleise vor ihrer Haustür ausschöpfen wollen, um baulich oft praktisch undurchführbare, auf jeden Fall aber sehr teure eigene Maßnahmen unterlassen zu können. Denn in Altbauten mit nur einem Treppenhaus müssten dann im Zweifelsfall teure Nottreppen errichtet werden.
Längst betrifft das Oberleitungsproblem nicht nur die nicht vorankommende Straßenbahnverlegung an den Bahnhof Ostkreuz, bei der als Kollateralschaden inzwischen der Betrieb der Linie 21 zwischen den Haltestellen Holteistraße und Marktstraße wegen des schlechten Gleiszustands unterbrochen ist.
In Adlershof in der Dörpfeldstraße kommt deswegen der zweigleisige Ausbau der Strecke nicht voran. Deswegen ist die eigentlich parallel vom Bezirk Treptow-Köpenick geplante Umgestaltung der Straße abgetrennt worden. Sie soll nun vor dem Gleisbau erfolgen, was zusätzliche Ausgaben zur Folge hat.
Für die BVG kommt ein weiteres Problem hinzu. Denn die durchgehend zweigleisig erneuerte Strecke durch die Dörpfeldstraße soll eigentlich eine der beiden Zufahrtsstrecken für das neue Depot unweit des S-Bahnhofs Adlershof sein, das 2028 den Betrieb aufnehmen soll.
Es geht dabei nicht nur um die reduzierte Durchlassfähigkeit einer teilweise eingleisigen Strecke, wenn die Züge aus dem neuen Betriebshof gen Köpenicker Teilnetz ausrücken oder später wieder einrücken. Bisher dürfen auf der Dörpfeldstraße nur die zwischen 1992 und 2003 beschafften dreiteiligen Wagen der GT6-Baureihen fahren. Deren Lebensdauer neigt sich langsam dem Ende zu. 2031 sollen noch maximal 45 Stück der einst 145 beschafften Exemplare im Einsatz sein.
Die Nachfolgebaureihe Flexity ist mit 2,40 Metern zehn Zentimeter breiter. Das ist auch der Grund, warum sie in der Dörpfeldstraße nicht fahren dürfen. Denn der Abstand in den zweigleisigen Bereichen ist nicht weit genug.
Laut Aussagen von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hakt auch die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Verlängerung der Straßenbahn von der Turmstraße zum Bahnhof Jungfernheide an Frage von Oberleitung und zweitem Rettungsweg im Brandfall.
Mindestens die geplante Tram-Verlängerung vom S+U-Bahnhof Warschauer Straße zum U-Bahnhof Hermannplatz dürfte genauso von der Oberleitungsproblematik betroffen sein. Dies könnte ebenso bei der Umstellung der Metrobuslinie M41 auf Tram und viele weitere Strecken der Fall sein.
#Berlin #BVG #Dörpfeldstraße #Jungfernheide #Mobilitätswende #ÖPNV #Ostkreuz #Straßenbahn #Tram #Turmstraße #UteBonde #Verkehrswende